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212196-02 · Mitteilungsvorlage

Prognosen zum Bevölkerungswachstum in Bonn

Nummer
212196-02
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
07.04.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 03.05.2022 Kenntnisnahme
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  1. 212196 Prognosen zum Bevölkerungswachstum in Bonn

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
212196-02
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Prognosen zum Bevölkerungswachstum in Bonn
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 03.05.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Mit der Großen Anfrage DS-Nr. 212196 wurde nach einer Einschätzung der
Verwaltung zu den unterschiedlichen Ergebnissen zweier Studien zur
Bevölkerungsentwicklung gefragt. Die Stadtverwaltung führte in ihrer
Stellungnahme DS-Nr. 212196-01 ST aus, dass die GEWOS-Studie der
Verwaltung noch nicht vorlag und entsprechend eine Stellungnahme erst später
erfolgen könnte. Die Bezirksvertretung Bonn nahm diese Stellungnahme in
ihrer Sitzung am 08.02.2022 zur Kenntnis und bat die Verwaltung darum, die
Ergebnisse der Prüfung als Mitteilungsvorlage vorzulegen.
Dazu kann die Verwaltung nun mitteilen:
Die beiden genannten Prognosen stammen aus unterschiedlichen
Berechnungen und kommen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Die
WIP-Bevölkerungsprognose von GEWOS gibt für den Zeitraum von 2019 –
2035 eine Bevölkerungsrückgang in Bonn von 2% an.
Die Bevölkerungsvorausberechnung von IT.NRW ermittelt für den Zeitraum von
2018 – 2040 einen Bevölkerungszuwachs von 12%.
Zur WIP-Bevölkerungsprognose gibt GEWOS an, dass die Prognose für alle
Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland standardisiert vorgenommen
wurde; besondere regionale Rahmenbedingungen wurden nur beschränkt
berücksichtigt.
Bei der Bevölkerungsvorausberechnung von IT.NRW dagegen wurden die
Annahmen explizit für die nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte
formuliert, sodass hier regionalspezifische Dynamiken und Verteilungsmuster
berücksichtigt wurden.
Zu welchen Abweichungen Unterschiede in den Annahmen führen können, wird
bspw. auch im „Wohnungsmarktgutachten über den quantitativen und
qualitativen Wohnungsneubaubedarf in Nordrhein-Westfalen bis 2040“, einer
Publikation des Landes (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und
Gleichstellung) von 2020 deutlich, die ebenfalls von GEWOS erstellt wurde. Zur
Ermittlung des Wohnungsneubaubedarfs wurden verschiedene Szenarien u.a.
der Bevölkerungsentwicklung zugrunde gelegt.
Als Szenario 0 wurde die bekannte Bevölkerungsvorausberechnung von
IT.NRW zugrunde gelegt, die für Bonn eine Bevölkerungszunahme 2018 –
2040 von 12% angibt. Im Szenario 1 wurde von einem verringerten Zuzug ausSeite 1 von 2
Seite 2
dem Ausland ausgegangen, was allerdings für Bonn kaum zu Abweichungen
führt (+11%). Das Szenario 2 errechnet aufgrund geänderter Annahmen zur
Fachkräftezuwanderung sogar ein Zuwachs von 15%, während im Szenario 3
(Dekonzentrationsszenario) davon ausgegangen wird, dass eine Abwanderung
aus den bzw. reduzierte Zuwanderung in die großen Städten NRWs aufgrund
angespannter Wohnungsmärkte nur zu einem Bevölkerungswachstum Bonns
von +1% führt.
Dies macht deutlich, dass Unterschiede zwischen den Ergebnissen der
Berechnungen insb. auf abweichende Annahmen, vor allem im Bereich der
Wanderungsdynamik-, -struktur und -verteilung zurückzuführen sind.
Bei aktuellen Planungen, bspw. dem Regionalplan Köln, der derzeit in Neu-
Aufstellung ist, werden die Zahlen von IT.NRW (Bevölkerungsvoraus-
berechnung) zugrunde gelegt.
Hinweis:
IT.NRW hat Anfang März 2022 eine neue Bevölkerungsvorausberechnung
veröffentlicht1. Der berechnete Bevölkerungszuwachs bis 2050 kommt für Bonn
auf +8,8% und ist zwar (auch bis 2040) niedriger als in der letzten
Vorausberechnung, aber viel höher als bei den meisten anderen Großstädten
in NRW (zahlreiche NRW-Städte sind gegenüber der letzten
Vorausberechnung von „wachsend“ auf „deutlich schrumpfend“ umgestuft
worden). Näheres lässt sich hierzu derzeit aber noch nicht sagen, weil IT.NRW
zwar die Ergebnisse veröffentlicht hat, noch nicht aber die zugrundeliegenden
Annahmen. Allerdings ist die Berechnung schon wieder nur sehr begrenzt
aussagekräftig, da die Auswirkungen der aktuellen Zuwanderung von
Kriegsflüchtlingen noch nicht berücksichtigt sein können.
Anlage/n
Keine
1 https://www.it.nrw/neue-bevoelkerungsvorausberechnung-fuer-nrw-rueckgang-der-
einwohnerzahl-um-17-prozent-bis-2050Seite 2 von 2

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Datenstand: 03.11.2026, 01:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de