212109 · Mitteilungsvorlage
Sachstandspapier Volkshochschule Bonn 2021
Kerndaten
- Nummer
- 212109
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 11.11.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 212109 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Sachstandspapier Volkshochschule Bonn 2021 Beratungsfolge Kulturausschuss 30.11.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Nachfolgend wird über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte der Volkshochschule Bonn informiert. 1. Das novellierte Weiterbildungsgesetz 2. Zahlen, Daten, Fakten 3. Inhaltliche Schwerpunkte (Auswahl) 4. Netzwerke (Auswahl) 5. Auswirkungen der/Umgang mit der Corona-Pandemie 6. Querschnittsthemen 7. Herausforderungen für die nächsten Jahre 1. Das novellierte Weiterbildungsgesetz (WbG): • Im Zentrum der Förderung steht der Erhalt der Pflichtaufgabe Volkshochschule und die weitere Stärkung der Hauptberuflichkeit. • Für das hauptberufliche pädagogische Personal erhalten die Volkshochschulen als Trägerinnen der Pflichtaufgabe 70.000 EUR pro Stelle. Garantiert ist eine zweiprozentige Dynamisierung bis zum Ende der mittelfristigen Finanzplanung 2025. • Im Innovationsfonds stehen 1 Million Euro für Projekte zur Verfügung, die von den Einrichtungen zu beantragen sind. Auch dieser Fonds wird nach zwei Jahren evaluiert. • Für den 2. Bildungsweg werden die Mittel verdoppelt, von 5 auf rund 10 Millionen Euro, auch zur Absicherung hauptberuflicher Lehrkräfte. Das Budget ist ggf. anzupassen, wenn sich ein weiterer Bedarf ergibt. • Für die Volkshochschulen steht ein Sondertopf von 1 Million Euro für „Maßnahmen zur regionalen Bildungsentwicklung“ zur Verfügung. Ziel ist die Vernetzung in regionalen Bildungslandschaften mit einem dann erweiterten Beratungsbedarf. • Angestrebt wird eine Entbürokratisierung der Mittelverwaltung (Wegfall der Mindestteilnehmendenzahl und der Landeskinderregelung, mithin auch die Anerkennung von digital erbrachten Angeboten). Eine Verordnung zur Umsetzung des Gesetzes steht allerdings noch aus. Angebotsstruktur:Seite 1 von 5 Seite 2 Der Pflichtkanon ist erweitert worden und umfasst nunmehr Angebote: • der politischen Bildung, • der arbeitswelt- und berufsbezogenen Weiterbildung, • der kulturellen Bildung, • der kompensatorischen Grundbildung, • der abschluss- und schulabschlussbezogenen Bildung, • zur lebensgestaltenden Bildung und zu Existenzfragen einschließlich des Bereichs der sozialen und interkulturellen Beziehungen. • zur Förderung von Schlüsselqualifikationen mit den Komponenten Sprachen und Medienkompetenz, • einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, • der Gesundheitsbildung. 2. Zahlen, Daten, Fakten: • Anzahl Beschäftigte: 10 Pädagogische Stellen 19 Stellen in der Verwaltung (tlw. in Teilzeit) = 33 Köpfe, plus ca. 15 studentische Servicekräfte • Anzahl Kursleitende: ca. 750 • Anzahl Kurse/Teilnehmende: ca. 2400 Kurse, ca. 35.000 Teilnehmende pro Jahr • Honorare/Entgelte: i.d.R. Honorare 21 bis 28 Euro (45 Min.); Ausnahme BAMF: 41 Euro; Entgelte: von 3 bis ca. 5 Euro (45 Min) (Ermäßigungen möglich) • Seminarorte: Haus der Bildung, Zweigstelle Bad Godesberg, Alte Schule Duisdorf, Beethovengymnasium und Realschule Beuel sowie ca. 20 weitere dezentrale Standorte • Zuschussbedarf: Bis 2019 waren die Teilnehmendenbeiträge (einschließlich BAMF) stets der größte Einnahmeposten der VHS. Dies hat sich in der Pandemie vorübergehend geändert. Zahlen: Jahr Entgelte inkl. BAMF) Landesförderung nach WbG Zuschussbedarf Anmerkungen 2018 2.033.000 Euro 708.000 Euro 1.766.000 Euro 2019 2.272.000 Euro 722.000 Euro 1.770.000 Euro 2020 1.424.000 Euro 737.000 Euro 1.643.000 Euro Pandemie, Sonderzahlungen „Notfonds“: 321.000 Euro SodeG 297.000 Euro 2021 1.250.000 Euro 737.000 Euro 1.600.000 Euro Pandemie, vorläufige Zahlen 3. Inhaltliche Schwerpunkte:Seite 2 von 5 Seite 3 • Alle Bildungsangebote der Volkshochschule verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz der Integration von politischer, allgemeiner und beruflicher Bildung. • Politik, Wissenschaft und Internationales: Fokus: Sustainable Development Goals (SDG, vorher MdG, seit 11 Jahren je ein Semesterschwerpunkt) s. auch Themenarchiv auf der Homepage: https://www.vhs-bonn.de/programm/politik-wissenschaft-und- internationales/archiv-der-themenschwerpunkte.html (Mehrfach Schwerpunkte zu Stadtentwicklung und Mobilität, Netzwerk aus lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Akteuren (u.a. EZ Organisationen, NGOs, Institute der Universität), Digitale Akademie, Englisches Programm, Europa-Fokus etc. • Lebensgestaltendes Lernen: Persönlichkeitsentwicklung, Mediation, Neue Wohnformen, Zielgruppenangebote für Ältere, Familien, Teilhabe, Bürgerschaftliches Engagement, Ausbildungen: NLP, Gewaltfreie Kommunikation, Ganzheitliche/r Gedächtnistrainer*in • Ausdifferenzierte Fremdsprachenkurse: Angebote in über 30 Sprachen; internationale Teilnehmende, internationale Kursleitende, ausgebautes Stufensystem (auch in den selteneren Sprachen 50 Prozent der Angebote mindestens bis B 1, meist darüber), Veranstaltungen im Rahmen des Bildungsurlaubs • Integration: Integrationskurse und berufsbezogene Deutschkurse mit sozialpädagogischer Unterstützung sowie Spezialkurse (Pflege, Logistik, DPDHL, Erzieherinnen C1, in Zs.arbeit mit dem Jugendamt). Darüber hinaus gibt es ein stabiles und sehr gut nachgefragtes Angebot allgemeiner Deutschkurse für Selbstzahler (von A 1 bis C1). Einbürgerungstests; • Berufliche Bildung: Zertifikationssystem Xpert (Computer und Rechnungswesen), Programmierkurse, Schlüsselqualifikationen, Kurse für Ältere, in begrenztem Maße Auftragsschulungen, Onlineschulungen zu ausgewählten Themen, Beratungsangebote zur beruflichen Entwicklung • Kultur und Kunst: Angebote zu Literatur, Kunstgeschichte, Philosophie, Musik; Kooperation mit Theater Bonn, regionale Erkundungen, langjährige stadtgeschichtliche Vernetzung und Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Museen; große Bandbreite an kunstpraktischen Angeboten (auch dezentral, Godesberg, Duisdorf). • Gesundheitsbildung: Prävention, Entspannungs- und Bewegungskurse; Kochkurse, auch in Fremdsprachen; Angebote für Ältere, Outdoor-Angebote, Firmenfitness-Angebote 4. Netzwerke • Seit 2005 jährlicher Bildungsempfang (von VHS initiiert) zwecks Vernetzung unter den Bildungsträgern; • Mitgliedschaft bei LerNet (Netzwerk der Träger beruflicher Bildung) • Learning City Netzwerk mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit – in Kooperation mit Amt 02 (seit 9/2020); Mitgliedschaft EAEA. • Zusammenarbeit mit Universität (hat VHS 1904 mitgegründet) u.a. inSeite 3 von 5 Seite 4 der Reihe: Universität im Rathaus (seit 2005, von VHS initiiert) und Kulturkalender • Ca. 150 weitere Netzwerkpartner aus vielen gesellschaftlichen und sozialen Bereichen 5. Auswirkungen der/Umgang mit der Corona-Pandemie • Sicherung des VHS Kursbetriebs, seit Frühjahr 2020 stets den Anforderungen der jeweiligen Corona-Schutzverordnung entsprechend analog und digital (in 1/2021 ausschließlich digital) in kleineren Kursen • Einführung neuer Online-Portale an der VHS (BBB, Webex, ZOOM; weitere nach Absprache) • Umfangreiche Schulungsaktivitäten für alle Dozentinnen und Dozenten (800 Teilnahmen!) in diesen Portalen • Online-Vernetzung der Mitarbeitenden untereinander zur Kommunikationssicherung • Aufbau eines Streaming-Dienstes im Saal des Hauses der Bildung • Ausbau neuer digitaler Werbemöglichkeiten für Kursleitende • Temporäres Absinken des Deckungsbeitrags im VHS Haushalt (Deckungsbeitrag 1: Honorare/Entgelte); Notfonds NRW für VHS und SoDEG Mittel des Bundes 6. Querschnittsthemen Das Motto unseres Verbandes für den nächsten Deutschen Volkshochschultag (Leipzig 2022) lautet: Die VHS ist nachhaltig, digital und divers! • Nachhaltigkeit: SDG Schwerpunkte, Bündelung und Intensivierung der Zusammenarbeit mit Amt 67 (Biodiversität/Haus der Natur) und Amt 02 (Nachhaltigkeitsnetzwerk Learning Cities, breiter Nachhaltigkeitsbegriff), Naschgarten-Projekt. • Digitalisierung: Weiterhin digitale Angebote sowie begleitendes Streaming (überregionale Nachfrage, flexible Dozenten, Inklusion etc.); mit Beendigung der Pandemie dominieren aber die Präsenzkurse. Projekte u.a. Dozentenfortbildung (Digitalisierung als gesellschaftliches Thema und als Werkzeug!), Digitale Akademie, Projekt in Senioren- Begegnungsstätte, Pilotprojekt mit Universität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, digitale Tools in der Verwaltung. • Diversität: Junge und alte Menschen in den Kursen, milieudivers, Teilnehmende aus 160 Nationen, Kursleitenden aus 40 bis 50 Nationen, internationale Angebote (Englisches Programm, fremdsprachige Kochkurse etc.). 7. Herausforderungen für die nächsten Jahre Die Volkshochschule ist – den gesetzlichen Auflagen folgend – seit 2010 ISO 9000ff zertifiziert und muss sich seit dieser Zeit einem jährlichen Audit unterziehen. Die Ziele der nächsten Jahre leiten sich daher wesentlich aus dem Strategiepapier der Volkshochschule, das jährlich fortgeschrieben wird, ab:Seite 4 von 5 Seite 5 Kommunikationswege ausbauen: Klassische Pressearbeit, stetige Aktualisierung der Homepage, Automatisierung der Kommunikationstools mit Dozenten/Teilnehmenden; Newsletter, Social Media etc. Sicherung und Ausbau des internationalen Netzwerkes durch „Glokalisierung“ (global und lokal arbeiten): Seit über 15 Jahren Beratungstätigkeiten durch verschiedene VHS Mitarbeitende im Rahmen von DVV international weltweit); Erasmus + Projekte auf europäischer Ebene, zahlreiche zumeist außereuropäische Delegationen zu Gast im Haus der Bildung, Leitung seit Jahren im Kuratorium Internationales des Deutschen Volkshochschulverbandes. Arbeitsmarkt und Integration o Sicherung des Arbeitsmarkt-Netzwerkes (u.a. Agentur, Jobcenter, Ämter) nach Beendigung des Projekts Bildungskoordination für Neuzugewanderte (BMBF) (s. Empfehlungen im Endbericht, DS-Nr. 210851; langjährige fachliche und sozialpädagogische Begleitung im Rahmen der Arbeitsmarktintegration erforderlich (Fallbeispiele). o https://www.bonn-verwaltung.sitzung- online.de/personal/vo020?VOLFDNR=2000872&refresh=false) Verwaltung: Personelle Absicherung der zunehmenden Querschnittsaufgaben, die sich teilweise intern, teilweise aus nationalen oder internationalen (Umsatzsteuer, EU Richtlinie) Vorgaben ergeben. Demographischer Wandel: Inklusive Angebote, insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft und Sicherung des Kursleitendenpools (weniger jüngere Kursleitende, Spaltung des Honorarsatzes in der VHS durch BAMF Intervention etc.) Dezentrale Arbeit in den Stadtteilen: Inklusiver Ansatz nach Rücksprache mit der amtsinternen AG zum Quartiersmanagement. Subsidiärer Weg der VHS, verstärkte Zusammenarbeit mit Senioren-Begegnungsstätten. Zur Absicherung des inklusiven dezentralen Auftrags bedarf es zusätzlichen Personals und zusätzlicher Mittel (keine klassische Gegenfinanzierung über Entgelte möglich, aufsuchende Zielgruppenarbeit). Honorare/Entgelte: Bislang musste jede Honoraranpassung mit einer um den jeweiligen Deckungsbeitrag angepassten Entgelterhöhung einhergehen. Wenn wir inklusiver arbeiten sollen, kann dieser Mechanismus nicht länger greifen. Notwendige Erhöhungen der Dozentenhonorare können nicht länger mit einer stetigen Anpassung der Entgelte einhergehen. Anlage/n KeineSeite 5 von 5
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