212052 · Antrag
Kommunale Wärmeplanung für Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 212052
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 03.11.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
Dateien
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Antrag öffentlich 212052 Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Dr. Daniel Rutte SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Gabriel Kunze DIE LINKE.-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Holger Schmidt Volt-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Dr. Dominik Maxein 03.11.21 Kommunale Wärmeplanung für Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 24.11.2021 Empfehlung Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 25.11.2021 Empfehlung Hauptausschuss 02.12.2021 Entscheidung Inhalt des Antrags Die Verwaltung wird beauftragt eine kommunale Wärmeplanung für die Bundesstadt Bonn zu erstellen. Diese Wärmeplanung zielt klar auf eine vollständig erneuerbare stadtweite Versorgung mit Wärme und Kälte, um das politische Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu unterstützen. Die Wärmeplanung folgt den Maßgaben des Klimaschutzgesetzes des Landes Baden-Württemberg und dem Handlungsleitfaden „Kommunale Wärmeplanung“ der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Die Wärmeplanung beinhaltet: 1. Eine Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeenergieaufwendungen und daraus resultierenden Treibhausgasemissionen, aufgeschlüsselt nach Gebäudeart und Alter, Versorgungs- und Beheizungsstruktur in Bonn. 2. Eine Potenzialanalyse von Energieeinsparungen in privaten Haushalten, Wirtschaft und öffentlichen Liegenschaften sowie lokal verfügbarer erneuerbarer Energie, insbesondere aus Abwärme und Geothermie, sowie saisonaler Speicherung. Diese Analyse soll sich in der Erwartung steigender CO2- /Energiepreise und angesichts großer politischer Dynamik nicht nur auf aktuell marktfähige Lösungen beschränken sondern in Szenarien erfolgen. 3. Die Entwicklung eines Zielszenarios in dem der Bonner Wärmebedarf klimaneutral aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden kann. Dazu gehört die räumlich aufgelöste Darstellung der dafür benötigten Infrastruktur. Dabei sollen dezentrale und zentrale Infrastrukturlösungen dargestellt werden. 4. Die Formulierung eines sozialverträglichen Transformationspfades mit Maßnahmen, Prioritäten und einem Zeitplan für die Zeit bis 2030. Es soll dargestellt werden, welcheSeite 1 von 3 Seite 2 (planungs-)rechtlichen Vorgaben die Stadt zur Umsetzung der Wärmeplanung machen kann. Für die Erarbeitung der Planung wird ein von der Stadt und ihren Beteiligungen unabhängiges Büro beauftragt. Dieses Büro erstellt die Wärmeplanung in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und ihren Töchtern, der Leitstelle Klimaschutz, dem Stadtplanungsamt, dem SGB, der Bonner Energieagentur und unter Beteiligung weiterer relevanter städtischer Akteure. Eine der beteiligten städtischen Stellen ist verantwortlich dafür, dass bei der Wärmeplanung das Ziel einer vollständig erneuerbaren Wärmeversorgung konsequent berücksichtigt wird. Für die Wärmeplanung oder Komponenten des Gesamtkonzeptes akquiriert die Verwaltung externe Fördermittel. Notwendige Eigenmittel werden aus dem Haushaltsposten xy (Eigenmittel Klimaschutz) bezogen. Begründung Wärmeplanung bezieht ausdrücklich auch eine Kälteversorgung mit ein; beides wird in diesem Antrag unter dem Begriff Wärmeplanung zusammengefasst. Die Begründung ergibt sich aus der Empfehlung des Klimaschutzbeirats der Bundesstadt Bonn zu Klimaschutzmaßnahmen im Bereich Gebäude (beschlossen am 20.01.2021): „Laut der aktuellen CO2-Bilanz der Stadt Bonn entfallen ca. 29% der bilanzierten CO2-Emissionen auf private Haushalte und ca. 21% auf Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Der auf den Wärmebedarf von Gebäuden entfallende Anteil der CO2-Emissionen ist nicht separat ausgewiesen, liegt zum Vergleich deutschlandweit allerdings bei etwa 30% der gesamten CO2- Emissionen. Zur Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor ist zum einen eine drastische Reduktion der Energieverluste bis weit unterhalb der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Neubau-Anforderungen erforderlich. Dies beinhaltet u.a. Fenstertausch sowie die Dämmung aller Außenbauteile. Zum anderen muss der dann verbleibende Restbedarf an Energie (Kühlung, Wärme für Heizung, Warmwasser und Prozesse sowie Strom) ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Der Rat hat am 7.11.2019 beschlossen, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. Um dieses Ziel im Gebäudebereich zu erreichen, muss die Sanierungsquote von aktuell ca. 1% p.a. auf rechnerisch ca. 7% p.a. gesteigert werden.“ Eine kommunale Wärmeplanung ist Grundlage um quartiersbezogene Sanierungsprojekte zielgerichtet und effizient auszurichten. Das Zielszenario einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt stellt auch sicher, dass zukünftig ausschließlich Investitionen in potentiell klimaneutrale Infrastrukturen getätigt werden. Bei einer künftigen Umsetzung der Wärmeplanung soll angestrebt werden,Seite 2 von 3 Seite 3 dass diese warmmietenneutral umgesetzt wird. Bezüglich (planungs- )rechtlicher Vorgaben durch die Stadt soll auch ein Anschluss- und Benutzungszwang für die Umsetzung der Wärmeplanung bewertet werden. Die fehlende gesetzliche Grundlage für eine Wärmeplanung in Nordrhein- Westfalen erschwert im Vergleich zu Baden-Württemberg das Erheben und Verarbeiten von Verbrauchsdaten. Dies kann möglicherweise durch die Situation in Bonn, in der die Stadtwerke mit ihren Töchtern sowohl Energieerzeuger als auch Netzbetreiber sind, ein Stück weit ausgeglichen werden. Wir bitten die Stadtverwaltung und Stadtwerke um eine enge Kooperation und darum an Erfahrungen aus anderen Kommunen in Nordrhein- Westfalen anzuknüpfen. Nach Angaben der Energieagentur NRW sind bislang folgende Kommunen im Bereich kommunaler Wärmeplanung tätig: Bottrop, Brakel, Burbach, Burscheid, Coesfeld, Datteln, Dinslaken, Dörentrup, Dorsten, Dortmund, Düren, Engelskirchen, Essen, Gelsenkirchen. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:49 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de