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211905 · Mitteilungsvorlage

Zukunft des Amerikanischen Clubs in Plittersdorf

Nummer
211905
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
25.10.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 10.11.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
211905
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Zukunft des Amerikanischen Clubs in Plittersdorf
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bad Godesberg 10.11.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
1. Hintergrund
Im Rahmen einer Anregung an die Verwaltung (DS 201696) ist die Verwaltung
von der Bezirksvertretung Bad Godesberg beauftragt worden, mehrere
Gesprächsrunden mit dem Ziel der Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme
des ehemaligen Amerikanischen Clubs in Plittersdorf zu organisieren.
Bei den angeregten Gesprächsrunden sollte es zum einen darum gehen, die
Bonn International School (BIS) und die VEBOWAG zusammenzubringen und
mit den beiden Vertragspartnern die Möglichkeiten zur Herauslösung des
Clubgebäudes aus dem Pachtvertrag auszuloten. Zum anderen sollte es
Zielsetzung sein, mögliche neue Nutzer/Nutzungen für den Club zu finden bzw.
Anregungen, Konzepte und Ideen für geeignete Betreibermodelle zu erhalten.
In einem weiteren Beschluss (DS 202256-03 AA) wurde die Verwaltung
beauftragt, Fördermittel aus dem Landesförderprogramm „Heimat. Zukunft.
Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ zu beantragen,
um einen Diskussions- und Arbeitsprozesses rund um die Zukunft des früheren
Amerikanischen Clubs einzuleiten.
Die Verwaltung hat zwischenzeitlich einige Schritte unternommen und
aussichtsreiche Gespräche geführt und möchte mit der vorliegenden
Mitteilungsvorlage über den Stand und die Ergebnisse der bisherigen Arbeiten
informieren.
Zudem gibt es als weitere aktuelle Entwicklung zu berichten, dass sich eine
Projektgruppe gemeinsam mit den in Bonn ansässigen Montag Stiftungen für
den ehemaligen Amerikanischen Club interessiert und ein Konzept für die
Instandsetzung und den Betrieb des Clubs entwickelt.
2. Stand und Ergebnisse der bisherigen Arbeiten der Verwaltung
Grundsätzlich muss beim Engagement der Verwaltung im Thema
„Amerikanischer Club“ beachtet werden, dass das Clubgebäude Bestandteil
eines bestehenden Erbbaurechtsvertrages zwischen der VEBOFUTUR (einer
Tochtergesellschaft der VEBOWAG) und der BIS ist, an dem die Stadt nicht
beteiligt ist. Insofern gilt es, auf Lösungen hinzuarbeiten, die die Interessen
beider Vertragspartner berücksichtigen und in die gegebenenfalls auch Dritte
(z.B. Stiftung, gemeinnütziger Träger) integriert werden können.Seite 1 von 9
Seite 2
Nachstehend eine kurze Zusammenstellung der im Wesentlichen auf Initiative
der Verwaltung durchgeführten Gespräche und Treffen.
 Eine erste Gesprächsrunde zum Thema „Amerikanischer Club“ fand im
Februar 2021 als Videokonferenz statt, an der Vertreter*innen der BIS, der
VEBOWAG und der Verwaltung (Amt für Wirtschaftsförderung)
teilgenommen haben. Ziel war es, BIS und VEBOWAG zu einem generellen
Austausch über die Thematik zusammenzubringen und über die
Möglichkeiten zu sprechen, wie das Clubgebäude wieder einer Nutzung
zugeführt und zugänglich für die Öffentlichkeit gemacht werden könnte.
Darüber hinaus ging es auch um einen ersten Austausch über den
Erbbaurechtsvertrag und die Möglichkeiten zum vertraglichen Umgang mit
dem Clubgebäude.
Als eines der Ergebnisse ist festzuhalten, dass die VEBOWAG offen für
einen entsprechenden Gedankenaustausch ist und auch vertraglichen
Neuregelungen für das Clubgebäude offen gegenübersteht, sofern ihr kein
wirtschaftlicher Schaden entsteht. Um weitergehende Gespräche führen zu
können, ist aus Sicht der VEBOWAG eine fundierte Beurteilungs- und
Entscheidungsgrundlage erforderlich, wie z.B. ein konkretes
Nutzungskonzept für das Clubgebäude oder auch konkrete Vorschläge für
vertragliche Neu- bzw. Zusatzregelungen zum bestehenden
Erbbaurechtsvertrag.
 Aufbauend auf der ersten Gesprächsrunde wurde Mitte April 2021 ein
Präsenzgespräch der Verwaltung (Amt für Wirtschaftsförderung) mit
Vertreter*innen der BIS durchgeführt. Vorgeschaltet war eine Besichtigung
des Clubgebäudes, um einen Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten
und dem Zustand des Gebäudes zu erhalten.
Bei dem Präsenzgespräch ging es um Hintergrundinformationen zum
Clubgebäude, zu seiner Historie und zu seiner Nutzung durch die BIS,
vorliegende Gutachten und Ausarbeitungen/Unterlagen zum Gebäude sowie
um ein Brainstorming zur Zukunft des Clubgebäudes. Diskutiert wurden u.a.
verschiedene Ideen und Ansätze zur Sanierung bzw. zur zukünftigen
Nutzung des Clubgebäudes. Auch der Austausch über mögliche
Interessenten/Nutzer/Investoren war Gegenstand des Treffens.
 Ende Mai 2021 fand eine Videokonferenz der Verwaltung (Amt für
Wirtschaftsförderung) mit den Montag Stiftungen statt. Der Termin kam über
einen Kontakt der Projektgruppe / der Montag Stiftungen mit Frau
Oberbürgermeisterin Dörner zustande. Die Projektgruppe, bestehend aus
engagierten Bonner Bürger*innen sowie den Montag Stiftungen Kunst und
Gesellschaft, Urbane Räume und der Förderstiftung, hat die Idee entwickelt,
das Gebäude im Rahmen der Stiftungstätigkeit der Montag Stiftungen als
Begegnungsstätte zu reaktivieren (mehr zu den Montag Stiftungen unter
www.montag-stiftungen.de).
In der Videokonferenz stellte die Projektgruppe erste Überlegungen zur
Wiederinbetriebnahme des Clubgebäudes vor. Als ersten Schritt plante sie
zunächst die Prüfung der baulichen Machbarkeit des Projektes. Bei positiven
Projektaussichten sollten dann weitere Maßnahmen, wie die Entwicklung
eines konkreten Konzeptes, eingeleitet werden.
 Im September 2021 gab die Projektgruppe / die Montag-Stiftungen der
Verwaltung die positive Rückmeldung, dass das Projekt aus ihrer Sicht
baulich machbar sei. Zudem hatte die Projektgruppe gemeinsam mit dem
Büro ulrich hartung, Bonn, zwischenzeitlich ein Konzept (Instandsetzung,Seite 2 von 9
Seite 3
Betrieb, Parameter der Projektentwicklung) entwickelt. Im Zuge eines
Präsenztermins mit der Projektgruppe und der Verwaltung (Amt für
Wirtschaftsförderung) Ende September 2021 konnten dann Einzelheiten des
Konzeptes vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen werden. Ein
Ergebnis war es hierbei, die BV Bad Godesberg als zuständiges politisches
Gremium per Mitteilungsvorlage über die bisherigen Arbeiten der Verwaltung
und im gleichen Zuge auch über die nun konkreter gewordenen Pläne der
Projektgruppe / Montag Stiftungen zu informieren.
 Um die politischen Vertreter*innen möglichst zeitnah informieren und
einbinden zu können, ist auf Initiative der Verwaltung für Mitte Oktober
2021 zu einem ersten Initialtreffen mit den Fraktionsvorsitzenden und den
Einzelvertretern in der Bezirksvertretung Bad Godesberg eingeladen
worden, in dessen Rahmen die Projektgruppe / Montag Stiftungen ihr
Konzept vorstellen und in Austausch mit den politischen Vertreter*innen
über das Projekt treten konnte. Das Konzept wurde von den Teilnehmenden
sehr positiv aufgenommen.
3. Konzept der Montag Stiftungen „Open Embassy for Democracy @
America Club“
Unter dem Namen „Open Embassy for Democracy @ America Club“ möchten
die Montag Stiftungen einen offenen Ort für Demokratie, Künste und
Begegnung in Plittersdorf entstehen lassen und so den ehemaligen
Amerikanischen Club einer seiner Historie angemessenen neuen Nutzung
zuführen. Ziel ist ein ideell getragenes, nachhaltiges Betriebsmodell, wobei der
Aufwand für Entwicklung, Planung und Sanierung über die Montag Stiftungen
gesichert werden soll.
Details können dem Konzept in der Anlage zu dieser Mitteilungsvorlage
entnommen werden. Zudem stehen Vertreter*innen der Projektgruppe bei
Bedarf gerne für Fragen und weitere Auskünfte im Rahmen der
Novembersitzung der BV Bad Godesberg zur Verfügung.
Die Projektgruppe / die Montag Stiftungen haben sich bereits vor Ort ein Bild
vom Gebäudezustand, den örtlichen Gegebenheiten und dem zu erwartenden
Sanierungsaufwand machen können und auch erste Gespräche mit der BIS,
der VEBOWAG und der Verwaltung (u.a. Untere Denkmalbehörde) geführt. Ihre
Pläne sind hier auf positive Resonanz gestoßen. Eine Kooperation mit der BIS
ist in den bilateralen Gesprächen avisiert.
Aus Sicht der Verwaltung ist das Konzept der Projektgruppe mit den Montag
Stiftungen zur Reaktivierung des Amerikanischen Clubs sehr vielversprechend:
So haben die Montag Stiftungen weitreichende Erfahrungen mit ähnlichen
Projekten sammeln können und besitzen ebenfalls Kompetenzen in der
Instandsetzung stark sanierungsbedürftiger Objekte. Als Beispiel kann das
Projekt „Nachbarschaft Samtweberei“ genannt werden (www.montag-
stiftungen.de/default-title/urbane-nachbarschaft-samtweberei).
Auch sind das inhaltliche Konzept bzw. die Programmatik für den Betrieb des
America Clubs sehr nahe an den von der BV Bad Godesberg formulierten
Zielen und Wünschen. Zu nennen sind hier beispielsweise
 der Betrieb des America Clubs in gemeinnütziger Trägerschaft,Seite 3 von 9
Seite 4
 die Schaffung eines Ortes der Begegnung,
 der Bezug des Konzeptes zur Historie des Clubs und zur Historie Bad
Godesbergs als Diplomatenstadt,
 der Bezug zum Thema Demokratie und Kunst,
 die mögliche Einbindung der BIS,
 die Möglichkeit zur Verzahnung mit bestehenden touristischen und
geschichtsbezogenen Angeboten (z.B. Weg der Demokratie) sowie
 die Einbindung der Bürger*innen und weiterer Akteur*innen bei der
Entwicklung der Programmatik und der Trägerstruktur für den Betrieb des
Clubs im Rahmen eines partizipativen Prozesses von professionell
organisierten Ideenwerkstätten (bei Bedarf auch zweisprachig).
Darüber hinaus ist die Einbeziehung von NGOs, internationalen Einrichtungen
(z.B. UN) und weiterer interessierter Vereine und Verbände möglich und auch
gewünscht.
4. Weitere Schritte und Ausblick
Mit dem Konzept der Projektguppe „Open Embassy for Democracy @ America
Club“ ist in die Bemühungen zur Reaktivierung des ehemaligen
Amerikanischen Clubs neue Bewegung gekommen. Die Aussichten, mit den
Montag Stiftungen eine tragfähige Lösung (inhaltlich und finanziell) für die
Sanierung und den Betrieb des Clubgebäudes zu realisieren, können als sehr
gut eingeschätzt werden.
Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung stellt die Verwaltung die
Bemühungen um Fördergelder nach dem NRW Heimat-Landesförderprogramm
zunächst zurück und wird die Akquisition möglicher Fördergelder
gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt ins Auge fassen.
Aktuell gilt es vorrangig die Initiative der Projektgruppe verwaltungsseitig zu
begleiten und den weiteren Prozess zu flankieren - insbesondere an der
Schnittstelle zu den politischen Gremien und zu den Fachämtern. Darüber
hinaus könnte die Verwaltung bei der Kontaktanbahnung zu Institutionen,
Einrichtungen und Vereinen unterstützen und bei Bedarf auch moderierend
tätig werden.
Die Einleitung weiterer Schritte und ihre Ausgestaltung hängen vom Feedback
der politischen Vertreter*innen zum Konzept bzw. zu den Plänen der
Projektgruppe ab. Bei positiver Resonanz werden die Ideenwerkstätten und
vertiefende Gespräche zwischen BIS, VEBOWAG und Montag Stiftungen zu
den vertraglichen Regelungen bzw. zum Thema Erbbaurecht an erster Stelle
stehen.
Daran würden sich weitere Maßnahmen anschließen, insbesondere die Klärung
von Fragen des Baurechts und der Voraussetzungen der baulichen
Genehmigungsfähigkeit, die Erstellung eines Businessplans, die Gewinnung
von Förderern, Unterstützern und weiteren Interessenten, die Beteiligung von
Bürgerinnen und Bürgern zur Entwicklung der Programmatik für die Embassy
und auch die Gründung eines Trägervereins durch die Projektgruppe / die
Montag Stiftungen.Seite 4 von 9
Seite 5
Anlage/n
1 Konzept einer Projektgruppe der Montag Stiftungen (öffentlich)Seite 5 von 9
Open Embassy for Democracy @ AMERICA CLUB
AMERICA CLUB – geschichtsträchtiger Ort für Demokratie und Künste am Rhein in Bonn.
Ein offener und geschützter Raum für die Arbeit an den Herausforderungen für
Demokratie, an Offenheit, Inklusion und Toleranz. Alle sind eingeladen, Ideen und
Visionen einzubringen, Botschafter oder Botschafterinnen der Demokratie zu werden
und das Programm aktiv zu gestalten: Dialog und Diskurs, Workshops und Seminare,
Aktionskunst und Ausstellungen und mehr.
Die Programmatik der Embassy wird laufend weiterentwickelt. Erste Ideen hat die
Projektgruppe bereits ausgearbeitet:
Demokratie neu denken – durch die Kontextualisierung von Kunst, Demokratie und
Freundschaft. Künste vermitteln Botschaften: Bildende, partizipative und Aktionskunst, ob
inner- oder außerhalb der Komfortzone oder gar radikal, beleben den Diskurs zwischen
allen gesellschaftlichen Gruppen.
Krisen und Spannungen der Demokratie konstruktiv gestalten - thematische
Interventionen geben Impulse für Veränderung. Unterschiedliche Perspektiven lokaler,
nationaler und internationaler Akteurinnen und Akteure und ihre Verschränkung
transformieren die Art und Weise, wie gesellschaftliche Verbesserungen verhandelt und
initiiert werden.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen - Ziel ist ein Trägermodell, in dem
zivilgesellschaftliche Gruppen mit ihrem vielfältigen Engagement dauerhaft den laufenden
Betrieb verantworten. Geeignete Beteiligungsformate lösen den Anspruch auf Teilhabe als
Demokratieprinzip wirksam ein.
Gemeinsam mit den Montag Stiftungen will die Projektgruppe Aktive, Unterstützende,
Institutionen und Initiativen gewinnen und eine Initialstruktur für den Trägerverein der
Embassy aufbauen. Dieser Ort ist in besonderer Weise geeignet als Initiativort:
für Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Kunst der Demokratie erfahren oder Bestehendes
weiter- und neudenken wollen: Rahmen und Regeln für die Freiheit des Einzelnen im
Spannungsfeld zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen, die Balance von Eigenwohl und
Gemeinwohl, Verantwortung für lokal Spezifisches und das globale Ganze
für Kunstschaffende, die Demokratie mit ihren Formaten und Aktionen befragen, ausleuchten
und herausfordern, sie mit ihren Mitteln befruchten, gestalten und stärken wollen
für alle, die sich gewinnen lassen und die wir aufsuchend gewinnen können teilzuhaben an
Programmatik und Programm dieses neuen Zukunftsortes.
für die Nachbarschaft, für Bad Godesberg, für Bonn, für die Region und für nationale oder
internationale AkteureSeite 6 von 9
Ziel ist ein ideell getragenes, nachhaltiges Betriebsmodell. Der Aufwand für die Konzept- und
Projektentwicklung, für Planung und Beteiligung sowie für die Sanierung des Hauses werden
über die Montag Stiftungen gesichert (ca. 8 – 10 Mio. €). Aus zukünftiger Vermietung
resultierende Überschüsse werden im Rahmen einer langfristig anzulegenden Finanzierung des
Bauvorhabens für Aktivitäten dieses Zukunftsortes und zur Stadtteilentwicklung zur Verfügung
stehen.
Name „Open Embassy for Democracy @ AMERICA CLUB“
„Embassy“ repräsentiert Haus, Historie und Programm. Von 1951 bis 1999 realisierte die
amerikanische Botschaft hier lebensnah ihre Vorstellungen einer demokratischen Gesellschaft.
Im Clubambiente begegneten sich Menschen vieler Nationen, Bürgerinnen und Bürger,
amerikanische Präsidenten, Bundespräsidenten und Bundeskanzler, Mitarbeitende der
Vereinten Nationen. Auch künftig tragen Menschen von hier aus Botschaften für Demokratie in
die Welt.
„Open“ steht für die Offenheit des Projektes.
„Democracy“ ruft auf zur beständigen Sicherung und Entwicklung gesellschaftlicher Werte.
„America Club“ erinnert an die Tradition des Hauses und ist eine Hommage an die
demokratische Grundhaltung des Amerikanischen Hochkommissariats (HiCoG) als Initiator.
Historie und Planung des Amerikanischen Clubs
Der Amerikanische Club war fast 50 Jahre lang nicht nur Nukleus der amerikanischen
Community, sondern auch offener Anlaufpunkt für protokollarische und informelle Anlässe.
Erbaut wurde er 1951 als Bestandteil der HiCoG-Siedlung Plittersdorf im Stil der „Prairie
Houses“ des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten. Mit ihren großzügigen
Wohngrundrissen, breiten Straßen und parkartigen Freiflächen stand die Siedlung als Sinnbild
für die amerikanische Lebensweise.Seite 7 von 9
Nach dem Hauptstadtbeschluss aus dem Jahr 1991 und dem Umzug der amerikanischen
Botschaft nach Berlin 1999 wurde der Amerikanische Club an die Vereinigte Bonner
Wohnungsbau AG (Vebowag) verkauft. Für das denkmalgeschützte Gebäude gab es bisher
keine tragfähigen Konzepte. Es befindet sich in einem sehr schlechten, sanierungsbedürftigen
Zustand.
Der Bungalow verfügt über eine Fläche von ca. 2.000 m2 in Souterrain und Erdgeschoss. Die
als Hochparterre ausgeführte, sehr transparente Beletage mit Rheinterrasse wird über eine
großzügige Freitreppe von der repräsentativen Vorfahrt erschlossen. Die Tragstruktur
ermöglicht hier weitläufige Räume, die sich für die Programmatik der Open Embassy for
Democracy @ AMERICA CLUB optimal gestalten lassen. Im Souterrain können vor allem
Technik-, Lager- und sonstige Nebenräume nachgewiesen werden.Seite 8 von 9
Parameter der Projektentwicklung der Open Embassy for Democracy @ AMERICA CLUB
Mit den Montag Stiftungen will die Projektgruppe die Embassy im Jahr 2022 so weit
entwickeln, dass das Grundstück erworben (oder per Erbbaurecht langfristig gesichert) und
mit den baulichen Maßnahmen begonnen werden kann. Folgende Schritte sind für das Projekt
geplant und erforderlich:
ab 2021
Gewinnung weiterer Interessierter, Initiierender und Fördernder
Bausubstanzuntersuchungen, Planungen und Kostenermittlungen zur Sanierung des Gebäudes
Klärung Baurecht und Genehmigungsfähigkeit (Bebauungsplan 8119-1, Sondergebiet Schule)
Sicherung einer angemessenen Erschließung von der Martin-Luther-King-Straße (gemeinsam
mit der Bonn International School)
Businessplan für einen tragfähigen Betrieb
Bewerbung um bauliche Fördermittel
2022
Gründung gGmbH
Kaufvertrag/Erbbaurechtsvertrag
Etablierung eines Projektteams vor Ort
Offener Prozess der „Ideenwerkstatt“ von Bürgerinnen und Bürgern zur Programmatik der
Embassy
Vereinsgründung/Gründung einer Stiftung durch Akteurinnen und Akteure zum nachhaltigen
Betrieb
Hochbauplanung, Genehmigung
Beantragung Programm- und Projektfördermittel
2023
Sanierung
Vorlauf Programmplanung
Vorbereitung Inbetriebnahme
2024
Eröffnung der EmbassySeite 9 von 9

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Datenstand: 03.11.2026, 05:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de