211787-03 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse „ZiSo“ (überarbeitet gem. Maßgabe)
Kerndaten
- Nummer
- 211787-03 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 22.11.2022
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 211787-03 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse „ZiSo“ (überarbeitet gem. Maßgabe) Beratungsfolge Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Ergänzende Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag 211787-01 Die Verwaltung wurde auf Grundlage des beschlossenen Änderungsantrages im Jugendhilfeausschuss vom 18.11.2021 (DS-Nr. 211787-01 AA) gebeten, die Zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse (ZiSo) zu überarbeiten. Folgende Änderungsbedarfe wurden gesehen: 1. AG 78 (KiTa, HzE, Jugendförderung, OGS) und die Stadtteilarbeitskreise sollen die Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten und in den Gremien vorgestellt werden. 2. Einheitliche Darstellung der Angebote, Übersicht aller Sozialräume und Erweiterung der Angebotslisten 3. Aufnahme des Themas Inklusion Zu 1) Die Jugendhilfeplanung hat die Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII (KiTa, HzE und Jugendförderung, ) und 14 Stadtteilarbeitskreise (letzter Tagungstermin am 26.10.2022) über die „ZiSo“ informiert und den Vertretern die Gelegenheit zur Stellungnahme – auch mit Blick auf eine Aktualisierung der Angebotslisten – gegeben. Die Stadteilarbeitskreise und die Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII (KiTa und HzE) sind mit dem Vorgehen in der „ZiSo“ einverstanden. Die OGS-Steuerungsgruppe ist aktuell nicht aktiv. Die Stellungnahme der AG 78 Jugendförderung ist beigefügt. Zu 2) Die Stadtteilarbeitskreise wurden um eine Rückmeldung zu den Angebotslisten gebeten. Die Jugendhilfeplanung hat diese geprüft und bei der Aktualisierung der Angebotslisten berücksichtigt. Die Angebotslisten wurde angepasst und aktualisiert. Die Angebote wurden kategorisiert und die Tabellen wurden um die Spalte des statistischen Bezirkes erweitert. Dadurch ist eine einheitlichere Darstellung der Angebote gegeben. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nach wie vor nicht.Seite 1 von 137 Seite 2 Zu 3) Die in der ZiSo dargestellten Angebote und beteiligten Träger verfolgen das Ziel inklusiv zu agieren. Die Angebote der Bonner Trägerlandschaft richten sich so aus, dass sie eine volle und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen wollen. Von einer besonderen Kennzeichnung inklusiver Angebote wird daher abgesehen, denn dies würde dem in Bonn gelebten sogenannten erweiterten Inklusionsbegriff entgegenstehen. Der Inklusionsbegriff wird in Bonn ausdrücklich auf alle Menschen bezogen, die – aus welchen Gründen auch immer – in unserer Stadtgesellschaft ganz oder in Teilbereichen ausgegrenzt werden, d.h. nicht nur auf Menschen mit Behinderung, sondern z.B. potenziell auch auf Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen in Armut oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen usw. (sog. Weiter Inklusionsbegriff). Dieses Inklusionsverständnis hat sich der Rat der Stadt Bonn in seinem Grundsatzbeschluss vom 08.07.2010 ausdrücklich zu Eigen gemacht. Von Seiten der AG 78 Jugendförderung ist die Verwaltung gebeten worden einige Aspekte der „ZiSo“ zu überarbeiten. Hierzu wird grundsätzlich angemerkt, dass die zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse eine Grundlage für sozialraumorientierte Planungserfordernisse bietet. Bei künftigen Planungen kann somit der Blick auf fachbereichsübergreifende Ansätze gelegt werden, um sie für fachliche Diskussionen und Planungen heranzuziehen und somit eine bedarfsgerechte sozialräumliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse eine hinweisende Funktion hat. Das Bewertungsverfahren dient als eine Basis- Planungsgrundlage, die eine Bedarfsanalyse im Sinne einer flächendeckenden und übergeordneten Sozialraumanalyse ergänzt durch eine Angebotsübersicht ermöglicht. Das Berechnungsverfahren dient als allgemeine Grundlage, daher bildet ein Indikator die gesamte Gruppe junger Menschen von 0 – bis 21 Jahren ab. Demgegenüber fließt die Anzahl junger Menschen der jeweiligen Zielgruppe als zusätzlicher Faktor in die Berechnung der Unterstützungsbedarfe bei einzelnen Teilplänen ein. Dies bedeutet, dass z.B. für die Freizeitstättenbedarfsplanung die Anzahl der 6- bis 21-jährigen als Faktor einfließt, da diese die Kernzielgruppe für die Offene Jugendarbeit darstellt. Eine spezifische Bedarfsanalyse für die einzelnen Teilpläne der Jugendhilfeplanung erfolgt außerdem jeweils in Kombination mit weiteren Planungsinstrumenten. Zur Information wurde allerdings eine deskriptive Darstellung der Altersverteilung innerhalb jedes Planungsraumes vorgenommen. In Form einer Tabelle werden darüber hinaus die Altersklassen 0-5, 6-14 und 15-21 Jahren dargestellt. Die Tabelle beinhaltet die relative Verteilung der Altersgruppen innerhalb des statistischen Bezirks und im Planungsraum. Ergänzt wird die Tabelle durch die absolute Anzahl an Kinder- und Jugendlichen in den jeweiligen Altersgruppen. Zusätzlich ist der Jugendquotient der jeweiligen statistischen Bezirke in der „ZiSo“ textlich hinzugefügt worden. Die verschiedenartige – insbesondere mit Blick auf die unterschiedlichen Maßstäbe – tabellarische Darstellung der Sozialraumindikatoren begründet sichSeite 2 von 137 Seite 3 aus der Vielzahl an Daten, die der Jugendhilfeplanung zur Erstellung der „ZiSo“ zur Verfügung stehen. Eine einheitliche Darstellung aller Daten für alle Planungsräume in einer einheitlichen Tabelle als Anlage ist derzeit ohne vertretbaren Aufwand nicht möglich. Die Angebotslisten wurden anhand der Rückmeldung dementsprechend angepasst und aktualisiert. Die Angebote wurden kategorisiert und die Tabellen wurden um die Spalte des statistischen Bezirkes erweitert. Dadurch ist eine einheitlichere Darstellung der Angebote gegeben. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nach wie vor nicht. Um eine vollständige Übersicht über alle Angebote der Jugendhilfe sowie von Angeboten außerhalb der Jugendhilfe (Sport, Vereine, Kultur), die für Kinder und Jugendliche in den Planungsräumen zur Verfügung stehen, bedarf es eines geeigneten Erfassungssystems und einer systematischen Erfassung. Somit kann eine Übersicht über die Angebote in den Planungsräumen nie aktuell und vollständig sein. Zur Darstellung der Planungsräume sei darauf hingewiesen, dass im Jahr 2014 ein umfangreiches Abstimmungsverfahren und eine Angleichung der Sozialräume des Fachdienstes für Familien- und Erziehungshilfe (FFE), der Schulbezugsräume und der Planungsräume der Jugendhilfeplanung erfolgte. Die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Planungseinheiten ermöglicht eine gemeinsame Struktur- und Datenanalyse mit dem Ziel einer fachbereichsübergreifenden Bewertung von Sozialräumen. Unabhängig davon wird für eine ausgewogene Planung die Situation in angrenzenden Planungsräumen ebenfalls berücksichtigt, sofern sie von Relevanz ist. Zudem werden die Planungsräume immer auf Ebene der einzelnen statistischen Bezirke analysiert. Für dies als unterste Ebene liegen der Jugendhilfeplanung Kennzahlen vor. Die Darstellung und Nutzung von Sozialraumdaten soll perspektivisch mit einer technischen Neukonzeption des GIS weiterentwickelt werden. Anlage/n 1 211787 Stellungnahme_ZiSo_AG78_Jugendförderung (öffentlich) 2 211787 Ziso (öffentlich)Seite 3 von 137 Stellungnahme der AG 78 Jugendförderung zur Drucksache 211787 Zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse (ZiSo) Die AG 78 Jugendförderung begrüßt sehr, dass der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie mit Beschluss vom 18.11.2021 die Arbeitsgemeinschaften nach §78 SGB VIII und die Stadtteilarbeitskreise um Stellungnahme gebeten hat. Weiterhin ist zu begrüßen, dass vor endgültiger Beschlussfassung zunächst eine Überarbeitung der ZiSo durch die Verwaltung auf Grundlage dieser Stellungnahmen stattfinden soll. Die ZiSo soll in Zukunft eine Grundlage für die Zuweisung von Fördermitteln sein, um auf allgemeine und besondere Förderbedarfe zielgenau eingehen zu können. Die verschiedenen Leistungen der Jugendhilfe haben jedoch unterschiedliche Voraussetzungen bei der Bedarfsermittlung. So ist das Angebot der Jugendarbeit und der Jugendverbände, ebenso wie das der Kitas oder der OGS zunächst einmal ein allgemeines. Hier geht es zunächst um ein flächendeckendes Angebot, dass sich an alle Kinder und Jugendlichen richtet. In einem zweiten Schritt sind Einrichtungen in Stadtteilen mit höherem Förderbedarf besser auszustatten. Diesem Umstand wird in den Augen der AG 78 Jugendförderung in der Aufbereitung der statistischen Grundlagen leider jedoch zu wenig Rechnung getragen. Es wird als unerlässlich angesehen, dass bei der Ermittlung des Gesamtbedarfs neben dem besonderen Förderbedarf auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen in einem Planungsbereich eine eigene Zuweisungsgröße bildet, die entsprechend gewichtet wird. Hierzu sollten auch die Anzahl der Kinder bis 10 Jahren und die der Jugendlichen ab 10 Jahren separat dargestellt werden. Die Darstellung der Tabellen wird als verwirrend wahrgenommen, da die Daten insbesondere in unterschiedlichen Maßstäben nebeneinander gestellt werden. Die AG78 würde eine einheitliche Darstellung aller Daten für alle Planungsräume in einer Tabelle als Anlage bevorzugen. Als insgesamt ungeeignet bewerten die Mitglieder der AG 78 die Darstellung der Einrichtungen und Angebote. Die AG empfiehlt eine einheitliche tabellarische Darstellung der Leistungsangebote in einem statistischen Bezirk orientiert an den jeweiligen Angebotsformen des SGB VIII. (Kita, OGS, Familienzentrum, Jugendarbeit, offene Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischer Jugendschutz, Beratungsangebote…). Dabei soll diese auf die Darstellung von Schulen und Jugendhilfe begrenzt werden. Restliche Angebotsformen können gerne nachrichtlich dargestellt werden. In diesem Rahmen wäre es zudem äußerst erstrebenswert die Jugendhilfe in Gänze abzubilden und zum Beispiel die Schulsozialarbeit mit zu erfassen. Die Mitglieder der AG 78 verstehen, dass die Analyse nicht in beliebiger räumlicher Detailtreue abgebildet werden kann. Es kann jedoch nicht an allen Stellen nachvollzogen werden, warum bestimmte statistische Bezirke sinnvollerweise als gemeinsamer Planungsraum aufgefasst werden. Insgesamt begrüßt die AG 78 die ZiSo als Instrument der Jugendhilfeplanung, sieht aber – wie oben erläutert – gewissen Änderungsbedarf, sodass wir uns über eine Wiedervorlage nach der Überarbeitung freuen würden. Wir hoffen hiermit unseren Beitrag zur bedarfsgerechten Steuerung von Fördermitteln leisten zu können. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39Seite 4 von 137 „ZiSo“ Zielgruppenorientierte Sozialraumanalyse Bundesstadt BonnSeite 5 von 137 Inhaltsverzeichnis Einleitung .................................................................................................................................... 1 Aufbau des vorliegenden Berichts ................................................................................. 2 Datengrundlage und Methodik des Bewertungsverfahrens .......................................... 4 Planungseinheit .......................................................................................................................... 7 1. Schulbezugsraum Bonn-Nord ............................................................................................ 8 1.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 01 Bonn-Mitte-Nord......................................... 8 1.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 02 Bonn-Nord ................................................ 13 2. Schulbezugsraum Tannenbusch...................................................................................... 19 2.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 03 Tannenbusch ........................................... 19 3. Schulbezugsraum Bonn-West .......................................................................................... 25 3.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 04 Bonn-West ............................................... 25 4. Schulbezugsraum Innenstadt ........................................................................................... 32 4.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 05 Bonn-Mitte ................................................ 32 4.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 06 Bonn-Mitte-Süd ........................................ 39 5. Schulbezugsraum Bonn-Süd............................................................................................ 44 5.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 07 Bonn-Süd-West........................................ 44 5.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 08 Bonn-Süd-Ost .......................................... 49 6. Schulbezugsraum Hardtberg Ost ..................................................................................... 54 6.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 09 Kottenforst ................................................ 54 6.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 10 Hardtberg-Süd-Ost .................................. 59 7. Schulbezugsraum Hardtberg-West .................................................................................. 64 7.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 11 Medinghoven ........................................... 64 7.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 12 Hardtberg-Nord-West .............................. 69 8. Schulbezugsraum Godesberg-Nord................................................................................. 74 8.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 13 Godesberg-Nord ...................................... 75 8.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 14 Godesberg-Mitte-West............................. 79 8.3 Planungsraum Jugendhilfeplanung 15 Godesberg-Mitte-Ost ............................... 83 8.4 Planungsraum Jugendhilfeplanung 16 Godesberg-Mitte-Süd .............................. 87 9. Schulbezugsraum Godesberg-Süd .................................................................................. 92 9.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 17 Godesberg-Süd-West .............................. 92 9.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 18 Godesberg-Süd........................................ 97 9.3 Planungsraum Jugendhilfeplanung 19 Mehlem .................................................. 101 10. Schulbezugsraum Beuel-Mitte-Nord ............................................................................ 105 10.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 20 Beuel-Mitte ........................................... 106 10.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 21 Beuel-Nord ........................................... 111Seite 6 von 137 11. Schulbezugsraum Beuel-Süd-Ost ................................................................................ 115 11.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 22 Beuel-Ost ............................................. 115 11.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 23 Beuel-Süd ............................................ 121 11.3 Planungsraum Jugendhilfeplanung 24 Beuel-Außenring .................................. 125 Fazit ........................................................................................................................................ 129 Karte Unterstützungsbedarf ................................................................................................... 130Seite 7 von 137 1 Einleitung Die Stadt Bonn sieht sich in der Verantwortung, durch die Sicherung förderlicher Rahmenbedingungen, ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Die Stadt ist ein Begegnungsort und Aktionsraum für viele junge Menschen. In der Bundesstadt Bonn leben über 67.000 junge Menschen im Alter von unter 21 Jahren (Stand 2020). Anhand einer integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung wird der Auftakt für eine fachbereichsübergreifende stadtteilorientierte Analyse der Bildungslandschaft und Sozialraumstruktur gegeben. In Nordrhein-Westfalen sind Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung kommunale Pflichtaufgaben, die gemäß Kinder- und Jugendförderungsgesetz und Schulgesetz aufeinander abzustimmen sind. In den vergangenen Jahren wurde in Bonn wiederholt die Forderung nach einer integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung gestellt. Auf Basis einer räumlichen Strukturierung wurde durch die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Fachbereichen des Schulamtes und des Jugendamtes eine gemeinsame tragende Struktur im Sinne eines vernetzten Bildungssystems erarbeitet. Die Bundesstadt Bonn hat dafür strukturelle Voraussetzungen geschaffen. Bei künftigen Planungen kann somit der Blick auf gemeinsame fachbereichsübergreifende Ansätze gelegt werden, um sie für fachliche Diskussionen und Planungen heranzuziehen und um somit eine bedarfsgerechte sozialräumliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Die Sozialraumanalyse hat eine hinweisende Funktion. Eine integrierte Planung bietet die Chance, Perspektiven (Planungsprozesse) der Jugendhilfe und der Schulentwicklung aufeinander zu beziehen und vorhandene Bildungs-, Betreuungs-, Erziehungs- und Freizeitangebote im Sozialraum enger zu verzahnen, inklusiv zu gestalten und weiter zu entwickeln. Perspektivisch sollen Bildungs-, Betreuungs-, Erziehungs- und Freizeitangebote so aufeinander abgestimmt und optimiert werden, dass Teilhabechancen verbessert und lebenslagenorientiert gestaltet werden. Gleichzeitig wird der Fokus aber auch darauf gerichtet, finanzielle und personelle Ressourcen möglichst effizient und bedarfsgerecht einzusetzen. Um ein vielfältiges Bildungsangebot vorhalten zu können und dort Förderung zu verstärken, wo es notwendig ist, bieten sozialräumliche Bewertungen neben weiteren Indikatoren eine Grundlage für die Bemessung und Verteilung von Fördermitteln. Im Vorfeld wurden bereits in einem umfangreichen Abstimmungsprozess die Planungsräume der Jugendhilfeplanung, die Sozialräume der Fachdienste für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) und die Schulbezugsräume angeglichen und damit die Grundvoraussetzungen für eine gemeinsame räumliche Planung geschaffen. Der lokale Raum ist eine entscheidende Arbeitsgrundlage für eine Vielzahl von Planungsprozessen. Die Bereitstellung objektiver Daten, Zahlen und Fakten stärkt eine gemeinsame Planungsgrundlage um politische Entscheidungen zu unterstützen und um sich in der Angebotsplanung an dieser Grundlage zu orientieren. Entscheidungen, wie mit vorhandenen und begrenzten finanziellen Mitteln und Personalkapazitäten ein möglichst optimales Ergebnis erzielt werden kann, sollen dadurch erleichtert werden. Gleichzeitig werden auch subjektive, qualitative Einschätzungen und Hinweise von Fachleuten der FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit mit in die Analyse einbezogen. Die qualitativen Daten komplementieren die statistischen Daten und vervollständigen die Bewertung der Sozialräume.Seite 8 von 137 2 Aufbau des vorliegenden Berichts Der Bericht der Sozialraumanalyse enthält verschiedene Angaben zu den Themenfeldern Bevölkerung, Bildung und Soziales. Die sozialräumliche Gliederung ermöglicht es, Sozialräume miteinander zu vergleichen und auf Grundlage der Vielzahl an Daten zu bewerten. Die Untersuchung auf einzelne statistische Bezirke ermöglicht „objektive“ sozialräumliche (Problem- )Lagen zu erfassen. Herangezogen wurden hierfür Daten der Statistikstelle der Stadt Bonn, der Bundesagentur für Arbeit, des Schulamtes und des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Jeder Planungsraum wird anhand folgender Struktur dargestellt: kartographische Darstellung FFE, Schulbezugsräume und Jugendhilfeplanung Beschreibung des Planungsraums Jugendhilfeplanung o Kurzbeschreibung der Siedlungsstruktur und Lage des Gebiets und ggf. charakteristische Besonderheiten. o Kurzbeschreibung der Versorgungsquote Kindergarten, Schule und OGS- Betreuung o Übersicht der Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote Sozialraumbeschreibung im gesamtstädtischen Vergleich Sozialraumbewertung anhand der ausgewählten Schlüsselindikatoren Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum aus Sicht von FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit Der Abschnitt zum Bildungs- und Betreuungsangebot in Kindertagesstätten und Schulen beinhaltet neben einer Auflistung der Einrichtungen Angaben zur Versorgungssituation. Die Versorgungsquoten in Kindertageseinrichtungen beziehen sich auf den Stichtag 31.12.2019. Die Zahlen berücksichtigen die im Planungsraum bzw. in den statistischen Bezirken lebenden Kinder im Alter von null bis unter drei Jahren und von drei bis unter 6 Jahren. Die Versorgungsquoten geben einen Hinweis, wie viele Betreuungsplätze im Bezirk zur Verfügung stehen. Mit dem Kindertagesstättenbedarfsplan wurden Zielversorgungsquoten für Kinder unter und über drei Jahren festgelegt. Für Kinder unter drei Jahren wird davon ausgegangen, dass für 58% ein Betreuungsplatz in Kita oder Tagespflege zur Verfügung stehen muss, um alle Bedarfe decken zu können. Für Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren wird eine Zielversorgungsquote von 102% als bedarfsgerecht angesehen. Bei der Auflistung der Kindertagesstätten wurden auch Einrichtungen berücksichtigt, die erst im laufenden Kindergartenjahr in Betrieb genommen wurden. Im Kindergartenjahr 2019/20201 liegt die Versorgungsquote im u3-Bereich bei 42 % und für Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren rein rechnerisch eine Quote von 97 %. 1 Stichtag 31.12.2019Seite 9 von 137 3 Zwischenzeitlich konnten aufgrund eines Ausbaumaßnahmen eine Verbesserung der Versorgungssituation erreicht werden. Die Kennzahl „Versorgungsquote OGS (in %)“ bezieht sich auf den Stichtag 31.12.2019 und beschreibt das Verhältnis der Anzahl der im Planungsraum wohnhaften Kinder im Alter von 6 bis unter 10 Jahren zur Anzahl der Offenen Ganztagsplätzen an städtischen Grundschulen im Planungsraum (z.B. 81 Kinder und 150 Plätze oder 41 Kinder und 0 Plätze). Die Kennzahl gibt einen Hinweis auf die rechnerische Versorgung der Kinder der entsprechenden Altersgruppe mit OGS-Plätzen im eigenen Planungsraum. Für Bonn ergibt sich für das Schuljahr 2019/20 eine gesamtstädtische Quote von 69%. Die Kennzahl „Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung in %“ bezieht sich auf den Stichtag 15.10.2019 und benennt den Anteil der städtischen Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung (Anzahl der OGS-Plätze und Plätze mit Übermittagsbetreuung) an der Anzahl der Schüler*innen am Schulstandort. Die Versorgung mit Ganztagsplätzen an Schulen ist ein Indikator für die Bedarfsgerechtigkeit des Angebotes zur schulischen Bildung, Betreuung und Erziehung. Der bedarfsgerechte Ausbau von Ganztagsschulplätzen ist Zuge der Diskussion um Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen ein hohes politisches Ziel. Durch diese Kennzahl kann der tatsächliche Ausbaustand mit einem politisch vorgegebenen Ziel überprüft werden. Für das Schuljahr 2019/20 liegt die gesamtstädtische Quote bei 78%. Ein wesentlicher Bestandteil des Planungsberichts ist das sozialraumbezogene Bewertungsverfahren. Grundlegendes Ziel des Verfahrens ist es, sozialräumliche Unterschiede innerhalb der Stadt zu erkennen und unterstützungsbedürftige Bezirke zu identifizieren. Hierfür erfolgt unter anderem eine kleinräumige Analyse anhand ausgewählter Schlüsselindikatoren, die Daten für alle 62 statistischen Bezirke der Stadt Bonn liefert. Auf Grundlage der planungsrelevanten Indikatoren können die Sozialräume beobachtet, miteinander verglichen und gegebenenfalls Problemlagen identifiziert werden. Aus den Ergebnissen kann das Ausmaß des Unterstützungsbedarfes für die statistischen Bezirke anhand einer fünfstufigen Skala abgeleitet werden. Darüber hinaus wird die Struktur der Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebote auf Planungsraumebene für die gesamte Stadt Bonn dargestellt. Neben den Ergebnissen des sozialraumbezogenen Bewertungsverfahrens werden qualitative Betrachtungen und Einschätzungen zum Sozialraum vertiefend herangezogen. Die Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum wurden auf Grundlage der Angaben der Jugendpflege, des Fachdienstes für Familien- und Erziehungshilfe sowie der Schulsozialarbeit verfasst. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht. Für die vorliegende Veröffentlichung wurde vorwiegend die geschlechtsneutrale Schreibweise gewählt. Bezugszeitraum ist das Schuljahr 2019/20. Mögliche Abweichungen der dargestellten Daten von anderen Publikationen können entweder methodisch bedingt oder beruhend auf unterschiedlichen Stichtagsregelungen erklärt werden.Seite 10 von 137 4 Datengrundlage und Methodik des Bewertungsverfahrens Für jeden Planungsraum werden zunächst die einzelnen Werte der Indikatoren auf Ebene der statistischen Bezirke mit dem gesamtstädtischen Wert in Beziehung gesetzt und in einem Säulendiagramm dargestellt. Zur Orientierung sind die gesamtstädtischen Werte in der folgenden Tabelle gelistet. Sozialraumindikator Gesamtstädtischer Wert Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung 20,4% Prozentanteil Menschen mit Zuwanderungshintergrund an der Altersgruppe 0 bis unter 21 Jahre 38,6% Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 18,6% Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern 22,3% SGB II - Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner*innen 92,5 Personen Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter 521 Personen Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 Einwohner*innen unter 21 Jahren 33 junge Menschen Kern der Bedarfsanalyse ist ein Bewertungsverfahren, das erstmalig im Rahmen der Freizeitstättenbedarfsplanung 2015 Anwendung fand: Die sozialräumliche Analyse erfolgt mit Hilfe eines statistischen Verfahrens, das Daten2 aus unterschiedlichen Themenbereichen zusammenträgt. Dieses Verfahren unterteilt das gesamte Bonner Stadtgebiet in 62 statistische Bezirke, die sich räumlich einem der 24 Planungsräume zuordnen lassen. Für die vorliegende Sozialraumanalyse wurden folgende Indikatoren verwendet: Prozentanteil der 0- bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung des Bezirks Prozentanteil Zugewanderte3 0 bis unter 21 Jahre an Altersgruppe Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern SGB II-Leistungsbeziehende je 1000 EW Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1000 EW im erwerbsfähigen Alter4 HZE je 1000 Einwohner unter 21 Jahren an der Altersgruppe 2 Im Allgemeinen wurde die Zahlen auf- bzw. abgerundet. Bei Indikatoren mit geringer Fallzahl werden aus Datenschutzgründen u. a. keine Werte zur Verfügung gestellt. 3 Bevölkerung mit Zuwanderungshintergrund = Doppelstaatler*innen (Deutsche mit weiterer Staatsangehörigkeit) und Ausländer*innen (Ohne Migranten in Übergangs- oder Erstaufnahmeeinrichtungen) 4 im Alter von 15 bis unter 67 JahrenSeite 11 von 137 5 Die Indikatoren werden als Kennzahlen verstanden, die besonders gut geeignet sind, eine soziostrukturelle Beschreibung des Stadtteils darzustellen5. Insofern liefern die jeweiligen Werte des Indikatorensets ein sozialraumbezogenes Ergebnis. Die Daten der jeweiligen statistischen Bezirke, die einen Planungsraum kennzeichnen, werden anhand graphischer Darstellungen visualisiert und darüber hinaus den gesamtstädtischen Werten gegenübergestellt. Für jeden Planungsraum wird ein Datenblatt erstellt. Die Auswertung der Kennzahlen erfolgt über alle statistischen Bezirke hinweg. Hierzu werden jeweils zehn gleichgroße Gruppen in Abhängigkeit der Ausprägung des Merkmals gebildet. D.h. die 10% der statistischen Bezirke mit der geringsten Merkmalsausprägung erhalten das Klassifizierungsmerkmal 1, die nächsten 10% mit den entsprechend höheren Werten das Klassifizierungsmerkmal 2 usw. Für alle Merkmale erhält jeder statistische Bezirk eine Ziffer von 1 bis 10 (vgl. Freizeitstättenbedarfsplanung). Werte, die entsprechend extreme Beobachtungen erkennen lassen und als eindeutige Randextrema bestimmt werden, werden mit Hilfe eines statistischen Verfahrens angepasst. Des Weiteren wird bei der Analyse des Indikators Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1000 EW im erwerbsfähigen Alter das Klassifizierungsmerkmal umgedreht, d.h. je höher der Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 15 bis unter 65 Jahre an Bevölkerung, desto niedriger ist das Klassifizierungsmerkmal. Da nicht alle Indikatoren den gleichen Aussagewert haben, wird eine Gewichtung vorgenommen. Aus dem Prozentanteil der Personen unter 21 Jahren lässt sich nicht unmittelbar ableiten, dass eine Belastung bzw. ein Unterstützungsbedarf für den statistischen Bezirk vorliegen. Hieraus lässt sich zwar erschließen, dass es sinnvoll ist, Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im statistischen Bezirk vorzuhalten, nicht aber, dass eine soziale Benachteiligung vorliegen muss oder (zusätzliche) Maßnahmen etabliert werden müssen. Anders verhält es sich mit dem Indikator SGB II-Leistungsbezug und dem Indikator Hilfe zur Erziehung je 1000 EW unter 21 Jahren. Je nach Ausprägung des Merkmals sind Maßnahmen zur Förderung, Beratung und Unterstützung im Sozialraum sinnvoll und geboten. Vor diesem Hintergrund werden die einzelnen Indikatoren gewichtet. Eine Gewichtung mit 1 vorgenommen wird bei den Indikatoren: Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an der Bevölkerung, Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt, und Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1000 EW im erwerbsfähigen Alter. Eine Gewichtung mit 2 wird bei den folgenden Indikatoren gewählt: Prozentanteil Zugewanderte 0 bis unter 21 Jahren an Altersgruppe Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalte mit Kindern. 5 Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zur Anzahl der Personen und Bedarfsgemeinschaften mit Leistungsbezug nach SGB II und die Daten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beziehen sich auf das zweite Quartal 2019 und wurden von der Statistikstelle kleinräumig auf das Bonner Stadtgebiet heruntergebrochen. Falls nicht anders angegeben, beziehen sich die Bevölkerungszahlen und Angaben zu den weiteren fünf Indikatoren der Sozialraumanalyse auf den Stichtag 31.12. 2019.Seite 12 von 137 6 Eine Gewichtung mit 3 erhalten die folgenden Indikatoren: SGB II-Leistungsbeziehende je 1000 EW Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 EW unter 21 Jahre. Im Weiteren werden die gewichteten Klassifizierungsmerkmale aufsummiert und durch die Summe der Gewichte dividiert. Je höher der Analysewert, desto stärker ist der Belastungsgrad bzw. der Unterstützungsgrad für den statistischen Bezirk. Um hieraus eine Bewertung abzuleiten, werden Klassen bzw. Gruppen an Unterstützungsbedarf gebildet: Gewichtete Klassifizierungsmerkmale Grad des Unterstützungsbedarfes <=2 sehr niedrig <=4 niedrig <=6 mittel <=8 hoch >8 sehr hoch Das Verfahren in kurzen Schritten an einem Beispiel: für jeden statistischen Bezirk werden 7 Indikatoren analysiert die jeweilige Merkmalsausprägung wird einer Kategorie von 1 bis 10 zugeordnet. Die Klassifizierungsmerkmale werden aufsummiert und durch die Summe der Gewichte dividiert. Ableitung dieses Wertes auf Unterstützungsbedarf Beispiel: statistischer Bezirk Wichelshof (Stand Ende 2019) Indikatoren Klassifizierungs- merkmal Gewichtetes Klassifizierungsmer k-mal Unterstützungs -bedarf Prozentanteil der 0 bis unter 21 Jährigen an der Bevölkerung 2 2 3,5 Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 3 3 niedrig Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte je 1000 EW im erwerbsfähigen Alter 3 3 Prozentanteil Zugewanderte 0 bis unter 21 Jahren an Altersgruppe 2 4 Prozentanteil Alleinerziehende- Haushalte an Haushalte mit Kindern 6 12 SGB II-Leistungsbeziehende je 1000 EW 2 6 Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 EW unter 21 Jahre 5 15 Jedem statistischen Bezirk wird somit ein Statusindex zugewiesen, der einen entsprechenden Unterstützungsgrad ableiten lässt. Mit diesem Verfahren können die Werte der einzelnen Indikatoren ins Verhältnis zu allen untersuchten statistischen Bezirken gesetzt werden.Seite 13 von 137 7 Auf Grundlage der Verteilung der 62 statistischen Bezirke ergibt sich ein entsprechender Statusindex (siehe oben), der anzeigt, ob der Unterstützungsbedarf des statistischen Bezirks im gesamtstädtischen Vergleich als „sehr hoch“, „hoch“, „mittel“, niedrig“ oder „sehr niedrig“ eingeschätzt werden kann. Schlussfolgernd erfolgt eine räumlich differenzierte soziostrukturelle Übersicht der gesamten Stadt Bonn auf Grundlage einer kleinräumigen Analyse, die bedarfsweise für zukünftige Planungen herangezogen wird. Die Sozialraumanalyse bietet eine fundierte Planungsgrundlage, in dem sie relevante Aussagen der Bedarfslage benennt Das hier angewendete Berechnungsverfahren wird je nach Aufgabe weiterentwickelt und angepasst. Um eine Kontinuität in der Berichterstattung sicherzustellen, werden die Daten des Berechnungsverfahren regelmäßig aktualisiert. Durch eine geplante Fortschreibung der Sozialraumanalyse werden kleinräumige Veränderungen sichtbar. Die verwendeten Daten sind Bestandteil der Datensätze der Statistikstelle der Stadt Bonn des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, des Schulamtes und von IT-NRW. Planungseinheit Im Jahr 2014 erfolgte eine Überarbeitung beziehungsweise Angleichung der Sozialräume des Fachdienstes für Familien- und Erziehungshilfe (FFE), der Schulbezugsräume und der Planungsräume der Jugendhilfeplanung. Die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Planungseinheiten ermöglicht eine gemeinsame Struktur- und Datenanalyse mit dem Ziel einer fachbereichsübergreifenden Bewertung von Sozialräumen.Seite 14 von 137 8 1. Schulbezugsraum Bonn-Nord 1.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 01 Bonn-Mitte-Nord (Statistische Bezirke 114 Rheindorfer Vorstadt; 115 Ellerviertel) Altersverteilung 0 – 21 Jahre 0-5 Jahre 6-14 Jahre 15-21 Jahre 114 Rheindorfer Vorstadt 28,57% (244) 35,48% (303) 35,95% (307) 115 Ellerviertel 27,73% (335) 40,23% (486) 32,04% (387) Gesamt (Planungsraum) 28,08% (579) 38,26% (789) 33,66% (694) 1.1.1 Beschreibung des Sozialraums Zwischen der A565 im Nordwesten, der linksrheinischen Bahntrasse im Süden, den Ringen (Hochstadenring, Kaiser-Karl-Ring, Augustusring) im Südosten und dem Rhein im Osten liegen die Rheindorfer Vorstadt und das Ellerviertel, die zusammen den Planungsraum Bonn-Mitte-Nord bilden. Überwiegend Wohnbebauung und Verwaltungsgebäude sind hier zu finden, aber auch universitäre Gebäude sowie Einrichtungen des Rheinischen Landeskrankenhauses. Der Planungsraum ist insgesamt gut an den ÖPNV angebunden. Die Bevölkerung steigt seit einigenSeite 15 von 137 9 Jahren leicht an. Kennzeichnend für den Stadtteil Ellerviertel ist eine heterogene Baustruktur mit angrenzendem Gewerbegebiet. Im Planungsraum liegen mehrere Kindertageseinrichtungen; das Angebot an Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen ist daher vergleichsweise gut. Allerdings bestehen Unterschiede hinsichtlich der Versorgungsquote in den jeweiligen Bezirken, sodass eine geographische Zweiteilung des Planungsraums bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen zu erkennen ist. Während in der Rheindorfer Vorstadt ein sehr gutes Angebot besteht, fehlen im Ellerviertel Betreuungsplätze im U3- und Ü3-Bereich. Das Angebot in der Rheindorfer Vorstadt deckt auch Bedarfe aus anderen Bezirken. Zwei von den insgesamt 10 Kindertageseinrichtungen haben sich als Familienzentren qualifiziert. Die einzige Grundschule im Planungsraum befindet sich im Ellerviertel. Die Versorgung der Kinder mit OGS-Plätzen vor Ort beschränkt sich dementsprechend auf diesen Bezirk. Die Versorgungsquote im Planungsraum liegt deutlich unter dem stadtweiten Durchschnitt von 69 %. In der städtischen Paul-Martini-Schule für Kranke in der Rheindorfer Vorstadt werden schulpflichtige Kinder und Jugendliche unterrichtet, die wegen eines Klinikaufenthalts nicht am Unterricht ihrer Heimatschule teilnehmen können. Im Planungsraum bietet das Jugendzentrum Uns Huus in Trägerschaft des Caritasverbandes für junge Menschen von 6 bis 21 Jahren ein vielfältiges Angebot der Offenen Jugendarbeit. Zudem gibt es ein breites Spektrum weiterer Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien im Planungsraum.Statistischer Bezirk öffentlich geförderte Kindertageseinrichtungen 2019/2020 Schulen 114 - Rheindorfer Vorstadt Städtische Kindertageseinrichtung Auf dem Huckstein ( plusKITA ) Paul-Martini-Schule für Kranke (städt. Förderschule) 114 - Rheindorfer Vorstadt Kindertagesstätte Bafin 114 - Rheindorfer Vorstadt Kindertageseinrichtung Pikkolino I 114 - Rheindorfer Vorstadt Städtische Kindertageseinrichtung Graurheindorfer Str. 114 - Rheindorfer Vorstadt Kindergarten Marienheim Maria im Walde ( Familienzentrum ) 114 - Rheindorfer Vorstadt Städtische Kindertageseinrichtung Kaiser-Karl-Ring 114 - Rheindorfer Vorstadt Kindergarten Verein Kindertagesstätte der P. H. 115 - Ellerviertel Katholischer Kindergarten Sankt Helena Gemeinschaftsgrundschule Karlschule (städt.) 115 - Ellerviertel Städtische Kindertageseinrichtung Ellerstraße ( plusKITA ) Abendrealschule Bonn (städt.) 115 - Ellerviertel Katholischer Kindergarten Sankt Hedwig ( Familienzentrum / plusKITA )Rheindorfer Vorstadt Ellerviertel Planungs- raum Anzahl Kindertageseinrichtungen 7 3 10 Anzahl Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen 380 170 550 Versorgungsquote U3 in % (mit Tagespflege) 81,1 35 54,3 Versorgungsquote Ü3 in % 243,6 82,3 151,3 Anzahl Schulen 1 2 3 Zahl der Grundschulplätze (davon OGS-Plätze) 0 230 (101) 230 (101) Versorgungsquote OGS in % 0 46,1 28,1 Anteil Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung in % 0 50,2 50,2Seite 16 von 137 10 Neben den oben genannten Angeboten hält der Fachdienst für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) des Amtes für Kinder, Jugend und Familie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien unter anderem auf der Grundlage des SGB VIII vor. Angebote werden darüber hinaus gemeinsam mit dem SRT (FFE und freie Träger HZE Bonn) initiiert und vorgehalten. Der FFE und das SRT Auerberger Mitte sind planungsraumübergreifend (Planungsraum 01 und 02) tätig. 1.1.2 Ausprägung der Sozialraumindikatoren im gesamtstädtischen Vergleich 11.809 Menschen leben im Planungsraum. Davon sind 17,5 % (2.062 junge Menschen) jünger als 21 Jahre. Sowohl in der Rheindorfer Vorstadt mit anteiligen 16,4 % an der Bevölkerung als auch im Ellerviertel mit 18,3 % leben deutlich weniger junge Menschen6 als gesamtstädtisch (20,4 %). Beide Bezirke haben einen relativ niedrigen Jugendquotient7 – 23,3 (Rheindorfer Vorstadt) und 23,7 (Ellerviertel). Gesamtstädtisch liegt der Wert bei 30,3. 6 Altersgruppe von 0 bis unter 21 Jahren 7 Jugendquotient = Verhältnis der Anzahl junger Menschen (unter 20 Jahre) zur Anzahl der Menschen im erwerbsfähigem Alter (20 bis 64 Jahre) * 100SB Angebot Anbieter 114 Kath. Familienbildungsstätte, verschiedene Kurse Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V. 114 Neu im Leben, Offener Treff für Schwangere und junge Mütter Koordinierungsstelle Frühe Hilfen in Kooperation mit verschiedenen Trägern 115 Jugendtelefon, begleiteter Umgang, Einzelfallbetreuung an Grundschulen Deutscher Kinderschutzbund - Ortsverband Bonn e.V. 115 Monotoring/Patenschaften für Kinder und Jugendliche Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. 115 Verbraucherberatung Verbraucherzentrale NRW e.V. 115 Quartiersmanagement Neu-Tannenbusch, Förderung bürgerschaftlichen Engagements SKM Kath. Verein für soziale Dienste Bonn e.V. 115 Quartiersmanagement Mackeviertel, Beratungsangebote DRK Kreisverband Bonn e.V. 115 Interkulturelles Bandprojekt "Mixtape" Deutscher Kinderschutzbund, Ortsverband Bonn 115 verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche Russisches Institut Bonn e.V. 115 Jugendzentrum Uns Huus Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. 115 Ortsgruppe Bonn-Mitte, Jugendgruppe / jugendverbandliche Aktivitäten Jugendfeuerwehr Bonn 115 Bikehouse Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. 114 Bogenschießen Jugendgruppe Artemis Bonn e.V. 114 Sportangebote für Kinder und Jugendliche Olympischer Fechtclub Bonn e.V. 114 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche Bonner SC 01/04 e.V. 115 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche SSF Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 e.V. Bildungs-, Beratungs- und/oder Unterstützungsangebote Jugendarbeit (allgemein) Offene Jugendarbeit Angebote der Jugendverbände Jugendsozialarbeit SportangeboteSeite 17 von 137 11 In der Rheindorfer Vorstadt leben lediglich rund 13 % der Haushalte mit Kindern. Über ein Viertel der Haushalte mit Kindern sind Alleinerziehenden-Haushalte (27,6 %). Im Vergleich zur Gesamtstadt zeigt der Anteil der Zugewanderten an der Altersgruppe der unter 21-Jährigen im Bezirk eine relativ hohe Ausprägung. Rund 42 % der jungen Menschen haben einen Zuwanderungshintergrund. Die Zahl der Empfänger*innen der Hilfen zur Erziehung fällt mit 46 Personen je 1000 unter 21-Jährige deutlicher höher aus als der gesamtstädtische Vergleichswert. Der relative Anteil der Personen, die SGB II-Leistungen8 beziehen ist mit 93 je 1000 Personen deutlich geringer als im Ellerviertel und liegt nah am gesamtstädtischen Wert. Gleiches gilt für die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter9. Bei rund 500 Personen je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter liegt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Für den Bezirk Ellerviertel zeigt sich, dass mit 14,7 % ein geringer Anteil der Personenhaushalte mit Kindern lebt. Mehr als ein Viertel der Haushalte sind Alleinerziehenden-Haushalte (28,7 %), womit der Anteil im Vergleich zum gesamtstädtischen Wert von 22,3 % deutlich höher ausfällt. Im Ellerviertel hat knapp die Hälfte der unter 21-Jährigen einen Zuwanderungshintergrund (45,1 %). 42 von 1000 unter 21-Jährigen haben Leistungen der Hilfen zur Erziehung in Anspruch genommen. Die Anzahl der Empfänger*innen ist deutlich höher als die gesamtstädtische Vergleichszahl. 121 Personen je 1000 Einwohner*innen erhalten Transferleistungen nach SGB II. Im Vergleich ist das eine relativ große Personengruppe. Des Weiteren ist eine verhältnismäßig hohe Anzahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter (543 Personen) zu erkennen. 1.1.3.1 Bewertung des Sozialraums aufgrund statistischer Indikatoren Die beiden statistischen Bezirke unterscheiden sich in ihrer Auswertung. Auf Grundlage der vorliegenden Sozialdaten wird der Bezirk Rheindorfer Vorstadt mit einem mittleren Unterstützungsbedarf und der Bezirk Ellerviertel mit einem hohen Bedarf bewertet. Die Gruppe der unter 21-Jährigen ist insbesondere durch eine verhältnismäßig hohe Inanspruchnahme von Leistungen der Hilfen zur Erziehung geprägt. In beiden Bezirken ist mehr als jeder vierte Haushalt mit Kindern ein Alleinerziehenden-Haushalt. Der hohe Unterstützungsbedarf für das Ellerviertel kann unter anderem aufgrund des Indikators SGB II- Leistungsbezugs abgeleitet werden. 8 Die Leistungen nach dem SGB II umfassen nicht nur Bezieher von Arbeitslosengeld, sondern auch Empfänger*innen von Leistungen von Sozialgeld, Zuschüsse zu Versicherungsbeiträgen, Leistungen für Kinder in Bedarfsgemeinschaften etc. 9 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umfassen alle Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind.Indikator Rheindorfer Vorstadt Ellerviertel Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung 4 5 Prozentanteil Zuwanderer/Zuwanderinnen 0 bis unter 21 Jahre an Altersgruppe 5 6 Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 3 4 Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern 8 9 SGB II - Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner/-innen 5 7 Sozialversicherungspfl.Beschäftigte je 1000 Einwohner/-innen im erwerbsfähigen Alter 6 4 Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 Einwohner/-innen unter 21 Jahren 7 7 Unterstützungsbedarf mittel hochSeite 18 von 137 12 1.1.3.2 Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum aus Sicht von FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit Im statistischen Bezirk Rheindorfer Vorstadt befinden sich zahlreiche soziale Bildungsangebote und Dienstleistungseinrichtungen. Die Bevölkerung setzt sich in einigen Gebieten überwiegend aus Studierenden und Menschen des Mittelstandes zusammen, während in den Wohnvierteln „Am Neuen Lindenhof‘ und ‚Auf dem Huckstein‘ Arbeitslosigkeit und soziale Bedürftigkeit einen hohen Unterstützungsbedarf begründen. Gemeinsam mit den lokalen Akteuren aus dem Bereich der Jugendarbeit werden insbesondere Angebote zur Entwicklung sprachlicher Kompetenzen und aktiver Freizeitgestaltung vorgehalten. Bildungsangebote, wie der Elterntreff am Neuen Lindenhof oder die Eltern-Kind-Kurse in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums Uns Huus in Kooperation mit der Kath. Familienbildungsstätte Bonn sind bekannte Anlaufstellen im Stadtteil, die zielgruppenorientierte Hilfe anbieten. Die Bewohnerschaft sowie die lokalen Einrichtungen wie Kindertagesstätten sind sehr engagiert und bieten eine Vielzahl an Projekten an. Insgesamt besteht jedoch der Wunsch nach einem ausgebauten Betreuungsangebot, das die Kinder über die Mittagszeit besuchen können. Teilweise vermittelt der Stadtteil ein modernisierungsbedürftiges Erscheinungsbild. Einige Wohnsiedlungen wurden schon saniert und tragen zu einer positiven Veränderung bei. Die Modernisierung alter Wohnungsbestände und der Bau von zahlreichen Einfamilienhäusern im Ellerviertel führten verstärkt zu einer soziokulturellen heterogenen Bewohnerstruktur, die sich positiv auf das Leben im Wohnviertel auswirkt. Dieser Wandel schlägt sich auch im sichtbaren Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur nieder. Der Anteil sozial benachteiligter Familien an der Gesamtbewohnerschaft ist verhältnismäßig hoch. Im Ellerviertel befinden sich drei Kindertagestätten. Als Einrichtung der Offenen Jugendarbeit hält das Jugendzentrum „UnsSeite 19 von 137 13 Huus“ den Kindern und Jugendlichen ein vielfältiges Angebot vor. Hierzu zählt auch die wöchentlich vom Caritasverband angebotene Familienberatung in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums. Das Angebot der Bonner Tafel in der Mackestraße wird häufig in Anspruch genommen und ist stark frequentiert. Insgesamt verfügt der Planungsraum über ein gutes umfangreiches Bildungs-, Freizeit- und Unterstützungsangebot, das vielschichtigen Problemlagen entgegenwirkt. Dennoch wird aus sozialpädagogischer Sicht ein erhöhter Handlungsbedarf wahrgenommen und ein weiterer Ausbau allgemeiner Beratungsangebote, Hausaufgabenhilfen, Lernförderung und kostengünstiger Freizeit- und Ferienangebote, weitere kultureller Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie informelle Treffpunkte im Freien angeregt. 1.2 Planungsraum Jugendhilfeplanung 02 Bonn-Nord (Statistische Bezirke 133 Buschdorf; 134 Auerberg; 135 Graurheindorf) Altersverteilung 0 - 21 Jahre 1.2.1 Beschreibung des Sozialraums Der Planungsraum Bonn-Nord setzt sich aus den drei statistischen Bezirken Buschdorf, Auerberg und Graurheindorf zusammen. Die Stadtgrenze im Norden, die östliche Angrenzung zum Rhein sowie der südliche Verlauf der A565 rahmen den Planungsraum ein. Der Bezirk Buschdorf ist bislang als dörflich geprägter attraktiver Wohnstandort mit überwiegend homogener Einfamilien- und Reihenhausbebauung am nördlichen Stadtrand bekannt. Es ist zu erwarten, dass sich die Entwicklung von zwei großen Neubaugebieten nachhaltig auf die Bewohnerstruktur Buschdorfs auswirken wird. In den neuen Baugebieten werden zusätzliche Wohnflächen mit vielfältigen Wohnformen entstehen. Auerberg ist der einwohnerreichste Bezirk des Planungsraums und hat einen starken Zuwachs an Geschosswohnungen erfahren. Der Bezirk Graurheindorf ist vor allem dörflich geprägt und bietet eine attraktive Wohnlage in Rheinnähe, hier liegen überwiegend Wohngebäude mit 1 bis 2 Wohneinheiten. Die Altersgruppe der unter 6-Jährigen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Dieser Entwicklung muss mit einem weiteren Ausbau an Betreuungsplätzen Rechnung getragen werden. Daher wurde in Buschdorf in beiden Neubaugebieten die Errichtung von Kindertagesstätten vorgesehen. Auch in Grau-Rheindorf und Auerberg sind weitere Betreuungsplätze für Kinder bis zur Einschulung zu schaffen. Im Planungsraum gibt es mit Inbetriebnahme der Kindertageseinrichtung Am Apfelbaum in Buschdorf 11 Kindertageseinrichtungen (eine als Verbund von zwei Kitas und als 0-5 Jahre 6-14 Jahre 15-21 Jahre 133 Buschdorf 31,83% (353) 41,93% (465) 26,24% (291) 134 Auerberg 27,62% (691) 41,97% (1050) 30,42% (761) 135 Graurheindorf 29,21% (203) 39,42% (274) 31,37% (218) Gesamt (Planungsraum) 28,96% (1247) 41,55% (1789) 29,49% (1270)Seite 20 von 137 14 Familienzentrum qualifiziert). Die Versorgungssituation ist nicht auskömmlich. Es fehlen sowohl für Kinder unter als auch über drei Jahren Betreuungsplätze. Im Planungsraum befinden sich insgesamt sieben Schulen, davon eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium sowie vier Grundschulen. Die KGS Bernhardschule im Statistischen Bezirk Auerberg wird derzeit zu einer vierzügigen Grundschule ausgebaut. Insgesamt liegt die Versorgungsquote mit OGS-Plätzen im Planungsraum Bonn-Nord unter dem stadtweiten Durchschnitt. In erster Linie lässt sich das Ergebnis auf die deutliche Unterversorgung im Bezirk Auerberg zurückführen. Auch der Anteil der Schulplätze mit Nachmittagsbetreuung ist unterdurchschnittlich. Im Planungsraum liegen drei Häuser der Offenen Jugendarbeit. Die Buschbude in Trägerschaft des Vereins Lucky Luke, das evangelische Kinder- und Jugendforum Auerberg in Trägerschaft der Lukaskirchengemeinde und das städtische Jugendzentrum Auerberg bieten Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und einundzwanzig Jahren Angebote der Offenen Jugendarbeit an. Das Jugendzentrum Auerberg ist im Jahr 2019 in neue Räumlichkeiten im Quartierszentrum gezogen. Zudem werden vielfältige weitere Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien im Planungsraum angeboten.Statistischer Bezirk öffentlich geförderte Kindertageseinrichtungen 2019/2020 Schulen 133 - Buschdorf Städtische Kindertageseinrichtung Von-den-Driesch-Straße ( plusKITA ) Katholische Grundschule Buschdorf (städt.) 133 - Buschdorf Evangelischer Kindergarten Ev. Kirchengemeinde Hersel Gemeinschaftsgrundschule Grundschule Peter-Klein-Straße (städt.) 133 - Buschdorf Katholischer Kindergarten St. Aegidius 133 - Buschdorf Kindertageseinrichtung Neubaugebiet Am Apfelbaum 134 - Auerberg Städtische Kindertageseinrichtung An der Rheindorfer Burg ( plusKITA ) Katholische Grundschule Bernhardschule (städt.) 134 - Auerberg Katholischer Kindergarten St. Bernhard Katholische Hauptschule St. Hedwig (städt.) 134 - Auerberg Städtische Kindertageseinrichtung Friedrich-Wöhler-Str. ( plusKITA ) Realschule Collegium Josephinum (nicht-städt.) 134 - Auerberg Städtische Kindertageseinrichtung Verbund Auerberg ( Familienzentrum / plusKITA ) Gymnasium Collegium Josephinum (nicht-städt.) 135 - Grau-Rheindorf Städtische Kindertageseinrichtung Estermannstr. ( plusKITA ) Gemeinschaftsgrundschule Jahnschule (städt.) 135 - Grau-Rheindorf Katholischer Kindergarten St. MargaretaBuschdorf Auerberg Grau-Rheindorf Planungs- raum Anzahl Kindertageseinrichtungen 4 5 2 11 Anzahl Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen 232 439 103 774 Versorgungsquote U3 in % (mit Tagespflege) 35,2 32,5 25,3 32,1 Versorgungsquote Ü3 in % 96,3 100,3 78,7 95,7 Anzahl Schulen 2 4 1 7 Anzahl der Grundschulplätze (davon OGS-Plätze) 572 (207) 342 (136) 342 (110) 1.256 (453) Versorgungsquote OGS in % 93,7 29,8 92,4 56,9 Anteil Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung in % 57,0 53,1 40,6 51,1Seite 21 von 137 15 Neben den oben genannten Angeboten hält der Fachdienst für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) des Amtes für Kinder, Jugend und Familie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien unter anderem auf der Grundlage des SGB VIII10 vor. Angebote werden darüber hinaus gemeinsam mit dem SRT (FFE und freie Träger HZE Bonn) initiiert und vorgehalten. Der FFE und das SRT Auerberger Mitte sind planungsraumübergreifend (Planungsraum 01 und 02) tätig. 1.2.2 Ausprägung der Sozialraumindikatoren im gesamtstädtischen Vergleich Insgesamt leben im Planungsraum 18.459 Menschen, davon sind 4.306 Menschen unter 21 Jahre. Das entspricht 23,3% der Bevölkerung des Planungsraums. Der Jugendquotient liegt in Buschdorf bei 37,5, in Auerberg bei 38,7 und in Grau-Rheindorf bei 27,9. In Buschdorf leben 4.884 Bewohner*innen; in Auerberg 10.071 Bewohner*innen und in Grau-Rheindorf 3.504 Bewohner*innen. 10 gilt für alle sieben Fachdienstbüros der Stadt BonnSB Angebot Anbieter 134 Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen Koordinierungsstelle Frühe Hilfen 134 Neu im Leben, Offener Treff für Schwangere und junge Mütter Koordinierungsstelle Frühe Hilfen in Kooperation mit verschiedenen Trägern 134 Quartiersmanagement Auerberg, Beratungsangebote, Förderung bürgerschaftlichen Engagements BASTA Büro für Architektur und Stadtentwicklung 134 Sozialberatung Diakonisches Werk Bonn und Region gGmbH 135 Inklusive Ferien- und Freizeitangebote mlg wohnen gGmbH - Haus am Müllestumpe - miteinander leben und gestalten e.V.. 135 Jugendverbandliche Aktivitäten, Gruppenangebote, Freizeiten KjG Katholische junge Gemeinde St. Margareta Graurheindorf 135 Integrierte Stadtteilbibliothek Auerberg, Bildungs- und Freizeitangebote Bundesstadt Bonn 133 BuschBude Lucky Luke e.V. 134 Jugendzentrum Auerberg Bundesstadt Bonn 134 Kinder- und Jugendforum der Ev. Lukaskirchengemeinde Ev. Lukaskirchengemeinde Bonn 133 Jugendverbandliche Aktivitäten, Jugendfreizeiten Kath. Studierende Jugend Klemens-Hofbauer-Gruppe 133 Ortsgruppe Buschdorf, Jugendgruppe / jugendverbandliche Aktivitäten Jugendfeuerwehr Bonn 134 Gruppenangebote DLRG Bezirk Bonn e.V. 134 Gruppenangebote Ev. Jugend der Lukaskirchengemeinde Bonn 134 Gruppenangebote Malteser Jugend 134 Jugendverbandliche Tätigkeiten, Gruppenangebote, Freizeiten DPB Hag Rheintöchter im Deutschen Pfadfinderbund 135 Jugendverbandliche Aktivitäten, Gruppenangebote, Freizeiten KjG Katholische junge Gemeinde St. Margareta Graurheindorf 135 Jugendverbandliche Tätigkeiten, Gruppenangebote, Freizeiten DPB Jungenschaft Volundr 135 Ortsgruppe Graurheindorf, Jugendgruppe / jugendverbandliche Aktivitäten Jugendfeuerwehr Bonn 133 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche SV Buschdorf 02 e. V. 133 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche ESV „Blau-Rot“ Bonn e.V. 134 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche SV Boluspor Bonn e.V. 135 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche TV Bonn-Rheindorf 1911 e.V. 135 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche WSV Blau-Weiß Bonn e.V. Offene Jugendarbeit Angebote der Jugendverbände Jugendarbeit (allgemein) Sportangebote Bildungs-, Beratungs- und/oder UnterstützungsangeboteSeite 22 von 137 16 In Buschdorf liegt der Anteil der unter 21-Jährigen an der Bevölkerung bei 22,7 %. Annähernd ein Drittel davon hat einen Zuwanderungshintergrund (31,7 %). Der Anteil liegt damit rund 7 Prozentpunkte unter dem gesamtstädtischen Mittelwert. Die Zahl der Empfänger*innen von Hilfe zur Erziehung liegt bei 32 jungen Menschen (je 1000 unter 21-Jährige) und damit leicht unter dem städtischen Mittel. Die Anzahl an SGB II-Leistungsbeziehenden liegt mit knapp 79 je 1000 Personen unter dem Wert der Stadt Bonn, hingegen liegt die Anzahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 556 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter über dem gesamtstädtischen Wert. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen im Planungsraum lebt im Bezirk Auerberg - 58 % der Bevölkerung des Planungsraumes. Rund ein Viertel der Bewohner*innen in Auerberg ist jünger als 21 Jahre (24,8 %). Mit 51 % liegt der Anteil der unter 21-Jährigen mit Zuwanderungshintergrund deutlich über dem städtischen Mittelwert. Auch die Zahl der Empfänger*innen von Hilfen zur Erziehung je 1000 Einwohner*innen unter 21 Jahre ist mit 42 Personen höher als der gesamtstädtische Wert. In Auerberg besteht zudem ein sehr hoher Anteil an SGB II-Leistungsbeziehenden (156 Personen je 1000 Einwohner*innen). Der Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt mit 512 je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter nah am gesamtstädtischen Wert. Der Anteil der jungen Menschen unter 21 Jahre an der Bevölkerung entspricht in Grau-Rheindorf (20 %) annähernd dem gesamtstädtischen Vergleichswert. Auch der Anteil der Zugewanderten an der Altersgruppe liegt mit rund 40 % nahe am gesamtstädtischen Wert. Mit 43 unter 21- Jährigen je 1000 jungen Menschen haben in Grau-Rheindorf viele unter 21-Jährige die Leistungen der Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen wie gesamtstädtisch. Die Zahl der SGB II-Leistungsbeziehenden entspricht mit 92 Personen je 1000 Personen in etwa dem gesamtstädtischen Wert. In Grau-Rheindorf liegt die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter mit 559 über dem städtischen Wert.Seite 23 von 137 17 1.2.3.1 Bewertung des Sozialraums aufgrund statistischer Indikatoren Der Planungsraum ist nicht homogen. Während Buschdorf und Grau-Rheindorf als Bezirke mit mittlerem Unterstützungsbedarf angesehen werden, weist der Bezirk Auerberg einen hohen Unterstützungsbedarf auf. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Planungsraum durch deutliche Unterschiede der drei Bezirke charakterisiert wird. Insbesondere Auerberg lässt hohe Ausprägungen bei den Sozialindikatoren erkennen und weist einen hohen Unterstützungsbedarf auf. Vor diesem Hintergrund wurde das Integrierte Entwicklungskonzept Auerberg initiiert und ein festes Quartiersmanagement etabliert. 1.2.3.2 Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum aus Sicht von FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit Buschdorf ist soziodemografisch und sozioökonomisch ein durchmischter Stadtteil. Das Interesse an der Gestaltung des Stadtteils ist von Seiten der Bewohnerschaft, der Politik und der Stadt hoch. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben 2015, im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, mit Unterstützung der Verwaltung und eines Planungsbüros Zukunftsperspektiven entwickelt. Dazu zählen vielfältige Projekte, wie zum Beispiel UrbanIndikator Buschdorf Auerberg Grau-Rheindorf Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung 8 9 6 Prozentanteil Zuwanderer/Zuwanderinnen 0 bis unter 21 Jahre an Altersgruppe 3 7 4 Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 8 7 6 Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern 5 7 8 SGB II - Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner/-innen 5 9 5 Sozialversicherungspfl.Beschäftigte je 1000 Einwohner/-innen im erwerbsfähigen Alter 3 5 3 Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 Einwohner/-innen unter 21 Jahren 5 7 7 Unterstützungsbedarf mittel hoch mittelSeite 24 von 137 18 Gardening oder die Ausweitung informeller Sportangebote, die Raum für Begegnung und intensiven Austausch für Jung und Alt bieten, die die Attraktivität des Sozialraums steigern. Der wachsende statistische Bezirk Auerberg zeichnet sich durch eine heterogene Bevölkerungsstruktur mit vielen Nationalitäten aus. Der stetige Zuwachs an Bevölkerung wurde begleitet durch weitere städtebauliche Veränderungen wie den umfangreichen Bau neuer Geschosswohnungen, den Bau einer Kindertagesstätte sowie eines Quartierszentrums bestehend aus einem Jugendzentrum, Quartiersbüro, Quartierscafé und gemeinsam nutzbarem Multifunktionsraum. Im Stadtteil leben zahlreiche Alleinerziehende. Die Vielfalt der Bewohnerschaft verstärkt den vorhandenen hohen Unterstützungsbedarf. Mittlerweile wurde ein Integriertes Entwicklungskonzept erarbeitet, um in Zusammenarbeit mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Stadtteil attraktiver zu gestalten. Sukzessiv werden die 21 Maßnahmen und Projekte, die sich während des Prozesses herauskristallisiert haben, erarbeitet und umgesetzt. Die dörfliche Struktur mit vielen alten Häusern und einem regen Vereinsleben prägt Graurheindorf. Im Hafenbereich am Rhein mit angrenzenden neuen Bürobauten ist in den letzten Jahren ein neues Wohngebiet in hochwertiger Lage entstanden. Besondere Problemlagen können aktuell nicht festgestellt werden. Der merkliche Anstieg der Bevölkerung in Buschdorf und in Auerberg verursacht wachsende Anforderungen an die Bildungs- und Unterstützungssysteme. Insofern ist ein weiterer Ausbau unterschiedlicher Hilfen wie allgemeiner Beratung und z.B. Hausaufgabenhilfen, Lernförderung und kostengünstige Freizeitangebote sowie weitere kulturelle Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu prüfen. Vor dem Hintergrund der Stadtteilentwicklung ist davon auszugehen, dass die Bedarfe in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe in den folgenden Jahren zunehmen werden.Seite 25 von 137 19 2. Schulbezugsraum Tannenbusch 2.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 03 Tannenbusch (Statistische Bezirke 131 Alt-Tannenbusch; 132 Neu-Tannenbusch) Altersverteilung 0 – 21 Jahre 2.1.1 Beschreibung des Sozialraums Der Planungsraum Tannenbusch gliedert sich in die statistischen Bezirke Alt- und Neu- Tannenbusch und grenzt an den nordwestlichen Stadtrand von Bonn. Er liegt zwischen der A555 im Norden und der linksrheinischen Bahntrasse im Süden. Östlich wird der Planungsraum durch die A565 begrenzt, westlich schließt das Grüne C als parkartig gestaltetes Naherholungsgebiet 0-5 Jahre 6-14 Jahre 15-21 Jahre 131 Alt-Tannenbusch 30,57% (546) 45,13% (806) 24,30% (434) 132 Neu-Tannenbusch 26,03% (837) 44,07% (1417) 29,89% (961) Gesamt (Planungsraum) 27,65% (1383) 44,45% (2223) 27,89% (1395)Seite 26 von 137 20 an. Im Bezirk Alt-Tannenbusch gibt es vor allem Einfamilienhäuser und Wohnanlagen, die vor Jahrzehnten für Bundesbedienstete erbaut wurden. Neu-Tannenbusch wurde in den 1970er Jahren zur Deckung des damals herrschenden hohen Bedarfs an Wohnraum als Großsiedlung geplant und errichtet. Neben Reihenhaussiedlungen wird das Bild von Hochhausbebauung geprägt. Der Bezirk verzeichnet einen leichten Bevölkerungszuwachs. Im Vergleich der Bezirke ist insbesondere die hohe Schuldnerquote des Planungsraums Tannenbusch auffällig. In Alt- Tannenbusch stieg sie 2019 gegenüber dem Vorjahr um 0,57 Prozentpunkte auf 15,39 % und in Neu-Tannenbusch um 0,18 Prozentpunkte auf 19,89 %. Gesamtstädtisch liegt die Schuldnerquote bei 8,84 %. Rein rechnerisch ist in Neu-Tannenbusch jede(r) Fünfte überschuldet. In Alt-Tannenbusch ist die Zahl der überschuldeten Einwohner*innen geringer. Aber auch hier kann rechnerisch jede sechste Privatperson ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Neu-Tannenbusch gehört zu den Bezirken in Bonn mit einem Spitzenwert der Schuldnerquote (Creditreform Bonn Domschke & Rossen KG/Creditreform Köln v. Padberg KG, 2019). Elf Kindertageseinrichtungen bieten Betreuungsplätze für Kinder im Planungsraum an. Sieben dieser Einrichtungen haben sich als Familienzentrum zertifiziert. Der hohen Anzahl an Kindern unter sechs Jahren steht ein großes Angebot an Kindertageseinrichtungen gegenüber. Trotzdem besteht ein weiterer erheblicher Ausbaubedarf sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich. Der Planungsraum verfügt über ein großes Angebot an Schulen. Acht Einrichtungen decken nahezu vollständig die Bandbreite der Schulformen allgemeinbildender Schulen ab. An den Grundschulen steht eine große Anzahl an Betreuungsplätzen zur Verfügung, knapp 75 % der Kinder können über Mittag versorgt werden. Die rechnerische Versorgungsquote der im Planungsraum wohnenden Kinder mit OGS-Plätzen liegt unterhalb des stadtweiten Durchschnitts.Statistischer Bezirk öffentlich geförderte Kindertageseinrichtungen 2019/2020 Schulen 131 - Alt-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Schlesienstraße ( plusKITA ) Evangelische Grundschule Elsa-Brändström-Schule (städt.) 131 - Alt-Tannenbusch Katholischer Kindergarten St. Paulus ( Familienzentrum ) Katholische Grundschule Paulusschule (städt.) 131 - Alt-Tannenbusch Evangelischer Kindergarten Ev. Apostel-Kirchengemeinde ( plusKITA ) Bertolt-Brecht-Gesamtschule (städt.) 131 - Alt-Tannenbusch Kindergarten Waldorfkindergarten Bonn Freie Waldorfschule Bonn (nicht-städt.) 131 - Alt-Tannenbusch Kindertageseinrichtung Abenteuerland KJF ( Familienzentrum / plusKITA ) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Ostpreußenstraße ( Familienzentrum / plusKITA ) Gemeinschaftsgrundschule Carl-Schurz-Schule (städt.) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Schweidnitzer Weg ( plusKITA ) Förderschule LVR-Christophorusschule (nicht-städt.) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Waldenburger Ring 30 ( Familienzentrum / plusKITA ) Freiherr-v.-Stein-Realschule (städt.) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Waldenburger Ring 44 ( Familienzentrum / plusKITA ) Tannenbusch-Gymnasium (städt.) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Zoppoter Straße ( Familienzentrum / plusKITA ) 132 - Neu-Tannenbusch Städtische Kindertageseinrichtung Chemnitzer Weg ( Familienzentrum / plusKITA )Alt- Tannenbusch Neu- Tannenbusch Planungs- raum Anzahl Kindertageseinrichtungen 5 6 11 Anzahl Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen 256 549 805 Versorgungsquote U3 in % (mit Tagespflege) 22 34 29,1 Versorgungsquote Ü3 in % 78,8 98,8 91,7 Anzahl Schulen 4 4 8 Anzahl der Grundschulplätze (davon OGS-Plätze) 454 (216) 400 (377) 854 (593) Versorgungsquote OGS in % 59,7 60,8 60,4 Anteil Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung in % 51,7 79,5 74,6Seite 27 von 137 21 Die Aufgabe der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird vor Ort von drei öffentlichen Einrichtungen unterstützt. Das Spielhaus in städtischer Trägerschaft wird überwiegend von Kindern zwischen sechs und fünfzehn Jahren besucht. Das städtische Jugendhaus Brücke bietet Kindern und jungen Erwachsenen zwischen sechs und unter siebenundzwanzig Jahren Beratungs- und Freizeitangebote. Die RheinFlanke-Bonn mobil bietet aufsuchende Jugendarbeit an. Der überwiegende Teil der Klientel ist zwischen 14 und 27 Jahre alt. Neben den Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit begleiten und fördern zahlreiche weitere Angebote die Entwicklung junger Menschen und Familien. Neben den oben genannten Angeboten hält der Fachdienst für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) des Amtes für Kinder, Jugend und Familie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien unter anderem auf der Grundlage des SGB VIII vor. Angebote werden darüber hinaus gemeinsam mit dem SRT (FFE und freie Träger HZE Bonn) initiiert und vorgehalten. Der FFE und das SRT Tannenbusch sind im Planungsraum tätig. 2.1.2 Ausprägung der Sozialraumindikatoren im gesamtstädtischen Vergleich Mit 17.387 Personen und mit einer Einwohnerdichte von 7.830 Einwohner/km² ist Neu- Tannenbusch ein einwohnerstarker, insbesondere im Bereich der Hochhausbebauung ein verdichteter Bezirk. In Alt-Tannenbusch leben 5.826 Einwohner/km². Gesamtstädtisch liegt der Wert bei 3.128 Einwohner/km². Beide statistischen Bezirke weisen einen hohen Jugendquotienten auf.SB Angebot Anbieter 132 Haus Vielinbusch; Beratungs- und Bildungsangebote für Familien und Kinder UG Vielfalt in Tannenbusch 132 Neu im Leben, Offener Treff für Schwangere und junge Mütter, Hebammensprechstunde Koordinierungsstelle Frühe Hilfen in Kooperation mit verschiedenen Trägern 132 vielfältige Beratungsangebote für Kinder und Familien Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Bonn im Haus Vielinbusch 132 Quartiersmanagement Neu-Tannenbusch, Förderung bürgerschaftlichen Engagements BASTA Büro für Architektur und Stadtentwicklung 132 Stadtteilbüro Tannenbusch, Sozialberatung Diakonisches Werk Bonn und Region gGmbH 131 Bildungs-/Integrations- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche Dr. Moroni Stiftung für Integration und Bildung 132 Stadtteilbibliothek Tannenbusch, Bildungs- und Freizeitangebote Bundesstadt Bonn 132 verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche, Ferienfreizeiten Kath. Kirchengemeinde St. Thomas Morus Bonn 132 Aufsuchende Jugendarbeit/Projektarbeit im Bereich Sport Rheinflanke gGmbH 132 Jugendhaus Brücke Bundesstadt Bonn 132 KBE-Dreieck Bundesstadt Bonn 131 Gruppenangebote Ev. Jugend der Apostelkirchengemeinde Bonn 131 Interkulutrelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, Projekt Elterntalk NRW FIBB Fachstelle für interkult. Bildung und Beratung e.V. 131 Tennistraining für Kinder und Jugendliche TC Blau Gold Bonn 1951 e.V. 131 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche FC Tannenbusch e.V. 131 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche Verein türkischer Arbeitnehmer Bonn e.V. 132 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche ATV Bonn 1894 e.V. 131 Karnevalsveranstaltungen KG Narrenzunft Endenich e.V. Bildungs-, Beratungs- und/oder Unterstützungsangebote weitere Freizeitangebote Jugendarbeit (allgemein) Offene Jugendarbeit Angebote der Jugendverbände Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz SportangeboteSeite 28 von 137 22 In Alt-Tannenbusch leben mit 26,2 % unter 21-Jährigen an der Bevölkerung und einem Jugendquotienten von 42,9 viele junge Menschen. Über die Hälfte (53 %) der unter 21-Jährigen hat einen Zuwanderungshintergrund. Im Vergleich zur Gesamtstadt leben in Alt-Tannenbusch viele Personenhaushalte mit Kindern (28 %), von denen mehr als jeder vierte Haushalt (27,5 %) ein Alleinerziehenden-Haushalt ist. Die Anzahl der Empfänger*innen von Hilfe zur Erziehung ist mit 43 je 1000 Einwohner unter 21 Jahren ebenfalls hoch. Im Vergleich zur Gesamtstadt leben in Alt-Tannenbusch mehr als doppelt so viele Personen je 1000 Einwohner*innen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen (217 je 1000 Personen). Leicht unter dem gesamtstädtischen Wert liegt der Wert der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (506 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter). In Neu-Tannenbusch ist ein Drittel der Bevölkerung (30 %) unter 21 Jahren. Der Jugendquotient liegt bei 48,1. Gesamtstädtisch liegt Neu-Tannenbusch mit diesem hohen Jugendquotienten auf Rang Zwei der statistischen Bezirke, hinter dem Bezirk Medinghoven. Im Bezirk leben viele verschiedene Nationalitäten; von den unter 21-Jährigen sind rund 65 % Zuwanderer*innen. Die Anzahl der Empfänger*innen an Hilfe zur Erziehung ist mit 66 je 1000 unter 21-Jährigen verhältnismäßig hoch, da in der Relation doppelt so viele junge Menschen wie gesamtstädtisch die Leistungen in Anspruch nehmen. Viele Menschen, die im Bezirk leben, sind auf Transferleistungen nach SGB II angewiesen: 358 SGB II-Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner*innen leben in Neu-Tannenbusch. Damit nimmt Neu-Tannenbusch im gesamtstädtischen Vergleich den höchsten Wert ein. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter fällt mit rund 400 Personen gering aus. 2.1.3.1 Bewertung des Sozialraums aufgrund statistischer Indikatoren Sowohl Alt-Tannenbusch, als auch Neu-Tannenbusch sind Bezirke, die im Bewertungssystem auffallen. Neu-Tannenbusch zeigt durchgängig die höchste Bewertung mit Ausnahme der haushaltbezogenen Indikatoren. Alt-Tannenbusch weist ebenfalls einen hohen Unterstützungsbedarf auf.Seite 29 von 137 23 Besonders auffällig ist in beiden Bezirken die hohe Personenzahl, die SGB II-Leistungen bezieht. Angesichts der niedrigen Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter signalisiert der Bezirk Neu-Tannenbusch eine hohe finanzielle Unterstützungsbedürftigkeit. Des Weiteren ist die hohe Zahl der Hilfen zur Erziehung auffällig. In Neu-Tannenbusch ist der Wert mit 66 Hilfeempfänger*innen je 1000 Einwohner unter 21 Jahren doppelt so hoch wie in der Stadt Bonn. Der Anteil an Alleinerziehenden-Haushalten an Haushalten mit Kindern ist ebenfalls in beiden Bezirken besonders hoch. Der hohe Prozentanteil an Personenhaushalten mit Kindern an Haushalten gesamt korrespondiert mit der hohen Zahl an Personen unter 21 Jahren. Vor dem Hintergrund der Vielzahl an Auffälligkeiten ist der Stadtteil Neu-Tannenbusch seit 2010 im Projekt „Soziale Stadt Tannenbusch“. Mit der Aufnahme in das Bund-Länder-Programm sollen die Wohn- und Lebensbedingungen der Bewohnenden verbessert werden. Ziel ist es, das städtebauliche Bild und die Wahrnehmung des Stadtteils Neu-Tannenbusch und somit das soziale Zusammenleben zu verbessern und zu fördern.Indikator Alt-Tannenbusch Neu-Tannenbusch Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung 10 10 Prozentanteil Zuwanderer/Zuwanderinnen 0 bis unter 21 Jahre an Altersgruppe 7 10 Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 9 9 Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern 8 8 SGB II - Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner/-innen 10 10 Sozialversicherungspfl.Beschäftigte je 1000 Einwohner/-innen im erwerbsfähigen Alter 5 10 Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 Einwohner/-innen unter 21 Jahren 7 10 Unterstützungsbedarf sehr hoch sehr hochSeite 30 von 137 24 2.1.3.2 Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum aus Sicht von FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit Alt-Tannenbusch wird von einer sozioökonomisch durchmischten Wohnbevölkerung bewohnt und ist überwiegend mit mehrgeschossigen Wohnblöcken bebaut – allerdings sind in den letzten Jahren auch zunehmend Einfamilienhäuser errichtet worden. Rund um den Paulusplatz und die Pauluskirche entwickelte sich ein Einfamilienhaus-Quartier mit Einkaufsmöglichkeiten und Literaturcafé. Im südlichen Teil des Bezirks bestehen gewachsene Nachbarschaftsstrukturen. Prekäre Familienverhältnisse wie Armut, SBG II-Bezug oder den Nachwuchs alleine großziehen erschweren das Aufwachsen von vielen Kindern in Tannenbusch. Die Anzahl an geflüchteten Familien mit Kindern, die oftmals nach der Erstaufnahmeeinrichtung eine Wohnung in Tannenbusch beziehen, nimmt zu. Ebenso gilt dies für den Familiennachzug. Von den sozialen Akteuren vor Ort werden insbesondere folgende Themen und Problemlagen wahrgenommen: Armut, fehlende OGS-Plätze, bauliche und infrastrukturelle Defizite und zu wenig Fördermaßnahmen für den Bezirk Alt-Tannenbusch. Folgende Leistungen sind erforderlich: Beratungsangebote für Erwachsene mit Blick auf Gesundheitsfragen, Beratungsangebote zu Kinderernährung, niederschwellige Hilfen und der Ausbau an Hausaufgabenbetreuung. Für Neu-Tannenbusch sind die multiplen und über die Jahre entstandenen Problemlagen – sozialer, gesellschaftlicher und städtebaulicher Art – umfangreich und aussagekräftig in unterschiedlichen Konzepten (insb. Integriertes Handlungskonzept „Soziale Stadt Neu- Tannenbusch“ & Kriminalpräventives Konzept für Neu-Tannenbusch, Fortschreibung Integriertes Handlungskonzept) beschrieben und dargelegt. Durch die Investitionen im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Neu-Tannenbusch“ erfolgt eine spürbare bauliche Aufwertung des Bezirks und eine Verbesserung der Sicherheitslage. Insbesondere für die Vernetzung sozialer und pädagogischer Einrichtungen im Bezirk bilden der Stadtteilarbeitskreis sowie der Arbeitskreis Vielfalt eine wichtige Basis. Neu-Tannenbusch ist von einer sozioökonomischen und kulturell stark durchmischten Bevölkerung geprägt. Die Zahl der Bewohner*rinnen mit Fluchterfahrung ist in den letzten Jahren merklich angestiegen. Das Aufwachsen vieler Kinder und Jugendlicher im Bezirk ist geprägt von sozialer Benachteiligung, familiären Problemlagen und schwierigen Bildungsbiografien. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen verbringt ihre Freizeit innerhalb des Sozialraumes. Entsprechend ist ein vernetztes, sozialraum-orientiertes Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebot geeignet. Von Seiten der sozialen Institutionen vor Ort werden Fluchterfahrung, Entwurzelung, Existenzängste, materielle Not, fehlende Unterstützung durch Eltern, Sprachschwierigkeiten, Extremismus und Drogen als die wesentlichsten Probleme des Aufwachsens genannt. Schulische Unterstützung, sozialräumliche Konzepte zur Verbesserung der Übergänge von Schule in den Beruf sowie Sport- und Bewegungsangebote können hilfreiche Maßnahmen zur Bewältigung sein. Um dem Stigma des Aufwachsens in Tannenbusch etwas entgegenzusetzen, sollten mehr Angebote zum Thema Selbstwert und das Kennenlernen eigener Gefühle in den Sozialraum integriert werden. Radikalisierungstendenzen kann mit demokratiebildenden Maßnahmen im schulischen Bereich und Mitbestimmungsprozessen in Offener Jugendarbeit ein Mittel entgegengesetzt werden. Gezielte Fortbildungen im Bereich Demokratieförderung, Radikalisierung und kultureller Vielfalt für Fachkräfte sind ebenfalls ein Lösungsansatz.Seite 31 von 137 25 3. Schulbezugsraum Bonn-West 3.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 04 Bonn-West (Statistische Bezirke 116 Bonn-Güterbahnhof; 120 Neu-Endenich; 121 Alt-Endenich; 136 Dransdorf) Altersverteilung 0 – 21 Jahre 3.1.1 Beschreibung des Sozialraums Der Planungsraum setzt sich aus den statistischen Bezirken Bonn-Güterbahnhof, Neu-Endenich, Alt-Endenich und Dransdorf zusammen. Die Bezirke weisen ein sehr heterogenes bauliches Erscheinungsbild auf. Während Bonn-Güterbahnhof u.a. durch Gewerbeflächen und 0-5 Jahre 6-14 Jahre 15-21 Jahre 116 Bonn-Güterbahnhof 22,41% (52) 17,24% (40) 60,34% (140) 120 Neu-Endenich 26,14% (230) 37,61% (331) 36,25% (319) 121 Alt-Endenich 29,97% (431) 31,15% (448) 38,87% (559) 136 Dransdorf 25,83% (399) 41,94% (648) 32,23% (498) Gesamt (Planungsraum) 27,16% (1112) 35,82% (1467) 37,02% (1516)Seite 32 von 137 26 Wohnbebauung gekennzeichnet ist, besitzt Alt-Endenich Strukturen eines alten Dorfkerns. Es handelt sich um ein gemischtes Wohngebiet mit einigen kleineren Handwerksbetrieben, kleineren Läden und einigen Gaststätten. Im Zentrum befindet sich die „Endenicher Kulturmeile“, die von interessierten Einwohner*innen aus dem gesamten Stadtgebiet aufgesucht wird. Das Straßenbild ist sowohl von jüngeren Familien als auch von „Alt-Endenichern“ sowie von Student*innen geprägt. Auch Neu-Endenich ist gekennzeichnet durch ein heterogenes Wohngebiet. Rund um den ehemaligen Sportplatz Vogelsang ist eine umfangreiche Bebauung mit neuen Wohneinheiten, einer neuen Kindertagesstätte und einem öffentlichen Spielplatz sowie einem Standort für ein Spielmobil geplant. Angrenzend entsteht ein weiteres großes Wohngebiet, in dem ebenfalls ein zusätzliches bedarfsgerechtes Betreuungsangebot geschaffen wird. Angesiedelt sind auch Bundesbehörden und universitäre Einrichtungen. Dransdorf hat sich in einigen Teilen einen dörflichen Charakter bewahrt. Westlich anschließend liegt das Grüne C als Naherholungsgebiet. An einer Ortsdurchfahrtsstraße befindet sich das Zentrum mit kleineren Geschäften. In den 1960er Jahren entstand am nördlichen Rand Dransdorfs eine große Hochhaussiedlung (Lenaustraße/Hölderlinstraße/Mörikestraße), die den Bezirk als sozialen Brennpunkt gelten ließ. Im Rahmen eines „Integrierten Handlungskonzeptes zur Verbesserung der Lebensqualität“ wurde diese Siedlung saniert und es wurden verschiedene Angebote für die Bewohner*innen installiert, wodurch die Situation nachhaltig verbessert werden soll. Nördlich der Lenaustraßen ist der Bau weiterer Wohneinheiten geplant. So ist insgesamt im Planungsraum mit einem deutlichen Zuwachs der Bevölkerung in den nächsten Jahren zu rechnen. Die Bewohnerzahlen sind in den Bezirken sehr verschieden: In Bonn-Güterbahnhof wohnen 1.408 Einwohner*innen, in Neu-Endenich 4.044, in Dransdorf leben 5.502 Einwohner*innen. Alt- Endenich ist mit 8.573 Einwohner*innen der bevölkerungsreichste Bezirk. Alle Bezirke verzeichnen einen stetigen Anstieg der Einwohnerzahl. Insgesamt befinden sich 12 Kindertageseinrichtungen im Planungsraum, von denen sich 5 als Familienzentren qualifiziert haben. Die Versorgungsquote im U3-Bereich liegt deutlich unter den Zielvorgaben. Insofern besteht weiterer Ausbaubedarf. In Bonn West stehen eine Förderschule, eine Hauptschule sowie zwei Grundschulen zur Verfügung. Die Bezirke Alt-Endenich und Dransdorf halten Grundschulplätze für den gesamten Planungsraum vor. In Bonn-Güterbahnhof und Neu-Endenich werden keine Grundschulplätze angeboten. Im Planungsraum entspricht die rechnerische Versorgungsquote mit OGS-Plätzen dem städtischen Durchschnitt. An den zwei Grundschulen steht eine große Anzahl an Betreuungsplätzen zur Verfügung, 86 % der Kinder können über Mittag versorgt werden. *im SJ 2020/21 Teilung der Rheinschule und Umbenennung des Standortes Endenich in "Schule am Hügel"Statistischer Bezirk öffentlich geförderte Kindertageseinrichtungen 2019/2020 Schulen 116 - Bonn-Güterbahnhof Kindergarten Rasselbande e. V. 120 - Neu-Endenich Städtische Kindertageseinrichtung Siemensstraße ( Familienzentrum / plusKITA ) Förderschule Rheinschule (Standort Endenich) (städt.)* 120 - Neu-Endenich Kindertageseinrichtung KJF Kita Sonnenschein ( Familienzentrum ) 120 - Neu-Endenich Kindertagesstätte Auf dem Hügel 121 - Alt-Endenich Katholische Kita St. Maria Magdalena und Christi Auferstehung Gemeinschaftsgrundschule Matthias-Claudius-Schule (städt.) 121 - Alt-Endenich Evangelischer Kindergarten Trinitatis-Kirchengemeinde ( Familienzentrum ) Gemeinschaftshauptschule Karl Simrock Schule für Berufsorientierung (städt.) 121 - Alt-Endenich Städtische Kindertageseinrichtung Erich-Hoffman-Str. 121 - Alt-Endenich Städtische Kindertageseinrichtung Hainstraße 136 - Dransdorf Städtische Kindertageseinrichtung Lenaustraße ( plusKITA ) Gemeinschaftsgrundschule Kettelerschule (städt.) 136 - Dransdorf Städtische Kindertageseinrichtung Mörikestraße 136 - Dransdorf Katholischer Kindergarten St. Antonius ( Familienzentrum / plusKITA ) 136 - Dransdorf Städtische Kindertageseinrichtung Gerhart-Hauptmann-Straße ( Familienzentrum / plusKITA )Seite 33 von 137 27 Drei Einrichtungen bieten Angebote im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit an. Zwei der Einrichtungen befinden sich in städtischer Trägerschaft. Das Kinderhaus UNO richtet sein Angebot insbesondere an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Das Jugendzentrum Dransdorf bietet Aktivitäten für Jugendliche an. Das Jugendzentrum am Propsthof ist in evangelischer Trägerschaft der Trinitatiskirchengemeinde. Zudem gibt es zahlreiche weitere Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien im Planungsraum. Neben den oben genannten Angeboten hält der Fachdienst für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) des Amtes für Kinder, Jugend und Familie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien unter anderem auf der Grundlage des SGB VIII vor. Angebote werden darüber hinaus gemeinsam mit dem SRT (FFE und freie Träger HZE Bonn) initiiert und vorgehalten. Der FFE und das SRT Dransdorf sind im Planungsraum tätig.Bonn- Güterbahnhof Neu- Endenich Alt- Endenich Dransdorf Planungs- raum Anzahl Kindertageseinrichtungen 1 3 4 4 12 Anzahl Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen 22 186 240 279 727 Versorgungsquote U3 in % (mit Tagespflege) 6,1 41,3 42,6 36,6 38,4 Versorgungsquote Ü3 in % 115,8 143,3 99,5 100 109 Anzahl Schulen 0 1 2 1 4 Zahl der Grundschulplätze (davon OGS-Plätze) 0 0 456 (221) 230 (229) 706 (450) Versorgungsquote OGS in % 0 0 109,4 82,1 69,4 Anteil Grundschulplätze mit Nachmittagsbetreuung in % 0 0 75,0 99,6 85,5SB Angebot Anbieter 120 Sozialraumprojekt "K 14", verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche, allg. Beratung, Müttercafé Ev. Jugendhilfe Godesheim gGmbH 136 Kinderturnen, Spielgruppe, Eltern-Kind-Treff, Familienpaten Deutscher Kinderschutzbund - Ortsverband Bonn e.V. 136 Neu im Leben, Offener Treff für Schwangere und junge Mütter, Hebammensprechstunde Koordinierungsstelle Frühe Hilfen in Kooperation mit verschiedenen Trägern 136 Theateraufführungen für Kinder, Hausaufgabenbetreuung, Sozialberatung und andere Angebote für Familien Stadtteilverein Dransdorf e.V. 121 Projekt "Treffpunkt Schule" AWO "Der Sommerberg" 120 Ferienprogramm, Workshops, Schulprojekt im Clara-Schumann-Gymnasium Spielezirkus Bonn-Rhein-Sieg e.V. 121 Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien Kath. Kirchengemeinde St. Maria Magdalena und Christi Auferstehung 121 Musikschule, Kurse für Kinder und Jugendliche Bundesstadt Bonn 121 Stadtteilbibliothek Endenich, verschiedene Veranstaltungen für Kinder Bundesstadt Bonn 121 verschiedene Angebote für Kinder, Schulklassen, Kindergeburtstage, Ferienangebote ZUB Zukunft - Umwelt - Bildung e.V. Bonn 136 Ferienangebote Kath. Kirchengemeinde St. Thomas Morus Bonn 136 Fußballprojekt für Kinder und Jugendliche KIDsmiling – Projekt für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche e.V. 136 Musikschule, Kurse für Kinder und Jugendliche Bundesstadt Bonn 136 Grüne Spielstadt Wissenschaftsladen Bonn e.V. 136 tägl. Sporttreff in Dransdorf für Kinder und Jugendliche SSF Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 e.V. 120 JAP Kinder- und Jugendzentrum Ev. Trinitatiskirchengemeinde Bonn 136 Jugendzentrum Dransdorf Bundesstadt Bonn 136 Kinderhaus UNO Bundesstadt Bonn 116 Gruppenangebote THW Jugendgruppe des Ortsverbandes Bonn 120 Gruppenangebote Ev. Jugend der Trinitatiskirchengemeinde Bonn 121 Ortsgruppe Endenich, Jugendgruppe / jugendverbandliche Aktivitäten Jugendfeuerwehr Bonn 136 Ortsgruppe Dransdorf, Jugendgruppe / jugendverbandliche Aktivitäten Jugendfeuerwehr Bonn 120 Sport- und Schwimmangebote Post SV Bonn 1926 e.V. 121 Kampfkunst Angebote für Kinder und Jugendliche Chikara-Frauen in Bewegung e.V. 121 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche FC Bonn-Endenich 1908 e.V. 121 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche FV Bonn-Endenich 08 e.V. 121 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche SV Olympia Bonn e.V. 136 Kurse für Kinder und Jugendliche Tennisverein Grün Weiß Dransdorf 136 verschiedene Fußballmannschaften für Kinder und Jugendliche TUS 1910 Bonn-Dransdorf e.V. 136 verschiedene Sportangebote für Kinder und Jugendliche TGV Bonn 1967 e.V. 121 verschiedene Tanzgruppen für junge Menschen KG Narrenzunft Endenich e.V. 121 Karnevalsveranstaltungen KG Blau Weiß Kessenich Bildungs-, Beratungs- und/oder Unterstützungsangebote (Förderung der Erziehung in der Familie) weitere Freizeitangebote Jugendarbeit (allgemein) Offene Jugendarbeit Angebote der Jugendverbände SportangeboteSeite 34 von 137 28 3.1.2 Ausprägung der Sozialraumindikatoren im gesamtstädtischen Vergleich Insgesamt leben im Planungsraum 19.527 Personen. Knapp 45 % der Bevölkerung des Planungsraums lebt in Alt-Endenich. Der Bezirk Alt-Endenich ist mit 7.455 Einwohner*innen pro km² sehr dicht besiedelt ist, während der Bezirk Dransdorf mit 1.871 km² und einer Einwohnerzahl von 5.502 Personen eine relativ geringe Einwohnerdichte aufweist. Die Bezirke variieren deutlich in ihrer Fläche und Einwohnerzahl. Ebenso zeigen sich im Jugendquotient Unterschiede auf. Der Bezirk Bonn-Güterbahnhof hat einen Jugendquotienten-Wert von 15,7 und Alt-Endenich von 20,5. Darauf folgt Neu-Endenich mit einem Wert von 27,5. Den höchsten Wert im Planungsraum weist Dransdorf mit 44,1 auf. Im Bezirk Bonn-Güterbahnhof liegt der Anteil junger Menschen unter 21 Jahren bei rund 17 %. Analog dazu ist der Anteil der Haushalte mit Kindern an Haushalten gesamt sehr niedrig (7,5 %). Der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte liegt bei 19 %. Im Vergleich zum Stadtwert haben 37 % der jungen Menschen einen Zuwanderungshintergrund. Die Zahl der Empfänger*innen von Hilfen zur Erziehung liegt mit 35 je 1000 unter 21-Jährigen knapp über dem Vergleichswert der Stadt Bonn. Des Weiteren leben im Bezirk Bonn-Güterbahnhof verhältnismäßig viele SGB II- Leistungsbeziehende (117 je 1000 Personen) sowie wenige sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (469 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter). In Neu-Endenich liegt der Anteil junger Bevölkerung bei 21,8 % und leicht über dem gesamtstädtischen Wert. Der Anteil der Zugewanderten an der Altersgruppe liegt mit 37,6 % ebenfalls nah am Vergleichswert der Stadt Bonn. Die Struktur der Haushalte entspricht annähernd der gesamtstädtischen Verteilung. In 18,6 % der Haushalte finden sich Personenhaushalte mit Kindern, von denen 23,7 % Alleinerziehenden-Haushalte sind. Die Zahl der Empfänger*innen von Hilfen zur Erziehung liegt mit 36 je 1000 Einwohner*innen unter 21 Jahren etwas oberhalb des gesamtstädtischen Werts. Ebenso liegt auch die Zahl der Transferleistungsempfänger*innen nach SGB II mit 117 je 1000 Einwohner*innen etwas über dem gesamtstädtischen Vergleichswert. Verhältnismäßig wenige sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (467 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter) leben im Bezirk.Seite 35 von 137 29 Alt-Endenich ist der einwohnerreichste Bezirk im Planungsraum mit einem vergleichsweise geringeren Anteil an unter 21-Jährigen (16,8 %). Der Anteil junger Menschen mit Zuwanderungshintergrund ist ebenfalls relativ niedrig und liegt bei rund 30 %. Haushalte mit Kindern machen circa 13 % der Haushalte aus, von denen 21,8 % Alleinerziehenden-Haushalte sind. Alt-Endenich verzeichnet eine niedrigere Anzahl an Empfänger*innen von Hilfe zur Erziehung (rund 29 je 1000 junge Menschen). In Alt-Endenich leben nur wenige Personen mit SGB II-Bezug (knapp 67 je 1000 Personen), aber im Vergleich zum gesamtstädtischen Wert verhältnismäßig viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (533 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter). Betrachtet man die Personengruppe der unter 21-Jährigen, liegt Dransdorf mit annähernd einem Drittel (28 %) der Bewohnerschaft deutlich über dem gesamtstädtischen Vergleichswert. Nahezu die Hälfe dieser jungen Menschen hat einen Zuwanderungshintergrund (45 %). Mit der hohen Zahl junger Menschen korrespondiert der mit 27 % hohe Anteil an Haushalten mit Kindern. Etwa ein Drittel sind Alleinerziehenden-Haushalte (32 %). Die Anzahl an Empfänger*innen von Hilfen zur Erziehung ist mit 102 Personen pro 1000 Einwohner*innen unter 21 Jahren mehr als dreimal so hoch wie der gesamtstädtische Vergleichswert. In Dransdorf beziehen viele Personen Leistungen nach dem SGB II (235 je 1000 Personen) und verhältnismäßig wenige Einwohner*innen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt (455 je 1000 Personen im erwerbsfähigen Alter). 3.1.3.1 Bewertung des Sozialraums aufgrund statistischer Indikatoren Die vier statistischen Bezirke bilden einen heterogenen Planungsraum, auch wenn drei der vier Bezirke einen mittleren Bedarf aufweisen und somit den gleichen Unterstützungsbedarf aufweisen. Demgegenüber steht der Bezirk Dransdorf mit einem sehr hohen Unterstützungsbedarf. Insbesondere die Zahl der SGB II – Leistungsbeziehenden je 1000 Einwohner*innen ist – mit Ausnahme des Bezirks Alt-Endenich im Planungsraum vergleichsweise hoch - besonders auffällig ist Dransdorf. In Neu-Endenich und Dransdorf leben anteilig viele Heranwachsende unter 21 Jahren, die Hilfen zur Erziehung in Anspruch nehmen. Dransdorf weist insgesamt hohe Ausprägungen mehrerer Indikatoren auf. Zudem hat Dransdorf eine hohe Schuldnerquote von 22,56 % und gehört somit zu den Stadtteilen mit der höchsten Verschuldung (Creditreform Bonn Domschke & Rossen KG/Creditreform Köln v. Padberg KG, 2019).Indikator Bonn-Güterbahnhof Neu-Endenich Alt-Endenich Dransdorf Prozentanteil der 0 bis unter 21-Jährigen an Bevölkerung 4 7 4 10 Prozentanteil Zuwanderer/Zuwanderinnen 0 bis unter 21 Jahre an Altersgruppe 4 4 3 6 Prozentanteil Personenhaushalte mit Kindern an Haushalten gesamt 1 5 3 9 Prozentanteil Alleinerziehende-Haushalte an Haushalten mit Kindern 4 6 6 10 SGB II - Leistungsbeziehende je 1000 Einwohner/-innen 7 7 4 10 Sozialversicherungspfl.Beschäftigte je 1000 Einwohner/-innen im erwerbsfähigen Alter 7 7 4 8 Empfänger Hilfe zur Erziehung je 1000 Einwohner/-innen unter 21 Jahren 5 6 4 10 Unterstützungsbedarf mittel mittel mittel sehr hochSeite 36 von 137 30 3.1.3.2 Einschätzungen und Anregungen für den Planungsraum aus Sicht von FFE, Jugendpflege und Schulsozialarbeit Der statistische Bezirk Bonn-Güterbahnhof hat eine gute Verkehrsanbindung zur Innenstadt. Eine Offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche oder eine Schule sind hier nicht vorhanden. Es finden sich hier u.a. einige größere gewerbliche Betriebe, eine Müllverbrennungsanlage, ein Eroscenter sowie der Straßenstrich. In den verlassenen Gebäuden auf dem Gelände um den ehemaligen Schlachthof halten sich immer wieder Jugendliche und Obdachlose auf, die in den Räumen übernachten. Es findet Drogenkonsum und Drogenhandel sowie Prostitution statt. Die Gebäude Am Alten Schlachthof, die abgerissen werden sollen, können von dem Angebot Streetwork nicht aufgesucht werden, da das Gelände offiziell abgesperrt ist. Hier sind bereits die Ordnungsbehörden tätig. Der Bereich rund um den Schlachthof hat sich zu einem rechtsfreien Raum entwickelt. Aus Sicht von FFE hält der Sozialraum wenige Angebote vor. In Neu-Endenich finden sich gut situierte Wohngegenden ebenso wie sozial geförderter Wohnungsbau. Einzelne Straßenzüge, wie im Bereich der Kolpingstr/Siemenstraße gelten als auffällig, gekennzeichnet durch Drogen, verbale und körperliche Gewalt und Nachbarschaftsstreitigkeiten. Familien in finanziellen Notlagen und mit hohem Unterstützungsbedarf sind hier häufig zu finden. Für die Jugendlichen in diesem statistischen Bezirk sind zurzeit weder unmittelbar in Neu-Endenich noch im angrenzenden Bezirk Alt- Endenich attraktive Freizeitangebote vorhanden. Die Offene Einrichtung JAP richtet sich mit ihren Angeboten vornehmlich an Kinder. Die beiden Bauvorhaben Vogelsang und Westside bedingen einen zu erwarteten Zuzug von vielen Familien, was einen Anstieg an Bedarfen sozialer Infrastruktur und Unterstützungsangeboten erwarten lässt. Ebenfalls ist mit einem steigenden Kita- und Schulplatzbedarf zu rechnen. Der Bezirk weist eine gute ÖPNV-Anbindung auf.Seite 37 von 137 31 Alt-Endenich ist ein gemischtes Wohngebiet mit einigen Freiflächen. Die Bebauung eines großen Wohnquartiers am ehemaligen Standort „Paulusheim“ mit Grün- und Freianlagen ist in der Entwicklung. Generell ist ein guter Austausch und eine gute Kommunikation zwischen den lokalen Akteuren festzumachen. Der Bezirk verfügt über ein gutes kulturelles Angebot. Eine Offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche ist nicht vorhanden. Der Weg in das Jugendzentrum Am Propsthof („JAP“) im benachbarten Bezirk Neu-Endenich ist für einige Jugendliche aufgrund der Distanz eingeschränkt erreichbar, da der Hermann-Wandersleb-Ring eine Barriere darstellt. Vielmehr wurde der Raum um die Sportanlage an der Josef-Strunck-Halle und die Endenicher Burg zu inoffiziellen Treffpunkten von Jugendlichen. Wegen des Lärms und wegen zerbrochener Bierflaschen an diesen Treffpunkten kam es hin und wieder zu Beschwerden der Anwohner*innen. Mittlerweile wurde der Endenicher Park umfangreich überplant. Hierzu gab es ein Beteiligungsverfahren, in dessen Rahmen der Einsatz eines mobilen Angebotes gewünscht wurde. In Dransdorf leben viele junge Menschen, die unter prekären Lebensverhältnissen aufwachsen. Insbesondere Herausforderungen wie Kriminalität, Verschuldung und Drogenkonsum erhöhen den Bedarf an Jugendarbeit in Dransdorf. Viele Familien, die schon über Generationen Jugendhilfe erfahren, leben in problembehafteten Strukturen, die schwer veränderbar sind. Hilfsangebote werden, trotz geringer Entfernung nicht wahrgenommen. Ein großer Anteil der Eltern in diesem Bezirk ist alleinerziehend. Eine multikulturelle Bevölkerungsstruktur führte in einigen Straßenzügen in der Vergangenheit teilweise zu interkulturellen Konflikten. Grundsätzlich verfügt Dransdorf über viele Angebote zur Unterstützung der Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen. Da es sich aber um einen besonders belasteten Stadtteil handelt, wären weitere Angebote für Kinder und Jugendliche sinnvoll. In der Notunterkunft in der Gerhard-Hauptmann- Straße leben viele Familien schon über einen langen Zeitraum. Ein zentraler Schwerpunkt besteht in der Vernetzung der Akteure vor Ort, um den Austausch über Bedarfe der Heranwachsenden zu forcieren, um Angebote abzustimmen und Kooperationen zu fördern. Dransdorf hat eine gute Verkehrsanbindung in die Innenstadt. Im Planungsraum bieten verschiedene Institutionen Angebote für Kinder und Jugendliche an. Neben Vereinen und kirchlichen Trägern gibt es Institutionen wie den Eltern-Kind-Treff, die an einem festen Standort Veranstaltungen und Informationen rund um das Thema Kinder und Familie anbieten. Als Problemlagen im Rahmen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden sozial benachteiligte Herkunftsmilieus, Mangel an gleichberechtigten Gesprächen mit Erwachsenen, geringe Konsum- und Medienkompetenz, eingeschränktes Verhaltensspektrum in sozialen Situationen, Vernachlässigung, Gewalt, Drogenkonsum, Übergewicht und ein eingeschränktes Berufswahlspektrum genannt. Mögliche Unterstützungsangebote könnten sein: ergänzende Sprachförderung, soziales Kompetenztraining, geschlechterbezogene Gruppenarbeit, niedrigschwellige Arbeit mit Familien, Erziehungs- und Sozialberatung, Bewegungsangebote (z.B. Schwimmkurse) sowie Ferienangebote für ältere Kinder und Jugendliche.Seite 38 von 137 32 4. Schulbezugsraum Innenstadt 4.1 Planungsraum Jugendhilfeplanung 05 Bonn-Mitte (Statistische Bezirke 110 Zentrum-Rheinviertel; 111 Zentrum-Münsterviertel; 112 Wichelshof; 113 Vor dem Sterntor)Seite 39 von 137 33 Altersverteilung 0 – 21 Jahre 4.1.1 Beschreibung des Sozialraums Der Planungsraum umfasst überwiegend innerstädtische Bereiche. Während die Bezirke Zentrum-Rheinviertel und Zentrum-Münsterviertel durch innerstädtische Verkaufsflächen und gewerblich genutzte Flächen sowie besondere kulturelle Angebote wie Theater und Oper geprägt sind, überwiegt die Wohnnutzung in den Bezirken Wichelshof und Vor dem Sterntor. Die Bezirke Zentrum-Rheinviertel sowie Wichelshof bieten Wohnflächen in unmittelbarer Rheinnähe. Der Bezirk Wichelshof erstreckt sich nordöstlich der Altstadt. Es handelt sich um ein gemischtes Wohngebiet mit einigen Handwerksbetrieben und kleineren Läden. Der Bezirk, der von größeren Straßen durchzogen ist, weist eine hohe Einwohnerdichte auf. Der Bezirk Vor dem Sterntor ist sehr dicht besiedelt. Dieser Raum ist gekennzeichnet durch eine enge Bebauung, schmale Straßen, viel Gastronomie, kleine Handwerksbetriebe und kleine Läden. Im Planungsraum liegen sieben Kindertageseinrichtungen, von denen sich zwei als Familienzentren qualifiziert haben. Das Betreuungsangebot in Kindertageseinrichtungen in Bonn- Mitte liegt weit unterhalb der Zielversorgungsquoten. In allen vier Bezirken besteht daher Handlungsbedarf. Nicht nur für die Versorgung der wohnortnahen Bevölkerung ist ein weiterer Ausbau erforderlich. Aufgrund der innerstädtischen Lage mit zahlreichen Einzelhandels- und Bürostandorten ist ein hoher Bedarf für eine arbeitsplatznahe Betreuung gegeben. Im Planungsraum befindet sich in jedem Bezirk ein Schulstandort, mit Ausnahme des Bezirks Zentrum-Münsterviertel. An den drei Grundschulstandorten kann der überwiegenden Mehrheit der Schüler*innen eine Betreuung über Mittag angeboten werden, die Betreuungsquoten liegen jeweils über dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Die Grundschulen im Planungsraum werden in hohem Maße auch von Kindern besucht, für die diese Schulen nicht in unmittelbarer Wohnortnähe liegen. Deutlich sichtbar wird die Beschulung wohnortferner Kinder an der OGS- Versorgungsquote von 130 Prozent, d.h. die Anzahl der OGS-Plätze an den Grundschulen übersteigt die Anzahl der in Planungsraum lebenden Kinder im Alter von sechs bis unter zehn Jahren bei weitem.Statistischer Bezirk öffentlich geförderte Kindertageseinrichtungen 2019/2020 Schulen 110 - Zentrum-Rheinviertel Gemeinschaftsgrundschule Stiftsschule (städt.) 112 - Wichelshof Evangelischer Kindergarten Ev. Lukas-Kirchengemeinde (Familienzentrum ) Marie-Kahle-Gesamtschule (städt.) 112 - Wichelshof Katholischer Kindergarten Sankt Joseph Katholischer Grundschulverbund Marien-/Nordschule ; Standort Nordschule (städt.) 112 - Wichelshof Katholischer Kindergarten St. Remigius 113 - Vor dem Sterntor Katholischer Kindergarten Sankt Marien ( Familienzentrum ) Katholischer Grundschulverbund Marien-/Nordschule; Standort Marienschule (städt.) 113 - Vor dem Sternto
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