211743 · Mitteilungsvorlage
Aufstellung des Bonner Freiraumplans als Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn (IFS)
Kerndaten
- Nummer
- 211743
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 17.11.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
- Sitzung des Sportausschusses Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 211743 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Aufstellung des Bonner Freiraumplans als Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn (IFS) Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 19.01.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 20.01.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 26.01.2022 Kenntnisnahme Sportausschuss 27.01.2022 Kenntnisnahme Naturschutzbeirat 02.02.2022 Kenntnisnahme Beirat Bürgerbeteiligung 11.02.2022 Kenntnisnahme Rat 10.02.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Verwaltung hat mit DS-Nr. 1313742NV13 die notwendige Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn angekündigt. Mit Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda vom 1. Juni 2021, vgl. Punkt 2 der DS-Nr. 201928-38 AA, sind Haushaltsmittel für die Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung bereitgestellt worden. Geschichte der integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn: Mit dem Hauptstadtbeschluss Anfang der 1990er Jahre wurde in Bonn ein Strukturwandel erwartet, für den ein steigender Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen prognostiziert wurde. Zugleich wuchs die Erkenntnis, dass Freiraum in Bonn und der Region ein knappes und wertvolles Gut ist, welches langfristig zu sichern ist. Für diese Sicherung der Freiflächen wurde in den 1990er Jahren das 'Integrierte Freiraumsystem der Stadt Bonn' (IFS 1997) entwickelt, welches 1997 fertig gestellt wurde. 1999 wurde das IFS durch Beschluss des Hauptausschusses als informelle Abwägungsgrundlage für die Bauleitplanung eingeführt (vgl. 9801563NV). Es erfüllt somit die Aufgabe eines Planungs- und Steuerungsinstruments, vorrangig in Zuordnung zum Flächennutzungsplan (FNP), mit dem Ziel der Sicherung und nachhaltigen Entwicklung der Freiflächen im Stadtgebiet von Bonn. Das IFS 1997 besitzt drei inhaltliche Schwerpunkte: Erholungsfunktion, Klima und Biotopstruktur / -vernetzung. Die Hauptziele des beschlossenen IFS 1997 sind:Seite 1 von 3 Seite 2 · · · der Erhalt des ökologischen „Status quo“ im Verhältnis von Siedlungsfläche zu Freiraum, · · · die Verknüpfung der städtischen Freiraumplanung und der angestrebten Siedlungsentwicklung, · · · die Identifikation ökologisch vertretbarer Standorte für eine bauliche Weiterentwicklung, · · · die qualitative Wertsetzung der ökologischen Freiraumfunktionen, · · · die Wertsetzung der Bedeutung von Freiräumen als Lebens- und Erholungsraums der Bevölkerung. Das IFS 1997 wurde in einer analogen Planungsmodellkarte zusammengefasst, welcher umfassende Hintergrundinformationen zu allen Freiflächen der Stadt aus einer zugehörigen Datenbank zugrunde lagen. Daraus abgeleitet wurden Ziele und Maßnahmen wie die Erhaltung, Anreicherung, Entwicklung von Freiflächen für die sogenannten Kernbereiche des IFS. Als Kernbereiche werden Flächen beschrieben, auf denen eine weitere bauliche Entwicklung die Qualität und die Quantität der Freiräume Bonns maßgeblich einschränken würde. Für die Siedlungsbereiche wurden prinzipiell keine Entwicklungsziele, die zu einer Qualifizierung der Innenentwicklung beitragen könnten, benannt. Wichtige Verbindungen wurden abstrakt auch für den Siedlungsraum dargestellt. Ziel dessen ist die Vernetzung der Grünräume für Erholung sowie den unerlässlichen Austausch urbaner Lebensräume für Flora und Fauna. Mit dem IFS 2012 liegt seit 2014 (vgl. Kurzbericht IFS 2012) eine Überarbeitung des Freiraumsystems vor. Sie beinhaltet eine bilanzierende Evaluierung und Aktualisierung der Planungsziele nach 15 Jahren. Grundlage für die Evaluierung und Aktualisierung war die Auswertung von Ratsbeschlüssen und Experteninterviews; die Freiflächen wurden nur anlassbezogen im Einzelfall neu kartiert und bewertet. Der Beschluss des Planungsausschusses von 2014 (vgl. DS-Nr. 1313742), dass das IFS 2012 bei allen flächenrelevanten Planungen zu berücksichtigen ist, ist bis heute in Kraft. Anlass und Zielsetzung der Weiterentwicklung: Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass das IFS 2012 nicht in der Lage ist, Planungsempfehlungen für die aktuellen Herausforderungen der Stadtplanung zu geben, da es sich auf den baulichen Außenbereich konzentriert und Planungshinweise für die Herausforderungen an sich wandelnde Umweltbedingungen fehlen. Mit drei rechtskräftigen Landschaftsplänen gibt es in Bonn zwischenzeitlich flächendeckend ein formelles Planungsinstrument für den gesamten baulichen Außenbereich. Im Kontext der wachsenden Stadt Bonn entstehen Konkurrenzen um knapper werdende Flächen; die Flächeneffizienz muss bedarfsgerecht erhöht werden. Dazu sind strategische Freiraumaussagen und Ziele für das gesamtstädtische Freiraumsystem als Teil der Region notwendig, um auch langfristig ein gesundes und lebenswertes Wohnumfeld für alle derzeit und zukünftig in Bonn lebenden Menschen sicherstellen zu können. Unter anderem zeigen die Extremwetterlagen der letzten Sommer in aller Deutlichkeit den Wert des städtischen Grüns und die bevorstehenden Herausforderungen.Seite 2 von 3 Seite 3 Mit einer überarbeiteten Freiraumplanung soll für die nächsten Jahrzehnte eine strategische Handlungsgrundlage auf gesamtstädtischer Ebene geschaffen werden, die zu den Herausforderungen der Freiraum- und Stadtentwicklung (demografischer Wandel und Wohnraumbedarf, Innenentwicklung, Klimawandel, resiliente Grün- und Freiräume, Biodiversität und Biotopverbund, Multimodalität, Gesundheitsvorsorge) freiraumplanerische Visionen, Ziele und Lösungsansätze zur Weiterentwicklung des Stadtgrüns und der Frei- und Grünräume der Stadt Bonn entwickelt und aufzeigt. Der sogenannte Bonner Freiraumplan soll als Dachstrategie fungieren, die zukünftig neben einem gesamtstädtischen Entwicklungskonzept (1:15.000) auch thematische Schwerpunktthemen behandelt. Neben dem Entwicklungskonzept sollen für Teilbereiche räumliche Vertiefungen erarbeitet werden, die die Intentionen des Freiraumplans auf Projektebene verdeutlichen. Gemäß Beschlusslage werden explizit auch das Aktionsprogramm Biodiversität (vgl. DS-Nr. 211240) und die Aktivitäten zur wassersensitiven Stadt (vgl. DS-Nr. 211387) in der integrierten Planung Berücksichtigung finden. Eine weitere wichtige Planungsgrundlage werden die jeweils aktuellen Erkenntnisse zum Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel bilden. Dabei stellen insbesondere die Projekte ZURES und MUTABOR entscheidende Grundlagen dar (vgl. DS-Nr. 202261 und 211296). Weiteres Vorgehen: Mit Freigabe des Haushalts der Bundesstadt Bonn bereitet die Verwaltung den Auftrag zur Aufstellung des Bonner Freiraumplans als Fortschreibung der Integrierten Freiraumplanung vor. Nach Auftragsvergabe und Grundlagenermittlung wird die konzeptionelle, planerische Arbeit schwerpunktmäßig im Jahr 2022/2023 durchgeführt. Ein Konzept für die Beteiligung der involvierten Fachdienststellen der Verwaltung, übergeordneten Behörden und Institutionen sowie der Öffentlichkeit wird in einer separaten Vorlage im Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorgestellt und beraten. Über den jeweiligen Sachstand und die Möglichkeiten zur Beteiligung am Prozess der Weiterentwicklung wird die Verwaltung in regelmäßigen Mitteilungsvorlagen berichten. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de