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211743 · Mitteilungsvorlage

Aufstellung des Bonner Freiraumplans als Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn (IFS)

Nummer
211743
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
17.11.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 11.02.2022 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 26.01.2022 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.02.2022 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Naturschutzbeirates 05.04.2022 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Rates 10.02.2022 Kenntnisnahme
  6. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 19.01.2022 Kenntnisnahme
  7. Sitzung des Sportausschusses 27.01.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
211743
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Aufstellung des Bonner Freiraumplans als
Weiterentwicklung der Integrierten
Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn (IFS)
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
19.01.2022 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
20.01.2022 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 26.01.2022 Kenntnisnahme
Sportausschuss 27.01.2022 Kenntnisnahme
Naturschutzbeirat 02.02.2022 Kenntnisnahme
Beirat Bürgerbeteiligung 11.02.2022 Kenntnisnahme
Rat 10.02.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung hat mit DS-Nr. 1313742NV13 die notwendige
Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn
angekündigt. Mit Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda vom 1. Juni 2021, vgl. Punkt 2 der DS-Nr. 201928-38 AA, sind
Haushaltsmittel für die Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung
bereitgestellt worden.
Geschichte der integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn:
Mit dem Hauptstadtbeschluss Anfang der 1990er Jahre wurde in Bonn ein
Strukturwandel erwartet, für den ein steigender Bedarf an Wohn- und
Gewerbeflächen prognostiziert wurde. Zugleich wuchs die Erkenntnis, dass
Freiraum in Bonn und der Region ein knappes und wertvolles Gut ist, welches
langfristig zu sichern ist. Für diese Sicherung der Freiflächen wurde in den
1990er Jahren das 'Integrierte Freiraumsystem der Stadt Bonn' (IFS 1997)
entwickelt, welches 1997 fertig gestellt wurde.
1999 wurde das IFS durch Beschluss des Hauptausschusses als informelle
Abwägungsgrundlage für die Bauleitplanung eingeführt (vgl. 9801563NV). Es
erfüllt somit die Aufgabe eines Planungs- und Steuerungsinstruments,
vorrangig in Zuordnung zum Flächennutzungsplan (FNP), mit dem Ziel der
Sicherung und nachhaltigen Entwicklung der Freiflächen im Stadtgebiet von
Bonn. Das IFS 1997 besitzt drei inhaltliche Schwerpunkte: Erholungsfunktion,
Klima und Biotopstruktur / -vernetzung. Die Hauptziele des beschlossenen IFS
1997 sind:Seite 1 von 3
Seite 2
· · · der Erhalt des ökologischen „Status quo“ im Verhältnis
von Siedlungsfläche zu Freiraum,
· · · die Verknüpfung der städtischen Freiraumplanung und
der angestrebten Siedlungsentwicklung,
· · · die Identifikation ökologisch vertretbarer Standorte für
eine bauliche Weiterentwicklung,
· · · die qualitative Wertsetzung der ökologischen
Freiraumfunktionen,
· · · die Wertsetzung der Bedeutung von Freiräumen als
Lebens- und Erholungsraums der Bevölkerung.
Das IFS 1997 wurde in einer analogen Planungsmodellkarte
zusammengefasst, welcher umfassende Hintergrundinformationen zu allen
Freiflächen der Stadt aus einer zugehörigen Datenbank zugrunde lagen.
Daraus abgeleitet wurden Ziele und Maßnahmen wie die Erhaltung,
Anreicherung, Entwicklung von Freiflächen für die sogenannten Kernbereiche
des IFS. Als Kernbereiche werden Flächen beschrieben, auf denen eine
weitere bauliche Entwicklung die Qualität und die Quantität der Freiräume
Bonns maßgeblich einschränken würde.
Für die Siedlungsbereiche wurden prinzipiell keine Entwicklungsziele, die zu
einer Qualifizierung der Innenentwicklung beitragen könnten, benannt. Wichtige
Verbindungen wurden abstrakt auch für den Siedlungsraum dargestellt. Ziel
dessen ist die Vernetzung der Grünräume für Erholung sowie den
unerlässlichen Austausch urbaner Lebensräume für Flora und Fauna.
Mit dem IFS 2012 liegt seit 2014 (vgl. Kurzbericht IFS 2012) eine Überarbeitung
des Freiraumsystems vor. Sie beinhaltet eine bilanzierende Evaluierung und
Aktualisierung der Planungsziele nach 15 Jahren. Grundlage für die
Evaluierung und Aktualisierung war die Auswertung von Ratsbeschlüssen und
Experteninterviews; die Freiflächen wurden nur anlassbezogen im Einzelfall
neu kartiert und bewertet. Der Beschluss des Planungsausschusses von 2014
(vgl. DS-Nr. 1313742), dass das IFS 2012 bei allen flächenrelevanten
Planungen zu berücksichtigen ist, ist bis heute in Kraft.
Anlass und Zielsetzung der Weiterentwicklung:
Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass das IFS 2012 nicht in der
Lage ist, Planungsempfehlungen für die aktuellen Herausforderungen der
Stadtplanung zu geben, da es sich auf den baulichen Außenbereich
konzentriert und Planungshinweise für die Herausforderungen an sich
wandelnde Umweltbedingungen fehlen. Mit drei rechtskräftigen
Landschaftsplänen gibt es in Bonn zwischenzeitlich flächendeckend ein
formelles Planungsinstrument für den gesamten baulichen Außenbereich.
Im Kontext der wachsenden Stadt Bonn entstehen Konkurrenzen um knapper
werdende Flächen; die Flächeneffizienz muss bedarfsgerecht erhöht werden.
Dazu sind strategische Freiraumaussagen und Ziele für das gesamtstädtische
Freiraumsystem als Teil der Region notwendig, um auch langfristig ein
gesundes und lebenswertes Wohnumfeld für alle derzeit und zukünftig in Bonn
lebenden Menschen sicherstellen zu können. Unter anderem zeigen die
Extremwetterlagen der letzten Sommer in aller Deutlichkeit den Wert des
städtischen Grüns und die bevorstehenden Herausforderungen.Seite 2 von 3
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Mit einer überarbeiteten Freiraumplanung soll für die nächsten Jahrzehnte eine
strategische Handlungsgrundlage auf gesamtstädtischer Ebene geschaffen
werden, die zu den Herausforderungen der Freiraum- und Stadtentwicklung
(demografischer Wandel und Wohnraumbedarf, Innenentwicklung,
Klimawandel, resiliente Grün- und Freiräume, Biodiversität und Biotopverbund,
Multimodalität, Gesundheitsvorsorge) freiraumplanerische Visionen, Ziele und
Lösungsansätze zur Weiterentwicklung des Stadtgrüns und der Frei- und
Grünräume der Stadt Bonn entwickelt und aufzeigt. Der sogenannte Bonner
Freiraumplan soll als Dachstrategie fungieren, die zukünftig neben einem
gesamtstädtischen Entwicklungskonzept (1:15.000) auch thematische
Schwerpunktthemen behandelt. Neben dem Entwicklungskonzept sollen für
Teilbereiche räumliche Vertiefungen erarbeitet werden, die die Intentionen des
Freiraumplans auf Projektebene verdeutlichen.
Gemäß Beschlusslage werden explizit auch das Aktionsprogramm Biodiversität
(vgl. DS-Nr. 211240) und die Aktivitäten zur wassersensitiven Stadt (vgl. DS-Nr.
211387) in der integrierten Planung Berücksichtigung finden. Eine weitere
wichtige Planungsgrundlage werden die jeweils aktuellen Erkenntnisse zum
Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel bilden. Dabei stellen
insbesondere die Projekte ZURES und MUTABOR entscheidende Grundlagen
dar (vgl. DS-Nr. 202261 und 211296).
Weiteres Vorgehen:
Mit Freigabe des Haushalts der Bundesstadt Bonn bereitet die Verwaltung den
Auftrag zur Aufstellung des Bonner Freiraumplans als Fortschreibung der
Integrierten Freiraumplanung vor. Nach Auftragsvergabe und
Grundlagenermittlung wird die konzeptionelle, planerische Arbeit
schwerpunktmäßig im Jahr 2022/2023 durchgeführt. Ein Konzept für die
Beteiligung der involvierten Fachdienststellen der Verwaltung, übergeordneten
Behörden und Institutionen sowie der Öffentlichkeit wird in einer separaten
Vorlage im Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorgestellt
und beraten.
Über den jeweiligen Sachstand und die Möglichkeiten zur Beteiligung am
Prozess der Weiterentwicklung wird die Verwaltung in regelmäßigen
Mitteilungsvorlagen berichten.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 19:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de