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211699 · Beschlussvorlage

Beitritt der Stadt Bonn zum “Städte gegen Food Waste”-Netzwerk

Nummer
211699
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
23.09.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.09.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
211699
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Beitritt der Stadt Bonn zum “Städte gegen Food
Waste”-Netzwerk
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
23.09.2021 Entscheidung
Begründung der Dringlichkeit:
Die Vorlage konnte aufgrund notwendiger verwaltungsinterner Abstimmung
nicht fristgerecht zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda eingereicht werden.
Der Start der Initiative „Städte gegen Food Waste“ - eine "Too Good To Go"
Initiative ist in der 47. KW 2021 im Rahmen der Europäischen Woche zur
Abfallvermeidung vorgesehen.
Für die Stadt Bonn ist es von besonderem Interesse, als eine der
Erstunterzeichnenden-Städte beim Launch der Initiative dabei zu sein, um dem
Thema und dem Bonner Engagement bestmögliche öffentliche Wahrnehmung
zu ermöglichen. Da die nächste regulär zu erreichende Sitzung des
Ausschusses für Klima, Umwelt und Lokale Agenda erst am 25. November
2021 stattfindet, ist es erforderlich, die Beschlussvorlage in der kommenden
Sitzung am 23. September 2021 zu behandeln.
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, dem Netzwerk “Städte gegen Food Waste” der
"Too Good To Go" Initiative mit der entsprechenden Absichtserklärung
beizutreten.
Begründung
Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 07.02.2019 (DS-Nr. 1910042) ist die Stadt
Bonn dem Netzwerk der Bio-Städte beigetreten. Die Bio-Stadt-Aktivitäten
Bonns werden personell durch eine eigene Stelle innerhalb des Lokale Agenda-
Büros im Amt für Umwelt und Stadtgrün koordiniert bzw. durchgeführt. Die
Ausrufung des Klimanotstands und Klimaneutralitätsbeschlüsse in vielen Bio-
Städten tragen zur Erweiterung der Themen der Bio-Städte bei. Dies sind u.a.
Themen wie der Zusammenhang zwischen ökologischer Landwirtschaft und
Klimaschutz und die Vermeidung der Lebensmittelverschwendung.
Der Aktuelle Food Waste Index Report 2021 von UNEP schätzt dieSeite 1 von 5
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Lebensmittelabfälle aus Haushalten, dem Einzelhandel und der
Lebensmittelindustrie auf insgesamt 931 Millionen Tonnen pro Jahr. Fast 570
Millionen Tonnen dieser Abfälle fallen in den Haushalten (61%) an. Der Bericht
zeigt auch, dass der weltweite Durchschnitt 74 kg pro Kopf an
Lebensmittelabfällen pro Jahr von Ländern mit niedrigem bis mittlerem
Einkommen beträgt. Laut des UN-Reports werden 17% von weltweit
produzierten Lebensmitteln verschwendet. Die Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, schätzt, dass
weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verloren gehen. Ein Drittel
der gesamten landwirtschaftlichen Produktion. Lebensmittelverschwendung zu
reduzieren ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz,
vor allem trägt er zur Ernährungssicherung bei.
In Zeiten der Corona-Pandemie bekommt Lebensmittelverschwendung durch
eingeschränkt geöffnete und arbeitende Gastronomie, Hotels und Caterer eine
besonders dramatische Aktualität. Den Großmärkten fehlen die Abnehmer und
so entstehen Überschüsse an Großpackungen und frischer Ware. Mit jedem
weggeworfenen Lebensmittel gehen wertvolle Ressourcen wie Wasser,
Energie und u.a. Arbeitskraft verloren.
Die “Städte gegen Food Waste”-Initiative von "Too Good To Go" richtet sich an
Städte, die ihr Nachhaltigkeitsengagement erhöhen, eine Vorreiterrolle bei der
Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung einnehmen und sich für mehr
Wertschätzung für Lebensmittel einsetzen wollen. "Too Good To Go" ist ein
führendes Social-Impact-Unternehmen zur Lebensmittelrettung mit einer breit
aufgestellten Engagement- und Bildungsarbeit (Kampagnen, Schulungsmaterial
und Knowledge Hub).
Das Ziel der o.g. Initiative ist es, durch die Förderung von Umverteilung und
durch Präventionsmaßnahmen die Lebensmittelverschwendung vor Ort zu
reduzieren. Die Initiative besteht aus drei Aktionsplänen gegen die
Verschwendung:
- Ziele setzen,
- zur Rettung ermutigen und
- Bewusstsein schaffen.
Dabei sollen lokale Betriebe (Gastronomie, Bäckereien, Supermärkte) ebenso
eingebunden werden wie lokale zivilgesellschaftliche Initiativen. Durch
begleitende Kommunikationsmaßnahmen sollen das öffentliche Bewusstsein
gesteigert und weitere Akteure zum Handeln inspiriert werden. Die Ziele der
Initiative ergänzen somit die Ziele, die Bonn als Bio-Stadt bereits hat, auf
optimale Weise.
Als Initiator und Partner des Netzwerkes koordiniert "Too Good To Go" die
Initiative und unterstützt die Städte in der praktischen Umsetzung der
Maßnahmen und bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Die Initiative startet offiziell im Herbst 2021 (47. KW) und wird durch eine
großangelegte Kommunikation begleitet. Praktische Maßnahmen werden von
den Städten selbst festgelegt. Die Laufzeit der Initiative beträgt zunächst zweiSeite 2 von 5
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Jahre. Die Absichtserklärung „Auf dem Weg zur Stadt ohne Food Waste“ ist
der Vorlage als Anlage beigefügt.
Durch die Mitgliedschaft entstehen keine Kosten. Die in der
Absichtserklärung genannten Aktivitäten werden im Rahmen der Bio-Stadt-
Aktivitäten durch die städtische Bio-Stadt-Koordinatorin organisiert bzw.
koordiniert. Ein Mehrwert für Bonn entsteht einerseits durch fachlichen
Austausch der Mitgliedsstädte im Netzwerk und andererseits durch die
Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit, z.B. durch das Zurverfügungstellen von
Know-How und Kommunikationskanälen.
Der Bundesvorstand von foodsharing und Bonner Tafel begrüßen eine
mögliche Mitgliedschaft der Bundesstadt Bonn bei der Kampagne „Städte
gegen Food Waste“.
Anlage/n
1 Absichtserklärung - Auf dem Weg zur Stadt ohne Food Waste (öffentlich)Seite 3 von 5
AUF DEM WEG ZUR
STADT OHNE FOOD WASTE
Mit dem Ziel, gemeinsam gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen, bringt Too Good To
Go engagierte Städte im Netzwerk der “Städte gegen Food Waste” zusammen.
Die Mehrheit der Menschen lebt in Städten. Dort arbeiten sie, konsumieren, essen … und
verschwenden; so fallen in Städten bis zu 70 % der Lebensmittelverschwendung in der EU an. Die
Herausforderung, die diese Verschwendung für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und vor
allem unsere Umwelt darstellt, ist enorm. Städte sind unerlässlich, um eine positive
Ernährungswende voranzutreiben. Und dabei zahlen die Bemühungen auf mehrere der globalen
Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für 2030 ein.
Wir freuen uns sehr, die Stadt Bonn in unserem “Städte gegen Food Waste”-Netzwerk begrüßen zu
dürfen. Der Startpunkt für die Teilnahme an der Initiative ist die Unterzeichnung dieser Erklärung
"Auf dem Weg zur Stadt ohne Food Waste". Sie bekräftigt das Engagement Ihrer Stadt und legt die
Aktionslinien fest, die von Bonn im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ausgeführt werden.
Die Initiative basiert auf drei Säulen: Ziele setzen & kommunizieren, Förderung der Umverteilung
von Lebensmitteln und Vermeidung der Verschwendung durch Bewusstseinsbildung. Die
Partnerstädte verpflichten sich zur Zielsetzung und Kommunikation sowie der Durchführung
mindestens einer Aktion im Bereich der Umverteilung oder Prävention, werden aber ermutigt,
darüber hinauszugehen. Too Good To Go wird die Städte bei ihren lokalen Bemühungen
unterstützen. So stellen wir den Online-Auftritt der Initiative bereit, begleiten deren Launch und
Entwicklung kommunikativ und bieten gegebenenfalls praktische Unterstützung bei der
Durchführung einzelner Aktionen vor Ort.
1 ZIELE SETZEN & KOMMUNIZIEREN
In ihrem Vorhaben, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, sind Städte ermutigt, konkrete
und zeitnah zu erreichende Ziele zu setzen, die dann auf dem Weg hin zur Stadt ohne Food Waste
richtungsweisend sind. Der Einsatz gegen die Verschwendung soll in die Öffentlichkeit getragen
werden, um so Bewusstsein für das Problem und mögliche Lösungen zu schaffen und weitere
Akteure zum Handeln zu inspirieren.
Die Stadt Bonn sagt folgende Maßnahmen zu:
➢ Ihre Teilnahme an dieser Initiative und ihre Bemühungen im Kampf gegen die
Lebensmittelverschwendung öffentlich kommunizieren durch
○ gemeinsame großangelegte Kommunikation zum Launch der Initiative, auf
den eigenen Kanälen und den Kanälen der Initiative und von Too Good To Go
○ regelmäßige Updates zum Fortschritt der lokalen Bemühungen und bei
Interesse Erfahrungsaustausch im Netzwerk der Städte gegen Food WasteSeite 4 von 5
2 UMVERTEILUNG: BETRIEBE ZUM ESSEN RETTEN ERMUTIGEN
Genießbare Lebensmittel dürfen nicht in der Tonne landen. Dafür soll überschüssiges Essen von
lokalen Betrieben, Mensen, Verwaltungskantinen oder von Veranstaltungen gerettet werden.
Die Stadt Bonn sagt folgende Maßnahmen zu:
➢ Lokale Betriebe wie Cafés, Restaurants, Bäckereien oder Supermärkte aufklären über
die Vorteile der Lebensmittelrettung und mögliche Lösungen gegen die
Verschwendung durch:
○ das Teilen von Informationsmaterial oder Verweis auf eine Webseite zum
Thema und/oder
○ die Organisation eines (Online-) Workshops oder einer
Informationsveranstaltung zur Vorstellung von Lösungen
➢ Und/oder Betreiber:innen von Mensen oder Verwaltungskantinen oder Planer:innen
städtischer Großveranstaltungen dazu ermutigen, Lebensmittel zu retten
➢ Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Kantinen- oder Veranstaltungsgäste auf die
Möglichkeit der Lebensmittelrettung aufmerksam machen
3 PRÄVENTION: BÜRGERINNEN UND BÜRGER AUFKLÄREN
Über 50% der Lebensmittelverschwendung findet in Privathaushalten statt. Durch
Aufklärung soll Bewusstsein geschaffen und den Menschen hilfreiches Wissen vermittelt
werden, um bei sich zuhause Verschwendung zu vermeiden und nachhaltig zu konsumieren.
Die Stadt Bonn sagt folgende Maßnahmen zu:
➢ Bürgerinnen und Bürger informieren über die Lebensmittelverschwendung und
mögliche Lösungen durch
○ öffentliche Veranstaltung, z.B. mit Lösungsanbietern, lebensmittelrettenden
Betrieben und der Zivilgesellschaft und/oder
○ Teilen von Informationsmaterial oder Verweis auf eine Webseite zur
Vermeidung und Bekämpfung von Food Waste
Die Kooperation zwischen der Stadt Bonn und Too Good To Go läuft ab dem Datum der
Unterzeichnung. Die zugesagten Aktionen sollen ab dem Launch der Initiative innerhalb der
nächsten zwei Jahre umgesetzt werden.
________________________________ ________________________________
Stadt Bonn Too Good To Go
Datum: ____ / ____ / 20___Seite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 17:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de