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211698 · Antrag

CDU-Antrag: Begrünung der Gleise der Siebengebirgsbahn und im Stadtbezirk Beuel

Nummer
211698
Art
Antrag
Veröffentlicht
16.09.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 16.09.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 02.02.2022

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 02.02.2022 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 2,5 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 211698-02 ST Begrünung der Gleise der Siebengebirgsbahn und im Stadtbezirk Beuel

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Antrag
öffentlich
211698
Antragsteller/in:
Werner Koch
Marco Rudolph
CDU Bezirksfraktion Beuel
Dr. Dominique Löbach
15.09.2021 gez. Mohn
CDU-Antrag: Begrünung der Gleise der
Siebengebirgsbahn und im Stadtbezirk Beuel
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Beuel 06.10.2021 Entscheidung
Inhalt des Antrags
1. Die Bezirksvertretung Beuel spricht sich für eine schrittweise Begrünung
(wahlweise mit Sedum oder Rasen) der Siebengebirgsbahn-Trasse zwischen
„Auf dem Grendt und Ernststraße“ aus und bittet Verwaltung sowie SWB um
eine tiefergehende Prüfung.
2. Eine Begrünung des unabhängigen Bahnkörpers der Siebengebirgsbahn
soll schrittweise erfolgen und zeitgleich mit anstehenden Bauarbeiten erfolgen.
3. Als erstes Teilstück kommt der Abschnitt zwischen der DB/SWB-Brücken
Auf dem Grendt, Kreuzherrenstraße im Zuge der Brückenneubauten durch die
S13-Planung in Frage.
4. Beim anstehenden barrierefreien Umbau von Haltestellen (Limperich,
Küdinghoven, Oberkassel Nord, Oberkassel Mitte und Oberkassel Süd) sollen
die zukünftigen Fahrgastunterstände ein mit Sedum begrüntes Dach und
rankenden Kletterpflanzen erhalten.
5. Zur Finanzierung der schrittweisen Gleisbegrünung sollen sowohl
städtebauliche Fördergelder beim Bund als auch beim Land NRW in Form des
Fördertopf Klima-Resilienz-Programm NRW in Betracht gezogen werden.
6. Für in der DRS 190238-02 befindliche Übersichtsplan Bahnkörper Mai
2021enthält im Stadtbezirk Beuel weitere für machbar gekennzeichnete
weiteren Trassenabschnitte. Die Verwaltung wird zusammen mit den SWB
gebeten, dafür einen Zeitplan zur schrittweisen Begrünung vorzulegen.
Begründung
Zu 1) Begrünte Gleise haben einen positiven Effekt auf das örtliche Klima. Ein
großer Teil der Niederschlagsmenge wird durch die Begrünung gebunden.
Durch die Verdunstung kann insbesondere in den Sommermonaten die
Lufttemperatur gesenkt werden. Ein Liter verdunstetes Wasser kann etwa 200Seite 1 von 6
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Kubikmeter Luft um bis zu 10 Grad Kelvin abkühlen. Beispielhaft hat die TU
Dresden in einem Modell die 100.000 Quadradmeter umfassende
Gleisbegrünung in Dresden berechnet: https://www.dvb.de/de-
de/meta/presse/pressemitteilungen/2013/05/15/rasengleise-unterstützen-gutes-
stadtklima
Auch in der Luft befindliche Schadstoffe wie Feinstaub werden gebunden.
Ferner trägt Rasengleis zu einer Lärmminderung von etwa 3 Dezibel bei und
leistet einen erheblichen Beitrag zur Biodiversität. Ein weiterer positiver Effekt
ist der Wegfall von regelmäßigen Herbizit-Einsätzen, die bisher durch die
Freihaltung des Gleisschotters vor Pflanzen zu bewerten.
In dem Abschnitt verkehren die Bahnen der Linie 62, 65 sowie 66 auf einem
unabhängigen Gleiskörper durch die LiKüRa-Orte und Oberkassel und ist mit
Ausnahme des Tunnelabschnittes in Ramersdorf für eine Gleisbegrünung
geeignet. Mit Hilfe einer Umgestaltung hin zu Grüngleis können viele positive
Effekte mit geringem Aufwand erzielt werden: Teile der Trasse befinden sich
entlang des alten Rheinarms, eine bedeutsame Kaltluftschneise im Beueler
Süden. Weitere Bebauungen und Versiegelungen – dazu gehören das
Gärtnereigelände am Landgrabenweg sowie der Seilbahn-Endpunkt
Schießbergweg – haben eine Schwächung der Kaltluftschneise zur Folge. Die
Gleisbegründung kann diese Auswirkungen in gewissen Maßen kompensieren.
Die zu begrünende Fläche beziffert sich auf etwa 25.000 Quadratmeter.
Zu 2) Im Streckennetz der SWB / SSB gibt es bereits einen 1,9 Kilometer
langen Teilabschnitt mit Sedumbegrünung in Rhöndorf. Diese Gleisbauart ist
ebenfalls als ein unabhängiger Bahnkörper ausgeprägt und liegt
außerstädtisch. Dieser eingleisige Abschnitt zwischen Königswinter und Bad
Honnef ist mit dem Bahnkörper durch die LiKüRa-Orte und Oberkassel
vergleichbar. Ein Umbau sollte daher machbar sein. Auch in anderen Städten
haben Nahverkehrsunternehmen wie bspw. in Dresden neben innerstädtischen
Abschnitten auch in den Außenbezirken bestehende, unabhängige Gleiskörper
begrünt. Beispielhaft sind hier der Endpunkt Dresden-Leutewitz, Gleisschleife,
im Dresdner Westen, die Münzmeisterstraße kurz vor dem Endpunkt Dresden-
Zschertnitz im Süden sowie im Dresdner Südosten der Abschnitt Jacob-Winter-
Platz nahe des Endpunktes Dresden-Prohlis zu erwähnen.
Zu 3) Die DB wird ab 2024 / 2026 die Brückenbauwerke Kreuzherrenstraße und
Auf dem Grendt niederlegen und neu bauen. Entsprechende Sperrzeiten
können für die Umgestaltung des Gleiskörpers in Betracht gezogen werden.
Zu 4) Die genannten Haltestellen ist bisher nicht barrierefrei ausgebaut und
stehen teilweise auf der Prioritätenliste für die nächsten Jahre. Entsprechend
kann für die Haltestellenplanung eine Begrünung der Fahrgastunterstände
mitgeplant werden. Auch eine abschnittsweise Gleisbegrünung sollte geprüft
werden.
Zu 5): Zum Klima-Resilienz-Programm NRW:„Das betrifft zum einen
Investitionen, um Hitze vorzubeugen: Zum Beispiel sind Grünflächen oder eine
Dach- und Fassadenbegrünung in unmittelbarer Wohnungsnähe von enormer
Bedeutung für das Mikroklima und das Wohlbefinden der Menschen.
Förderfähig sind darüber hinaus Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen
oder zur Förderung der Verdunstung zur Minderung des urbanenSeite 2 von 6
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Wärmeinseleffekts.“ https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/nordrhein-
westfaelisches-konjunkturprogramm-greift-kommunen-bei-der-klimaanpassung
Zu 6) Zwischen Kennedybrücke und Konrad-Adenauer-Platz könnte der
besondere Bahnkörper begrünt werden.
Anlage/n
1 Schreiben der Dresdner Verkehrsbetriebe AG zum Thema Rasengleise in
Dresden (öffentlich)Seite 3 von 6
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