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211572 · Beschlussvorlage: Einleitung

Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport zur Ausstellung Maria Lassnig"

Nummer
211572
Art
Beschlussvorlage: Einleitung
Veröffentlicht
07.09.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 29.09.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage: Einleitung
öffentlich
211572
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport
zur Ausstellung Maria Lassnig"
Beratungsfolge
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
29.09.2021 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Maßnahme „Kunsttransport zur
Ausstellung Maria Lassnig“ wird zugestimmt.
Begründung
Das Kunstmuseum Bonn zeigt im Zeitraum 09.02. bis 08.05.2022 eine große
Einzelausstellung der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (*1919 in
Kappel am Krappfeld – Kärnten, Österreich – 2014) mit circa 50 Arbeiten aus
dem gesamten Zeitraum ihres Schaffens. Die Ausstellung umfasst
voraussichtlich 45 Gemälde und Grafiken sowie einen Film. Die Leihgaben
kommen fast ausschließlich von institutionellen Leihgebern und Museen aus
Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz.
Der Kunsttransport zur Ausstellung soll im Oktober 2021 beschränkt
ausgeschrieben werden. Zur Angebotsabgabe können aus folgenden Gründen
nur 4 Firmen aufgefordert werden:
Ein Kunsttransport kann nach seiner Eigenart nur von einem beschränkten
Kreis von Unternehmen in geeigneter Weise ausgeführt werden, da hierzu
außergewöhnliche Fachkunde oder Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit
erforderlich ist. Ein Kunsttransport birgt im Wesentlichen drei Risiken:
klimatische Gefahren, Gefahren durch Bewegung (Stöße, Vibration usw.) und
Sicherheitsrisiken. Es ist die Aufgabe des Transportunternehmens, diese
Risiken weitestgehend zu minimieren. Hierzu sind außergewöhnliche
Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit notwendig.
Fachkunde: Der Umgang mit Kunstwerken verlangt zunächst hohe
konservatorische Kenntnisse, denn die Mitarbeiter des Transportunternehmens
müssen die Kunstwerke anfassen, festhalten, tragen, bewegen, verpacken.
Kunstwerke sind empfindlich: Arbeiten auf Papier müssen vor Licht geschützt
werden, Ölgemälde mit feinen Craquelés vertragen keine Erschütterungen und
Temperaturschwankungen, da sich Farbpartikel ablösen können. Das HandlingSeite 1 von 3
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solcher Objekte verlangt deshalb nicht nur Fachkunde sondern auch
Besondere Leistungsfähigkeit in Form von besonderen
Transportvorrichtungen und –materialien wie z.B. Klimakisten für Gemälde oder
Transportrahmen. Diese müssen chemisch unbedenklich, stabil und individuell
auf Maß angefertigt sein. Diese besondere Leistungsfähigkeit spiegelt sich
auch in dem Einsatz eines luftgefederten, klimatisierten, mit Alarmanlage und
ABS sowie elektronischer Wegfahrsperre und zwei Fahrern versehenen
Kraftfahrzeugs aus, die zum notwendigen Standard gehören. Der besondere
Innenaufbau der Kunsttransportfahrzeuge zum Festsetzen der verpackten
Kunstwerke durch Spanngurte und Stangen ist notwendig, um das Kulturgut
sicher zu transportieren. Die Fahrzeuge müssen zudem mit einer
leistungsstarken Hebebühne ausgestattet sein, die das Be- und Entladen von
hohen Gewichten garantiert.
Zuverlässigkeit: Diese wird sowohl vom Personal als auch in Bezug auf
Sicherheitsanforderungen und Terminfahrten verlangt.
Diese besonderen Anforderungen machen deutlich, dass nicht jede Spedition
geeignet ist, Kunsttransporte durchzuführen und haben zu einer Spezialisierung
geführt. Für Kunsttransporte, wie sie das Ausmaß der Wechselausstellungen
im Kunstmuseum Bonn i.d.R. erfordern, kommen nur 4 Fach- bzw.
Kunsttransport-Speditionen in Betracht.
Die Finanzierung erfolgt aus dem für die Wechselausstellung vorgesehenen
Budget und anteilig aus Drittmitteln.
Als weitere Information über die Künstlerin und die Ausstellung ist folgender
Kurztext angefügt:
Von frühen Selbstbildnissen zu Körperbewusstseinsbildern, die ein sehr
eigenständiges und fundamentales Nachdenken über Malerei darstellen, bis hin
zu ihren Filmen und Zeichnungen wird das Werk der Künstlerin in der
Ausstellung „Maria Lassnig. Wach bleiben“ umfänglich vorgestellt.
Maria Lassnig gehört zu einer Generation von Künstlerinnen, die in einem
männlich dominierten Kunstbetrieb gearbeitet haben. Sie wurde
wahrgenommen und hatte durchaus auch Ausstellungsmöglichkeiten, aber
berühmt für die großartige künstlerische Position, die sie in ihren Bildern in
einsamer Auseinandersetzung mit sich selbst ausformuliert hat, wurde sie erst
ganz am Ende ihres Lebens und in der Folge dann auch mit verschiedenen
Preisen und Ausstellungen geehrt, die ihre visionäre und impulsgebende
Leistung für die Malereigeschichte anerkennen.
Heute stellen ihre Arbeiten einen Meilenstein der Kunstgeschichte dar und sie
überzeugen durch ihre Aktualität und Relevanz, die sie für unser Leben
besitzen. Themen wie die Selbstbetrachtung und Selbstwahrnehmung, die
Reflexion des Körpers, die Isolation und die Komplikationen der Kommunikation
scheinen fast eine „Handlungsanweisung“ für komplexe und schwierige Zeiten
zu thematisieren. Etwas, das uns vor der Folie unserer gegenwärtigen
Erfahrung mehr als vertraut erscheint.
Ihre künstlerische Auseinandersetzung ist von existenzieller Dimension. SieSeite 2 von 3
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stellt Fragen, nach dem Selbst. Kunst ist immer ein Impulsgeber für
gesellschaftliche Diskurse, in diesem Zusammenhang ist für uns diese
Ausstellung nicht nur relevant, sondern sie setzt ein wichtiges Zeichen für
unsere Lebensperspektive.
Vergabeart
öffentlich offen (EU) aufgeforderte Firmen
x beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem
Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw.
Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der
vorgeschriebenen Vergabeart
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
BN-2021-3228 VOB x UVgO VgV Dezember 2021 bis Mai
2022 88.000 €
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto (konsumtiv) /
Finanzposition (investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle (investiv)
04.09 Kunstmuseum 528000 4130248/4130202
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von Haushaltsresten Mittel
ja x nein ja x nein freigegeben x vorgesehen
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 22:21 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de