211557 · Mitteilungsvorlage
Verkehrsuntersuchung für den Bereich Endenich Nord / Weststadt Nord
Kerndaten
- Nummer
- 211557
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 15.09.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 211557 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Verkehrsuntersuchung für den Bereich Endenich Nord / Weststadt Nord Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 30.09.2021 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 05.10.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Bezirksvertretung Bonn hat in Ihrer Sitzung am 08.07.2019 die Verwaltung mit der Erstellung eines Verkehrs- und Umsetzungskonzeptes für den Bereich Endenich Nord / Weststadt Nord beauftragt (vgl. DS 1911765NV2). Die Verwaltung hat daraufhin eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die unter Berücksichtigung der städtebaulichen Überlegungen zur Neustrukturierung des Gebiets beidseits der Immenburgstraße eine Einschätzung zur Verkehrsabwicklung zum aktuellen Zeitpunkt sowie nach Umsetzung entsprechender Entwicklungen darstellt. Darüber hinaus werden erforderliche Umsetzungsmaßnahmen sowie deren Wirkungspotential aufgeführt. Dazu zählt insbesondere auch eine Betrachtung der im Antrag formulierten Fuß- und Radwegeverbindungen in Richtung Endenich und Bonner Innenstadt sowie eine Betrachtung der Leistungsfähigkeiten an den Knotenpunkten. Um eine fundierte Einschätzung zur Verkehrsabwicklung sowie der Leistungsfähigkeiten abgeben zu können, wurden anhand des bestehenden Netzmodells der Stadt Bonn sowie einer verkehrstechnischen Untersuchung aus dem Jahr 2018 zur Endenicher Straße die vorliegende Verkehrsbelastung für das Jahr 2021 ermittelt. Da nicht mit einer Umsetzung sämtlicher Maßnahmen bis zum Jahr 2025 auszugehen ist, wurde für den Planfall (Umsetzung der geplanten Entwicklungen) der Berechnungshorizont für das Jahr 2030 angesetzt. Dabei sind zur Plausibilisierung der Verkehrsdaten neben den städtebaulichen Entwicklungen im Bereich des Innovationsdreiecks auch die verkehrlichen Auswirkungen der nahegelegenen Entwicklungsgebiete, u.a. Am Vogelsang, WestSide und Campus Endenich, berücksichtigt worden. Ergänzend zum Ist-Zustand bzw. Planfall wurde im Rahmen der Verkehrssimulation eine weitere Variante geprüft. In dieser Variante wird eine Berechnung für den Planfall 2030 inklusive einer weiteren Verbindungsstraße zwischen Immenburgstraße und Endenicher Straße vollzogen. Die zusätzliche Verbindungsstraße soll sich räumlich in einer Achse zwischen Am Dickobskreuz und der Kaufmannstraße befinden. Dieser Leitgedanke einer verlängerten Kaufmannstraße entstammt im Grundsatz dem Masterplan Innere Stadt aus dem Jahr 2011. Bei der Betrachtung der Leistungsfähigkeiten wurden 15 Knotenpunkte imSeite 1 von 38 Seite 2 sogenannten Innovationsdreieck sowie entlang der Endenicher Straße, Auf dem Hügel und Am Propsthof untersucht (siehe S. 18, Tabelle 2). Bestandssituation: Das Gebiet zwischen Endenicher Straße, BAB 565 und der DB-Strecke zeichnet sich im Bestand vorwiegend durch Gewerbenutzungen aus. Aufgrund der Immissionen der Müllverwertungsanlage (MVA) sind Wohnnutzungen vorwiegend im Bereich zwischen Karlstraße, Immenburgstraße, Hein-Moeller- Straße und Endenicher Straße sowie entlang der Verdistraße vorhanden. Die Erschließung, insbesondere für den Schwerverkehr, erfolgt aufgrund der guten Anbindung an das übergeordnete Straßennetz über die Karlstraße sowie nach Norden über die Straße Am Dickobskreuz in Richtung Am Propsthof. Aufgrund der geringen Anzahl von Zufahrtstraßen sowie der Knotenpunktausgestaltung ist eine Zufahrt in das Gebiet aus Richtung Süd- Westen (Endenicher Ei) ausschließlich über die Karlstraße möglich. In diesem Zusammenhang ist die Einführung von Einbahnstraßenregelungen kritisch zu sehen, da lediglich eine Verkehrsverlagerung erfolgt, welche die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte weiter beeinträchtigt. Zudem ist mit höheren Fahrgeschwindigkeiten zu rechnen. (sh. DS 200043-2 ST). Die Leistungsfähigkeit der untersuchten Knotenpunkte ist in zwei Gruppen zu unterteilen. Die Knotenpunkte entlang der Endenicher Straße weisen bereits im Bestand eine hohe Auslastung auf und sind daher in der Spitzenstunde als begrenzt leistungsfähig anzusehen. Der Knotenpunkt Karlstraße / Endenicher Straße weist ebenfalls eine hohe Grundbelastung auf, besitzt im Gegensatz zu den ähnlich stark belasteten Knotenpunkten noch geringfügige Kapazitäten bei der Verkehrsabwicklung. Alle anderen untersuchten Knotenpunkte weisen grundsätzlich noch ausreichende Reserven auf (vgl. S19, Tabelle 3: Ergebnis der AKF-Untersuchung). Städtebauliche Entwicklungen „Innovationsdreieck“: Die Quartier Bonn West GmbH (QBW) beabsichtigt im Gebiet zwischen Immenburgstraße, Gerhard-Domagk-Straße und der Bundesbahn eine städtebauliche Entwicklung durchzuführen. Der Planbereich umfasst u.a. das Gelände des seit 2011 leerstehenden ehemaligen Schlachthofs, das Verrichtungsgelände der Straßenprostitution, unbefestigte Stellplatzflächen, Brachfläche sowie Teilflächen der MVA und der Papiersortieranlage der Remondis. Die Umgestaltung sieht dabei vor, das Verrichtungsgelände zu verlagern, die Verwertungsbetriebe neu zu ordnen und zu optimieren sowie im Bereich des ehemaligen Schlachthofs eine Konzeptfläche mit Büroflächen, einer Veranstaltungshalle sowie einem Mobilitätsparkhaus zu entwickeln (sh. DS 211198). Um die Erschließung des Gebiets sicherstellen zu können, sind im Zusammenhang mit einem gesonderten von der QWB in Auftrag gegebenen Gutachten umfassende Mobilitätsmaßnahmen entwickelt worden (vgl. „Verkehrs- und Umsetzungskonzept“). Aufgrund der vorlaufenden Abstimmungen zwischen den SWB und der Stadtverwaltung sowie der Durchführung der Untersuchungen durch dasselbe Planungsbüro sind die Ergebnisse grundsätzlich deckungsgleich. Da das städtische Gutachten einSeite 2 von 38 Seite 3 größeres Untersuchungsgebiet umfasst, wird auf eine gesonderte Vorstellung des vorhabenbezogenen Gutachtens vorerst verzichtet. Die dort benannten Mobilitätsmaßnahmen werden jedoch im Rahmen des B-Plans verankert und bis zur frühzeitigen Beteiligung gem. § 3 Abs. 1 BauGB den politischen Gremien mit einem konkretisierten Umsetzungshorizont vorgestellt. Planfall: Für den Planfall 2030 wurden zwei unterschiedliche Varianten berechnet. Einerseits erfolgt eine Abschätzung der Leistungsfähigkeit der umliegenden Straßen ohne Änderungen im Straßennetz (Variante V1) und andererseits eine Betrachtung mit Errichtung einer zusätzlichen Erschließungsstraße (Planstraße – Variante V2). Der Anschluss dieser Planstraße wurde dabei gemäß dem Grundgedanken vom Masterplan Innere Stadt im Bereich des Knotenpunktes Endenicher Straße / Kaufmannstraße gesetzt. Eine vertiefende Planung der Straße erfolgte bisher jedoch nicht. Durch die geplanten Entwicklungen würden ohne Maßnahmen zur Beeinflussung des Mobilitätsverhaltens ca. 3.500 zusätzliche Kfz-Fahrten im Untersuchungsraum erzeugt, welche in dieser Größenordnung in den Spitzenstunden nicht mehr vollständig abwickelbar wären. Voraussetzung für eine leistungsfähige Abwicklung des Verkehrs ist daher die gesamthafte Umsetzung der in der Untersuchung vorgeschlagenen Mobilitätsmaßnahmen (s.u. „Verkehrs- und Umsetzungskonzept“). Unter Berücksichtigung dieser Maßgabe kann grundsätzlich gewährleistet werden, dass die geplanten städtebaulichen Entwicklungen im Innovationsdreieck sowie im nahen Umfeld vergleichsweise geringe Auswirkungen auf das bereits stark belastete städtische Straßennetz zur Folge haben. Als rechnerische Grenze kann theoretisch ein Wert von ca. 2.000 zusätzlichen Fahrten pro Tag angesetzt werden. Zu beachten ist jedoch, dass auch geringe Zunahmen trotzdem belastungsverstärkend auf die ohnehin stark ausgelasteten Knotenpunkte entlang der Endenicher Straße wirken. Speziell im Bereich der Jonas-Cahn-Straße ist durch den nach der Umsetzung der Gebietsentwicklungen stark ausgelasteten Knotenpunkt Endenicher Straße / Karlstraße mit einer Verkehrssteigerung durch Beschäftigte bzw. Besucher*innen des Plangebiets zu rechnen. Die Umsetzung der Planstraße (Variante 2) besitzt keinen signifikanten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der weiteren Knotenpunkte entlang der Endenicher Straße. Trotz der teilweisen Verkehrsverlagerung in Fahrtrichtung Süd-Westen sind die Verlagerungseffekte gering, da speziell die starke Belastung auf der Endenicher Straße als limitierender Faktor anzusehen ist. Die Variante 2 soll daher nicht weiterverfolgt werden, zumal die Planstraße in Fortsetzung der historischen Achse Nußallee / Kaufmannstraße (Masterplanprojekt K5) bereits im Zusammenhang mit dem aktuellen Förderantrag „Masterplan Innere Stadt 2.0“ mangels absehbarer Realisierungsperspektive nicht berücksichtigt wurde. Im Norden des Plangebiets ist nach Umsetzung der städtebaulichen Entwicklungen ebenfalls mit einer leichten Zunahme von Verkehren zu rechnen. Als Gründe sind dafür im Besonderen ein erhöhter Quell- und Zielverkehr aus dem Gebiet in Fahrtrichtung Norden und Verlagerungseffekte aufgrund der bereits stark belasteten Endenicher Straße zu benennen. DieSeite 3 von 38 Seite 4 Umsetzung der Planstraße spielt bei der Auslastung der Knotenpunkte im Norden des Plangebiets nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich für den Knotenpunkt Auf dem Hügel / Am Propsthof ist eine Entlastung bei Umsetzung der Planstraße erkennbar. Zu erklären ist dies hauptsächlich durch geringere Verlagerungseffekt von Verkehren mit Zielen in Richtung Süd-Westen (z.B. Duisdorf oder Meckenheim). LKW-Verkehre: Durch die geplante Entwicklung eines Bürostandortes und einer größeren Veranstaltungshalle (Westwerk) werden nur wenige zusätzliche LKW-Fahrten durch das Plangebiet entstehen. Die Neustrukturierung der bestehenden Nutzungen im Bereich der Müllverwertung weisen keine wesentliche Zunahme des Schwerverkehrs auf. Die Abwicklungen dieser Verkehre konzentriert sich dabei auf die Karlstraße sowie auf die Straßen Am Dickobskreuz und Am Propsthof in Richtung Norden. Eine zusätzliche Belastung Auf dem Hügel ist nicht erkennbar (Schwankung von ca. 0,1%). Durch die Umsetzung der Planstraße würde der Schwerverkehrsanteil sich sogar deutlich reduzieren. Grundsätzlich bleibt jedoch festzuhalten, dass der LKW-Anteil bereits heute unter Berücksichtigung der vorliegenden Verkehrsbelastung als durchschnittlich zu bewerten ist. Verkehrs- und Umsetzungskonzept: Um eine leistungsfähige und nachhaltige Verkehrsabwicklung der durch die geplanten Entwicklungen generierten zusätzlichen Verkehre gewährleisten zu können, sind umfassende Mobilitätsmaßnahmen erforderlich. Dafür ist vornehmlich die Erschließung für zu Fuß gehende, Radfahrende und ÖPNV- Nutzende zu verbessern. Aufgrund der Lage und der bisherigen Anbindung des Gebietes ist zur Stärkung des Umweltverbundes im Besonderen eine verbesserte Verbindung über die Bahntrasse sowie die BAB 565 in Form von Brückenbauwerken erforderlich. Insbesondere die Fuß- und Radverkehrsbrücke zum Haltepunkt Bonn West ist für die Realisierung der publikumsintensiven Nutzungen (z.B. die Veranstaltungshalle „WestWerk“) zwingend erforderlich. Durch die Errichtung des Brückenbauwerkes über die Bahntrasse ergibt sich eine deutlich bessere ÖPNV-Anbindung zum Haltepunkt Bonn-West, welche das Mobilitätsverhalten maßgeblich beeinflussen wird. Um die Auswirkungen dieser Maßnahmen zu verdeutlichen wurde exemplarisch eine Erreichbarkeitsanalyse für 10 Ziele mit und ohne Umsetzung der Brücken durchgeführt. Daraus geht hervor, dass sich die Erreichbarkeit in den meisten Fällen deutlich verbessert (vgl. S. 21, Tabelle 5). Die Planung für ein Brückenbauwerk über die BAB 565 findet sich seitens der Stadtverwaltung bereits Planung. Die Brücke über die Bahntrasse ist in Verbindung mit den städtebaulichen Entwicklungen zwischen Stadtverwaltung und SWB hinsichtlich Planung und Finanzierung noch abzustimmen (vgl. DS 211198, Zielbeschluss Innovationsdreieck). Die bestehenden ÖPNV-Verbindungen verlaufen bisher ausschließlich am Rand des Plangebiets über die Endenicher Straße (u.a. Linien 608/609) und Am Propsthof (u.a. Linien 631/632). Aufgrund der fußläufigen Entfernungen von mind. 450m sind für das Gebiet beidseits der Immenburgstraße kaum positive Effekte hinsichtlich des ÖPNV realisierbar. Ergänzend zu Verbesserungen fürSeite 4 von 38 Seite 5 den Fuß- und Radverkehr ist daher eine verbesserte Anbindung des Plangebiets an den ÖPNV zu prüfen. Erste Überlegungen, wie z.B. eine Veränderung des Linienweges, wurden bereits durchgeführt und als umsetzbar bewertet. Neben den städtischen Anpassungen hinsichtlich der Infrastruktur ist es unabdingbar, als ergänzende Maßnahme die jeweiligen Vorhabenträger zur Entwicklung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten zu verpflichten. Der Fokus dieser Konzepte ist auf die Stärkung des Umweltverbundes durch bauliche Maßnahmen in den Gebäuden (z.B. Abstellplätze für Fahrräder, Duschen, Umkleideräume) oder weiche Maßnahmen (z.B. verbindliches Jobticket, Informationsangebote) zu legen. Fazit: Die das Plangebiet umliegenden Straßenräume befinden sich bereits im heutigen Zustand teilweise an ihrer Leistungsfähigkeitsgrenze. Um negative Auswirkungen auf die Verkehrsabwicklung zu vermeiden, ist im Zusammenhang mit weiteren Gebietsentwicklungen der neu generierte Kfz- Verkehr durch umfassende Mobilitätsmaßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren. Innerhalb des erforderlichen Mobilitätskonzeptes sind die geplanten Mobilitätsmaßnahmen (Fuß- und Radverkehrsbrücke, zusätzliche Buserschließung, Sharing-Angebote, Fahrradinfrastruktur, verbindliches Jobticket, etc.) zwingend erforderlich. Dabei ist vorrangig die Umsetzung der Brücke über die Bahntrasse zu benennen, um die Anbindung an den Haltepunkt Bonn West zu optimieren und in Verbindung mit der seitens der Stadt geplanten Brücke über die BAB 565 zukünftig eine durchgängige Verbindung zwischen Zentrum und Nordstadt in Richtung Campus Endenich bzw. Meßdorfer Feld über die Immenburgstraße insbesondere für den Radverkehr zu entwickeln. Unter Voraussetzung der benannten Mobilitätsmaßnahmen bieten sich für die Erreichbarkeit des Quartiers Reisezeiten mit dem Fahrrad bzw. ÖPNV, die konkurrenzfähig bzw. teilweise sogar deutlich besser als mit dem PKW sind (vgl. „Verkehrs- und Umsetzungskonzept“). Unter Berücksichtigung der ermittelten Leistungsfähigkeiten und der Erforderlichkeit von Umbaumaßnahmen an den Knotenpunkten zur Endenicher Straße wird die Umsetzung von Einbahnstraßenregelungen zwischen Endenicher Straße und Immenburgstraße nicht weiterverfolgt. Diese Einschätzung entspricht auch dem Votum der Bezirksvertretung Bonn zu einem Bürgerantrag (vgl. DS 200043). Neu generierter Kfz-Verkehr ist zwingend auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Als rechnerische Grenze kann hier für das bestehende Straßennetz ein Wert von ca. 2.000 zusätzlichen Fahrten pro Tag betrachtet werden. Das Erreichen dieses Grenzwertes kann nur durch Umsetzung aller Mobilitätsmaßnahmen gesichert werden. Darüber hinaus muss aufgrund der stark belasteten Endenicher Straße erwartungsgemäß mit einer stärkeren Inanspruchnahme der nördlich des Plangebiets liegenden Straßen gerechnet werden. Sofern zwischenzeitlich Eingriffe in das bestehende Straßennetz durchgeführt werden, welche die Leistungsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen, ist zudem von einer Verringerung des zuvor genannten Grenzwertes auszugehen. Im Rahmen derSeite 5 von 38 Seite 6 weiteren Gebietsentwicklung („Innovationsdreieck“) muss nachgewiesen werden, ob durch die vorgeschlagenen Maßnahmen eine Qualitätsstufe D, sprich „ausreichend“, (gemäß HBS) an mind. einem der umliegenden Knotenpunkte erreichbar ist. Andernfalls wäre die Erschließung des Baugebiets nicht sichergestellt. Die Untersuchungen wurden auf Grundlage des Status-quo im bestehenden Straßennetz durchgeführt. Etwaige Veränderungen, z.B. an den Knotenpunkten oder der Anzahl von Fahrspuren, speziell auf der Endenicher Straße wurden bisher nicht berücksichtigt. Aufgrund der noch im Anfangsstadium befindlichen Planungen können zum jetzigen Zeitpunkt keine fundierten Aussagen zu den Auswirkungen von der Westbahn (Vollausbau erforderlich) oder Umweltspuren (Ummarkierungen im bestehenden Querschnitt) getroffen werden. Im Zusammenhang mit diesen Planungen sind die Auswirkungen erneut zu prüfen. Bezüglich der Planung von Umweltspuren wird aktuell eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche entsprechende Auswirkungen aufzeigen soll. Grundsätzlich kann jedoch von einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit ausgegangen werden und wird von einer weiteren Verlagerung der Verkehre in Richtung der Straße Am Propsthof ausgegangen. Die Verkehrsqualität auf der Endenicher Straße wird bei einer Umsetzung der Mobilitätsmaßnahmen durch das Projekt nicht wesentlich verschlechtert. In den Spitzenstunden ist grundsätzlich jedoch eine sehr hohe Auslastung mit begrenzter Durchsatzqualität zu erwarten. Die neuen Entwicklungen selbst lösen nur eine geringe Steigerung des LKW- Verkehrs aus. Bei der Prüfung der Bedeutung der Straße Auf dem Hügel für den Schwerverkehr hat sich gezeigt, dass diese hauptsächlich für Gewerbestandorte außerhalb des Innovationsdreiecks besteht. Die Anordnung von Durchfahrtsverboten wäre zum Schutz der Bevölkerung (z.B. Lärmschutzgründe) grundsätzlich ganz bzw. teilweise umsetzbar, jedoch muss in diesem Zusammenhang auf die entstehenden Auswirkungen hingewiesen werden. Es würden sich andere Routen ergeben, die erhebliche Zeitverluste zur Folge haben, negative Umweltauswirkungen aufgrund von Umwegefahrten und evtl. eine stärkere Belastung von anderen innerstädtischen Straßen. Insgesamt ist die Entwicklung des Innovationsdreiecks auch im Hinblick auf motorisierten Individualverkehr und Belastung der Straßen/Knotenpunkte verkehrlich zu bewältigen, wenn damit folgende Maßnahmen realisiert werden: Mobilitätskonzept einschließlich betrieblicher Bestandteile, inkl. Umsetzung Mobilitäts-HUB bzw. Mobilstation Zusatzangebot Busverkehr Fußgänger-/ Radfahrer-Brücke über die Bahn (zu Stadtbahn Bonn- West) Die Realisierung von Umweltspuren und/oder Westbahn ist aktuell noch nicht berücksichtigt. Dieses wird auf der einen Seite die Kapazitäten der Endenicher Straße und Knotenpunkte für den Kfz-Verkehr reduzieren, andererseits die ÖPNV-Anbindung und damit den Modal Split zugunsten des Umweltverbundes verbessern. Zudem ist davon auszugehen, dass bis zu einer Realisierung der Westbahn weitere Gesamtmaßnahmen zur Änderung des Modal Split im Stadtgebiet insgesamt erfolgreich sind.Seite 6 von 38 Seite 7 Anlage/n 1 Verkehrsuntersuchung - Weststadt Nord/Endenich Nord (öffentlich)Seite 7 von 38 Stadt Bonn Bericht: Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord Auftraggeberin: Stadt Bonn Stadtplanungsamt Berliner Platz 2 53113 Bonn Berichterstattung: VSU Beratende Ingenieure für Verkehr, Städtebau, Umweltschutz GmbH, Herzogenrath Herzogenrath, den 17.05.2021Seite 8 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 2/31 Inhalt 1. Aufgabe.........................................................................................................................................................................................4 2. Grundlagen ..................................................................................................................................................................................5 2.1 Projekte ................................................................................................................................................................................... 6 2.2 Projekt Innovationsdreieck ........................................................................................................................................ 8 3. Verkehrsmodell-gestützte Prüfung ................................................................................................................................ 10 3.1 Verkehrssimulation Modellbildung ........................................................................................................................... 10 3.2 Verkehrssimulation Umlegung ............................................................................................................................... 11 3.3 Analyse ..............................................................................................................................................................................17 4. Leistungsfähigkeiten ..............................................................................................................................................................17 4.1 Das AKF-Verfahren ............................................................................................................................................................17 4.2 Die untersuchten Knotenpunkte ............................................................................................................................ 18 4.3 Ergebnis............................................................................................................................................................................ 19 5. Verkehrs- und Umsetzungskonzept .............................................................................................................................. 21 5.1 Wegeverbindung ............................................................................................................................................................... 21 5.2 Die Brücken .................................................................................................................................................................... 22 5.3 ÖPNV ................................................................................................................................................................................ 26 5.4 Lkw-Verkehr ...................................................................................................................................................................27 6. Fazit ............................................................................................................................................................................................. 28 7. Quellen ........................................................................................................................................................................................ 31 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Untersuchungsraum im Verkehrsmodell .......................................................................................................4 Abbildung 2: Ausschnitt aus Bebauungsplanentwurf für das Gebiet Vogelsang................................................. 6 Abbildung 3: Ausschnitt aus dem Bebauungsplan Westside, o.M. ............................................................................. 7 Abbildung 4: Planungskonzept Campus Endenich, Ausschnitt, Quelle HJP, 11/2020, o.M. ................................. 7 Abbildung 5: Innovationsdreieck, Ausschnitt aus städtebaulichem Konzept: Quelle: Ulrich Hartung / Oetzen Reimer, o.M. .......................................................................................................................................................................... 9 Abbildung 6; Netzmodellausschnitt im Bereich Innovationsdreieck mit Markierung Planstraße V2, o.M. 11 Abbildung 7: V0: Verkehrsmengen für 2030 (DTVw5 sowie Lkw-Mengen) *10, o.M. ......................................... 12 Abbildung 8: V1: Verkehrsmengen für 2030 (DTVw5 sowie Lkw-Mengen) *10, o.M. .......................................... 13 Abbildung 9: Unterschied zwischen V1 und V0 in Kfz/d, rot: Zusatzbelastung bei V1, grün: Entlastung durch V1 ................................................................................................................................................................................................. 14 Abbildung 10: Verkehrsmengen für V2 DTVw5, Lkw in Klammern ............................................................................. 15 Abbildung 11: Unterschied V2-V0 in Kfz/d .............................................................................................................................. 16 Abbildung 12: geplante Radpendlerrouten, Quelle: PERSPEKTIVEN FÜR DEN RADVERKEHR, Rhein-Sieg- Kreis, 5/2020 ....................................................................................................................................................................................... 21 Abbildung 13: Entwurfsstudie Fußgängerbrücke Bonn-West, Quelle: Stadt Bonn 2014.................................... 23Seite 9 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 3/31 Abbildung 14: Ortenaubrücke in Lahr, Quelle: https://www.eisat.de/wp- content/uploads/2013/01/Lahr_01_neu_Foto.jpg ................................................................................................................. 24 Abbildung 15: Muharrem-Acar-Brücke in Hamburg, Quelle: https://www.dbz.de/imgs/112301892_d31a24dde4.jpg ...................................................................................................... 24 Abbildung 16: Brücke in Holzwickede, Quelle: http://ing-meyer- bochum.de/?portfolio=fussgaengerbruecke-in-holzwickede........................................................................................ 24 Abbildung 17: Skizze Führung Fußgängerbrücke, Grundlage: städtebaulicher Entwurf Ulrich Hartung, Netzmodell, Skizze o.M. ................................................................................................................................................................ 25 Abbildung 18: Führungsvorschlag Linie 631, Quelle: Stadtwerke ................................................................................ 26 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Veränderung der Strukturdaten und Verkehrserzeugung (2018→2030) ............................................. 8 Tabelle 2: Untersuchte Knotenpunkte ..................................................................................................................................... 18 Tabelle 3: Ergebnis der AKF-Untersuchung .......................................................................................................................... 19 Tabelle 4: Prozentuale Veränderungen im Konfliktstrom-Zeitbedarf ....................................................................... 20 Tabelle 5: Pedelec/MIV- und ÖPNV/MIV-Verhältnis ........................................................................................................ 21 Tabelle 6: ÖPNV-MIV-Verhältnis ohne (oB) und mit den geplanten Brücken (mB) .......................................... 22 Tabelle 7: Verkehrsmengen, Schwerverkehr und Schwerverkehrsanteil (SV_A) für die drei Rechenfälle auf der Straße auf dem Hügel .....................................................................................................................................................27Seite 10 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 4/31 1. Aufgabe In der Stadt Bonn werden derzeit für den Bereich beidseits der Immenburgstraße städtebauliche Über- legungen zur Neustrukturierung des Gebiets angestellt. Diese Überlegungen werden zu einer Nut- zungsverdichtung mit deutlich mehr Verkehrsaufkommen als heute führen. Diese Entwicklung findet parallel statt zu den weiteren großflächigen Gebietsentwicklungen im Raum. Dies sind insbesondere: - West.side mit Vogelsang zwischen Siemensstraße und Am Probsthof - Entwicklung Universität, Campus Endenich zwischen Am Probsthof, Gerhard-Domagk-Straße / An der Immenburg / Auf dem Hügel bzw. bis zum Hermann-Wandersleb-Ring - Entwicklungen an der Karlstraße Die geplanten und schon im Bau befindlichen Entwicklungen werden wegen der bereits hohen Auslas- tung der wesentlichen Hauptverkehrsstraßen sowohl zu einer weiteren Verschlechterung des Durch- satzes dieser Straßen als auch zu klein- und großräumigen Verdrängungen führen. Im Rahmen der Arbeiten sollte auch ein Antrag bearbeitet werden, der in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Denkmalschutz am 26.06.2019 beschlossen wurde. Demnach soll ein Ver- kehrs- und Umsetzungskonzept für den Untersuchungsraum erstellt werden. Hierbei soll zum einen eine zeitnahe Anbindung der Immenburgstraße für Fuß-und Radverkehr, sowohl nach Westen über die Autobahn Richtung Endenich, als auch nach Osten in Richtung Stadtbahnstation „Bonn West“ realisiert werden. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, dass der LKW-Verkehr durch die Wohngebiete Auf Abbildung 1: Untersuchungsraum im VerkehrsmodellSeite 11 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 5/31 dem Hügel und Jonas-Cahn-Straße durch Verkehrslenkung (beispielsweise Durchfahrtsverbote) oder durch bauliche Maßnahmen (z.B. Verlängerung der Linksabbiegespur von der Endenicher Straße in die Karlsstraße und Fuß-/Radverbindung von der Immenburgstraße unter der Viktoriabrücke zur Herwart- straße/Hauptbahnhof) vermieden werden kann. Die hier vorgenommenen Untersuchungen basieren auf dem Status-quo in der Endenicher Straße. Hier sind in den nächsten Jahren Änderungen möglich. Zum einen wird über eine Umweltspur (stadtein- wärts) sowohl auf der Endenicher Straße als auch auf dem Hermann-Wandersleb-Ring diskutiert. Eine entsprechende Prüfung hat die Verwaltung zuletzt im Hauptausschuss am 14.12.2020 zugesagt. Dar- über hinaus hat der Rat die Verwaltung am 22.06.2020 beschlossen, die Trasse der „Westbahn“ über die Endenicher Straße weiter ausarbeiten zu lassen. Die Auswirkungen auf die Verkehrsführung der Endenicher Straße können noch nicht abgesehen werden. Es soll im Ergebnis eine Ersteinschätzung der Wirkungen des geplanten Projekts möglich werden. Diese werden dementsprechend mit überschlägigen Nutzungsparametern versehen, da diese noch nicht konkret sind. In späteren Untersuchungen kann die Aussageschärfe dann verfeinert werden. 2. Grundlagen Die geplanten Berechnungen gehen vom Netzmodell und den Nachfragestrukturen des VEP 2020 der Stadt Bonn aus. Das Netzmodell wurde in Untersuchungen des Jahres 2019 im Bereich Bundesviertel sowie Beuel-Ost aktualisiert, nicht jedoch für den hier erforderlichen Betrachtungsraum. Der Berech- nungshorizont ist inzwischen das Jahr 2030, berücksichtigt wurde für die Gesamtstadt die prognosti- zierte Bevölkerungsentwicklung. Es war für die Überprüfung der verkehrlichen Wirkungen der im Projekt- gebiet vorgesehenen Maßnahmen nicht erforderlich, gesonderte Verkehrserhebungen durchzuführen. Für den Analysezustand liegen durch die Erkenntnisse von ARNDT1 Dort (a.a.O., 18) HBS-konforme Leis- tungsfähigkeitsanalysen für den Status-quo vor. Diese werden hier nicht wiederholt. Die Strukturdaten der Verkehrszellen wurden anhand der vorliegenden Projekterkenntnisse aktualisiert. Da inzwischen schon das Jahr 2021 begonnen hat, kann davon ausgegangen werden, dass die größeren Projekte wie Vogelsang oder WestSide nicht bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein werden. Die Kon- struktion eines weiteren zeitlichen Horizonts bis zum Jahr 2030 ist daher nicht sinnvoll. Für das Projekt des Innovationsdreiecks ist ebenfalls bis 2025 nicht mit einer Umsetzung zu rechnen. 1 Caroline Arndt: Verkehrstechnische Untersuchung der Endenicher Straße in der Bundesstadt Bonn, Masterarbeit TH Köln, 2018, S. 16Seite 12 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 6/31 2.1 Projekte In das Netz- und Strukturdatenmodell wurden verschiedene Projekte mit den recherchierbaren Grundlageninformationen einbezogen. Dabei wurden die aktuellen bekannten Entwicklungen berücksichtigt. Die Veränderungen werden ge- genüber dem derzeit zugrundeliegenden Struk- turdatenmodell für das Jahr 2018 ausgewiesen, das in etwa den Status-quo-Modellstand abbil- det. Projekt Vogelsang: Für das Gebiet wurde auf der Grundlage des aktuellen Architektenentwurfs ein Verkehrskonzept erarbeitet, dessen Parame- ter in die Strukturdaten eingearbeitet wurden. Für die hier betroffene Verkehrszelle Nr. 52 wurden zusätzliche 230 Bewohner*innen sowie 680 zu- sätzlich zu veranschlagende Pkw-Fahrten und 46 Lkw-Fahrten berücksichtigt. WestSide Das Gebiet Westside ist als verdichtetes ge- mischtes Quartier geplant worden. Gegenüber bisherigen Annahmen, die sich auf das Verkehrs- gutachten zum Bebauungsplan stützten, ist von deutlich höheren Personenmengen, und damit auch höherem Verkehrsaufkommen als bisher auszugehen. Die in das Modell eingepflegten Da- ten stammen aus dem übergeordneten Mobili- tätskonzept, das für das Gebiet aufgestellt wurde. Für die hier repräsentative Verkehrszelle Nr. 51 wurde ein Verkehrsaufkommen von 2.800 Pkw und 484 Lkw veranschlagt. Gegenüber den bisher im Modell eingestellten Angaben ergibt sich dies durch die mit dem Bebauungsplan zu- lässige und derzeit in Bau befindliche Verdich- tung. Campus Endenich Abbildung 2: Ausschnitt aus Bebauungsplanentwurf für das Ge- biet VogelsangSeite 13 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 7/31 Die Universität Bonn plant derzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn einen neuen Campus Ende- nich. Auf dem bisherigen Gelände sollen Be- standsgebäude abgerissen und neue, verdichtete Strukturen aufgebaut werden. Die Planungen sol- len in einen neuen Bebauungsplan einmünden. Zu dem Projekt gehört auch eine Neubebauung auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts für Astro- nomie sowie ein Projekt für studentisches Woh- nen (Stelling-Viertel). Für den ganzen sich verän- dernden Bereich, welcher die Verkehrszellen 53, 397, 496 und 510 umfasst, wurden 230 zusätzliche Bewohner*innen, 1050 zusätzliche Beschäftigte, 1.510 zusätzliche Pkw-Fahrten sowie 125 zusätzli- che Lkw-Fahrten in das Modell aufgenommen. SWB-Gelände / Knauber / Moeller Im Umfeld des Innovationsdreiecks sind verschie- dene Neubauten, vor allem Verwaltungsneubau- ten, aber auch Wohnungen, realisiert worden. Diese haben eine bisher nicht berücksichtigte Verkehrserzeugung hervorgerufen, bzw. rufen diese in Kürze hervor. Für die Verkehrszelle 35 wurden daher zusätzlich 404 Bewohner*innen, 340 Beschäftigte, 2226 Pkw- und 474 Lkw-Fahrten im Verkehrsmodell berücksichtigt. Abbildung 4: Planungskonzept Campus Endenich, Ausschnitt, Quelle HJP, 11/2020, o.M. Abbildung 3: Ausschnitt aus dem Bebauungsplan Westside, o.M.Seite 14 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 8/31 Die im Umfeld im Modell berücksichtigten Veränderungen in den Strukturdaten zeigt die Tabelle 1. Tabelle 1: Veränderung der Strukturdaten und Verkehrserzeugung (2018→2030) 2.2 Projekt Innovationsdreieck Das 28.661 m² große Grundstück des ehemaligen Schlachthofs soll von der Stadt Bonn an die Stadt- werke Bonn verkauft werden. Diese beabsichtigen, gemeinsam mit dem Eigentümer der mehr als dop- pelt so großen Nachbarflächen das gesamte Dreieck zwischen Immenburgstraße, Am Dickobskreuz und Bahngleisen neu zu strukturieren. Im Rahmen der Neustrukturierung sollen weiteres Gewerbe so- wie die unter dem Stichwort „WESTWERK“ diskutierte Veranstaltungshalle angesiedelt werden. Dabei soll der Straßenstrich nach Norden verlagert werden. Derzeit wird eine Verschiebung in den nordwestli- chen Bereich des Areals im Bereich Am Dickobskreuz unterhalb der Autobahnbrücke diskutiert. Das Projekt hat den Arbeitstitel „Entsorgungs- und Innovationsdreieck“. Dies beinhaltet • Wertstoffhof für Bonnorange • Bauhof für das Tiefbauamt • Kohlendioxid-Minderungsanlage der Müllverbrennungsanlage (MVA) • Flächen für Recycling- und Laborfirmen • „robustes Gewerbe“ (Bürogebäude etc., die mit der MVA verträglich sind) • Parkhaus • WESTWERK-Halle Der Standort wird bereits heute, sofern nicht Brachflächen bestehen, vor allem durch die Reststoff- sammlung- und Verwertung bestimmt. Neben der Müllverbrennungsanlage (MVA) ist die Firma Re- mondis am Standort. Die Zugänglichkeit des Plangebiets soll durch eine Fußgänger- und Radfahrerbrü- cke über die Bahntrasse verbessert werden. Darüber hinaus ist eine Brücke über die Autobahn geplant, die dem Fußgänger- und Radverkehr zur Verfügung stehen soll. Diese wird in Verbindung mit dem Campus Endenich und der Sanierung der Autobahn realisiert. Maßnahmen Veränderungen ab 2018 Raumzone Soziostruk turen Nr Name Maßnahmendetails EW Bes ch. Pkw Lkw 33 Güterbahnhof mit Gew erbe- und Gründerzentrum nein Westpark und Westw erk k.A. k.A. 3080 336 35 SWB Versorgungsbetriebe + Knauber + Moeller ja SWB Bürogebäude, SWB- Hochgarage, Fringsareal, WOW, Viktoriadreieck 404 340 2226 474 51 Gew erbe- und Technologiezentrum Bonn ja West.Side-Office + Quartier West.Side k.A. k.A. 2800 484 52 Vogelsang ja Wohnungsprojekt 230 k.A. 680 46 53 Stelling-Viertel ja Neuordnung Campus Endenich (Studentisches Wohnen) 210 k.A. 160 15 397 Campus Endenich (Pharmazie, Obstanbau) ja Neuordnung Campus Endenich I k.A. 300 230 35 496 Campus Endenich (Chemie, Pharmazie, ...) ja Neuordnung Campus Endenich III k.A. 550 310 65 510 MPI Astronomie ja Neuordnung Campus Endenich II k.A. 200 130 10 im Bezugsfall enthalten QZ- VerkehrSeite 15 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 9/31 Es liegt ein mit der Stadtverwaltung Bonn abgestimmter Konzeptentwurf der Ulrich-Hartung GmbH vom 27.08.2020 vor. Dieses Konzept ist Grundlage der weiteren Überlegungen. Darüber hinaus sind inzwi- schen Gespräche mit einem zukünftigen Hauptnutzer weit gediehen. Dieser beabsichtigt, die gesamte Entwicklungsfläche, die neben dem WESTWERK zur Verfügung steht, als Bürocampus zu nutzen. Zur Diskussion standen im Laufe der Entwicklungen Nutzungen mit einem Hotel, einem Einkaufszentrum, oder der Hochschule. Insgesamt sind hier ca. 25.500 m² Büro- und Nutzflächen geplant. Der aktuelle Entwurf weist für das WESTWERK eine Fläche von 3.887 m² BGF aus. Für den neu anzusiedelnden Bauhof sind noch keine Kennzahlen bekannt. Das städtebauliche Konzept enthält bisher folgende Mobilitätsbausteine: • Fahrradparkhaus: ca.350 m². • Pkw-Parkhaus: das geplante zentrale Parkhaus wird mit einer Kapazität von ca. 360 Stell- plätzen angegeben. • Mobilitätsstation • Fußgängerbrücke über die Bahn Neus Parkhaus SWB an der Endenicher Straße Die Stadtwerke Bonn beabsichtigen, zur Verbesserung der Parkierungsorganisation am Standort zwi- schen Immenburgstraße und Endenicher Straße ein Parkhaus zu realisieren. Dieses soll auf dem Flur- stück Flur 40, Nr. 533 hinter dem bestehenden Lebensmitteldiscounter angeordnet werden. Für die Ga- rage mit ca. 400 Stellplätzen liegt ein Bauvorbescheid vor. Mit dieser Anlage wird eine direkte Zufahrt auf die Endenicher Straße beabsichtigt, welche die Karlstraße entlasten soll. Abbildung 5: Innovationsdreieck, Ausschnitt aus städtebaulichem Konzept: Quelle: Ulrich Hartung / Oetzen Reimer, o.M.Seite 16 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 10/31 3. Verkehrsmodell-gestützte Prüfung 3.1 Verkehrssimulation Modellbildung Das zukünftige Verkehrsaufkommen wurde in das Verkehrsmodell der Stadt Bonn eingearbeitet. Im Rahmen der Untersuchungen wurden folgende Prüffälle berechnet: • V0: MV0 NV0 (Matrixversion 0 mit Netzversion 0): Standardbezugsfall für das Jahr 2030 (keine Veränderungen im Innovationsdreieck) • V1: MV1 NV1 (Matrixversion 1 mit Netzversion 1): wie MV0 NV0, jedoch mit Bau- und Infrastruk- turmaßnahmen im gesamten Innovationsdreieck (Westpark, Remondis und Bonnorange) • V2: MV1 NV2 (Matrixversion 1 mit Netzversion 2): wie MV1 NV1, jedoch mit Verbindungsstraße Endenicher Str. <-> Immenburgstr. durch das Gebiet der Bonn-Netz GmbH. In dieser Netzmo- dellvariante wurde eine zusätzliche Erschließungsstraße berücksichtigt, welche die Endenicher Straße mit der Immenburgstraße verbindet. Die genaue Straßenführung kann noch nicht ange- geben werden, jedoch bestehen schon länger entsprechende Planungsansätze, die wegen der unterschiedlichen Interessenslage der Grundstückseigentümer noch nicht umgesetzt werden konnten. So liegen hier Planungsvorstellungen des Büros ISV in mehreren Varianten von 9/2013, 4/2014 und 7/2014 vor. Darüber hinaus ist in der Masterarbeit von ARNDT ein entsprechender Vorschlag 2018 mit mehreren Anbindungsvarianten gemacht worden. Da eine genaue Trassie- rung derzeit noch nicht geklärt ist, wird auf ein näheres Eingehen auf diese vorliegenden Kon- zepte verzichtet. Mit der Variante soll vor allem geprüft werden, ob es mit einem zusätzlichen Straßenanschluss an die Endenicher Straße vom Grundsatz her gelingen kann, die Leistungsfä- higkeit der gesamten Endenicher Straße zu verbessern und gleichzeitig die Karlstraße weiterhin in hohem Maße funktionsfähig zu halten. Mit den dargestellten Entwicklungsprojekten verändert sich in Teilen das Netzmodell, da zusätzliche Straßen in das System integriert werden. Dies sind für WestSide und Vogelsang gebietsinterne Erschlie- ßungsstraßen. Der Campus Endenich-Nord wird ebenfalls intern neu erschlossen, um die entstehende verdichtete Struktur an das Straßennetz der Straße auf dem Hügel und die Gerhard-Domagk-Straße an- zubinden. Für den Bereich des Innovationsdreiecks wurde eine neue Erschließungsstraße konzipiert, die jedoch als Schleifenstraße an zwei Stellen an die Immenburgstraße anschließt. Zunächst wurden die neuen Strukturdaten in das Verkehrsmodell eingepflegt. Hier wurde für das Inno- vationsdreieck bereits unterstellt, dass es mit einem aktiven Mobilitätsmanagement gelingt, das Ver- kehrsaufkommen mittels Pkw um 5%-Anteile zu reduzieren. Dies wurde durch die Grundstückseigentü- mer zugesagt und entspricht der Planung, die einen Mobilitätshub enthält. Diese Annahme wird auch durch die beiden diskutierten Brückenverbindungen ermöglicht. Hierdurch wird die Erreichbarkeit mit Fuß und Rad und dem ÖPNV des Standortes deutlich verbessert (Kap. 5.2, S.22). Anschließend wurden die Netzmodelle für die Rechenfälle erstellt. Die Knoten- und Streckentypisierung wurde anhand der bestehenden Situation überprüft und das Modell neu justiert. Der zentrale Ausschnitt des Netzmodells für diese Untersuchung ist in Abbildung 6 dargestellt. Hier sind neben der öffentlichen Erschließung auch die Erschließungen auf Privatgrund (orange) dargestellt. Die in V2 neu hinzugekom- mene Strecke ist gekennzeichnet.Seite 17 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 11/31 Abbildung 6; Netzmodellausschnitt im Bereich Innovationsdreieck mit Markierung Planstraße V2, o.M. 3.2 Verkehrssimulation Umlegung Für die drei Netzmodelle wurde eine Umlegung berechnet.Seite 18 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 12/31 Für V0 ergaben sich die in Abbildung 7 dargestellten Verkehrsmengen im werktäglichen Verkehr (Mon- tag-Samstag). Für V1, also mit dem Vorhaben Innovationsdreieck, ergeben sich die in Abbildung 8 dargestellten Ver- kehrsmengen. Die neuen Straßen weisen insgesamt geringe Verkehrslasten auf. Im Bereich Westside ist auf den Straßen mit etwa 500 Kfz/d zu rechnen, auf der Erschließungsstraße des Campus Endenich mit ca. 2.600 und die neue Erschließungsstraße im Innovationsdreieck wird im westlichen Abschnitt mit ca. 3.200 Kfz/d und im östlichen Abschnitt mit ca. 500 Kfz/d belegt. Abbildung 7: V0: Verkehrsmengen für 2030 (DTVw5 sowie Lkw-Mengen) *10, o.M.Seite 19 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 13/31 Zur Abschätzung der Auswirkung wird die Differenzenkarte zwischen dem Standardbezugsfall V0 und dem Planfall V1 dargestellt, da hier erkannt werden kann, welche Straßen vor allem durch die Planung Innovationsdreieck zusätzlich benutzt werden (Abbildung 9) Die Planung wird einschließlich der benachbarten Nutzungen ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von ca. 3.700 Kfz/d am Standort verursachen. Die Endenicher Straße ist, da sie bereits hoch ausgelastet ist, nicht geeignet, den größten Teil der zusätzlichen Verkehrslast zu übernehmen. Diese wird insge- samt mit ca. maximal 770 Kfz am Tag zusätzlich beansprucht. Diese Verkehrsmenge wird vor allem durch das neue Parkhaus verursacht, das nur mit einer rechts-rein-rechts-raus-Regelung angeschlos- sen werden kann, was die asymmetrische Verteilung der Zusatzlast erklärt. Wegen der geringen zu- Abbildung 8: V1: Verkehrsmengen für 2030 (DTVw5 sowie Lkw-Mengen) *10, o.M.Seite 20 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 14/31 sätzlichen Lastaufnahme der Endenicher Straße wird derjenige Verkehr, der auch gut von Norden an- fahren kann, auf die nördlichen Straßen verdrängt. Hierdurch nehmen die anliegenden Erschließungs- straßen zusätzliche Verkehrsmengen auf. Dies sind vor allem: • Karlstraße nördlicher Abschnitt: + ca. 1.100 Kfz/d auf ca. 3.400 Kfz/d • Immenburgstraße zwischen Karlstraße und neuer Erschließungsstraße: + ca. 800 Kfz/d auf ca. 3.300 Kfz/d • Immenburgstraße zwischen Am Dickobskreuz und neuer Erschließungsstraße: + ca. 2.150 Kfz/d auf ca. 4.700 Kfz/d • Am Dickobskreuz: + ca. 770 Kfz/d auf ca. 4.300 Kfz/d • Gerhard-Domagk-Straße: +ca. 1.150 Kfz/d auf ca. 4.800 Kfz/d Abbildung 9: Unterschied zwischen V1 und V0 in Kfz/d, rot: Zusatzbelastung bei V1, grün: Entlastung durch V1Seite 21 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 15/31 Die interne neue Erschließungsstraße selbst wird im westlichen Abschnitt mit ca. 3.200 Kfz/d und im östlichen Abschnitt mit ca. 500 Kfz/d belegt. Durch den Verdrängungseffekt wird auch das weitere Straßennetz im Umfeld mit geringen täglichen Mehrverkehren belegt, dies betrifft die Straßen Am Probsthof, Siemensstraße und Auf dem Hügel. Mehrverkehr übernimmt auch der Straßenring Viktoriabrücke/Hochstadenring mit Verbindung zur äu- ßeren Kölnstraße. Die untersuchte zusätzliche Erschließungsspange über das SWB / Knauber-Gelände hat eine stark konzentrierende Wirkung. Die Verkehrsmengen sind in Abbildung 10 und das Differenzenbild gegen- über dem Ausgangsfall V0 in Abbildung 11 dargestellt. Abbildung 10: Verkehrsmengen für V2 DTVw5, Lkw in KlammernSeite 22 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 16/31 Im Vergleich zum Fall V1-V0 (Abbildung 9) ergibt sich eine Konzentration auf andere Straßen. Die Ende- nicher Straße wird westlich der neuen Kreuzung (Erweiterung des bestehenden Knotenpunkts mit der Kaufmannstraße) mit nahezu 1.500 Kfz/d doppelt so stark durch zusätzlichen Verkehr in Anspruch ge- nommen wie im anderen Fall. Die neue Straße erhält eine Verkehrsbedeutung in der Größenordnung von ca. 3.500 Kfz/d und entspricht damit den Verkehrsmengen, welche die umliegenden Erschließungs- straßen aufweisen. Durch die neue Linksabbiegemöglichkeit wird die Karlstraße in der Größenordnung von 1.300 Kfz/d entlastet. Die Anbindung nach Norden über die äußere Kölnstraße wird weniger be- deutsam. Im Netzmodell entsteht durch die Knotenwiderstände eine Alternativroute zur Lotharstraße über die Graf-Stauffenbergstraße / Im Wingert. Abbildung 11: Unterschied V2-V0 in Kfz/dSeite 23 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 17/31 3.3 Analyse Erwartungsgemäß führt das zusätzliche Verkehrsaufkommen am Standort vor allem zu einer stärkeren Inanspruchnahme der nördlich vom Planbereich liegenden Straßen. Da die Endenicher Straße bereits in hohem Maße Verkehrsmengen bewältigen muss, sind die damit zusammenhängenden Knotenpunkte ebenfalls hoch ausgelastet. Es kommt damit zu Verlagerungseffekten. Verkehrsteilnehmer, die einen sinnvollen Weg über die nördlichen Verbindungs- und Erschließungsstraßen nehmen können, werden dies tun. Die auf der Endenicher Straße freiwerdenden Kapazitäten werden dann von den Teilnehmern, die von Osten oder Süden anfahren genutzt, auch von den zusätzlichen Verkehrsteilnehmern, die aus der Planung entstehen. Die direkte Erschließungslast wird von den anliegenden Straßen Planstraße In- novationsdreieck sowie Immenburgstraße, hier vor allem im Abschnitt zwischen Planstraße Innovati- onsdreieck und der Straße Am Dickobskreuz übernommen. Diese beiden Straßen weisen jedoch bisher ein geringes Verkehrsaufkommen auf, so dass die Ziellast von ca. 4.700 bzw. 3.400 Kfz/d im zweispuri- gen Straßenquerschnitt zu bewältigen ist. Die sowieso in einem Gewerbegebiet sinnvolle Fahrbahn- breite von 6,5 m ist hier ausreichend. 4. Leistungsfähigkeiten Die Leistungsfähigkeitsuntersuchungen sollen dazu dienen, die Veränderungen an 15 wichtigen Knoten abzuschätzen. Im Rahmen dieser übergeordneten Aufgabenstellung wurden hierzu überschlägige Ana- lysen durchgeführt. Angewandt wurde das Verfahren, das die Veränderung der Summe der Knotenpunkt- zuflüsse bewertet, das so genannte AKF –Verfahren). Die Leistungsfähigkeitsbetrachtung soll auch ge- nutzt werden, um im Umkehrschluss zu ermitteln, welche zusätzlichen Verkehrsmengen noch verträglich abwickelbar sind. 4.1 Das AKF-Verfahren In dem Verfahren werden zunächst alle Fahrzeugstromkombinationen ermittelt, die die Eigenschaft be- sitzen, dass jeweils alle kombinierten Fahrzeugströme zueinander paarweise unverträglich sein müs- sen. Paarweise unverträglich sind 2 Fahrzeugströme dann, wenn ihre Trajektorien eine Schnittfläche bil- den, die beim gleichzeitigen Durchfahren zu einem Zusammenstoß führen würde. Bei 4 armigen Knoten setzt sich eine solche Fahrzeugstromkombination aus maximal 4 Fahrzeugströmen zusammen. Ströme mit der Intensität 0 bleiben in dem Verfahren unberücksichtigt. Danach werden für jede Kombination die Produktsumme der betroffenen Stromintensitäten (in Pkw-E/h) multipliziert mit dem spezifischen Strom-Zeitbedarf (in s/Pkw-E), den ein Fahrzeug benötigt, um die un- verträgliche Konfliktfläche zu durchfahren, gebildet. Bei Strömen, die auf mehrere Fahrspuren verteilt sind, müssen die Intensitäten spurbezogen reduziert werden. Bei einem Mischstrom gehen die Intensi- täten aller beteiligten Ströme in das Verfahren ein. Es ergibt sich ein Summenzeitbedarf (in s/h) für die betrachteten Fahrzeugstromkombinationen. Für die Ströme der Stromkombination wird dabei vereinfa- chend unterstellt, dass die Fahrzeuge der einzelnen Ströme – wegen ihrer paarweisen Unverträglichkeit – nacheinander blockweise die gemeinsame Konfliktfläche durchfahren. Der errechnete Summenzeitbe- darf darf maximal 3600 s/h betragen. Aus den Teilergebnissen des Verfahrens lassen sich überschlägig die Strom-Freigabezeiten sowie die erforderliche Umlaufzeit der LSA ermitteln. Es lässt sich zuverlässig prüfen, ob die ermittelten Fahr- zeugstromkombinationen überhaupt abwickelbar sind. Wenn irgendeine der Kombinationen einen Sum- menzeitbedarf aufweist, der größer als 3600 s/h ist, kann die betreffende Kombination auf keinen Fall abgewickelt werden. Entweder müssen dann eine oder mehrere der in Konflikt stehenden Ströme durchSeite 24 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 18/31 Abbiegeverbote unterbunden werden oder der Knoten und seine Zufahrtsbereiche müssen anders kon- zipiert werden. Das Verfahren geht von einer stündlichen Verkehrsmenge aus, die geprüft wird. Diese wird aus dem Verkehrsmodell mit Hilfe von vorliegenden Tagesganglinien ermittelt. Es wird abgeschätzt, welcher Ganglinientyp für die betreffenden Straßen in Frage kommt und darauf wird der zu prüfende Spitzen- stundenanteil abgeleitet. Es entsteht für jeden Knotenpunkt eine typische konstruierte Spitzenstunde, die etwa zwischen 7 und 10% des werktäglichen (Montag – Freitag) Verkehrs liegt. 4.2 Die untersuchten Knotenpunkte Es wurden die in Tabelle 2 dargestellten Knotenpunkte untersucht. Dabei wird zum einen der Verlauf der Endenicher Straße nachgezeichnet (Nr. 2001, 589, 578, 567 und 342). Hier gibt es in Prüfvariante V2 einen neuen Anschluss einer Planstraße, der mit Knoten 567 geprüft werden kann. Die neue Planstraße des Projektes Innovationsdreieck wurden mit den Knotenpunkten 808 und 5551 untersucht. Die weiteren Auswirkungen auf der Immenburgstraße mit den Anschlüssen der Gerhard-Domagk-Str. und der Straße Am Dickobskreuz sind in Knoten 1455 und 21 untersucht. Die entfernteren Auswirkungen der sich abzeichnenden Verkehrsverlagerung nach Norden sind mit den Knotenpunkten der Straße Am Probst- hof Nr. 376, 522 und 535 geprüft worden. Tabelle 2: Untersuchte Knotenpunkte Nr. Zufahrt 1 Zufahrt 2 Zufahrt 3 Zufahrt 4 2001 Endenicher Str. (West) - Endenicher Str. (Ost) Karlstr. 2509 Immenburgstr. (West) Karlstr. Immenburgstr. (Ost) - 1455 Immenburgstr. (West) Knauber-Parkplatz Immenburgstr. (Ost) Am Dickobskreuz 376 Siemensstr. Am Propsthof (Süd) Am Dickobskreuz Am Propsthof (Nord) 808 Immenburgstr. (West) Jonas-Cahn-Str. Immenburgstr. (Ost) Planstraße 5551 Immenburgstr. (West) - Immenburgstr. (Ost) Planstraße 589 Endenicher Str. (West) Wittelsbacherring Endenicher Str. (Ost) Viktoriabrücke 578 Endenicher Str. (West) Haydnstr. Endenicher Str. (Ost) Jonas-Cahn-Str. 567 Endenicher Str. (West) Kaufmannstr. Endenicher Str. (Ost) Planstraße 342 Endenicher Ei A565 (Südost-Rampe) Endenicher Str. A565 (Nordost-Rampe) 5538 - Karlstr. (Süd) Nideggerstr. Karlstr. (Nord) 5531 Immenburgstr. (West) Betriebshof BonnNetz Immenburgstr. (Ost) - 21 Immenburgstr. (West) - Immenburgstr. (Ost) Gerhard-Domagk-Str. 535 - Am Propsthof (Süd) Gerhard-Domagk-Str. Am Propsthof (Nord) 522 Auf dem Hügel (West) Am Propsthof (Süd) Auf dem Hügel (Ost) Am Propsthof (Nord) Das verwendete AKF-Verfahren ist ohne weiteres nicht für Kreisverkehre anwendbar. Hier wurde für die zwei Kreisverkehre (kleiner Kreisverkehr Nr. 376 und Minikreisverkehr 522) eine Näherungsbetrachtung durchgeführt.Seite 25 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 19/31 4.3 Ergebnis Bei der Bewertung der Ergebnisse des AKF-Verfahrens kommt es darauf an, wie man die ermittelten maximalen Zeitbedarfe beurteilt. Sicher ist, dass ein Zeitbedarf von 3.600s ein eindeutiger Hinweis auf einen nicht leistungsfähigen Knotenpunkt ist. Jedoch sind auch bereits bei geringeren Werten Hinweise auf begrenzte Leistungsfähigkeit anzunehmen. Hier schwanken die Vorstellungen zwischen Werten von 2.800 und 3.200s. Eine eindeutige Festlegung ist ohne genaue Untersuchung nicht möglich. Je mehr Sonderbedarfe (Radfahrersignale, umfassende Fußgängerquerungen, Bussonderspuren etc.) an einem Knotenpunkt vorhanden, bzw. geplant sind, umso geringer wird das für den fließenden Kfz-Ver- kehr zur Verfügung stehende Zeitkontingent, das konfliktfrei abgewickelt werden kann. Bei möglichen Änderungen an der Spurigkeit der Endenicher Straße oder anderen geometrischen Ei- genschaften, insbesondere bei einer Spurreduzierung wird die Leistungsfähigkeit verändert, so dass eine Reduzierung der Erschließungsqualität im MIV zu erwarten ist. Die Fragestellung ist bei den Un- tersuchungen zur Umweltspur oder zur Westbahn zu beachten. Die ermittelten Werte stellen zwei Gruppen von Knotenpunkten dar: Diejenige der Endenicher Straße, die mit Ausnahme desjenigen an der Karlstraße als nur begrenzt in der Spitzenstunde leistungsfähig angesehen werden können und den anderen Knotenpunkten, die alle in allen Variantenfällen ausrei- chende Reserven aufweisen. Zusätzliche Maßnahmen sind hier zur Umsetzung des Projektes Innovati- onsdreieck nicht erforderlich. Die farbige Markierung in Tabelle 3 dient der allgemeinen optischen Ver- deutlichung des zu erwartenden Verkehrszustandes, der Abstufung liegen keine wissenschaftlich fun- dierten Schwellenwerte zugrunde. Lesebeispiel für Tabelle 3: Ergebnis der AKF-Untersuchung: An Knoten 2001 besteht im Prüffall V0 ein Zeitbe- darf der Konfliktströme von 2.218s. Dieser beträgt in V1 2.330 und in V2 2.195s. Gegenüber dem Fall V0 ist dies bei V1 eine Steigerung von 112s und bei V2 eine Reduktion von 23s. V2 hat also auf den Knotenpunkt eine positive, ent- lastende Wirkung, wenn auch nur in sehr geringem Umfang. Gegenüber V1 ist V2 für den Knotenpunkt um 135s Konfliktstrom-Zeit günstiger. V0 V1 V2 2001 2218 2330 2195 112 -23 -135 2509 457 1007 814 551 358 -193 1455 678 1061 1113 384 435 52 376 1906 1990 1994 85 88 4 808 191 176 172 -15 -19 -5 589 3368 3415 3406 47 38 -9 578 3097 3447 3428 351 331 -19 567 2593 2656 3310 63 717 654 342 3201 3244 3278 43 77 34 5538 990 1019 693 29 -297 -326 5531 484 676 807 193 323 131 21 593 718 749 125 156 31 535 1891 2047 2090 156 198 43 522 2385 2807 2512 422 127 -295 5551 - 926 752 -173 maximaler Zeitbedarf [s] Knoten V1-V0 V2-V0 V2-V1 Tabelle 3: Ergebnis der AKF-UntersuchungSeite 26 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 20/31 Die Tabelle zeigt, dass für alle Knotenpunkte der Endenicher Straße die Auswirkung des Projekts ge- ring, jedoch belastungsverstärkend ist. Die stärkste Wirkung ist bei Knotenpunkt 578, demjenigen mit der Jonas-Cahn-Straße zu erwarten. Hier macht sich der zusätzliche Zielverkehr bemerkbar. Da der Knotenpunkt 2001 mit der Karlstraße bereits hoch ausgelastet ist, werden einige Verkehrsteilnehmer als Ausweichstrecke die Jonas-Cahn-Straße wählen. In der Mengendarstellung macht sich dies jedoch nicht stark bemerkbar (Abbildung 9). Signifikant entlastende Wirkung in der Konfliktstromzeit weist das Projekt nur am Knoten 5538, Karlstraße / Nideggerstraße auf, was sich ebenfalls durch die beschrie- bene Verlagerung erklären lässt. Insgesamt weist das Projekt nur an wenigen Knoten eine hohe Bedeutung auf. Dies lässt sich an der prozentualen Veränderung aufzeigen. Demnach sind starke Veränderungen nur an den untergeordne- ten Knotenpunkten 2509 Immenburgstraße/Karlstraße und 1455 Immenburgstraße / Gerhardt-Domagk- Straße, jedoch auf niedrigem Niveau festzustellen. An der Endenicher Straße ist der schon bespro- chene Knotenpunkt mit der Jonas-Cahn-Straße etwa in der Größenordnung der Belastungsschwankun- gen unterschiedlicher Tage vom höheren Konfliktstromzeitbedarf betroffen. Am Knotenpunkt 567 mit der Kaufmannstraße ist in V1 keine Steigerung, jedoch in V2 durch den stärkeren Linksabbiegestrom verursacht. Insgesamt steigt der Konfliktstromzeitbedarf durch die Variante V2 an diesem Knoten an und erreicht etwa das hohe Niveau der anderen benachbarten Knotenpunkte der Endenicher Straße. Die Reduktionen, welche durch diese Variante an den anderen Knotenpunkten der Endenicher Straße entstehen, sind jedoch gering. Die stärksten entlastenden Wirkungen sind an den untergeordneten Knotenpunkten zu erwarten. Das belegt, dass die Endenicher Straße noch stärker genutzt würde, wenn hier eine leistungsfähigere Verkehrsanlage bestünde. V1-V0 V2-V0 V2-V1 2001 5,1% -1,0% -5,8% 2509 120,6% 78,3% -19,2% 1455 56,6% 64,2% 4,9% 376 4,4% 4,6% 0,2% 808 -7,7% -10,0% -2,6% 589 1,4% 1,1% -0,2% 578 11,3% 10,7% -0,6% 567 2,4% 27,7% 24,6% 342 1,3% 2,4% 1,0% 5538 2,9% -30,0% -31,9% 5531 39,8% 66,9% 19,3% 21 21,1% 26,4% 4,3% 535 8,2% 10,5% 2,1% 522 17,7% 5,3% -10,5% 5551 -18,7% Knoten prozentuale Veränderung Tabelle 4: Prozentuale Veränderungen im Konfliktstrom-ZeitbedarfSeite 27 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 21/31 5. Verkehrs- und Umsetzungskonzept 5.1 Wegeverbindung Das angefragte Verkehrs- und Umsetzungskonzept befasst sich vor allem mit der Verbindung für Fuß- gänger und Radfahrer über die Bahn. Die Qualität der Erreichbarkeit für Fußgänger und mit dem Rad sowie mittels des ÖPNV hängt erheblich von den beiden geplanten Brücken ab. Zur Erläuterung des Effekts wurde für 10 beispielhafte Ziele die Erreichbarkeit mit Fuß, Rad, ÖPNV und Auto für den Fall mit den beiden Brücken und für den Fall ohne die beiden Brücken mittels eines öffentlichen Routensuchers überschlägig ermittelt (Quelle: Immenburgstr. 20). Das Verhältnis der Reisezeiten von Pedelec und ÖPNV zu derjenigen mit Pkw wird dargestellt. Für Pkw wurde dabei unterstellt, dass die Parkplatzsuche pauschal mit geringen 2 min. veranschlagt wird. Das Ergebnis zeigt Tabelle 5. Auch hier dient die farb- liche Abstufung lediglich zur optischen Verdeutlichung der Effekte. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass für das Pedelec die Nahentfernungen auch schon ohne die Brücken bessere Werte als für den Pkw liefern. Durch die Brücken wird der Zeitvorteil noch einmal deutlicher. Sogar bis Duisburg Bahnhof ist das Zeitverhältnis zumindest etwa gleich. Das ferne Ziel Köln Haupt- bahnhof verändert sich durch die kurze Streckenänderung naturgemäß wenig. Auch beim UKB sind die neuen Routen, die sich eröffnen, nicht weiterführend. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass mit der Brücke über die Bahn die Radpend- lerroute 1, die derzeit geplant ist, direkt erreichbar ist. Darüber hinaus ist der Standort auch für die Radpendlerroute 3 gut erreichbar. Das in Ausbau befindliche Radwegenetz wird also durch den Standort gut ergänzt. Es kann nach Realisierung des Netzes erwartet werden, dass auch mittel weit entfernte Wohnstandorte im Bonner Norden und Westen gut mit dem Pedelec erreichbar sind. Vor allem wird es damit Radfahrern ermöglicht, bis in die Innenstadt weitgehend abseits sehr stark vom MIV befahrener Straßen den Innen- stadtbereich und die umgrenzenden Gebiete zu erreichen. Pedelec-ÖPNV/MIV-Rate Ziel Luftlinie oB mB oB mB Campus Endenich (An der Immenburg) 0,7 km 0,5 0,2 2,0 2,0 HBF Bonn 1,2km 0,6 0,6 1,4 0,7 Münsterplatz Bonn 1,4km 0,6 0,4 1,3 0,8 Duisdorf Bahnhof 2,0km 0,9 0,8 1,3 1,3 Bonn Rheinufer (Erste Fährgasse 7-5) 2,3km 0,6 0,5 1,7 0,8 Köln HBF 24,7km 2,1 2,1 1,3 1,2 Beuel Bahnhof 3,3km 0,8 0,7 2,0 1,6 Universitätsklinikum (Notfallzentr.) 4,0km 1,3 1,4 2,2 1,8 Bundesviertel Charles-de-Gaulle-Str. 20 4,1km 0,9 0,9 1,9 1,4 Godesberg Bahnhof 8,0 km 1,1 1,1 1,1 1,0 Pedelec/MIV ÖPNV/MIV Tabelle 5: Pedelec/MIV- und ÖPNV/MIV-Verhältnis ohne die geplanten Brücken (oB) und mit den ge- planten Brücken (mB) Abbildung 12: geplante Radpendlerrouten, Quelle: PERSPEKTIVEN FÜR DEN RADVERKEHR, Rhein-Sieg-Kreis, 5/2020Seite 28 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 22/31 Für den ÖPNV ändern sich durch die Brücke einige Relationen deutlich. Die kurze Relation zum Cam- pus Endenich ist sowieso für den ÖPNV ungünstig, man ist zu Fuß schneller. Günstig wirkt sich die Brücke für alle Ziele in der Innenstadt bis hin zum Rheinufer aus. Auch die anliegenden Bahnhöfe wer- den besser erreichbar, auch wenn auf die rechtsrheinische Seite hier kein großer Vorteil zu erlangen ist. Nicht in Tabelle 5 aufgeführt sind alle Relationen, die über den Haltepunkt Bonn-West direkt durch die Stadtbahn angefahren werden können. Dies wird ergänzend beispielhaft für die Linie 63 mit jeder 2. Haltestelle durchgeführt. Der Weg über die Brücke wird, wie in der obigen Tabelle schon, mit 3 min. veranschlagt (ca. 250 m). Die Tabelle 6 zeigt deutlich den positiven Effekt der diskutieren Brücke über die Anlage der Bahn. Für alle Ziele an den Haltestellen der Linie 63 wird ein spürbarer Verbesserungs- effekt erreicht, der für einen großen Teil der Ziele in einen Reisezeitvorteil gegenüber dem Pkw mündet. Nur für die entfernteren Ziele kann der Pkw über die längere Strecke etwas Vorteile gewinnen, sofern keine Spitzenstundenüberlast, in dem Fall auf der B9, auch diesen Vorteil reduziert. 5.2 Die Brücken Die geplanten Brücken sind wesentlicher Baustein der Radverkehrsinfrastruktur. In Richtung Westen ist die Querung der Autobahn zum in Entwicklung befindlichen Endenich-Campus beschlossene Sache. Hierdurch werden auch die Stadtteile Endenich und Hardtberg mit dem Standort optimal verbunden. Die Brücke ist mit der Nummer L2 in der Maßnahmen - und Prioritätenliste Masterplan Innere Stadt Bonn aufgeführt. Wichtiger noch ist die Verbindung zwischen Immenburgstraße und der Haltestelle Bonn-West. Hier- durch entsteht ein unmittelbarer Anschluss an die Stadtbahn. Auch diese Verbindung ist mit der Be- zeichnung „Planung und Bau einer barrierefreien Verknüpfung zwischen der Immenburgstraße mit der Haltestelle Bonn-West“ in der Maßnahmen - und Prioritätenliste Masterplan Innere Stadt Bonn aufge- führt (a.a.O., Nr. M3). Hier ist die Prioritätsstufe „A“ benannt. Die ca. 60 m breite Bahntrasse kann nach hiesiger Auffassung nur mit einer Brücke überwunden werden. Ein Tunnel kann bei dieser Länge nicht zu vertretbaren Kosten attraktiv für Fußgänger und Radfahrer gestaltet werden. Die Brücke wäre im Üb- rigen eine logisch wirkende Fortsetzung der geplanten Promenade an der Immenburgstraße oder aber der gebietsinternen Erschließung des Projekts Innovationscampus. Es wird vorgeschlagen, die Brücke direkt in das Gebiet hineinzuführen und nicht, wie in der städtischen Studie dargestellt, am Rand der Bahngleise in einem unattraktiven Aufgang enden zu lassen. Tabelle 6: ÖPNV-MIV-Verhältnis ohne (oB) und mit den geplanten Brücken (mB) Haltestelle oB mB Bad Godesberg Stadthalle 1,7 1,3 Plittersdorfer Straße 1,5 1,1 Hochkreuz 1,9 1,3 Olof-Palme-Allee 1,7 1,1 Heussallee 1,9 1,0 Bundesrechnungshof 1,6 0,8 Universität markt 1,3 0,6 Bonn West 2,4 0,6 Tannenbusch Süd 1,7 0,8Seite 29 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 23/31 Für die Brücke gibt es eine erste Entwurfsstudie der Verwaltung aus dem Jahr 2014. Diese stellt ein Mi- nimalkonzept einer einfachen Anlage dar und dürfte aus heutiger Sicht von der Breite her nicht mehr ausreichen, um in hoher Qualität Fußgänger- und Radverkehr zu bewältigen. Für den Radverkehr müsste noch ein leistungsfähiger Auf- / Abgang geschaffen werden. Die Studie ist Grundlage des aktu- ellen städtebaulichen Entwurfs. Abbildung 13: Entwurfsstudie Fußgängerbrücke Bonn-West, Quelle: Stadt Bonn 2014Seite 30 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 24/31 Die Brückenarchitektur kann auch als Signet für den Fußgänger- und Radverkehr genutzt werden. Beispiele: Fußgängerbrücke von Lahr, die anlässlich der dortigen Gartenschau über Verkehrswege hinweg realisiert wurde. Die Kosten lagen bei ca. 5,5 Mio. €. Überspannt wird dabei ein Straßenkonglo- merat der B415 auf einer Länge von ca. 120 m. Die gesamte Konstruktionslänge liegt bei ca. 290 m. Fußgängerbrücke S-Bahnhof Wilhelmsburg Hamburg (Gössler Kinz Kreienbaum Architek- ten). Diese bewältigt seit 2013 täglich ca. 17.000 Fahrgäste. Es gibt Sitzgelegenheiten auf der Brü- cke. Die hohe Brüstung schützt vor Wind.2 Die Brücke überspannt ca. 100 m Bahngleise und die B75. Die gesamte Konstruktionslänge liegt bei ca. 250 m, da die anliegenden Flächen bereits höher als die Bahn liegen. Die seilabgespannte Fußgängerbrücke in Holz- wickede verläuft über mehrere Gleise der Deut- schen Bahn und bindet ein Neubaugebiet an. An den Kopfseiten der Brücke wurden Treppenauf- gänge und Fahrstühle neu erbaut. Es werden ca. 50 m Bahntrasse überspannt (Meyer Ingenieure). Die Kosten können bei ca. 3,0 Mio. € angesetzt werden. Die Brücke könnte Beispiel für eine „Spar“-Version sein, die hinsichtlich des Radver- kehrs nur Minimalqualitäten aufweist. Die be- triebliche Stützung auf Fahrstühle ist jedoch sehr störanfällig und sollte nicht weiterverfolgt wer- den. 2 Text nach: https://www.dbz.de/news/dbz_Bruecke_geschlagen_Neue_Fussgaengerbruecke_auf_dem_IBA_Gela- ende_fertig_1619774.html Abbildung 14: Ortenaubrücke in Lahr, Quelle: https://www.ei- sat.de/wp-content/uploads/2013/01/Lahr_01_neu_Foto.jpg Abbildung 15: Muharrem-Acar-Brücke in Hamburg, Quelle: https://www.dbz.de/imgs/112301892_d31a24dde4.jpg Abbildung 16: Brücke in Holzwickede, Quelle: http://ing-meyer-bo- chum.de/?portfolio=fussgaengerbruecke-in-holzwickedeSeite 31 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 25/31 Auf der Grundlage des vorliegenden Planungskonzepts wird vorgeschlagen, die Brücke direkt an den internen geplanten Platzbereich des Campus Innovationsdreieck oder an den von der Stadt Bonn konzi- pierten Boulevard an der Immenburgstraße anzubinden. Sinnvollerweise wird auch die geplante Schlei- fenstraße mit überspannt, da so ein zusätzliches Querungshindernis vermieden wird. Wegen des grö- ßeren Lichtraumprofils der Bahn (ca. 7,0 m) kann dies noch im Rampenbereich geschehen. Es ist bei ca. 6 % Steigung eine Rampenlänge von ca. 120 m zu veranschlagen. Bei ca. 65-70 m zu überspannender Bahnanlagen ergibt sich eine gesamte Abwicklungslänge von ca. 300 m. Auf der Stadtseite kann we- gen der angrenzenden Bebauung die Rampe nur über die schmale vorhandene Grünfläche nördlich des Haltepunkts Bonn-West geführt werden. Wird eine nutzbare Brückenbreite von ca. 4 m veranschlagt, sind ca. 1.200 m² Brückenfläche zu erstellen. Als Kostenansatz wird der vom DIFU 2013 festgestellte Kostensatz von 760 €/m² für Straßenbrücken (DIFU, 2013, S. 73) mit dem Kostensteigerungsfaktor von 1,241 zuzüglich eines Erwartungshorizonts für die Realisierung in 2025, hochgerechnet. Hinzu sind noch Sicherungskosten der Bahn und andere Nebenkosten zu berücksichtigen, die allerdings schwer zu kal- kulieren sind. Hier wird mit Kosten zwischen 3 und 4 Mio € gerechnet. Darüber hinaus sollte die Brücke an der schmalsten zu überquerenden Stelle geführt werden. Ein denk- barer Ansatz ist in Abbildung 17 dargestellt. Die genannten Längen und Lichtraumprofile sind dabei ein- gehalten. Bautechnisch hat sich übrigens gezeigt, dass auch längere Brücken „in die Endlage“ gedreht werden können, also neben dem zu überbrückenden Bereich hergestellt und später relativ schnell in die Endlage gebracht werden können (Beispiel die Hoge Brug in Maastricht). Abbildung 17: Skizze Führung Fußgängerbrücke, Grundlage: städtebaulicher Entwurf Ulrich Hartung, Netzmodell, Skizze o.M.Seite 32 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 26/31 5.3 ÖPNV Die Stadtwerke Bonn haben geprüft, durch welche Maßnahme eine Buslinie das Gebiet direkt erschlie- ßen kann. Nach Prüfung mehrerer Varianten wird folgender Vorschlag gemacht: Die Linie 631 wird zwischen den Haltestellen „Nußallee“ und „Biskuithalle“ in beiden Fahrtrichtungen in ihrem Verlauf angepasst. Ab der Haltestelle „Nußallee“ fährt sie rechts auf die Endenicher Allee und über den Wittelsbacherring sowie die Endenicher Straße zur Haltestelle „Karlstraße“. Dort biegt sie rechts in die Karlstraße ein und folgt dem Linienverlauf des N9 in entgegengesetzter Richtung bis zur Haltestelle „Biskuithalle“. Die Haltestellen des Nachtbusses werden entsprechend auch in Gegenrich- tung eingerichtet. Es besteht an der „Karlstraße“ Anschluss zu anderen Buslinien, „Am Dickobskreuz“ zur Linie 632 und fußläufig zur Haltestelle „Propsthof Nord“ (Linien 16 und 63) sowie am HP „Endenich Nord“ an die S 23. In Richtung Robert-Schuman-Platz verkehrt die Linie dann in Gegenrichtung des be- schriebenen Fahrtverlaufs. Die Linie verkehrt derzeit im 30-Min-Takt zwischen ca. 5:10 Uhr und ca. 20:30 Uhr, danach nur noch auf einem Teilabschnitt des Linienweges im 60-Min-Takt. Für den An- schluss des Innovationsdreiecks müssen ggfs. die bisherigen Betriebszeiten erweitert werden, was entsprechend zusätzliche Betriebskosten verursachen wird. Die obenstehenden Anpassungen im Li- nienweg könnten wahrscheinlich fahrzeugneutral umgesetzt werden, allerdings geht der Anschluss des alten Endenicher Ortskerns durch diese Linie verloren (Text dieses Absatzes: SWB). Neben der direkten Erschließung des Gebiets Innovationsdreieck gewinnt die Linie 631 durch die bauli- che Entwicklung des Gebietes „Westside“ sowie „Vogelsang“ zusätzliche Bedeutung. Wegen der der- zeit noch nicht absehbaren Leistungsverbesserung bei der Linie S23 ist eine Taktverdichtung der Busli- nie 631 in die Überlegung einzubeziehen. Die Führung um das Gebiet herum macht auch das geplante Parkhaus für andere Nutzer*innen attraktiv. Abbildung 18: Führungsvorschlag Linie 631, Quelle: StadtwerkeSeite 33 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 27/31 5.4 Lkw-Verkehr Es soll weitgehend der LKW-Verkehr durch die Wohngebiete Auf dem Hügel und Jonas-Cahn-Straße vermieden werden. Darüber hinaus ist das klassifizierte Straßennetz zu berücksichtigen und schließ- lich müssen anliegende Betriebe erreicht werden. Durch die nunmehr vorliegende Planung eines Büro- komplexes im Gebiet des Innovationsdreiecks wird das Vorhaben selbst wenig Lkw-Verkehr erzeugen. Es ist somit für die Beantwortung der Frage, ob auf der Straße Auf dem Hügel oder auf der Jonas-Cahn- Straße Lkw-Verkehr zu befürchten ist, nicht mehr von großer Bedeutung. Da das Verkehrsmodell keine aktuellen Lkw-Matrizen enthält, ist die Analyse der Modelldaten nicht ausreichend, um die Fragestellung zu beantworten. Durch Vergleich der Modellfälle kann eine Tendenz der Entwicklung der Lkw-Verkehre ermittelt werden. Für die Straße Auf dem Hügel wurde eine entspre- chende Tabelle aufgestellt, um die Netzfälle zu vergleichen. Für die Jonas-Cahn-Straße gibt das Netz- modell keinen Hinweis darauf, dass die Verkehrsmengen durch die Planung wesentliche Änderungen erfahren. Diese sind in allen Rechenfällen unter 1.500 Kfz/d, der Lkw-Anteil ist ebenfalls nicht kritisch. Dies erklärt sich dadurch, dass durch die Planung des Innovationsdreiecks im wesentlichen Pkw-Ver- kehr generiert wird. Der zusätzliche Lkw-Verkehr wird am Standort vor allem durch den Bauhof entste- hen, der jedoch von den Verkehrsmengen her gering ist. Die Differenzenkarte Abbildung 9 zeigt auf, dass die Mehrverkehre in der Jonas-Cahn-Straße, welche durch die Vorhaben generiert werden, insge- samt bei ca. 200 Kfz/d einzustufen sind. Die Zahlen für die Straße Auf dem Hügel weisen nach, dass sich durch die Planung der Schwerver- kehrsanteil nur unwesentlich ändert. Hier gibt es bei V1 Schwankungen von 0,1%. Durch V2 wird aller- dings der Lkw-Anteil deutlich reduziert, es werden Reduktionen um bis zu 0,5% erreicht. Dies wird durch den zusätzlichen Straßenanschluss an der Endenicher Straße bewirkt, durch den diese eine hö- here Erschließungsfunktion für den Standort erhält. Die Straße auf dem Hügel weist insgesamt typische Lkw-Anteile für eine städtische Hauptverkehrs- straße auf. Als solche ist sie bei einer Verkehrsbelastung in der Größenordnung von 10.000 Kfz/d anzu- sprechen. Da die Straße keine klassifizierte Straße ist, stehen der Stadt Bonn die Instrumente zur Steu- erung des Lkw-Verkehrs frei. Sie stellt allerdings als Verlängerung der Alfterer Straße-Siemensstraße eine Anbindung an die K5 und über die Grootestraße eine Anbindung an die L183 dar. Insofern hat sie verteilende Funktion. Notwendige anliegende Lkw-Ziele weist die Straße mit Ausnahme der Universität nicht auf. Allerdings ist der Gewerbestandort Siemensstraße, der weiterhin von einigen Gewerbebetrie- ben genutzt wird, gut über die Straße auf dem Hügel erreichbar. In einer Modellbetrachtung wurde mittels eines öffentlichen Routensuchers geprüft, ob die Straße Auf dem Hügel als Strecke für die Erreichbarkeit mittels Lkw systematisch in Frage kommt. Im Ergebnis kann festgehalten werden: • Standort Siemensstraße: Ziele in den Bereichen Endenich, Duisdorf, Lengsdorf, Ippendorf, Kes- senich Bad Godesberg werden über die Straße auf dem Hügel empfohlen. Die Reuterstraße ist Kfz SV SV_A Kfz SV SV_A Kfz SV SV_A Auf dem Hügel zw. Hermann-Wandersleb-Ring und Steinweg 22640 1920 8,5% 22930 1930 8,4% 22170 1770 8,0% Auf dem Hügel zw. Steinweg und Am Bleichgraben 11240 590 5,2% 11540 600 5,2% 11240 550 4,9% Auf dem Hügel zw. Am Bleichgraben und Hans-Cloos-Straße 9850 500 5,1% 10140 510 5,0% 9840 450 4,6% Auf dem Hügel zw. Hans-Cloos-Straße und Am Probsthof 10110 560 5,5% 10590 580 5,5% 10320 550 5,3% Auf dem Hügel zw. Am Probsthof und Siemensstraße 7930 590 7,4% 8190 610 7,4% 8260 600 7,3% V0 V1 V2 Strecke Tabelle 7: Verkehrsmengen, Schwerverkehr und Schwerverkehrsanteil (SV_A) für die drei Rechenfälle auf der Straße auf dem HügelSeite 34 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 28/31 etwa die Grenzlinie, ab der die südlich liegenden Ziele über die Straße angefahren werden sol- len. Dies gilt auch für die weiter südlich an der B9 liegenden Ziele • Standort Justus-von-Liebig-Straße: Für kein Ziel konnte eine Routenempfehlung über die Straße auf dem Hügel festgestellt werden. • Standort Innovationsdreieck: Für kein Ziel konnte eine Routenempfehlung über die Straße auf dem Hügel festgestellt werden. • Standort Saime-Genc-Ring: Endenich, Poppelsdorf, Teile von Ippendorf • Alfter: Weststadt, Poppelsdorf, Endenich, Venusberg, Bad Godesberg, auch die südlich der B9 liegenden Ziele Die Straße hat also derzeit für die Gewerbestandorte Siemensstraße und Saime-Genc-Ring eine Er- schließungsbedeutung. Entlastungen vom Lkw-Verkehr sind grundsätzlich möglich, da für alle Stand- orte Alternativrouten bestehen. Allerdings sind teilweise Zeitverluste zu berücksichtigen. Insbesondere bei den Nahbeziehungen sind diese hoch. Zum Beispiel ist bei der Beziehung Alfter-Endenich ohne Nutzung der Straße Auf dem Hügel statt 14 min Fahrzeit 18 min zu kalkulieren, das entspricht einer Ver- längerung von knapp 30%, 1,3km Fahrweg und dem entsprechend höheren Ausstoß von CO2 und Luft- schadstoffen. Bei Verdrängungsmaßnahmen ist auch zu berücksichtigen, dass Alternativrouten ggf. über stärker staugefährdete Strecken und Knotenpunkte geführt werden könnten. Lkw-Verkehr lässt sich abgesehen von unverbindlichen Lenkungsvorschlägen, nur über Lkw-Verbote nachhaltig von Strecken fernhalten. Nach § 45 Abs. 9 Satz 3 StVO können zum Schutz der Wohnbevöl- kerung vor Lärm und Abgasen Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs angeordnet wer- den. Zusätzlich ist dies auch zur Erprobung verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen (Satz 6) möglich. Von hier aus erscheint denkbar, etwa auch mittels Verkehrsversuch: • Lkw-Verbot (z.B. über 7,5 t) auf der Siemensstraße (Zwischen der Straße Auf dem Hügel und Grootestraße): Hier könnten die Verkehre nach Alfter sowie diejenigen des Saime-Genc-Rings und des Standortes von der Straße auf dem Hügel teilweise ferngehalten werden. • Lkw-Verbot (z.B. über 7,5 t) auf der Siemensstraße zwischen Auf dem Hügel und Kolpingstraße: Fernhalten der Lkw-Verkehre des Standortes Siemensstraße. Argument könnte auch die Ver- besserung der Verkehrssituation für den geplanten Mobilstandort S-Bahnhof Endenich-Nord sein. Dies erschwert allerdings die Erschließungsfunktion am Knoten Bornheimer Straße / Am Probsthof. Bei der Tonnenbeschränkung ist zu berücksichtigen, dass Fahrzeuge bis 3,5t nach der RLS19 als Pkw einzustufen sind. Bis 7,0t können Lasten mit großen Lieferwagen bewegt werden, welche ein geringeres Emissionsverhalten aufweisen. 6. Fazit Die hier vorgenommenen Untersuchungen basieren auf dem Status-quo in der Endenicher Straße. Hier sind in den nächsten Jahren Änderungen durch eine Umweltspur sowohl auf der Endenicher Straße als auch auf dem Hermann-Wandersleb-Ring sowie die Trasse der „Westbahn“ möglich. Beide Projekte können sich sowohl auf die Leistungsfähigkeit, als auch auf den modal-split auswirken. Diese Auswir- kungen sind, sobald Planungen vorliegen, erneut zu prüfen. In der Stadt Bonn werden derzeit für den Bereich beidseits der Immenburgstraße städtebauliche Über- legungen zur Neustrukturierung des Gebiets angestellt. Die Planung trägt den Arbeitstitel „Innovations- dreieck“. Es war die Frage zu beantworten, welche Wirkungen die Planung auf das allgemeine Ver- kehrsgeschehen aufweisen wird. Dabei sollte auch darauf eingegangen werden, welche Bedeutung dieSeite 35 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 29/31 Straße Auf dem Hügel für den entstehenden Lkw-Verkehr hat. Zur Beantwortung wurde das Verkehrs- modell für die Stadt Bonn herangezogen. Zunächst wurden die aktuell verfügbaren Strukturdaten für die im Umfeld entstehenden Neubauten, bzw. Neubaugebiete aufgenommen. Dies sind die Projekte Vogelsang, WestSide und Campus Endenich mit den angrenzenden Erweiterungsvorhaben. Für das Projekt Innovationsdreieck wurden die aktuell beabsichtigten Nutzungen einer Veranstaltungshalle so- wie eines Bürostandorts sowie des städtischen Bauhofs aufgenommen. Mit dem Projekt sind Einrich- tungen der Mobilitätsgestaltung verbunden. Ein Mobilitätskonzept ist beabsichtigt. Darüber hinaus ist ein neues Parkhaus mit Zufahrt von der Endenicher Straße geplant. Es wurden drei Untersuchungsfälle berechnet. Dies sind für den Zielhorizont 2030 der Basisfall ohne das Projekt Innovationsdreieck, der Planfall sowie eine Planfallvariante mit einer weiteren Straße, die an die Endenicher Straße anschließt. Im Verkehrsmodell wurde dabei berücksichtigt, dass durch ein Mobilitätskonzept das Verkehrsaufkommen mit Pkw im Projekt Innovationsdreieck etwa um 5% unter den in Bonn üblichen Pkw-Nutzungsparametern angesiedelt werden kann. Die Planung wird ein- schließlich der benachbarten Nutzungen ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von ca. 3.700 Kfz/d am Standort verursachen. Berücksichtigt ist dabei auch eine Veranstaltung in der Veranstaltungshalle mit ca. 1.500 Personen. Erwartungsgemäß führt das zusätzliche Verkehrsaufkommen am Standort vor allem zu einer stärkeren Inanspruchnahme der nördlich vom Planbereich liegenden Straßen. Es kommt zu Verlagerungseffekten auf die nördlich angrenzenden Erschließungsstraßen Die direkte Erschließungslast wird von der Plan- straße Innovationsdreieck sowie der Immenburgstraße, hier vor allem im Abschnitt zwischen Plan- straße Innovationsdreieck und der Straße Am Dickobskreuz, übernommen. Die Abschätzung der Leistungsfähigkeiten von Knotenpunkten zeigt zwei Gruppen von Knotenpunkten auf. Diejenige der Endenicher Straße, die mit Ausnahme desjenigen an der Karlstraße als nur begrenzt in der Spitzenstunde leistungsfähig angesehen werden können und den anderen Knotenpunkten, die alle in allen Variantenfällen ausreichende Reserven aufweisen. Zusätzliche Maßnahmen sind hier zur Umsetzung des Projektes Innovationsdreieck nicht erforderlich. Die Einfügung einer weiteren Erschließungsstraße führt nicht zu einer signifikanten Verbesserung an den anderen Knotenpunkten der Endenicher Straße, wohl aber zu einer Verstärkung der Erschließungs- wirkung der Endenicher Straße und zu einer Verbesserung der Erreichbarkeit mit dem Lkw. Das belegt, dass die Endenicher Straße noch stärker genutzt würde, wenn hier eine leistungsfähigere Verkehrsan- lage bestünde. Für das beabsichtigte Mobilitätskonzept und die Stärkung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes ist die Anbindung des Vorhabens an den ÖPNV sowie die Radverkehrsrouten von hoher Bedeutung. Es konnte gezeigt werden, dass die geplante Fußgängerbrücke über die Bahn die Erreichbarkeit mit dem Pedelec, aber vor allem mit dem ÖPNV signifikant verbessert. Für die Haltestellen an der Stadtbahnli- nie ergeben sich nahezu durchgehend Reisezeiten, die entweder deutlich besser als mit dem Pkw oder im Bereich der konkurrenzfähigen Zeiten liegen. Reisezeitvorteile ergeben sich vor allem in Bonn selbst. Die Brücke ist damit wichtiger Planungsbaustein für eine angemessene Erschließung. Die Stadtwerke haben Untersuchungen über eine Verbesserung der Erschließung angestellt. Hier wird vor allem eine Anpassung der Linienführung der Linie 631 vorgeschlagen. In Verbindung mit der Brücke über die Bahn wäre somit eine sehr gute Erschließung des Plangebietes mit dem ÖPNV gewährleistet. Der Standort wird selbst nur sehr wenig zusätzlichen Lkw-Verkehr erzeugen, da vor allem ein Büro- standort geplant ist. Bei der Prüfung, inwieweit die Straße auf dem Hügel für den Lkw-Verkehr wichtig ist, hat sich gezeigt, dass diese Straße für den Gewerbestandort Siemensstraße in hohem Maße, für den Gewerbestandort am Saime-Genc-Ring in geringem Maße von Bedeutung ist. Auch die Straßenver- bindung von Bonner Stadtteilen nach Alfter weist über diese Straße günstige Fahrrouten auf. Da dieSeite 36 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 30/31 Straße eine Gemeindestraße ist, kann Lkw-Verkehr zum Schutz der Bevölkerung ganz oder teilweise unterbunden werden. Es wird darauf hingewiesen, dass andere Routen mit teilweise erheblichem Zeit- verzug und längerer Strecke einschließlich der damit verbundenen negativen Umweltwirkungen ver- bunden sind. Für das Projekt Innovationsdreieck sind somit für die Realisierung vor allem folgende Bausteine wichtig: - Mobilitätskonzept einschließlich betrieblicher Bestandteile - Umsetzung Mobilitäts-HUB bzw. Mobilitätsstation - Zusatzangebot Busverkehr - Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahn Von der geplanten Brücke über die Autobahn für den Fußgänger- und Radverkehr in Verlängerung der Immenburgstraße wird ausgegangen. Die Verkehrsqualität auf der Endenicher Straße wird durch das Projekt nicht wesentlich verschlechtert, allerdings ist weiterhin eine sehr hohe Auslastung mit begrenzter Durchsatzqualität der Straße im All- gemeinen zu erwarten. Herzogenrath, 9.3.2021 (Dr.-Ing. Thomas Baum) GeschäftsführerSeite 37 von 38 Verkehrsuntersuchung zu städtebaulichen Entwicklungen In der Weststadt-Nord sowie Endenich-Nord 31/31 7. Quellen Arndt, Caroline: Verkehrstechnische Untersuchung der Endenicher Straße in der Bundesstadt Bonn, Masterarbeit TH Köln, 2018, S. 16 Brilon, Bondzio, Weiser Ingenieurgesellschaft mbH: Verkehrsuntersuchung zum Masterplan Campus Bonn Endenich, Bochum, 2020 (Entwurf des Schlussberichts) Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH: Ersatzneubau Kommunale Straßenbrücken, Endbericht, Ber- lin, 2013 Ingenieurgruppe Stadt+Verkehr ISV: Projekt Bonn NEWest: Leistungsfähigkeit eines Anschlusses an die Endenicher Straße, Bonn, 2013 Ingenieurgruppe Stadt+Verkehr ISV: Projekt Bonn NEWest: Anschluss des Plangebietes an die Endeni- cher Straße, Bonn, 2014 Ingenieurgruppe Stadt+Verkehr ISV: Projekt Bonn NEWest: Umgestaltung der Einmündung Endenicher Straße / Karlstraße, Bonn, 2014 Ingenieurgruppe Stadt+Verkehr ISV: Neubau eines Bürogebäudes an der Karlstraße, Bonn, 2013 Rhein-Sieg-Kreis, der Landrat: PERSPEKTIVEN FÜR DEN RADVERKEHR, 5/2020 Ulrich-Hartung GmbH; Oetzen-Riemer und Partner: Städtebauliches Konzept Innovationsdreieck, Stand 8/2020 VSU GmbH: Mobilitätskonzept Wohnbebauung „Am Vogelsang“, Herzogenrath, 2019 VSU GmbH: Mobilitätskonzept Bebauungsplan Nr. 6322-1, Projektgebiet Stadtquartier West.side, Aktu- alisierung, Herzogenrath, 2020Seite 38 von 38
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