211463 · Beschlussvorlage
Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0 Teilprojekt Nr. 4 Stiftsplatz – Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen
Kerndaten
- Nummer
- 211463
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 22.09.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Empfehlung
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Anregung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 211463 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0 Teilprojekt Nr. 4 Stiftsplatz – Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.09.2021 Empfehlung Beirat Bürgerbeteiligung 29.10.2021 Anregung Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 29.09.2021 Empfehlung Ausschuss für Mobilität und Verkehr 30.09.2021 Empfehlung Bezirksvertretung Bonn 05.10.2021 Anhörung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 07.10.2021 Empfehlung Rat 28.10.2021 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Die Vorlage ist dringlich. Bei Verzögerung der Vorlage kann das Projekt nicht fortgeführt werden. Damit ist der zeitgerechte Abruf von Fördermitteln der Städtebauförderung gefährdet. Auf Grund der komplexen Abstimmung war eine frühere Vorlage nicht möglich. Beschlussvorschlag 1. Der Stiftsplatz mit seinen angrenzenden Bereichen soll im Rahmen des Förderantrags Masterplan Innere Stadt 2.0 durch eine Neugestaltung aufgewertet und entsiegelt werden (Anlage 1). Die Flächen des Stiftplatzes (1. BA) sollen zugunsten einer öffentlichen Grünfläche im dicht bebauten Quartier neu strukturiert und hierfür auf der Fläche des heutigen Parkplatzes (ca. 70 Parkplätze) die öffentlichen Parkplätze deutlich reduziert werden. Die Errichtung einer Mobilstation/eines Fahrradparkhauses wird in die Planungen integriert 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Planungsschritte für die Durchführung eines Werkstattverfahrens inkl. Öffentlichkeitsbeteiligung zur Neugestaltung des Stiftsplatzes und den angrenzenden Bereichen (Anlage 1) einzuleiten. Ein neues Beteiligungskonzept wird entwickelt und ist Bestandteil des Werkstattverfahrens. Nach Erarbeitung des Beteiligungskonzeptes wird dieses den Gremien zur Zustimmung vorgelegt. 3. Der Beschluss der Bezirksvertretung Bonn vom 24.01.2017 zumSeite 1 von 6 Seite 2 Verfahren und Benennung der politischen Entscheidenden (DS-Nr. 1710091) wird aufgehoben. Im Rahmen des Beschlusses zur konkreten Aufgabenbeschreibung erfolgt eine erneute Benennung der politischen Entscheidenden. Begründung Ausgangslage Der Stiftsplatz ist Bestandteil des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes „Masterplan Innere Stadt Bonn“, welches der Rat in 2013 beschlossen hat (DS Nr. 1311934). Der Masterplan stellt im Grundsatz die Programmatik der Innenstadtentwicklung für mindestens 15 Jahre dar und setzt sich aus zahlreichen Einzelmaßnahmen zusammen. Der Rat der Stadt Bonn hat am 1. September 2020 den Beschluss gefasst, eine zweite Förderperiode 2.0 einzuleiten (DS Nr. 201300). Der Stiftsplatz stellt ein wichtiges Bindeglied der Verbindung von der Bonner Innenstadt über die Kölnstraße und Welschnonnenstraße zur Beethovenhalle am westlichen Rheinufer dar und soll daher im Zuge des Masterplanprozesses 2.0 aufgewertet werden. Der Platz selbst ist heute überwiegend durch die Parkplatzfunktion geprägt. Das Potenzial der sanierten Brunnenanlage als zum Verweilen einladendes Element im urbanen Raum wird wenig genutzt. Zielsetzung Um seiner wichtigen stadträumlichen und funktionalen Bedeutung für das innerstädtische Quartier gerecht zu werden, soll durch eine zusätzliche Freiraumgestaltung ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung (Entsiegelung, Begrünung) geleistet werden. Konkret werden folgende multifunktionalen Ziele angestrebt: Erhöhung der Biodiversität durch heimische & klimawandelangepasste Pflanzen (insektenfreundlich), Schaffung verschatteter Bereiche, Förderung von nachhaltiger Mobilität (E-Ladesäulen für Autos und Räder; Fahrradparkhaus), sozialer attraktiver Begegnungsort im Grünen. Vorheriges Verfahren Der Rat der Stadt Bonn hat am 02.02.2017 die Durchführung einer Bürgerwerkstatt in Form sogenannter „Salons“ beschlossen (DS-Nr. 1710091). Diese konnte im Rahmen des Förderantrags 1.0 bisher nicht umgesetzt werden. Neues Werkstattverfahren und Öffentlichkeitsbeteiligung In den vergangenen 5 Jahren haben sich Ansprüche und Rahmenbedingungen an innerstädtische Quartiersplätze gewandelt. So gibt es einige, maßgebende neue Herausforderungen, die zwingend in eine Neugestaltung einfließen müssen. Hier sind insbesondere die Themen Anpassungen an den Klimawandel, Fragen zu neuen Mobilitätsformen sowie sich wandelnde Nutzungsansprüche der Stadtgesellschaft an öffentliche (Frei)Räume zu integrieren. Da diese wesentlich für die heutige Planung wichtigen Punkte in der Gestaltung berücksichtigt werden müssen, ist die Einleitung einesSeite 2 von 6 Seite 3 Werkstattverfahrens unter den zuvor genannten Schwerpunkten zur Neugestaltung des Stiftsplatzes, erforderlich. Hierzu soll ein Büro beauftragt werden, welches das Werkstattverfahren vorbereiten und durchführen soll. Angedacht ist, dass im Werkstattverfahrens mindestens vier Landschaftsplanungsbüros in einem einstufigen, konkurrierenden Verfahren verschiedene Entwürfe erarbeiten. Diese werden am Ende durch eine Jury beurteilt und bilden die Grundlage für die Weiterbeauftragung der Planung nach Beschluss durch die Gremien. Während des Planungsprozesses ist vorgesehen die Stadtgesellschaft zu beteiligen und so deren Anregungen in den Planungsprozess mit zu integrieren. So kann eine enge Verzahnung der Stadtgesellschaft mit den Fachplanenden erfolgen. Ebenfalls sollen die Büros im Rahmen des Verfahrens fachlich durch ein separat beauftragtes Verkehrsplanungsbüro begleitet werden. Bestandteil des Werkstattverfahrens ist daher die Entwicklung und Umsetzung einer parallel laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung die den Prozess des Werkstattverfahrens begleiten soll. Nach Erarbeitung des Beteiligungskonzeptes soll dieses dem Beirat für Bürgerbeteiligung, der Bezirksvertretung und dem Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen zur Zustimmung vorgelegt werden. Die konkrete Ausgestaltung des gesamten Werkstattverfahrens wird den Gremien vor Beginn vorgelegt. Der Städtebau- und Gestaltungsbeirat wird mit einbezogen. Konkret sind folgende Schritte angedacht: Werkstattverfahren über die gesamte Fläche (Siehe Anlage 1) Realisierung des 1. Bauabschnittes (BA) für den Bereich Stiftsplatz Realisierung des 2. BA über das Masterplanprojekt Nr. 5 Kölnstraße Ideenteil Kirchvorplatz Zur Vorbereitung des Werkstattverfahren sind die notwendigen Rahmenbedingungen zu ermitteln, die insbesondere die nachfolgend aufgeführten Themenbereiche betreffen: Verkehr/Mobilität Der Verkehr spielt am Stiftsplatz, insbesondere auch für den ÖPNV, eine nicht unerhebliche Rolle. Er ist Teil der Umfahrung Kennedybrücke – Kölnstraße – Sandkaule bzw. für die fehlende Linksabbiegemöglichkeit am Bertha-von- Suttner-Platz. Alle Buslinien dieser Verkehrsbeziehung werden über den Stiftsplatz geleitet, wo sich auch eine barrierefrei ausgebaute Haltestelle befindet. Diese muss erhalten bleiben, ebenso die Fahrbeziehungen für den ÖPNV und den MIV. Die Bedeutung für den Individualverkehr wird im Zusammenhang mit den neuen Nutzungsschwerpunkten am Rheinufer anwachsen. Das Projekt steht auch in unmittelbarem Zusammenspiel mit der Umgestaltung der Kölnstraße (Masterplan 2.0 Teilprojekt 5). Alle Planungen für den Bereich zwischen dem Ideenteil vor der Stiftskirche und dem Stiftsplatz selber müssen gemeinsam mit den Umplanungen für die Kölnstraße betrachtet werden. In diesem Bereich werden u.a. neue Querungsmöglichkeiten für den Fußgängerverkehr eine wesentliche Rolle spielen. Im Werkstattverfahren sind Verbesserungen für den Fußgängerverkehr auch auf der anderen Seite des Stiftsplatzes, an der Straße Sandkaule, zu betrachten.Seite 3 von 6 Seite 4 Neben dem fließenden Verkehr ist der Platz geprägt durch den ruhenden Verkehr. Dieser soll im Zuge der Neugestaltung neu geordnet werden. Die Pkw-Stellplätze sollen dabei reduziert werden und alternativ eine Mobilstation mit integriertem Fahrradparkhaus errichtet werden (Teil des EFRE-Programms „Emissionsfreie Innenstadt“). Zugunsten der Freifläche ist vorgesehen, den ruhenden Verkehr auf der Platzfläche entfallen zu lassen. Der Umgang mit dem verbleibenden ruhenden Verkehr wird nochmal im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung thematisiert. Umwelt/Klima/Freiraum Der Stiftsplatz ist derzeit stark versiegelt und mit einigen teils großkronigen Bäumen bestanden. Die nicht verschatteten Bereiche heizen sich tagsüber sehr stark auf und tragen nachts zur Ausbildung starker Wärmeinseleffekte im Quartier bei. Zudem kann auf der versiegelten Parkplatzfläche derzeit kein Regenwasser versickern und wird demnach dem natürlichen Wasserkreislauf entzogen. Die Entsiegelung und Begrünung von Teilbereichen des Stiftsplatzes ist somit eine geeignete Maßnahme zur Klimaanpassung. Die Bestandsbäume sollen in der Planung berücksichtigt und erhalten werden. Im westlichen Bereich des Stiftsplatzes befindet sich der Stiftsbrunnen, welcher vor kurzem erst aufwendig saniert wurde. Dieser soll ebenfalls in die Neugestaltung integriert werden. Durch eine gestalterische Aufwertung des westlichen Bereiches soll ein innerstädtischer Ort zum Verweilen entstehen. Die Entsiegelung befestigter Parkflächen schafft Raum für eine ansprechende und zugleich biodiverse Bepflanzung zugunsten der Artenvielfalt. Denkmalschutz Neben den Baudenkmälern Stiftskirche und Stiftsbrunnen befindet sich unter dem Stiftsplatz eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg inkl. Löschwasserbecken. Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland bereitet derzeit ein Gutachten für die Unterschutzstellung der Anlage vor. Inwieweit diese künftig für Besichtigungen zugänglich sein soll, ist im laufenden Prozess zu klären. Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen Die zukünftigen Planungen zum Stiftsplatz sollen insbesondere die angrenzenden Nutzungen Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Wohnen berücksichtigen und deren Ansprüche an den öffentlichen Raum gestalterisch umsetzen. Städtebau/Baukultur Da es sich beim Stiftsplatz um einen bedeutsamen Ort mit Geschichte handelt, soll der Prozess der Neugestaltung der Platzfläche beispielhaft für gute Baukultur werden. Ein Instrument zur Sicherung der (Gestaltungs-)Qualität ist die Einbindung des Städtebau- und Gestaltungsbeirates der Stadt Bonn.Seite 4 von 6 Seite 5 Finanzielle Auswirkungen: Die Finanzierung des Wettbewerbsverfahrens und die spätere Umgestaltung des öffentlichen Raums erfolgen über das Förderprogramm Masterplan Innere Stadt 2.0. Die Finanzierung der Maßnahmen für den Radverkehr erfolgen über Mittel aus der Produktgruppe 12.07 „Verkehrsplanung“, die für die Zukunft des Radverkehrs bereitgestellt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligung entsprechender Fördermittel und der Veranschlagung im Haushalt. Produktgruppe 1.09.02 Produktgruppenbezeichnung Maßnahmen des bes. Städtebaurechts Produkt 1.09.02.05 Produktbezeichnung Masterplan Innere Stadt Bonn Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 104.000,00 EUR 161000902/72100 0 2021/2022 Einzahlungen / Erträge 72.800,00 EUR Haushaltsbelastung jährlich 31.200,00 EUR Anlage/n 1 Übersichtsplan Stiftsplatz (öffentlich)Seite 5 von 6 Bundesstadt Bonn Übersichtsplan : Masterplanprojekt Nr. 4 Stiftsplatz Stadtbezirk Bonn-Innenstadt Ortsteil Bonn Amt 61-2 2.BAIDEENTEILSeite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:04 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de