211443 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag: Umwidmung des auf dem Poppelsdorfer Friedhof gelegenen Ehrenmals "Unserer Helden" zu einem Mahnmal für die "Opfer von Gewaltherrschaft"
Kerndaten
- Nummer
- 211443
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 12.08.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 211443 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte Dezernat: Dez. OB 11.08.2021 Bürgerantrag: Umwidmung des auf dem Poppelsdorfer Friedhof gelegenen Ehrenmals "Unserer Helden" zu einem Mahnmal für die "Opfer von Gewaltherrschaft" Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 05.10.2021 Entscheidung Inhalt des Bürgerantrages Der Antrag thematisiert eine Umwidmung des auf dem Poppelsdorfer Friedhof gelegenen Ehrenmals „Unserer Helden“ zu einem Mahnmal für die „Opfer von Gewaltherrschaft“. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 5 § 24 GO NRW Bürgerantrag gemäß § 24 Abs. 1 der Gemeindeordnung Nordrhein- Westfalen Sehr geehrte Herr Bezirksbürgermeister Reeh-Schall, ich bitte Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Bonn zu setzen und nach erfolgter Beschlussfassung an Frau Oberbürgermeisterin Katja Dörner bzw. den zunächst zuständigen Hauptausschuss weiterzuleiten: Die Stadt Bonn möge den auf dem Poppelsdorfer Friedhof gelegenen Ehrenmal „Unserer Helden“ zu einem Mahnmal für die „Opfer von Gewaltherrschaft“ umwidmen Begründung: Vom Haupteingang des Poppelsdorfer Friedhofes verläuft eine repräsentativ angelegte Achse hinauf auf den Kreuzberg, an deren Ende sich ein sogenannter „Ehrenhain“ befindet, der den Schwerpunkt der gesamten Anlage bildet. Der am Ende der Achse auf einer allseits durch breite Treppen zugänglichen Empore gelegene „Ehrenhain“ besteht aus einer ca. 300m2 umfassenden waagerechten Rasenfläche, die ihrerseits auf das zentrale „Ehrenmal“ hin ausgerichtet und von „Ehrengräbern“ umgeben ist. Das „Ehrenmal“ besteht aus einer aus Trachyt geschnittenen überlebensgroßen Skulptur, die einen (fast) aufrecht sterbenden deutschen Soldaten darstellt, der sein Bajonett noch in der Hand hält. Die Plastik ruht auf einem Quader von ca. 150x200x150cm großen Quader aus Ziegelsteinen, der die in Metall aufgesetzte Inschrift UNSEREN HELDEN 1914 – 1918 1939 – 1945 trägt. Dazu passt das ca. 20m östlich des „Ehrenmales“ gelegene „Ehrengrab“ des Lothar von Trotha (1848-1920). Dieser schon unter Zeitgenossen umstrittene Preußische General war an den peinlichsten Episoden der kurzen deutschen Kolonialgeschichte, dem „Boxeraustand“/China und dem „Maji-Maji-Aufstand“/Tansania beteiligt. Vor allem jedoch ist Lothar von Trotha persönlich verantwortlich für den ersten wissenschaftlich anerkannten Genozid des 20. Jahrhunderts: Den „Völkermord an den Herero und Nama“ von 1904-1908 (80.000 Opfer).Seite 2 von 5 Es geht hier nicht um die Grabstelle des Lothar von Trotha, dessen Nachkommen sich in seinem Namen in Namibia entschuldigt haben. Es geht um das falsche militärische Pathos der Skulptur im Zentrum des Ensemble und deren unsägliche Beschriftung. Dieses Denkmal ist nicht repräsentativ für unsere Gesellschaft. Es ist vielmehr unzeitgemäß naiv, nationalistisch und europafeindlich. Daher möge die auf internationale Zusammenarbeit bedachte Stadt Bonn beschließen das „Ehrenmal unserer Helden“ zu einem Denkmal für die „Opfer der Gewaltherrschaft“ umzuwidmen und auch eine sinnstiftende Umgestaltung des Mahnmals vorzunehmen! Dafür könnten vielleicht Künstler aus Belarus oder anderen akut von Gewaltherrschaft betroffenen europäischen Ländern (?) gewonnen werden. Die künstlerisch mäßig aktuelle Skulptur könnte an geeignetem Ort, z.B. im Bonner Haus der Geschichte, vielleicht noch dazu dienen den deutschen Zeitgeist nach den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts physisch erfahrbar zu machen. Mit freundlichen Grüßen AnlagenSeite 3 von 5 Seite 4 von 5 Seite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de