211423 · Große Anfrage
Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge für den Stadtbezirk in Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 211423
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 11.08.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 211423 Fragesteller/in: Christoph Jansen Inge Stauder Jens Röskens CDU Bezirksfraktion Bad Godesberg 10.08.2021 gez. Jansen Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge für den Stadtbezirk in Bad Godesberg Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 31.08.2021 Kenntnisnahme Fragestellung Die Verwaltung wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten: 1. Welche Schlussfolgerungen zum Schutz der Bevölkerung in Bad Godesberg zieht die Verwaltung zusammen mit allen beteiligten Experten und Institutionen aus der Unwetterkatastrophe am 14. Juli 2021 unter Berücksichtigung der bereits in der jüngsten Vergangenheit getroffenen Hochwasserschutzmaßnahmen für den Stadtbezirk Bad Godesberg? 2. Reichen die bisher durchgeführten Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen, die für den Godesberger Bach und Mehlemer Bach getroffen wurden, auch bei extrem heftigen Niederschlägen aus und welche weiteren Hochwasserschutz- und Klimaanpassungsmaßmaßen sind geplant, um Überflutungen im Stadtbezirk von Bad Godesberg bei überdimensionalem Starkregen zu vermeiden? 3. Wie bewertet die Verwaltung in Folge der Unwetterkatastrophe vom 14. Juli 2021 die Wirksamkeit und Belastbarkeit des Entlastungskanals am Mehlemer Bach sowie die installierten Messpegel zur Warnung vor Hochwasser? 4. Werden neue Risikokartierungen mit einer ausreichend dimensionierten Fläche in den Umgebungen des Mehlemer Baches und des Godesberger Baches erstellt und die Auswirkungen auf Bebauungspläne in diesen gefährdeten Bereichen überprüft? 5. Welche Warn- und Alarmsysteme mit sicheren Funksystemen und kurzen Meldewegen stehen in Bad Godesberg zur Verfügung, um die Bevölkerung rechtzeitig vor Flutwellen oder anderen Umweltkatastrophen zu warnen? Sind eine ausreichende und einsatzbereite technische Ausstattung sowie genug Personal vorhanden, um bei Gefahrenlagen wie bei einer großen Flutwelle eine professionelle und schnelle Hilfestellung anzubieten?Seite 1 von 4 Seite 2 6. Welche Präventions- und Übungsmaßnahmen werden in Bad Godesberg bislang für einen effizienten Katastrophenschutz im Bereich der Vorsorge von Seiten der Stadtverwaltung mit den beteiligten Ämtern regelmäßig durchgeführt und welche weiteren Maßnahmen sind geplant? Begründung Zu 1. - 3. Die Unwetterkatastrophe vom 14. Juli 2021 mit den verheerenden Auswirkungen in unserer benachbarten Region hat uns vor Augen geführt wie lebensnotwendig effektive Hochwasserschutzmaßnahmen sind. Hochwasserschutz gehört zur Daseinsvorsorge und ist eine Daueraufgabe für den Bund, das Land und die Kommunen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die meteorologischen und hydrologischen Prozesse nehmen aufgrund des Klimawandels an Intensität und an Häufigkeit zu und wir müssen damit rechnen, dass es in Zukunft vermehrt zu Extremwetterlagen mit langanhaltenden Regenfällen mit hoher Intensität und zu extrem heftigen Niederschlägen in kürzester Zeit kommt. Aufgrund von Starkregenereignissen im letzten Jahrzehnt wurden für Bad Godesberg schon effiziente Vorsorgemaßnahmen getroffen. So konnte für 12,2 Millionen Euro ein 1050 m langer Entlastungskanal für den Mehlemer Bach vom Rheinufer am Drachensteinpark bis zur Bachemerstraße gebaut werden, der hauptsächlich dafür gesorgt hat, dass bei der letzten Unwetterkatastrophe am 14. Juli 2021 der Ortsteil Mehlem nicht überflutet wurde wie am 04. Juni 2016. Außerdem wurden an gefährdeten Stellen der Bachläufe Kameras an den Durchlässen unter den Brücken installiert, um prekäre Entwicklungen im Blick zu haben. Es erfolgt eine regelmäßige Wartung der Messstellen. Trotz der bislang durchgeführten Maßnahmen kann das nächste Hochwasserrisiko in unserem Stadtgebiet größere Ausmaße annehmen wie in der jüngsten Vergangenheit, wenn in Bad Godesberg und der unmittelbaren Umgebung im Einzugsbereich des Godesberger Baches und des Mehlemer Baches extreme Wassermengen in kurzer Zeit so wie jüngst in der Voreifel entstehen. Große Mengen an Treibgut könnten noch Durchlässe verstopfen und zu Rückstaueffekten mit Überflutungen führen. Notwendig sind daher insgesamt ein effizientes Abflusssystem und die Anlage ausreichender Retentionsräume, um Rückstaueffekte zu vermeiden und Abflussmöglichkeiten zu schaffen. Für Bad Godesberg wäre zu überlegen, ob der Bau eines weiteren Entlastungskanals für den Godesberger Bach sinnvoll ist.Seite 2 von 4 Seite 3 Die genannten Gefahren erfordern eine Neubewertung des Risikopotentials kleinerer Flüsse, wozu der Godesberger und der Mehlemer Bach gehören. Beide Bäche müssen auf Starkregen ausgerichtet sein. Die Anlage weiterer Rückhaltebecken kann notwendig sein. Darüber hinaus gehören zur Abmilderung von Starkregen u.a. Renaturierungsmaßnahmen, der konsequente Schutz von Freiflächen, mehr Grünflächen auf den Dächern sowie wasserdurchlässige Grün- und Parkflächen. Auch das gesamte Kanalsystem muss im Hinblick auf die Erfassung großer Wassermengen überprüft werden. Zu 4. Aufgrund der großen Unwetterkatastrophe vom 14. Juli 2021 sind wahrscheinlich auch Nachbesserungen bei der Risikokartierung notwendig. Die Schutzvorschriften aus dem Wasserhaushaltsgesetz müssen angepasst werden. Bauvorhaben sind auf ihre Zulässigkeit oder hochwassergerechtes Bauen zu überprüfen, wenn sie in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten liegen. Entsprechende Geländeanalysen mit dazugehörigen Modellierungen müssen bei Bauvorhaben berücksichtigt werden Sowohl der Godesberger Bach als auch der Mehlemer Bach gehören mit dem umliegenden Gelände zu den von der Bezirksregierung Köln ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten. Zu 5. Die Unwetterkatastrophe vom 14. Juli 2021 hat uns vor Augen geführt, dass wir unbedingt ein bundesweit funktionierendes und flächendeckendes Warnsystem brauchen, möglichst ein mehrstufiges Warnsystem aus Warn-Apps, automatischer SMS-Benachrichtigung wie dem sog. Cell-Broadcasting, Sirenen, Ansagen über Rundfunk und Fernsehen sowie Durchsagen durch Polizei und Feuerwehr. Bei Gefahr im Verzug müssen die Warnsysteme sofort funktionieren. Wir brauchen Alarmsysteme mit großer Reichweite, die alle Personen in kurzer Zeit erreichen können. Zu 6. Das „Üben für den Katastrophenfall“ spielt bei der Katastrophenfürsorge eine große Rolle. Das gilt für Behörden, Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen wie Schulen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist ein effizientes Katastrophenmanagement notwendig, welches vor Ort reibungslos funktionieren sollte. Eine Schulung der gesamtenSeite 3 von 4 Seite 4 Bevölkerung für mögliche Gefahrenlagen durch regelmäßige Aufklärungsmechanismen ist sinnvoll. Unterstützen können auch die Hilfsorganisationen wie DRK, Malteser, Johanniter und ASB. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de