211213 · Mitteilungsvorlage
Bonn Pakt Agenda 2030 kommunal - Kommunales Positionspapier anlässlich der 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik 2021 in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 211213
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 26.07.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 211213 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 02 Amt für Internationals und globale Nachhaltigkeit Dezernat: Dez. OB Bonn Pakt Agenda 2030 kommunal - Kommunales Positionspapier anlässlich der 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik 2021 in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 26.08.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Als Ergebnis der Bundeskonferenz kommunale Entwicklungspolitik, die vom 14.-16. Juli von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global in Kooperation mit der Stadt Bonn ausgerichtet wurde (siehe DS-Nr. 201817) und an der rund 800 Vertreter*innen aus Kommunen und Zivilgesellschaft virtuell teilgenommen haben, wurde am 16. Juli der „Bonn Pakt Agenda 2030 kommunal“ veröffentlicht und an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) übergeben. Mit dem „Bonn Pakt Agenda 2030 kommunal“ wollen deutsche Kommunen der weltweiten nachhaltigen Entwicklung einen Schub verleihen. Bis 2030, so strebt es der Bonn Pakt an, sollen sich insgesamt 2030 Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland aktiv an der Umsetzung der Agenda 2030 und deren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) beteiligen. Weitere Ziele des Paktes umfassen u.a. eine bessere Wirkungskontrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 und mehr Transparenz durch die Einführung eines indikatorengestützten Berichtswesens, die breitere Beteiligung, auch kleinerer Kommunen, an der Umsetzung der Agenda 2030, die Mobilisierung kommunaler Ressourcen für die kommunale Entwicklungspolitik; die Schaffung von Netzwerken zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft auf kommunaler Ebene, die stärkere Einbeziehung von Menschen mit Migrationsbiographie in die kommunale Entwicklungspolitik sowie die Schaffung von resilienteren und klimagerechteren Kommunen, die Förderung von fairem Handel, die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse und die Stärkung lokaler Demokratie. Der „Pakt Agenda 2030 kommunal“ wurde in einem partizipativen Prozess parallel zur Bundeskonferenz der kommunalen Entwicklungspolitik in Bonn (Buko) vom 14. bis 16. Juni 2021 ausgearbeitet. Alle teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen konnten im Rahmen vonSeite 1 von 9 Seite 2 Workshops und mittels Einsendungen den Pakt mitgestalten. Dabei wurden nicht nur Themen, sondern auch konkrete Vorschläge erarbeitet, wie man globalen Herausforderungen kommunalpolitisch begegnen will. Stand der Umsetzung der Agenda 2030 in Bonn Als eine der ersten Städte Deutschlands hat Bonn im Februar 2016 mit dem Ratsbeschluss zur Annahme der Musterresolution des Deutschen Städtetages ein klares Bekenntnis zur Agenda 2030 abgegeben (s. DS-Nr. 1513387 ). Mit der Verabschiedung der ersten Bonner Nachhaltigkeitsstrategie im Februar 2019 hat sich die Stadt einen konkreten Fahrplan gegeben, um das kommunale Handeln systematisch auf die Agenda 2030 hin auszurichten (s. DS-Nr. 1812770ED2). Mit dem Lokalbericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Voluntary Local Review) hat die Stadt Bonn 2020 erstmals einen Bericht herausgegeben, der die lokale Nachhaltigkeitsberichterstattung mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie verknüpft. Bisher haben nur drei Städte in Deutschland einen solchen Bericht erarbeitet. Mit diesem indikatorenbasierten Bericht hat die Stadt Bonn sich auch international für eine bessere Wirkungsmessung eingesetzt, die die Rolle der Städte für die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele sichtbar macht. Mit Teilnahme am Projekt „Kommunaler Nachhaltigkeitshaushalt“ der LAG 21 NRW hat Bonn erstmals für den Haushalt 2021/22 modellhaft die sieben Produktgruppen auf eine nachhaltigkeitsorientierte Haushaltsplanung umgestellt und mit Nachhaltigkeitszielen und –kennzahlen verknüpft (s. DS 210824). Erste Ergebnisberichte dazu werden nach dem Haushaltsabschluss 2021 vorliegen. Mit Veranstaltungsreihen wie den Bonner SDG-Tagen, der Rundum Fair und den SDG-Reihen der VHS wurden regelmäßige Formate entwickelt, um die SDGs auch bei den Menschen in Bonn breiter bekannt zu machen. Die Organisation wird von Netzwerken aus Stadt und Zivilgesellschaft getragen. Mit dem Bonner Netzwerk für Entwicklung, das 2011 von der Stadt Bonn initiiert wurde, steht die Stadt in regelmäßigem Austausch und führt gemeinsame Aktionen zur weiteren Bekanntmachung der SDGs durch. Für die Mitgliedschaft im UNESCO Global Network of Learning Cities (DS- Nr. 200210) hat sich Bonn 2020 erfolgreich mit dem Konzept beworben, durch verstärkte Bildungsaktivitäten die lokale Umsetzung der Agenda 2030 zu fördern, speziell in den Themenfeldern ihrer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie. Unter dem Motto „Building Sustainability in Bonn on Books, Bytes and People!“ sollen Bildungsaktive in Bonn noch stärker vernetzt und Angebote des lebenslangen Lernens für alle vor allem im informellenSeite 2 von 9 Seite 3 Bereich ausgebaut werden. Beim Auftaktempfang Mitte September werden weitere Schritte diskutiert. Die Stadt Bonn engagiert sich auch auf internationaler Ebene im Rahmen von Projekten und Arbeitskreisen zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030. So ist Bonn u.a. Mitglied im Netzwerk EUROCITIES und engagiert sich dort aktiv an der SDG-Taskforce. Als eine von neun Pilotstädten beteiligt sich Bonn seit 2018 an dem OECD- Programm „A Territorial Approach to the SDGs“ (s. DS 181217 und 190625). Dabei wurde ein international nutzbares Instrumentarium zur Messung des Umsetzungsstandes der SDGs entwickelt und je ein Bericht zur SDG- Umsetzung in den neun Pilotstädten herausgegeben. Bonn engagiert sich mit den anderen Pilotstädten weiterhin im Steuerungskreis des Programms. Um die Leistungen von Städten für die Erreichung der SDGs weltweit stärker sichtbar zu machen, hat sich Bonn zudem 2020 der von der Stadt New York gestarteten Initiative zur Stärkung der lokalen Nachhaltigkeitsberichterstattung gegenüber den Vereinten Nationen angeschlossen und in diesem Rahmen den VLR präsentiert. Die Beteiligung an diesen Projekten und Initiativen hat der Bonner SDG-Arbeit viel internationale Aufmerksamkeit verschafft. In den bestehenden Projektpartnerschaften engagiert sich die Stadt Bonn auch im direkten Dialog mit Städten des Globalen Südens, um Nachhaltigkeit in Städten weltweit voranzubringen. So kooperiert Bonn zur Zeit mit der ghanaischen Stadt Cape Coast, um das Festmüllaufkommen zu reduzieren. Bereits durchgeführt wurden Projekte zur Bewahrung der Biodiversität in Ghana, zur Einführung von erneuerbaren Energiequellen und zur verstärkten umweltbewussten Ausrichtung des Verwaltungshandelns in La Paz. Nächste Schritte Mit dem Bonn Pakt Agenda 2030 kommunal werden weitere Schritte genannt, mit denen die Kommunen wichtige Impulse für die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele setzen können. Als deutsche Stadt der Vereinten Nationen kommt Bonn hier eine besondere Rolle zu. Seit Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie im Februar 2019 wurden zahlreiche Beschlüsse gefasst, die die Erreichung der bis 2030 gesetzten Leitlinien weiter unterstützen. Für Ende 2021 steht ein erster Umsetzungsbericht dazu an. Gemeinsam mit der verwaltungsinternen Steuerungsgruppe und externen Akteuren soll die Weiterentwicklung der Strategie in enger Abstimmung mit den aktuell laufenden Prozessen (z.B. Bonn4Future) weiter voran getragen werden. Um die Nachhaltigkeitssituation in Bonn transparenter und sichtbarer zu machen, beteiligt sich die Stadt Bonn zur Zeit an einem Projekt zur Erprobung des Berichtsrahmens Nachhaltige Kommune. Dabei wird ein vom deutschen Rat für nachhaltige Entwicklung entwickeltes standardisiertes Berichtsformat inSeite 3 von 9 Seite 4 10 Kommunen in Deutschland erstmals angewendet. Im Rahmen dieses Projektes ist auch die Erstellung eines weiteren „Voluntary Local Reviews“ für die UN-Beratungen im Rahmen des UN-High Level Political Forums für nachhaltige Entwicklung 2022 geplant. Anlage/n 1 Bonn-Pakt_Agenda_2030_kommunal (öffentlich)Seite 4 von 9 BONN-PAKT AGENDA 2030 KOMMUNAL Kommunale Positionen anlässlich der 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik 2021Seite 5 von 9 2 Konsens: In der Decade of Action sind die Anstrengungen auf allen Ebenen (international, national, regional, lokal) deutlich zu erhöhen, um die 17 Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. Die Kommunen spielen dabei eine zentrale Rolle und wollen gemeinsam eine Vorreiterrolle auf der Zielgeraden der SDGs einnehmen. Wir müssen jetzt handeln! Bei der kommunalen Umsetzung der Agenda 2030 sind die folgenden Schwerpunkte für die kommunale Entwicklungspolitik bis 2030 wesentlich. 1. Agenda 2030 als Leitlinie kommunaler Veränderungsprozesse Viele Kommunen haben in den zurückliegenden Jahren Stadtentwicklungsprozesse und Strukturwandelprozesse durchgeführt, die eine ganzheitliche Umsetzung der Agenda 2030 zum Ziel haben. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) mit ihrem Programm Global Nachhaltige Kommune (GNK) und ihren internationalen Formaten zur Lokalisierung der SDGs hat sich hierbei als kompetenter Partner der Kommunen erwiesen. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit soll auch künftig fortgesetzt werden. Das neu zu gründende Kompetenzzentrum Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement und Kompetenznetzwerk Nachhaltige Kommune sollte vor diesem Hintergrund dazu beitragen, dass die Zahl der Kommunen, die einen SDG-Lokalisierungsprozess durchlaufen, bis 2030 substantiell erhöht wird. Die SKEW als die Institution, die hier in Kooperation mit der LAG 21 NRW e.V. und weiteren Partnern aus dem Netzwerk der RENN-Träger deutschlandweit große Erfahrung und Kompetenz hat, sollte am Kompetenzzentrum und Kompetenznetzwerk inhaltlich, personell und organisatorisch maßgeblich beteiligt werden. Übergreifendes Ziel: 2030 Kommunen bis 2030! Es soll erreicht werden, dass 90 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland bis 2030 in einer Agenda 2030-Kommune leben. 2. Wirkungen kommunaler Entwicklungspolitik sichtbar machen Die Wirkungen der ganzheitlichen Umsetzung der Agenda 2030 in Kommunen sowie einzelner Maßnahmen der kommunalen Entwicklungspolitik sind sichtbar und werden transparent kommuniziert. Dies geschieht durch sektorale Instrumente sowie indikatorengestützte Gesamtstrategien, wie kommunale Nachhaltigkeitsberichterstattung und Voluntary Local Reviews (VLR). Da die Mehrzahl der 169 Unterziele der SDGs einer Umsetzung auf lokaler Ebene bedürfen, binden die Bundesregierung und die zuständigen Ressorts die Kommunen frühzeitig und umfassend in die nationale Berichterstattung zur Umsetzung der SDGs (etwa im Rahmen der Voluntary National Reviews) ein. Durch den Dialog vor Ort ist den Bürgerinnen und Bürgern bewusst, welche Bedeutung und welchen Nutzen kommunale Entwicklungspolitik hat.Seite 6 von 9 3 3. Breite Beteiligung, auch kleinerer Kommunen, an der Umsetzung der Agenda 2030 Mit innovativen und bedarfsgerechten Instrumenten (u.a. Peer-to-Peer Learning, „Engagement-Mentoring“ und Netzwerkbildung zwischen Kommunen jeder Größe sowie bereits engagierten Kommunen als Multiplikatoren) und gezielterer Einbindung der Landkreise gelingt es, den entwicklungspolitischen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 stärker in der breiten Fläche der deutschen Kommunallandschaft zu verankern. 4. Mobilisierung kommunaler Ressourcen für kommunale Entwicklungspolitik Städte, Gemeinden und Landkreise verfügen über spezifische Fähigkeiten, durch die sie wertvolle entwicklungspolitische Beiträge leisten können. Dies ergi bt sich nicht zuletzt aus den fachlichen Kompetenzen, über die Kommunen etwa im Bereich der Daseinsvorsorge und der Bereitstellung öffentlicher Güter verfügen. Städte, Gemeinden und Landkreise sind sich dessen bewusst und stellen gezielt im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung, insbesondere durch die Bereitstellung von Fachpersonal, Infrastruktur oder Haushaltsmitteln für entwicklungspolitische Projekte, die zur partnerschaftlichen Umsetzung der SDGs beitragen. Um die Ziele der Agenda 2030 erreichen zu können, müssen auch die Kommunen einschließlich ihrer kommunalen Unternehmen ihre Leistungen und Anstrengungen im Rahmen einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie deutlich erhöhen und es müssen Instrumente entwickel t und eingesetzt werden, um die personellen und finanziellen Beiträge der Kommunen gerade auch in ihrem „Kerngeschäft“ wie zum Beispiel der kommunalen Beschaffung aber auch den internationalen Prozessen und Partnerschaften messbar und sichtbarer zu machen. 5. Stärkung der strukturierten ebenen- und akteursübergreifenden Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und (Hoch-)Schulen (neue Partner- schaftsmodelle) Die Lokalisierung der SDGs und die strategische Umsetzung sind durch die Unterstützung der strukturierten Zusammenarbeit in Form von ebenen- und akteursübergreifenden Netzwerken (Städte, Gemeinden, Landkreise und Regionen in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen insbesondere auch aus dem Bereich der Verwaltungshochschulen) in den deutschen Kommunen ebenso wie bei den Partnern im Globalen Süden breit unterstützt. Insbesondere bei der Koordination kommt den deutschen Ländern dabei eine wichtige und vielfältige Rolle zu, etwa mit ihren übergeordneten Strukturen bzw. ihrer Verantwortung für Schulen, Hochschulen oder Landesbetriebe. Hierzu werden Landkreise, Metropolregionen und kommunale Spitzen- sowie Landesverbände und weitere kommunale Netzwerke (wie z.B. der RGRE) durch Angebote der SKEW besonders adressiert.Seite 7 von 9 4 6. Perspektiven von Menschen mit Migrationsbiographie oder Fluchterfahrung systematisch berücksichtigen Kommunale Entwicklungspolitik leistet einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unseren Gemeinwesen, stärkt Toleranz, Offenheit und die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Perspektive von Menschen mit Migrationsbiographie oder Fluchterfahrung systematisch im Rahmen der kommunalen Entwicklungspolitik Berücksichtigung findet. Durch die Zusammenarbeit mit migrantischen Gruppen werden die Belange von Menschen mit Migrationsgeschichte in allen Bereichen der kommunalen Entwicklungspolitik sichtbar. Globale Perspektiven werden in die Entscheidungsprozesse eingebunden, antirassistische und postkoloniale Strukturen gefördert und Menschenrechte geschützt. Viele der kommunalen Partner weltweit und insbesondere im Globalen Süden stehen vor vergleichbaren Herausforderungen und haben zugleich hier wertvolle Erfahrungen einzubringen. Die von der SKEW und von Kommunen entwickelten Instrumente zur Zusammenarbeit mit migrantischen Akteuren, insbesondere Migrantenselbstorganisationen, sollen gestärkt, ausgeweitet und zum Alltag der kommunalen Praxis werden. Dies gilt ebenso für die Projektentwicklung und -umsetzung von internationalen Projektpartnerschaften. Es sollen neue Formate für den internationalen kommunalen Fachaustausch entwickelt und implementiert werden, um das wechselseitige Lernen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und diesen selbst zu stärken. 7. Resiliente Kommunen und Klimagerechtigkeit, fairer Handel und nachhaltige Beschaffung, gleichwertige Lebensverhältnisse und lokale Demokratie Die Kommunen leisten bei der Umsetzung der Agenda 2030 insbesondere in den nachstehenden Themenbereichen und Transformationsfeldern wesentliche Beiträge: a) Der kommunale Fachaustausch und Umsetzungsmaßnahmen zur Reduzierung der Klimawandelursachen und den erforderlichen Anpassungsmaßnahmen müssen massiv gesteigert werden, wenn die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht werden sollen. Erforderlich ist zudem, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Pandemieursachen stärker zusammenzudenken. Die Kommunen nehmen Gesundheit und hier vor allem auch solidarische Beiträge der Kommunen in den Blick. Bis 2030 sollen daher mindestens 500 Kommunen weltweit in thematisch erweiterten Kooperationsprojekten wie zum Beispiel Klima- und Resilienzpartnerschaften oder thematisch fokussierten Angeboten, wie dem Agenda 2030-Fachaustausch oder Connective Cities zusammenarbeiten.Seite 8 von 9 5 b) Fairer Handel und die faire nachhaltige Beschaffung sind durch geeignete Instrumente wie Beschlussfassungen, Beschaffungsordnungen, Handlungsleitlinien in den Prozessen und Abläufen der Kommunen fest verankert. Das Engagement der Kommunen im Bereich der fairen Beschaffung wird durch Auszeichnungen wie den Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels und Fair Trade Towns wertgeschätzt und sichtbar gemacht. Die faire nachhaltige Beschaffung wird von der Nische zum Standard. Es werden Instrumente (weiter-)entwickelt und etabliert, die die kommunalen Beiträge sichtbar und nachvollziehbar machen. Regionale Kooperationen, etwa im Rahmen der Metropolregionen, stärken kommunale Handlungskompetenz und werden daher durch Angebote der SKEW unterstützt. c) Bei der Umsetzung der SDGs im Rahmen kommunaler Entwicklungspolitik spielt die Gemeinwohlorientierung im Sinne der neuen Leipzig Charta eine übergeordnete Rolle. Die Bekämpfung sozialer Ungleichheiten und Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse sind Ziel aller Maßnahmen und zeigen die globale Verantwortung und Solidarität mit dem Globalen Süden. Kommunen weltweit arbeiten gemeinsam daran, die demokratische Alltagspraxis zu verbessern und engagieren sich als zentrale Orte der politischen Teilhabe für die Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Kommunen stärken daher die zur politischen Partizipation nötigen Kompetenzen ihrer Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die politische Bildung und die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bzw. Globales Lernen und nutzen die hierzu vorhandenen Strukturen und Angebote.Seite 9 von 9
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