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211173 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich

Bürgerantrag: Aufnahme von Marion Gräfin Dönhoff in die Straßenbenennungsliste

Nummer
211173
Art
Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Veröffentlicht
07.07.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 07.07.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 25.08.2021

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 25.08.2021 Entscheidung federführend
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  1. 211173-01 ST Bürgerantrag: Aufnahme von Marion Gräfin Dönhoff in die Straßenbenennungsliste

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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
öffentlich
211173
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte
Dezernat:
Dez. OB
05.07.2021
Bürgerantrag: Aufnahme von Marion Gräfin
Dönhoff in die Straßenbenennungsliste
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
25.08.2021 Entscheidung
Inhalt des Bürgerantrages
Der Antrag thematisiert die Aufnahme von Marion Gräfin Dönhoff in die
Straßenbenennungsliste der Bundesstadt Bonn.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 5
Bürgerantrag Online
Datum
05.07.2021
Institution / Verein
Freie Demokratische Partei Bad Godesberg
Anrede
Frau
Herr
ohne Anrede
Vorname Nachname
Straße Hausnummer
Postleitzahl Ort
Telefon E-Mail
Betreff
Aufnahme von Marion Gräfin Dönhoff in die Straßenbenennungsliste
Ihr Antrag
Marion Gräfin Dönhoff war Teil des Widerstands gegen das NS-Regime und setzte sich in der Zeit der Bonner
Republik als bedeutendste, unerschütterliche, unabhängige, kritische und kantige Publizistin sowie als
Herausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“ für freiheitliches Denken, Toleranz und Gerechtigkeit sowie als
Unterstützerin der Ostpolitik Willi Brandts für Versöhnung ein. Sie wurde unter anderem mit dem Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels geehrt.
Seite 1 von5
PDF erstellt mit: www.form-solutions.de
Artikel-Nr.: KFAS_01_002
ID=KFAS_0011_000022
tWYGJvRt
0055..0077..2211 0099::1122Seite 2 von 5
Begründung des Antrags
Biographie
Zitat Beginn:
Marion Gräfin Dönhoff ist eine deutsche Journalistin, Autorin und Herausgeberin der deutschen Wochenzeitung
„Die Zeit“. Die aus einem ostpreußischen Adelsgeschlecht stammende Gräfin ist zur Zeit des Nationalsozialismus
in deutschen Widerstandskreisen aktiv. Nach dem Krieg wird sie zu einer der bedeutendsten deutschen
Journalistinnen. Trotz persönlicher Verluste setzt sie sich für eine versöhnende Haltung in der Ost-Politik ein.
1909
2. Dezember: Marion Hedda Ilse Gräfin Dönhoff wird auf dem Familiensitz Schloss Friedrichstein in Ostpreußen
geboren. Ihr Vater, August Karl Graf Dönhoff, ist ein Mitglied des Preußischen Herrenhauses und
Reichstagsabgeordneter, ihre Mutter Ria von Lepel eine Palastdame der Kaiserin Auguste Viktoria. Marion Gräfin
Dönhoff wächst als jüngstes von sieben Kindern in einer halb-feudalen Gesellschaft auf.
ab 1932
Volkswirtschaftsstudium in Frankfurt/Main. Die Wahl des Studienfachs erwächst aus den Erfahrungen der
Wirtschaftskrise während der 1920er Jahre: "...ich wollte einfach mehr begreifen von den Zusammenhängen,
auch für Friedrichstein."
1933
Nach der Machtergreifung zeigt Marion Gräfin Dönhoff öffentlich ihre Ablehnung des NS-Regimes. Sie versucht
die Hakenkreuzfahne vom Dach der Universität zu entfernen und reißt Plakate, die Dozenten als Juden und Linke
anprangern, von den Wänden. Sie verteilt Flugblätter gegen die Nationalsozialisten und wird wegen ihrer
Sympathien für die Linken als die "rote Gräfin" bekannt.
Um einer Verfolgung zu entgehen, wechselt sie nach Basel.
1935
Promotion über die Entstehung und Verwaltung des Dönhoffschen Familienbesitzes.
ab 1935
Gräfin Dönhoff entzieht sich durch längere Reisen, u.a. nach Afrika, dem nationalsozialistischen Deutschland.
1937
Rückkehr nach Ostpreußen und Einarbeitung in die Verwaltung der Familiengüter.
1939
Bei Kriegsbeginn wird ihr ältester Bruder Heinrich eingezogen. Marion Gräfin Dönhoff übernimmt allein die
Gutsverwaltung.
1940-45
Marion Gräfin Dönhoff führt das Doppelleben einer regimetreuen Gräfin und Widerstandskämpferin. Sie
beteiligt sich am Widerstand unter Helmuth James Graf von Moltke, Peter Graf Yorck von Wartenburg und Claus
Schenk Graf von Stauffenberg. Sie leitet Mitteilungen an ausländische Diplomaten in der Schweiz weiter, hält die
Verbindung zwischen den Mitgliedern des Widerstandes und knüpft Kontakte zu weiteren Sympathisanten.
1944, 20. Juli
Graf Stauffenbergs Attentat auf Hitler scheitert. Rund 200 Menschen werden hingerichtet, darunter fast alle
Beteiligten des 20. Juli. Im Zuge zahlloser Verhaftungen gerät auch Marion Gräfin Dönhoff unter Verdacht. Die
Gestapo lässt sie aber nach einem Verhör wieder frei.
1945, 24. Januar
Beim Einmarsch der sowjetischen Streitkräfte muss Marion Gräfin Dönhoff die Güter in Ostpreußen verlassen
und in den Westen fliehen. Schloss Friedrichstein wird vollständig zerstört.
In zwei Memoranden an die britischen Besatzungskräfte will sie über die Hintergründe des Nationalsozialismus
aufklären. Sie finden bei den Briten keine Beachtung.
Oktober: Marion Dönhoff reist nach Nürnberg, um den Nürnberger Prozessen beizuwohnen. Sie kritisiert das
einseitige Deutschlandbild der Alliierten, das die Existenz eines deutschen Widerstands leugnet.
ab 1946
Die Redaktion der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT wird auf die Verfasserin der zwei Memoranden
aufmerksam. Marion Gräfin Dönhoff wird als freie Mitarbeiterin aufgenommen. Sie wird für ihre kritischen
Artikel bekannt. Überwiegend basieren sie auf ihren Erfahrungen im Widerstand, dem Verlust der Heimat und
dem Wunsch nach Frieden und internationaler Zusammenarbeit.
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Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 3 von 5
1955
Gräfin Dönhoff wird Ressortleiterin für Politik und stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT. Als scharfe
Kritikerin Konrad Adenauers tritt sie für eine versöhnende Ost-Politik und die deutsche Wiedervereinigung ein.
1961
13. August: Beginn des Berliner Mauerbaus. Marion Gräfin Dönhoff gelingt es, die Grenze nach Ost-Berlin zu
übertreten und verfasst einen Kommentar über die Vorgänge: "Wir sind dem Abgrund ein gut Stück näher
gerückt".
1962
Das Buch "Namen, die keiner mehr kennt: Ostpreußen, Menschen und Geschichte" erscheint. In dem Bestseller
berichtet sie von ihrer Flucht im Jahr 1945.
1964
Marion Gräfin Dönhoff setzt ihr Engagement für eine aktive deutsche Ostpolitik fort und beteiligt sich an der
Publikation "Reise in ein fernes Land - Wirtschaft und Politik in der DDR".
1968
Marion Gräfin Dönhoff wird Chefredakteurin der ZEIT.
1970
Dezember: In Anerkennung ihres Einsatzes zur Versöhnung zwischen Ost und West lädt Bundeskanzler Willy
Brandt Marion Gräfin Dönhoff ein, ihn zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrags zu begleiten. Vor dem
Hintergrund der persönlichen Verluste in Ostpreußen sagt sie mit großem Bedauern ab. Brandt bringt ihrem
Entschluss tiefen Respekt entgegen.
1971
Für ihr Engagement für Frieden und Versöhnung mit den osteuropäischen Ländern wird Marion Gräfin Dönhoff
der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.
1972
Marion Gräfin Dönhoff wird Herausgeberin der ZEIT. Auch weiterhin veröffentlicht sie Artikel, widmet sich nun
aber stärker eigenen Publikationen.
1976
In dem Buch "Menschen, die wissen, worum es geht" legt sie am Beispiel von 17 Persönlichkeiten die politischen
Auswirkungen auf das Leben der Menschen zwischen den Jahren 1916 und 1976 dar.
1983
Gräfin Dönhoffs Kommentare zu 40 Jahren amerikanischer Außen- und Innenpolitik erscheinen unter dem Titel
"Amerikanische Wechselbäder".
1985
Eine weitere Sammelpublikation auf Basis ihrer ZEIT-Artikel erscheint unter dem Titel "Weit ist der Weg nach
Osten".
1987
In dem Buch "Preußen - Maß und Maßlosigkeit" lässt sie neben historischen Beobachtungen auch persönliche
Erfahrungen einfließen.
1988
"Kindheit in Ostpreußen" ist eine autobiographische Schrift, in der sie ihre Kindheit und Jugend schildert.
Marion Gräfin Dönhoff wird der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf verliehen. In ihrer Dankesrede
kritisiert sie das gegenseitige Töten in den besetzten israelischen Gebieten und ruft damit heftige Kritik beim
Zentralrat der Juden in Deutschland hervor, der ihr einen "Mangel an Sensibilität" vorwirft.
1991
Marion Gräfin Dönhoff befasst sich in "Polen und Deutsche" mit dem schwierigen Verhältnis zwischen den
beiden Ländern.
1992
Das von Marion Gräfin Dönhoff gestiftete neue Kant-Denkmal wird in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg,
enthüllt.
1994
"Um der Ehre willen" wird veröffentlicht: Vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erlebnisse und Beziehungen zu
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Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 4 von 5
den Attentätern vom 20. Juli zeichnet sie die geschichtlichen Abläufe bis zum gescheiterten Attentat nach.
1996
Alice Schwarzer veröffentlicht eine Biografie über das Leben Marion Gräfin Dönhoffs: "Marion Dönhoff - Ein
widerständiges Leben".
1999
Gräfin Dönhoff erhält den Bruno-Kreisky-Preis. Hannes Swoboda, Leiter der SPÖ-Delegation im Europäischen
Parlament, hebt bei der Verleihung ihre prägende Rolle in der 50-jährigen Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland hervor.
2002
Marion Gräfin Dönhoff verstirbt am 11. März im Alter von 92 Jahren.
Zitat Ende
Quelle:
Chmura, Nadine/Radau, Birte: Biografie Marion Gräfin Dönhoff, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum
Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/marion-graefin-doenhoff.html
Zuletzt besucht am 05.07.2021
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Datenstand: 02.11.2026, 18:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de