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211137 · Mitteilungsvorlage

Buslinienführung in Schweinheim - Mitteilung zum Prüfauftrag DS 201347-02

Nummer
211137
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
14.07.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 31.08.2021 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Rates 20.09.2021 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 18.08.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
211137
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Buslinienführung in Schweinheim - Mitteilung zum
Prüfauftrag DS 201347-02
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 18.08.2021 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bad Godesberg 31.08.2021 Kenntnisnahme
Rat 16.09.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Mit Beschluss des Hauptausschusses vom 09.03.2021 wurde die Verwaltung
beauftragt, zwei Linienvarianten in Schweinheim alternativ im 15- oder 20-
Minuten-Takt zu prüfen (DS 201347-02).
Bei Betrachtung von Anpassungen im Busnetz Schweinheims ist die
Entstehungsgeschichte der derzeitigen Linienführungen zu berücksichtigen: Bis
Mitte 2019 verkehrte jahrzehntelang die Buslinie 615 in einem 20-Minuten-Takt
in Schweinheim, mäandrierend u.a. durch das historische Ortszentrum mit der
Waldburgstraße. Bereits im Jahr 2006 wurde festgestellt, dass eine bessere
Anbindung des Evangelischen Krankenhauses am Stadtwald mit heute ca.
1.400 Mitarbeitenden sinnvoll sei. In einem Ratsbeschluss von 2012 wurde
dann festgelegt, die Bad Godesberger Linien neu zu ordnen und dabei die
Arbeitsschwerpunkte, wie z.B. das Krankenhaus oder das Russische Konsulat,
stärker zu berücksichtigen. Während einer Bauumleitung im Jahr 2014 wurde
die Waldburger Straße in Schweinheim gesperrt und in diesem Zusammenhang
die Buslinie 615 temporär umgeleitet. Daraufhin bildete sich eine Initiative mit
dem Ziel, die Waldburgstraße frei von Bussen zu halten. Im November 2014
fand schließlich eine Bürger*innenversammlung mit ca. 100 Teilnehmenden
statt, in der ein Kompromiss zum Schweinheimer Busnetz erarbeitet wurde.
Dieser mühevoll erarbeitete Kompromiss bedeutete die heutige gesplittete
Linienführung, jedoch war bereits damals klar, dass dies zu einem 30-Minuten-
Takt im unteren Schweinheim führen würde. Dennoch sind die
Arbeitsschwerpunkte in Schweinheim sowie der obere Stadtteil derzeit häufiger,
also im überlagerten 15-Minuten-Takt, angebunden; zudem besteht eine direkte
kürzere Linienführung und somit kürzere Fahrzeiten, was allen Fahrgästen
dieser Linien zugutekommt.
Dieses Konzept wurde zum Fahrplanwechsel im August 2019 umgesetzt. Kurz
darauf bildete sich die Initiative „Schweinheim ist abgehängt“ mit dem Wunsch
nach einem dichteren Takt auch im unteren Schweinheim, einer innerörtlichen
ÖPNV-Verbindung sowie einer besseren Anbindung an die Schulen in Bad
Godesberg. Nachdem hierzu Beschwerden bei SWBV und Stadt Bonn
eingingen, wurde die Verwaltung mit der Prüfung einer Taktverdichtung der
Buslinien 638 und 639 zu den Schulzeiten und entsprechender OptimierungSeite 1 von 3
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des Fahrplans beauftragt (DS 190593). Diese Taktverdichtung wurde von
Verwaltung und SWBV geprüft und nicht empfohlen (DS 201053). Aufgrund
nicht vorhandener Kapazitäten in den Morgenzeiten und der notwendigen
Anschaffung von zusätzlichen Bussen für eine vergleichsweise geringe
betroffene Schüler*innenzahl an den weiterführenden Schulen wird die
Einrichtung von Verstärkerfahrten zu und von den Schulen auch weiterhin nicht
befürwortet.
Mit Beschluss des Hauptausschusses vom 09.03.2021 wurde die Verwaltung
erneut beauftragt, zwei Linienvarianten – Variante A über die Waldburgstraße,
Axenfeldstraße und Quellenstraße und Variante B über die Waldburgstraße,
Axenfeldstraße, Am Stadtwald und Marienforster Straße – in Schweinheim
alternativ im 15- oder 20-Minuten-Takt zu prüfen (DS 201347-02).
Dazu teilt die Verwaltung Folgendes mit:
Beide im Prüfauftrag vorgeschlagenen Varianten würden innerörtliche
Verbindungen wieder herstellen. Außerdem würde der südwestliche Stadtteil
besser angebunden werden. Gleichzeitig weisen beide Varianten die folgenden
Nachteile auf:
Der vorgeschlagene Linienweg bei Variante 1 ist im Stadtteil Schweinheim um
durchschnittlich 73 % länger als die heutigen Linienführungen, bei Variante 2
wird die im Stadtteil Schweinheim zurückgelegte Strecke und somit auch
Fahrzeit im Vergleich zur heutigen Situation mehr als verdoppelt. Somit sind
beide im Prüfauftrag vorgeschlagenen Linienvarianten besonders für
Pendler*innen mit einem Arbeitsplatz im oberen Schweinheim, aber auch für
nur gelegentlich fahrende Fahrgäste unattraktiv. Durch die längeren Linienwege
würden zudem zusätzliche Busse benötigt und die Betriebskosten erheblich
erhöht. Ebenfalls führen die im Prüfauftrag vorgeschlagenen Linienvarianten
über die Waldburgstraße. Diese Straße wurde wegen des in der
Bürger*innenversammlung von der Mehrheit der Anwesenden vereinbarten
Kompromisses seit August 2019 vom Busverkehr entlastet.
Zudem weisen die für die veränderte Linienführung vorgeschlagenen Straßen
teilweise einen zu geringen Straßenquerschnitt auf, sodass dort keine Bus-Bus-
oder Bus-Pkw-Begegnungen stattfinden können. Ohne ausreichende
Straßenbreiten müsste der Bus häufig auf entgegenkommende Fahrzeuge
warten und würde somit verlangsamt bzw. unpünktlich. Alternativ müsste eine
hohe Zahl an Parkplätzen entfernt werden (Bsp. Axenfeldstraße).
Auch wenn kurz nach Einführung der Buslinien 638 und 639 im Jahr 2019
einige Beschwerden bei SWBV und der Stadt Bonn eingingen, sind in den
letzten Monaten keine weiteren Beschwerden zu diesem Thema aufgetreten.
Auch der SWB sind hierzu keine Probleme bekannt. Die Änderung von
Buslinienführungen benötigt immer etwas Gewöhnungszeit und der neue
Fahrplan muss sich erst einspielen. Nachdem allerdings die Verwaltung mit
dieser Prüfung beauftragt wurde, meldeten sich zahlreiche in Schweinheim
Wohnende, die eben keine Änderung des derzeitigen Busangebots wünschen.
Aus den oben aufgeführten Gründen spricht sich die Verwaltung gegen eine
Umsetzung der gemäß o.g. Auftrag des Hauptausschusses zu prüfenden
Varianten aus und sieht weiterhin keine Möglichkeit, durch
Linienwegänderungen die Situation für alle in Schweinheim Wohnenden zuSeite 2 von 3
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verbessern. Vielmehr sollte nach Auffassung der Verwaltung der seinerzeit
gefundene Kompromiss, der zu der heutigen Linienführung geführt hat,
beibehalten werden. Andere Möglichkeiten zur Verbesserung der
Gesamtsituation, wie z.B. eine grundsätzliche Takterhöhung beider Linien auf
einen 20-Minuten-Takt oder der Einsatz von Verstärkerfahrten zu
Schulanfangszeiten, können aufgrund der hohen Kosten im Vergleich zur
geringen Nachfrage von der Verwaltung aus wirtschaftlichen Gründen nicht
empfohlen werden.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 22:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de