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211131 · Beschlussvorlage

Interkulturelles Bildungs- und Familienzentrum „Haus Vielinbusch“ Förderung im Jahr 2021 -2022

Nummer
211131
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
08.07.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 26.08.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
211131
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Interkulturelles Bildungs- und Familienzentrum
„Haus Vielinbusch“ Förderung im Jahr 2021 -2022
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
26.08.2021 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der bestehende Auftrag zum Betrieb eines Interkulturellen Bildungs-und
Familienzentrums im Ortsteil Neu-Tannenbusch wird für den Zeitraum
01.01.2021 – 31.12.2022 mit der Unternehmergesellschaft „Vielfalt in
Tannenbusch“ (UG Vielfalt) verlängert. Zur Finanzierung der angemessenen
Personal-, Sach- und Overheadkosten erhält die UG Vielfalt für 2021 bis zu
338.400 EUR und für 2022 bis zu 345.200 Euro.
Begründung
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat am 14.11.2013 die Einrichtung eines
Interkulturellen Bildungs- und Familienzentrums (IKBFZ) im Bonner Ortsteil
Neu-Tannenbusch beschlossen (DS-Nr.: 1312498). Die Trägerschaft des
Zentrums wurde im Rahmen einer Ausschreibung an die UG Vielfalt für den
Zeitraum 15.03.2017 bis zunächst 31.12.2018 vergeben. Das Zentrum „Haus
Vielinbusch“ wurde am 02.07.2017 offiziell eröffnet. Mit den Beschlüssen vom
12.02.2019 (DS-Nr.: 190182) und 11.02.2020 (DS-Nr. 191169) wurde die
Trägerschaft für die Jahre 2019 und 2020 verlängert, um die Kontinuität des
Angebotes zu sichern und die begonnene Arbeit zu stabilisieren.
2019 wurde eine wissenschaftliche Evaluation zum Stand der konzeptionellen
Zielerreichung der Einrichtung durchgeführt. Hierbei sollten gleichzeitig
Schnittstellen zu anderen Angeboten im Stadtteil beleuchtet und Erkenntnisse
über Entwicklungspotenziale, Alleinstellungsmerkmale oder mögliche
Synergieeffekte gewonnen werden.
Die Evaluation wurde im Februar 2019 begonnen und wurde im August 2019
abgeschlossen. Die beauftragte Forschungsgruppe inpuncto: pfaender team
GmbH stellt in ihrem Abschlussbericht fest, dass die Anforderungen an Haus
Vielinbusch in allen Bereichen Begegnung, Beratung, Bildung erfüllt werden.
Das Angebot des Hauses ist außerordentlich vielfältig und wird ggf. aktuellenSeite 1 von 4
Seite 2
Bedarfen angepasst. Die Zielgruppe der Migranten und Neuzugewanderten
wird erreicht, Migrantenselbstorganisationen (MSOs) nutzen das Haus.
Ehrenamtliches Engagement wird koordiniert und begleitet.
Kooperationspartner im Stadtteil schätzen das Haus. Den Empfehlungen der
Gutachterin folgend wurde das pädagogische Personal um eine 0,5 VzÄ
erweitert. Der im Rahmen des Programms „Integrieren und Rückhalt geben“
(IUR) (Kooperationsprojekt Jobcenter Bonn und Bundesstadt Bonn -siehe DS-
Nr. 1612460) beschäftigte Mitarbeiter wurde unbefristet übernommen.
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Angebotsstruktur
Haus Vielinbusch musste im ersten Lockdown ab März 2020 die Einrichtung
schließen und öffnete bereits im Mai 2020 wieder für die Gäste. Den
besonderen Herausforderungen und Aufgaben der Corona-Pandemie
begegnete Haus Vielinbusch durch alternative Angebote wie z.B.
mehrsprachigen Telefondienst, tägliche Informationen über Messenger-
Dienste, Newsletter, Unterstützung bei der Antragstellung von Laptops beim
Jobcenter, Robin Good-Corona-Mitteln und Lebensmittelgutscheinen aus
Bildung- und Teilhabemitteln oder Vermittlung von Online-Hausaufgabenhilfe.
Dabei halfen Kooperationen mit anderen Institutionen. Die Raumsituation ist
aufgrund der Corona-Hygiene-Regeln angespannter.
-Beratung
Die Zahlen schwankten Corona bedingt sehr stark, im 1. Quartal 2020 wurden
237, im 2. Quartal 204 und im 3. Quartal 497 Beratungen durchgeführt.
Insgesamt wurden 2020 1311 Beratungen durchgeführt (im Vergleich 2019
1371 Beratungen).
Im ersten Halbjahr 2021 wurden 363 Beratungen durchgeführt.
Hier wird seit Juli 2020 ein höherer Bedarf bei Beratungen zu existentiellen
Themen beobachtet.
Aktuell kommen 97% der Nachfragenden aus Tannenbusch.
-Bildung
Hier wurden einige Angebote digitalisiert. So konnten z.B. der Lese- und Papa-
Club, Sprach- und Alphabetisierungskurse weiterhin stattfinden.
Eine Erkenntnis war hier, dass die Nutzung eines Smartphones nicht unbedingt
bedeutet, dass auch sofort Kenntnisse in der Anwendung digitaler Medien (z.B.
Online-Konferenzen) vorhanden sind. Hier mussten sowohl Gäste des Hauses
als auch Mitarbeitende geschult werden.
-Begegnung
Der offene Bereich ist Ort für Begegnung, Aufenthalt, Anlaufstelle und Warte-
und Spielbereich. Er ist das „Herzstück“ des Hauses und hat eine
Schlüsselfunktion in allen Bereichen. Die durchschnittliche wöchentliche Anzahl
der Besuchenden ist seit der Eröffnung im Jahr 2017 von 390 auf 542 im ersten
Quartal 2019 gestiegen. Viele Besuchende schätzen die Vielfalt, die
Atmosphäre und die Möglichkeit der Begegnung mit anderen Menschen aus
der Nachbarschaft und aus einem anderen Kulturkreis.
Corona bedingt sank die durchschnittliche Besucherzahl im 2. Quartal 2020 auf
198 und stieg im 3. Quartal auf 330 Besucher.Seite 2 von 4
Seite 3
Ein Ferienprogramm konnte Corona gerecht durchgeführt werden. Auch in
diesem Segment finden Online-Angebote z.B. Sportkurse statt.
Haus Vielinbusch wird von den MSOs (Migrantenselbstorganisationen) genutzt,
die Räumlichkeiten sind stark frequentiert.
Öffentlichkeitsarbeit
Neben der Internetseite und dem regelmäßig erscheinenden Newsletter hat
Haus Vielinbusch inzwischen eine Präsenz bei Facebook und bei nachbarn.de
sowie einen YouTube-Kanal eröffnet.
Die Arbeit des Hauses wurde durch den Erhalt zweier Auszeichnungen
„Preisverleihung Vorbildliches Projekt Soziale Stadt“ und den „Heimatpreis“
gewürdigt.
Personalerweiterung
Die ausgelaufene Förderung über IUR wurde nahtlos zum 01.09.2020 mit dem
bisherigen Stelleninhaber weitergeführt. Haus Vielinbusch hat ab 01.08.2020
eine 0,5 VzÄ mit dem Aufgabenbereich „Förderung und Koordination der
Nachbarschaftshilfe im Stadtteil Tannenbusch“ besetzt. Diese dient der
Übernahme von pädagogischen Aufgaben wie z.B. Aktivierung des
bürgerschaftlichen Engagements, Netzwerkarbeit, Betreuung und
Beziehungsarbeit zu den Gästen des Hauses.
Der vom Träger 2019 gestellte Förderantrag an die Aktion Mensch wurde
positiv entschieden, so dass für den Projektzeitraum 01.01.2020 bis 30.04.2024
eine 0,5 VzÄ im Aufgabenbereich „Professionalisierung im Ehrenamt“ zur
Verfügung steht.
Vorschlag der Verwaltung
Die Ergebnisse der Evaluation zeigten, dass von Seiten des Hauses
Vielinbusch eine professionelle Aufbauarbeit geleistet wurde. Haus Vielinbusch
ist zu einem gut angenommenen Zentrum im Stadtteil Tannenbusch geworden
und bietet den Bewohnenden vielfältige Möglichkeiten der Beratung,
Begegnung und Bildung. Hier werden Menschen erreicht, für die es bisher kein
Angebot gab bzw. für die die Angebote nun wohnortnah und in ihrer eigenen
Sprache erreichbar sind. Damit wird Integrationsarbeit geleistet.
Für die besonderen Anforderungen der Corona-Pandemie wurden von Seiten
des Hauses kreative Lösungen und Angebote vorgehalten, so dass auch
Menschen mit Einschränkungen in der Teilhabe (z.B. mangelnde
Sprachkenntnisse, fehlende Kenntnisse des Leistungsrechts) schnell und
zielgerecht Unterstützung und Informationen erhielten.
Die Förderung hat sich wie folgt entwickelt:
2019 2020
222.165,00 € 290.275,00 €
Der Träger ist aufgrund seiner Kompetenzen und Erfahrungen geeignet, die
geförderte Leistung zu erbringen. Er hat sich seit Auftragsübernahme in dieser
Aufgabenstellung bewährt. Die mit der Förderung verbundenen formellenSeite 3 von 4
Seite 4
Auflagen (insbesondere die Vorlage eines Antrages sowie eines
Verwendungsnachweises) wurden vom Träger bislang stets ordnungsgemäß
erfüllt.
Die Förderung ist zeitlich unaufschiebbar und sachlich notwendig, um den
Betrieb des Hauses Vielinbusch aufrecht zu erhalten. Die Regelungen des § 82
GO werden eingehalten. Die Auszahlung der Förderung erfolgt bis zur
Genehmigung des Haushaltes 2021/2022 nur bis zu einer Höhe von 80%.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeich
nung
Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förderung der Wohlfahrt 1.50.00.05.06.01 Förderung der Wohlfahrt
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
2021: 338.400 EUR
2022: 345.200 EUR
150000506 /
73.1000
2021: 338.400
EUR
2022: 345.200 EUR
0 EUR
0 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0 EUR
0 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
2021: 338.400 EUR
2022: 345.200 EUR
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 17:52 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de