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211104 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich

Bürgerantrag: Alternativen zur Radschnellroute durch den Rheinauenpark

Nummer
211104
Art
Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Veröffentlicht
22.06.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 22.06.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 29.09.2021

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 29.09.2021 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 795 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 211104-01 ST Alternativen zur Radschnellroute durch den Rheinauenpark

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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
öffentlich
211104
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte
Dezernat:
Dez. OB
29.05.2021
Bürgerantrag: Alternativen zur Radschnellroute
durch den Rheinauenpark
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
25.08.2021 Entscheidung
Inhalt des Bürgerantrages
Der Antrag thematisiert Alternativen zur Radschnellroute durch den
Rheinauenpark.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 3
Bürgerantrag: Alternativen zur Radschnellroute durch den
Rheinauenpark
Es wird beantragt, den geplanten Ausbau des vorhandenen Radwegs im Rheinauen-
park zur Radschnellroute nicht weiter zu verfolgen und dazu Alternativen vorzulegen.
Begründung:
Der Rheinauenpark ist die grüne Lunge Bonns. Konzipiert als Bürgerpark und Erholungs-
raum für die Bürger*innen, „dient (er) dazu, dass sich die Bürger dieser Stadt wohl befinden;
(er) dient dem Allgemeinwohl. Und dem Allgemeinwohl zu dienen, ist die zentrale Aufgabe
aller staatlichen Gewalt“, so der Schirmherr der BUGA Walter Scheel in seiner Eröffnungs-
rede 1979, (BUGA).
Die Erbauer des Parks, die Brüder Hansjakob, haben sich bewusst an Peter Josef Lenné ori-
entiert, dem anderen, leider vergessenen großen Sohn der Stadt Bonn. Sie sprechen vom
„Englischen Garten von Bonn“, dem „bürgernahen Volkspark“, in dem man „Joggen, Rad und
Bötchen fahren, Schlittschuh laufen, Wandern oder einfach die Aussicht genießen“ kann –
wer den Rheinauenpark besucht, erlebt einen Urlaub vor der Haustür und kehrt erholt in den
Alltag zurück.“ (DR, S.131)
Sie warnten aber auch eindringlich vor „Versuchen einzelner Interessengruppen oder Veran-
stalter, den Park oder Teile des Parks für sich zu reservieren“ (DR, S.138).
Ein solcher Fall ist mit dem Ausbau des bestehenden Radwegs zu einer „Fahrradschnell-
route“ gegeben. Hier sollen einer Bevölkerungsgruppe Sonderrechte zugestanden werden,
die dem Konzept des Bürgerparks entgegenstehen und unausweichlich zu Konflikten mit al-
len anderen Parkbesucher*innen führen müssen.
Die Parkwege sind als „Promenaden“ konzipiert, promenadenbegleitend verläuft der Rad-
weg. An den „Kreuzungen“ der querenden Parkwege wird der Radverkehr immer wieder aus-
gebremst, weil diese „Kreuzungen“ bewusst als Plätze zum Verweilen ausgestaltet sind. Hier
wird es unweigerlich zu Unfällen (in einem bisher unfallfreien Gelände) kommen, weil sich
Fahrrad-Schnell-Verkehr nicht mit flanierenden und verweilenden Spaziergänger*innen ver-
trägt.
Der separate Radweg im erhöhten Uferbereich musste den Brüdern Hansjakob regelrecht
„abgetrotzt“ werden. „Der Radverkehr soll nach den Vorstellungen von G. Hansjakob im
(Fuß-)Wegenetz nach Vorbild des Englischen Gartens in München toleriert werden“ – d.h.
ihm werden keine Sonderrechte zugestanden. Aber bereits 1979 wurde erkannt, dass sich
„das – zum Planungszeitpunkt angeblich fußgängerfreundliche – Radfahrerverhalten … ge-
ändert“ hat „durch schaltungsausgestattete Touren- und Sporträder, deren Betrieb sich mit
flanierendem, mit Kindern kreuz und quer rennendem Publikum kaum verträgt.“ (NL, S.28)
Heute, 40 Jahre später, sind wesentlich leistungsstärkere Räder unterwegs und ihre Nut-
zer*innen werden auf ausgewiesenen „Schnell-Routen“ ihre Geschwindigkeit nur ungern
drosseln wollen – d.h. es werden Konflikte mit den Parkbesucher*innen erzeugt, die es heute
so nicht gibt. Das ist weder sozial verträglich, noch wird es dem denkmalgeschützten Park im
Landschaftsschutzgebiet gerecht.
Dass es sich um Neubau und nicht um die Instandhaltung des vorhandenen Radweges han-
delt, zeigt sich an der gewünschten Breite von 4m und an dem Arbeitsraum für schwere Ma-
schinen, wie sie beim Straßenbau zum Einsatz kommen. Daher soll das Vorhaben vom Tief-
bauamt durchgeführt werden, nicht vom Grünflächenamt, das doch eigentlich für den ParkSeite 2 von 3
zuständig ist. Eine Straße aber gehört nicht in einen Park. Damit wird der denkmalgeschützte
Bürgerpark entwertet zu einer x-beliebigen Grünfläche, die man auch anders nutzen kann.
Mögliche Alternativen:
1. Die alte römische Heerstraße (Mainzer-, Konstantin-, Ubier-, Mittelstraße, Ludwig-Er-
hard-Allee, Petra Kelly-Allee): Auf diese Trasse werden Radfahrende, die die B9-
Überführung der DB-Trasse nahe dem Bahnhof Mehlem nutzen, mit einem Schild
hingewiesen. Dieser Straßenzug ist fast durchgängig mit Fahrradstreifen ausgestattet
bis zum Haupteingang des Rheinauenparks. Danach werden Rad- und Fußverkehr
nach oben geleitet und können entweder nach rechts die Autobahn-Brücke nehmen
oder nach links die Überführung über die Ludwig-Erhard-Allee, danach rechts eine
weitere Überführung über die A562 und weiterfahren in die Johanniterstraße. Diese
existierende N-S-Verbindung könnte ergänzt werden durch einen straßenbegleiten-
den Radweg unter der Autobahn hinweg zur Petra-Kelly-Allee, deren äußerste Fahr-
spur zur Umweltspur würde. Dann stünden auch die Busse nicht mehr im Stau!
Auch Gottfried Hansjakob hält „eine Radstrecke an der Ludwig-Erhard-Allee für sinn-
voller, damit die Rheinaue ein Erholungsgebiet bleibt.“ (GA-Interview vom 23.4.2019)
2. Entlang der B9 gibt es beidseitige Radwege, bei deren Ausbau die Alleebäume erhal-
ten blieben, im Süden bergseitig nur unterbrochen durch den Eingang des Bad
Godesberger Straßentunnels. Wegen dieses nur für den Autoverkehr geschaffenen
Bauwerks muss man an der Wurzerstraße die Straßenseite queren und gelangt dann
nach Süden bahnparallel bis an die Landesgrenze.
3. Um den vorhandenen Radweg am Ufer des Rheinauenparks zu entlasten, kann man
zur Not für den Radschnellverkehr auch den breiten asphaltierten Versorgungsweg
am Klärwerk vorbei nutzen und nach Süden geradeaus weiterfahren über die Martin-
Luther-King-Straße in die bereits heute mit Piktogrammen als Fahrradstraße ausge-
wiesene Turmstraße und an deren Ende weiter nach rechts in die Wurzerstr. oder
nach links zum Rhein. Diese Trasse hätte gegenüber der heutigen Radführung auf
dem erhöhten Uferweg den Vorteil, dass sie unter der Autobahnbrücke einen direkten
Zugang zur Stadtbahn-Haltestelle hat. Aber natürlich gilt auch für diese Verbindung
das unbedingte Gebot der Rücksichtnahme auf die übrigen Parkbesucher*innen.
Die Landschaftsarchitekten Hansjakob haben sich die größte Mühe gegeben, „den Park op-
tisch und akustisch gegen die dominanten Verkehrsbauwerke Autobahn und Zubringer (ab-
zuschirmen“) (DR, S.16). Es kann nicht sein, dass wir jetzt den Verkehr in den Park herein-
holen – auch wenn es sich „nur“ um Fahrradverkehr handelt. Der Verkehr gehört auf die
Straßen. Wenn man mehr Fahrradverkehr will, muss man dem MIV Flächen wegnehmen
und den vorhandenen Verkehrsraum neu aufteilen – zugunsten des Umweltverbundes. MIV
plus mehr Radverkehr erzeugen mehr versiegelte Verkehrsfläche und schaden dem Klima
mehr als der Status quo.
Quellen:
1. Gottfried und Anton Hansjakob: Die Rheinaue in Bonn, Geschichte eines Parks,
Mercator-Verlag 2014, zitiert als DR
2. Planung und Bau des Freizeitparkes Rheinaue in Bonn (Bundesgartenschau
1979), Sonderdruck aus: NEUE LANDSCHAFT, Fachzeitschrift für Garten-, Land-
schafts-, Spiel- und Sportplatzbau, 24.Jahrgang, zitiert als NL
3. Ein Park feiert Geburtstag. Bundesgartenschau Bonn 1979, herausgegeben von
Klaus E.R. Lindemann, INFO Verlagsgesellschaft Karlsruhe 1979 (Bildband ohne
Seitenzahlen), zitiert als BUGASeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 03:39 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de