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211088 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich

Bürgerantrag: Schutz von großen Bäumen

Nummer
211088
Art
Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Veröffentlicht
17.06.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 17.06.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 25.08.2021

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 25.08.2021 Entscheidung federführend
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  1. 211088-01 ST Bürgerantrag: Schutz von großen Bäumen

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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
öffentlich
211088
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte
Dezernat:
Dez. OB
25.05.2021
Bürgerantrag: Schutz von großen Bäumen
Beratungsfolge
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
25.08.2021 Entscheidung
Inhalt des Bürgerantrages
Der Antrag hat folgenden Wortlaut:
Die Stadt Bonn soll bei allen ihren Maßnahmen dem hohen ökologischen und
materiellen Wert von großen Bäumen (Stammumfang > 1m) gerecht werden.
Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 3
Bürgerantrag
Forderung:
Die Stadt Bonn soll bei allen ihren Maßnahmen dem hohen ökologischen und
materiellen Wert von großen Bäumen ( Stammumfang > 1m ) gerecht werden.
Begründung:
Die große ökologische Bedeutung von Bäumen im Hinblick auf CO2-Verbrauch, O2-Produktion,
Filterung von Schadstoffen ( z.B. Feinstäube ), Temperaturregulation durch Beschattung und
Transpiration sowie als Lebensraum für Tiere dürfte hinreichend bekannt sein. Anders ist es mit dem
Bewusstsein, dass Bäume Vermögenswerte darstellen. Schließlich müsste man pro 1 cbm
Kronenvolumen eines gefällten Baumes, um eine direkte Kompensation der ökologischen Wirkung
zu erzielen, einen Baum neu pflanzen. Denn junge Bäume haben in etwa ein Kronenvolumen von 1
cbm. Ein größerer Baum erreicht durchaus ein Kronenvolumen von 1.000 cbm. Somit müssten als
Ersatzbepflanzung 1.000 Jungbäume gepflanzt werden, was Kosten von >200.000 € verursachen
würde. Die Argumentation, Neupflanzungen würden ebenfalls zu großen Bäumen heranwachsen,
greift nicht, denn nur ein kleiner Teil der Nachpflanzungen wird in Anbetracht des Klimawandels
wieder eine entsprechende Größe und damit einen gleichwertigen Nutzen erreichen. Große Bäume
hingegen sind durch den Schatten ihres Kronendaches und vor allem durch ihr weitverzweigtes und
umfangreiches Wurzelsystem robuster und trockenheitsresistenter. Für ein entsprechendes Gedeihen
benötigen gerade junge Bäume eine intensive Pflege und Bewässerung, was zusätzliche Kosten
verursacht. Dies lässt sich leicht an den ca. 10 Jahre alten Platanen an der Franz-Josef-Strauß-Allee
beobachten, deren Kronen schütter und wenig verzweigt sind.
Demzufolge resultiert aus der Fällung eines großen Baumes, auch bei einer Ersatzbepflanzung von
nur 1:1 oder 1:2, über Jahrzehnte eine negative Klimabilanz. Entsprechend ist es notwendig und
unerlässlich, dass alles getan wird, um große Bäume zu schützen und zu erhalten, also Vorhaben
entsprechend zu gestalten. Dabei sind auch Mehrkosten oder gewisse Einschränkungen bei der
Nutzung von Grundstücken, die Baumstandorte tangieren, völlig gerechtfertigt. Neben pflegerischen
Maßnahmen sind Wurzelbrücken geeignet, Bäume zu erhalten. Solche hat das Land NRW bereits vor
einigen Jahren mit großem Erfolg auf Bonner Stadtgebiet im Marienforster Tal an der L 158 gebaut
(siehe Fotos). Inzwischen gibt es dafür verschiedene Vorgehensweisen und Anbieter. Auch
wasserdurchlässige Beläge, etwa aus Epoxidharz, z.B. bei Fahrradwegen im Bereich von Bäumen
sind vorteilhaft. Weiterhin ist, wenn schon ein Baum zwingend gefällt werden muss, eine
Ersatzbepflanzung von >1:5 notwendig, um wenigstens eine teilweise Kompensation des Verlustes
zu erzielen. Diese Neupflanzungen müssen auch in der Nähe des Verlustbaumes erfolgen und dürfen
nicht abseits auf z.B. irgendeinem Deichvorland vorgenommen werden.
Aus alldem ergibt sich konkret die Forderung bei dem geplanten Ausbau des Radwegenetzes in der
Rheinaue linksrheinisch, wo erwogen wird, 44 Großbäume zu fällen, keine Bäume zu opfern. Denn,
rechnet man den ökologischen Nutzen nur eines dieser Bäume hoch, so ergibt sich durch seine
Fotosynthese ein Verbrauch von 13-18 kg CO2 pro Tag, also 5-6 t pro Jahr. Er würde für ca. 11
Menschen den täglichen Sauerstoff produzieren und im Jahr etwa 100 kg Feinstaub binden.
Verkehrswende und Klimaschutz lassen sich nur mit Bäumen erreichen. Ein Auto mit niedrigem
Kraftstoffverbrauch produziert bei einer Fahrleistung von 10.000 km pro Jahr ca. 1 t CO2 in diesem
Zeitraum, d. h. pro Baum würde der Kohlenstoffdioxidausstoß von 5-6 Autos, durch die 44
Großbäume der von 220-264 kompensiert. Es zeigt sich somit, dass, selbst wenn einige AutofahrerSeite 2 von 3
durch einen Ausbau des Radweges in der Rheinaue vom Auto aufs Rad umsteigen würden, sich bei
dem Fällen von Großbäumen keine Klimawende erreichen lässt. Betrachtet man den Vermögenswert
der 44 für den geplanten Ausbau des Radweges zu fällenden Bäume, so beläuft sich der gemäß den
obigen Ausführungen auf 44 x 200.000 €, also auf 8.800.000 €; das ist ca. das Dreifache der zu
erwartenden Fördergelder. Demzufolge muss mit allen Mitteln die Fällung der 44 Bäume verhindert
werden. Bezogen auf die Rheinaue bedeutet das, nur moderate Veränderungen an den bestehenden
Radwegen vorzunehmen und die Bestandsbäume durch Wurzelbrücken, pflegerische Maßnahmen
und nur geringe Versiegelungen zu schützen. Dazu benötigt man Fachwissen und Kompetenz, das
sicherlich nicht durch Straßenbau-Unternehmen gegeben ist. Für eine Verkehrswende muss der
bestehende Verkehrsraum neu aufgeteilt werden, also Flächen, die bisher dem Autoverkehr
vorbehalten waren, müssen auch Fahrrädern zugänglich gemacht werden.
Die Dezernate der Stadt sollten ihre selbst gesteckten Ziele ernst nehmen. In diesem Zusammenhang
wäre auch eine Rückbesinnung auf den im 19. Jahrhundert in Bonn geborenen bedeutenden
preußischen Stadtplaner und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné sinnvoll. Zitat: „Bäume
sind die Lungen der Stadt!“Seite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 19:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de