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211009 · Dringlichkeitsantrag

Prüfauftrag linksrheinische rheinnahe Radrouten zwischen Bad Godesberg und Bonn

Nummer
211009
Art
Dringlichkeitsantrag
Veröffentlicht
30.07.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 30.07.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 16.08.2021

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Hauptausschusses 17.06.2021 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Rates 16.08.2021 Entscheidung federführend
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 02.06.2021 Empfehlung
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Dringlichkeitsantrag
öffentlich
211009
Antragsteller/in:
Alessandro Balan
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
28.05.2021
Prüfauftrag linksrheinische rheinnahe Radrouten
zwischen Bad Godesberg und Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 02.06.2021 Empfehlung
Hauptausschuss 17.06.2021 Entscheidung
Begründung der Dringlichkeit:
Die Dringlichkeit ergibt sich aus der noch verbleibenden Frist der Verwaltung zur
Stellung eines Antrages auf Förderung. Die Radroute, linksrheinische Rheinaue
Abschnitt 2.2: von Hermann-Ehlers-Straße bis Konrad-Adenauer-Brücke und Abschnitt
2.3: von Konrad-Adenauer-Brücke bis Hardtstraße ist ein Teil des Geförderten EFRE-
Projektes (Kommunaler Klimaschutz NRW, besonderer Förderbereich Emissionsfreie
Innenstadt). Der Förderzeitraum endet im Oktober 2022. Zu diesem Zeitpunkt muss die
Maßnahme abgeschlossen sein. Unter Berücksichtigung der Bauzeit/Ausführungszeit
ist die Erteilung der der landschaftsrechtlichen Befreiung durch die Untere
Naturschutzbehörde mit Zustimmung des Naturschutzbeirates dringlich.
Inhalt des Dringlichkeitsantrags
Die Verwaltung prüft unter weitestgehendem Verzicht auf Baumrodungen
1. Zur Attraktivierung des Umstiegs vom Auto auf das Fahrrad für
innerstädtische Berufspendler die Vernetzung wichtiger
Bürogebiete zwischen Bad Godesberg und Bonn, als da wären:
Kennedyallee zwischen Godesberger Allee und Mittelstraße,
Ludwig-Ehrhard-Allee, Heinemannstraße, Robert-Schumann-Platz
sowie Kreuzbauten, Johanniterviertel, Umfeld Post-Tower,
Bundesviertel, durch Herstellung einer durchgängigen, nachts
beleuchteten sowie hochwassersicheren Verbindung zwischen
den Fahrradstraßen Turmstraße sowie Sträßchensweg mittels:
a. Instandsetzung der Radwege entlang der Kennedyallee im
Bereich der Amerikanischen Siedlung,
b. Aufweitung des Fahrradwegs entlang der Ludwig-Erhard-
Allee zwischen Kennedyallee und Herbert-Wehner-Platz,
c. Einbindung der Fußgänger- und Radfahrerbrücke am
Rosengarten der Rheinaue
d. Schaffung eines vom Fußgängerverkehr getrennten
Radwegs zwischen Herbert-Wehner-Platz und Auffahrt
zum RheinauenrestaurantSeite 1 von 9
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e. Einbindung der Fußgänger- und Radfahrerbrücken rund
um die A562
2. Die hochwassersichere Durchquerung der Rheinaue für Rad-
Durchgangsverkehr unter der Maßgabe, dass sich alle
Verkehrsteilnehmer bewusst sind, dass die Rheinaue im
Bebauungsplan als Freizeitgelände eingetragen ist und ihr
Verhalten dementsprechend rücksichtsvoll gemäß § 1 StVO
anpassen:
a. Der Begriff Radschnellroute wird fallengelassen und durch
Radwanderroute ersetzt, um für die Rheinaue den Vorrang
des Freizeitgedankens vor dem Leistungsgedanken zu
betonen.
b. Der ehemalige Treidelpfand/Leinpfad wird vom Mausoleum
in Plittersdorf bis zum Bonner Stresemannufer
ausschließlich für Fußgänger reserviert und nicht
verbreitert. Radfahrer müssen absteigen.
c. Der Radwanderverkehr wird vom Mausoleum in Plittersdorf
bis zum Bonner Stresemannufer über bereits vorhandene,
breit ausgebaute Wege über das Hochufer geführt. Diese
Wege werden eindeutig für den Radverkehr gewidmet und
gekennzeichnet.
d. Im Stadtbezirk Bonn wird die Radwanderroute zwischen
dem Bismarckturm und dem Gebäude des Vereins für
Kanusport Bonn e.V. sowie östlich am Parkplatz Gronau
vorbei über den vorhandenen wassergebundenen Weg
zum Stresemannufer geführt.
e. Entlang der Radwanderroute gilt in allen Kreuzungsbereichen die
Rechts-vor-Links-Regel.
Dokumentation:
Bild 1, 2021-04-27 (1), Plittersdorf
Die Turmstraße ist als Fahrradstraße markiert. Die Kennedyallee in ihrem
Bogen entlang der Amerikanischen Siedlung hat seit ihrer Anlage in den 1950er
Jahren beiderseits Radwege, die aufgefrischt werden müssten. Über die
Kennedyalllee erschließt sich das Bürogebiet an der gleichnamigen Straße
zwischen Mittelstraße und B9. Die eigentliche Route würde weiter der Ludwig-
Erhard-Allee bis zum Herbert-Wehner-Platz (Haupteingang zum
Rheinauenpark) folgen. Ein Radweg ist dort bereits vorhanden, der aufgeweitet
werden müsste. Dies ginge ohne Baumfällungen, da genügend Grünstreifen
vorhanden ist.
Bild 2, 2021-04-27 (2), Herbert-Wehner-Platz bis SüdbrückeSeite 2 von 9
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Die beiden nach Südwesten zeigenden Schenkel zeigen den Anschluss der
Bürogebiete Kreuzbauten, Heinemannstraße und Robert-Schumann-Platz, die
über die Ampel am Herbert-Wehner-Platz oder die vorhandenen Brücke am
Rosengarten erschlossen sind.
Vom Herbert-Wehner-Platz erschließt sich bereits heute die Brücke am
Rosengarten, allerdings durch Umfahrung eines Hügels mit Waldbewuchs
(gestrichelte Linien), so dass hier aus Sicherheitsgründen auf lange Sicht eine
von der Ludwig-Erhard-Allee einsehbare Auffahrtsrampe entlang der äußeren
Parkböschung gebaut werden sollte.
Nach Überquerung der Brücke am Rosengarten trifft man auf der westlichen
Seite der Ludwig-Erhard-Allee auf einen wassergebundenen Weg in Richtung
der vorhandenen Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Sträßchensweg. Der
wassergebundene Abschnitt wäre für den Fahrkomfort zu asphaltieren.
Rund um die Kreuzung aus A 562 und Ludwig-Erhard- bzw. Petra-Kelly-Allee
existieren insgesamt 3 Brücken für Fußgänger und Radfahrer, die weitere
Optionen ermöglichen.
Zurück zum Herbert-Wehner-Platz. Dessen Verbindung zur Auffahrtsrampe am
Rheinauenrestaurant ist heute zur Mischnutzung für Radfahrer und Fußgänger
erschlossen, allerdings sehr beengt. Dieser Wegeabschnitt entlang der Basis
der äußeren Parkböschung wäre zu verbreitern, um Fußgänger und Radfahrer
zu trennen.
Bild 3, 2021-04-27 (3), Bonner Teil der Rheinaue
Über den als Fahrradstraße ausgewiesenen Sträßchensweg erschließen sich das
Johanniterviertel, der Posttower, die Deutsche Welle, Langer-Eugen mit der
UNO sowie das Bundesviertel, über die südwestlich abzweigende Achim-von-
Arnim-Straße die Telekom-Zentrale. Der skizzierte Radwegeausbau entlang der
Petra-Kelly-Allee bis zur Charles-de-Gaulle-Straße wäre ein „nice-to-have“.
Bild 4, 2021-04-27 (4), Bundesviertel
Das Bild zeigt mögliche Endpunkte im Bundesviertel, von denen aus die
Anbindung an das Bonner Rheinufer bereits existiert.
BegründungSeite 3 von 9
Seite 4
Der Freien Demokraten unterstützen Maßnahmen zur Neustrukturierung des
innerstädtischen Individualverkehrs, darunter die Festlegung von Routen mit dem
Vorzug für Radfahrer, sowie dem Ausbau des ÖPNV. Grundsätzlich ist der Ausbau
von Radverkehrswegen wünschenswert, um das Angebot zum Umstieg vom Auto auf
das Rad attraktiver zu gestalten. Dabei sollte jedoch tunlichst vermieden werden, auf
Leistung orientierte Radwegeverbindungen und Berufsverkehrswege mit für die
Freizeit vorgesehen Verkehrsflächen zu vermischen.
Erfüllte Prämissen
Die zur Prüfung beantragten Routenführungen berücksichtigen
a. Die bestmögliche Erreichbarkeit von Bürogebieten zwischen Bad Godesberg
und Bonn
b. Den Lückenschluss zwischen den Fahrradstraßen „Turmstraße“ sowie der
parallelen „Steinstraße“ in Plittersdorf mit dem „Sträßchensweg“ in Bonn
c. Die Entzerrung von Berufs- sowie Freizeit- bzw. Radwandererkehr
d. Die Entzerrung von Fußgänger- und Radverkehr
e. Die ganzjährige Sicherheit der Radrouten vor Hochwasser
f. Die unter Sicherheitsaspekten erwünschte durchgängige Beleuchtung, die
weitgehend entlang ausgebauter Straßen bereits vorhanden ist, und die
Einsehbarkeit der zur Prüfung beauftragten Route 1 für den
Berufspendelverkehr
g. Den größtmöglichen Verzicht auf Baumfällungen
h. Die Wahrung der vom Rechteinhaber am Rheinauenparkt intendierten sowie
im Bebauungsplan eingetragene Nutzung des Geländes als Freizeitgelände
Mit Ziffer 1 des Prüfauftrags wird die Prüfung einer freizeitorientierten
Radwanderroute beantragt, mit Ziffer 2 eine zusätzliche Route mit Vorzug für
den Berufspendlerverkehr und perspektivisch auch für den Lieferverkehr mit
Lastenrädern.
Warum diese Trennung: Das Bad Godesberger Rheinufer reicht rheinabwärts
von der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bis zur Konrad-Adenauer-Brücke
und dient aktuell ausschließlich der Freizeitgestaltung, dessen Herzstück, der
Abschnitt zwischen Rheinhotel Dreesen und der Hardtstraße, 1898
beginnend, durch den Verschönerungsverein Bad Godesberg, als Promenade
bzw. Flaniermeile ausgebaut wurde.
Gerade in den warmen Monaten liegt bereits heute eine relativ dichte
freizeitorientierte Nutzung des Rheinufers vor durch Fußgänger, Kinder (zu
Fuß, mit dem Roller, mit dem ersten Fahrversuchen auf Kinderrädern),
Jogger, Skater, Radler. Hinzu kommen am Bad Godesberger Rheinufer
Engstellen an Baumscheiben, die Fußgänger im Begegnungsverkehr immer
wieder auf die Fahrbahn zwingen.
Die gesamte Strecke zwischen Landesgrenze und Konrad-Adenauer-Brücke
besteht aus sich abwechselnden ein- und zweispurigen Streckenabschnitten
mit Engstellen. Einspurige Streckenabschnitte befinden sich zwischen
Landesgrenze und Weinhäuschen am Rhein sowie entlang der Liegenschaft
des Rheinhotels Dreesen. Engstellen bilden der Biergarten des Restaurants
Bastei-Schänke sowie die Brücke über den Godesberger Bach.
Bereits heute ergeben sich im Bereich der einspurigen Abschnitte und
Engstellen relativ häufig Konflikte zwischen freizeitorientierten und
leistungsorientierten Nutzergruppen. Hinzu kommt, dass sich rheinabwärts
zwischen Landesgrenze und Südbrücke bis zu 30 Einmündungen feststellen
lassen, die ebenfalls keinen „Schnellverkehr“ am Rheinufer zulassen.
Eine für den Berufspendlerverkehr geeignete Route durch die Rheinaue
scheitert schon an Sicherheitsüberlegungen, da eine Beleuchtung bereits
wegen Lichtsmog abgewiesen wurde und die Route in weiten Teilen keiner
sozialen Kontrolle unterliegt, insbesondere in der dunklen Jahreszeit sowie
nachts. Die FDP hält es daher für unverzichtbar, dem Radverkehr eine zweiteSeite 4 von 9
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ausgebaute Strecke mit Beleuchtung zu Verfügung zu stellen. Dieses lässt
sich am einfachsten und kostenschonend durch Rückgriff auf Straßen mit
bestehender Beleuchtung realisieren.
Durch Widmung des Treidel- bzw. Leinpfads für Fußgänger kann diese Trasse
in ihrer aktuellen Breite belassen werden und der Ausbau mit erforderlichen
Baumfällungen wird entbehrlich. Gleiches gilt für den Radwanderverkehr: Auf
dem Hochufer der Rheinaue existieren bereits 3,5 Meter breite Wege, die
heute zur Mischnutzung freigegeben sind und die einfach nur dem
Radverkehr gewidmet werden müssten. So wäre auch hier ein Ausbau mit
Baumfällungen entbehrlich.
Im Bereich der Gronau wäre durch die unter Ziffern 1 zu prüfende Route
allerdings der Veranstaltungsort des „Kunstrasens“ betroffen, dem daher
innerhalb der Rheinaue eine neue Fläche angeboten werden sollte. In einer
Abwägung zwischen einer verkehrlichen Lösung für die nächsten 50 bis 100
Jahre sowie einem verlegbaren Veranstaltungsort sind die verkehrlichen
Lösungen vorzuziehen.
Anlage/n
1 Karte 1 (öffentlich)
2 Karte 2 (öffentlich)
3 Karte 3 (öffentlich)
4 Karte 4 (öffentlich)Seite 5 von 9
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Datenstand: 02.11.2026, 20:05 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de