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210992-17 · Mitteilungsvorlage

Grundsatzentscheidung zur Festlegung künftiger Klärschlammverwertung; hier: Sachstandsmitteilung Wirtschaftlichkeit des Schiffstransports, aktueller Stand des Elektro-LKW-Konzepts und Informationsveranstaltung Klärschlammtransport per Elektro-LKW

Nummer
210992-17
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
21.05.2026
Letzte Änderung
24.10.2026
  • Karl-Legien-Straße Straße· Graurheindorf, Bonn Hauptort
  • Hafenstraße Straße· Graurheindorf, Bonn
  • Salierweg Straße· Graurheindorf, Bonn
  • Römerstraße Straße· Nordstadt, Bonn
  • Werftstraße Straße· Graurheindorf, Bonn
  • Herseler Straße Straße· Graurheindorf, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.06.2026 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210992-17
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Grundsatzentscheidung zur Festlegung künftiger
Klärschlammverwertung; hier:
Sachstandsmitteilung Wirtschaftlichkeit des
Schiffstransports, aktueller Stand des Elektro-LKW-
Konzepts und Informationsveranstaltung
Klärschlammtransport per Elektro-LKW
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
23.06.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung teilt die aktuellen Sachstände im Zusammenhang mit der KLAR
GmbH hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit einer Anlieferung der Klärschlämme
per Schiff nach Köln (Beschlussvorlage 210992-12), dem aktuellen Stand des
Elektro-LKW-Konzepts und der Durchführung einer Informationsveranstaltung
zum Klärschlammtransport (Änderungsantrag 210992-15AA) dem Ausschuss
für Umwelt, Klima und Lokale Agenda mit.
Die Verwaltung kann zum jetzigen Zeitpunkt folgende Sachstände übermitteln:
a) Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Schiffstransports
Die intensive und ergebnisoffene Prüfung von Varianten einer möglichst
klimaschonenden Anlieferung des Klärschlammes in Merkenich durch die Stadt
Bonn hat ergeben, dass die Anlieferung per umweltfreundlich angetriebenem
Schiff derzeit in keinem der untersuchten Betriebsmodelle wirtschaftlich
darstellbar ist.
In diesem Zusammenhang hat auch ein Treffen mit Vertretern der Häfen und
Güterverkehr Köln AG (HGK) und der KLAR GmbH vor Ort am Hafen Köln-
Niehl II stattgefunden. Dort wurden verschiedene Möglichkeiten der
Schiffsverladung diskutiert.
Die Variante eines RoRo-Konzepts1 musste verworfen werden, da die LKW
1Bei RoRo-Schiffen (kurz für „Roll on/Roll off”) werden Fahrzeuge und andere rollende
Güter über Rampen direkt auf das Schiff gefahren und so transportiert. Im Gegensatz
hierzu steht das LoLo-Verfahren (kurz für „Lift on/Lift off“), bei dem die Fracht mittels
Kran an und von Bord geladen wird. Beim RoRo-Konzept sollten im Hafen Köln Elektro-
LKW zur Entladung der Klärschlammcontainer über eine Rampe auf das Schiff fahren,Seite 1 von 4
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
aufgrund der Schleppkurven die enge Hafenstraße vom Anleger aus nicht
passieren könnten. Zudem bestände vor Ort keine geeignete
Wendemöglichkeit.
Weitere Konzepte, wie die Entladung von Klärschlammcontainern mittels
Portalkran oder mobilem bzw. stationärem Kran im Süden des Hafenbeckens,
wurden betrachtet. Die HGK hat die Machbarkeit geprüft, eine Markterkundung
durchgeführt und Investitionsausgaben für einen mobilen oder stationären Kran
von 3,3 – 4,1 Mio. € brutto in Aussicht gestellt. Damit überstiege allein die
Schaffung der Umschlagsoption in Köln-Niehl die Investitionskosten für die E-
LKW-Alternative. Die Kosten für einen Portalkran wären noch um ein Vielfaches
höher.
Darüber hinaus müsste der Transport der Container vom Hafenbereich zum
Schlammbunker per E-LKW erfolgen, die ebenfalls zu beschaffen wären.
Bei der Entscheidung für eine nachweislich unwirtschaftliche Transportoption
dürfte die hieraus resultierende Erhöhung der Abwassergebühren erfolgreich
juristisch angefochten werden, so dass die Mehrkosten durch den Haushalt der
Stadt Bonn zu tragen wären, was wiederum gegen die Gemeindeordnung
verstoßen würde (Grundsatz der sparsamen Haushaltsführung). Hinzu kämen
mehr oder weniger deutliche Risiken für die Stadt Bonn bei der Festlegung der
jeweils denkbaren Betriebsmodelle.
Aus diesen Gründen ist zunächst vorgesehen, die Anlieferung des Bonner
Klärschlamms zumindest vorübergehend mit elektrisch angetriebenen, also
denkbar umweltfreundlich fahrenden LKW durchzuführen. Erforderlich sind
hierbei lediglich um 5 Anlieferungsfahrten dieser Elektro-LKW pro Tag.
Wenn zu einem späteren Zeitpunkt wirtschaftlichere Optionen für einen
Schiffbetrieb verfügbar sind, wird diese Option dem Beschluss des Rates der
Stadt Bonn folgend selbstverständlich erneut in Erwägung gezogen.
b) Aktueller Stand Elektro-LKW-Konzept zur Klärschlammverbringung
nach Köln
Derzeit bereitet die Verwaltung gemeinsam mit dem Projektsteuerer des KLAR-
Gesamtprojekts Drees & Sommer die Ausschreibung der Planungsleistungen
vor.
Diese umfassen die folgenden Teilbereiche zur Verbringung der Bonner
Klärschlämme nach Köln-Merkenich:
• Neubau der Klärschlammverladung und des Klärgas- und
Heizsystems zur Nutzung des überschüssigen Faulgases (ggf. jeweils
mit Provisorien) auf der Kläranlage Salierweg
• Stilllegung und Rückbau der Bonner
Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) nach Inbetriebnahme der KVA
in Köln
• Planung der Beschaffung von Elektro-LKW und einer
entsprechenden Ladeinfrastruktur
die Container aufnehmen und die Container vom Schiff bis zum Klärschlammbunker
transportieren.Seite 2 von 4
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Gegenstand der vorbereiteten Ausschreibung sind ausschließlich die
Planungsleistungen. In diesem Zusammenhang sind auch
genehmigungsrechtliche und umweltrelevante Belange zu berücksichtigen. Die
bauliche Umsetzung der Maßnahmen sowie die Beschaffung der Elektro-LKW
erfolgen in separaten, nachgelagerten Vergabeverfahren.
Im Rahmen der Vorbereitung wurden ein Terminplan erstellt, Standorte für die
Klärschlammverladung auf der Kläranlage Salierweg evaluiert sowie die
Schnittstellen zu bestehenden Anlagen und zum weiteren Umfeld der heutigen
KVA für den späteren Rückbau definiert. Zudem hat die Verwaltung
überschlägige Energiebilanzen erstellt und mögliche Szenarien zur
Faulgasnutzung aufgestellt.
Die Planungsleistungen für die Klärschlammverladung und das Klärgas- und
Heizsystem sollen bis zum Ende des Jahres 2026 beauftragt werden. Es wird
ein zweistufiges EU-weites Planerauswahlverfahren mit Teilnahmeantrag nach
der Vergabeverordnung (VgV) durchgeführt.
Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen sollen im Zeitraum zwischen
Mitte 2027 und Mitte 2028 erfolgen, der Baubeginn ist für Juli 2028 geplant.
Die Planung und Beschaffung der Elektro-LKW inkl. Ladeinfrastruktur erfolgt
parallel unter Beachtung der Lieferzeiten.
Der Rückbau der Bonner KVA kann frühestens nach Inbetriebnahme der neuen
KVA in Köln (voraussichtlich Mitte 2029) und deren stabilen Betrieb beginnen.
Die Ausschreibung der entsprechenden Planungsleistungen wird zeitversetzt
veröffentlicht und beauftragt. Die Abbrucharbeiten können frühestens Anfang
2030 beginnen.
c) Informationsveranstaltung Klärschlammtransport
Mit dem Änderungsantrag 210992-15AA wurde die Verwaltung beauftragt, eine
Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner in dem von
der Klärschlammtransportstrecke betroffenem Gebiet durchzuführen.
Die Veranstaltung zum Thema „Klärschlammtransport per E-LKW von der
Kläranlage Salierweg zur Autobahn BAB 565“ hat am 18.11.2025 im
nahegelegenen Heinrich-Hertz-Europakolleg stattgefunden.
Ziel der Veranstaltung war es, die betroffene Nachbarschaft frühzeitig,
transparent und dialogorientiert über die geplanten Transporte zu informieren.
Im Vorfeld wurden etwa 1500 Anlieger betroffener Straßen mit einem
Bürgerbrief über die Versammlung informiert. Dazu zählten die Straßen Karl-
Legien-Straße 75-199, Römerstraße 248-376 [nördlich der BAB 565],
Werftstraße und Herseler Straße 1-20. Anwohner anderer Straßenzüge waren
nicht einzuladen, da diese nicht vom Klärschlammtransport betroffen sind.
An der Informationsveranstaltung haben ca. 25 Anwohner teilgenommen.
Der Informationsbrief ist weiterhin im Ratsinformationssystem ALLRIS unter der
Drucksachennummer DS 253863 abrufbar. Die Veranstaltung war öffentlich
und nicht zugangsbeschränkt.Seite 3 von 4
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Auf der Informationsveranstaltung wurden folgende Aspekte thematisiert:
- allgemeiner Hintergrund zur Entstehung und Verwertung von Klärschlamm,
- Beteiligung der Stadt Bonn an der KLAR GmbH,
- aktueller Ratsbeschluss 210992-12 zum Transport der Schlämme nach Köln,
- geplante Transportrouten der LKW,
- Häufigkeit und Tageszeiten der Fahrten,
- allgemeine Verkehrssituation betroffener Straßen,
- Informationen und Maßnahmen zur Minimierung von Lärmbelastung und
- Informationen und Maßnahmen zur Minimierung von Geruchsbelastung.
Anwohner hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und haben hiervon regen
Gebrauch gemacht und dieses Angebot dankend angenommen. Die Fragen
wurden von Vertretern der Stadtverwaltung umfassend beantwortet.
Die Resonanz der Bevölkerung zur Informationsveranstaltung war überwiegend
positiv. Vertreter der Stadtverwaltung und Medienvertreter waren zugegen.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 23:16 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de