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210966-08 · Beschlussvorlage

Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße - Verkehrsführungskonzept

Nummer
210966-08
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
15.04.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Friedrich-Breuer-Straße Straße· Beuel-Mitte, Beuel Hauptort
  • Konrad-Adenauer-Platz Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Hans-Böckler-Straße Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Rathausstraße Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Königswinterer Straße Straße· Küdinghoven, Beuel
  • Professor-Neu-Allee Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Combahnstraße Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Friedrich-Friesen-Straße Straße· Beuel-Mitte, Beuel
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 06.05.2025 Empfehlung
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 07.05.2025 Entscheidung federführend
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  1. 210966 Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße

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Beschlussvorlage
öffentlich
210966-08
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße -
Verkehrsführungskonzept
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 06.05.2025 Empfehlung
Bezirksvertretung Beuel 07.05.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1: Die Verwaltung wird beauftragt die bisher temporär angepasste
Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße in eine dauerhafte Lösung zu
überführen und die Verkehrsführung grundsätzlich beizubehalten. Dabei sind
die Ergebnisse der Verkehrserhebungen sowie die Rückmeldungen aus der
Bürgerschaft zu berücksichtigen.
2: Die Verwaltung leitet ein Teileinziehungsverfahren ein, um die rechtlichen
Voraussetzungen für die o.g. Verkehrsführung zu schaffen.
3: Die Verwaltung wird beauftragt zeitnah eine temporäre Lösung für
Sitzgelegenheiten auf der Friedrich-Breuer-Straße anzubieten.
Begründung
Die BV Beuel hat in der Sitzung am 10.04.24 die temporäre Anpassung der
Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße (nachfolgend FBS genannt)
beschlossen. Seit Juni 2024 ist die Durchfahrt für den Kfz-Verkehr auf der FBS
zwischen Konrad-Adenauer-Platz (ab B56) und Hans-Böckler-Straße untersagt.
Ausgenommen hiervon sind der ÖPNV, der Lieferverkehr, der Taxiverkehr
sowie der Radverkehr.
Ergänzend zum Durchfahrtsverbot wurden die Seitenbereiche der FBS für den
ruhenden Kfz-Verkehr gesperrt. Darüber hinaus konnte im Zeitraum Juni/Juli
2024 das Projekt Stadtterrassen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW als
ergänzendes Element und zur Aufwertung der Seitenräume angeboten werden.
Zur Bewertung der Maßnahme werden die folgenden Bestandteile betrachtet:
• Verkehrliche Auswirkungen im Umfeld der Maßnahme auf Basis
der durchgeführten VerkehrserhebungenSeite 1 von 13
Seite 2
• Rückmeldungen aus der Onlinebeteiligung (bonn-macht-mit.de)
• Rückmeldungen während der Maßnahme (z.B. über
Bürgeranträge, SWB, etc.)
Die Betrachtung erfolgt zudem getrennt nach den Punkten Durchfahrtsverbot,
freie Seitenräume und Stadtterrassen.
Auswirkungen der geänderten Verkehrsführung auf das umliegende
Straßennetz
Zur Bewertung des Durchfahrtsverbots auf der FBS wurden sowohl vor als
auch während der Maßnahme Verkehrszählungen an 7 Knotenpunkten im
Umfeld der Maßnahme durchgeführt. Die Zählungen wurden jeweils an zwei
aufeinanderfolgenden Wochentagen (Mittwoch und Donnerstag) zwischen 6
und 19 Uhr (Betrachtungszeitraum) durchgeführt und beinhalten damit alle
relevanten Spitzenstunden. Zudem wurden die Belastungszahlen der jeweils
aufeinanderfolgenden Erhebungstage gemittelt. Zur Veranschaulichung der
Veränderungen im Verkehrsgeschehen dient die Anlage 1. Grundsätzlich zeigt
der Vergleich der Verkehrsbelastungen vor und während der Maßnahme, dass
es flächendeckend zu einer Reduktion kommt. Im Einzelnen stellt sich dies wie
folgt dar:
Am Knotenpunkt FBS/Rathausstraße ist die stärkste Reduktion mit ca. 40% zu
verzeichnen. Dies hängt zum einen mit einer Reduktion des Längsverkehrs auf
der FBS zusammen. Zum anderen hängt die Reduktion mit einer starken
Abnahme des Linksabbiegers von der Rathausstraße (aus Süden) in die FBS
(nach Westen) zusammen. Hier reduziert sich die Anzahl der abbiegenden Kfz
von ca. 1150 auf 150 im Betrachtungszeitraum, was sich positiv auf die
Leistungsfähigkeit der Kreuzung und die Abwicklung des Busverkehrs auswirkt.
Die Reduktion lässt den Schluss zu, dass die Maßnahme grundsätzlich einen
positiven Effekt auf die Minderung der Durchgangsverkehre hat und damit die
gewünschte Wirkung erzielt. Auch die Ergebnisse an weiteren Knotenpunkten
(z.B. Königswinterer Straße/Gustav-Keßler-Straße) weisen eine ähnliche
Tendenz auf, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Die Entlastung an den
Knotenpunkten wirkt sich insgesamt positiv auf deren Leistungsfähigkeit aus.
An einigen Stellen im Netz sind demgegenüber auch leichte
Verkehrssteigerungen zu verzeichnen, welche sich jedoch im moderaten
Bereich von 200 – 300 Kfz (6 – 19 Uhr) bewegen. Folgende Punkte im
Straßennetz sind bei der Betrachtung der Erhebungsergebnisse aufgefallen:
Der Rechtsabbieger von der Professor-Neu-Allee auf die Kennedybrücke weist
rund 300 Kfz im gesamten Betrachtungszeitraum zusätzlich auf. Es ist
anzunehmen, dass die sogenannte Brückenumfahrt eine moderat verstärkte
Nachfrage erfährt. Der Rechtsabbieger von der B56 in die Rathausstraße
(Richtung Süden) weist rund 300 Kfz im gesamten Betrachtungszeitraum
zusätzlich auf. Hier ist anzunehmen, dass es sich z.T. um Durchgangsverkehr
und z.T. um verstärkte Nachfrage der Tiefgarage am Rathaus handelt. Die Zahl
der Fahrzeuge, die auf der B56 am Knotenpunkt Combahnstraße einen U-Turn
machen (vom Beueler Zentrum in Richtung Kennedybrücke) steigt im gesamten
Betrachtungszeitraum um rund 250 Kfz. Es ist anzunehmen, dass es sich
vornehmlich um Verkehr mit Bezug zum Bonner Zentrum handelt, derSeite 2 von 13
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ursprünglich über die FBS abgeflossen ist. Die Spitzenstundenbetrachtung
zeigt, dass die Verkehrszunahme mit der jetzigen Signalschaltung abwickelbar
bleibt.
Die genannten Punkte stellen die stärksten Ausprägungen der festzustellenden
Verkehrsverlagerung dar. Insgesamt kann daher konstatiert werden, dass die
geänderte Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße keine starken
Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz hat. Vielmehr kann
festgehalten werden, dass das Straßennetz eine gesamthafte Absenkung des
Verkehrsniveaus erfährt, was sich grundsätzlich positiv auf die
Leistungsfähigkeit an Knotenpunkten und auf einzelnen Streckenabschnitten
auswirkt. Dies gilt insbesondere für das untergeordnete Straßennetz mit
überwiegender Wohnbebauung. Die Erhebungsergebnisse zeigen dabei eine
flächige Verkehrsentlastung über den Bereich um die FBS hinaus. Die
Entlastung bewegt sich überwiegend im moderaten Bereich von rund 10%. Die
vor der Maßnahme angestrebte Reduzierung des MIV auf der Friedrich-Breuer-
Straße kann daher durch die Ergebnisse der Verkehrserhebungen bestätigt
werden.
Hinsichtlich der Verstöße gegen die aktuelle Verkehrsführung kann mitgeteilt
werden, dass die Ergebnisse der Zählung grundsätzlich eine deutliche
Reduktion des Verkehrs auf der Friedrich-Breuer-Straße zeigen (vgl. Anlage 1).
Die jetzt noch vorherrschenden Verkehre setzen sich jeweils ca. hälftig aus
Pkw und Schwerverkehr (über 3,5 Tonnen) zusammen.
Der Schwerverkehr ist dabei fast ausschließlich den auf der FBS verkehrenden
Bussen zuzuschreiben. Auf dem Abschnitt Konrad-Adenauer-Platz (KAP) –
Rathausstraße verkehren 33 Busse/Stunde und auf dem Abschnitt
Rathausstraße – Hans-Böckler-Straße verkehren 28 Busse/Stunde.
Die verbleibenden PKW sind auf den nach wie vor gestatteten Liefer- und
Taxiverkehr sowie Verstöße gegen die angeordnete Verkehrsführung
zurückzuführen. Der Abschnitt zwischen KAP und Rathausstraße scheint dabei
tendenziell etwas stärker von Verstößen betroffen zu sein. Die Erhebungsdaten
legen den Schluss nahe, dass dieser Umstand überwiegend auf
Durchgangsverkehr aus der südlichen Rathausstraße zurückzuführen ist.
Zur Evaluationszwecken wurden auch die SWB bzgl. ihrer Einschätzung der
Maßnahme und daraus resultierenden Erkenntnissen befragt. Hierzu hat die
Stadtverwaltung folgende Rückmeldung erhalten:
Durch die Wegnahme des MIV zwischen dem KAP und der Hans-Böckler-
Straße, hat sich die Situation für das Fahrpersonal verbessert.
Da auf dem Abschnitt nicht mehr geparkt werden darf, kommt es weniger zu
störenden Parkvorgängen oder Türöffnungen durch parkende Autos. Durch den
Entfall der Parkplätze verbessern sich darüber hinaus die Sichtbeziehungen zu
den Fußgängern, da diese nicht mehr durch den Parkverkehr verdeckt werden.
Für die aus Richtung Rathausstraße/Friedrich-Friesen-Str. kommenden und
links in die Friedrich-Breuer-Straße abbiegenden Linienbusse (606, 633)
verbessert sich die Abbiegesituation, da die unmittelbar hinter der Ampel
liegenden, rechtsseitigen Parkplätze auf der FBS entfallen. Hier kam es in derSeite 3 von 13
Seite 4
Vergangenheit durch in den Straßenraum hineinragende, parkende Fahrzeuge
vermehrt zu Behinderungen.
Seitens der Polizei wurde mitgeteilt, dass zu Anfang der Maßnahme verstärkt
kontrolliert wurde und Verstöße konsequent geahndet wurden. Mittlerweile hat
sich die Verkehrsführung laut Polizei etabliert, sodass eine Überwachung
aktuell nur noch sporadisch stattfindet.
Abschließend werden die Ergebnisse der durchgeführten Onlinebefragung im
Hinblick auf die geänderte Verkehrsführung betrachtet (vgl. Anlage 2).
Mit knapp 60% wird die geänderte Verkehrsführung als gut bewertet (sehr gut /
eher gut). Demgegenüber sehen knapp 40% der Teilnehmenden die
Verkehrsführung als schlecht an (sehr schlecht / eher schlecht). Besonders gut
wurde dabei vor allem die Verbesserung für die Belange des Fuß- und
Radverkehrs bewertet. Auch die reduzierte Lärmbelastung durch die verringerte
Verkehrsbelastung wird häufig positiv herausgestellt. Besonders negativ
wurden die Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr beschrieben, wie z.B.
Fahrzeitverluste.
Seitenbereiche ohne ruhenden Kfz-Verkehr
Grundsätzlich ist seit dem Entfall des ruhenden Kfz-Verkehrs zu beobachten,
dass mehr Platz für Zufußgehende in den Seitenbereichen der FBS zur
Verfügung steht. Die Einsehbarkeit vom Seitenbereich auf die Straße und
umgekehrt hat sich deutlich verbessert. Dies spiegelt nicht zuletzt die oben
genannte Rückmeldung der SWB wider.
Neben den positiven Rückmeldungen zu den Seitenräumen hat die Verwaltung
auch Kritik insbesondere hinsichtlich der Verlegung von Behinderten- und
Taxiparkplätzen erreicht. Die Behindertenparkplätze werden dabei von einigen
Nutzer*innen als zu weit entfernt von den jeweiligen Zielen (Ärztehaus, Rewe,
etc.) beschrieben. Bei der Umsetzung der Maßnahme wurde ein Standort
gesucht, der möglichst wenig Barrieren aufweist und nicht zu weit vom
bisherigen Standort entfernt ist. Der temporäre Standort in der Rathausstraße
ist im ungünstigsten Fall rund 80 – 90 m weiter von den genannten Zielen
entfernt und stellt damit eine annehmbare Alternative zum bisherigen Standort
dar. Nichtsdestotrotz wird die Verwaltung im Falle einer permanenten Änderung
der Verkehrsführung versuchen, die vorgebrachte Kritik durch die Wahl eines
geeigneteren Standorts zu entkräften.
Die Taxiparkplätze werden nach wie vor kritisiert, da hier sehr viele
Falschparker zu verzeichnen sind, sodass der Verkehrsaußendienst einen
hohen Kontrollauswand verzeichnet. Hier wäre entweder eine deutlichere
Markierung und Beschilderung der Parkplätze notwendig, oder die Parkplätze
werden wieder an den ursprünglichen Standort verlegt. Dies wäre möglich, da
die Ausnahmeregelung auf der FBS auch für den Taxiverkehr gilt.
Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung zeigen, dass etwas mehr als 50% der
Befragten die Seitenbereiche ohne ruhenden Kfz-Verkehr als positiv bewertet.
Demgegenüber sehen knapp 40% die Veränderung negativ. 10% der Befragten
sind in diesem Punkt unentschieden. Besonders positiv wurde ebenfalls die
Förderung des Fuß- und Radverkehrs gesehen. Darüber hinaus war dieSeite 4 von 13
Seite 5
Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein positiver Punkt. Demgegenüber
wurde der Entfall der Parkplätze besonders negativ bewertet. Auch der daraus
resultierende Einfluss auf das Gewerbe wurde als negativ benannt.
Stadtterrassen des Zukunftsnetz Mobilität NRW
Die temporär aufgestellten Möbel vom Zukunftsnetz Mobilität NRW haben
grundsätzlich eine sehr positive Resonanz hervorgerufen. Die Möbel wurden
stets rege genutzt und haben zum Verweilen eingeladen. Den überwiegend
positiven Rückmeldungen stehen wenige negative Einschätzungen gegenüber.
Die Kritik hat sich vor allem auf die Positionierung der Möbel bezogen. In
Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde war die Verkehrssicherheit nicht
beeinträchtigt. Im Vergleich zur Bestandssituation mit überwiegend geparkten
PKW im Seitenbereich hat sich die Einsehbarkeit der FBS von den
Seitenräumen aus grundsätzlich deutlich verbessert.
Dies spiegeln auch die Ergebnisse der Onlinebeteiligung wider. Rund 60%
sehen das Mobiliar positiv, wohingegen nur rund 30% das Stadtmobiliar negativ
bewerten. Die Schaffung von Sitzgelegenheiten und die Verbesserung der
Aufenthaltsqualität durch mehr Straßengrün wurde positiv bewertet. Kritisch
wurde die Optik sowie die Qualität der Möbel bewertet.
Beteiligungsprozess
Der Beteiligungsprozess zur Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße gehört
zu den aufwendigsten, die bisher in Bonn für ein einzelnes Projekt im Bereich
Mobilität durchgeführt wurden. Die hohen Teilnahmezahlen an der aktuellen
Online-Beteiligung aus dem Dezember 2024 zeigen den Erfolg des Prozesses
sowie das hohe Interesse der Öffentlichkeit an dem Projekt.
Der Prozess startete am 17. November 2022 mit einem Forum für die
Gewerbetreibenden der Friedrich-Breuer-Straße. Es folgten eine Online-
Beteiligung sowie Visions- und Planungswerkstätten. Dank der frühzeitigen
Beteiligung konnten Ideen und Rückmeldungen in die Planungen zur
Umgestaltung der Straße einfließen. Das jetzige Vorgehen, die Straße
schrittweise weiterzuentwickeln und neue Lösungen zuerst auszuprobieren,
basiert auf den Wünschen aus den Beteiligungen.
Ziel des durchgeführten Beteiligungsprozesses war es, die vielschichtigen
Nutzungsansprüche in mehreren Schritten zu erfassen, abzubilden und zu
ordnen. Im Laufe des Prozesses sollten gemäß Beschluss Gewerbetreibende,
Anwohnende sowie interessierte Bürger*innen die Möglichkeit erhalten, ihre
Ideen für eine zukünftige Gestaltung der Friedrich-Breuer-Straße zu skizzieren.
Auf diesen Ergebnissen aufbauend, wurden anschließend Ad hoc-Maßnahmen
sowie Entwurfsskizzen/Gestaltungsvorschläge erarbeitet, die wiederum bei
einer weiteren Bürgerbeteiligung erörtert und diskutiert wurden.
Erreichbarkeit des Gewerbes
Die Friedrich-Breuer-Straße ist überdurchschnittlich gut an den Nahverkehr mit
Bus und Bahn angebunden. Hier verlaufen vier Bahnlinien sowie elf Buslinien.
Laut Rückmeldung der SWB hat sich die Zuverlässigkeit des Nahverkehrs in
der Straße durch die neue Verkehrsführung verbessert.Seite 5 von 13
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Verbessert hat sich laut den Ergebnissen der Online-Befragung auch die
Erreichbarkeit mit dem Rad. Dies lässt sich auf die geringeren Verkehrsmengen
sowie die weggefallene Dooring-Gefahr zurückführen.
Verändert hat sich die Erreichbarkeit für den Kfz-Verkehr. Grundsätzlich ist die
Friedrich-Breuer-Straße über mehrere Parkhäuser weiterhin direkt erreichbar.
Die Möglichkeit, einen Parkplatz direkt vor den Geschäften zu suchen, ist
jedoch weggefallen. Auch in Zukunft soll die Straße mit dem Kfz gut zu
erreichen sein. Neben den vorhandenen Parkhäusern möchte die Verwaltung
daher die öffentlichen Stellplätze in den zentralen Geschäftsbereichen des
Stadtteils vor allem der Kundschaft des Einzelhandels anbieten. Daher soll mit
dem Parkraumkonzept Beuel in anliegenden Straßen wie der Rathausstr. oder
der Hans-Böckler-Str. tagsüber keine Bewohnerparkregelung eingeführt
werden. Unter anderem damit berücksichtigt die Verwaltung auch die
Bedenken einiger Gewerbetreibenden sowie Teilnehmender der Online-
Befragung.
Wege zu Fuß fallen auf der Friedrich-Breuer-Straße mit der neuen
Verkehrsführung deutlich leichter. Die Seitenbereiche bieten deutlich mehr
Platz und das Queren der Straße fällt dank der deutlich geringeren Kfz-
Verkehrsmenge sowie der gesteigerten Übersichtlichkeit leichter. Sicherheit
und Komfort sind also gestiegen. Durch die Verbreiterung und Aufwertung der
Seitenbereiche sowie mehr Ruhe auf der Straße, steigt auch die
Aufenthaltsqualität und lädt dazu ein, die Straße zu Fuß zu besuchen. Hiervon
profitieren schlussendlich alle Besucher*innen der Straße unabhängig von der
persönlich bevorzugten Mobilität.
Fazit und Empfehlung
Die Ergebnisse der Verkehrserhebungen zeigen, dass die geänderte
Verkehrsführung vornehmlich den Durchgangsverkehr durch das Beueler
Zentrum tangiert, dies lässt sich u.a. an der gesamthaften Reduktion der
Verkehrsstärken auf der Kennedybrücke ablesen. Dabei ist grundsätzlich eine
flächendeckende Abnahme der Verkehrsbelastung zu verzeichnen.
Demgegenüber stehen moderate Belastungssteigerungen an einzelnen
Punkten im Verkehrsnetz. Auch die Rückmeldungen der
Straßenverkehrsbehörde, der SWB sowie der Polizei zeichnen ein positives
Bild der aktuellen Verkehrsführung.
Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung weisen eine ähnliche Tendenz auf, wobei
die Zustimmung nur leicht stärker als die Ablehnung ausfällt. Besonders positiv
hervorgehoben wurde dabei die gesteigerte Aufenthaltsqualität. Besonders
negativ fielen die Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr ins Gewicht.
Auf Basis der dargelegten Ergebnisse kann aus verkehrsplanerischer Sicht die
Empfehlung für eine Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung gegeben
werden. Eine Bewertung möglicher Auswirkungen auf den stationären
Einzelhandel kann im Zuge der vorgelegten Evaluation nicht erfolgen. Es wird
aber davon ausgegangen, dass die überwiegend positiv bewerteten
Maßnahmen insgesamt zu einer Aufwertung und damit Attraktivierung der
Einkaufsstraße führen würden.
Für eine permanente Umsetzung ist ein Teileinziehungsverfahren einzuleiten,Seite 6 von 13
Seite 7
welches bei einem entsprechenden Beschluss seitens der Verwaltung
bearbeitet werden wird. Die bisher vorgebrachten Hinweise (z.B. Standort der
verlegten Parkplätze, Beschilderungsstandorte, etc.) werden in eine mögliche
dauerhafte Lösung überführt.
Die Verwaltung ist darüber hinaus bestrebt zeitnah Stadtmobiliar (z.B.
Sitzbänke und Pflanzkübel) auf der Friedrich-Breuer-Straße anzubieten. Sobald
der Haushalt 25/26 von der Bezirksregierung Köln bestätigt ist, kann eine
entsprechende Beauftragung erfolgen. Es wird ein temporäres Mietmodell für
einen Zeitraum von 5 – 6 Monaten angestrebt. Die Kosten hierfür belaufen sich
inkl. Begrünung und Montage auf maximal 50.000€. Im Anschluss an das
temporäre Angebot sollen punktuell permanente Sitzgelegenheiten auf der
Friedrich-Breuer-Straße ergänzt werden, welche bis zu einer kompletten
Umgestaltung der Straße die Seitenbereiche aufwerten.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.12 Verkehrsflächen und -anlagen
ÖPNV
1.12.07 Verkehrsplanung
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt
in
Noch
bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
50.000
EUR
161001207/72.1000,
Innenauftrag 6103006 (Klimaziel 6.2.1.1
"Quartierskonzept")
2025
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
50.000
EUR
Anlage/n
1 Anlage 1_Ergebnisse Verkehrserhebungen (öffentlich)
2 Anlage 2_Ergebnisse Onlinebefragung_FBS (öffentlich)Seite 7 von 13
- 10%
+ 1%
- 40%
- 4 %
- 20%
- 11%
- 10%Seite 8 von 13
Zählungen Mai 2024
Zählungen September 2024Seite 9 von 13
Vorlage Friedrich-Breuer-Straße – Abschnitt Onlinebefragung
Im Zeitraum vom 9. bis 23. Dezember 2024 hat eine Online-Befragung über die Beteiligungsplattform
Bonn-macht-mit.de (https://bonn-macht-mit.de/beteiligungen/umgestaltung-der-friedrich-breuer-
strasse) zu der geänderten Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße stattgefunden.
Ziel der Befragung war es, die Erfahrungen der Teilnehmenden zu den Themen Verkehrsführung,
Seitenräume und Stadtmobiliar einzuholen. Zu jedem dieser Themen konnten die Teilnehmenden in
Freitextfeldern ihre persönlichen Ansichten schildern. Dazu wurden drei Leitsätze vorgegeben:
 Das hat mir besonders gut gefallen:
 Das hat mir nicht gefallen:
 Ich habe weitere Anregungen zu diesem Thema:
Zudem konnten zu jedem Themenbereich eine Bewertung auf einer Skala von „sehr gut“ bis „sehr
schlecht“ abgegeben werden. Da es sich um eine offene Befragung handelt, ist diese Bewertung als
grundsätzliches Stimmungsbild und nicht als Abstimmung über die Verkehrsführung zu verstehen.
Ergebnisse:
Die Befragung wurde insgesamt 2.881-mal ausgefüllt.
Zum Einstieg wurden die Teilnehmenden gefragt, aus welchen Gründen sie die Friedrich-Breuer-
Straße nutzen. Hier war es möglich, mehrere Antworten auszuwählen.
Ich bin Anwohner*in 304
Ich betreibe dort ein Gewerbe 46
Ich arbeite dort 140
Ich gehe dort einkaufen 2493
Ich besuche medizinische Einrichtungen 1658
In einem Freitextfeld konnten darüber hinaus Gründe genannt werden, warum sich die
Teilnehmenden auf der Friedrich-Breuer-Straße aufhalten. 419 Teilnehmende haben dieses Feld
ausgefüllt. Die Nutzung der Friedrich-Breuer-Straße als Verbindungsweg zu verschiedenen Zielen, der
Besuch der Gastronomie, von Freunden und Familie, des Kinos oder von Kulturangeboten wurden
dabei besonders häufig genannt.
Themenbereich 1: Verkehrsführung
Im ersten Themengebiet wurden die Teilnehmenden nach Ihren Erfahrungen und Meinungen zur
geänderten Verkehrsführung, also zur Sperrung im Abschnitt B56/Konrad-Adenauer-Platz bis zur
Hans-Böckler-Straße für private Autos, befragt.
1.1: Die Verkehrsführung während der Testphase bewerte ich wie folgt:
Sehr gut 1065
Eher gut 562
Unentschieden 130
Eher Schlecht 364
Sehr schlecht 731
Weiß nicht/Keine Angabe 14
Nicht ausgefüllt 15Seite 10 von 13
1.2: Das hat mir besonders gut gefallen:
Im ersten Freitextfeld je Thema waren die Teilnehmenden dazu angehalten, zu beschrieben, was
ihnen an der Testphase besonders gut gefallen hat. Die im Folgenden (bei allen Freitextfeldern)
genannten Zahlen entstammen dabei einer automatisierten Auswertung und sind entsprechend als
annähernd Werte zu verstehen.
In dieser Kategorie wurde besonders häufig ein verbessertes Sicherheitsempfinden genannt
(Insgesamt 267 Nennungen). Viele Fußgänger*innen und Radfahrer*innen geben an, sich bei der
Durchquerung der Friedrich-Breuer-Straße sicherer zu fühlen und sich entspannter fortzubewegen.
Der zweite häufig genannte Vorteil liegt in der verringerten Lärmbelastung. Die geringere
Geräuschkulisse und die ruhigere Umgebung aufgrund des geringeren Verkehrs wurden in 206
Beiträgen positiv angesprochen.
Zudem wurde der reduzierte Autoverkehr im Allgemeinen häufig positiv angesprochen (In 163
Beiträgen)
1.3: Das hat mir nicht gefallen:
Gegenteilig stellen die Einschränkungen für den Autoverkehr im Allgemeinen aber auch den am
häufigsten kritisierten Punkt in dieser Kategorie da (238 Nennungen). Dazu gehört die Kritik an
Umwege bei der Erreichung von verschiedenen Zielen (Veitverlust), Kritik an der Reduzierung von
Parkplätzen und die erhöhten Kosten sowohl für die Umwege als auch für ausweichende
Parkmöglichkeiten (Parkhäuser).
Weitere häufig genannte Beiträge betreffen Probleme für Personen mit Mobilitätseinschränkungen
(67 Beiträge) und einen negativen Einfluss auf Gewerbe und Gastronomie (81 Beiträge).
1.4. Weitere Anregungen
Im dritten Freitextfeld hatten die Teilnehmenden zu jeder Kategorie jeweils die Möglichkeit, weitere
Anregungen mitzuteilen und Verbesserungen vorzuschlagen. Insgesamt 960 Personen haben diese
Option genutzt.
Hier wurden besonders häufig darauf hingewiesen, die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr
(baulich) weitere zu verbessern, auch in Hinblick auf die vorhandenen Bahnschienen (Insgesamt 162
Beiträge.) Weiterhin häufig genannt wurde die klarere Beschilderung der Verkehrsführung (87
Beiträge) und die Schaffung von Parkmöglichkeiten (65 Beiträge)
Themenbereich 2: Seitenbereiche
Der zweite Themenbereich behandelte die Untersagung des Parkens für private PKW in den
Seitenbereichen der Friedrich-Breuer-Straße während der Testphase.
2.1: Die Seitenbereiche während der Testphase bewerte ich wie folgt:
Sehr gut 836
Eher gut 637
Unentschieden 270
Eher Schlecht 438
Sehr schlecht 582
Weiß nicht/Keine Angabe 85
Nicht ausgefüllt 33Seite 11 von 13
2.2: Das hat mir besonders gut gefallen
Hier wurde die Förderung von Fußgänger*innen besonders häufig genannt (In 178 Beiträgen). Zudem
wurde die Förderung des Radverkehrs (76 Beiträge) und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität
besonders häufig genannt. Dazu gehören Beiträge, die die ruhigere Atmosphäre, die Erhöhung des
Sicherheitsgefühls beinhalten (Insgesamt 124 Beiträge)
2.3: Das hat mir nicht gefallen:
Hier wurden ähnliche Problematiken wie bei der Kritik an der Verkehrsführung angesprochen. Die
Einschränkungen für Autofahrer wurden negativ angesprochen, hier insbesondere mit einem Fokus
auf den Wegfall von Parkplätzen (163 Nennungen). Weiterhin wurde der Einfluss auf Gewerbe und
Gastronomie (81 Beiträge) und Herausforderungen für mobilitätseingeschränkte Menschen (41
Beiträge) beschrieben.
Häufig genannt wurden zudem Einschränkungen für Fußgänger, z.B. durch schmale Gehwege, die
sich durch die Änderungen während des Verkehrsversuch nicht verbessert haben (In 137 Beiträgen)
2.4: Weitere Anregungen
Hier wurde besonders häufig die Verbesserung von Parkmöglichkeiten (94 Nennungen), eine
Verbesserte Begrünung der Seitenbereiche (80 Beiträge) und die bessere Integration von
Fußgänger*innen vorgeschlagen.
Themenbereich 3: Stadtmobiliar
Der dritte Themenbereich behandelte das Thema Stadtmobiliar. Der durch den Entfall der Parkplätze
in den Seitenbereichen entstandene Platz wurde temporär (Juni/Juli 2024) mit den sogenannten
Stadt-Terrassen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW einer neuen Nutzung zugeführt. Die Möbel sollten
zum Verweilen und zu einer zeitweisen Aufwertung der Friedrich-Breuer-Straße dienen.
3.1: Die temporären Stadtmöbel während der Testphase bewerte ich wie folgt:
Sehr gut 1091
Eher gut 518
Unentschieden 330
Eher Schlecht 366
Sehr schlecht 407
Weiß nicht/Keine Angabe 134
Nicht ausgefüllt 35
3.2: Das hat mir besonders gut gefallen:
Das grundsätzliche Schaffen von Sitzgelegenheiten wird in vielen Beiträgen als Verbesserung der
Aufenthaltsqualität bewertet (In 132 Beiträgen). In mehreren Beiträgen wird zudem der Innovative
Ansatz (46 Nennungen) und die Förderung von Begegnung und Austausch (51 Nennungen) positiv
hervorgerufen.
In Bezug auf Optik und Design sowie auf die Nutzungsfrequenz der Stadtmöbel gab es
unterschiedliche Meinungen. Das Design wird in 80 Beiträgen explizit gelobt, in 44 Beiträgen wird es
hingegen explizit als unattraktiv bewertet.
3.3: Das hat mir nicht gefallen:Seite 12 von 13
Neben der angesprochenen Kritik an der Optik der Stadtmöbel wird insbesondere die Qualität der
Möbel (in 51 Beiträgen) und Probleme bei der Nutzung für verschiedene Nutzergruppen (in 50
Beiträgen) negativ betrachtet.
3.4: Weitere Anregungen:
Die Unterschiedlichen Ansichten in Hinblick auf Design und Optik der Möbel zeigt sich auch in den
Verbesserungsvorschlägen. Insgesamt 20 Beiträge beinhalten Vorschläge zur optischen Änderung der
Stadtmöbel und zur Verbesserung der Funktionalität. Weiterhin wird hier häufig die bessere
Integration ins Stadtbild in Bezug auf die Standorte der Möbel angesprochen (31. Beiträge).Seite 13 von 13

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Datenstand: 03.11.2026, 10:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de