210966-08 · Beschlussvorlage
Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße - Verkehrsführungskonzept
Kerndaten
- Nummer
- 210966-08
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 15.04.2025
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Friedrich-Breuer-Straße Hauptort
- Konrad-Adenauer-Platz
- Hans-Böckler-Straße
- Rathausstraße
- Königswinterer Straße
- Professor-Neu-Allee
- Combahnstraße
- Friedrich-Friesen-Straße
- Beuel
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 210966-08 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße - Verkehrsführungskonzept Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 06.05.2025 Empfehlung Bezirksvertretung Beuel 07.05.2025 Entscheidung Beschlussvorschlag 1: Die Verwaltung wird beauftragt die bisher temporär angepasste Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße in eine dauerhafte Lösung zu überführen und die Verkehrsführung grundsätzlich beizubehalten. Dabei sind die Ergebnisse der Verkehrserhebungen sowie die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu berücksichtigen. 2: Die Verwaltung leitet ein Teileinziehungsverfahren ein, um die rechtlichen Voraussetzungen für die o.g. Verkehrsführung zu schaffen. 3: Die Verwaltung wird beauftragt zeitnah eine temporäre Lösung für Sitzgelegenheiten auf der Friedrich-Breuer-Straße anzubieten. Begründung Die BV Beuel hat in der Sitzung am 10.04.24 die temporäre Anpassung der Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße (nachfolgend FBS genannt) beschlossen. Seit Juni 2024 ist die Durchfahrt für den Kfz-Verkehr auf der FBS zwischen Konrad-Adenauer-Platz (ab B56) und Hans-Böckler-Straße untersagt. Ausgenommen hiervon sind der ÖPNV, der Lieferverkehr, der Taxiverkehr sowie der Radverkehr. Ergänzend zum Durchfahrtsverbot wurden die Seitenbereiche der FBS für den ruhenden Kfz-Verkehr gesperrt. Darüber hinaus konnte im Zeitraum Juni/Juli 2024 das Projekt Stadtterrassen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW als ergänzendes Element und zur Aufwertung der Seitenräume angeboten werden. Zur Bewertung der Maßnahme werden die folgenden Bestandteile betrachtet: • Verkehrliche Auswirkungen im Umfeld der Maßnahme auf Basis der durchgeführten VerkehrserhebungenSeite 1 von 13 Seite 2 • Rückmeldungen aus der Onlinebeteiligung (bonn-macht-mit.de) • Rückmeldungen während der Maßnahme (z.B. über Bürgeranträge, SWB, etc.) Die Betrachtung erfolgt zudem getrennt nach den Punkten Durchfahrtsverbot, freie Seitenräume und Stadtterrassen. Auswirkungen der geänderten Verkehrsführung auf das umliegende Straßennetz Zur Bewertung des Durchfahrtsverbots auf der FBS wurden sowohl vor als auch während der Maßnahme Verkehrszählungen an 7 Knotenpunkten im Umfeld der Maßnahme durchgeführt. Die Zählungen wurden jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen (Mittwoch und Donnerstag) zwischen 6 und 19 Uhr (Betrachtungszeitraum) durchgeführt und beinhalten damit alle relevanten Spitzenstunden. Zudem wurden die Belastungszahlen der jeweils aufeinanderfolgenden Erhebungstage gemittelt. Zur Veranschaulichung der Veränderungen im Verkehrsgeschehen dient die Anlage 1. Grundsätzlich zeigt der Vergleich der Verkehrsbelastungen vor und während der Maßnahme, dass es flächendeckend zu einer Reduktion kommt. Im Einzelnen stellt sich dies wie folgt dar: Am Knotenpunkt FBS/Rathausstraße ist die stärkste Reduktion mit ca. 40% zu verzeichnen. Dies hängt zum einen mit einer Reduktion des Längsverkehrs auf der FBS zusammen. Zum anderen hängt die Reduktion mit einer starken Abnahme des Linksabbiegers von der Rathausstraße (aus Süden) in die FBS (nach Westen) zusammen. Hier reduziert sich die Anzahl der abbiegenden Kfz von ca. 1150 auf 150 im Betrachtungszeitraum, was sich positiv auf die Leistungsfähigkeit der Kreuzung und die Abwicklung des Busverkehrs auswirkt. Die Reduktion lässt den Schluss zu, dass die Maßnahme grundsätzlich einen positiven Effekt auf die Minderung der Durchgangsverkehre hat und damit die gewünschte Wirkung erzielt. Auch die Ergebnisse an weiteren Knotenpunkten (z.B. Königswinterer Straße/Gustav-Keßler-Straße) weisen eine ähnliche Tendenz auf, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Die Entlastung an den Knotenpunkten wirkt sich insgesamt positiv auf deren Leistungsfähigkeit aus. An einigen Stellen im Netz sind demgegenüber auch leichte Verkehrssteigerungen zu verzeichnen, welche sich jedoch im moderaten Bereich von 200 – 300 Kfz (6 – 19 Uhr) bewegen. Folgende Punkte im Straßennetz sind bei der Betrachtung der Erhebungsergebnisse aufgefallen: Der Rechtsabbieger von der Professor-Neu-Allee auf die Kennedybrücke weist rund 300 Kfz im gesamten Betrachtungszeitraum zusätzlich auf. Es ist anzunehmen, dass die sogenannte Brückenumfahrt eine moderat verstärkte Nachfrage erfährt. Der Rechtsabbieger von der B56 in die Rathausstraße (Richtung Süden) weist rund 300 Kfz im gesamten Betrachtungszeitraum zusätzlich auf. Hier ist anzunehmen, dass es sich z.T. um Durchgangsverkehr und z.T. um verstärkte Nachfrage der Tiefgarage am Rathaus handelt. Die Zahl der Fahrzeuge, die auf der B56 am Knotenpunkt Combahnstraße einen U-Turn machen (vom Beueler Zentrum in Richtung Kennedybrücke) steigt im gesamten Betrachtungszeitraum um rund 250 Kfz. Es ist anzunehmen, dass es sich vornehmlich um Verkehr mit Bezug zum Bonner Zentrum handelt, derSeite 2 von 13 Seite 3 ursprünglich über die FBS abgeflossen ist. Die Spitzenstundenbetrachtung zeigt, dass die Verkehrszunahme mit der jetzigen Signalschaltung abwickelbar bleibt. Die genannten Punkte stellen die stärksten Ausprägungen der festzustellenden Verkehrsverlagerung dar. Insgesamt kann daher konstatiert werden, dass die geänderte Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße keine starken Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz hat. Vielmehr kann festgehalten werden, dass das Straßennetz eine gesamthafte Absenkung des Verkehrsniveaus erfährt, was sich grundsätzlich positiv auf die Leistungsfähigkeit an Knotenpunkten und auf einzelnen Streckenabschnitten auswirkt. Dies gilt insbesondere für das untergeordnete Straßennetz mit überwiegender Wohnbebauung. Die Erhebungsergebnisse zeigen dabei eine flächige Verkehrsentlastung über den Bereich um die FBS hinaus. Die Entlastung bewegt sich überwiegend im moderaten Bereich von rund 10%. Die vor der Maßnahme angestrebte Reduzierung des MIV auf der Friedrich-Breuer- Straße kann daher durch die Ergebnisse der Verkehrserhebungen bestätigt werden. Hinsichtlich der Verstöße gegen die aktuelle Verkehrsführung kann mitgeteilt werden, dass die Ergebnisse der Zählung grundsätzlich eine deutliche Reduktion des Verkehrs auf der Friedrich-Breuer-Straße zeigen (vgl. Anlage 1). Die jetzt noch vorherrschenden Verkehre setzen sich jeweils ca. hälftig aus Pkw und Schwerverkehr (über 3,5 Tonnen) zusammen. Der Schwerverkehr ist dabei fast ausschließlich den auf der FBS verkehrenden Bussen zuzuschreiben. Auf dem Abschnitt Konrad-Adenauer-Platz (KAP) – Rathausstraße verkehren 33 Busse/Stunde und auf dem Abschnitt Rathausstraße – Hans-Böckler-Straße verkehren 28 Busse/Stunde. Die verbleibenden PKW sind auf den nach wie vor gestatteten Liefer- und Taxiverkehr sowie Verstöße gegen die angeordnete Verkehrsführung zurückzuführen. Der Abschnitt zwischen KAP und Rathausstraße scheint dabei tendenziell etwas stärker von Verstößen betroffen zu sein. Die Erhebungsdaten legen den Schluss nahe, dass dieser Umstand überwiegend auf Durchgangsverkehr aus der südlichen Rathausstraße zurückzuführen ist. Zur Evaluationszwecken wurden auch die SWB bzgl. ihrer Einschätzung der Maßnahme und daraus resultierenden Erkenntnissen befragt. Hierzu hat die Stadtverwaltung folgende Rückmeldung erhalten: Durch die Wegnahme des MIV zwischen dem KAP und der Hans-Böckler- Straße, hat sich die Situation für das Fahrpersonal verbessert. Da auf dem Abschnitt nicht mehr geparkt werden darf, kommt es weniger zu störenden Parkvorgängen oder Türöffnungen durch parkende Autos. Durch den Entfall der Parkplätze verbessern sich darüber hinaus die Sichtbeziehungen zu den Fußgängern, da diese nicht mehr durch den Parkverkehr verdeckt werden. Für die aus Richtung Rathausstraße/Friedrich-Friesen-Str. kommenden und links in die Friedrich-Breuer-Straße abbiegenden Linienbusse (606, 633) verbessert sich die Abbiegesituation, da die unmittelbar hinter der Ampel liegenden, rechtsseitigen Parkplätze auf der FBS entfallen. Hier kam es in derSeite 3 von 13 Seite 4 Vergangenheit durch in den Straßenraum hineinragende, parkende Fahrzeuge vermehrt zu Behinderungen. Seitens der Polizei wurde mitgeteilt, dass zu Anfang der Maßnahme verstärkt kontrolliert wurde und Verstöße konsequent geahndet wurden. Mittlerweile hat sich die Verkehrsführung laut Polizei etabliert, sodass eine Überwachung aktuell nur noch sporadisch stattfindet. Abschließend werden die Ergebnisse der durchgeführten Onlinebefragung im Hinblick auf die geänderte Verkehrsführung betrachtet (vgl. Anlage 2). Mit knapp 60% wird die geänderte Verkehrsführung als gut bewertet (sehr gut / eher gut). Demgegenüber sehen knapp 40% der Teilnehmenden die Verkehrsführung als schlecht an (sehr schlecht / eher schlecht). Besonders gut wurde dabei vor allem die Verbesserung für die Belange des Fuß- und Radverkehrs bewertet. Auch die reduzierte Lärmbelastung durch die verringerte Verkehrsbelastung wird häufig positiv herausgestellt. Besonders negativ wurden die Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr beschrieben, wie z.B. Fahrzeitverluste. Seitenbereiche ohne ruhenden Kfz-Verkehr Grundsätzlich ist seit dem Entfall des ruhenden Kfz-Verkehrs zu beobachten, dass mehr Platz für Zufußgehende in den Seitenbereichen der FBS zur Verfügung steht. Die Einsehbarkeit vom Seitenbereich auf die Straße und umgekehrt hat sich deutlich verbessert. Dies spiegelt nicht zuletzt die oben genannte Rückmeldung der SWB wider. Neben den positiven Rückmeldungen zu den Seitenräumen hat die Verwaltung auch Kritik insbesondere hinsichtlich der Verlegung von Behinderten- und Taxiparkplätzen erreicht. Die Behindertenparkplätze werden dabei von einigen Nutzer*innen als zu weit entfernt von den jeweiligen Zielen (Ärztehaus, Rewe, etc.) beschrieben. Bei der Umsetzung der Maßnahme wurde ein Standort gesucht, der möglichst wenig Barrieren aufweist und nicht zu weit vom bisherigen Standort entfernt ist. Der temporäre Standort in der Rathausstraße ist im ungünstigsten Fall rund 80 – 90 m weiter von den genannten Zielen entfernt und stellt damit eine annehmbare Alternative zum bisherigen Standort dar. Nichtsdestotrotz wird die Verwaltung im Falle einer permanenten Änderung der Verkehrsführung versuchen, die vorgebrachte Kritik durch die Wahl eines geeigneteren Standorts zu entkräften. Die Taxiparkplätze werden nach wie vor kritisiert, da hier sehr viele Falschparker zu verzeichnen sind, sodass der Verkehrsaußendienst einen hohen Kontrollauswand verzeichnet. Hier wäre entweder eine deutlichere Markierung und Beschilderung der Parkplätze notwendig, oder die Parkplätze werden wieder an den ursprünglichen Standort verlegt. Dies wäre möglich, da die Ausnahmeregelung auf der FBS auch für den Taxiverkehr gilt. Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung zeigen, dass etwas mehr als 50% der Befragten die Seitenbereiche ohne ruhenden Kfz-Verkehr als positiv bewertet. Demgegenüber sehen knapp 40% die Veränderung negativ. 10% der Befragten sind in diesem Punkt unentschieden. Besonders positiv wurde ebenfalls die Förderung des Fuß- und Radverkehrs gesehen. Darüber hinaus war dieSeite 4 von 13 Seite 5 Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein positiver Punkt. Demgegenüber wurde der Entfall der Parkplätze besonders negativ bewertet. Auch der daraus resultierende Einfluss auf das Gewerbe wurde als negativ benannt. Stadtterrassen des Zukunftsnetz Mobilität NRW Die temporär aufgestellten Möbel vom Zukunftsnetz Mobilität NRW haben grundsätzlich eine sehr positive Resonanz hervorgerufen. Die Möbel wurden stets rege genutzt und haben zum Verweilen eingeladen. Den überwiegend positiven Rückmeldungen stehen wenige negative Einschätzungen gegenüber. Die Kritik hat sich vor allem auf die Positionierung der Möbel bezogen. In Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde war die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt. Im Vergleich zur Bestandssituation mit überwiegend geparkten PKW im Seitenbereich hat sich die Einsehbarkeit der FBS von den Seitenräumen aus grundsätzlich deutlich verbessert. Dies spiegeln auch die Ergebnisse der Onlinebeteiligung wider. Rund 60% sehen das Mobiliar positiv, wohingegen nur rund 30% das Stadtmobiliar negativ bewerten. Die Schaffung von Sitzgelegenheiten und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch mehr Straßengrün wurde positiv bewertet. Kritisch wurde die Optik sowie die Qualität der Möbel bewertet. Beteiligungsprozess Der Beteiligungsprozess zur Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße gehört zu den aufwendigsten, die bisher in Bonn für ein einzelnes Projekt im Bereich Mobilität durchgeführt wurden. Die hohen Teilnahmezahlen an der aktuellen Online-Beteiligung aus dem Dezember 2024 zeigen den Erfolg des Prozesses sowie das hohe Interesse der Öffentlichkeit an dem Projekt. Der Prozess startete am 17. November 2022 mit einem Forum für die Gewerbetreibenden der Friedrich-Breuer-Straße. Es folgten eine Online- Beteiligung sowie Visions- und Planungswerkstätten. Dank der frühzeitigen Beteiligung konnten Ideen und Rückmeldungen in die Planungen zur Umgestaltung der Straße einfließen. Das jetzige Vorgehen, die Straße schrittweise weiterzuentwickeln und neue Lösungen zuerst auszuprobieren, basiert auf den Wünschen aus den Beteiligungen. Ziel des durchgeführten Beteiligungsprozesses war es, die vielschichtigen Nutzungsansprüche in mehreren Schritten zu erfassen, abzubilden und zu ordnen. Im Laufe des Prozesses sollten gemäß Beschluss Gewerbetreibende, Anwohnende sowie interessierte Bürger*innen die Möglichkeit erhalten, ihre Ideen für eine zukünftige Gestaltung der Friedrich-Breuer-Straße zu skizzieren. Auf diesen Ergebnissen aufbauend, wurden anschließend Ad hoc-Maßnahmen sowie Entwurfsskizzen/Gestaltungsvorschläge erarbeitet, die wiederum bei einer weiteren Bürgerbeteiligung erörtert und diskutiert wurden. Erreichbarkeit des Gewerbes Die Friedrich-Breuer-Straße ist überdurchschnittlich gut an den Nahverkehr mit Bus und Bahn angebunden. Hier verlaufen vier Bahnlinien sowie elf Buslinien. Laut Rückmeldung der SWB hat sich die Zuverlässigkeit des Nahverkehrs in der Straße durch die neue Verkehrsführung verbessert.Seite 5 von 13 Seite 6 Verbessert hat sich laut den Ergebnissen der Online-Befragung auch die Erreichbarkeit mit dem Rad. Dies lässt sich auf die geringeren Verkehrsmengen sowie die weggefallene Dooring-Gefahr zurückführen. Verändert hat sich die Erreichbarkeit für den Kfz-Verkehr. Grundsätzlich ist die Friedrich-Breuer-Straße über mehrere Parkhäuser weiterhin direkt erreichbar. Die Möglichkeit, einen Parkplatz direkt vor den Geschäften zu suchen, ist jedoch weggefallen. Auch in Zukunft soll die Straße mit dem Kfz gut zu erreichen sein. Neben den vorhandenen Parkhäusern möchte die Verwaltung daher die öffentlichen Stellplätze in den zentralen Geschäftsbereichen des Stadtteils vor allem der Kundschaft des Einzelhandels anbieten. Daher soll mit dem Parkraumkonzept Beuel in anliegenden Straßen wie der Rathausstr. oder der Hans-Böckler-Str. tagsüber keine Bewohnerparkregelung eingeführt werden. Unter anderem damit berücksichtigt die Verwaltung auch die Bedenken einiger Gewerbetreibenden sowie Teilnehmender der Online- Befragung. Wege zu Fuß fallen auf der Friedrich-Breuer-Straße mit der neuen Verkehrsführung deutlich leichter. Die Seitenbereiche bieten deutlich mehr Platz und das Queren der Straße fällt dank der deutlich geringeren Kfz- Verkehrsmenge sowie der gesteigerten Übersichtlichkeit leichter. Sicherheit und Komfort sind also gestiegen. Durch die Verbreiterung und Aufwertung der Seitenbereiche sowie mehr Ruhe auf der Straße, steigt auch die Aufenthaltsqualität und lädt dazu ein, die Straße zu Fuß zu besuchen. Hiervon profitieren schlussendlich alle Besucher*innen der Straße unabhängig von der persönlich bevorzugten Mobilität. Fazit und Empfehlung Die Ergebnisse der Verkehrserhebungen zeigen, dass die geänderte Verkehrsführung vornehmlich den Durchgangsverkehr durch das Beueler Zentrum tangiert, dies lässt sich u.a. an der gesamthaften Reduktion der Verkehrsstärken auf der Kennedybrücke ablesen. Dabei ist grundsätzlich eine flächendeckende Abnahme der Verkehrsbelastung zu verzeichnen. Demgegenüber stehen moderate Belastungssteigerungen an einzelnen Punkten im Verkehrsnetz. Auch die Rückmeldungen der Straßenverkehrsbehörde, der SWB sowie der Polizei zeichnen ein positives Bild der aktuellen Verkehrsführung. Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung weisen eine ähnliche Tendenz auf, wobei die Zustimmung nur leicht stärker als die Ablehnung ausfällt. Besonders positiv hervorgehoben wurde dabei die gesteigerte Aufenthaltsqualität. Besonders negativ fielen die Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr ins Gewicht. Auf Basis der dargelegten Ergebnisse kann aus verkehrsplanerischer Sicht die Empfehlung für eine Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung gegeben werden. Eine Bewertung möglicher Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel kann im Zuge der vorgelegten Evaluation nicht erfolgen. Es wird aber davon ausgegangen, dass die überwiegend positiv bewerteten Maßnahmen insgesamt zu einer Aufwertung und damit Attraktivierung der Einkaufsstraße führen würden. Für eine permanente Umsetzung ist ein Teileinziehungsverfahren einzuleiten,Seite 6 von 13 Seite 7 welches bei einem entsprechenden Beschluss seitens der Verwaltung bearbeitet werden wird. Die bisher vorgebrachten Hinweise (z.B. Standort der verlegten Parkplätze, Beschilderungsstandorte, etc.) werden in eine mögliche dauerhafte Lösung überführt. Die Verwaltung ist darüber hinaus bestrebt zeitnah Stadtmobiliar (z.B. Sitzbänke und Pflanzkübel) auf der Friedrich-Breuer-Straße anzubieten. Sobald der Haushalt 25/26 von der Bezirksregierung Köln bestätigt ist, kann eine entsprechende Beauftragung erfolgen. Es wird ein temporäres Mietmodell für einen Zeitraum von 5 – 6 Monaten angestrebt. Die Kosten hierfür belaufen sich inkl. Begrünung und Montage auf maximal 50.000€. Im Anschluss an das temporäre Angebot sollen punktuell permanente Sitzgelegenheiten auf der Friedrich-Breuer-Straße ergänzt werden, welche bis zu einer kompletten Umgestaltung der Straße die Seitenbereiche aufwerten. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.12 Verkehrsflächen und -anlagen ÖPNV 1.12.07 Verkehrsplanung Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 50.000 EUR 161001207/72.1000, Innenauftrag 6103006 (Klimaziel 6.2.1.1 "Quartierskonzept") 2025 Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 50.000 EUR Anlage/n 1 Anlage 1_Ergebnisse Verkehrserhebungen (öffentlich) 2 Anlage 2_Ergebnisse Onlinebefragung_FBS (öffentlich)Seite 7 von 13 - 10% + 1% - 40% - 4 % - 20% - 11% - 10%Seite 8 von 13 Zählungen Mai 2024 Zählungen September 2024Seite 9 von 13 Vorlage Friedrich-Breuer-Straße – Abschnitt Onlinebefragung Im Zeitraum vom 9. bis 23. Dezember 2024 hat eine Online-Befragung über die Beteiligungsplattform Bonn-macht-mit.de (https://bonn-macht-mit.de/beteiligungen/umgestaltung-der-friedrich-breuer- strasse) zu der geänderten Verkehrsführung auf der Friedrich-Breuer-Straße stattgefunden. Ziel der Befragung war es, die Erfahrungen der Teilnehmenden zu den Themen Verkehrsführung, Seitenräume und Stadtmobiliar einzuholen. Zu jedem dieser Themen konnten die Teilnehmenden in Freitextfeldern ihre persönlichen Ansichten schildern. Dazu wurden drei Leitsätze vorgegeben: Das hat mir besonders gut gefallen: Das hat mir nicht gefallen: Ich habe weitere Anregungen zu diesem Thema: Zudem konnten zu jedem Themenbereich eine Bewertung auf einer Skala von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ abgegeben werden. Da es sich um eine offene Befragung handelt, ist diese Bewertung als grundsätzliches Stimmungsbild und nicht als Abstimmung über die Verkehrsführung zu verstehen. Ergebnisse: Die Befragung wurde insgesamt 2.881-mal ausgefüllt. Zum Einstieg wurden die Teilnehmenden gefragt, aus welchen Gründen sie die Friedrich-Breuer- Straße nutzen. Hier war es möglich, mehrere Antworten auszuwählen. Ich bin Anwohner*in 304 Ich betreibe dort ein Gewerbe 46 Ich arbeite dort 140 Ich gehe dort einkaufen 2493 Ich besuche medizinische Einrichtungen 1658 In einem Freitextfeld konnten darüber hinaus Gründe genannt werden, warum sich die Teilnehmenden auf der Friedrich-Breuer-Straße aufhalten. 419 Teilnehmende haben dieses Feld ausgefüllt. Die Nutzung der Friedrich-Breuer-Straße als Verbindungsweg zu verschiedenen Zielen, der Besuch der Gastronomie, von Freunden und Familie, des Kinos oder von Kulturangeboten wurden dabei besonders häufig genannt. Themenbereich 1: Verkehrsführung Im ersten Themengebiet wurden die Teilnehmenden nach Ihren Erfahrungen und Meinungen zur geänderten Verkehrsführung, also zur Sperrung im Abschnitt B56/Konrad-Adenauer-Platz bis zur Hans-Böckler-Straße für private Autos, befragt. 1.1: Die Verkehrsführung während der Testphase bewerte ich wie folgt: Sehr gut 1065 Eher gut 562 Unentschieden 130 Eher Schlecht 364 Sehr schlecht 731 Weiß nicht/Keine Angabe 14 Nicht ausgefüllt 15Seite 10 von 13 1.2: Das hat mir besonders gut gefallen: Im ersten Freitextfeld je Thema waren die Teilnehmenden dazu angehalten, zu beschrieben, was ihnen an der Testphase besonders gut gefallen hat. Die im Folgenden (bei allen Freitextfeldern) genannten Zahlen entstammen dabei einer automatisierten Auswertung und sind entsprechend als annähernd Werte zu verstehen. In dieser Kategorie wurde besonders häufig ein verbessertes Sicherheitsempfinden genannt (Insgesamt 267 Nennungen). Viele Fußgänger*innen und Radfahrer*innen geben an, sich bei der Durchquerung der Friedrich-Breuer-Straße sicherer zu fühlen und sich entspannter fortzubewegen. Der zweite häufig genannte Vorteil liegt in der verringerten Lärmbelastung. Die geringere Geräuschkulisse und die ruhigere Umgebung aufgrund des geringeren Verkehrs wurden in 206 Beiträgen positiv angesprochen. Zudem wurde der reduzierte Autoverkehr im Allgemeinen häufig positiv angesprochen (In 163 Beiträgen) 1.3: Das hat mir nicht gefallen: Gegenteilig stellen die Einschränkungen für den Autoverkehr im Allgemeinen aber auch den am häufigsten kritisierten Punkt in dieser Kategorie da (238 Nennungen). Dazu gehört die Kritik an Umwege bei der Erreichung von verschiedenen Zielen (Veitverlust), Kritik an der Reduzierung von Parkplätzen und die erhöhten Kosten sowohl für die Umwege als auch für ausweichende Parkmöglichkeiten (Parkhäuser). Weitere häufig genannte Beiträge betreffen Probleme für Personen mit Mobilitätseinschränkungen (67 Beiträge) und einen negativen Einfluss auf Gewerbe und Gastronomie (81 Beiträge). 1.4. Weitere Anregungen Im dritten Freitextfeld hatten die Teilnehmenden zu jeder Kategorie jeweils die Möglichkeit, weitere Anregungen mitzuteilen und Verbesserungen vorzuschlagen. Insgesamt 960 Personen haben diese Option genutzt. Hier wurden besonders häufig darauf hingewiesen, die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr (baulich) weitere zu verbessern, auch in Hinblick auf die vorhandenen Bahnschienen (Insgesamt 162 Beiträge.) Weiterhin häufig genannt wurde die klarere Beschilderung der Verkehrsführung (87 Beiträge) und die Schaffung von Parkmöglichkeiten (65 Beiträge) Themenbereich 2: Seitenbereiche Der zweite Themenbereich behandelte die Untersagung des Parkens für private PKW in den Seitenbereichen der Friedrich-Breuer-Straße während der Testphase. 2.1: Die Seitenbereiche während der Testphase bewerte ich wie folgt: Sehr gut 836 Eher gut 637 Unentschieden 270 Eher Schlecht 438 Sehr schlecht 582 Weiß nicht/Keine Angabe 85 Nicht ausgefüllt 33Seite 11 von 13 2.2: Das hat mir besonders gut gefallen Hier wurde die Förderung von Fußgänger*innen besonders häufig genannt (In 178 Beiträgen). Zudem wurde die Förderung des Radverkehrs (76 Beiträge) und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität besonders häufig genannt. Dazu gehören Beiträge, die die ruhigere Atmosphäre, die Erhöhung des Sicherheitsgefühls beinhalten (Insgesamt 124 Beiträge) 2.3: Das hat mir nicht gefallen: Hier wurden ähnliche Problematiken wie bei der Kritik an der Verkehrsführung angesprochen. Die Einschränkungen für Autofahrer wurden negativ angesprochen, hier insbesondere mit einem Fokus auf den Wegfall von Parkplätzen (163 Nennungen). Weiterhin wurde der Einfluss auf Gewerbe und Gastronomie (81 Beiträge) und Herausforderungen für mobilitätseingeschränkte Menschen (41 Beiträge) beschrieben. Häufig genannt wurden zudem Einschränkungen für Fußgänger, z.B. durch schmale Gehwege, die sich durch die Änderungen während des Verkehrsversuch nicht verbessert haben (In 137 Beiträgen) 2.4: Weitere Anregungen Hier wurde besonders häufig die Verbesserung von Parkmöglichkeiten (94 Nennungen), eine Verbesserte Begrünung der Seitenbereiche (80 Beiträge) und die bessere Integration von Fußgänger*innen vorgeschlagen. Themenbereich 3: Stadtmobiliar Der dritte Themenbereich behandelte das Thema Stadtmobiliar. Der durch den Entfall der Parkplätze in den Seitenbereichen entstandene Platz wurde temporär (Juni/Juli 2024) mit den sogenannten Stadt-Terrassen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW einer neuen Nutzung zugeführt. Die Möbel sollten zum Verweilen und zu einer zeitweisen Aufwertung der Friedrich-Breuer-Straße dienen. 3.1: Die temporären Stadtmöbel während der Testphase bewerte ich wie folgt: Sehr gut 1091 Eher gut 518 Unentschieden 330 Eher Schlecht 366 Sehr schlecht 407 Weiß nicht/Keine Angabe 134 Nicht ausgefüllt 35 3.2: Das hat mir besonders gut gefallen: Das grundsätzliche Schaffen von Sitzgelegenheiten wird in vielen Beiträgen als Verbesserung der Aufenthaltsqualität bewertet (In 132 Beiträgen). In mehreren Beiträgen wird zudem der Innovative Ansatz (46 Nennungen) und die Förderung von Begegnung und Austausch (51 Nennungen) positiv hervorgerufen. In Bezug auf Optik und Design sowie auf die Nutzungsfrequenz der Stadtmöbel gab es unterschiedliche Meinungen. Das Design wird in 80 Beiträgen explizit gelobt, in 44 Beiträgen wird es hingegen explizit als unattraktiv bewertet. 3.3: Das hat mir nicht gefallen:Seite 12 von 13 Neben der angesprochenen Kritik an der Optik der Stadtmöbel wird insbesondere die Qualität der Möbel (in 51 Beiträgen) und Probleme bei der Nutzung für verschiedene Nutzergruppen (in 50 Beiträgen) negativ betrachtet. 3.4: Weitere Anregungen: Die Unterschiedlichen Ansichten in Hinblick auf Design und Optik der Möbel zeigt sich auch in den Verbesserungsvorschlägen. Insgesamt 20 Beiträge beinhalten Vorschläge zur optischen Änderung der Stadtmöbel und zur Verbesserung der Funktionalität. Weiterhin wird hier häufig die bessere Integration ins Stadtbild in Bezug auf die Standorte der Möbel angesprochen (31. Beiträge).Seite 13 von 13
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