210953 · Beschlussvorlage
Viktoriakarree – Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen
Kerndaten
- Nummer
- 210953
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 31.05.2021
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sondersitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 210953 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Viktoriakarree – Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen Beratungsfolge Rat 24.06.2021 Entscheidung Bezirksvertretung Bonn 15.06.2021 Anhörung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 10.06.2021 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 09.06.2021 Empfehlung Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 01.06.2021 Empfehlung Begründung der Dringlichkeit: Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität hat vor dem Hintergrund eines erheblichen Flächenbedarfs um ein zeitnahes Bekenntnis der Bundesstadt Bonn zu dem hier vorgestellten Planungsziel gebeten. Die grundsätzliche Klärung, ob dieses Vorgehen politisch gewollt ist, ist entscheidend für den Fortgang des Bebauungsplanverfahrens und die damit verbundene Beseitigung des städtebaulichen Missstandes. Die Beschlussfassung vor der Sommerpause ist erforderlich, um der Universität gestützt auf das Votum des Rates die notwendige Planungssicherheit für die weiteren zwischen ihr und dem Land zu verhandelnden Entscheidungen zu vermitteln und auch für die Interessen der Stadt nachteilige Verzögerungen in der Entwicklung dieses wichtigen Quartiers zu vermeiden. Eine frühere Vorlage des Grundsatzbeschlussvorschlags war aufgrund der erforderlichen verwaltungsinternen Abstimmungen nicht möglich. Beschlussvorschlag 1. Das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 7822-23 „Viktoriakarree“ für ein Gebiet im Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Bonn- Innenstadt zwischen Belderberg, Franziskanerstraße, Stockenstraße und Rathausgasse, wird mit der Maßgabe weitergeführt, als öffentliche Nutzung eine universitäre Nutzung im Bereich östlich der neuen Gasse mit dem Arbeitstitel „Forum des Wissens“ vorzusehen. Die Elemente des beschlossenen Strukturkonzeptes sind dabei weiterhin Grundlage der städtebaulichen Planung. Sie sollen im östlichen Bereich zugunsten der universitären Nutzung modifiziert werden. 2. Eine Ausschreibung der von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Seite 1 von 4 Seite 2 Universität Bonn angefragten städtischen Flächen findet nicht statt, da die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität die wichtigste wissenschaftliche Einrichtung in Bonn ist und folglich die Ansiedlung im Viktoriakarree in städtischem Interesse ist. Die Verwaltung wird beauftragt, für die notwendigen städtischen Grundstücksteile für das „Forum des Wissens“, die einer universitären Nutzung zugeführt werden sollen, Verhandlungen mit der Rheinischen Friedrich- Wilhelms-Universität zu führen, mit dem Ziel, die Flächen im Wege eines Erbbaurechtes zu vergeben. Begründung zu 1.: Der Rat hat am 15. Mai 2014 beschlossen, den Bebauungsplan 7822-23 „Viktoriakarree“ zur Entwicklung des Bereichs im Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Bonn-Zentrum zwischen Rathausgasse, Belderberg, Franziskanerstraße und Stockenstraße aufzustellen (DS-Nr. 1411093). Im Rahmen der Bürgerwerkstatt zum Viktoriakarree wurden mit der Entscheidung des Rates auf Basis der Empfehlungen der Empfehlungskommission die städtebaulichen Ziele konkretisiert (DS-Nr. 1713290). Die Verwaltung hat dann unter Einbeziehung einer Eigentümerbefragung ein Strukturkonzept entwickelt, das Grundlage der städtebaulichen Planungen ist (DS-Nr. 1910650). Strukturkonzept aus dem Jahre 2019 Das Strukturkonzept sieht vor, dass die grundsätzliche Struktur des empfohlenen Konzeptes aus der Bürgerwerkstatt fortgeführt wird. Es wird nach wie vor eine Teilung des Quartiers durch eine autofreie Verbindung zwischen Rathausgasse und Franziskanerstraße, das Viktoria- oder Franziskanergässchen, entsprechend dem historischen Vorbild vorgesehen. Der Durchgang zur Rathausgasse vollzieht sich über den jetzt schon vorhandenen Durchgang. Der westliche Teil wird so angepasst, dass keine baulichen Eingriffe im Bereich der Stockenstraße erfolgen müssen. Die Baustruktur wird um den jetzigen Hof des Eckgrundstücks Rathausgasse/Stockenstraße herum- und bis an die jetzigen Gebäude an der Rathausgasse herangeführt. Gegenüber diesen wird die Baustruktur abgestaffelt, um Konflikte mit den derzeitigen Nutzungen des Bestandsgebäudes an der Rathausgasse zu vermeiden. Die Nutzungsmischung soll aus Dienstleistungen/Einzelhandel in den unteren Geschossen und Wohnen in den Obergeschossen bestehen. Es können im EG auch nicht störende andere gewerbliche Nutzungen, wie kleine Handwerksbetriebe oder Gastronomie vorgesehen werden. Die so entstehende gewerbliche Struktur/Einzelhandelsstruktur soll eher kleinteilig sein. Dies entspricht auch der Umgebung. Der östliche Teil des Viktoriakarrees wird nur geringfügig angepasst. Die die autofreie Gasse begleitende neue Blockrandstruktur wird ebenfalls gegenüber den vorhandenen Gebäuden an der Rathausgasse abgestaffelt, um Konflikte mit den Nutzungen der Obergeschosse in der Rathausgasse zu vermeiden. Die neuen Gebäude sollen ebenfalls kleinteilig gemischt genutzt werden, damit beidseitig der Gasse eine miteinander korrespondierende Baustruktur entsteht. Daneben soll die Möglichkeit eines Zugangs zum entstehenden Innenhof gewährleistet sein, über den das ehemalige Viktoriabad erschlossen werdenSeite 2 von 4 Seite 3 kann. Dadurch kann gegebenenfalls eine Verbindung zum Belderberg ermöglicht werden. Das ehemalige Bad soll umgenutzt werden. Das denkmalgeschützte Kunstharzfenster soll erhalten und in das Bebauungskonzept integriert werden. Parallel zur weiteren Erarbeitung des Bebauungsplanes soll die Nachfolgenutzung für das Viktoriabad konkretisiert werden. Dafür sind Konzepte notwendig, deren bauliche und wirtschaftliche Eignung geprüft werden müssen. Ziel ist es, dort eine Nutzung im Einklang mit den denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen unterzubringen. Weiterentwicklung des Nutzungskonzeptes Nachdem die Universität zu Jahresbeginn ihr Interesse am Viktoriakarree geäußert hat, hat die Verwaltung mit der Universität mehrere Gespräche zur Konkretisierung des Bedarfs geführt. Die Universität hat hohes Interesse zur Unterbringung universitärer Einrichtungen im östlichen Bereich. Die Universität hat zwei Varianten untersucht, die innerhalb des östlichen Teils des Strukturkonzeptes für das Viktoriakarree untergebracht werden könnten. Diese stellen sich wie folgt dar: Fläche Variante 1 Variante 2 Bibliotheksfläche1) 4.500,00 m² 4.500,00 m² Studentisches Arbeiten2) 2.000,00 m² 2.000,00 m² Studentisches Wohnen (Studierendenwerk) 500,00 m² 2.000,00 m² Sonstige Fläche3) 500,00 m² 1.000,00 m² Gesamt 7.500,00 m² 9.500,00 m² 1) 1) 1) 1) Bibliotheksfläche: Regalstellfläche Buchbestände, PC- Recherche-Plätze, Ausleihtheke / Information, Schließfächer, Schulungsraum, Büros, Bürotechnikräume, Reduzierung der Buchbestände durch Aussortierung (u.a. Dubletten) noch nicht berücksichtigt, Perspektivischer Aufwuchs des Buchbestandes noch nicht berücksichtigt 2) 2) 2) 2) Studentisches Arbeiten: Leseplätze, Einzelarbeitsplätze, Gruppenarbeitsplätze 3) 3) 3) 3) Sonstige Fläche: Aufenthaltsbereiche, Coworking-Plätze, Café, Ggf. universitätsbezogener Einzelhandel (z.B. Buchhandlung, Schreibwaren), Fahrradgarage (für Studierende und Mitarbeitende) Aus Sicht der Verwaltung erfüllt dieser Nutzungsmix die Zielvorstellungen des Strukturkonzeptes und stellt daher einen wertvollen Baustein für die Entwicklung des Viktoriakarrees dar. Es wird empfohlen dies im Bebauungsplanverfahren weiter zu konkretisieren und in die Zielsetzungen des Bebauungsplanes aufzunehmen. Der westliche Bereich des Strukturkonzeptes soll im Bebauungsplan weiter mitSeite 3 von 4 Seite 4 der Zielsetzung Wohnen und Gewerbe/Einzelhandel entwickelt werden. Das Stadtmuseum muss an der jetzigen Stelle aufgegeben und an anderer Stelle untergebracht werden, ebenso die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Die Verwaltung wird zeitnah ein qualifiziertes Planungsbüro mit der Ausarbeitung des städtebaulichen Konzeptes beauftragen und darauf aufbauend die Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauungsplan gemäß § 3 Abs. 1 BauGB vorbereiten. Auf Grund der Bedeutung des Areals soll der Bebauungsplan mit hoher Priorität weitergeführt werden. zu 2.: Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat mit Schreiben vom 25.01.2021 Interesse am Erwerb von rund 3.600 m² städtischer Grundstücksfläche im Viktoriakarree bekundet. Die Universität möchte auf dieser Fläche die vorgenannten universitären Einrichtungen errichten. Die Verwaltung begrüßt das Vorhaben der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität. Die hierdurch mögliche Unterstützung der Exzellenzuniversität Bonn bei ihrem Flächenbedarf, unter anderem in Verbindung mit der Sanierung des benachbarten Hauptgebäudes, ist für die Stadt Bonn von hoher Priorität. Da die Universität um eine zügige Rückmeldung hat, hat die Verwaltung bereits eine Wertermittlung eingeholt und der Universität ein Angebot vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien zukommen lassen, damit unter anderem Gespräche über eine Finanzierung mit dem Land Nordrhein-Westfalen parallel aufgenommen werden können. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de