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210850 · Mitteilungsvorlage

Nitratgehalte im Bonner Grundwasser

Nummer
210850
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
03.06.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 23.09.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210850
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Nitratgehalte im Bonner Grundwasser
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
01.06.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Mit dieser Vorlage möchte die Verwaltung zum aktuellen Sachstand zu
Nitratmessungen im Grundwasser berichten. Im Rahmen einer
Mitteilungsvorlage (Drucksache 1111606NV3) wurde letztmalig 2014 über die
Nitratmessungen berichtet.
Die Untere Wasserbehörde führt in regelmäßigen Abständen ein
Grundwassermonitoring durch, um den qualitativen Zustand des Grundwassers
im Bonner Stadtgebiet beurteilen zu können. Die Ergebnisse der Messungen
seit 2013 werden auf opendata.bonn.de veröffentlicht.
Bei früheren Messungen hat sich gezeigt, dass es Bereiche in Bonn gibt, in
denen das Grundwasser erhöhte Gehalte an Nitrat aufweist. Dies wurde zum
Anlass genommen, ergänzende Messungen vorzunehmen und Recherchen
über die Herkunft der erhöhten Gehalte durchzuführen.
Im Jahr 2020 wurde eine erneute Messkampagne durchgeführt und eine
Auswertung der Ergebnisse der Entwicklung der Gehalte seit 2013 in Auftrag
gegeben. Zur Verfügung standen die Messwerte der Jahre 2013, 2017 und
2020.
Erhöhte Gehalte an Nitrat im Grundwasser können unterschiedliche Gründe
haben.
Genannt werden können Austräge aus Altablagerungen, Ablagerungen von
Mist oder Gülle und landwirtschaftliche Düngung. Flächige Belastungen mit
Nitrat sind zumeist auf den letztgenannten Grund zurückzuführen.
Für Gehalte an Nitrat im Grundwasser gibt es keine Grenzwerte. In der
deutschen Grundwasserverordnung wird ein Schwellenwert von 50 mg/l Nitrat
aufgeführt. Überschreitungen des Schwellenwertes deuten auf Einträge von
Nitrat in das Grundwasser hin und sind als Aufforderung zu werten, eine
Verbesserung der Situation herbeizuführen.
Im Bonner Stadtgebiet lassen sich drei Bereiche ausweisen, in denen es zu
Schwellenwertüberschreitungen kommt:
Bonn Mehlem
In Mehlem gibt es eine Messstelle, bei der der Schwellenwert überschrittenSeite 1 von 3
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wird. Die Überschreitung ist mit einem Gehalt von 53,9 mg/l Nitrat im Jahr 2020
als geringfügig zu bezeichnen. Recherchen haben keine schlüssige Herleitung
einer Ursache für diesen erhöhten Gehalt ergeben. Ein eindeutiger Trend der
Entwicklung der Gehalte lässt sich nicht erkennen.
Die Situation wird weiter beobachtet.
Bonn Nord
Hierunter ist ein Bereich zusammengefasst, der Meßdorf, Dransdorf,
Tannenbusch und Buschdorf umfasst.
Hier ist an mehreren Messstellen der Schwellenwert für Nitrat überschritten.
Das Maximum lag 2020 bei 143 mg/l Nitrat.
Auffällig hinsichtlich der räumlichen Verteilung ist, dass die höchsten Gehalte
unmittelbar an der Grenze zum Rhein-Sieg-Kreis ermittelt wurden. Betrachtet
man die räumliche Verteilung der Messstellen, die erhöhte Gehalte aufweisen,
die hydrologischen Gegebenheiten und die Nutzungen, so liegt der Schluss
nahe, dass die erhöhten Gehalte auf die intensive landwirtschaftliche Nutzung
im Bereich Alfter, Meßdorf und Dransdorf zurückzuführen sein dürften. Die
Messstellen mit deutlich erhöhten Gehalten liegen allesamt im
Wasserschutzgebiet der Wassergewinnungsanlage Urfeld.
Tendenziell lässt sich aus den Messungen seit 2013 eine leichte Abnahme der
Gehalte feststellen.
Die Untere Wasserbehörde hat die Ergebnisse der Landwirtschaftskammer, der
GLWU (Kooperation Landwirtschaft/Wasserversorgungsunternehmen), dem
Wasserwerksbetreiber, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Bezirksregierung zur
Verfügung gestellt.
Bonn Beuel
Hierunter ist ein Bereich zusammengefasst, der in Beuel Teile von Vilich und
Geislar betrifft.
Auch hier liegen einige Messstellen mit erhöhten Gehalten an Nitrat. Das
Maximum lag 2020 bei 145 mg/l Nitrat. Die Gesamtsituation lässt es auch hier
als naheliegend erscheinen, dass die Gehalte auf landwirtschaftliche Einflüsse
zurückzuführen sind. Die erhöhten Gehalte liegen überwiegend im
Wasserschutzgebiet der Wassergewinnungsanlagen Meindorf.
Die Entwicklung der Gehalte seit 2013 deutet auf einen leichten Rückgang der
Gehalte hin, wobei es räumliche Unterschiede gibt und noch keine eindeutige
Entspannung der Situation absehbar ist.
Die Untere Wasserbehörde hat die Ergebnisse der Landwirtschaftskammer, der
ALWB (Kooperation Landwirtschaft/Wasserversorgungsunternehmen), dem
Wasserwerksbetreiber, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Bezirksregierung zur
Verfügung gestellt.
In der Summe gilt, dass für den überwiegenden Teil des Bonner Stadtgebietes
keine erhöhten Gehalte an Nitrat zu verzeichnen sind.
In den von der Landwirtschaft beeinflussten Bereichen im äußersten NordenSeite 2 von 3
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des Bonner Stadtgebiet lassen sich Bereich mit erhöhten Gehalten an Nitrat
ausweisen. Die Ergebnisse von in der Vergangenheit durchgeführten
Recherchen lassen den Schluss zu, dass die Gehalte auf landwirtschaftliche
Aktivität zurückzuführen sind.
Die Untere Wasserbehörde wird das Monitoring weiterführen und über eine
Sensibilisierung der beteiligten Organisationen und Behörden eine
Verbesserung der Situation anstreben.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 20:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de