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210846 · Beschlussvorlage

Klimaschonend Bauen, Sanieren und Wohnen in Bonn (weiterqualifizierte Maßnahmen aus dem Beschluss 200016 – Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen)

Nummer
210846
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
17.05.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 01.06.2021 Empfehlung
  2. Sitzung des Rates 28.06.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
210846
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Klimaschonend Bauen, Sanieren und Wohnen in
Bonn (weiterqualifizierte Maßnahmen aus dem
Beschluss 200016 – Klimanotstand und
Umsetzung Klimamaßnahmen)
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
01.06.2021 Empfehlung
Rat 24.06.2021 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen im Handlungsfeld
„Klimaschonend Bauen, Sanieren und Wohnen“ durchzuführen:
1. „Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft“
2. „Prozessbegleitende Beratung von
Wohnungseigentümergemeinschaften“
3. „Umweltverträglich Bauen und Sanieren“
4. „Stromeffizienz für Bonn“
Begründung
Mit dem Beschluss „Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen“
(200016) des Hauptausschusses vom 07.05.2020 wurde die Verwaltung
beauftragt, Maßnahmen aus der im Anhang des Beschlusses aufgeführten
Tabelle 1 auszudifferenzieren, zu qualifizieren und danach zur
Beschlussfassung vorzulegen. Dafür wurde insgesamt ein Finanzvolumen von
5 Millionen Euro für den Doppelhaushalt 2021/2022 beschlossen. Vier
Maßnahmen aus dem Handlungsfeld „Klimaschonend Bauen, Sanieren und
Wohnen in Bonn“ stammen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK)
von 2013: „Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft“, „Prozessbegleitende
Beratung von Wohnungseigentümergemeinschaften“, „Umweltverträglich
Bauen und Sanieren“ und „Stromeffizienz für Bonn“.
Ein Großteil der CO2-Emissionen wird durch private Haushalte verursacht. Eine
Reduzierung durch Effizienzsteigerung, den Einsatz erneuerbarer Energien und
die Senkung des Energiebedarfs ist zum Erreichen der Klimaschutzziele
unverzichtbar. Darüber hinaus spielt auch die Ressourcenschonung, also der
schonende Umgang mit der sogenannten grauen Energie beim Bauen und
Sanieren eine wichtige Rolle.Seite 1 von 6
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Die Bonner Energie Agentur, die Energieberatung der Verbraucherzentrale
NRW/Beratungsstelle Bonn und die Stadtwerke Bonn sind wichtige Akteure und
Partner der Stadt Bonn, die über ein breit aufgestelltes Beratungsangebot
verfügen, um für Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und
Ressourcenschonung zu sensibilisieren.
Mit den vier zu beschließenden Maßnahmen sollen die Beratung und die
Aktivitäten weiter ausgebaut werden:
1. Basismaßnahmen Wohnungswirtschaft:
Die Wohnungswirtschaft in Bonn macht mit rund 31.000 Wohnungen einen
Anteil von etwa 18 Prozent am Wohnungsmarkt aus (Daten aus dem IKSK
2013) und stellt somit nach den Segmenten der Wohnungseigentümergruppen
sowie den privaten Wohneigentümerinnen und -eigentümern den größten Anteil
dar.
Die Erfahrungen der professionellen Akteurinnen und Akteure auf dem
Wohnungsmarkt sollen im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz ausgebaut
und institutionalisiert werden. Daher wird vorgeschlagen, ein Forum mit
regelmäßigen Veranstaltungen für die Wohnungswirtschaft aufzubauen, das
wichtige Akteure der Wohnungs- und ggf. Bauwirtschaft zusammenbringt und
durch die Stadt Bonn begleitet und koordiniert wird. Mögliche Themenfelder
sind beispielsweise der Erfahrungsaustausch zu „Sanierung und Energie(-
technik) in der Wohnungswirtschaft“ und „Nachhaltige Baustoffe zur
energetischen Modernisierung". Wohnungsunternehmen wie die VEBOWAG
haben in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Sanierungsmaßnahmen
in ihren Beständen realisiert. Das Engagement der Wohnungsunternehmen gilt
es stärker als bisher in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken und in die
gesamtstädtische Kampagnenarbeit zu integrieren. Dies bewirkt einerseits,
dass sich die Wohnungsunternehmen stärker als bisher mit der Idee einer
stadtweiten Klimaschutzinitiative verbunden fühlen, andererseits werden die
Unternehmen in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen, wodurch die
Attraktivität dieser Unternehmen für bestehende und neue Mieter gesteigert
werden kann.
Es wird zunächst ein Konzept erstellt als Grundlage und zur Klärung weiteren
Sachmittel- und Personalbedarfs zur Planung der Maßnahmen über das Jahr
2022 hinaus. Im Rahmen der Konzepterstellung wird es auch eine
Auftaktveranstaltung mit allen relevanten Akteuren im Bereich
Wohnungswirtschaft geben.
Für Konzepterstellung und Auftaktveranstaltung sind im Rahmen des
Gesamtbudgets 15.000 Euro vorgesehen.
2. Prozessbegleitende Beratung von
Wohnungseigentümergemeinschaften
In Bonn sind 15% der Wohngebäude und 32% der Wohnungen im Besitz von
Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) (Quelle: Zensus 2011). Sie
bieten dadurch ein großes Potential für die Einsparung von CO2-EmissionenSeite 2 von 6
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und für einen Beitrag zur Versorgung Bonns mit erneuerbaren Energien.
Allerdings gestaltet sich die energetische Sanierung sowie der Einsatz
erneuerbarer Energien in WEG-Gebäuden in der Praxis sehr schwierig. Der
Entscheidungsfindungsprozess ist durch die WEG-Regularien deutlich
komplizierter ist als bei Einzeleigentum. Außerdem müssen meist viele
Beteiligte informiert und eingebunden werden. Hinzu kommen in der Regel das
Thema der Vermietung und somit die Frage, ob sich Modernisierungen über die
Miete refinanzieren lassen.
Ein Beratungsangebot für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)
besteht in Bonn aktuell durch die Dienstleistungsangebote des Vereins
„wohnen im Eigentum“ (w.i.e.) in Form einer „Bauberatung“. Bei Bedarf verweist
der w.i.e. auf eine bundesweite Liste von Bauingenieuren und Architekten. Die
Bonner Energie Agentur (BEA) bietet eine Initialberatung zur energieeffizienten
Sanierung sowie Nutzung erneuerbarer Energien in der Geschäftsstelle an. Die
Erfahrung zeigt, dass WEG aufgrund der genannten Anforderungen und
Hemmnisse eine umfangreichere Beratung und Begleitung benötigen als
derzeit von w.i.e. und BEA angeboten wird.
Die BEA soll nun ein Konzept für die weitergehende Information und Beratung
von WEG in der Analyse- und Entscheidungsphase erarbeiten. Die BEA soll
hierzu Informationsmedien erstellen und Beratungsangebote umsetzen. Der
Verein „wohnen im eigentum“ und die Verbraucherzentrale NRW sollen in den
Prozess eingebunden werden.
Für die Konzepterstellung und den Start des Beratungsangebotes und der
Öffentlichkeitsarbeit sind im Rahmen des Gesamtbudgets 20.000 Euro
vorgesehen (Konzept: 15.000 Euro; Auftakt und Bekanntmachung: 5.000 Euro).
Zur Verstetigung und zum Ausbau der Maßnahme (Unterstützung der WEG
auch in der Planungs- und Umsetzungsphase) über das Jahr 2022 hinaus wird
zudem der dafür notwendige Sachmittel- und Personalbedarf ermittelt und
erneut zur Beschlussfassung vorgelegt.
3. Umweltverträglich Bauen und Sanieren
Die Maßnahme ist als "Aufklärungskampagne Umweltverträgliche Baustoffe"
Bestandteil des Integrierten Klimaschutzkonzeptes IKSK 2013 und wurde mit
Blick auf den gesamten Bauprozess aktualisiert.
Das Thema des energieeffizienten Bauens und Sanierens von Gebäuden wird
hinsichtlich der politischen Klimaschutzziele in erster Linie mit der Reduzierung
der Energieverbräuche und CO2-Emissionen beim Betrieb von Gebäuden
verbunden. Allerdings verursachen auch die Baumaßnahmen selbst
Umweltschäden, unter anderem hohe CO2-Emissionen, Ressourcenverbrauch
und Abfall. So wird allein die Herstellung von Zement für ca. 8 Prozent der
weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich gemacht.
Aus ökologischer Sicht ist daher die Frage zu stellen, wie umweltfreundlich die
Prozesse, Baumaterialien und Konstruktionen beim Bauen und Sanieren sind.
Dabei sind unter anderem folgende Aspekte relevant: die für Erschließung,
Transport und Herstellung verbrauchte Energie, der Ressourcenverbrauch, dieSeite 3 von 6
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Umweltwirkung, die Auswirkung auf die Gesundheit bei Einbau und Nutzung,
die Abfallvermeidung sowie die Verwertbarkeit bzw. Entsorgung der
eingesetzten Materialien. Um eine ganzheitliche Strategie in Bonn zu
unterstützen, wird daher die Umsetzung einer Kampagne „Umweltverträglich
Bauen und Sanieren“ vorgeschlagen, bei der Planer/innen, Architekt/innen,
Handwerker/innen sowie Bauherr/innen angesprochen werden sollen.
Die Bonner Energie Agentur soll das Thema als Initiatorin und Koordinatorin in
Kooperation mit der Leitstelle Klimaschutz vorantreiben. Verbraucherzentrale
NRW, Forum Stadtbaukultur e.V. und Ökobau Rheinland e.V. sind weitere
mögliche Kooperationspartner.
Im Rahmen der Kampagne soll die BEA durch Öffentlichkeitsarbeit und
Informationsveranstaltungen verschiedener Formate private Bauherr/innen,
Planer/innen, Architekt/innen und Handwerker/innen sensibilisieren und
entsprechende Alternativen aufzeigen.
Gleichzeitig soll die Stadt Bonn als gutes Beispiel vorangehen und auch bei
eigenen Bau- und Sanierungsmaßnahmen die Möglichkeiten des
umweltverträglichen Bauens prüfen und wenn möglich nutzen. Dies könnten
sein: Neubaumaßnahmen in Holz, Verwendung nachhaltiger Baustoffe,
einfache Bauweisen und Anwendung des Bewertungssystems Nachhaltiges
Bauen (BNB). Das Engagement soll durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit
und bei den Informations-veranstaltungen der BEA gezeigt werden.
Die Maßnahme trägt nicht nur zur Reduktion der CO2-Emissionen in Bonn bei.
Die beschriebenen Aktivitäten sind auch vor dem Hintergrund des Nachhaltigen
Bauen und des Ressourcenschutzes und somit der Vermeidung von
Emissionen, die durch die sogenannte „graue Energie“ entstehen von
Bedeutung.
Für die Konzepterstellung, Informationsveranstaltungen und Beratungen sind
15.000 Euro im Rahmen des Gesamtbudgets vorgesehen. Zur Verstetigung
und zum Ausbau der Maßnahme über das Jahr 2022 hinaus wird zudem der
dafür notwendige Sachmittel- und Personalbedarf ermittelt und erneut zur
Beschlussfassung vorgelegt.
4. Stromeffizienz für Bonn
Die Erschließung der Einsparpotenziale bei den Stromanwendungen ist eine
vielschichtige Aufgabe. Technische Einsparungen werden oftmals durch eine
zunehmende Ausstattung kompensiert. Um den Trend zu effizienteren Geräten
bei den privaten Haushalten konsequenter zu verfolgen und die
Einsparpotenziale in diesem Sektor in der Praxis auch zu erschließen, bedarf
es einer unterstützenden Initiative vor Ort. Begleitet durch die Energieberatung
der Verbraucherzentrale NRW/Beratungsstelle Bonn und die Stadtwerke Bonn
(EnW) wird in Kooperation mit der Stadt sowie mit Handel und Handwerk eine
Kampagne „Stromeffizienz für Bonn“ extern beauftragt und entwickelt. Flankiert
wird die Kampagne durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und
erweiterte Beratungsangebote für private Haushalte.Seite 4 von 6
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Mögliche Bausteine sind:
• die Ausweitung des Verleihs von Strommessgeräten
• zum Basischeck der VZ ergänzendes Beratungsangebot zur
Stromverbrauchsanalyse
• erweiterte Beratungsangebote für private Haushalte, bspw. zur
effizienten Nutzung von Stromheizungen und zum Austausch
von Nachtspeicherheizungen
• Workshops zum Strom- und Energiesparen
Im Konzept sollen auch neue Anreiz- und Förderprogramme vorgeschlagen
werden zum Beispiel:
• für elektronisch geregelte Durchlauferhitzer und Wohnungsstationen für
Mehrfamilienhäuser
• zum Austausch alter Kühl- und Gefriergerate
• zur kostenfreie Abgabe von kleinen effizienzsteigernden Geräten an
private Haushalte mit geringen Einkommen bzw. im Transferleistungsbezug im
Kombination mit einer Beratung (z.B. wassersparende Duschköpfe, Led-
Leuchten, Steckerleisten etc.)
• Heizungspumpen-Austauschprogramm
Des Weiteren wird geprüft, ob die Initiative "Stromeffizienz für Bonn" auf Handel
und Gewerbe ausgeweitet werden kann.
Für die Kampagne sind im Rahmen des Gesamtbudgets 50.000 Euro
vorgesehen, davon 15.000 Euro für die Konzepterstellung und 35.000 für
Öffentlichkeitsarbeit und Auftaktveranstaltungen.
In allen vier zu erstellenden Konzepten wird auch das Potenzial der CO2-
Minderung untersucht und gegenüber den Angaben aus dem Integrierten
Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013 aktualisiert.
Die parallele Umsetzung aller beschriebenen Maßnahmen Nrn. 1-4 führt zu
Synergieeffekten. Die Maßnahmen können aber auch unabhängig voneinander
umgesetzt werden.
In der Anmeldung für den Doppelhaushalt 2021/2022 stehen Mittel in Höhe von
100.000 Euro bereit (Ziffer 1: 15.000 Euro; Ziffer 2: 20.000 Euro; Ziffer 3:
15.000 Euro; Ziffer 4: 50.000 Euro). Die Umsetzung der vier genannten
Maßnahmen setzt die Genehmigung des Haushaltes und der angemeldeten
Mittel voraus.Seite 5 von 6
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Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.14.03 Umweltvorsorge,-planung 1.56.00.14.03.01 Umweltvorsorge,-planung
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
34.000 €
66.000 €
156001403/721000
156001403/721000
2021
2022
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
2021: 34.000
€
2022: 66.000
€
Anlage/n
KeineSeite 6 von 6

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Datenstand: 03.11.2026, 05:26 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de