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210835-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Starkregenereignis 12.08.2020

Nummer
210835-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
01.06.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 26.08.2021 Kenntnisnahme
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  1. 210835 Starkregenereignis 12.08.2020

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
210835-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
11.05.2021
Starkregenereignis 12.08.2020
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
01.06.2021 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
1.) Welche Unwetterschäden wurden der Stadt Bonn in den Ortsteilen
Dottendorf und Kessenich nach dem Starkregenereignis am 12.08.2020
gemeldet?
Neben dem Rosenburgweg selbst kam es in den unterhalb liegenden Straßen
wie Nikolausstraße, Karthäuserplatz, Pützstraße und Mechenstraße zum
Wassereintritt in niedrig liegende Gebäudeteile und erhebliche Ablagerungen
von Geröll (siehe 3.a).
2.) Gab es weitere Stadtteile, die entsprechend stark betroffen waren und
aus denen größere Schäden berichtet wurden?
Zum Ereignis vom 12.08.2020 liegen der Stadt Bonn an drei städtischen
Regenschreibern in Dottendorf und Röttgen Niederschlagsdaten vor, die eine
Jährlichkeit von > 100 Jahren ergeben. Weitere städtische Regenschreiber
verzeichneten Jährlichkeiten von > 30 Jahren. Gemäß DWD-Radardaten lag
das Zentrum des Ereignisses dabei im Bereich Poppelsdorf, Ippendorf und
Venusberg. Schäden wurden aber im Wesentlichen aus Kessenich gemeldet.
3. a) Gibt es für die Stadtverwaltung eine Erklärung, warum die
Mechenstraße unterhalb des Venusberghangs besonders betroffen war?
Starkregenereignisse wie im August 2020 überschreiten die Leistungsfähigkeit
der Kanäle bei Weitem. Bei Überlastung tritt Wasser aus dem Kanal aus, in
diesem Fall im Bereich des Drosselbauwerks im oberen Rosenburgweg, da
sich hier innerhalb eines Stauraumkanals der tiefste Punkt befindet. An dieser
Stelle wurden durch den erheblichen Wasserdruck die Verschraubungen der
Abdeckung des Drosselbauwerks abgerissen, so dass sich der Inhalt des
Stauraumkanals in den Rosenburgweg ergossen hat. Dies führte zur
vollständigen Zerstörung der Straßenoberfläche, des Straßenunterbaus und
des Kanals. Das Material des Unterbaus wurde talabwärts gespült und in den
genannten Straßen abgelagert.
3. b) Kann ein Zusammenhang mit einer Bebauung am Berghang und demSeite 1 von 3
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Anschluss weiterer Haushalte an das Entwässerungsnetz
ausgeschlossen werden?
Die Kanalisation im Bereich des Rosenburgwegs ist so ausgelegt, dass die
zulässigen Überstauhäufigkeiten eingehalten werden. Gemäß Regelwerk DWA
A 118 ist bei bestehenden Netzen eine Überstauhäufigkeit seltener als einmal
in zwei Jahren einzuhalten. Sowohl der Stauraumkanal als auch der unterhalb
der Drossel liegende Kanal im Rosenburgweg weisen rechnerisch seltener
Überstau auf. Der Bemessung liegen die vom DWD (Deutscher Wetterdienst)
veröffentlichten Werte aus KOSTRA (Koordinierte Starkniederschlags-
Regionalisierungsauswertungen) zugrunde.
3. c) Welche Rückhaltebecken sind in dem Bereich vorhanden und wie
wurden sie dimensioniert?
Im oberen Rosenburgweg befindet sich ein nach den Regelwerken
dimensionierter Stauraumkanal.
4.) Welche Vorkehrungen hat die Stadt Bonn bereits getroffen, um die
besonders stark betroffenen Bereiche vor Überflutungen in Zukunft zu
schützen?
Auch wenn keine Maßnahmen unmittelbar am Kanal erforderlich sind,
untersucht die Stadt Bonn weitergehende Möglichkeiten, um zukünftige
Überflutungsschäden zu verhindern. Als kurzfristige Maßnahme soll zunächst
die Ableitkapazität im Rosenburgweg weiter vergrößert werden. Entsprechende
Tiefbauarbeiten sind derzeit im Gange.
Perspektivisch ist der Bau eines offenen Regenrückhaltebeckens geplant. Die
hierzu erforderliche naturschutzrechtliche Genehmigung liegt vor. Ein Antrag
auf Waldumwandlung ist gestellt. Vorgesehen ist ein Baubeginn nach
Möglichkeit noch in 2021. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Überflutung
wird durch diese Maßnahmen zwar reduziert, jedoch ist auch zukünftig mit
entsprechenden Ereignissen zu rechnen.
Beim Starkregenereignis am 12.08.2020 handelte es sich um höhere
Gewalt/Naturgewalt, gegen die sich die Grundstückseigentümerinnen und
Grundstückseigentümer selbst schützen müssen. Zu empfehlen ist eine
Versicherung gegen diese Elementarschäden. Darüber hinaus ist jeder
Eigentümer aufgefordert, für individuellen Objektschutz zu sorgen. Viele Details
der Bauausführung wie Tiefgarageneinfahrten, Kellertreppen, tiefliegende
Lichtschächte oder ebenerdige Zugänge begünstigen das Eindringen von
Wasser.
5.) In welchen Abwasserkanälen wird das Oberflächenwasser des
Venusbergs abgeführt und wo verlaufen die entsprechenden Kanäle?
Der Venusberg entwässert über den Rosenburgweg und die Bergstraße.
Abwasser der Unikliniken wird noch über den Hindenburgplatz dem
tieferliegenden Netz zugefügt. Das Netz auf dem Venusberg ist ausschließlich
im Mischsystem, d.h. sowohl für Regen- als auch Mischwasser, ausgeführt.
Separate Regenwasserkanäle sind nicht vorhanden.Seite 2 von 3
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Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 10:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de