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210795 · Mitteilungsvorlage

Monitoring Inklusion

Nummer
210795
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
10.05.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Schulausschusses 02.06.2021 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 08.06.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210795
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
40 Schulamt
Dezernat:
Dez. V
Monitoring Inklusion
Beratungsfolge
Schulausschuss 02.06.2021 Kenntnisnahme
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 08.06.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Gemäß dem Beschluss des Schulausschusses vom 16.06.2015 erfolgt
turnusmäßig ein Sachstandsbericht (Monitoring) zum Thema Inklusion. Das
letzte Monitoring erfolgte im November 2019 (DS 190521). Da
pandemiebedingt im Jahr 2020 kein Monitoring veröffentlicht werden konnte,
werden die zwischenzeitlichen Entwicklungen im folgenden Bericht
zusammengefasst.
Der Bericht beginnt mit einer kurzen Darstellung der Auswirkungen der Corona-
Krise auf den schulischen Bereich der Inklusion. Es folgt im zweiten Abschnitt
ein Überblick über die Entwicklung des Gemeinsamen Lernens in den
Schuljahren 2020/2021 und 2021/2022. Im Anschluss wird über Maßnahmen
und Projekte in den Themenschwerpunkten „Gemeinsames Leben und Lernen“
(Punkt 3) und „Durchgängige Sprachbildung“ (Punkt 4) berichtet.
1. Auswirkungen der Corona-Krise
In Zeiten der Pandemie drohen wesentliche Schritte in Richtung von Teilhabe
und Inklusion auf der Strecke zu bleiben. Dauerhafter Ausfall vieler
sprachlicher, pädagogischer und therapeutischer Unterstützungsangebote und
eine noch nicht flächendeckende digitale Ausstattung in den Familien
erschweren aktuell auch vielen Bonner Kindern und Jugendlichen den Zugang
zu Bildung und Teilhabe. Zudem sind Kinder mit besonderem Förderbedarf und
deren Familien durch Schulschließungen und notwendige Teilschließungen
wegen Quarantäne-Maßnahmen oder fehlender Lehrkräfte in besonderem
Maße betroffen.
Insbesondere in den Phasen der Schulschließungen stellte und stellt die
Betreuung der Kinder über den gesamten Tag für die Eltern eine große
Herausforderung dar, da die Kinder die Tagesstruktur, die der Schulbesuch
bietet, besonders vermissen. Im gleichen Zeitraum konnten bzw. können auch
therapeutische Maßnahmen nicht im persönlichen Kontakt oder nur
eingeschränkt durchgeführt werden. Die Kinder bedürfen auch zuhause einer
intensiven Betreuung, sodass die Eltern in den meisten Fällen nicht parallel
andere Dinge erledigen können (wie z.B. Homeoffice).
Freizeitmaßnahmen und außerschulische Betreuungsmaßnahmen für Kinder
mit Behinderung werden vom Land NRW seit vergangenem Jahr gesondert
gefördert. Leider konnten durch die Schulen selbst und die in den Schulen
tätigen Träger aufgrund des Fachkräftemangels und der durch die PandemieSeite 1 von 8
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bedingten extrem hohen Belastung des vorhandenen Personals kurzfristig
zunächst keine zusätzlichen Maßnahmen angeboten werden.
Eine wichtige Unterstützung für die Familien stellen die Integrationsassistenzen
dar, die einen Teil der Schülerinnen und Schüler beim Besuch von Schule und
Angeboten des Offenen Ganztags begleiten. Die Leistungsanbieter der
Integrationsassistenzen haben bereits im März 2020 die Eltern durch
verschiedene Maßnahmen unterstützt. Seit April 2020 wurde es im Einzelfall
ermöglicht, dass Integrationsassistenzen auch persönlich zuhause das Lernen
unterstützen konnten, hierzu war zunächst noch ein gesonderter Antrag der
Eltern erforderlich. Es konnte bei ca. 50 Anträgen in insgesamt 26 Fällen
Unterstützung gewährt werden. Seit den Herbstferien wird auf eine separate
Antragstellung für die Integrationsassistenz im Distanzunterricht verzichtet, die
bewilligte Integrationsassistenz kann unter Einhaltung der Infektionsschutz-
maßnahmen jeweils auch im elterlichen Haushalt oder in der Schule erfolgen.
2. Entwicklung des Gemeinsamen Lernens in den Schuljahren 2020/2021
und 2021/2022
2.1. Anzahl der Kinder mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung
im Schuljahr 2020/2021
Im Schuljahr 2020/2021 sind 192 Schüler*innen mit sonderpädagogischem
Unterstützungsbedarf von der Primarstufe auf eine weiterführende Schule oder
eine Förderschule gewechselt. Die Schüler*innen verteilen sich wie folgt auf die
einzelnen Schulformen:Seite 2 von 8
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Schulform Anzahl der Schüler*innen
im GL
Förderschule 26
Hauptschule 25
Realschule 34
Gesamtschule 79
Gymnasium 15
Anderweitig (außerhalb bzw.
anderer Schulträger) 13
Summe 192
Während die Bezirksregierung Köln für die Bereitstellung der personellen
Ressourcen verantwortlich ist, obliegt dem Schulträger die Schaffung der
sächlichen Voraussetzungen für die Beschulung im Gemeinsamen Lernen,
indem er die Schulen mit entsprechenden Hilfsmitteln ausstattet und/oder
bauliche Veränderungen vornimmt.
In diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2020 u.a. folgende Hilfsmittel
angeschafft: Höhen- und neigungsverstellbare Tische, höhenverstellbare
Drehstühle, Lupen, Arbeitsplatzleuchten, Soundfield-Anlagen und
Dokumentenkameras. Darüber hinaus erfolgte eine akustische Ertüchtigung
einzelner Klassenräume.
Diese Maßnahmen werden bis zu bestimmten Höchstgrenzen vom
Landschaftsverband Rheinland auf freiwilliger Basis im Rahmen der LVR-
Inklusionspauschale finanziert. Im Jahr 2020 belief sich die Förderhöhe auf
rund 14.000 Euro.Seite 3 von 8
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2.2. Aktuelle Veränderungen zum Schuljahr 2021/2022
Zum Schuljahr 2021/2022 wird das „Gemeinsam Lernen“ auch am städtischen
Friedrich-Ebert-Gymnasium eingerichtet. Dieser Entscheidung hat der Haupt-
ausschuss mit Beschluss vom 04.02.2021 zugestimmt (DS 202348).
Mit Wirkung vom 12.02.2021 ist der neue Runderlass „Gemeinsamen Lernen in
der Grundschule“ des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes
Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten. Insbesondere sollen Grundschulen
demnach intensive zusätzliche personelle Unterstützung erhalten. Welche
Auswirkungen der Erlass im Detail hat, ist derzeit noch nicht absehbar.
2.3. Übergang an die weiterführenden Schulen zum kommenden Schuljahr
Das Anmeldeverfahren für die Sekundarstufe I zum Schuljahr 2021/2022 für die
städtischen weiterführenden Schulen hat vom 29.01.2021 bis zum 05.02.2021
(Gesamtschulen) und vom 15.02.2021 bis zum 05.03.2021 (Hauptschulen,
Realschulen und Gymnasien) stattgefunden. Genaue Zahlen hierzu werden im
nächsten Bericht vorgelegt.
Eine Informationsveranstaltung zum Anmeldeverfahren für die Eltern von
Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf konnte in diesem
Jahr pandemiebedingt nicht durchgeführt werden.
3. Themenschwerpunkt Gemeinsames Leben und Lernen
3.1. Beratung und Schnittstellenarbeit
Seit dem letzten Monitoring wurde das Beratungsangebot des Inklusionsbüros
auf verschiedenen Ebenen genutzt:
 Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf im Schulalter
wurden zu Themen in Verantwortung des Schulträgers beraten und
mit Informationen versorgt.
 Fachkräfte und Multiplikator*innen kommunaler und freier Bonner
Bildungseinrichtungen erhielten bei Fragen Sprachlicher Bildung und
Projektentwicklung Unterstützung.
 Schulen bzw. Sonderpädagog*innen haben sich bei Fragen zur
Ausstattung der Schüler*innen mit sonderpädagogischem
Förderbedarf mit Hilfsmitteln an das Inklusionsbüro gewandt.
Das Inklusionsbüro versteht sich darüber hinaus als Netzwerkknoten, von dem
aus weitere Kontakte und Initiativen hergestellt werden. Im Rahmen der
Qualitätsentwicklung und Schnittstellenarbeit findet aktuell ein Austausch mit
freien Trägern (bspw. FIBB e.V.) dem Familienbüro (Amt 51) und dem
Inklusionsbüro (Amt 40) statt. Daraus entstand die Initiative gemeinsam an
Lösungen zum Thema barrierefreie Beratung (hier mit dem Schwerpunkt
Sprachbarriere) zu arbeiten.
Pilotprojekt „Beratung von Familien mit einem Kind mit Behinderung“
Wie im vorletzten Monitoring (DS 1911797) erstmalig erwähnt, führt die
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum derzeit in den
Städten Bonn und Bielefeld das Projekt BeWEGt durch.
Im ersten Schritt wurden die Beratungsangebote in den beiden Städten Bonn
und Bielefeld erfasst und im Sommer 2019 eine Fragebogenuntersuchung in
den beiden Städten durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse wurden
verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, um in den einzelnen Themenfeldern
konkreter werden zu können. Es gibt Arbeitsgruppen zu ThemenSeite 4 von 8
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„Schnittstellen“, „Erworbene Erkrankungen“ und „Geschwisterkinder“.
Aufgrund der Corona Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen
konnten viele für 2020 geplante Veranstaltungen nicht in den gewohnten
Präsenzformaten stattfinden. Die regelmäßigen Projektsitzungen in den
Städten Bonn und Bielefeld wurden in Form von Videokonferenzen
durchgeführt.
Am 19.02.2021 hat die erste Beiratssitzung des Projektes „BeWEGt“
stattgefunden. In diesem Rahmen wurde den Beauftragten für die Belange der
Menschen mit Behinderung auf Städte-, Landes- und Bundesebene,
Dezernent*innen und Vertretungen der Städte Bonn und Bielefeld sowie
Vertreter*innen der Landschaftsverbände und Krankenkassen der aktuelle
Stand des Projekts vorgestellt.
Um sich bei den Eltern für die Beteiligung am Projekt zu bedanken, sollte ein
Sommerfest organisiert werden. Aufgrund der aktuellen Einschränkungen lässt
sich dies jedoch – zumindest in diesem Jahr - nicht realisieren.
3.2. Forum Inklusion lebendig machen
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie und das Inklusionsbüro beteiligen sich
seit 2017 als Kooperationspartner am Projekt „FORUM inklusion lebendig
machen“ des Vereins Abenteuer Lernen e.V. (s. DS 1711609), welches u. a.
die Vernetzung möglichst vieler Kinder- und Jugendeinrichtungen im Bonner
Raum zum Ziel hat. Der Fokus liegt dabei darauf inklusive Freizeitangebote als
selbstverständlich zu etablieren.
Aktuelle Entwicklungen:
Bei der Tagung „Wir machen Inklusion lebendig!“ im Jahr 2019 entstand die
Idee eines Labels, die durch das Netzwerk Inklusion weiterentwickelt wurde.
Das Label ist zunächst für Kinder- und Jugendeinrichtungen gedacht. In einer
ersten Pilotphase startete das Projekt im Oktober 2020. Ziel des Labels ist es,
Mut zu machen, sich zu einem inklusiven oder inklusiveren Ort zu entwickeln.
Mit dem Label „Bei uns ist Inklusion lebendig“ wird öffentlich sichtbar, welche
Einrichtungen sich für Inklusion stark machen. Dies stärkt die politische und
gesellschaftliche Wahrnehmung für Inklusion.
Die Förderung des „Forum Inklusion lebendig machen“ durch Aktion Mensch
endet im Juni 2021. Derzeit wird geprüft, ob das Projekt durch städtische Mittel
weiter gefördert werden kann.
Aufgrund der Corona-Pandemie finden Workshops, Vernetzungstreffen und
Arbeitstreffen in digitaler Form statt.
Angebote für Kinder und Jugendliche werden, wenn möglich, unter Einhaltung
der gesetzlichen Bestimmungen, in Präsenz durchgeführt. Darüber hinaus
wurden bspw. in den Osterferien im Bonner Norden kostenfrei Materialpakete
verteilt.
Dem Träger Abenteuer Lernen e.V. ist die kurzfristige Umsetzung von digitalen
Formaten sehr gut gelungen. In einer Art „Hybridform“ wird flexibel auf die
aktuelle Situation reagiert und Veranstaltungen wurden sowohl digital und
analog realisiert.
4. Themenschwerpunkt Durchgängige Sprachbildung Bonn / Literacy,
Förderung der Lesefähigkeit
Im Schwerpunkt Durchgängige Sprachbildung initiiert und begleitet das
Inklusionsbüro Aktivitäten zur Leseförderung sowohl im Elementarbereich als
auch im schulischen und außerschulischen Bereich.
Auf unterschiedlichen Ebenen werden Multiplikator*innen der LeseförderungSeite 5 von 8
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bei ihrer Arbeit unterstützt, der Erfahrungsaustausch institutionen- und
ämterübergreifend angeregt und gemeinsame Projektvorhaben initiiert und
begleitet.
4.1. Angebote für LesePat*innen in Bonn
Das Inklusionsbüro koordiniert weiterhin die ämterübergreifende Kooperation
„LesePat*innen in Bonn“ (Volkshochschule, Stadtbibliothek, Freiwilligenagentur,
Inklusionsbüro). Anknüpfend an zwei Impulsveranstaltungen mit Lesepat*innen
Ende 2019 wird das Thema „Vorlesen und Lesen im Kontext von
Mehrsprachigkeit“ kontinuierlich vertieft.
Von Januar bis Anfang März 2020 und im Herbst 2020 konnten folgende
Angebote realisiert werden:
 Jahresgruß mit Bedarfsabfrage an alle Kitas und Schulen
 Neujahrsempfang „Aktion Leselust“ für Lesepat*innen im
Elementarbereich (21.01.2020)
 Einstiegsseminar für LesePat*innen im Elementarbereich
(27.01.2020)
 „Vorlesen und Lesen im Kontext von Mehrsprachigkeit“
Erfahrungsaustausch für LesePat*innen im Primarbereich und
Buchvorstellungen, Der Kleine Laden e.V., (28.01. u. 30.01.2020).
 Aktion Leselust aktueller Erfahrungsaustausch (17.9.2020)
Ca. 100 LesePat*innen nahmen an diesen Angeboten teil.
Weitere in den Jahren 2020 und 2021 geplante Veranstaltungen mussten
pandemiebedingt – oft kurzfristig – abgesagt werden:
 „Mehr Sprachen beim Vorlesen“ (01.04.2020)
 „Bücher für 10-14Jährige“ (05.05.2020)
 „Erzählen in Zeiten mit AHA-Regeln und AHA-Erlebnissen“
(31.10.2020)
 Einführungsseminar mit Lesementor (04.11.2020)
 „Mehr Sprachen beim Vorlesen“ (05.11.2020)
 „Neue Bücher zum Vorlesen“ (28.01.2021)
Die Aktion „Buchgutschein für LesePat*innen in Bonn“ wurde in 2020
fortgesetzt: Für den Schwerpunkt Lesen im Kontext von Mehrsprachigkeit
konnten 60 Gutscheine à 100 Euro für neue Bücher zum Vorlesen und Lesen
im Elementar- und Primarbereich zur Verfügung gestellt. Die Aktion läuft noch.
LesePat*innen, die pandemiebedingt nicht aktiv vorlesen können, nutzten die
Vorlese-freie Zeit, um Bücher zu kaufen, sich mit neuen Büchern vertraut zu
machen und Material vorzubereiten für die Zeit, wenn sie wieder analog mit
Kindern lesen können.
LesePat*innen und pädagogische Fachkräfte bedauern den
pandemiebedingten Ausfall der meisten analogen (Vor-)Leseaktivitäten in
Bonner Einrichtungen. Besonders erwähnenswert ist die Initiative des
Leseclubs im Haus Vielinbusch, die im März 2020 ihr Angebot weiterentwickelt
haben und mit Kindern über ZOOM online lesen.
Das Inklusionsbüro befasst sich aktuell verstärkt mit der Frage, welche
zusätzlichen Angebote die bisherige Leseförderung sinnvoll ergänzen könnte.
Gewinnbringend war hierfür auch die Teilnahme an den beiden
Jahrestagungen des Mercator-Instituts unter den Titeln: „Hauptsache digital?!
Sprachliche Bildung in der digitalisierten Gesellschaft“ (Februar 2020) und
"Sprechen und Zuhören: Lernen im Gespräch" (Februar 2021).Seite 6 von 8
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4.2. Leseförderung und Mehrsprachigkeit – analog und digital (Polylino-
APP)
Mit einer Videopräsentation aus Stockholm startete das Inklusionsbüro
gemeinsam mit neun Bonner Bildungseinrichtungen am 24.09.2020 das
Pilotprojekt Leseförderung und Mehrsprachigkeit – analog und digital in Bonner
Bildungseinrichtungen. Eine Projektinitiative im Rahmen von Mehr Sprache(n)
beim (Vor)Lesen – Förderung der Lesefähigkeit im Kontext von
Mehrsprachigkeit.
Seit Oktober 2020 erproben mehr als 30 Akteur*innen der Leseförderung die
Bilderbuch-APP Polylino. Ausgewählte Bonner Bildungseinrichtungen
(Leseoase Carl-Schurz-Schule, OGS Kettelerschule, Stadthauskita,
Familienzentrum Domhof und Montihäuschen, Leseclub Internationale
Begegnungsstätte Quantiusstr., Leseclub Haus Vielinbusch, Leseclub
Stadtbibliothek, Medienzentrum) testen neue Formen der Leseförderung. Ziel
des Projektes ist sowohl die Weiterentwicklung der Leseförderung als auch die
Kompetenzerweiterung der in der Leseförderung engagierten Akteur*innen und
darüber hinaus die digitale Entwicklung innerhalb der Bildungseinrichtung.
Im Mittelpunkt steht zunächst die APP Polylino. Polylino ist eine leicht nutzbare
APP zur Leseförderung in pädagogischen Einrichtungen. Über 200
Bilderbücher stehen als Download zur Verfügung. Zusätzlich zur deutschen
Schriftfassung des Bilderbuches bietet die APP in fast 50 Sprachen Audios zu
den Bilderbüchern an.
Das Projekt startete zunächst mit einer Minimalausstattung von drei SIM-
kartenfähigen iPads. Die unterschiedlichen technischen Gegebenheiten in den
Einrichtungen sind für alle Beteiligte eine große Herausforderung. Das
Inklusionsbüro engagiert sich dafür, das Projekt im Laufe des Prozesses so
auszustatten, dass alle am Pilotprojekt Interessierten aktiv teilnehmen können.
Am 17.03.2021 nahmen Vertreter*innen aller beteiligten Einrichtungen an einer
Videokonferenz teil. Während aus einigen Einrichtungen schon sehr positive
Rückmeldungen zum direkten Einsatz der APP – vor allem zur Wirkung der
mehrsprachigen Hördateien bei den Kindern – kommen, sind andere derzeit
noch damit konfrontiert, die technischen Vorrausetzungen innerhalb ihrer
Einrichtung zu schaffen bzw. sich selbst mit der Nutzung der digitalen Technik
vertraut zu machen. Es ist bemerkenswert, dass sich alle Projektbeteiligten
unabhängig von den pandemiebedingten Unwägbarkeiten und
Arbeitsbedingungen weiterhin auf dieses neue Projekt einlassen.
Bis 31.05.2021 steht die APP noch als kostenfreie Testversion zur Verfügung.
Das Inklusionsbüro erwirbt ab 01.06.2021 eine Jahreslizenz für Polylino. In
diesem Jahr wird erprobt, ob diese APP sinnvoll mit analogen Formen
verknüpft und als digitales Medium der Leseförderung in Bonner Einrichtungen
dauerhaft etabliert werden kann.
4.3. „LeseOasen“ – Leseförderung für Grundschulen mit
Ganztagsbetreuung
Die Projektförderung von Save the Children ist im Juni 2020 ausgelaufen. Das
OGS-Projektteam an der Carl-Schurz-Schule führt die Leseoase im
Regelbetrieb weiter.Seite 7 von 8
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4.4. Netzwerk Übergänge gestalten / Durchgängige Sprachbildung
„Kooperation: Elementar – Primarbereich. Im Tandem unterwegs.
Handreichung für gute Übergänge in Bonn.“
Die Handreichung dokumentiert bedeutsame Inhalte aus „Bildung braucht
Sprache“ und „Qualität vor Ort“, zwei Modellprogramme, die von 2013 bis 2018
in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung
Mercator in Bonn realisiert wurden.
Die Handreichung steht inzwischen auch digital zur Verfügung.
Anlage/n
KeineSeite 8 von 8

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 02.11.2026, 19:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de