← Vorlagen

210790 · Antrag

Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen

Nummer
210790
Art
Antrag
Veröffentlicht
05.05.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 05.05.2021
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 17.06.2021

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung des Schulausschusses 02.06.2021 Empfehlung
  2. Sitzung des Hauptausschusses 17.06.2021 Entscheidung federführend
  3. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 27.05.2021 Empfehlung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 72,8 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 210790-02 AA Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen Antrag zur Vorlage 210790
  2. 210790-05 Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen
  3. 210790-03 Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen
  4. 210790-01 ST Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen
  5. 210790-04 Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen in Schulen und anderen Einrichtungen

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (5.940 Zeichen)
Antrag
öffentlich
210790
Antragsteller/in:
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Sabine Kramer
Julia Polley
Dr. Ursula Sautter
Feyza Yildiz
Georg Goetz
Christian Herbert Steins
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Zehiye Dörtlemez
Achim Schröder
05.05.2021
Kostenfreie Hygieneprodukte für Frauen/Mädchen
in Schulen und anderen Einrichtungen
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
27.05.2021 Empfehlung
Schulausschuss 02.06.2021 Empfehlung
Hauptausschuss 17.06.2021 Entscheidung
Inhalt des Antrags
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. zu eruieren, wie der Umgang mit kostenfreien Hygieneprodukten in
anderen Städten (z. B. Hamm, Wasserburg) erfolgt.
2. gemeinsam mit der Bezirksschüler:innenvertretung ein Pilotprojekt zu
erarbeiten, wie über die bereits seitens der Verwaltung gemachten
Angebote eine möglichst barrierearme und anonyme
Zurverfügungstellung von Hygieneprodukten für Menstruierende in
städtischen Schultoiletten erfolgen kann.
3. zu überprüfen, ob in städtischen Schultoiletten für Mädchen
ausreichend Mülleimer in den Toilettenkabinen zur Verfügung stehen,
damit Hygieneprodukte ordnungsgemäß entsorgt werden können.
Sowie zu überprüfen, ob in städtischen Schultoiletten auf sämtlichen
Toiletten Hinweise (ggf. in mehreren Sprachen) zur ordnungsgemäßen
Entsorgung von Hygieneprodukten vorhanden sind.
4. zu prüfen, inwieweit auch die Zurverfügungstellung auf öffentlichen
Toiletten (z. B. im Stadthaus) möglich ist und dies testweise über einen
Zeitraum von sechs Monaten durchzuführen. Nach einer Testphase von
sechs Monaten wird über die Erfahrungen berichtet.
Begründung
Wenngleich die Menstruation ein natürlicher Vorgang ist, so wird sie heute
jedoch noch oft problematisiert oder tabuisiert. In verschiedenen KulturkreisenSeite 1 von 3
Seite 2
wird die Monatsblutung z. B. als etwas „Unreines“ empfunden. Hierdurch
entsteht ein stark negativ behafteter Umgang mit der Menstruation, die
beispielsweise dazu führt, dass menstruierende Mädchen sich
fälschlicherweise für sie schämen und dem Unterricht oder zumindest dem
Sportunterricht fernbleiben. Hinzukommt, dass gerade junge Mädchen ihre
Menstruation nicht in regelmäßigen Abständen haben. Sie werden also unter
Umständen nicht nur von der ersten Monatsblutung „überrascht“, ohne die
notwendigen Hygieneprodukte dabei zu haben. Auch dies führt durchaus zum
früheren Verlassen des Unterrichts oder zur Nichtteilnahme am Sportunterricht.
Letztlich spielt auch eine Rolle, dass in manchen Familien zum Beispiel
aufgrund religiöser Überzeugung die Verwendung von Tampons sanktioniert
oder abgelehnt wird; das bestätigen z.B. Studien der WHO. Diese Frauen
benötigen eine anonyme Bezugsquelle für Tampons, weil sie sich sonst unter
Umständen nicht trauen, Schulsekretär:innen oder andere Personen in der
Schule darum zu bitten.
Auch der finanzielle Aufwand für Hygieneprodukte ist nicht zu unterschätzen.
Durchschnittlich 500-mal bekommt eine Frau im Laufe ihres Lebens ihre
Periode. Nach einer Berechnung von erdbeerwoche.com müssen Frauen im
Laufe ihres Lebens somit durchschnittlich ca. 1.920 EUR für Tampons bzw. ca.
480 EUR für Binden aufwenden. Gerade für Mädchen, in deren Familien kein
offener Umgang mit der Menstruation gepflegt wird oder deren Familien nicht
über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, kann dies ein großes Problem
sein. Letzteres beschreibt man mit dem Begriff der „Periodenarmut“. Diese
Mädchen und Frauen behelfen sich teilweise auch mit anderen Mitteln, die
jedoch zu Gesundheitsrisiken führen können, zum Beispiel wenn Tampons
nicht regelmäßig gewechselt werden. Kostenfreie und anonyme Angebote wie
die Auslage in den städtischen Schultoiletten unter Zuhilfenahme von
Automaten, wie sie künftig in Hamm erprobt werden, können förderlich sein, um
den jungen Mädchen zu helfen.
Bislang wird von der Stadt Bonn entsprechend der Stellungnahme 210096-02
ST „den weiterführenden Schulen ein Kontingent von Hygieneartikeln zur
Verfügung stellen, damit sich in etwaigen Notfallsituationen der beschriebenen
Art junge Frauen z.B. an Schulsekretärinnen oder Vertrauenslehrerinnen oder
schuleigene „Sanitätsdienste“ wenden können.“ Wie die konkrete Organisation
erfolgt, bleibt den Schulen selbst überlassen. Zur Begründung, warum keine
Auslage erfolgt, wurde u. a. angeführt, dass diese zu einer Verstopfung der
Schultoiletten führen können. Die Verwaltung ließ hierbei jedoch außer Acht,
dass es bisweilen schon Automatenlösungen unterschiedlicher Art (z. B. mit
Münzbetrieb unter Zurückerhalt der Münze) für diese Fälle gibt. Allerdings sind
auch mangelnde Aufklärung oder die fehlende Verfügbarkeit von Mülleimern in
den Toilettenkabinen ein Aspekt. So könnten beispielsweise auch Tampons
oder sonstige Hygieneprodukte, die von Mädchen und Frauen selbst
mitgebracht werden, oder sonstige Gegenstände unsachgemäß in Toiletten
entsorgt werden. Um diesem vorzubeugen, braucht es die notwendigen
Entsorgungsmöglichkeiten und auch -hinweise – nötigenfalls auch in mehreren
Sprachen. Die Bereitstellung von kostenlosen Menstruationsprodukten soll von
den Schulen in die bestehenden Konzepte gegen Vandalismus in Schultoiletten
(zum Beispiel durch Toilettenpapier) aufgenommen werden.Seite 2 von 3
Seite 3
Frauen sind auch außerhalb des Schulalltags von Periodenarmut oder einem
tabuisierten Umgang mit Menstruation betroffen. Um auch ihnen eine
Möglichkeit zu geben, sich behelfen zu können, soll auch eine Auslage bzw.
Zurverfügungstellung in anderen öffentlichen Toiletten (z. B. Stadthaus)
testweise durchgeführt werden. Eine entsprechende kostenlose Ausgabe von
Menstruationsprodukten gibt es z.B. bereits in Schottland oder neuerdings an
den Universitäten in Frankreich. Bonn hätte als UN-Stadt so die Gelegenheit,
sich bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele, insbesondere 3
(Gesundheit) und 5 (Geschlechtergerechtigkeit), als engagiert und innovativ,
d.h. als Vorreiterin zu zeigen.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 22:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de