210765 · Mitteilungsvorlage
Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland – Information über die für 2022 eingereichten Anträge, Bericht über die in 2021 geförderten Projekte
Kerndaten
- Nummer
- 210765
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 06.05.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (12.675 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 210765 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland – Information über die für 2022 eingereichten Anträge, Bericht über die in 2021 geförderten Projekte Beratungsfolge Kulturausschuss 08.06.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland dient dazu, die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebots im Rheinland zu stärken und zu bewahren sowie weithin wahrnehmbar und erlebbar zu machen. Neben dem LVR und den Mitgliedskörperschaften des LVR sind seit dem Jahr 2020 auch kreisangehörige Städte und Gemeinden, Museen, Sammlungen, Archive, operativ tätige Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Institutionen, Jugend- und Bürgerzentren in gemeinnütziger Trägerschaft, kirchliche Institutionen, selbstständige öffentliche Einrichtungen und Fördervereine antragsberechtigt. Dritte müssen sich zwecks Antragstellung rechtzeitig an die für sie zuständigen Kreise und kreisfreien Städte wenden. Für eine formelle Antragstellung beim LVR sind die Anträge dann durch die zuständige Mitgliedskörperschaft bis spätestens zum 31.03 eines jeden Jahres für das Folgejahr einzureichen. Die Verwaltung ist seit 2014 verpflichtet, den Kulturausschuss über die beim LVR eingereichten Anträge im Rahmen der Regionalen Kulturförderung zu informieren. Eingereichte Anträge für das Jahr 2022 Für das Förderjahr 2022 wurden dem LVR durch die Verwaltung sechs Anträge nach Vorprüfung der Unterlagen mit folgender alphabetischer Reihenfolge der Antragsteller fristgerecht weitergereicht: 1. Projekt: Evarist Adam Weber – Ausstellung Projektträger: August Macke Haus gGmbH Beantragte Förderung: 10.000 € Für den Herbst 2022 ist die Ausstellung zu Leben und Werk von Evarist Adam Weber im Museum August Macke Haus in Bonn anvisiert. Sie möchte einen Künstler dem Vergessen entreißen, der der sogenannten verschollenen Generation zugerechnet wird. In den Jahren vor und nachSeite 1 von 5 Seite 2 dem Ersten Weltkrieg war Weber Teil der aufregenden Kunstszene in Düsseldorf. Er gehörte zu den äußerst talentierten Druckgrafikern, deren Holzschnitte in maßgeblichen Zeitschriften der Zeit publiziert wurden. Der Künstler dahinter jedoch, sein Gesamtwerk blieb unsichtbar. Nach dem Tod Webers, der nach seiner Heirat den Lebensmittelpunkt nach Süddeutschland verlegte, wurde sein Werk verstreut. Einzelne Arbeiten tauchen in den letzten Jahren immer mal wieder in Auktionen auf, einige Arbeiten befinden sich in Museumsbesitz, in seiner Heimatstadt Aachen oder in den Staatlichen Grafischen Sammlungen München. Es gilt nun, im Zuge des Ausstellungsvorhabens, Wissenslücken zu schließen. Leben und Werk sollen erforscht werden, um einen Eindruck des gesamten künstlerischen Schaffens zu erhalten. Dabei kann das Museum auf einen Grundstock von Grafiken und einzelnen Ölgemälden zurückgreifen, die sich in einer privaten Sammlung befinden. Weitere Recherchen über Ausstellungsbeteiligungen des Künstlers ebenso wie über den Verbleib wichtiger Arbeiten, sollen zur Vervollständigung der Kenntnis beitragen. 2. Projekt: Ausstellung und Produktion/Installation öffentliche Skulptur: Klima IX Projektträger: Bonner Kunstverein Beantragte Förderung: 20.000 € Klima IX umfasst eine Ausstellung mit der Künstlerin Lucie Stahl (b.1977, Berlin) und eine Skulptur, entworfen für den öffentlichen Raum. Das Projekt knüpft an die langjährige Auseinandersetzung der Künstlerin mit ökologischen Belangen, globale Erwärmung und insbesondere dem Nutzen fossiler Brennstoffe. Für die Ausstellung wird Lucie Stahl unter anderem eine ortsspezifische Arbeit entwickeln, die auf ihren Recherchen rund um den Tagebau Hambach beruht. Ihr Ansatz ist recherchebasiert, eröffnet in ihren Betrachtungen jedoch auch poetisch motivierte Dimensionen. Eine zweite Arbeit erstellt die Künstlerin für den offenen Platz vor dem Bonner Kunstverein, bei dem sie industrielle Elemente mit Merkmalen einer Gebetsmühle kombiniert und so in einem öffentlichen Kunstwerk diverse bedeutende Aspekte des regionalen kulturellen Erbes miteinander verknüpft. Der Beitrag einer weiblichen Künstlerin stellt dabei einen bedeutenden Beitrag zu Form und Fokus der öffentlichen Skulptur in Bonn dar. 3. Projekt: Aufzüge im Deutschen Museum Bonn Projektträger: Deutsches Museum Bonn im Wissenschaftszentrum Beantragte Förderung: 100.000 € Das Deutsche Museum Bonn, seit 1995 in den Untergeschossen des Wissenschaftszentrums in der Ahrstraße 45 in Bonn zur Miete untergebracht, plant einen Außenaufzug direkt an seinem Haupteingang und einen Innenaufzug. Außen soll der Aufzug eine zweiteilige Treppe vom EG ins 1. UG überbrücken und innen zwei Etagen vom 1. UG ins 2. UG, die bislang über eine Freitreppe erschlossen werden, und jeweils umgekehrt. Bislang nutzt das Museum zwei Aufzüge des Wissenschaftszentrums (Vermieter). Diese sind aber weit entfernt und nur nach telefonischer Voranmeldung und mit Hilfe von Begleitpersonen sowie des Museumspersonals umständlich und nicht sehr respektvoll benutzbar. Ein selbstbestimmter Museumsbesuch ist Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen dadurch nicht möglich! Im Rahmen einer Umgestaltung des Museums soll dieses Desiderat nunSeite 2 von 5 Seite 3 behoben werden. Beide Aufzüge werden es künftig Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen ermöglichen, das Museum selbstbestimmt besuchen zu können ggf. auch ohne Begleitung! Auch Gruppen von Förderschulen sowie Schulen des Gemeinsamen Lernens, die die Bildungsangebote des Museums nutzen, müssen dann nicht mehr durch die separierende Eingangssituation und Raumdisposition getrennt werden. Dies reduziert den Betreuungsaufwand und sorgt für mehr Bildungsgleichheit. 4. Projekt: Schwarz-Weiß. Deutsche Kolonien und Geschichte der Afrodeutschen aus weiblicher Perspektive Projektträger: Frauenmuseum – Kunst, Kultur, Forschung e.V. Beantragte Förderung: 96.000 € (aufgeteilt auf die Jahre 2022, 2023 und 2024) Die deutsche Kolonialgeschichte ist noch immer wenig bekannt und wird oft verdrängt. Es ist dringend nötig, dass die deutsche Gesellschaft sich ihrer historischen Verantwortung bewusstwird und sich kritisch mit den Folgen des Kolonialismus auseinandersetzt. Die Geschichte der Schwarzen besteht in Deutschland bis heute aus vielen weißen Flecken. Rassismus zeigt sich auch durch Ignorieren und darin, dass die Geschichte der Afrodeutschen (oder anderer Minderheiten) totgeschwiegen wird. Das Fehlen der eigenen Geschichte ruft ein Gefühl der Heimatlosigkeit hervor und verhindert Integration. Dem will das Frauenmuseum mit seiner Ausstellung entgegentreten, um Schwarzen zu zeigen, dass Deutschland auch ihre Heimat ist, in Anlehnung an die von der UN beschlossene Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung (2014-2024). Ziel der Dekade ist es, "die Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung von Menschen Afrikanischer Abstammung zu fördern und rassistische Diskriminierung und Rassismus zu bekämpfen". Die Ausstellung verfolgt dieselbe Zielsetzung. Sie will Vorbilder vorstellen: Schwarze Frauen, die in Deutschland ihren Alltag meisterten oder für ihre Rechte kämpften, die in Kultur, Politik oder Wissenschaften großen Leistungen vollbrachten, wie z.B. May Ayim, Aktivistin und Lyrikerin. 5. Projekt: Wir machen Zukunft! – künstlerisches Forschen Mit jungen Menschen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit Projektträger: Kulturamt der Bundesstadt Bonn Beantragte Förderung: 75.000 € (aufgeteilt auf die Jahre 2022, 2023 und 2024) Nachhaltigkeit, das Thema ist jungen Menschen besonders wichtig. In einem auf drei Jahre angelegten Projekt der bildenden Kunst erforschen junge Menschen zwischen 5 und 21 Jahren gemeinsam mit KünstlerInnen, wie die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart mit dem Thema umgegangen sind und was es braucht, in Zukunft nachhaltig die Ressourcen unserer Welt einzusetzen. In Expeditionen werden dabei Orte künstlerisch erforscht, die Gegenwart, Vergangenheit sowie Zukunft zeigen, wie z. B. Deutsches Museum Bonn, Bio-Bauern der Ville, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg oder das UNFCCC-Klimasekretariat, um diese Expertisen zu nutzen. Anschließend werden im Forschungsatelier mit den Mitteln der bildenden Kunst aus den gewonnenen Eindrücken unter professioneller künstlerischer Anleitung Zukunftskonzepte entwickelt und greifbar gestaltet. Im 1. Projektjahr wird der Fokus auf die Vergangenheit gelegt: Wie habenSeite 3 von 5 Seite 4 unsere Vorfahren Krisen gemeistert? Im 2. Jahr wird die Gegenwart beleuchtet: Wie leben wir mit Globalisierung? Im 3. Jahr wenden wir uns der Zukunft zu: Welche Fiktionen entwickeln wir dazu? Jede Expedition birgt eine Fülle von Eindrücken, die dann im Kreativlabor in eine Vision für die Zukunft verwandelt wird. In jedem Jahr wird eine Mitmachaustellung weiteren Gruppen durch Animationsworkshops in der Ausstellung die Möglichkeit der Partizipation geben. Zukunftsperspektiven zu modellieren ist das Ziel der Workshop-Reihe. 6. Projekt: Aktive Erinnerungskultur Projektträger: Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek der Bundesstadt Bonn Beantragte Förderung: 60.000 € (aufgeteilt auf die Jahre 2022 und 2023) Bonn steht für eine freie, lebendige und durchaus streitbare Erinnerungskultur. Das gilt nicht zuletzt für die Themen Krieg und Gewalt, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Chauvinismus und Nationalismus und zeigt sich in historischen Phänomenen wie Antisemitismus, Kolonialismus, Militarismus, Imperialismus oder Nationalsozialismus. Sichtbar und (be)greifbar wird Erinnerungskultur insbesondere an Hand von Grabmälern, Denkmälern, Namen von Straßen, Plätzen und Institutionen sowie anlässlich Gedenktagen bzw. deren Inszenierung. Vermehrt werden in letzter Zeit Anliegen aus der Bürgerschaft an die (Kultur)Verwaltung herangetragen, die u. a. die Umbenennung von Straßen, Plätzen, Häusern und Institutionen anregen oder fordern, die eine tatsächliche oder vermeintliche Heraushebung von Gräbern in Frage stellen oder die Sinnhaftigkeit einzelner Denkmäler bezweifeln. Vor diesem Hintergrund und der Notwendigkeit einer einheitlichen und abgewogenen Beurteilung der Anliegen einerseits und um andererseits ein Gesamtbild der historischen Bezüge im Stadtbild zu gewinnen, ist die Einrichtung eines Projekts "Aktive Erinnerungskultur" geplant. Für dieses Projekt soll ein/eine auf zwei Jahre befristete*r teilzeitbeschäftigte*r Historiker*in (Schwerpunkt Geschichte 19./20. Jh., ggfs. auch Politikwissenschaftler*in) als Honorarkraft eingestellt werden. Über die für das Jahr 2022 (ff.) beantragten Förderungen werden die Gremien des LVR voraussichtlich Ende 2021 entscheiden. Bewilligte Anträge für das Jahr 2021 Für das Förderjahr 2021 wurden dem LVR durch die Verwaltung der Bundesstadt Bonn fünf Anträge nach Vorprüfung der Unterlagen fristgerecht eingereicht (siehe DS-Nr. 200598). Folgende zwei Anträge erhielten daraufhin eine Förderung: 1. „#makemuseum: Neukonzeption des StadtMuseums Bonn“ Bundesstadt Bonn-Stadtmuseum Beantragt: 68.300 € (aufgeteilt auf 2021 und 2022) Bewilligt: 68.300 € (aufgeteilt auf 2021 und 2022) 2. „REWIND // zurück zum Anfang“ Ausstellungs- undSeite 4 von 5 Seite 5 Veranstaltungsprojekt Bonner Kunstverein Beantragt: 20.000 € (für 2021) Bewilligt: 20.000 € (für 2021) Projekt wird nach letztem Stand nicht mehr durchgeführt, aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Abgelehnte Anträge für das Jahre 2021 Folgende Anträge wurden abgelehnt, bzw. zurückgezogen: 1. „Klassik für Alle – Das andere Kammermusikfestival in Bonn“ Hagerhof Konzerte e.V. Beantragte Förderung: 5.000 € abgelehnt (aber für mögliche Förderung aus HH-Mitteln vorgemerkt) 2. „Memorials for the Lost | Denkmäler für die Verlorenen“ DAS ESSZIMMER – Raum für Kunst+ Beantragt: 5.628 € abgelehnt da Fortsetzungsmaßnahme 3. „Afrodeutschland - Arts – Science – Culture – Empowerment“ -Afrodeutsche Künstlerinnen im Frauenmuseum Bonn- Frauenmuseum - Kunst, Kultur, Forschung e.V. Beantragte Förderung: 40.500 € Antrag wurde vom Frauenmuseum bereits im Mai 2020 zurückgezogen. Folgende mehrjährige Projekte erhielten ebenso eine Förderung: 1. „spARTe EINSZWEIDREI“, 2019 – 2021, Stadt Bonn – Kulturamt Beantragt: 30.000 € (für 2021) Bewilligt: 30.000 € (für 2021) Förderung LVR gesamt: 90.000 €, d.h. je 30.000 € für die Jahre 2019- 2021 2. „Junge Paläontologen“ Bürgerschaftliche Nachwuchsförderung mit rheinischen Fossilien im Goldfuß-Museum 2020 - 2021 Goldfuß-Museum, Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn Beantragt: 130.000 € (je 65.000 € für 2020 und 2021) Bewilligt: 130.000 € (je 65.000 € für 2020 und 2021) Anlage/n KeineSeite 5 von 5
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de