210736 · Mitteilungsvorlage
Sachstand und Ausblick zum Aufbau einer LoRaWAN-Infrastruktur
Kerndaten
- Nummer
- 210736
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 04.05.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210736 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 10 Personal- und Organisationsamt Dezernat: Dez. I Sachstand und Ausblick zum Aufbau einer LoRaWAN-Infrastruktur Beratungsfolge Unterausschuss für Digitalisierung und Organisation 20.05.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Long Range Wide Area Network (kurz LoRaWAN) ist ein Funknetzwerk, um über größere Strecken hinweg z.B. Daten von batterie- oder solarbetriebenen Sensoren zu übermitteln. Drei Vorteile machen LoRaWAN sehr interessant: Ein sehr niedriger Energieverbrauch der Sensoren für die Funkübertragung, sehr kostengünstige Installation und Funkanbindung der Sensoren, eine große Reichweite und wenig notwendige Empfangsstationen. Mit dem sogenannten Internet der Dinge (IoT) eröffnen sich Anwendungsbereiche von Kühlketten monitoren, bei der Gebäudeverwaltung (sind Fenster oder Türen offen?), Luft- und Klimadaten erfassen, Verkehrsströme messen, Wasserschächte oder Vorratsbehälter (Streusalz, Treibstoff) monitoren oder Feuchtigkeitsbedarf in Beeten oder bei Bäumen messen. LoRaWAN bietet ein breites Potential für Anwendungen und ist ein wichtiger Baustein und bietet viele Mehrwerte für eine Smart City Bonn. Ergänzend zu dieser Mitteilungsvorlage wird die Verwaltung in der Sitzung einen Einblick zu der Umsetzung in der Praxis zeigen. Unterstützung der LoRaWAN Initiative The Things Network (TTN) Das Things Network ist eine globale, offene, kostenlose und dezentrale organisierte Initiative. Freiwillige übernehmen im Digitalen Ehrenamt die Betreuung des sogenannten TTN-Netzwerkes. Die Community kann so kollaborativ, überregional bzw. über viele Länder auf der ganzen Welt Anwendungen zum Internet der Dinge aufbauen. Weitere Informationen finden zu der Initiative finden sich unter: https://www.thethingsnetwork.org Der LoRaWAN-Kooperationsverbund der Stadt Bonn, Stadtwerke Bonn und Hochschule Bonn-Rhein Sieg (H-BRS) unterstützt das digitale Ehrenamt bzw. die Community basierte LoRaWAN-Initiative „The Things Network (TTN)“. An 5 Standorten wurden hierzu im Bonner Stadtgebiet LoRaWAN-Gateways installiert und in Betrieb genommen, welche als Empfangsstationen die Sensordaten der Community auf der TTN-Datenplattform offen und frei bereitstellen können. Die Besonderheit der Unterstützung und den neuen Installationen liegt darin, dass die LoRaWAN-Gateways an Türme der Stadtwerke Bonn auf dem Hardtberg, der Heizkraftwerke Nord und Süd sowie auf dem Stadthausdach und Gebäude des Bahnbetriebshofes Beuel angebracht sind und durch die Hochpunkte eine sehrSeite 1 von 3 Seite 2 gute Reichweite und Abdeckung für das Bonner Stadtgebiet und auch das Umland gewährleisten. Die Gateway-Infrastruktur ergänzt weitere privat betriebenen TTN- Gateways und verbessert die Netzabdeckung. Der Unterstützung bezieht sich auf den Betrieb von 5 Gateways ohne weiteren technischen Support/ Betriebsverpflichtung gegenüber Dritten und erfolgt durch den Kooperationsverbund der Stadt Bonn und Stadtwerke. Die Hochschule Bonn- Rhein-Sieg unterstützt dabei beratend. LoRaWAN-Betriebsinfrastruktur im Konzernverbund In einer Kooperation zwischen Stadtwerke Bonn, Stadt Bonn und der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg wurde ein LoRaWAN-Funknetz primär für Betriebskomponenten in der innerbetrieblichen Nutzung der Stadtwerke Bonn und Stadt Bonn aufgebaut. In einer Pilotphase wurden hierzu Erfahrungen im Rahmen des technischen LoRaWAN-Netzkomponenten und der Hardware-Sensorik gesammelt. Den Aufbau, die Installation und den zukünftigen Betrieb des LoRaWANs übernehmen die Stadtwerke Bonn. Aktuell befinden sich 12 Gateways im Einsatz. Neben der innerbetrieblichen Nutzung soll durch die Stadtwerke Bonn die LoRaWAN- Infrastruktur zukünftig auch für Anwendungsfälle von Dritten mit zur Verfügung gestellt werden. Hierzu ist in Folge auch eine Leistungsvereinbarung und technischer Support gegenüber Dritten denkbar. Durch eine Zusammenarbeit mit der bonnorange AÖR wurde zwischenzeitlich ein flächendeckender Feldstärketest durchgeführt, um die Netzabdeckung und Qualität der Datenübertragung zu ermitteln. Durch die Einbindung und Unterstützung von der bonnorange AÖR konnte jeweils ein Sensor auf den Dächern von sechs Müllfahrzeugen installiert werden, die mit der flächeneckenden Befahrung im gesamten Bonner Stadtgebiet aktuell bereits mehr als 150.000 Einzelmessungen ermöglicht haben. Die Signale werden nicht nur vom jeweiligen Sensor an die nächstgelegene Antenne gesendet. Vielmehr versuchen alle Antennen gleichzeitig das vom Sensor gesendete Signal zu empfangen und halten so fest, mit welcher Stärke das Signal ankommt. Auf diese Weise ergibt sich ein genaues Bild über die Empfangsqualität und Netzabdeckung im Stadtgebiet Bonn. Wissenschaftler der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg arbeiten derzeit an einer detaillierten Auswertung der Daten, um diese auf einer internationalen Konferenz zu präsentieren. Es wird erwartet, dass durch die Definition eines „Bonn-Modells“ ein signifikanter Beitrag für zukünftige Prädiktionen von Signalstärken geschaffen werden kann. Der Anwendungsfall „Asset-Tracking“ bei bonnorange könnte künftig dazu dienen, die zahlreichen LKW-Abrollgroßcontainer (z.B. für Grünsammlungen an verschiedenen Standorten) im gesamten Bonner Stadtgebiet schneller zu lokalisieren und im Bedarfsfall Routenoptimierungen durchführen zu können. Hierbei werden die LKW-Abrollgroßcontainer mit einem LoRaWAN-Sensor ausgestattet, der ihrerseits in regelmäßigen Abständen (z.B. täglich) den Standort an eine zentrale Datenplattform übermitteln. Dadurch erhält die Disposition einen schnelleren Überblick und kann Container schneller an der benötigten Stelle zur Verfügung stellen. Ein weiterer spannender Anwendungsfall hat sich durch die Anforderung des Gesundheitsamtes ergeben, dass die Kühlschranktemperaturen in den Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen dauerhaft zu überwachen und zu dokumentieren sind. Die fachgerechte Lagerung der temperaturempfindlichen Medikamente muss jederzeit gewährleistet sein. Mittels eines LoRaWAN-fähigen Temperatursensors in den Kühlschränken ist eine fortlaufende und dauerhafte Überwachung der Temperatur im Kühlschrank sicherzustellen. DieSeite 2 von 3 Seite 3 Lagertemperatur der darin befindlichen Medikamente wird so optimal überwacht. Die gewonnenen Daten sollen ebenfalls über eine zentrale Datenplattform den zuständigen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Ausblick Anfang 2021 haben Stadtwerke Bonn nun gemeinsam mit der Stadt Bonn beschlossen, den nächsten Meilenstein im LoRaWAN-Projekt umzusetzen. Die Pilotphase wird in eine Anlauf- und Betatestphase für den Produktivbetrieb überführt. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Stadt verwaltungsintern LoRaWAN für stadtinterne Optimierungsprozesse offensiver bewerben kann. So können Fachbereiche ihre Bedarfe und den Umfang der jeweiligen Lösung formulieren. Darüber hinaus bietet sich so der Vorteil, dass die Netzauslastung erhöht wird und sich beide Seiten an zukünftig zu erfüllende technische Service- Levels herantasten können. Ressourcenplanung Haushalt 2021/ 2022 Im Strategiepapier Digitale Verwaltung (siehe hierzu Anhang der Drucksache 202357 Strategiepapiere zur Entwicklung einer Smart City) sind die städtischen Ressourcenbedarfe in der Maßnahmenliste jeweils in dem Cluster Informations- und datendienste sowie Cluster IT-Kommunikationsinfrastruktur dargestellt. Für den Betrieb und Ausbau einer LoRaWAN-Infrastruktur sind die Maßnahmen aus den Umsetzungsstufen S, M und L mit personellen Anteilen insbesondere zu der „Urban Data Platform“ für das Datenmanagement inkl. Open Data und Datenvisualisierung sowie „WLAN-Installationen in städtischen Gebäuden sowie LoRaWAN (IoT) Sensorenadministration, Support, technische Umsetzung/ Management“ für die Hardwareadministration und Betreuung notwendig (siehe Maßnahmenliste Seite 42 und 45). Die für den weiteren LoRaWAN-Ausbau und auf Dauer angelegten technischen Betrieb der Sensoren-Hardware und einem Open Source basierten städtischen Datenmanagement sind die notwendigen Personalressourcen nicht vorhanden und erfordern eine diesbezügliche Beschlussfassung über die im S-Paket etatisierten Ressourcen hinaus. Zu LoRaWAN positionieren sich andere Kommunen bereits deutlicher und investieren in die Infrastruktur. In der terminlichen Perspektive kann nach einem positiven Votum in den Haushaltsberatungen, nach einem genehmigten Haushalt, einem durchgeführten Stellenbesetzungsverfahren und einer erfolgten Einarbeitung der Produktivbetrieb dann ab Mitte 2022 inhaltlich fortgeführt werden. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de