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210703-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Schutz des Wasserkreislaufs und Rattenbekämpfung auf Bonner Stadtgebiet

Nummer
210703-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
25.05.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
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  1. 210703 Schutz des Wasserkreislaufs und Rattenbekämpfung auf Bonner Stadtgebiet

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
210703-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Schutz des Wasserkreislaufs und
Rattenbekämpfung auf Bonner Stadtgebiet
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
Kenntnisnahme
Rat Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
1. Wie wurde in den vergangenen Jahren den verschärften
Anwendungsbestimmungen und Risikominderungsmaßnahmen bei der
Verwendung von antikoagulanten Rodentiziden Rechnung getragen?
Wie wird bei einem Einsatz entsprechender Giftköder auf Stadtgebiet
sichergestellt, dass es zu keinem Kontakt mit (Ab-)Wasser kommen
kann?
Die Rattenbekämpfung im Kanal wurde in den letzten Jahren vollständig
umgestellt. Um den gesetzlichen Forderungen nachzukommen, werden
Rattenköder nur noch dort ausgelegt, wo auch ein Befall festgestellt wurde. Die
betroffenen Schächte werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert und so
lange nachbeködert, bis der Rattenbefall getilgt ist. Die verbliebenen Giftköder
werden anschließend rückstandslos aus dem Kanal entfernt. Um den Kontakt
zum Abwasser zu vermeiden, wurden speziell für den Einsatz im Kanal
entwickelte Köderboxen angeschafft. Diese werden überall dort eingesetzt, wo
ein Überstau der Kanäle und damit eine Durchfeuchtung der Köder zu erwarten
ist.
2. Welche Gründe sind für die in DS 202316 dargestellte Umstellung von
externer Vergabe auf eigenes Personal bei der Rattenbekämpfung in
der Kanalisation ausschlaggebend gewesen? Ist mit diesem Wechsel
auch eine geänderte Vorgehensweise bei der Rattenbekämpfung (z.B.
in Bezug auf die unter 1. dargestellten Aspekte) verbunden?
Für die Umstellung der Rattenbekämpfung auf eigenes Personal waren zwei
wesentliche Gründe ausschlaggebend.
Die Bekämpfung kann nun fachgerechter, und zuverlässiger durchgeführt
werden, als es zuvor mit den Fremdunternehmen möglich war. Dabei wird ein
rechtssicheres Arbeiten gewährleistet. Auf Meldungen aus der Bevölkerung
kann schneller reagiert werden und die vorgeschriebenen Kontrollintervalle
werden eingehalten. Das eigene geschulte Personal stellt zudem eine
Ursachenforschung sicher, die wir in diesem Umfang bei Fremdunternehmen
nicht feststellen konnten. Weiterhin konnte auch die Kommunikation mit denSeite 1 von 3
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betroffenen Bürgern und den zuständigen Dienststellen der Verwaltung
verbessert werden, weil zuverlässiger erkannt wird, ob es sich um einen
oberirdischen Befall handelt oder die Tiere ausschließlich auf eine Population
im Kanal zurückzuführen sind. Auch der Einsatz neuer Techniken, wie z.B. die
bereits erwähnten Köderboxen, ist nun wesentlich einfacher umzusetzen.
Der zweite wichtige Grund für die Entscheidung für eigenes Personal waren die
monatlichen Kosten, die durch die Umstellung deutlich reduziert werden
konnten.
3. Welche Erkenntnisse hat die Verwaltung über den Erfolg der
städtischen Maßnahmen zur Rattenbekämpfung in den letzten Jahren?
Lässt sich eine Aussage darüber treffen, ob die Maßnahmen der Stadt
tatsächlich zu einer nachhaltigen Dezimierung der Rattenpopulation
führen? In welchem Umfang kommen in der Rattenbekämpfung derzeit
tierschutzgerechtere Methoden als der Einsatz von Giftködern in Bonn
zum Einsatz, wie sie die Verwaltung bereits in DS 1612076ST2 erwogen
hat?
Seit Inkrafttreten der neuen Biozidverordnung ist die Rattenpopulation im
Stadtgebiet leider wieder angestiegen. Während Giftköder noch bis vor
wenigen Jahren frei im Fachhandel erhältlich waren, ist es für nicht fachkundige
Personen nun nicht mehr möglich, wirksame Rattenköder zu erwerben. Die
private Beköderung durch die Bevölkerung, die immerhin etwa ein Drittel der
gesamten Rattenbekämpfung ausgemacht hat, ist somit ersatzlos entfallen, und
die Tiere konnten sich an etlichen Stellen im Stadtgebiet wieder ausbreiten.
Sofern von privater Seite keine professionellen Schädlingsbekämpfer
beauftragt werden, hat die Stadt lediglich die Möglichkeit, die Kanäle und
öffentlich Flächen um die betroffenen Grundstücke herum zu beködern, was die
Population nicht immer eindämmt. Weiterhin konnten die eingesetzten
Fremdunternehmen die Kontrollintervalle nicht immer einhalten, wodurch der
Rattenbefall vielerorts nicht nachhaltig getilgt werden konnte. Zudem wurde
festgestellt, dass die Ausschreibungen für die Schädlingsbekämpfung an
externe Unternehmen eher mäßige Erfolge hervorgebracht haben. Umso
erfreulicher ist es daher, dass nun mit eigenem Personal eine fachgerechte
Bekämpfung möglich ist. Nach knapp vier Monaten sind bereits deutliche
Erfolge zu verzeichnen. So konnte die Rattenpopulation beispielsweise an
einigen Stellen vollständig getilgt werden, an denen es in den vergangenen
Jahren regelmäßig zu größeren Ausbrüchen kam.
Leider gibt es derzeit noch immer keine wirkliche Alternative zu der
Bekämpfung der Ratten mit Giftködern. Auch die damals thematisierten
Schlagfallen (Smart Trap) wurden inzwischen in mehreren Kommunen mit nur
mäßigem Erfolg getestet. Ob diese Art der Bekämpfung tatsächlich
tierschutzgerechter ist, bleibt zudem fragwürdig. Nicht immer werden die Tiere
durch einen gezielten Schlag auf das Genick sofort getötet. Sollte das Tier nur
teilweise getroffen werden, könnte das zu einem qualvollen Tod führen. Die
Giftköder hingegen sorgen dafür, dass das Tier innerlich verblutet, was nach
einhelliger Expertenmeinung mit keinerlei Schmerzen verbunden ist.
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Datenstand: 03.11.2026, 12:13 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de