210405 · Mitteilungsvorlage
Lokale Agenda-Büro - Durchgeführte und laufende Projekte 2020/2021
Kerndaten
- Nummer
- 210405
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 30.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210405 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Lokale Agenda-Büro - Durchgeführte und laufende Projekte 2020/2021 Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 21.04.2021 Kenntnisnahme Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 21.04.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Das Lokale Agenda-Büro der Stadt Bonn berichtet dem zuständigen Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Projekte des vergangenen Jahres und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in das Folgejahr. Bei der vorliegenden Zusammenfassung handelt es sich um eine Information in kompakter Form. Für weitere detaillierte Informationen zu den Projekten und Aktivitäten des Lokale Agenda-Büros wird im Text entweder auf Ausschussvorlagen oder auf Internetseiten verwiesen. Der Jahresbericht 2020 des Lokale Agenda-Büros ist in folgende sechs Kapitel unterteilt: Personelle Ausstattung Zentrale Themen Fairer Handel Bio-Stadt Veranstaltung: „Bonn – Rundum Nachhaltig“ Weitere Handlungsfelder/Projekte Öffentlichkeitsarbeit 1. Personelle Ausstattung Die personelle Situation war im Jahr 2020 besonders herausfordernd: Von vier Mitarbeiterinnen im Lokale Agenda-Büro befindet sich die bisherige einzige Vollzeitkraft bereits seit Anfang 2020 in Elternzeit. Zusätzlich fiel eine weitere Mitarbeiterin mit halben Stellenanteil (Fachbereich Fair Trade Town) von Mitte Februar bis Ende Oktober krankheitsbedingt aus. Sie konnte die Arbeit zum 2. November - mit für einen Monat reduzierter Stundenzahl – wieder aufnehmen. Um im Bereich Fair Trade Town einen Teil der Aufgaben zu übernehmen, hat eine der verbliebenen Mitarbeiterinnen die Arbeitszeit ab 1. Mai von 30 Stunden auf Vollzeit erhöht. An dieser Stelle wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass der Kooperationsvertrag mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, in dessen RahmenSeite 1 von 11 Seite 2 die Hochschule eine Mitarbeiterin mit einer befristeten Halbtagsstelle für den Aufgabenbereich Bio-Stadt an die Stadt Bonn zugewiesen hat, zum 31.12.2021 ausläuft. 2. Zentrale Themen 2.1 Nachhaltigkeitsbericht / Nachhaltigkeitsstrategie Gemäß Beschluss des Hauptausschusses informiert das Lokale Agenda-Büro die Öffentlichkeit, den Ausschuss und den Rat alle drei Jahre in einem fortgeschriebenen Bericht über die nachhaltige Entwicklung in Bonn (kurz: Nachhaltigkeitsbericht) über Entwicklungstendenzen und geplante Maßnahmen. Der im März 2020 veröffentlichte fünfte Nachhaltigkeitsbericht bildet den Zeitraum 2016 bis 2018 ab. Erstmals berücksichtigt dieser Bericht auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs), deren Umsetzung auf lokaler Ebene sich die Stadt mit der Anfang 2019 verabschiedeten kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie in besonderem Maße verpflichtet hat. Mit insgesamt 55 Indikatoren in den vier Leitkategorien „Wohlbefinden“, „Soziale Gerechtigkeit“, „Umweltqualität und Ressourceneffizienz“ sowie „Wirtschaftliche Effizienz“ ist der Bericht so umfangreich wie nie zuvor. Für jeden Indikator in dem Bericht ist die Entwicklung anhand von Zahlen dargestellt, ergänzt um eine Interpretation der Entwicklung sowie die Darstellung von Einflussfaktoren und Zielen. Jedem Indikator sind zudem die entsprechenden SDGs zugeordnet. Um einen schnellen Blick auf die Entwicklung zu erhalten – positiv oder negativ – ist jedem Indikator, sofern statistisch möglich, eine Ampelfarbe zugeordnet. Rot steht für eine negative, grün für eine positive und gelb für eine neutrale Entwicklung. Im Ergebnis zeichnet sich bei 22 Indikatoren eine positive, bei fünf eine negative und bei 15 eine neutrale Entwicklung ab. Für 13 Indikatoren war aus statistischen Gründen keine Bewertung möglich. Zusätzlich ist jeder der vier Leitkategorien eine Auswahl praktischer Beispiele vorangestellt, die zeigen, was die Stadt bereits auf den Weg gebracht hat, um die in der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie selbst gesteckten Ziele zur Umsetzung der Agenda 2030 zu erreichen. Sowohl der Nachhaltigkeitsbericht als auch die Bonner Nachhaltigkeitsstrategie sind auf der Internetseite der Stadt abrufbar: Nachhaltigkeitsbericht: www.bonn.de/nachhaltigkeitsbericht Nachhaltigkeitsstrategie: www.bonn.de/nachhaltigkeitsstrategie 2.2 Teilnahme am OECD-Programm „A territorial approach to the Sustainable Development Goals: A Role for Cities and Regions to leave no one behind“ (Ein regionaler Ansatz zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele) Die Stadt Bonn nahm im Zeitraum 2018 bis 2020 an einem anderthalbjährigen Pilotprogramm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit undSeite 2 von 11 Seite 3 Entwicklung OECD) teil - unter Federführung und Koordinierung des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit und Mitarbeit des Lokale Agenda- Büros. Mit dem Programm wurden neun ausgewählte Städte und Regionen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Japan, Brasilien, Argentinien und Russland als Pilotpartner bei der Umsetzung SDGs auf lokaler Ebene unterstützt. Im Rahmen des Projekts wurde auch ein SDG-Monitoring-Tool entwickelt. Durch die Teilnahme an diesem Entwicklungsprozess bot sich der Stadt Bonn die Möglichkeit, sich vertieft mit der OECD und den anderen Pilotkommunen zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung auszutauschen (siehe auch Mitteilungsvorlage DS-Nr.:1812817). Am 29. und 30. Januar 2020 fand im Rahmen des Pilotprogramms ein weiterer Besuch einer OECD-Delegation in Bonn statt, der vom Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit organisiert wurde. Das Lokale Agenda-Büro stellte hier die Änderungen in der Berichtsweise beim aktuellen städtischen Nachhaltigkeitsbericht 2016-2018 vor, der mit zusätzlichen Indikatoren und einer direkten Bezugnahme auf die jeweils adressierten SDGS erstmals eine Verknüpfung zur Agenda 2030 ermöglicht. Der Bonner Bericht zum OECD-Programm „A Territorial Approach to the SDGs in Bonn“ steht auf der Homepage der OECD https://www.oecd.org/regional/a-territorial-approach-to-the-sustainable- development-goals-in-bonn-germany-bbf7e6b1-en.htm zur Verfügung. 3. Fairer Handel Zu den Aufgaben des Lokale Agenda-Büros gehört die gezielte Unterstützung von Aktivitäten des Fairen Handels in Bonn. Dabei steht das Agenda-Büro zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren unterstützend zur Seite, sorgt für Vernetzung der verschiedensten Beteiligten, initiiert Veranstaltungen und wirbt im städtischen Raum mittels Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die stärkere Nutzung des Fairen Handels. 3.1 Rezertifizierung Fair Trade Town Bonn ist seit 2010 Fair Trade Town und damit eine von derzeit rund 700 Kommunen in Deutschland und weltweit über 2.000 Städten in 36 Ländern, die für ihr besonderes Engagement im Fairen Handel ausgezeichnet sind. Seit 2014 muss alle zwei Jahre erneut unter Beweis gestellt werden, dass die Auszeichnung weiterhin getragen werden darf. Bonn hat die Anforderungen für die Rezertifizierung bisher jedes Mal erfüllt – zuletzt im Berichtsjahr 2020, so dass die Stadt bis zum nächsten Rezertifizierungstermin im November 2022 den Titel Fair Trade Town trägt. Für die Auszeichnung als Fair Trade Town müssen folgende fünf Kriterien erfüllt sein: - Ein Ratsbeschluss spricht sich für die Unterstützung des Fairen Handels aus; in allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Büro des Stadtoberhaupts wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus Fairem Handel ausgeschenkt. - Eine Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Kirche und Wirtschaft koordiniert alle Aktivitäten vor Ort.Seite 3 von 11 Seite 4 - Geschäfte und gastronomische Betriebe in der Stadt bieten Produkte aus Fairem Handel an. - Schulen, Kirchen sowie Vereine verwenden fair produzierte Waren und thematisieren den Fairen Handel in ihrer Bildungsarbeit. - Die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. 3.2 Faire Woche Der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Fairer Handel liegt in der Durchführung der bundesweiten Fairen Woche, 2020 vom 9. bis 26. September, um die überregionalen Synergieeffekte in der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Die Veranstaltungsreihe zur Fairen Woche wurde auf Initiative des Lokale Agenda- Büros erneut auf verschiedenen Werbeflächen in der Öffentlichkeit beworben. Dazu gehörten 37 Megalights, 10 Infoscreens an Hauptbahnhof und Stadthalle Bad Godesberg sowie 30 Seitenscheibenplakate mit je 2 Stück in Niederflurbahnen und Bussen der SWB, die sich jeweils über mehrere Wochen der Fairen Woche widmeten. Diese Werbeflächen konnten größtenteils kostenfrei oder rabattiert in Anspruch genommen werden. Die Bonner Veranstaltungen zur Fairen Woche wurden wie in den Vorjahren vom Lokale Agenda-Büro von den verschiedensten Akteuren erfragt und in einem Programmheft zusammengefasst. Es wies in einer Auflage von 2.200 Stück in diesem Jahr auf insgesamt 37 Veranstaltungen hin, darunter konsumkritische Stadtrundgänge, Verkostungen, Kochaktionen, Infostände, Gottesdienste und Vorträge. Zu den Veranstaltungen im Rahmen der Fairen Woche, die das Agenda-Büro in den letzten Jahren initiierend ins Leben rief und / oder finanziell oder organisatorisch unterstützen konnte, gehören: - die „Rundum Fair“, das öffentliche Bonner Faire Frühstück auf dem Münsterplatz, kombiniert mit einer Fairen Modenschau, Infoständen, vielen Interviews und konsumkritischen Stadtrundgängen. Die Rundum Fair wurde in den letzten Jahren bereits fünf Mal durchgeführt und hat damit schon eine schon eine gewisse „Tradition“ in Bonn erworben. Im letzten Jahr (2019) wurde direkt im Anschluss an die Rundum Fair zum ersten Mal das Agrikulturfestival durchgeführt – ebenfalls auf dem Münsterplatz. Da beide Veranstaltungen zu großen Teilen vom Lokale Agenda-Büro getragen werden und sich auch beide mit nachhaltiger Lebensführung beschäftigen, kamen bereits direkt nach den beiden Veranstaltungen in 2019 erste Überlegungen auf - bestätigt auch durch Anregungen von außen - beide Formate zu einer einzigen Veranstaltung zusammenzuführen. Das wurde im Jahr 2020 mit der „Bonn - Rundum Nachhaltig“ umgesetzt. Da dieses neue Veranstaltungsformat die Themenbereiche Fairer Handel und Bio-Stadt zusammenbringt, wird es in diesem Bericht unter Punkt 5 gesondert vorgestellt! - die Bonner Filmfair, die Filmreihe des Bonner Netzwerkes für Entwicklung in der Fairen Woche in Zusammenarbeit mit demSeite 4 von 11 Seite 5 Programmkino Woki Filmpalast konnte in 2020 coronabedingt nicht stattfinden (siehe auch www.filmfair.de). 3.3 Veranstaltungen außerhalb der Fairen Woche Die für Anfang 2020 bereits in sehr weit fortgeschrittenem Maße geplanten Veranstaltungen (Theaterstück „Alle satt?!“ für die Klassen 4 bis 7 von Bonner Schulen sowie eine Filmreihe in Kooperation mit dem Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn, dem Katholischen Stadtdekanat, dem Weltladen Bonn und FEMNET e.V) mussten wegen Corona abgesagt werden. Bisher konnten diese auch noch nicht nachgeholt werden. 3.4 Steuerungsgruppe Fair Trade Town In 2020 hat das Lokale Agenda-Büro zu drei Sitzungen der Steuerungsgruppe Fair Trade Town eingeladen. Zwei Sitzungen konnten als Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden, ein Treffen fand unter erheblichen technischen Schwierigkeiten online statt. 4. Bio-Stadt Bonn ist in 2019 als erste Stadt in NRW und 19. Stadt bundesweit dem Biostädte-Netzwerk beigetreten. (Nachrichtlich: Inzwischen sind in NRW auch Köln und Much Bio-Städte.) Gebündelt werden die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn im Lokale Agenda-Büro. Dieses steht sowohl Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Stadtverwaltung als auch zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren unterstützend zur Seite, sorgt für Vernetzung der verschiedensten Beteiligten der in Bonn engagierten Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich, initiiert Veranstaltungen und wirbt im städtischen Raum mittels Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die Aufklärung und Bewusstseinsbildung zur gesunden und regionalen Ernährung mit Bio-Lebensmitteln in der Bonner Bevölkerung. Dabei konzentriert sich die Arbeit des Lokale Agenda-Büros auf folgende in verschiedenen Beschlüssen festgelegte Handlungsfelder: 1. Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen, 2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn sowie 3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner. (DS-Nr. 1710400, 1712866 und 1812927 für „Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen“, DS-Nr. 1810127 für „Mehr Bio in Seniorenzentren“, DS-Nr. 1813388 für „Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn“ und DS-Nr. 1910042 „Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk Bio-Städte“) Die Koordination der Bio-Stadt Bonn unterstützt bezüglich der beiden ersten Handlungsfelder (Mittagsverpflegung in Bonner Kindereinrichtungen sowie mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen) beratend das Schulamt, das Jugendamt und das Amt für Wirtschaftsförderung. Nur das dritte Handlungsfeld ist komplett im Lokale Agenda-Büro angesiedelt und wird durch die KooperationSeite 5 von 11 Seite 6 mit den verschiedenen Bonner Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich und Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft bearbeitet. Wesentliche Aktivitäten zum Punkt „Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner“ waren im letzten Jahr: - (Digitale) Veranstaltung „Bonn-Rundum Nachhaltig“ (vormals Bonner Agrikulturfestival) - VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“ - Veranstaltungsreihe „Bio-Stadt Bonn - Wir feiern gutes Essen vom Acker über den Teller bis zum Kompost!“ - Sonderfilmvorführung - Dokumentarfilm „Unser Boden - unser Erbe“ Eine ausführliche Beschreibung der Tätigkeiten findet sich in der Mitteilungsvorlage „Tätigkeitsbericht Bio-Stadt Bonn“ (DS-Nr. 210171) 5. Veranstaltung „Bonn – Rundum Nachhaltig“ Mit dem neuen Veranstaltungsformat „Bonn - Rundum Nachhaltig“ hat das Lokale Agenda-Büro in 2020 zwei bereits bestehende Bonner Formate zusammengeführt: Die bereits bewährte Rundum Fair, mitorganisiert durch die Fair Trade Town Bonn, und das 2019 unter Mitwirkung der Bio-Stadt Bonn erstmalig veranstaltete Agrikulturfestival. Rückblick: Die Rundum Fair, das faire Frühstück mit fairer Modenschau, hat bereits fünf Mal erfolgreich auf dem Bonner Münsterplatz stattgefunden. Initiiert wurde die Rundum Fair 2013 vom Lokale Agenda-Büro der Stadt Bonn. Die Durchführung erfolgte danach unter Federführung verschiedener Vereine, jeweils aber gestützt und umgesetzt vom Lokale Agenda-Büro sowie einem breiten Bonner Bündnis (neben dem Lokale Agenda-Büro unter anderem die Steuerungsgruppe Fair Trade Town, die Frauenrechtsorganisation Femnet, die katholische Bonner Stadtpastoral, die Verbraucherzentrale Bonn und der Weltladen Bonn). Den Besucherinnen und Besuchern wurden Informationen sowohl der Fair Trade Town Bonn als auch verschiedener Bonner Initiativen rund um Nachhaltigkeit und Fairen Handel geboten, Interviews zum Thema, eine faire Modenschau und ein kostenfreies Faires Frühstück, um Produkte des Fairen Handels bekannter zu machen. Das Agrikulturfestival gab es 2019 – auf dem Münsterplatz zeitlich direkt im Anschluss an die Rundum Fair - zum ersten Mal und es stieß ebenfalls auf sehr gute Resonanz beim Bonner Publikum. Veranstaltet wurde das Agrikultur- Festival vom Bonner Verein Stadt.Land.Markt. e. V. in Kooperation mit der Bio- Stadt Bonn, der Regionalwert AG Rheinland und dem Wissenschaftsladen Bonn. Teilnehmende Akteure waren neben dem Lokale Agenda-Büro unter anderem Slow Food Bonn, die örtliche foodsharing-Gruppe, Zero Waste Bonn, Gemeinschaftsgärten, Imker, Bäcker und viele weitere Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bonn und Umgebung sowie bonnorange. Im Vordergrund des Agrikulturfestivals stand die Informationsvermittlung mit vielen Mitmach-Aktionen, daneben Lebensmittelverkostungen, ein regionalesSeite 6 von 11 Seite 7 Speisenangebot sowie Kultur in Form eines unterhaltsamen Bühnenprogramms und von Musikpräsentation. Das Festival hatte einen Schwerpunkt auf nachhaltige Lebensstile und Lebensmittelversorgung in Bonn und wollte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern den Gedanken der Nachhaltigkeit nahebringen. Neues Format: „Bonn - Rundum Nachhaltig“: Innerhalb des Lokale Agenda-Büros kam die Idee auf, beide Formate 2020 in einer gemeinsamen Großveranstaltung zusammenzuführen. Die steigende Nachfrage nach ökologisch und nachhaltig angebauten Lebensmitteln, das wachsende Interesse der Verbraucherinnen und Verbrauchern an der Art und Weise der Produktion und der Herkunft unserer Nahrungsmittel sowie die sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen unserer Lebensweise sowohl hier bei uns als auch weltweit sind wichtige Gründe, bio, regional und fair zusammen zu denken und in den größeren Kontext der SDGs zu stellen. Mit der „Bonn – Rundum Nachhaltig“ können die Aktiven und Engagierten sowohl aus dem Bereich Fair Trade als auch aus den regionalen Bio- Wertschöpfungsketten zusammengebracht werden und erhalten die Möglichkeit, sich bzw. ihre Arbeit gemeinsam zu präsentieren. Im Jahr 2020 passte diese Veranstaltung sogar perfekt zum Motto der Fairen Woche "Was brauchen wir für ein gutes Leben? Produktion und Konsum neu denken", in deren Kontext sie stattgefunden hat. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheiten wurde die ursprünglich anvisierte Durchführung einer Präsenzveranstaltung auf dem Münsterplatz kurzfristig und unter starkem Zeitdruck in ein digitales Format umgeplant. Kernstück der „Bonn – Rundum Nachhaltig 2020“ als Digital-Veranstaltung war eine dreiteilige Webkonferenz-Reihe (11., 14. und 16. September) zu den drei Themenblöcken „Rundum regional & nachhaltig“, „Rundum fair & bewusst“ sowie „Rundum Stadt & Natur“: Themenblock 1: Rundum regional & nachhaltig Mit Expertinnen und Experten sowie Gästen ging es am ersten Abend um alternative Vermarktung, Wertschätzung und Verwertung. In einer Podiumsdiskussion diskutierten unter anderem Marktschwärmereien, Solidarische Landwirtschaften, regionale nachhaltige Lieferkiste „Himmel un Ääd“, die Vereine Stadt.Land.Markt und Bolle Bonn über ihre Beiträge zur urbanen Nachhaltigkeit in Bonn, zu kurzen Lieferketten und zu regionaler urbaner Ernährungsversorgung. Parallel boten Zero Waste Bonn und foodsharing Bonn Mitmach-Aktionen zu Wertschätzung, Verwertung und alternativem Konsum an. Beendet wurde der Abend mit einer Live-Koch-Aktion (Night Special). Themenblock 2: Rundum fair & bewusst Am zweiten Abend ging es um faire und nachhaltige Rahmenbedingungen sowohl im globalen Süden als auch im globalen Norden. In einer Podiumsdiskussion mit regionalen Expertinnen und Experten sowie Gästen erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus erster Hand, was faire und nachhaltige Produkte ausmacht und wie faire Arbeitsbedingungen aussehen.Seite 7 von 11 Seite 8 Parallel wurde anhand von Beispielen aus der Praxis gezeigt, wie Bürgerinnen und Bürger sich für nachhaltiges und faires Wirtschaften einsetzen können. Themenblock 3: Rundum Stadt & Natur Mit Expertinnen und Experten sowie Gästen ging es am dritten Abend in einer Podiumsdiskussion um die Natur in einer lebens- und liebenswerten Stadt Bonn. Vorgestellt wurde ein kurzer Ausschnitt vom Engagement der Stadt Bonn sowie ausgewählte Beispiele zur Förderung der Stadtökosysteme. In den Mitmach-Workshops, die parallel zur Podiumsdiskussion stattfanden, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, was auch sie selbst der Natur Gutes tun können. Bonner Initiativen erklärten beispielsweise, was man beim Bau/Kauf von Insektenhotels beachten muss, warum Wildbienen schützenswert sind und gaben Tipps für naturnahes Gärtnern und insektenfreundlich blühende Wiesen. Auf der Internetseite www.bonn-rundum-nachhaltig.de und dem Youtube-Kanal https://youtube.com/channel/UCMENpj36hWbJYzY2ZFbPIIg sind alle Informationen gebündelt abrufbar, werden die einzelnen Akteure vorgestellt und stehen verschiedene Materialien wie Filme, Kurzvideos, Fotos bereit. Auch die Webkonferenzen wurden mitgeschnitten und sind als Videos auf der Website abrufbar. Für das gesamte Projekt wurden Fördermittel bei Engagement Global – Servicestelle Kommunen in der Einen Welt – beantragt und in Höhe von 9.928,53 Euro bewilligt. 6. Weitere Handlungsfelder / Projekte 6.1 „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“ Das Umweltbildungsprojekt „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“, führt das Lokale Agenda-Büro der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post DHL Group als Sponsor und der in Bonn ansässigen Tropenwaldstiftung OroVerde als Fachpartner und Bildungsexperte bereits seit 2008 durch - im Jahr 2020 zum 13. Mal. Die Aktion rund um die Themen Papierverbrauch, Papierrecycling und Blauer Engel als Güte- und Prüfsiegel für Recyclingpapier richtet sich an alle fünften Klassen von Bonner Schulen. Es geht darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler anhand der bereitgestellten Materialien (Geschichtenposter mit spannenden wirklichkeitsnahen Geschichten sowie farbenfrohe Tierpostkarten mit kniffligen Rätseln) mit einem ressourcenschonenden Verbrauchsverhalten und insbesondere mit dem Thema Recyclingpapier vertraut machen. Nach erfolgreichem Bearbeiten der Materialien und Rätsel können die Klassen einen Lösungssatz einreichen. Unter allen richtigen Einsendungen wurden in diesem Jahr wieder sechs Geldpreise à 150 Euro sowie zwei Baumpflanzaktionen verlost. Einsendeschluss für das Gewinnspiel war der 27. März. Das Ende des Wettbewerbs fiel somit in die coronabedingte Lockdown-Phase. Das könnte erklären, dass in diesem Jahr mit 24 Klassen die Beteiligung nicht ganz so groß war, wie in den vergangenen Jahren.Seite 8 von 11 Seite 9 Die für den 14. Mai geplante Abschlussveranstaltung im Post-Tower mit persönlicher Übergabe der Geldgewinne konnte coronabedingt nicht stattfinden. Die Geldgewinne wurden direkt an die Klassen ausgezahlt. Pressearbeit dazu fand nicht statt. Die zwei Baumpflanzaktionen waren für den 6. November im Stadtwald unter Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen im Amt für Stadtgrün, das heiß in diesem Fall Stadtförster und Haus der Natur, geplant. Oberbürgermeisterin Katja Dörner hatte ihr Kommen bereits zugesagt. Leider musste auch diese Veranstaltung eine Woche vorher aufgrund des erneuten Shutdowns abgesagt werden. Die Baumpflanzaktionen sollen nachgeholt werden. Die Preisgelder und die Druckkosten für die Materialien wurden von der Deutschen Post DHL Group übernommen. Die Entwicklung der aktuellen Wettbewerbsmaterialien und weiterer ergänzender Unterrichtsmaterialien erfolgte durch OroVerde. Die komplette Koordination des Wettbewerbs liegt in den Händen des Lokale Agenda-Büros. Die Aktion wird auch im Jahr 2021 in derselben Form stattfinden – ob es allerdings auch wieder Baumpflanzaktionen zu gewinnen geben wird, muss noch intern mit den Kolleginnen und Kollegen der Stadtförsterei geklärt werden. Es kann sein, dass die aufgrund des Fichtensterben entstandenen Kahlbereiche bis zum Frühjahr 2021 durch die Mitarbeitenden des Amtes für Umwelt und Stadtgrün wiederaufgeforstet sind. Insgesamt haben die Veranstalter Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group und OroVerde mit der Aktion „Paper Angels“ in den zwölf Jahren über 11.000 Schülerinnen und Schüler in Bonner Schulen erreicht. 6.2 Städtewettbewerb „Papieratlas“ Die Stadt Bonn ist im Rahmen des „Papieratlas“-Wettbewerbs bereits zum elften Mal in Folge für ihren Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel als eine der „Recyclingpapierfreundlichsten Städte Deutschlands“ ausgezeichnet worden. Bonn nutzt in Verwaltung und Hausdruckerei fast ausschließlich Papier mit dem Blauen Umweltengel, dem Güte- und Prüfsiegel für Papiere, die zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt werden. Die Herstellung von Recyclingpapier spart rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier. Die Verwendung von Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wälder. 2020 beteiligten sich 99 Groß- und Mittelstädte an dem Wettbewerb, der von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund seit 2008 jährlich durchgeführt wird. In den vergangenen elf Jahren bewirkte Bonn durch den Einsatz von Recyclingpapier eine Einsparung von mehr als 63,7 Millionen Litern Wasser und über 13,1 Millionen Kilowattstunden Energie. Die Einsparungen entsprechen dem täglichen Wasserbedarf von über 526.000Seite 9 von 11 Seite 10 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern und dem jährlichen Energieverbrauch von rund 3.750 Drei-Personen-Haushalten in Deutschland. (Weitere Informationen unter www.papieratlas.de) Weiterhin achtet das Lokale Agenda-Büro darauf, dass hausintern Recyclingpapier mit Blauem Umweltengel eingesetzt wird und gibt diese Anregung auch an Kooperationspartner weiter. Seit 2019 können sich auch Schulen von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen lassen (wenn die Schule mindestens 70 Prozent Büropapier mit dem Blauen Engel verwendet). Die Bonner Grundschulen Am Domhof, Michaelschule sowie Münsterschule erhielten bereits 2019 diese Auszeichnung. Weitere Schulen sind trotz Weitergabe dieser Information durch das Lokale Agenda-Büro an die städtischen Schulen nicht hinzugekommen. (Nähere Infos hierzu: www.recyclingpapier-bildet.de) 6.3 Ökoprofit Bereits seit 2007 wird Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelttechnik) in Bonn durchgeführt. Ziel von Ökoprofit ist, durch ein modular aufgebautes Beratungs- und Qualifizierungsprogramm, das von einem Umweltberatungsunternehmen durchgeführt wird, die teilnehmenden Betriebe bei der Einführung und Verbesserung des betrieblichen Umweltmanagements zu unterstützen. Die Maxime ist: Umweltmanagement verbessern und gleichzeitig die Kosten senken! Bisher gab es fünf Projektrunden: Die Projektrunden 2007/2008, 2008/2009 und 2011/2012 schlossen 38 Bonner Unternehmen erfolgreich mit der Auszeichnung „Ökoprofit-Betrieb“ ab. Im Jahr 2014 folgte eine gemeinsame Projektrunde mit dem Rhein-Sieg-Kreis, an der vier Unternehmen aus Bonn und zehn Betriebe aus dem Rhein-Sieg-Kreis teilnahmen. Bei der 5. Projektrunde 2018/2019 wurde die geforderte Mindestanzahl an Unternehmen für eine Förderung durch das Land NRW nicht erreicht. Um den interessierten drei Unternehmen (zwei davon aus Bonn) trotzdem die Möglichkeit zu bieten, sich im Rahmen des Projekts Ökoprofit mit den Fragen von Umwelt- und Klimaschutz zu beschäftigen, wurde das Format leicht verändert. Die Palette der Umweltschutzprojekte in den Unternehmen reicht von Maßnahmen der Energieeffizienz wie Heizungsoptimierung über die Einführung von Videokonferenzen statt Dienstreisen bis hin zum Abfallmanagement. Im Ökoprofit-Klub beschäftigten sich 2020 sieben bereits zertifizierte Unternehmen (davon sechs aus Bonn) mit der Weiterentwicklung ihrer Umweltprogramme und erlangten so ihre Rezertifizierung. Eine weitere Projektrunde wird weiterhin angestrebt. Weitere Informationen unter www.bonn.de/oekoprofit 7. ÖffentlichkeitsarbeitSeite 10 von 11 Seite 11 7.1 Newsletter Alle zwei Monate gibt das Lokale Agenda-Büro den Newsletter „Agenda 21 aktuell“ heraus. Der Newsletter bietet Informationen zu den Aktivitäten sowohl der Stadt Bonn selbst als auch der in Bonn aktiven Agenda-Initiativen, - Gruppierungen, Vereine und Institutionen. Aktuelle Veranstaltungs- und Terminhinweise runden die einzelnen Ausgaben ab. Unter www.bonn.de/newsletter („Lokale Agenda“) kann der Newsletter kostenlos abonniert werden. Zusätzlich zum elektronischen Versand wird eine Auflage von 1500 Exemplaren für die Auslage an den städtischen Informationsstellen und die Weitergabe an Multiplikatoren gedruckt. Die jeweils aktuelle Ausgabe des Newsletters „Agenda 21 aktuell“ ist unter https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/agenda-newsletter.php hinterlegt. Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind integrale Bestandteile der Erziehung im Kindergarten und in der Schule. Mit dem Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ bietet das Lokale Agenda-Büro einen besonderen Informationsservice für Pädagoginnen und Pädagogen in der schulischen und vorschulischen Bildung. Es wird auf neue Unterrichtsmaterialien, interessante Veranstaltungen und Termine, aktuelle Wettbewerbe und vieles mehr mit Bezug zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Fairer Handel sowie Klimaschutz hingewiesen; viele Angebote sind kostenlos. Im Jahr 2020 erschienen 28 Ausgaben des Newsletters „Nachhaltigkeit lernen“. Einsehbar sind die letzten Ausgaben unter https://www.bonn.de/themen- entdecken/umwelt-natur/newsletter-nachhaltigkeit-lernen.php. Unter www.bonn.de/newsletter („Lokale Agenda“) kann der Newsletter kostenlos abonniert werden. 7.2 Forum Zukunft - Lokale Agenda Bonn (ehemals Gesprächskreis Lokale Agenda) Mindestens zweimal jährlich lädt das Agenda-Büro zum Vernetzungstreffen der lokal agierenden Agenda-Gruppen im „Forum Zukunft – Lokale Agenda Bonn“ ein. Aufgrund der Auslastung im Lokalen Agenda-Büro und der Corona- Pandemie konnte 2020 kein Vernetzungstreffen durchgeführt werden. 7.3 Vernetzung allgemein Das Lokale Agenda-Büro war auf Einladung des Quartiersmanagement Pennenfeld bei der „Grünen Stadtteilkonferenz“ am 15.2.2020 mit einem Info- und Beratungsstand vertreten. Anlage/n KeineSeite 11 von 11
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