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210378 · Mitteilungsvorlage

Lead City Angebotsverbesserungen - weiteres Vorgehen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021

Nummer
210378
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
19.04.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO NRW 06.05.2021 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 20.04.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210378
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Lead City Angebotsverbesserungen - weiteres
Vorgehen zum Fahrplanwechsel im Dezember
2021
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 20.04.2021 Kenntnisnahme
Rat 06.05.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Überschreitung der Luftgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) führte dazu,
dass die Stadt Bonn in 2018 als eine von fünf Städten zur Modellstadt für
größere Maßnahmen in Bezug auf die Luftreinhaltung vom Bund ausgewählt
wurde. Es wurden neue günstige Tarifangebote geschaffen, deren
95prozentige Förderung durch den Bund zum 31.12.2020 ausgelaufen ist.
Ebenso erhält das Betriebliche Mobilitätsmanagement „Jobwärts“ der Stadt
Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises noch eine Förderung bis zum 30.06.2021, es
wird gemäß Ratsbeschluss mindestens bis zum 31.12.2022 fortgeführt (DS-Nr.
201026). Zum 30.06.2021 endet zudem die 95prozentrige Förderung für die
ÖPNV-Angebotsverbesserungen. Das weitere Vorgehen im letztgenannten
Teilbereich ist Gegenstand dieser Vorlage.
Im Rahmen der Lead City Maßnahmen wurden diverse
Angebotsverbesserungen und Taktverdichtungen auf Linien innerhalb des
Bonner Stadtgebiets, aber auch auf den einbrechenden Linien aus dem Rhein-
Sieg Kreis (RSK) eingeführt. Die Lead City Angebotsausweitung stellt dabei
einer der umfangreichsten Verbesserungen des städtischen ÖPNV-Angebotes
in den letzten Jahren dar. Es handelt sich um folgende 5 Teilmaßnahmen:
 Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende
 Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552, 540/640
 Taktverdichtung Regionalbuslinien 520, 537, 552, 817, 845, 855, 856,
857
 Linie 632
 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien von Montag bis Freitag bis 20:30
Uhr
Mit Ratsbeschluss vom 18.06.2020 (DS-Nr. 200840) wurden alle
Angebotsverbesserungen zunächst befristet bis zum Fahrplanwechsel im
Dezember 2021 verlängert. Im RSK wurde hingegen die dauerhafte Einführung
der Angebotsverbesserungen beschlossen.Seite 1 von 4
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Da die Verkehrsunternehmen für die Disposition zum Fahrplanwechsel im
Dezember 2021 Planungssicherheit benötigen, ist nun eine erneute
Beschlussfassung vor der Sommerpause zwingend erforderlich.
Fahrgasterhebungen:
Mit DS-Nr. 200840 wurden die Ergebnisse der damaligen Fahrgasterhebungen
kommuniziert.
Aufgrund des kurzen Abstands zwischen dem Fahrplanwechsel im August
2019 und der ersten Querschnittserhebung im Oktober und November 2019
wurden im Oktober und November 2020 erneut Querschnittserhebungen durch
die SWBV durchgeführt. Diese Zählungen wurden trotz der Corona-Pandemie
durchgeführt. Aufgrund des durch die Pandemie bedingten Fahrgastrückgangs
sind die Fahrgasterhebungen 2019 und 2020 nicht direkt miteinander
vergleichbar, da es auf allen Linien zu Fahrgastrückgängen gekommen ist.
Der VRS hat im Rahmen einer Markforschung die Auswirkung der Corona-
Pandemie auf die Verkehrsmittelnutzung untersucht. Im Durchschnitt kam es zu
einem Fahrgastrückgang von ca. 60 % im gesamten VRS-Gebiet.
Die Ergebnisse der aktuellen Erhebungen im Vergleich zu vorher zu den
einzelnen Teilprojekten sind im Folgenden ausgeführt:
Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende:
Auf den Bahnlinien 61,62,63 und 66 kam es zu einem Rückgang der
durchschnittlichen Besetzung von 59% samstags sowie 64% sonntags.
Während der Fahrgastrückgang auf den innerstädtischen Linien bei ungefähr
40% -50% lag, kam es insbesondere auf den grenzüberschreitenden Linien 16
und 66 zu einem deutlichen Fahrgastrückgang von bis zu 80%.
Auf den Hauptlinien (600-614) des Busverkehrs kam es zu einem Rückgang
der durchschnittlichen Besetzung von 41% samstags sowie 39% sonntags.
Auf den innerstädtischen Linien kam es somit im Vergleich zum gesamten VRS
zu einem unterdurchschnittlichen Fahrgastrückgang.
Taktverdichtung und Angebotsverbesserungen auf den Regionalbuslinien
(beide Teile)
Auf den im Angebot verbesserten Regionalbuslinien kam es zu einem
Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 32% montags bis freitags,
34% samstags sowie 26% sonntags.
Auch hier zeigt sich, dass es zwar insgesamt zu einem Fahrgastrückgang
gekommen ist, allerdings ist auch dieser deutlich unter dem Durchschnittswert
des gesamten VRS.
Auf der neueingeführten Linie 540 und der im Linienweg angepassten Linie 550
wurden die im März 2020 abgebrochenen Zählungen nachgeholt. Die Erhebung
fand schwerpunktmäßig im November 2020 statt, d.h. der Start fiel genau mit
dem „Lockdown light“ mit geschlossener Gastronomie und
Freizeiteinrichtungen zusammen.
Ergebnisse Linie 540:
Die durchschnittliche Fahrgastzahl an Normalwerktagen lag bei 2.391
Fahrgästen. An Samstagen bei durchschnittlich 1.120 Fahrgästen.
Es ist ein Pandemieeffekt erkennbar. Im Vergleich zur Querschnittserhebung
2019 lag die Nachfrage innerhalb des Bonner Stadtgebiets noch bei ca. 70 %.
In Sankt Augustin wurden trotz des Lockdown etwa 20% mehr FahrgästeSeite 2 von 4
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gezählt, als dies bei Zählungen auf der alten Linie 517 der Fall war.
Grundsätzlich erscheinen der Linienverlauf und die Angebotsdichte auf dieser
Linie stimmig. Bei Hochrechnung auf 100%-Nachfrage liegt eine sehr gute
Auslastung ohne größere Kapazitätsengpässe über den gesamten
Streckenverlauf vor.
Ergebnisse Linie 550:
Die durchschnittliche Fahrgastzahl an Normalwerktagen (NWT) lag bei 2.346
Fahrgästen. An Samstagen bei durchschnittlich 1.136 Fahrgästen und an
Sonntagen bei 485 Fahrgästen.
Auch auf dieser Linie ist ein Pandemieeffekt erkennbar. Im Vergleich zur
Querschnittserhebung 2019 lag die Nachfrage innerhalb des Bonner
Stadtgebiets noch bei ca. 33% - 67% der Nachfrage. Insbesondere in der
Schwachverkehrszeit ist ein drastischer Nachfragerückgang erkennbar. Dies ist
wahrscheinlich insbesondere aufgrund des weggebrochenen Freizeitverkehrs
zu begründen, sodass die Erhebungsergebnisse für eine zukünftige
Angebotsplanung nicht zu verwenden sind.
Allerdings zeigt die Erhebung auch, dass die neu eingerichtete
Direktverbindung Bonn Nord <> Niederkassel eine Relation erschlossen wurde,
die bislang trotz eines vorhandenen Verkehrsbedürfnisses bislang nicht
abgebildet wurde. So wurden auf dieser Relation 320 Fahrgäste/NWT gezählt.
Buslinie 632
Auf der Buslinie 632 kam es zu einem Rückgang der durchschnittlichen
Besetzung von 33% montags bis freitags, 52% samstags sowie 9% sonntags.
Somit fällt auch auf dieser Linie der Fahrgastrückgang insgesamt geringer aus
als im gesamten VRS.
Verlängerung des 10/20 Minuten-Takts aller Hauptlinien montags bis freitags
bis ca. 20:30 Uhr
Auf den Bahnlinien 61,62,63 und 66 kam es im Zeitraum des verlängerten
Takts von montags bis freitags zu einem Rückgang der durchschnittlichen
Besetzung von 63%. Auch hier liegt der Wert für die grenzüberschreitenden
Linien deutlich höher. Auf den Hauptlinien des Busverkehrs kam es im
betrachteten Zeitraum zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung
von 49%.
Onlinebefragung durch das Fraunhofer Institut:
Im Auftrag des Bundes hat das Fraunhofer Institut eine Onlinebefragung
bezüglich Lead City durchgeführt und die Angebote im Anschluss der
Verwaltung zur Verfügung gestellt. Die Befragung erbrachte u.a. die folgenden
Ergebnisse:
• • 71% der Befragten bewerten die Verlängerung des 10-Minuten-
Takts der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 als gut bzw.
eher gut
• • 30% der Befragten bewerten die Weiterentwicklung des
Regionalbusangebots auf den Linien SB55, 550, 551, 552 und 540/640
als gut bzw. eher gut, wobei 61% der Befragten angaben, diese Linien
nicht zu nutzen.
• • 29% der Befragten bewerten die Weiterentwicklung des
Regionalbusangebots auf den Linien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und
857 als gut bzw. eher gut, wobei 63% der Befragten angaben, dieseSeite 3 von 4
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Linien nicht zu nutzen.
• • 39% der Befragten gaben an, dass das Nahverkehrsangebot in
Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis besser geworden ist
• • 36% der Befragten bewerten die Einführung der Buslinie 632
als gut bzw. eher gut, wobei 57% der Befragten angaben, diese Linie
nicht zu nutzen
• • 69% der Befragten bewerten die Taktverdichtung aller
Hauptlinien am Wochenende als gut bzw. eher gut.
Kosten:
Die jährlichen Kosten für die Fortsetzung der im Rahmen von Lead City
durchgeführten Angebotsverbesserungen im ÖPNV wurden von der Stadtwerke
Bonn Verkehrs-GmbH wie folgt angegeben (ca.-Werte):
 Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende 4,0 Mio. €
 Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552, 540/640 2,0 Mio. €
 Taktverdichtung Regionalbuslinien 520, 537, 552, 817,
845, 855, 856, 857
1,2 Mio. €
 Linie 632 1,0 Mio. €
 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien von Montag bis
Freitag bis 20:30 Uhr
1,5 Mio. €
Die Gesamtsumme der Maßnahmenübernahme in die Fortführung des NVP
beläuft sich demnach auf ca. 9,7 Mio. Euro jährlich.
Weiteres Vorgehen:
Die Verkehrsunternehmen benötigen für ihre Ressourcenplanung auch
dauerhafte Sicherheit – eine befristete Fortschreibung im Jahres-Takt wäre
problematisch.
Die Entwicklung der Fahrgastzahlen wird auch zukünftig durch Zählungen auf
den einzelnen Linien evaluiert, um gezielte Anpassungen im Angebot in den
Folgejahren vornehmen zu können. So ist eine weitere Querschnittserhebung
im Auftrag des Fördergebers für Juni 2021 geplant, die Ergebnisse können
aufgrund des Zeitplans allerdings nicht mehr für die anstehende
Beschlussfassung berücksichtigt werden.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 23:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de