210332 · Mitteilungsvorlage
Beabsichtigte Veräußerung eines Grundstücks in Bonn-Friesdorf an eine noch zu gründende Genossenschaft
Kerndaten
- Nummer
- 210332
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 04.05.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210332 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OB Beabsichtigte Veräußerung eines Grundstücks in Bonn-Friesdorf an eine noch zu gründende Genossenschaft Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 09.06.2021 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bad Godesberg 16.06.2021 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 04.05.2021 Kenntnisnahme Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 19.05.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Auf den Grundstücken Gemarkung Godesberg, Flur 8, Nr. 681, 3.392 m² groß und Nr. 682, 1.119 m² groß zwischen der Friesdorfer Str. 57 und der Aennchenstraße befindet sich der ehemalige Standort der Hauptschule „An der Godesburg“ bzw. ab den 90-iger Jahren der British Highschool in Bonn. Die Schulnutzung wurde 2008/09 aufgegeben. Danach wurde in den drei miteinander verbundenen Schulgebäuden als Interimslösung bis 2015 das Friedrich-List-Berufskolleg untergebracht. Derzeit befinden sich die Schulgebäude aus den 50-iger Jahren in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand und wurden von außen als Sicherheitsmaßnahme gegen Vandalismus und unbefugtes Betreten verbarrikadiert. Im jetzigen Zustand der Gebäude ist keine Nutzung möglich. Lediglich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung waren bis zum Sommer 2020 Geflüchtete untergebracht. Planungsrechtlich kann das Areal nach § 34 BauGB bebaut werden. Die Verwaltung hat die Grundstücke im Rahmen der Projektgruppe "Geförderter Wohnungsbau" als für die Schaffung von öffentlich gefördertem Wohnraum sehr gut geeignet identifiziert. Der Deutsche Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V. und Haus & Grund Bad Godesberg e.V. sind Ende des Jahres 2018 an die Verwaltung herangetreten und haben ihr großes Interesse an der Entwicklung dieses Grundstücks bekundet und ihr Konzept für ein Genossenschaftsmodell vorgestellt. Die alten Schulgebäude sollen niedergelegt und durch zwei Mehrfamilienhäuser mit integriertem viergruppigem Kindergarten ersetzt werden. Die in dem neuen Gebäude vorgesehenen ca. 43 Wohnungen sollen alle im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus (100% Förderweg A) errichtet und im genossenschaftlichen Wohnen vergeben werden. Das Flurstück Nr. 682 stellt die notwendige Außenfläche der Kindertagesstätte dar. Eine entsprechende Bauvoranfrage liegt dem Amt 63 zur Prüfung vor und soll positivSeite 1 von 9 Seite 2 beschieden werden. Die Verwaltung beabsichtigt, die Grundstücke an die zu gründende Genossenschaft zu veräußern. Da die Verhandlungen mit der Initiative bereits Ende 2018 begonnen haben, greift hier die in den „Regelungen zu Erbbaurechten und Erbbauzinsen“ (DS-Nr. 202197) beschlossene Stichtagsregelung. Die in Gründung stehende Genossenschaft hat der Verwaltung mitgeteilt, dass sie von der Stichtagsregelung gemäß des o. g. Beschlusses Gebrauch machen und das Grundstück erwerben möchte. Die Verwaltung beabsichtigt, die in Rede stehenden Grundstücke direkt an die Gründungsinitiative ohne Ausschreibung zu veräußern, da durch das Genossenschaftsmodell die Bonner Investorenlandschaft im Bereich der preiswerten Wohnungen mit einem zuverlässigen, langfristigen Bestandshalter mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Bewirtschaftung ergänzt wird. Die zu gründende Genossenschaft strebt eine dauerhafte Kooperation mit der Stadt an, eventuell auch durch die Aufnahme der Stadt Bonn als Partner in die Genossenschaft. Die Verwaltung hat gemäß Beschluss DS-Nr. 1812888 mit der VEWOBAG Kontakt aufgenommen: diese hat erklärt, dass sie beim Zustandekommen dieses Vorhabens von ihrem Erstzugriffsrecht zurücktritt. Aufgrund der Struktur und der besonderen Konstellation der Gründungsmitglieder, die sich bereits in der Vergangenheit als zuverlässige Partner mit sozialer Verantwortung und Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonn ausgezeichnet und eine ausdrückliche Aussage gegen eine Gewinnerzielungsabsicht getroffen haben, kann trotz vorliegen weiterer Anfragen eine freie Vergabe an die Genossenschaft begründet werden. Die Genossenschaft wird auch mit der Zielsetzung gegründet eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und Vorbildwirkung zu erzielen. Vor diesem Hintergrund findet vor Ort eine Ansprache und Beteiligung der Bevölkerung statt. Erste Informationsgespräche wurden bereits vor der Pressemitteilung im November 2020 geführt. Damit das geplante Bauvorhaben möglichst transparent kommuniziert und die Nachbarschaft zum Mitwirken bei der Gestaltung des Außenbereiches eingeladen wird, wurden Gespräche mit einer Bürgerinitiative, mit der Bonner Montag Stiftung sowie mit den Spitzen der lokalen politischen Parteien im Stadtbezirk geführt. Gemäß Ratsbeschluss zur Solarverpflichtung (DS201344) wird beim Verkauf städtischer Grundstücke ab dem 01.01.2021 eine Verpflichtung zum Bau von Photovoltaik Anlagen in die Grundstückskaufverträge mit aufgenommen. Die Übernahme von Zielen/Maßnahmen zum Themenbereich Mobilität in den Grundstückskaufvertrag wird noch geprüft. Eine Beschlussvorlage zur Veräußerung folgt, sobald die Bewertung des Grundstückes abgeschlossen ist und die wesentlichen vertraglichen Regelungen endverhandelt sind, erst danach werden die genauen finanziellen Auswirkungen bekannt sein. Die Liegenschaft liegt im Innenbereich, außerhalb von naturschutzfachlichen Schutzgebieten oder gesetzlich geschützten Biotopen. Es ist Gehölz- und Baumbestand vorhanden, der satzungsgeschützt und artenschutzrechtlich relevant sein kann. Sollte satzungsgeschützter Baumbestand nicht erhalten werden können, wird im weiteren Verfahren eine Fällgenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt. Notwendige Ersatzpflanzungen sollenSeite 2 von 9 Seite 3 möglichst innerhalb des Plangebietes vorgenommen werden. Die konkrete Regelung über Anzahl, Baumarten und Standorte wird im Zusammenhang mit der Baugenehmigung getroffen. Anlage/n 1 Wohnen in Bad Godesberg Wohnraum für die „Helden des Alltags“ (öffentlich)Seite 3 von 9 Wohnen in Bad Godesberg Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 15. Februar 2021 um 11:00 Uhr Bad Godesberg. Der Mieterbund und „Haus und Grund“ planen insgesamt 55 Wohnungen des geförderten Wohnungsbaus und eine Kindertagesstätte an der Friesdorfer Straße in Bad Godesberg. Dafür sollen insgesamt drei alte Grundschul-Gebäude weichen. Von Ebba Hagenberg-Miliu Bonn / Bad Godesberg So wie auf der Skizze sollen die neuen Häuser an der Friesdorfer Straße aussehen. Foto: Haus und Grund Bad Godesberg | Lesedauer: 5 Minuten Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 1 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 4 von 9 Unterhalb der Godesburg soll bis Ende 2024 eine neue Wohnanlage mit 55 Einheiten des geförderten Wohnungsbaus entstehen. Das machten am Freitag bei einer Pressekonferenz Vertreter des Deutschen Mieterbunds Bonn und des Vereins „Haus und Grund Bad Godesberg“ öffentlich. „Wir haben das Projekt `Wohnen unter der Godesburg` auf dem Grundstück der alten Grundschule in der Friesdorfer Straße gemeinsam geplant“, erklärten Peter Kox vom Mieterbund und Nikolaus Decker von „Haus und Grund“. Dafür sollen die drei schmalen, maroden Schulgebäude, die seit Jahren leer stehen, abgerissen werden. Kox und Decker fungieren als ehrenamtliche Geschä�sführer der für dieses Projekt gegründeten GmbH „Zusammenstehen“. Stadt führt Wertermittlung für Grundstück durch LESEN SIE AUCH Derzeit führe die Stadt für ihr Grundstück eine Wertermittlung durch und prüfe, ob sie es verkaufen oder in Erbbaupacht vergeben werde, erläuterte Decker. Wie berichtet, entschloss sich kürzlich der Stadtrat, möglichst ausschließlich die Erbbauvariante anzuwenden. Das sei jedoch sicher eine „stichtagbeha�ete Regelung“, wandte Kox ein. Man bereite das Vorhaben schließlich schon dreieinhalb Jahre vor. Ein Kauf würde die Finanzierung des Projekts, das genossenscha�lich getragen sein soll, in jedem Fall erleichtern. Vom Presseamt ist zu erfahren, es sei bei der Verwaltung „angedacht, das betreffende städtische Grundstück an eine gemeinnützige Genossenscha� zu verkaufen.“ 55 Wohnungen, eine Tiefgarage und Ladenlokale entstehen Marodes Axenfeldhaus in Bad Godesberg Im Villenviertel soll Mehrgenerationen-Wohnprojekt entstehen Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 2 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 5 von 9 Geplant sind auf dem langgestreckten, 4.500 Quadratmeter umfassenden Grundstück zwischen Friesdorfer und Aennchenstraße Bauwerke mit insgesamt 55 Zwei- bis Vier- Zimmer-Wohnungen und begrünten Flachdächern. Direkt an der Friesdorfer Straße soll ein dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach Gemeinscha�sräumen, eine Hausmeisterwohnung und Ladenlokalflächen enthalten. „Die Fassadengliederung soll sich der Wohnumgebung anpassen“, verspricht Decker. Dazu kommen eine Gartenanlage, eine Tiefgarage und Platz für eine viergruppige Kindertagesstätte. Hin zur ehemaligen Michaelsschule, die aktuell als Dependance des Friedrich-List-Berufskollegs renoviert wird, soll ein Zugang führen. Auch die beiden Turnhallen, die derzeit in Sanierung stehende aus den 1950er Jahren und die außerhalb der Pandemie genutzte aus den 1970er Jahren, bleiben auf dem Gelände unberührt. Oberbürgermeisterin Dörner zeigt sich erfreut über Projekt „Unsere gemeinwohlorientierten Vereine wollen der Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Bonn einen weiteren Impuls geben“, erklärten Bernhard von Grünberg und Michael Schleicher vom Mieterbund sowie Wilhelm Hemmerde von „Haus und Grund“. Die Wohnungen sollen durch öffentliche Förderung mit Vermietungsbindung finanziert werden. Hier solle ein „Anstoßprojekt“ entstehen, das dauerha� bezahlbaren, bewohnergetragenen Wohnraum bereitstelle. Die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag) habe auf dieses Projekt verzichtet und gesagt: „Macht Ihr mal“, berichtet von Grünberg über den Planungsbeginn. Im Vorwort des Projektflyers zeigt sich Oberbürgermeisterin Katja Dörner denn auch erfreut, dass hier zwei neue Projektpartner Verantwortung übernehmen wollen. „Der geförderte Wohnungsbau trägt dazu bei, dass für breite Bevölkerungsschichten qualitativ hochwertiger, barrierefreier Wohnraum bereitsteht und die Mietbindung langfristig preisdämpfend auf den Wohnungsmarkt wirkt,“ betont Dörner. Verein „Wir unter der Godesburg“ begrüßt Wohnungsbau Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 3 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 6 von 9 Von Grünberg berichtete, man habe begonnen, die Montag-Sti�ung und nicht zuletzt die Nachbarscha� bei den Überlegungen zur Quartiersentwicklung mit einzubeziehen. Kox und Decker stellten das Projekt kürzlich virtuell dem Verein „Wir unter der Godesburg“ und weiteren Anwohnern vor. Simone Burkhard erklärt dazu für den Verein „Wir unter der Godesburg“: „Wir begrüßen das Bauvorhaben, gerade auch die Schaffung von genossenscha�lichem Wohnen auf dem Gelände grundsätzlich.“ Damit werden dem Leerstand und dem Wohnungsmangel entgegengewirkt. „Die uns präsentierten Entwürfe sind auch sehr ansprechend“, sagt Burkhard. Man wünsche sich nun weiterhin Transparenz sowie in die Planungen eng miteinbezogen zu werden. Andererseits habe der Verein Bedenken, wie sich mit einer 100-prozentigen Quote geförderten Wohnungsbaus die Bevölkerungsstruktur entwickeln könnte. Man befürchte, dass die bereits vorhandenen Probleme im Viertel weiter verstärkt würden. Man brauche „eine soziale Durchmischung“. Und dann berichtet Burkhard von „einer bereits hohen Dichte an sozial geförderten Wohnkomplexen sowie Zweckentfremdung und gewerblicher Kurzzeit- und Untervermietung in den anliegenden Straßenzügen“. Gebäude seien stark vernachlässigt. Es bestünden große Müllprobleme, Ruhestörung und soziale Konflikte. Der Schulhof zwischen den ehemaligen Grundschulgebäuden und der Ex-Michaelschule sei „zum Zielpunkt kleinkrimineller Aktivitäten insbesondere des Drogenhandels“ geworden. Viele Anwohner mieden das Terrain. 2020 habe man einen entsprechenden Brief an den damaligen Oberbürgermeister geschrieben. „Leider haben sich seither nur geringfügige Verbesserungen ergeben“, bedauert es die Vereinssprecherin. Suche nach einer „stabilen Mieterscha�“ Angesprochen auf die Sorgen der Anwohner antworteten die Projektbetreiber bei der Pressekonferenz, dass man auf keinen Fall ein sozialpolitisch kritisches Bauen vorhabe. „Wir klotzen da jetzt nicht einfach Sozialwohnungen hin“, erläuterten Kox und von Grünberg vom Mieterbund. Man werde eine „stabile Mieterscha�“ bilden, die bereit sein müsse, sich im Quartier zu engagieren. „Wir werden keinen sozialen Brennpunkt schaffen“, schlossen sich Decker und Hemmerde von „Haus und Grund“ an. Bürger mit Wohnberechtigungsschein, die als Mieter infrage kommen, seien meist Menschen, die das Sozialsystem trügen, die etwa in der Pandemie als „Helden des Alltags“ gefeiert würden, aber gering bezahlt seien: also etwa Erzieherinnen oder Pfleger. Diesen Menschen wolle man ein bezahlbares Zuhause anbieten. Es werde also eine „ausgewogene Bewohnerscha�“ in die Bauten einziehen. Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 4 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 7 von 9 Er rechne damit, dass bis zum Sommer eine Entscheidung über das Projekt fallen werde, sagte Decker. Dann könne die Finanzierung geregelt werden. Im dritten Quartal des Jahres 2022 sollte der Baubeginn sein. Und zwei Jahre später wäre man dann fertig mit „Wohnen unter der Godesburg“. Kontakt zur Zusammenstehen GmbH: kox@mieterbund-bonn.de, decker@hug- badgodesberg.de Das Gelände mit den drei ehemaligen Grundschul-Gebäuden liegt zwischen der Truchseßstraße (li.) und der Friesorfer Straße. ⇥ Foto: Petra Reuter Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 5 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 8 von 9 VIELE PROJEKTE Der Verein „Wir unter der Godesburg“ Der Verein wurde mit zehn Mitgliedern gegründet, um sich um das Miteinander im Viertel zu kümmern. Aktuell kämen viele Anmeldungen hinzu. Der Verein bereitet ein „Urban Gardening“-Projekt vor: Für diesen Gartenbau mit Hochbeeten hat der städtische „Feuerwehrtopf“ Fördergelder gegeben. Der Verein sammelt Ideen zu gemeinsamen Säuberungsaktionen und engagiert sich für eine Geschwindigkeitskontrolle auf der Friesdorfer Straße. Kontakt: wir.unter.der.godesburg@mail.de. ham Wohnen in Bad Godesberg: Wohnraum für die „Helden des Alltags“ 6 von 6 15.02.2021, 14:20Seite 9 von 9
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:20 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de