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210303 · Mitteilungsvorlage

Bericht über die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn

Nummer
210303
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
22.03.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 04.05.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210303
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Bericht über die Förderung des Bürgerschaftlichen
Engagements in Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
04.05.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Wie bereits in den Vorjahren erfolgt ein Sachstandsbericht aus dem Bereich
„Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn“ auf der Grundlage
des Hauptausschussbeschlusses vom 7. Dezember 2006 (DS-Nr. 0612710).
Vorwort:
Bonnerinnen und Bonner sind füreinander da – das hat sich 2020 besonders
deutlich gezeigt. Über 770 Freiwillige (Stand 15. März 2021) haben sich bei der
Freiwilligenagentur gemeldet, um sich während der Corona-Pandemie zu
engagieren. Sie haben für Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige von
Risikogruppen eingekauft, Masken genäht, „Fensterunterhaltung“ vor
Pflegeheimen angeboten, Flüchtlingen telefonisch beim Deutschlernen
geholfen oder im Besuchermanagement von Senioreneinrichtungen dazu
beigetragen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner nach dem Lockdown
wieder Besuche von Angehörigen erhalten können.
Auch und vor allem sind die Freiwilligen in längerfristigen Projekten im Einsatz:
Sie verbringen Freizeit mit Menschen mit Behinderung, ermöglichen Kindern
durch Hausaufgabenhilfe und Lesepatenschaften einen guten Start ins Leben,
unterstützen obdachlose Menschen bei der Wohnungssuche, besuchen
einsame Seniorinnen und Senioren, helfen Flüchtlingen bei der Suche nach
Ausbildungsplätzen und sehr vieles mehr.
Die Freiwilligen schenken nicht nur, sondern gewinnen auch viel: „Es macht
wirklich viel Spaß“, ist eines der häufigsten Feedbacks der Freiwilligen. Sinn
erleben, Freude schenken, andere Menschen kennenlernen, manchmal auch
Deutschkenntnisse verbessern – all dies erleben die Freiwilligen als ihren ganz
persönlichen Gewinn.
Freiwilligenarbeit in Bonn ist international: Arabisch, Englisch, Türkisch,
Französisch, Dari, Chinesisch und Spanisch sind nur einige der Muttersprachen
der aktiven Freiwilligen. Das freiwillige Engagement von Menschen mit
Migrationshintergrund ist zugleich ein wichtiger Faktor für das Hineinwachsen inSeite 1 von 14

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die Bonner Gemeinschaft: „Ich fühle jetzt, dass ich Wert für die deutsche
Gesellschaft habe.“, schrieb uns ein syrischer Geflüchteter, der sich nun als
Übersetzer in einem Verein engagiert.
Wer als Freiwilliger aktiv werden möchte, erhält in der Freiwilligenagentur eine
ausführliche individuelle Beratung und kann aus rund 210 aktuellen
Engagementangeboten wählen. Die Beratungsintensität und die Vielfalt der
Angebote werden von den Freiwilligen sehr geschätzt: „Toll, dass man sich in
so vielen Bereichen engagieren kann.“, „Schön, dass Sie das machen und wie
Sie es machen.“, „Die Stadt Bonn hat einen großen Wert an Ihrer Arbeit.“, sind
einige der Rückmeldungen, die die Agentur erhalten hat. Damit die Freiwilligen
in den Organisationen optimale Bedingungen vorfinden, werden die
Kooperationspartner in allen Fragen rund um das Freiwilligenmanagement
beraten.
Für die Freiwilligen ist es wichtig, Anerkennung für ihren Einsatz zu erhalten:
Mit Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen (NRW), Ehrenamtsempfang,
Engagement-Galerie, Engagementnachweis NRW und Heimat-Preis stellt der
Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches Engagement / Freiwilligenagentur“ deshalb
eine Reihe von Instrumenten und Formaten zur Anerkennungskultur zur
Verfügung und entwickelt diese stetig weiter.
Die Qualifizierung von Freiwilligen und Organisationen trägt dazu bei, dass sich
die Engagierten für ihre Arbeit gut gerüstet fühlen und dafür in den
Organisationen gute Rahmenbedingungen vorfinden. Der Arbeitsbereich
„Bürgerschaftliches Engagement/Freiwilligenagentur“ informiert über
Qualifizierungsangebote, fördert die Weiterbildung von Freiwilligen finanziell
und bietet perspektivisch verstärkt eigene Qualifizierungen für
Kooperationspartner an.
Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen engagieren sich in Bonn
in vielfältiger Weise. Diesen Einsatz fördert der Arbeitsbereich mit
verschiedenen Angeboten, zum Beispiel mit dem „Marktplatz Gute Geschäfte“
und der Vermittlung von Engagementmöglichkeiten für so genannte „social
days“ der Unternehmen.
Mit zahlreichen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sorgt der Arbeitsbereich
dafür, dass das Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ bei den Bonnerinnen
und Bonnern präsent bleibt.
1. Freiwilligenagentur
Die Freiwilligenagentur Bonn gibt es seit 2007. Ihre Hauptaufgabe ist weiterhin
die Beratung von Freiwilligen und Trägern; diese mündet möglichst in eine
passgenaue Vermittlung von Freiwilligen in Angebote der Träger. Aufgrund der
Corona-Pandemie wurde vorübergehend die persönliche Beratung weitgehend
durch die Beratung per Telefon und Video ersetzt.
Um effiziente Nachbarschaftshilfe während der Corona-Pandemie leisten zu
können, entwickelten die Freiwilligenagentur und das Haus der Bonner
Altenhilfe gemeinsam mit vielen Anlaufstellen (Quartiersmanagements,Seite 2 von 14

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Beratungsstellen, Vereine, Begegnungsstätten und so weiter) eine neue
spezielle Hilfsstruktur: Bei der Freiwilligenagentur registrierte sich binnen kurzer
Zeit eine sehr große Anzahl an Freiwilligen (Stand 15. März 2021: 779), um
Nachbarschaftshilfe für Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige von
Risikogruppen zu leisten, zum Beispiel Einkaufen. Wer Hilfe benötigte, konnte
sich im Haus der Bonner Altenhilfe melden. Sowohl die Hilfsgesuche als auch
die Kontakte von Freiwilligen wurden an 15 Anlaufstellen im Stadtgebiet
weitergeleitet, die vor Ort die Verbindung zwischen Hilfesuchenden und
wohnortnahen Freiwilligen herstellten.
Während die Zahl der Organisationen, die mit der Freiwilligenagentur
kooperieren, beständig ansteigt (Stand 15. März 2021: 228), haben sich andere
Werte auf einem gleichbleibend guten Niveau eingependelt. Beispielsweise
suchten im Jahr 2019 im Monat durchschnittlich 36 Interessierte die
Freiwilligenagentur erstmals für ein persönliches Beratungsgespräch auf.
Im Jahr 2020 waren es im Schnitt sogar 54 Interessierte – dies ist sicherlich im
Wesentlichen auf die große Welle der Hilfsbereitschaft in der Corona-Pandemie
zurückzuführen.
Die Engagementsuchenden können eine passende Aktivität nach
verschiedenen Kriterien auswählen: zeitlicher Rahmen, Zielgruppe,
Bereich/Thema, Kenntnisse, Ort und einige mehr. In der Regel verlassen
Interessierte die Beratung mit einem oder mehreren konkreten Angeboten.
Qualitätsstandard der Freiwilligenagentur ist es, mit den Freiwilligen auch nach
der Erstberatung in Kontakt zu bleiben und sie gegebenenfalls weiter bei der
Suche nach einem passenden Engagement zu unterstützen.
Die Gründe, weshalb sich hier beratene Interessenten in manchen Fällen
letztlich doch anders entscheiden, sind unverändert und vielfältig: Manche
erkennen, dass sie doch weniger Zeit für ein freiwilliges Engagement haben,
als zunächst gedacht. Andere stehen aufgrund von Krankheit oder Wegzug
nicht mehr zur Verfügung, einige haben auch in Eigeninitiative ein anderes
Engagement gefunden.
Weitere statistische Angaben zu den Freiwilligen können der Anlage 1
entnommen werden.
Die Vermittlung von Gruppen - vielfach im Rahmen eines „social days“ von
Unternehmen - ist weiterhin ein wichtiges Angebot der Freiwilligenagentur. Die
Agentur berät die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Gruppen und
stellt die Kontakte zu den Organisationen her.
Von großem Interesse für die Freiwilligen sind die so genannten
„Einmalaktionen“, über die per Newsletter informiert wird. Hierbei kann es sich
um eine Gartenaktion, einen Flohmarktstand oder um die Mithilfe bei einem
Fest handeln. Über solche kurzfristigen Aktionen können Bindungen zu einer
Organisation entstehen, die zu längerfristigem Engagement führen. Zugleich
stellt dieses Instrument für die Freiwilligenagentur eine Möglichkeit dar, bei den
Interessentinnen und Interessenten sowie den bereits aktiven Freiwilligen
präsent zu bleiben.
Das Angebot der Beratung und Qualifizierung von Vereinen und
Organisationen zu den unterschiedlichsten Fragen rund um die
Freiwilligenarbeit wird nach wie vor sehr gut angenommen. Wichtige Themen
sind zum Beispiel die Gewinnung von Freiwilligen, Anerkennungskultur,Seite 3 von 14

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Versicherung freiwillig Engagierter, Qualifikationsnachweise oder erweitertes
Führungszeugnis. Das Treffen mit den Kooperationspartnern im Februar 2020
war mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht. Es
diente dem Austausch mit den Trägern und zugleich der Qualifizierung im
Themenbereich „Freiwilligenmanagement“. Die Beratung der Vereine und
Organisationen erfolgt im Rahmen von Ortsterminen sowie telefonisch, ebenso
hat sich die Video-Beratung bewährt.
Die bestehenden Kontakte zu in Bonn ansässigen internationalen NGO
(Nichtregierungsorganisationen), wie zum Beispiel der UNV (United Nations
Volunteers = Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen) oder dem
International Paralympic Committee wurden weiter gepflegt.
Die Zugriffszahlen auf den Internetauftritt der Freiwilligenagentur
www.freiwilligenagentur-bonn.de haben sich auf einem hohen Niveau von
monatlich durchschnittlich etwa 5.000 Besucherinnen und Besuchern gehalten.
Besonders geschätzt und viel genutzt wird von den Freiwilligen die Möglichkeit,
sich auf diesen Seiten vorab über konkrete Engagementmöglichkeiten zu
informieren.
Perspektiven:
Die Arbeit der Freiwilligenagentur wird nach den bisherigen Qualitätsstandards
weitergeführt. Dafür ist es von großer Wichtigkeit, die Möglichkeit der
ausführlichen, unabhängigen Beratung der interessierten Freiwilligen und
Organisationen beizubehalten.
Es wird geprüft, ob das erfolgreich eingeführte Format der Freiwilligen-Beratung
per Telefon und Video langfristig die persönliche Beratung ergänzen soll.
Mit der Einführung einer regelmäßigen „Video-Sprechstunde für Träger“ soll die
Intensität der Beratung für die Kooperationspartner weiter gesteigert werden.
Mit dieser und verschiedenen weiteren Maßnahmen soll zudem die
Kommunikation und Bindung im Sinne einer optimalen Übereinkunft in der
Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur noch weiter verbessert werden. Zu
diesen Maßnahmen gehören unter anderem die Entwicklung von QR-Codes,
die im Falle einer Vermittlung eines Freiwilligen eine entsprechende Mail an die
Freiwilligenagentur generieren, die Entwicklung einer intranet-ähnlichen
digitalen Plattform, die neben der Kommunikation mit der Freiwilligenagentur
auch der Vernetzung der Träger untereinander dient, und bedarfsgerechte
Qualifizierungsangebote.
Laufend werden neue Kooperationspartner aus den verschiedensten Bereichen
angeworben und aufgenommen, wodurch die Palette der möglichen Tätigkeiten
für Freiwillige noch vielfältiger wird.
Die Freiwilligenagentur berät und vermittelt Menschen mit Beeinträchtigungen.
Weiterhin wird daran gearbeitet, geeignete Engagementfelder für Menschen mit
Behinderung zu identifizieren und entsprechende Rahmenbedingungen zu
schaffen.Seite 4 von 14

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2. Öffentlichkeitsarbeit
Es wurden wieder verschiedenste Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit
genutzt, um auf die Arbeit, Angebote und Möglichkeiten des Bereichs
hinzuweisen. Hierzu gehörten:
Faltblätter, Plakate, Spannbanner, Mega-Lights, Infoscreens, Freistempler,
Stempel, Intranet- und Internetseiten (www.bonn.de, Suchbegriff
„Engagement“), Pressemeldungen, Engagement-Galerie, Teilnahme an
Veranstaltungen (nur vereinzelt), Verteilen von Werbemitteln.
Perspektiven:
Die Öffentlichkeitsarbeit wird weitergeführt und nach Möglichkeit ausgebaut.
3. Qualifizierung/Projektförderung:
Fort- und Weiterbildung:
Über die städtischen Internetseiten wird nach wie vor über die verschiedenen
Qualifizierungsmöglichkeiten für Freiwillige und Träger informiert. Träger, die
eigene Veranstaltungen in diesem Bereich anbieten, können diese auch in dem
gesamtstädtischen Veranstaltungskalender veröffentlichen. Seit dem Relaunch
des Auftritts von www.bonn.de gibt es hier eine eigene Rubrik
„Bürgerschaftliches Engagement“, welche die Sichtbarkeit der Veranstaltungen
deutlich erhöht.
Quartiersmanagements:
Seit 2016 können Freiwillige, die sich im Rahmen eines Quartiersmanagements
engagieren, einen Zuschuss zu einer Qualifizierung erhalten (grundsätzliche
Ausführungen dazu: DS. Nr. 1410160ST2 und DS-Nr. 1410160NV4). Das
Verfahren wurde in der Mitteilungsvorlage für den Ausschuss vorgestellt (DS
1610344).
Mitte 2018 wurde der Kreis der möglichen Zuschussempfänger auf die
Freiwilligen, die bei den Kooperationspartnern der Freiwilligenagentur
eingesetzt sind, erweitert.
Projektförderung:
Das von der Freiwilligenagentur Bonn gemeinsam mit dem Familienkreis e.V.
durchgeführte Projekt „Großeltern auf Zeit“ wurde Anfang 2020 in die alleinige
Verantwortung des Familienkreises übergeben. Dort können verschiedene
Synergien für die Gewinnung und Begleitung der Freiwilligen genutzt werden.
„Runder Tisch Lesepaten“:
Verschiedene Aktivitäten und Fortbildungsveranstaltungen konnten angeboten
werden. Auf den Internetseiten des Bereichs Bürgerschaftliches Engagement
wurde erstmals ein Platz geschaffen, an dem gebündelt verschiedene
Informationen und Kontakte zu dem Thema hinterlegt wurden.Seite 5 von 14

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Perspektiven:
Die bestehenden Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten für die Träger
sollen in bisherigem Rahmen weitergeführt werden.
Für die Kooperationspartner der Freiwilligenagentur sollen verstärkt Angebote
gemacht werden (s. o. unter Freiwilligenagentur).
4. Entwicklung und Pflege einer „Kultur der Anerkennung“
Neben der Vermittlung von Freiwilligen ist die Anerkennung des
bürgerschaftlichen Engagements eine weitere wichtige Aufgabe des
Sachgebietes. Dieser Dank kann zum Beispiel in Form des Heimat-Preises
oder der Ehrenamtskarte NRW erfolgen.
Heimat-Preis NRW:
Die Bundesstadt Bonn hat am 16. September 2020 zum zweiten Mal den
Heimat-Preis auf der Grundlage des Landesförderprogramms „Heimat. Zukunft.
Nordrhein-Westfalen“ verliehen. Wie schon im Vorjahr wurde die maximale
Anzahl der Preisträgerinnen und -träger ausgeschöpft, so dass drei
Organisationen ausgezeichnet werden konnten.
Mit diesem Preis kann lokales bürgerschaftliches Engagement besonders
geehrt werden. Das Landesförderprogramm wird noch bis zum Jahr 2022
angeboten.
Ehrenamtskarte NRW:
Am 4. Dezember 2019 hat die traditionelle Übergabe der Karten durch Herrn
Oberbürgermeister Ashok Sridharan im Alten Rathaus stattgefunden, 2020 ist
die Veranstaltung corona-bedingt ausgefallen. Stattdessen hat Frau
Oberbürgermeisterin Katja Dörner eine Video-Botschaft für alle in Bonn
freiwillig Engagierten aufgenommen, in der sie ihre Wertschätzung und ihren
Dank ausdrückte. Das Video war im Internet abrufbar und wurde an
verschiedene Verteiler verschickt. Einige Freiwillige haben außerdem ein
persönliches Schreiben der Oberbürgermeisterin erhalten.
Mittlerweile nehmen über 270 Kommunen in NRW an dem Projekt teil.
Landesweit gibt es über 4.700 Vergünstigungen für die Inhaberinnen und
Inhaber der Karte. Hiervon gibt es allein rund 50 Vergünstigungen in Bonn.
Bisher (Stand 15. März 2021) wurden bereits 2.275 Karten in Bonn ausgestellt.
Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zu keinem Rückgang der Ausgabe
geführt, im Gegenteil konnten 2020 184 Karten ausgegeben werden (im
Vergleich zu 2019: 158).
Zusätzlich werden in Bonn grundsätzlich auch immer wieder Sonderaktionen,
wie Zutrittskarten für den Sturm des Alten Rathauses am Karnevalssonntag
sowie für die Tribüne des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin beim
Rosenmontagszug, die Eröffnungsveranstaltung von Pützchens Markt oder
eine Führung durch den Posttower angeboten. Großer Beliebtheit erfreuen sich
auch immer die Vergünstigungen im Rahmen des Beethovenfestes.Seite 6 von 14

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Die Zusammenarbeit mit dem Referat „Bürgerschaftliches Engagement“ der
Staatskanzlei des Landes NRW gestaltet sich weiterhin sehr positiv. Der
Arbeitsbereich wird als erfahrene Kommune regelmäßig zu Austauschtreffen
eingeladen, um von seinen Erfahrungen zu berichten.
Engagement-Galerie:
2012 wurde anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Freiwilligenagentur Bonn
die Engagement-Galerie ins Leben gerufen. Die Galerie wurde seitdem bei
verschiedenen Gelegenheiten gezeigt (2019 zum Beispiel bei den Empfängen
im Alten Rathaus und im Rathaus Beuel, 2021 erneut im Rathaus Beuel:
corona-konform in einem der Schaufenster) und hat viel positive Resonanz
erfahren. Die Galerie besteht derzeit aus rund 20 Motiven, weitere werden neu
aufgenommen.
Ziel ist es, dem Engagement „ein Gesicht zu geben“ und die vielfältigen
Engagementmöglichkeiten sowie Beweggründe der Freiwilligen darzustellen.
Daher sind auch die Kooperationspartner der Freiwilligenagentur aufgerufen,
Vorschläge für neue Gesichter der Galerie abzugeben.
Engagementnachweis Nordrhein-Westfalen „Füreinander. Miteinander“:
Das Amt für Soziales und Wohnen stellt Freiwilligen, die sich für einen
städtischen Träger engagieren, den Engagementnachweis NRW „Füreinander.
Miteinander“ aus. Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden und weiteren
Trägern des sozialen Ehrenamtes, Wirtschaftsverbänden und
Arbeitgeberorganisationen, hat NRW den Engagementnachweis eingeführt.
Der Nachweis dokumentiert und würdigt bürgerschaftliches Engagement und ist
Beleg für die fachlichen und sozialen Kompetenzen der engagierten Menschen.
Er bescheinigt zudem die im Engagement erworbenen oder nachgewiesenen
Fähigkeiten. Gemeinnützige Organisationen können die
Ausstellungsberechtigung bei der Staatskanzlei NRW beantragen.
Preise, Ehrungen, Fördermöglichkeiten:
Auf den städtischen Internetseiten für den Bereich Bürgerschaftliches
Engagement sind Informationen zu zahlreichen Anerkennungsformen,
Projektförderungen und Preisen zu finden.
Unterstützung in der Corona-Krise, Auszahlung von Fördermitteln des
Landes NRW:
Das Land NRW stellte zur Unterstützung ehrenamtlicher Aktivitäten zur
Bewältigung der Folgen der Corona-Krise über eine Million Euro bereit, die
Stadt Bonn erhielt davon 20.000 Euro. Durch diese Mittel sollten insbesondere
die Arbeit und Hilfsangebote der Nachbarschaftsinitiativen und Vereine vor Ort
unterstützt werden, damit diese ihre Aktionen für hilfsbedürftige Menschen - vor
allem für Seniorinnen und Senioren, erkrankte und in Quarantäne befindliche
Menschen - einfacher oder besser und mit angemessenen Schutzvorkehrungen
umsetzen konnten.Seite 7 von 14

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Die finanziellen Mittel durften für ab dem 24. März 2020 entstandene Ausgaben
im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie genutzt werden. Einrichtungen,
Nachbarschaftsinitiativen oder Vereine konnten Ausgaben bis maximal 1.000
Euro geltend machen. Alle Fördermittel wurden abgerufen.
Anderes:
Viele Organisationen und Träger würdigen den Einsatz der bei ihnen tätigen
Freiwilligen außerdem im Rahmen eigener Aktivitäten und Formate.
Perspektiven:
Die regelmäßige persönliche Übergabe von Ehrenamtskarten im Rahmen eines
Empfangs soll nach Möglichkeit beibehalten werden. Auch wenn ein Teil der
Empfängerinnen und Empfänger weiterhin „seine“ Karten im Stillen – also auf
dem Postweg – erhalten möchte, kann die Stadt Bonn bei dieser Gelegenheit
ihre Anerkennung für das Engagement ausdrücken. Zu dem Empfang im
Dezember werden seit einigen Jahren nicht nur Freiwillige zur persönlichen
Übergabe eingeladen, sondern auch diejenigen, die die Ehrenamtskarte im
Laufe des Jahres bereits mit der Post erhalten haben.
Regelmäßig werden außerdem Gelegenheiten genutzt, auch den Engagierten,
die zum Beispiel aufgrund der Zugangsvoraussetzungen keine Ehrenamtskarte
beantragen können, auf andere Weise zu danken. Hierzu zählt beispielsweise
die Teilnahme an Sonderaktionen.
5. Förderung unternehmerischen bürgerschaftlichen Engagements
(„corporate social responsibility“ – CSR = gesellschaftliche Verantwortung von
Unternehmen)
Nach wie vor wenden sich Unternehmen beziehungsweise Gruppen von
Kolleginnen und Kollegen direkt oder auf Umwegen an das Amt für Soziales
und Wohnen, um Engagementmöglichkeiten zu erfahren und mit der Stadt
diesbezüglich in einen Austausch zu treten. Die Anfragen reichen
beispielsweise von Tages-Engagements als Alternative zum bisherigen
Betriebsausflug oder zur Stärkung des Wir-Gefühls über die Suche nach
geeigneten Trägern/Einrichtungen als Empfänger von gesammelten Sach- oder
Geldspenden bis hin zur Unterstützung von weltweit stattfindenden
Engagementtagen, an denen sich große Bonner Unternehmen beteiligen und
hierfür Einsatzfelder vor Ort suchen. Zahlreiche Gruppen haben sich bereits bei
der Freiwilligenagentur registrieren und beraten lassen und konnten ihre Pläne
umsetzen.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) möchte ihrerseits das Thema
„Unternehmensengagement“ voranbringen und hat diesbezüglich einige
Initiativen ins Leben gerufen, bei denen sie mit dem Arbeitsbereich
„Bürgerschaftliches Engagement/Freiwilligenagentur“ kooperiert. Hierzu gehört
der „Marktplatz Gute Geschäfte“ - eine Plattform, auf der Unternehmen und
Vereine Engagementvereinbarungen aushandeln.Seite 8 von 14

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Der Arbeitsbereich ist hier bei der Vorbereitung, Durchführung und
Nachbereitung maßgeblicher Teil des Organisationsteams. Der zehnte
Marktplatz hätte 2020 stattfinden sollen, wurde jedoch corona-bedingt in dieses
Jahr verlegt und wird derzeit als Hybrid-Veranstaltung geplant
(online/Übertragung von Live-Ereignissen).
Auch die Stadtverwaltung Bonn positioniert sich seit einigen Jahren als
engagiertes Unternehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Stadtverwaltung können sich während ihrer Dienstzeit durch die
Freiwilligenagentur beraten lassen. Kolleginnen und Kollegen, die ihren Dienst
bei der Stadt beenden und in den Ruhestand gehen, werden auf die
Möglichkeiten freiwilligen Engagements hingewiesen. Mitarbeiteraktionen zum
guten Zweck laden zum Mitmachen ein und werden erfolgreich umgesetzt.
Perspektiven:
Die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und IHK ist seit Jahren eingespielt
und so konstruktiv, dass sie fortgeführt wird.
In Kooperation mit dem Personalamt sollen weitere Maßnahmen zur Förderung
des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung
erarbeitet werden.
6. Zusammenarbeit mit anderen und Einbindung in Netzwerken/Kreisen
Der Bereich „Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn“ arbeitet
- neben den vielen Kooperationspartnern der Freiwilligenagentur Bonn und den
verschiedenen Ämtern innerhalb der Stadtverwaltung - unter anderem und
unterschiedlich intensiv mit diesen Organisationen und Institutionen zusammen:
 Freiwilligenagenturen im Rhein-Sieg-Kreis
 IHK Bonn/Rhein-Sieg
 Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des
Landes NRW
 United Nations Volunteers (Freiwilligenprogramm der Vereinten
Nationen)
 UPJ, Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger
Mittlerorganisationen in Deutschland
 Staatskanzlei NRW
Anfragen - zum Beispiel nach der Vorstellung des Arbeitsbereiches,
Impulsbeiträgen, der Leitung von Workshops oder einem Beitrag in einem
Lernkarussell – werden nach Möglichkeit gerne bedient.
In folgenden Netzwerken/Kreisen ist der Bereich aktiv und/oder Mitglied
beziehungsweise Partner:
 Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen NRW
 Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen
 CSR-Kompetenzzentrum RheinlandSeite 9 von 14

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 Kommunennetzwerk NRW
 Runder Tisch Lesepatinnen und -paten in Bonn
Insbesondere die Mitarbeit im Kommunennetzwerk NRW trägt zur
Weiterentwicklung des gesamten Themas bei. Über dieses Netzwerk wurde
seit 2018 die Entwicklung einer landesweiten Engagementstrategie unterstützt.
Die Mitgliedschaft geht zurück auf die Teilnahme Bonns an der
Entwicklungswerkstatt für kommunale Entwicklungsstrategien „Zukunftsfaktor
Bürgerengagement“ von 2011 bis 2013. In diesem Zusammenhang werden die
kommunalen Spitzen nach wie vor grundsätzlich einmal jährlich auf
Landesebene zu einem Austausch eingeladen.
Insgesamt tragen diese Verbindungen und Kooperationen dazu bei, dass die
Stadt Bonn als kompetente und verbindliche Partnerin wahrgenommen wird
und deren Rat und Mitwirkung sehr geschätzt werden.
7. Resümee
Bürgerschaftliches Engagement in allen seinen Facetten ist so wertvoll und von
solch grundlegender Bedeutung für die Lebensqualität in einer Stadt, dass
sowohl die Förderung des Engagements als auch das Schaffen
beziehungsweise Erhalten von nachhaltig guten Rahmenbedingungen von
großer Wichtigkeit sind. Der Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches
Engagement/Freiwilligenagentur“ trägt – als trägerneutraler Ansprechpartner
mit einheitlichen und hohen Qualitätsstandards - einen entscheidenden Teil
dazu bei.
Als vorrangige Ziele der Arbeit sind folgende Punkte zu benennen:
- Ausweitung der Arbeit der Freiwilligenagentur (Gewinnung weiterer
Kooperationspartner, Akquise neuer Freiwilliger, verstärkte
Zusammenarbeit mit internen und externen Stellen).
- Stärkere Wahrnehmung des Aufgabenbereiches als
Querschnittsfunktion für die Gesamtverwaltung und noch bessere
Vernetzung der mit bürgerschaftlichem Engagement befassten Stellen
untereinander und mit dem Arbeitsbereich (Ziele: Synergien nutzen und
Doppelstrukturen vermeiden/abbauen).
- Ausbau und Stabilisierung der externen Vernetzung, das heißt zu
Trägern und Organisationen, die in diesem Bereich tätig sind.
- Schaffung von mehr Anerkennungsmöglichkeiten für Engagierte, die
nicht die Voraussetzungen für den Erhalt der Ehrenamtskarte NRW
erfüllen.
- Weiterhin Präsenz und aktive Rolle im Kommunen-Netzwerk NRW;
dies sichert die positive Wahrnehmung Bonns als engagierte Stadt bei
der Staatskanzlei NRW sowie den anderen Kommunen und fördert den
kollegialen Austausch untereinander.
Dies gilt umso mehr, als dass die Stadt Bonn darüber in den Prozess
des Landes, eine Engagementstrategie zu entwerfen, eingebunden war.Seite 10 von 14

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Die weitere Entwicklung und Etablierung der mittlerweile vorliegenden
Strategie soll weiter begleitet werden.
- Neue Entwicklungen und Erkenntnisse, wie zum Beispiel aus der
Engagementstrategie, aber auch von anderen Qualifizierungen und
Erfahrungen, sollen in eine Überarbeitung des dem Arbeitsbereich
zugrundeliegenden Konzeptes einfließen.
- Perspektivisch soll nach Möglichkeiten einer zentralen und
barrierefreien Anlaufstelle der Freiwilligenagentur in der Innenstadt
gesucht werden, die von Interessierten und Trägern aufgesucht werden
kann.
Anlage/n
1 Freiwilligenagentur Statistik 2020 (öffentlich)Seite 11 von 14

Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 12 von 14

Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 13 von 14

Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 14 von 14

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Datenstand: 02.11.2026, 23:52 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de