210303 · Mitteilungsvorlage
Bericht über die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 210303
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 22.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210303 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 50 Amt für Soziales und Wohnen Dezernat: Dez. V Bericht über die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 04.05.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Wie bereits in den Vorjahren erfolgt ein Sachstandsbericht aus dem Bereich „Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn“ auf der Grundlage des Hauptausschussbeschlusses vom 7. Dezember 2006 (DS-Nr. 0612710). Vorwort: Bonnerinnen und Bonner sind füreinander da – das hat sich 2020 besonders deutlich gezeigt. Über 770 Freiwillige (Stand 15. März 2021) haben sich bei der Freiwilligenagentur gemeldet, um sich während der Corona-Pandemie zu engagieren. Sie haben für Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige von Risikogruppen eingekauft, Masken genäht, „Fensterunterhaltung“ vor Pflegeheimen angeboten, Flüchtlingen telefonisch beim Deutschlernen geholfen oder im Besuchermanagement von Senioreneinrichtungen dazu beigetragen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner nach dem Lockdown wieder Besuche von Angehörigen erhalten können. Auch und vor allem sind die Freiwilligen in längerfristigen Projekten im Einsatz: Sie verbringen Freizeit mit Menschen mit Behinderung, ermöglichen Kindern durch Hausaufgabenhilfe und Lesepatenschaften einen guten Start ins Leben, unterstützen obdachlose Menschen bei der Wohnungssuche, besuchen einsame Seniorinnen und Senioren, helfen Flüchtlingen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und sehr vieles mehr. Die Freiwilligen schenken nicht nur, sondern gewinnen auch viel: „Es macht wirklich viel Spaß“, ist eines der häufigsten Feedbacks der Freiwilligen. Sinn erleben, Freude schenken, andere Menschen kennenlernen, manchmal auch Deutschkenntnisse verbessern – all dies erleben die Freiwilligen als ihren ganz persönlichen Gewinn. Freiwilligenarbeit in Bonn ist international: Arabisch, Englisch, Türkisch, Französisch, Dari, Chinesisch und Spanisch sind nur einige der Muttersprachen der aktiven Freiwilligen. Das freiwillige Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund ist zugleich ein wichtiger Faktor für das Hineinwachsen inSeite 1 von 14 Seite 2 die Bonner Gemeinschaft: „Ich fühle jetzt, dass ich Wert für die deutsche Gesellschaft habe.“, schrieb uns ein syrischer Geflüchteter, der sich nun als Übersetzer in einem Verein engagiert. Wer als Freiwilliger aktiv werden möchte, erhält in der Freiwilligenagentur eine ausführliche individuelle Beratung und kann aus rund 210 aktuellen Engagementangeboten wählen. Die Beratungsintensität und die Vielfalt der Angebote werden von den Freiwilligen sehr geschätzt: „Toll, dass man sich in so vielen Bereichen engagieren kann.“, „Schön, dass Sie das machen und wie Sie es machen.“, „Die Stadt Bonn hat einen großen Wert an Ihrer Arbeit.“, sind einige der Rückmeldungen, die die Agentur erhalten hat. Damit die Freiwilligen in den Organisationen optimale Bedingungen vorfinden, werden die Kooperationspartner in allen Fragen rund um das Freiwilligenmanagement beraten. Für die Freiwilligen ist es wichtig, Anerkennung für ihren Einsatz zu erhalten: Mit Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen (NRW), Ehrenamtsempfang, Engagement-Galerie, Engagementnachweis NRW und Heimat-Preis stellt der Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches Engagement / Freiwilligenagentur“ deshalb eine Reihe von Instrumenten und Formaten zur Anerkennungskultur zur Verfügung und entwickelt diese stetig weiter. Die Qualifizierung von Freiwilligen und Organisationen trägt dazu bei, dass sich die Engagierten für ihre Arbeit gut gerüstet fühlen und dafür in den Organisationen gute Rahmenbedingungen vorfinden. Der Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches Engagement/Freiwilligenagentur“ informiert über Qualifizierungsangebote, fördert die Weiterbildung von Freiwilligen finanziell und bietet perspektivisch verstärkt eigene Qualifizierungen für Kooperationspartner an. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen engagieren sich in Bonn in vielfältiger Weise. Diesen Einsatz fördert der Arbeitsbereich mit verschiedenen Angeboten, zum Beispiel mit dem „Marktplatz Gute Geschäfte“ und der Vermittlung von Engagementmöglichkeiten für so genannte „social days“ der Unternehmen. Mit zahlreichen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sorgt der Arbeitsbereich dafür, dass das Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ bei den Bonnerinnen und Bonnern präsent bleibt. 1. Freiwilligenagentur Die Freiwilligenagentur Bonn gibt es seit 2007. Ihre Hauptaufgabe ist weiterhin die Beratung von Freiwilligen und Trägern; diese mündet möglichst in eine passgenaue Vermittlung von Freiwilligen in Angebote der Träger. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde vorübergehend die persönliche Beratung weitgehend durch die Beratung per Telefon und Video ersetzt. Um effiziente Nachbarschaftshilfe während der Corona-Pandemie leisten zu können, entwickelten die Freiwilligenagentur und das Haus der Bonner Altenhilfe gemeinsam mit vielen Anlaufstellen (Quartiersmanagements,Seite 2 von 14 Seite 3 Beratungsstellen, Vereine, Begegnungsstätten und so weiter) eine neue spezielle Hilfsstruktur: Bei der Freiwilligenagentur registrierte sich binnen kurzer Zeit eine sehr große Anzahl an Freiwilligen (Stand 15. März 2021: 779), um Nachbarschaftshilfe für Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige von Risikogruppen zu leisten, zum Beispiel Einkaufen. Wer Hilfe benötigte, konnte sich im Haus der Bonner Altenhilfe melden. Sowohl die Hilfsgesuche als auch die Kontakte von Freiwilligen wurden an 15 Anlaufstellen im Stadtgebiet weitergeleitet, die vor Ort die Verbindung zwischen Hilfesuchenden und wohnortnahen Freiwilligen herstellten. Während die Zahl der Organisationen, die mit der Freiwilligenagentur kooperieren, beständig ansteigt (Stand 15. März 2021: 228), haben sich andere Werte auf einem gleichbleibend guten Niveau eingependelt. Beispielsweise suchten im Jahr 2019 im Monat durchschnittlich 36 Interessierte die Freiwilligenagentur erstmals für ein persönliches Beratungsgespräch auf. Im Jahr 2020 waren es im Schnitt sogar 54 Interessierte – dies ist sicherlich im Wesentlichen auf die große Welle der Hilfsbereitschaft in der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die Engagementsuchenden können eine passende Aktivität nach verschiedenen Kriterien auswählen: zeitlicher Rahmen, Zielgruppe, Bereich/Thema, Kenntnisse, Ort und einige mehr. In der Regel verlassen Interessierte die Beratung mit einem oder mehreren konkreten Angeboten. Qualitätsstandard der Freiwilligenagentur ist es, mit den Freiwilligen auch nach der Erstberatung in Kontakt zu bleiben und sie gegebenenfalls weiter bei der Suche nach einem passenden Engagement zu unterstützen. Die Gründe, weshalb sich hier beratene Interessenten in manchen Fällen letztlich doch anders entscheiden, sind unverändert und vielfältig: Manche erkennen, dass sie doch weniger Zeit für ein freiwilliges Engagement haben, als zunächst gedacht. Andere stehen aufgrund von Krankheit oder Wegzug nicht mehr zur Verfügung, einige haben auch in Eigeninitiative ein anderes Engagement gefunden. Weitere statistische Angaben zu den Freiwilligen können der Anlage 1 entnommen werden. Die Vermittlung von Gruppen - vielfach im Rahmen eines „social days“ von Unternehmen - ist weiterhin ein wichtiges Angebot der Freiwilligenagentur. Die Agentur berät die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Gruppen und stellt die Kontakte zu den Organisationen her. Von großem Interesse für die Freiwilligen sind die so genannten „Einmalaktionen“, über die per Newsletter informiert wird. Hierbei kann es sich um eine Gartenaktion, einen Flohmarktstand oder um die Mithilfe bei einem Fest handeln. Über solche kurzfristigen Aktionen können Bindungen zu einer Organisation entstehen, die zu längerfristigem Engagement führen. Zugleich stellt dieses Instrument für die Freiwilligenagentur eine Möglichkeit dar, bei den Interessentinnen und Interessenten sowie den bereits aktiven Freiwilligen präsent zu bleiben. Das Angebot der Beratung und Qualifizierung von Vereinen und Organisationen zu den unterschiedlichsten Fragen rund um die Freiwilligenarbeit wird nach wie vor sehr gut angenommen. Wichtige Themen sind zum Beispiel die Gewinnung von Freiwilligen, Anerkennungskultur,Seite 3 von 14 Seite 4 Versicherung freiwillig Engagierter, Qualifikationsnachweise oder erweitertes Führungszeugnis. Das Treffen mit den Kooperationspartnern im Februar 2020 war mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht. Es diente dem Austausch mit den Trägern und zugleich der Qualifizierung im Themenbereich „Freiwilligenmanagement“. Die Beratung der Vereine und Organisationen erfolgt im Rahmen von Ortsterminen sowie telefonisch, ebenso hat sich die Video-Beratung bewährt. Die bestehenden Kontakte zu in Bonn ansässigen internationalen NGO (Nichtregierungsorganisationen), wie zum Beispiel der UNV (United Nations Volunteers = Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen) oder dem International Paralympic Committee wurden weiter gepflegt. Die Zugriffszahlen auf den Internetauftritt der Freiwilligenagentur www.freiwilligenagentur-bonn.de haben sich auf einem hohen Niveau von monatlich durchschnittlich etwa 5.000 Besucherinnen und Besuchern gehalten. Besonders geschätzt und viel genutzt wird von den Freiwilligen die Möglichkeit, sich auf diesen Seiten vorab über konkrete Engagementmöglichkeiten zu informieren. Perspektiven: Die Arbeit der Freiwilligenagentur wird nach den bisherigen Qualitätsstandards weitergeführt. Dafür ist es von großer Wichtigkeit, die Möglichkeit der ausführlichen, unabhängigen Beratung der interessierten Freiwilligen und Organisationen beizubehalten. Es wird geprüft, ob das erfolgreich eingeführte Format der Freiwilligen-Beratung per Telefon und Video langfristig die persönliche Beratung ergänzen soll. Mit der Einführung einer regelmäßigen „Video-Sprechstunde für Träger“ soll die Intensität der Beratung für die Kooperationspartner weiter gesteigert werden. Mit dieser und verschiedenen weiteren Maßnahmen soll zudem die Kommunikation und Bindung im Sinne einer optimalen Übereinkunft in der Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur noch weiter verbessert werden. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem die Entwicklung von QR-Codes, die im Falle einer Vermittlung eines Freiwilligen eine entsprechende Mail an die Freiwilligenagentur generieren, die Entwicklung einer intranet-ähnlichen digitalen Plattform, die neben der Kommunikation mit der Freiwilligenagentur auch der Vernetzung der Träger untereinander dient, und bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote. Laufend werden neue Kooperationspartner aus den verschiedensten Bereichen angeworben und aufgenommen, wodurch die Palette der möglichen Tätigkeiten für Freiwillige noch vielfältiger wird. Die Freiwilligenagentur berät und vermittelt Menschen mit Beeinträchtigungen. Weiterhin wird daran gearbeitet, geeignete Engagementfelder für Menschen mit Behinderung zu identifizieren und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.Seite 4 von 14 Seite 5 2. Öffentlichkeitsarbeit Es wurden wieder verschiedenste Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um auf die Arbeit, Angebote und Möglichkeiten des Bereichs hinzuweisen. Hierzu gehörten: Faltblätter, Plakate, Spannbanner, Mega-Lights, Infoscreens, Freistempler, Stempel, Intranet- und Internetseiten (www.bonn.de, Suchbegriff „Engagement“), Pressemeldungen, Engagement-Galerie, Teilnahme an Veranstaltungen (nur vereinzelt), Verteilen von Werbemitteln. Perspektiven: Die Öffentlichkeitsarbeit wird weitergeführt und nach Möglichkeit ausgebaut. 3. Qualifizierung/Projektförderung: Fort- und Weiterbildung: Über die städtischen Internetseiten wird nach wie vor über die verschiedenen Qualifizierungsmöglichkeiten für Freiwillige und Träger informiert. Träger, die eigene Veranstaltungen in diesem Bereich anbieten, können diese auch in dem gesamtstädtischen Veranstaltungskalender veröffentlichen. Seit dem Relaunch des Auftritts von www.bonn.de gibt es hier eine eigene Rubrik „Bürgerschaftliches Engagement“, welche die Sichtbarkeit der Veranstaltungen deutlich erhöht. Quartiersmanagements: Seit 2016 können Freiwillige, die sich im Rahmen eines Quartiersmanagements engagieren, einen Zuschuss zu einer Qualifizierung erhalten (grundsätzliche Ausführungen dazu: DS. Nr. 1410160ST2 und DS-Nr. 1410160NV4). Das Verfahren wurde in der Mitteilungsvorlage für den Ausschuss vorgestellt (DS 1610344). Mitte 2018 wurde der Kreis der möglichen Zuschussempfänger auf die Freiwilligen, die bei den Kooperationspartnern der Freiwilligenagentur eingesetzt sind, erweitert. Projektförderung: Das von der Freiwilligenagentur Bonn gemeinsam mit dem Familienkreis e.V. durchgeführte Projekt „Großeltern auf Zeit“ wurde Anfang 2020 in die alleinige Verantwortung des Familienkreises übergeben. Dort können verschiedene Synergien für die Gewinnung und Begleitung der Freiwilligen genutzt werden. „Runder Tisch Lesepaten“: Verschiedene Aktivitäten und Fortbildungsveranstaltungen konnten angeboten werden. Auf den Internetseiten des Bereichs Bürgerschaftliches Engagement wurde erstmals ein Platz geschaffen, an dem gebündelt verschiedene Informationen und Kontakte zu dem Thema hinterlegt wurden.Seite 5 von 14 Seite 6 Perspektiven: Die bestehenden Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten für die Träger sollen in bisherigem Rahmen weitergeführt werden. Für die Kooperationspartner der Freiwilligenagentur sollen verstärkt Angebote gemacht werden (s. o. unter Freiwilligenagentur). 4. Entwicklung und Pflege einer „Kultur der Anerkennung“ Neben der Vermittlung von Freiwilligen ist die Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements eine weitere wichtige Aufgabe des Sachgebietes. Dieser Dank kann zum Beispiel in Form des Heimat-Preises oder der Ehrenamtskarte NRW erfolgen. Heimat-Preis NRW: Die Bundesstadt Bonn hat am 16. September 2020 zum zweiten Mal den Heimat-Preis auf der Grundlage des Landesförderprogramms „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen“ verliehen. Wie schon im Vorjahr wurde die maximale Anzahl der Preisträgerinnen und -träger ausgeschöpft, so dass drei Organisationen ausgezeichnet werden konnten. Mit diesem Preis kann lokales bürgerschaftliches Engagement besonders geehrt werden. Das Landesförderprogramm wird noch bis zum Jahr 2022 angeboten. Ehrenamtskarte NRW: Am 4. Dezember 2019 hat die traditionelle Übergabe der Karten durch Herrn Oberbürgermeister Ashok Sridharan im Alten Rathaus stattgefunden, 2020 ist die Veranstaltung corona-bedingt ausgefallen. Stattdessen hat Frau Oberbürgermeisterin Katja Dörner eine Video-Botschaft für alle in Bonn freiwillig Engagierten aufgenommen, in der sie ihre Wertschätzung und ihren Dank ausdrückte. Das Video war im Internet abrufbar und wurde an verschiedene Verteiler verschickt. Einige Freiwillige haben außerdem ein persönliches Schreiben der Oberbürgermeisterin erhalten. Mittlerweile nehmen über 270 Kommunen in NRW an dem Projekt teil. Landesweit gibt es über 4.700 Vergünstigungen für die Inhaberinnen und Inhaber der Karte. Hiervon gibt es allein rund 50 Vergünstigungen in Bonn. Bisher (Stand 15. März 2021) wurden bereits 2.275 Karten in Bonn ausgestellt. Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zu keinem Rückgang der Ausgabe geführt, im Gegenteil konnten 2020 184 Karten ausgegeben werden (im Vergleich zu 2019: 158). Zusätzlich werden in Bonn grundsätzlich auch immer wieder Sonderaktionen, wie Zutrittskarten für den Sturm des Alten Rathauses am Karnevalssonntag sowie für die Tribüne des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin beim Rosenmontagszug, die Eröffnungsveranstaltung von Pützchens Markt oder eine Führung durch den Posttower angeboten. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch immer die Vergünstigungen im Rahmen des Beethovenfestes.Seite 6 von 14 Seite 7 Die Zusammenarbeit mit dem Referat „Bürgerschaftliches Engagement“ der Staatskanzlei des Landes NRW gestaltet sich weiterhin sehr positiv. Der Arbeitsbereich wird als erfahrene Kommune regelmäßig zu Austauschtreffen eingeladen, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Engagement-Galerie: 2012 wurde anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Freiwilligenagentur Bonn die Engagement-Galerie ins Leben gerufen. Die Galerie wurde seitdem bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt (2019 zum Beispiel bei den Empfängen im Alten Rathaus und im Rathaus Beuel, 2021 erneut im Rathaus Beuel: corona-konform in einem der Schaufenster) und hat viel positive Resonanz erfahren. Die Galerie besteht derzeit aus rund 20 Motiven, weitere werden neu aufgenommen. Ziel ist es, dem Engagement „ein Gesicht zu geben“ und die vielfältigen Engagementmöglichkeiten sowie Beweggründe der Freiwilligen darzustellen. Daher sind auch die Kooperationspartner der Freiwilligenagentur aufgerufen, Vorschläge für neue Gesichter der Galerie abzugeben. Engagementnachweis Nordrhein-Westfalen „Füreinander. Miteinander“: Das Amt für Soziales und Wohnen stellt Freiwilligen, die sich für einen städtischen Träger engagieren, den Engagementnachweis NRW „Füreinander. Miteinander“ aus. Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden und weiteren Trägern des sozialen Ehrenamtes, Wirtschaftsverbänden und Arbeitgeberorganisationen, hat NRW den Engagementnachweis eingeführt. Der Nachweis dokumentiert und würdigt bürgerschaftliches Engagement und ist Beleg für die fachlichen und sozialen Kompetenzen der engagierten Menschen. Er bescheinigt zudem die im Engagement erworbenen oder nachgewiesenen Fähigkeiten. Gemeinnützige Organisationen können die Ausstellungsberechtigung bei der Staatskanzlei NRW beantragen. Preise, Ehrungen, Fördermöglichkeiten: Auf den städtischen Internetseiten für den Bereich Bürgerschaftliches Engagement sind Informationen zu zahlreichen Anerkennungsformen, Projektförderungen und Preisen zu finden. Unterstützung in der Corona-Krise, Auszahlung von Fördermitteln des Landes NRW: Das Land NRW stellte zur Unterstützung ehrenamtlicher Aktivitäten zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise über eine Million Euro bereit, die Stadt Bonn erhielt davon 20.000 Euro. Durch diese Mittel sollten insbesondere die Arbeit und Hilfsangebote der Nachbarschaftsinitiativen und Vereine vor Ort unterstützt werden, damit diese ihre Aktionen für hilfsbedürftige Menschen - vor allem für Seniorinnen und Senioren, erkrankte und in Quarantäne befindliche Menschen - einfacher oder besser und mit angemessenen Schutzvorkehrungen umsetzen konnten.Seite 7 von 14 Seite 8 Die finanziellen Mittel durften für ab dem 24. März 2020 entstandene Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie genutzt werden. Einrichtungen, Nachbarschaftsinitiativen oder Vereine konnten Ausgaben bis maximal 1.000 Euro geltend machen. Alle Fördermittel wurden abgerufen. Anderes: Viele Organisationen und Träger würdigen den Einsatz der bei ihnen tätigen Freiwilligen außerdem im Rahmen eigener Aktivitäten und Formate. Perspektiven: Die regelmäßige persönliche Übergabe von Ehrenamtskarten im Rahmen eines Empfangs soll nach Möglichkeit beibehalten werden. Auch wenn ein Teil der Empfängerinnen und Empfänger weiterhin „seine“ Karten im Stillen – also auf dem Postweg – erhalten möchte, kann die Stadt Bonn bei dieser Gelegenheit ihre Anerkennung für das Engagement ausdrücken. Zu dem Empfang im Dezember werden seit einigen Jahren nicht nur Freiwillige zur persönlichen Übergabe eingeladen, sondern auch diejenigen, die die Ehrenamtskarte im Laufe des Jahres bereits mit der Post erhalten haben. Regelmäßig werden außerdem Gelegenheiten genutzt, auch den Engagierten, die zum Beispiel aufgrund der Zugangsvoraussetzungen keine Ehrenamtskarte beantragen können, auf andere Weise zu danken. Hierzu zählt beispielsweise die Teilnahme an Sonderaktionen. 5. Förderung unternehmerischen bürgerschaftlichen Engagements („corporate social responsibility“ – CSR = gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) Nach wie vor wenden sich Unternehmen beziehungsweise Gruppen von Kolleginnen und Kollegen direkt oder auf Umwegen an das Amt für Soziales und Wohnen, um Engagementmöglichkeiten zu erfahren und mit der Stadt diesbezüglich in einen Austausch zu treten. Die Anfragen reichen beispielsweise von Tages-Engagements als Alternative zum bisherigen Betriebsausflug oder zur Stärkung des Wir-Gefühls über die Suche nach geeigneten Trägern/Einrichtungen als Empfänger von gesammelten Sach- oder Geldspenden bis hin zur Unterstützung von weltweit stattfindenden Engagementtagen, an denen sich große Bonner Unternehmen beteiligen und hierfür Einsatzfelder vor Ort suchen. Zahlreiche Gruppen haben sich bereits bei der Freiwilligenagentur registrieren und beraten lassen und konnten ihre Pläne umsetzen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) möchte ihrerseits das Thema „Unternehmensengagement“ voranbringen und hat diesbezüglich einige Initiativen ins Leben gerufen, bei denen sie mit dem Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches Engagement/Freiwilligenagentur“ kooperiert. Hierzu gehört der „Marktplatz Gute Geschäfte“ - eine Plattform, auf der Unternehmen und Vereine Engagementvereinbarungen aushandeln.Seite 8 von 14 Seite 9 Der Arbeitsbereich ist hier bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung maßgeblicher Teil des Organisationsteams. Der zehnte Marktplatz hätte 2020 stattfinden sollen, wurde jedoch corona-bedingt in dieses Jahr verlegt und wird derzeit als Hybrid-Veranstaltung geplant (online/Übertragung von Live-Ereignissen). Auch die Stadtverwaltung Bonn positioniert sich seit einigen Jahren als engagiertes Unternehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung können sich während ihrer Dienstzeit durch die Freiwilligenagentur beraten lassen. Kolleginnen und Kollegen, die ihren Dienst bei der Stadt beenden und in den Ruhestand gehen, werden auf die Möglichkeiten freiwilligen Engagements hingewiesen. Mitarbeiteraktionen zum guten Zweck laden zum Mitmachen ein und werden erfolgreich umgesetzt. Perspektiven: Die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und IHK ist seit Jahren eingespielt und so konstruktiv, dass sie fortgeführt wird. In Kooperation mit dem Personalamt sollen weitere Maßnahmen zur Förderung des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung erarbeitet werden. 6. Zusammenarbeit mit anderen und Einbindung in Netzwerken/Kreisen Der Bereich „Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Bonn“ arbeitet - neben den vielen Kooperationspartnern der Freiwilligenagentur Bonn und den verschiedenen Ämtern innerhalb der Stadtverwaltung - unter anderem und unterschiedlich intensiv mit diesen Organisationen und Institutionen zusammen: Freiwilligenagenturen im Rhein-Sieg-Kreis IHK Bonn/Rhein-Sieg Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW United Nations Volunteers (Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen) UPJ, Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland Staatskanzlei NRW Anfragen - zum Beispiel nach der Vorstellung des Arbeitsbereiches, Impulsbeiträgen, der Leitung von Workshops oder einem Beitrag in einem Lernkarussell – werden nach Möglichkeit gerne bedient. In folgenden Netzwerken/Kreisen ist der Bereich aktiv und/oder Mitglied beziehungsweise Partner: Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen NRW Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen CSR-Kompetenzzentrum RheinlandSeite 9 von 14 Seite 10 Kommunennetzwerk NRW Runder Tisch Lesepatinnen und -paten in Bonn Insbesondere die Mitarbeit im Kommunennetzwerk NRW trägt zur Weiterentwicklung des gesamten Themas bei. Über dieses Netzwerk wurde seit 2018 die Entwicklung einer landesweiten Engagementstrategie unterstützt. Die Mitgliedschaft geht zurück auf die Teilnahme Bonns an der Entwicklungswerkstatt für kommunale Entwicklungsstrategien „Zukunftsfaktor Bürgerengagement“ von 2011 bis 2013. In diesem Zusammenhang werden die kommunalen Spitzen nach wie vor grundsätzlich einmal jährlich auf Landesebene zu einem Austausch eingeladen. Insgesamt tragen diese Verbindungen und Kooperationen dazu bei, dass die Stadt Bonn als kompetente und verbindliche Partnerin wahrgenommen wird und deren Rat und Mitwirkung sehr geschätzt werden. 7. Resümee Bürgerschaftliches Engagement in allen seinen Facetten ist so wertvoll und von solch grundlegender Bedeutung für die Lebensqualität in einer Stadt, dass sowohl die Förderung des Engagements als auch das Schaffen beziehungsweise Erhalten von nachhaltig guten Rahmenbedingungen von großer Wichtigkeit sind. Der Arbeitsbereich „Bürgerschaftliches Engagement/Freiwilligenagentur“ trägt – als trägerneutraler Ansprechpartner mit einheitlichen und hohen Qualitätsstandards - einen entscheidenden Teil dazu bei. Als vorrangige Ziele der Arbeit sind folgende Punkte zu benennen: - Ausweitung der Arbeit der Freiwilligenagentur (Gewinnung weiterer Kooperationspartner, Akquise neuer Freiwilliger, verstärkte Zusammenarbeit mit internen und externen Stellen). - Stärkere Wahrnehmung des Aufgabenbereiches als Querschnittsfunktion für die Gesamtverwaltung und noch bessere Vernetzung der mit bürgerschaftlichem Engagement befassten Stellen untereinander und mit dem Arbeitsbereich (Ziele: Synergien nutzen und Doppelstrukturen vermeiden/abbauen). - Ausbau und Stabilisierung der externen Vernetzung, das heißt zu Trägern und Organisationen, die in diesem Bereich tätig sind. - Schaffung von mehr Anerkennungsmöglichkeiten für Engagierte, die nicht die Voraussetzungen für den Erhalt der Ehrenamtskarte NRW erfüllen. - Weiterhin Präsenz und aktive Rolle im Kommunen-Netzwerk NRW; dies sichert die positive Wahrnehmung Bonns als engagierte Stadt bei der Staatskanzlei NRW sowie den anderen Kommunen und fördert den kollegialen Austausch untereinander. Dies gilt umso mehr, als dass die Stadt Bonn darüber in den Prozess des Landes, eine Engagementstrategie zu entwerfen, eingebunden war.Seite 10 von 14 Seite 11 Die weitere Entwicklung und Etablierung der mittlerweile vorliegenden Strategie soll weiter begleitet werden. - Neue Entwicklungen und Erkenntnisse, wie zum Beispiel aus der Engagementstrategie, aber auch von anderen Qualifizierungen und Erfahrungen, sollen in eine Überarbeitung des dem Arbeitsbereich zugrundeliegenden Konzeptes einfließen. - Perspektivisch soll nach Möglichkeiten einer zentralen und barrierefreien Anlaufstelle der Freiwilligenagentur in der Innenstadt gesucht werden, die von Interessierten und Trägern aufgesucht werden kann. Anlage/n 1 Freiwilligenagentur Statistik 2020 (öffentlich)Seite 11 von 14 Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 12 von 14 Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 13 von 14 Anlage 1, Mitteilungsvorlage ASMG am 4. Mai 2021Seite 14 von 14
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:52 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de