210270 · Mitteilungsvorlage
Neukonzeption des Stadtmuseums – Sachstand Neukonzeption
Kerndaten
- Nummer
- 210270
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
Dateien
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Volltext
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210270 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Neukonzeption des Stadtmuseums – Sachstand Neukonzeption Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 14.04.2021 Kenntnisnahme Kulturausschuss 15.04.2021 Kenntnisnahme Beirat Bürgerbeteiligung 21.05.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Ausgangslage Das Stadtmuseum Bonn ist ein Museum mit kulturhistorischem Schwerpunkt. Die bedeutendsten Sammlungsbestände entstammen dem 18. und 19. Jahrhundert. Die seit der Museumsgründung stetig erweiterte Sammlung umfasst mittlerweile über 10.000 Exponate und vermittelt eindrucksvolle Einblicke in die 2000jährige Stadtgeschichte. Für wichtige Epochen besitzt das Museum einzigartige und zum Teil herausragende, unverwechselbare Objekte. Seit Eröffnung des Museums am Standort Franziskanerstraße im Jahr 1998 leitet Dr. Ingrid Bodsch das Haus. Mit Sonderausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogischen Programmen verschaffte sie – neben der Dauerausstellung - dem Stadtmuseum Renommee und Relevanz – auch weit über Bonn hinaus. Das Ausscheiden der Museumsleitung im kommenden April und die Unklarheit über den Fortbestand der Ausstellungsräume im Viktoriakarree sind für die Kulturverwaltung Anlass, sich intensiv mit der Zukunft des Museums zu befassen und die Weichen für die Sicherung und Weiterentwicklung dieser wichtigen Kultureinrichtung zu stellen. Das Ziel: Das Stadtmuseum Bonn mit seiner kulturhistorischen Sammlung auch in Zukunft als unverzichtbare Adresse für alle Fragen zu Kultur, Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt Bonn zu erhalten: ein Ort des Wissens, der Reflexion, der Neugierde, des Austausches und Mitmachens für Bonnerinnen und Bonner und touristische Gäste der Stadt. Der Prozess Für das Stadtmuseum Bonn soll eine Neukonzeption erarbeitet werden, mit der die Attraktivität des Museums erhöht wird und möglichst viele Zielgruppen für lebendige Geschichtsarbeit begeistert werden, beispielsweise durch ein erweitertes Themenspektrum oder interaktive Angebote. Dazu gehört auch die Modernisierung der Dauerausstellung, die seit vielen Jahren von der Museumsleitung gefordert wird. Das Potenzial des Museums kann am aktuellen Standort aufgrund mangelhafter Sichtbarkeit und sehr eingeschränkter Infrastruktur nicht voll ausgeschöpft werden.Seite 1 von 4 Seite 2 Die Erarbeitung der Neukonzeption basiert auf drei Säulen, die miteinander verschränkt sind. 1. Stadt- und Alltagsforschung und museumsfachliche Impulse (Kooperation mit der Universität Bonn) 2. Dialog und Partizipation (Bürgerbeteiligung) 3. Erzähl uns Bonn! Befragungen und Interviews Zu 1: Stadt- und Alltagsforschung und museumsfachliche Impulse In einem gemeinsamen zweijährigen Forschungsprojekt mit dem Institut für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn wird das Alltagsleben von Bewohner*innen der Stadt Bonn untersucht und für die Sammlung und Präsentation des Stadtmuseums aufbereitet (Prof. Dr. Ove Sutter). Die gemeinsame Arbeit hat im März 2021 begonnen (Kooperationsvertrag). In einem ersten Schritt geben nationale und internationale Expert*innen aus Museumspraxis und Museumswissenschaft in Expertenworkshops Einblicke in zeitgenössische und partizipative Museumsarbeit (Start der Workshops im Juli 2020). Angefragt wurden u.a. das Rotterdam Museum, das Amsterdam Museum, das Historische Museum Frankfurt/M. und das FHXB Friedrichshain- Kreuzberg Museum. In einem zweiten Schritt werden in Lehrforschungsprojekten urbane Kulturen und alltagsweltliche Entwicklungen erforscht und ins Stadtgedächtnis transferiert (Lehrforschungsprojekte). Sämtliche Veranstaltungen und Forschungsaktivitäten werden dokumentiert und sind mit dem Beteiligungsprozess gekoppelt. Zu 2: Dialog und Partizipation (Bürgerbeteiligung) Parallel dazu, beginnend im Herbst 2021, sollen die Bonnerinnen und Bonner eingeladen werden, „ihr“ Stadtmuseum aktiv mitzugestalten. Neben dem Förderverein des Stadtmuseums, den Bonner Heimat- und Geschichtsvereinen, der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine sowie Museumsexpert*innen sollen Bonner*innen aus allen Generationen und möglichst vielen Nationen beteiligt werden. Dieser partizipative Prozess firmiert unter dem Begriff „Stadtlabor“. Zu 3: Erzähl uns Bonn! Befragungen und Interviews In einem weiteren Schritt sollen die Lebensgeschichten von Menschen erzählt werden, die heute in Bonn beheimatet sind. Für die Durchführung und Dokumentation dieser Zeitzeugeninterviews ist ein enger fachlicher Austausch mit dem Haus der Geschichte angestrebt. Fortgesetzt wird auch das Sammeln von Geschichten aus dem Alltag der Menschen. Ergebnis ist u.a. eine literarische Collage aus Erinnerungsbildern, die allesamt Bonner Perspektiven einfangen und sich zu einem Erinnerungsmosaik verdichten. Das vielschichtige Kaleidoskop von Sichtachsen und Horizonten, von Stadtbildern und (eigenen) Blickwinkeln auf Bonn soll später auch im Stadtmuseum präsentiert werden.Seite 2 von 4 Seite 3 Fördermittel und Finanzierung Für den zweijährigen Prozess (2021/2022) und die drei benannten Säulen wurden Fördermittel beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) beantragt und in Höhe von 68.300,00 Euro bewilligt. Für die Bürgerbeteiligung sind im Entwurf des Haushalts 2021 60.000 € veranschlagt. Damit wäre der Neukonzeptionsprozess finanziert. Projektstruktur Die Stelle der wissenschaftlichen Museumsleitung wurde im Januar 2021 ausgeschrieben und soll möglichst zum 1.5.2021 besetzt werden; so ist gewährleistet, dass die Konzeption des Beteiligungsprozesses, die Erarbeitung der Neukonzeption und deren spätere Realisierung unter museumsfachlicher Expertise erfolgen wird. Nach Dienstantritt der neuen Museumsleitung soll eine Planungsgruppe Stadtmuseum mit Kooperationspartnern, Kommunalpolitik, Verwaltung und sachkundigen Gästen eingerichtet werden, die den Prozess bis zur Neueröffnung begleitet.Seite 3 von 4 Seite 4 Ferner wird ein wissenschaftlicher Beirat aus Historiker*innen und ausgewiesenen Museumsexpert*innen konstituiert, der den Prozess fachlich begleitet. Neben der Kooperation mit der Abteilung Kulturanthropologie der Universität Bonn bestehen Projektkooperationen mit weiteren Abteilungen der Universität Bonn in den Themenfeldern „Ausstellungen“ und „Digitalisierung“. Partner sind hier das Kulturhistorische Institut mit dem Ergänzungsbereich/Masterstudiengang „Museumsstudien“ (Julia Krings M.A.) und der Lehrstuhl für Medienkulturwissenschaft (Prof. Dr. Jens Schröter). Darüber hinaus ist ein enger Erfahrungsaustausch mit den Museen der lokalen Museumslandschaft und mit den Stadtmuseen in der Region angestrebt (z.B. Stadtmuseum Köln). Digitales Museum Im Kontext der Neukonzeption wird eine digitale Strategie erarbeitet, die neue Technologien und digitale Medien für die Kernaufgaben des Museums sowie für interaktive Besuchererlebnisse entwickelt und nutzt. Die digitale Sammlungs-Datenbank soll umfassend erweitert und zu einem öffentlich zugänglichen Kommunikationsportal ausgebaut werden. Standortfrage Die Kulturverwaltung wird im Zuge der Konzeptentwicklung (ggfls. synchronisierter Prozess) Kriterien für zukunftsfähige Standorte für das Stadtmuseum erstellen, Optionen prüfen und in die politischen Beratungen einbringen. Museumsbetrieb Auch während des Neukonzeptionsprozesses läuft der Museumsbetrieb weiter. So bleibt die Dauerausstellung in der Franziskanerstraße weiter zugänglich, solange die Räumlichkeiten im Viktoriakarree zur Verfügung stehen. Auch andere Veranstaltungen, wie die Familientage, werden weiterhin angeboten. Dies sowie mögliche Sonderausstellungen – auch im Ernst-Moritz-Arndt Haus – werden weiterhin geplant und realisiert. Zeitplan Der Beteiligungsprozess startet im letzten Quartal 2021 und wird voraussichtlich bis Ende 2022 laufen. Die Ergebnissicherung und die anschließende Erarbeitung der Neukonzeption wird voraussichtlich im 1. Quartal 2023 abgeschlossen sein. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de