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210231 · Beschlussvorlage

Zuschuss an HennaMond e.V. für das Projekt „Champs Bonn – Für Demokratie und Menschenrechte – Gegen extremistische Ideologien“

Nummer
210231
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
15.03.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 04.05.2021 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Integrationsrates 05.05.2021 Anhörung
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Beschlussvorlage
öffentlich
210231
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Stabsstelle Integration
Dezernat:
Dez. OB
Zuschuss an HennaMond e.V. für das Projekt
„Champs Bonn – Für Demokratie und
Menschenrechte – Gegen extremistische
Ideologien“
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
04.05.2021 Entscheidung
Integrationsrat 05.05.2021 Anhörung
Beschlussvorschlag
(vorbehaltlich der Anhörung im Integrationsrat)
Der Verein HennaMond e.V. erhält für das Jahr 2021 einen Zuschuss von bis
zu 28.997,44 € zu den nachgewiesenen und anerkannten Personal- und
Sachkosten für das Projekt „Champs Bonn – Für Demokratie und
Menschenrechte – Gegen extremistische Ideologien“.
Begründung
Das Projekt „Champs Bonn – Für Demokratie und Menschenrechte – Gegen
extremistische Ideologien“ richtet sich an junge Menschen mit und ohne
Migrationsgeschichte im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. Innerhalb eines
Jahres werden sie von Trainer:innen des Vereins HennaMond zu
Multiplikator:innen, sogenannten „Champs“, ausgebildet, um in ihrem sozialen
Umfeld mit anderen Jugendlichen, die mit Extremismus, Gewalt und Kriminalität
konfrontiert sind, ins Gespräch zu kommen. Die Teilnehmenden sollen selbst
Vorbilder und durch das Projekt befähigt werden, für demokratische Werte
einzutreten. Dazu setzen sie sich in den zweiwöchentlich stattfindenden
Gruppenstunden inhaltlich mit Themen wie Extremismus (speziell
Salafismus/Islamismus und Rechtsextremismus), Antisemitismus,
Gleichberechtigung von Mann und Frau, Traditionen der Herkunftskulturen und
verschiedenen Formen von Gewalt auseinander. Das Training wird zertifiziert
und soll den Teilnehmenden als „Champs“ ermöglichen, anschließend selbst
Workshops in Schulen zu den erwähnten Themen durchzuführen.Seite 1 von 3

Seite 2
Die Initiatorin und hauptberufliche Leiterin des Vereins HennaMond und ein
interkultureller Trainer – erstere türkischer, letzterer marokkanischer Herkunft –
bilden Gruppen junger Menschen zwischen 16 und 23 Jahren anhand von
Gesprächen, Filmen, Rollenspielen und Exkursionen aus. Bei bestimmten,
geschlechtsspezifischen Themen kann geschlechtergetrennt gearbeitet
werden. Ansonsten sollen sich die Teilnehmenden gemeinsam mit den Themen
auseinandersetzen.
Hennamond e.V. setzt sich schon seit vielen Jahren für die Belange von
Mädchen, jungen Frauen und Männern aus patriarchalischen Strukturen ein.
Ziel ist es, ihnen im Fall von häuslicher Gewalt, Zwangsverheiratung oder
drohendem „Ehrenmord“ zu helfen und Unterstützung zu bieten. Darüber
hinaus hat der Verein von 2012 bis 2017 das deutschlandweit bekannte Projekt
„Heroes“ in Köln angeboten, das sich vor allem an junge Männer aus
patriarchalischen Strukturen richtete und sich kritisch und reflektiert mit Fragen
von Traditionen und Ehre auseinandersetzte, die im Widerspruch zu den
Normen und Werten der deutschen Gesellschaft stehen. 2017 entwickelte
HennaMond e.V. dann mit „Champs“ ein eigenes Projekt. Dieses nahm und
nimmt u.a. die politische Bildung junger Menschen in den Blick und beschäftigt
sich speziell mit der Prävention extremistischer Ideologien. Im Rahmen der
einjährigen Multiplikator:innenausbildung wird in der Regel auch eine
Bildungsfahrt (z.B. nach Auschwitz) angeboten.
Das Projekt ist im September 2019 in Medinghoven gestartet und trägt der
schwierigen sozialen Situation von Jugendlichen in dem Stadtteil Rechnung.
Medinghoven ist geprägt von überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit und
einem hohen Anteil an eingewanderten Familien. Begonnen wurde das Projekt
im Jugendzentrum Medinghoven und wechselte dann im Februar 2020 in
Räume des Stadtteilbüros der Diakonie. Dort konnten aufgrund der bald
darauffolgenden Corona-bedingten Schließung nur wenige Trainingsstunden
durchgeführt werden. Während des ersten Lockdowns arbeiteten die
Trainer:innen per Video, im Sommer traf sich die Gruppe mehrere Male im
Freien und wechselte dann im September in einen ausreichend großen
Gruppenraum der OGS Medinghoven. Die Pandemiesituation erforderte jedoch
im zweiten Lockdown eine erneute Durchführung der Trainingsstunden per
Video. Aufgrund dieser Einschränkungen werden die Teilnehmenden der ersten
Gruppe voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2021 (wie geplant Ende 2020)
ihre „Champs“-Zertifizierung erhalten. Wenn das Training der ersten Gruppe
abgeschlossen ist, soll eine neue Gruppe von Jugendlichen zu „Champs“
ausgebildet werden.
Die Förderung des Projektes wird von der Verwaltung befürwortet. Die hierfür
erforderlichen Haushaltsmittel sind im Haushaltsplanentwurf 2021/2022
enthalten. Die Auszahlung des Zuschusses entspricht den Regelungen des §
82 GO NRW. Während der vorläufigen Haushaltsführung wird der Zuschuss
nur bis zu maximal 80 % des Jahreszuschusses ausgezahlt.Seite 2 von 3

Seite 3
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.01.04 Koordination Integration 1.01.04.01 Koordination Integration
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
28.997,44 190000104/
73.1000
2021
Einzahlungen /
Erträge
0,00
Haushaltsbelastung
jährlich
28.997,44
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 00:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de