210187 · Mitteilungsvorlage
Waldzustand Bonner Stadtwald
Kerndaten
- Nummer
- 210187
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 15.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210187 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Waldzustand Bonner Stadtwald Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 21.04.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Anlass In regelmäßigen Abständen berichtet die Fachverwaltung zu aktuellen Themen im Stadtwald Bonn. Die vorliegende Mitteilungsvorlage beschreibt noch einmal umfassend die Situation im Bonner Stadtwald, insbesondere vor dem Hintergrund der letzten klimatisch herausfordernden Bedingungen mit Sturm- und Trockenheitsfolgen sowie Schädlingsbefall. In der letzten Sachstandsvorlage mit der DS.Nr. 200530 wurde im Mai 2020 die Situation anhand konkreter Zahlen erläutert. Diese werden nun aktualisiert. Ausgangslage und aktuelles Vorgehen im Stadtwald Bonn Ausgelöst durch den fortschreitenden Klimawandel ist der Wald in Nordrhein- Westfalen durch Dürre, Hitze, Stürme und Starkregen bedroht, welche die Schäden durch Sekundärschädlinge, wie z.B. den Borkenkäfer oder Pilzerkrankungen, massiv erhöhen. Der kommunal geführte Bonner Stadtwald umfasst rund 610 Hektar (15 Prozent des Gesamtwaldes auf Bonner Stadtgebiet) z.T. kleinteilige Laubmischwälder im gesamten Stadtgebiet, die von Eichen-, Buchen-, Kiefernwaldgesellschaften mit einem mittleren Altersschwerpunkt dominiert werden. Durchmischt werden sie mit Hainbuchen und Linden. Der Fichtenanteil lag 2017 bei lediglich 5,3 Prozent des Bonner Stadtwaldgesamtbestands, aktuell ist dieser aufgrund des Borkenkäferbefalls auf fast 0 % gefallen. So genannte Schütteschäden an der Kiefer, Douglasie, Hemlocktanne und auch der Lärche sind zu beobachten. Als "Schütte" wird allgemein ein vorzeitiges und massives Abwerfen der Nadeln bezeichnet, die Ursachen können hierfür unterschiedlich sein. Die Kiefer stirbt aktuell auf teilweiseSeite 1 von 3 Seite 2 sandigen Böden rasant ab. Darüber hinaus treten Trockenschäden vermehrt an der Buche und Birke auf. Als unmittelbare Folge der Extremwetterlagen sind für den Stadtwald Bonn überschlägig zirka 1000 Festmeter bei der Kiefer (ausgelöst durch den Diplodia Pilz) und 750 Festmeter bei der Buche (ausgelöst durch die anhaltende Trockenheit) zu beklagen. Andere Baumarten (Douglasie, Lärche, Hemlocktanne, Birke, usw.) fallen mit insgesamt zirka 650 Festmetern ins Gewicht. Diese Zahlen entsprechen der aktuellen Situation, die sich voraussichtlich noch verschärfen wird. Der Bonner Stadtwald ist Erholungswald. Hier ist aufgrund der intensiven Naherholungsnutzung durch Bürgerinnen und Bürger die Verkehrssicherung (VSP) eine zentrale Aufgabe. Ausgelöst durch die beschriebene Ausgangslage mit umfangreich geschädigten Waldbäumen werden zurzeit intensiv Ver- kehrssicherungskontrollen durchgeführt. Konkrete Verkehrssicherungsmaßnahmen werden auch bei der Baumart Buche, Bergahorn und Birke bereits durchgeführt, da diese sehr schnell ihre trockenen Äste abwerfen können und somit ein Risiko für die Waldbesucher darstellen. In den kommenden Monaten folgen weitere Verkehrssicherungsfällungen wo Stamm- und Brennholz sowie X- Holz (liegengelassenes Holz im Wald) anfallen wird. Die weitere Bearbeitung der Klimaschäden ist noch lange nicht abgeschlossen und wird den Stadtwald Bonn die nächsten Jahre weiter beschäftigen und zu arbeitsintensiven Einsätzen im Rahmen der Verkehrssicherung führen. Aufgrund dessen werden in den kommenden Jahren die Arbeitsintervalle im Stadtwald entsprechend angepasst und die Konzentration vorrangig auf die ständig fortlaufende Verkehrssicherung und die Fällung von Schädlingsbäumen konzentriert. Alle Verkehrssicherungsmaßnahmen beziehen sich vorerst nur auf einen zirka 35 m breiten Gefahrenbereich entlang von Walderholungseinrichtungen, Ver- kehrsflächen und privaten Grundstücken. Eine Holzvermarktung ist hier größtenteils nicht möglich, da das Holz in großen Teilen aufgrund der Pilzfäule und minderwertige Sortimente zurzeit nicht verkauft werden kann. Im Jahr 2020 wurden trotzdem insgesamt 885 Festmeter Fichten- Käferholz und 22 Festmeter Lärchenholz verkauft. Der Laubholz- Brennholzeinschlag lag bei 106 Festmetern. Der X- Holzanteil lag bei geschätzten 800 Festmetern Laub- und Nadelholz. Somit liegt der Holzeinschlag (ohne das o.g. Brenn-und X- Holz) bei 1812 Festmetern für 2020. Damit ist der so genannte Hiebssatz von 2300 Festmetern um 488 Festmeter unterschritten, was einen aktiven Zuwachs der Vorräte im Stadtwald mit sich bringt. Aufgrund der notwendigen Einsätze im Stadtwald werden auch die Wege in Mitleidenschaft gezogen. Für die Sanierung und Wiederherstellung sind Mittel eingestellt worden, wie weit diese ausreichend sind, wird sich nach Beauftragung von Fachunternehmen herausstellen. Ziel der Wegebaumaßnahmen ist es, die forstliche Infrastruktur und die wichtige Naherholungsfunktion des Bonner Stadtwaldes zu erhalten.Seite 2 von 3 Seite 3 Alle o.g. Arbeitsschritte werden zur Sicherung des hohen, nachhaltigen Anspruchs an den Bonner Stadtwald auch in diesen herausfordernden Zeiten mit extrem heißen und trockenen Sommern sowie Stürmen und Schädlingsbefalls immer eng mit den Zertifizierungsbeauftragten von Naturland e.V. sowie FSC abgestimmt. In Abstimmung mit Naturland e.V. werden bereits umfangreiche an den Klimawandel angepasste Nachpflanzungen im Bonner Stadtwald geplant und die notwendigen Schritte in die Wege geleitet. Die Pflanzmaßnahmen unter besonderer Berücksichtigung standortgerechter, klimaangepasster Baumarten werden bis Ende März 2021 abgeschlossen sein. Dann sind seit 2017 mehr als 23.000 Waldbäume auf den Schadensflächen gepflanzt worden und bilden eine gute Grundlage für die klimastabile Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. Weiterhin ist die Umweltbildungsarbeit im Haus der Natur im Bonner Stadtwald ein zentrales Aufgabenfeld. Waldprämie Ende 2020 wurde vom Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Waldprämie ausgelobt. Dafür konnten sich kommunale und private Waldbesitzer bewerben, welche für die Unterhaltung zertifizierter Wälder verantwortlich sind. Der städtische Forst hat sich beworben und am 16.02.2021 wurde auf Grundlage der Richtlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder vom 20.11.2020 (BAnz AT 20.11.2020 B3) eine Prämie in Höhe von 72.324,00 EUR bewilligt. Mit der Auszahlung der Prämie ist die Stadt verpflichtet, das Zertifikat des Waldzertifizierungssystems für die Waldflächen, für die diese Prämie ausgereicht wird, für die Dauer von zehn Jahren, beginnend mit der Auszahlung der Prämie aufrechtzuerhalten und weiterzuführen. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 05:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de