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210171 · Mitteilungsvorlage

Tätigkeitsbericht Bio-Stadt Bonn ( 01.01. 2019 bis 31.12. 2020)

Nummer
210171
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
25.03.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 01.06.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210171
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Tätigkeitsbericht Bio-Stadt Bonn ( 01.01. 2019 bis
31.12. 2020)
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
21.04.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 7.02.2019 (DS-Nr. 1910042) ist die Stadt
Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Seit Beginn des Jahres 2019
kümmert sich eine Mitarbeiterin der Hochschule Bonn Rhein-Sieg mit einer
halben befristeten Stelle im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Bonn um
die Entwicklung von Aktivitäten und Projekten für die Bio-Stadt Bonn.
Der nachfolgende Bericht fasst die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn für die Jahre
2019 und 2020 zusammen.
Ausgangslage und Veranlassung
Bonn ist 2019 als erste Stadt in NRW und 19. Stadt bundesweit dem Netzwerk
Bio -Städte, -Gemeinden und – Landkreise (Netzwerk der Biostädte)
beigetreten. Inzwischen sind in NRW auch Köln und Much Bio-Städte. Damit
umfasst das gesamte Netzwerk 21 Städte.
Ziele des Netzwerkes der Biostädte sind eine Bündelung und bessere
Sichtbarkeit der kommunalen Aktivitäten, Erfahrungsaustausch,
Projektkooperationen, Öffentlichkeitsarbeit und politische Lobbyarbeit für einen
vermehrten Einsatz von Bio-Produkten.
Folgende Aspekte waren nach der politischen Diskussion für den Beitritt der
Stadt Bonn zum Netzwerk der Biostädte ausschlaggebend:
- Profitieren von den langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich
engagierter Kommunen
- Nutzung vorhandenen Know-Hows und von Materialien wie dem
Leitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ für Projekte in Bonn
- Beteiligung an gemeinsamen Kampagnen zum vermehrten Einsatz
ökologisch produzierter Lebensmittel durch öffentlichkeitswirksame
Aktionen
Die Erwartungen, die sich mit dem Beitritt zum Netzwerk der Biostädte
verbanden, wurden in der Beschlussvorlage in Bezug auf Bio in
Gemeinschaftsverpflegung von städtischen Einrichtungen formuliert
(Beschlussvorlage „Biostadt Bonn“, DS-Nr. 1910042):Seite 1 von 9

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1. nach Beitritt bei entsprechenden Vergaben auf die bereits existierenden
Erfahrungen des Netzwerkes zurückgreifen (z.B. den Leitfaden „Mehr
Bio in Kommunen“ nutzen)
2. bei anstehenden Ausschreibungen für Kita- und Schulverpflegung
analog zu DS 1710400NV4 weitere Bioprodukte und Fisch mit dem
MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung
aufnehmen
3. bei geeigneten städtischen Veranstaltungen neben Fairtrade-Produkten
auch Bio-Produkte aus der Region anbieten
4. prüfen, unter welchen Voraussetzungen die landwirtschaftlich genutzten
Flächen im Eigentum der Stadt vorrangig ökologisch bewirtschaftet und
genutzt werden können
5. prüfen, wie Schulen in Zusammenarbeit mit interessierten Eltern
Teilflächen der städtischen landwirtschaftlichen Fläche (z.B. Messdorfer
Feld) und Teilflächen von Schulen oder anderen geeigneten städtischen
Flächen als ökologischen Schulgarten nutzen können.
Zur Umsetzung des politischen Auftrages, einen Beitritt zum Netzwerk der Bio-
Städte zu verfolgen, hat die Stadt Bonn einen Kooperationsvertrag mit der
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg abgeschlossen. Dieser Vertrag sieht die
Zuweisung einer Mitarbeitenden im Umfang von 0,5 VZÄ für die Dauer von drei
Jahren – beginnend mit dem Jahr 2019 - der Hochschule an die Stadt Bonn
vor. Durch ein Förderprogramm reduziert sich die Finanzierung für die Stadt
Bonn um die Hälfte. Seit dem 02.01.2019 arbeitet die Kollegin im Agenda-Büro
der Stadt Bonn im Amt für Umwelt und Stadtgrün (Amt 67). Der
Kooperationsvertrag läuft zum 31.12.2021 aus.
Auf Anfrage hatte die Geschäftsstelle des Bio-Städtenetzwerkes in Nürnberg
mitgeteilt, dass nach der Erfahrung des Netzwerkes mindestens eine halbe
Stelle für die Aufgabenwahrnehmung einer kontinuierlichen Begleitung und
Entwicklung einer Bio-Stadt erforderlich ist.
Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn kann auf zwei erfolgreiche Jahre
der Mitgliedschaft im Netzwerk der Bio-Städte mit einem intensiven
Erfahrungsaustausch und Kooperation z.B. im Bereich
Gemeinschaftsverpflegung oder landwirtschaftlicher Pachtverträge
zurückschauen.
In den Netzwerktreffen, die halbjährlich stattfinden, wurden sowohl einzelne
Aktivitäten der verschiedenen Biostädte vorgestellt als auch gemeinsame
Projekt-Akquisen geplant. Die Stadt Bonn ist ein wichtiger Bestandteil des
Netzwerks geworden und ist ein geschätztes Mitglied und Vorreiter in einigen
Aktivitäten des Netzwerks, wie z.B. bei der Beantragung der Fördermittel des
BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen
nachhaltiger Landwirtschaft) und der Konzeption und Durchführung innovativer
öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungsformate (Digitale Veranstaltungsreihe
„Bonn-Rundum Nachhaltig 2020“).
Die Weiterführung der Mitgliedschaft im Bio-Städtenetzwerk ist für das Amt für
Umwelt und Stadtgrün in Verbindung mit den Handlungsfeldern Biodiversität
und Regionalität von großem Wert. Beispiele hierfür werden unten aufgeführt.
Konzeption und HandlungsfelderSeite 2 von 9

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Die Tätigkeit der Bio-Stadt Bonn konzentriert sich auf folgende in
verschiedenen Beschlüssen festgelegte Handlungsfelder:
1. Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen1
2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn2 sowie
3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner3.
Die Koordination der Bio-Stadt Bonn unterstützt bezüglich der beiden ersten
Handlungsfelder (Mittagsverpflegung in Bonner Kindereinrichtungen sowie
mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen) beratend das Schulamt, das
Jugendamt und das Amt für Wirtschaftsförderung. Nur das dritte Handlungsfeld
ist ausschließlich im Lokale Agenda-Büro (Amt 67-4) angesiedelt und wird
durch die Kooperation mit den verschiedenen Bonner Initiativen im Bio- und
Ernährungsbereich und Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft
bearbeitet.
Konkret durchgeführte Projekte und Veranstaltungen zur Umsetzung der
Konzeption
Mehr Bio in Bonner Kitas und Schulen
Schon seit dem Schuljahr 2018/2019 werden einige städtische Schulen und seit
dem Kalenderjahr 2019 Kitas bei der Mittagsverpflegung mit 10% Bio-Anteil
beliefert.
Zum Jahr 2022/2023 werden dann alle städtischen Schulen und Kitas4 eine
Mittagsverpflegung mit 10% Bio-Anteil erhalten.
In der Beschlussvorlage („Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten“,
DS-Nr. 1710400NV4) wird ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und
Fisch mit dem MSC Siegel
oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen. Zur
Erhöhung der Bio-Quote wird eine Verhandlungsoption in den
Vergabeunterlagen während der Vertragslaufzeit aufgenommen, die es
ermöglichen soll, mit dem Vertragspartner eine weitere Standarderhöhung ab
dem zweiten Vertragsjahr auf 20 % zu verhandeln.
Am 29.01.2020 hat die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt gemeinsam mit den
zuständigen Ämtern (Amt für Kinder, Jugend und Familie und dem Schulamt)
einen Catererdialog zur möglichen Ausweitung des Bio-Anteils auf 20%
organisiert. Als Rückmeldungen von den Caterern wurden folgende Punkte in
Diskussion gebracht:
1. Veränderung der Gewichtung der Zuschlagskriterien in der Ausschreibung:
der Qualität müsste gegenüber dem Preis ein deutlich höheres Gewicht in der
Ausschreibung eingeräumt werden. Etwa im Verhältnis 30:70 (Preis /Qualität).
1 „Qualitätsmerkmale für die Mittagsverpflegung für Schulen und Kindergärten“, DS-Nr. 1710400,
„Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten“, DS-Nr. 1712866 und „Ergebnis der
Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung von Schulen und Kitas unter Berücksichtigung von Bio-
Produkten und Öffentlichkeitsarbeit zur Einführung“, DS-Nr. 1812927 für „Mehr Bio in Bonner
Kindereinrichtungen“, „Seniorenzentren: Beschaffung von nachhaltigen und ökologischen
Nahrungsmitteln“, DS-Nr. 1810127 für „Mehr Bio in Seniorenzentren“
2„Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388 für „Mehr Bio auf landwirtschaftlichen
Flächen der Stadt Bonn“ und „Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk Bio-Städte“, DS-Nr. 1910042
3 „Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk Bio-Städte“, DS-Nr. 1910042
4 Bei den Schulen nur die, die sich im Ganztagsbetrieb befinden.Seite 3 von 9

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2. Die Verbindung von Bio mit Regional: dies ist derzeit leider nicht möglich, da
beispielsweise keine regionalen Anbieter vorhanden sind, die genug Bio-
Angebot haben und auch die Vorverarbeitungsstrukturen (z.B. Kartoffel
schälen) fehlen bzw. erst aufgebaut werden müssten
3. Festlegung Obergrenze beim Preis: zur Erhöhung der Bio-Quote müsste
eine stärkere Bezuschussung durch die Stadt Bonn zur Entlastung der Eltern
erfolgen.
Der Catererdialog, der bereits einige Hemmnisse in Bezug auf die Umsetzung
einer 20%igen Bio-Quote aufgedeckt hat, fand Anfang 2020 statt. Unmittelbar
danach hat das Pandemie-Geschehen in Deutschland massive negative
Wirkungen u.a. auf Außer-Haus-Verpflegung hinterlassen und noch weitere
Hemmnisse, wie z.B. eine erschwerte europaweite Ausschreibung,
Schulschließungen etc. für die Umsetzung des Ratsbeschlusses zu
Mittagsverpflegung (DS-Nr. 1710400, 1710400EB3, 1710400NV4, 1712866
und 1812927) mit sich gebracht. Pandemiebedingt haben deshalb bisher keine
Verhandlungen mit Caterern über die Erhöhung von Bio-Quoten stattfinden
können.
Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn
Ausgehend von ca. 230 ha Landwirtschaftsfläche im Eigentum der Stadt, die
aktuell an 26 Betriebe verpachtet ist, sollten diese Flächen schrittweise
zukunftsorientiert ökologisch bewirtschaftet werden (DS-Nr. 1813388 für „Mehr
Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn“).
Als erste Maßnahme zur Umsetzung des Ratsbeschlusses hat das Lokale
Agenda-Büro bereits im Jahr 2019 gemeinsam mit der Unteren
Naturschutzbehörde der Stadt Bonn einen neuen Muster-Pachtvertrag
formuliert.
Dieser Musterpachtvertrag hat sich allerdings in der praktischen Umsetzung als
förderungshindernd (keine Beanspruchung der Prämie für die Umstellung eines
Betriebs auf Bio) für die Betriebe in der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft
gezeigt. Nach zahlreichen Abstimmungen mit den Experten für die Umstellung
auf Bio-Betriebe in der Landwirtschaftskammer und den Zuständigen im
Ministerium (LANUV) sowie weiterer Dokumentenrecherche zur aktuellen
Gesetzgebung wurde entschieden, zunächst (im aktuellen Fall einer
Hofübergabe auf dem Meßdorfer Feld) auf den alten Mustervertrag
zurückzugreifen. Mittelfristig ist es notwendig, eine optimale Lösung der
Musterpachtverträge für Neuverpachtungen zu erarbeiten.
Eine weitere Maßnahme bezog sich auf eine Analyse der Pachtflächen und der
Pächter, um zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die landwirtschaftlich
genutzten Flächen im Eigentum der Stadt vorrangig ökologisch bewirtschaftet
und genutzt werden können. Bei den verpachteten landwirtschaftlichen Flächen
der Stadt Bonn handelt es sich um Flächen unterschiedlicher Größe (von 0,45
ha bis hin zu 55 ha), die in vielen Fällen nicht zusammenhängen und unter den
Betriebsleitern zur Bewirtschaftung getauscht werden können (Pflugtausch).
Um eine Arbeitsgrundlage für die Umsetzung des Ratsbeschlusses
(„Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388) zu schaffen, begann die
Bio-Stadt-Koordinierungsstelle mit einer Bestandsaufnahme, die sowohl dieSeite 4 von 9

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Nutzungsarten der Flächen als auch die Art der Bewirtschaftung und noch
weitere Faktoren beinhaltet. Der Grundstein der Bestandsaufnahme wurde
durch die vom Amt für Wirtschaftsförderung zur Verfügung gestellten Daten
über die Pächter Anfang 2020 gelegt.
Als Teil der Bestandsaufnahme wurde vom Amt für Bodenmanagement und
Geoinformation eine Karte „Verpachtete Flächen Bio-Stadt“ im Geo-
Informations-System der Bundesstadt Bonn angelegt. Die Unterscheidung nach
Nutzungsarten ist Ende des Jahres 2020 aus der Realkartennutzung vom Amt
für Bodenmanagement und Geoinformation ergänzt worden. Die Karte
(statische Darstellung, Stand 2020) bildet eine Arbeitsgrundlage sowohl im
Geo-Informations-System als auch als PDF-Dokument für die weitere
Entwicklung der Strategie, auf welchen Flächen und wie die Umsetzung des
Ratsbeschlusses („Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388)
kurzfristig – mittelfristig – langfristig erfolgen kann. Die Erfassung der
Bewirtschaftungsart (biologisch, konventionell, Vertragsnaturschutz) wird
nachgetragen, sobald die Analyse für die Bestandsaufnahme fertiggestellt ist.
Für eine effektive Umsetzung des Ratsbeschlusses („Landwirtschaftliche
Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388) sollten alle Pächter von landwirtschaftlichen
städtischen Flächen der Stadt Bonn darüber informiert werden, dass die
städtischen landwirtschaftlichen Flächen vorrangig ökologisch bewirtschaftet
werden sollen.
Um das Vorgehen dazu mit wichtigen Akteuren abzustimmen, wurde ein
virtuelles Arbeitstreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft
(Kreisbauernschaft, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und
dem Ökoteam der Landwirtschaftskammer (LWK)) auf Einladung des Amtes für
Wirtschaftsförderung durch die Koordinationsstelle für die Bio-Stadt Bonn
organisiert. Im Arbeitstreffen wurde die Ausgangs- und Beschlusslage
dargestellt und über eine Steuerung eines Dialoges mit den Landwirten
diskutiert. Als Ergebnis wurde die weitere Vorgehensweise definiert. Im Januar
2021 wurden mit dem Ökoteam der LWK und dem Geschäftsführer der
Kreisstelle der LWK gemeinsam weitere Maßnahmen definiert; eine
Präsenzveranstaltung mit allen Pächtern ist im Juni 2021 geplant, um sowohl
die Ziele der Bio-Stadt als auch den kostenlosen Betriebs-Check des Öko-
Teams vorzustellen. Zusätzlich berichten erfolgreich umgestellte Betriebe
(Ökolandwirte) über ihre Erfahrungen und zeigen Perspektiven in Bezug auf
den Absatz auf.
Die Verwaltung wird im Anschluss über die Ergebnisse, Perspektiven und
mögliche Erfordernisse für eine Anpassung der Beschlusslage informieren.
Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner
Eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Aktionen wurde von der
Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn ins Leben gerufen und gemeinsam
sowohl mit Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung als auch mit
organisierter Zivilgesellschaft und Akteurinnen und Akteuren der Agrar- und
Ernährungswirtschaft vorbereitet und durchgeführt.
Agrikultur-Festival 2019/Bonn-Rundum Nachhaltig 2020
Das Agrikultur-Festival gab es 2019 auf dem Münsterplatz zum ersten Mal und
es stieß auf sehr gute Resonanz beim Bonner Publikum. Veranstaltet wurdeSeite 5 von 9

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das Agrikultur-Festival vom Bonner Verein Stadt.Land.Markt. e. V. in
Kooperation mit der Bio-Stadt Bonn, der Regionalwert AG Rheinland und dem
Wissenschaftsladen Bonn. Teilnehmende Akteure waren neben dem Lokale
Agenda-Büro unter anderem Slow Food Bonn, die örtliche foodsharing-Gruppe,
Zero Waste Bonn, Gemeinschaftsgärten, Imker, Bäcker und viele weitere
Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bonn und Umgebung sowie
bonnorange.
Im Vordergrund des Agrikulturfestivals stand die Informationsvermittlung mit
vielen Mitmach-Aktionen, daneben Lebensmittelverkostungen, ein regionales
Speisenangebot sowie Kultur in Form eines unterhaltsamen Bühnenprogramms
und von Musikpräsentation. Das Festival hatte einen Schwerpunkt auf
nachhaltige Lebensstile und Lebensmittelversorgung in Bonn und wollte den
zahlreichen Besucherinnen und Besuchern den Gedanken der Nachhaltigkeit
nahebringen.
In 2020 wurden zwei bereits bestehende Bonner Formate zusammengeführt:
Die bewährte Rundum Fair, mitorganisiert durch die Fair Trade Town Bonn,
und das 2019 unter Mitwirkung der Bio-Stadt Bonn erstmalig veranstaltete
Agrikultur-Festival.
Mit der „Bonn – Rundum Nachhaltig“ konnten Aktive und Engagierte sowohl
aus dem Bereich Fair Trade als auch aus den regionalen Bio-
Wertschöpfungsketten zusammengebracht werden und erhielten die
Möglichkeit, sich bzw. ihre Arbeit gemeinsam zu präsentieren. Im Jahr 2020
passte diese Veranstaltung sogar perfekt zum Motto der Fairen Woche "Was
brauchen wir für ein gutes Leben? Produktion und Konsum neu denken", in
deren Kontext sie stattgefunden hat. Kernstück der „Bonn – Rundum
Nachhaltig 2020“ als Digitalveranstaltung war eine dreiteilige Webkonferenz-
Reihe (11., 14. und 16. September) zu den drei Themenblöcken „Rundum
regional & nachhaltig“, „Rundum fair & bewusst“ sowie „Rundum Stadt & Natur“
(www.bonn-rundum-
nachhaltig.dehttps://youtube.com/channel/UCMENpj36hWbJYzY2ZFbPIIg)
VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“
Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt entwickelte gemeinsam mit der Unteren
Naturschutzbehörde der Stadt Bonn die VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der
Stadt“. Diese findet seit Jahr 2019 sowohl im Sommer- als auch im
Wintersemester statt. Die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn hat Referentinnen
und Referenten zu folgenden Bio-Themen gewinnen können:
 Bio Imkerei: Die wesensgemäße Bienenhaltung
 Wissen, wo es herkommt: Ich erzeuge mein Essen selbst
 Kompost: Eine Welt für sich
 Gärtnern auf dem Hochbeet
 Besser essen: regionales Superfood
 Mobile Mosterei “Most&Trester”
 Fermentieren für Einsteiger
 Aquaponik
 Kräuter am WegesrandSeite 6 von 9

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Coronabedingt mussten einige Veranstaltungen verschoben werden. Bis auf
die Exkursionen fanden alle Veranstaltungen kostenfrei in den VHS-
Räumlichkeiten in Bad Godesberg statt.
Im Frühjahr 2021 wird die Reihe fortgesetzt.
https://www.vhs-bonn.de/programm/politik-wissenschaft-und-
internationales/biologische-vielfalt-in-der-stadt.html
BÖLN-Förderung für das Projekt „„Wir feiern gutes Essen vom Acker über den
Teller bis zum Kompost“
Die auf drei Jahre angelegte Veranstaltungsreihe „Wir feiern gutes Essen vom
Acker über den Teller bis zum Kompost“ ging 2020 in ihr zweites
Umsetzungsjahr. Die Veranstaltungsreihe ist ein vom BÖLN (Bundesprogramm
Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft)
gefördertes Projekt ((Förderrichtlinie RIGE (Richtlinie über die Förderung von
Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über
regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur
Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten)). Dafür wurden
Fördermittel beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
beantragt und in Höhe von 12.080 Euro für den Zeitraum 2019-2021 bewilligt.
Coronabedingt konnten 2020 lediglich zwei von 11 geplanten Vernetzungscafés
als Präsenzveranstaltungen stattfinden:
„Graue Herbstrenette und rheinischer Bohnapfel“ (Kooperationspartner:
Biolandhof Hochgürtel) im MIGRApolis-Haus der Vielfalt sowie „Konsum ohne
schlechtes Gewissen – Regionales Bio und/oder Fair-Trade-Produkte?“ in
Kooperation mit dem Weltladen Bonn im Quartiersmanagment
Lannesdorf/Obermehlem.
Weitere zwei Vernetzungscafés wurden mit Unterstützung der Regionalwert AG
Rheinland als Online-Mittagspause durchgeführt: „Gesund essen in der
Corona-Zeit: Alternative Vermarktungsmodelle“ und „Regionale Bio-
Schlachtereien, Fleischverarbeitung und -vermarktung – ein Beispiel aus
unserer Region für die Region“. Dabei sind besonders die Online-Formate auf
große positive Resonanz gestoßen. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
haben an der ersten und circa 20 Teilnehmende an der zweiten Online-
Veranstaltung teilgenommen; es wurden einige spannende Fragen gestellt, die
von den Vortragenden beantwortet werden konnten. Die Mitschnitte beider
Veranstaltungen sind unter folgenden Links abrufbar: https://youtu.be/-
WSO3N1N4tY und https://youtu.be/cXFbs3r6BGk
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurden die bestehenden Kooperationen
mit der Regionalwert AG Rheinland, Unverpackt-Läden in Bonn, dem Weltladen
Bonn und dem Bio-Fleischerhandwerk in der Region vertieft.
Medial ist das Projekt im Netz gut vertreten: Im März 2020 wurde die
Projektwebseite konzipiert und freigeschaltet: www.bioregiobonn.de
Zusätzlich zu allen Aktivitäten der Bio-Stadt wird die Webseite
www.bonn.de/bio-stadt stets aktualisiert. Die Veranstaltungsreihe hat sich
gemeinsam mit neun anderen vom BMEL geförderten Vorhaben beim 4. Forum
des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Rahmen einer digitalen
Sonderausstellung präsentiert und ist als PageFlow hier abrufbar:
https://ble-digital.pageflow.io/mehr-bio-fuer-bonn#263203
Weitere gemeinsame Aktionen mit Akteurinnen und Akteuren der Agrar- und
ErnährungswirtschaftSeite 7 von 9

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Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn hat eine Sondervorführung mit
anschließender Diskussionsrunde des neu herausgekommenen
Dokumentarfilms „Unser Boden – unser Erbe“ organisiert.
Im Kino „Neue Filmbühne“ wurde der Film am 7.10.2020 vor ausverkauftem
Haus gezeigt. Für die anschließende Diskussionsrunde zwischen den
Kinogästen und den Podiumsrednerinnen und -rednern, die sich spannend und
anregend entwickelte, konnte die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt-Bonn im
Vorfeld zwei Experten/Expertinnen gewinnen, die sich beruflich mit dem Thema
Boden beschäftigen:
• Arne Mehrens, einer der vier Geschäftsführer des Demeterhofes „Haus
Bollheim“, ein 220 Hektar großer Betrieb, der einen lebendigen organischen
Kreislauf mit zahlreichen Maßnahmen zur Bodenfruchtbarkeit etabliert hat
(https://www.bollheim.de/)
• Dorle Gothe, Vorstand der Regionalwert AG Rheinland, einer
Bürgeraktiengesellschaft, die Biobetriebe fördert und mit dem Verkauf von
Aktien indirekt Boden- und Artenschutz betreibt (www.regionalwert-
rheinland.de)
Weitere (Sonder-)Filmvorführungen, auch im digitalen Format, sind im Jahr
2021 geplant.
Perspektiven/Ausblick
Im Rahmen der Bio-Stadt-Aktivitäten sind weitere Vorhaben in der nächsten
Zeit geplant. Sie betreffen u.a. die Unterstützung bei der Ausweitung der Bio-
Quote auf 20% oder nach Möglichkeit darüber hinaus.
Zusätzlich plant die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn das Thema
regionale Bio-Produkte und ihr Vorhandensein in Bonn-Rhein-Sieg zu vertiefen
und dies genau zu analysieren.
Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche ist in der Bonner Umgebung noch
sehr gering. Eine Umstellung von größeren Flächen wird nur dann erfolgen,
wenn es für die Landwirte Planungssicherheit in der Vermarktung gibt, für die
Caterer muss ein kontinuierliches und verlässliches Angebot an
vorverarbeiteter Bio-Ware mit einer schlagkräftigen Logistik sichergestellt
werden. Dies muss in der Region zügig aufgebaut werden, damit die Effekte
der Beschlüsse für die Wertschöpfungs- und Umstellungseffekte der Region zu
Gute kommen.
Um genaue Zahlen zu liefern und die beteiligten Akteure, wie
landwirtschaftliche Betriebe (Bonn und Rhein-Sieg-Kreis), Vor- und
Weiterverarbeitung, Logistikunternehmen, Händler und
Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen in Bonn und Umland (KiTas,
Schulen, Seniorenzentren, Krankenhaus- und Bürokantinen) miteinander zu
verbinden, plant die Koordinierungsstelle gemeinsam mit der Regionalwert AG
Rheinland eine Erhebung der vorhandenen regionalen Bio-
Wertschöpfungsketten in Bonn und Umgebung und der Vermarktungs- und
Logistikströme an Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen.
Ein Förderantrag dazu unter dem Titel „Klimafreundlich BioAusserHaus in
Bonn“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie RIWert (Richtlinie zur Förderung von
Biowertschöpfungsketten im Rahmen des Bundesprogramms ÖkologischerSeite 8 von 9

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Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)) noch im
Frühjahr 2021 gestellt.
Abschließend wird noch einmal darauf hingewiesen, dass eine gelebte
Mitgliedschaft im Netzwerk der Bio-Städte, eine Weiterentwicklung der
Konzeption der Bio-Stadt und die Umsetzung konkreter Projekte mit anderen
Partnerinnen und Partnern nur dann möglich ist, wenn auch eine personelle
Kontinuität über das Ende des Jahres 2021 gewährleistet ist.
Anlage/n
KeineSeite 9 von 9

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 03.11.2026, 10:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de