210171 · Mitteilungsvorlage
Tätigkeitsbericht Bio-Stadt Bonn ( 01.01. 2019 bis 31.12. 2020)
Kerndaten
- Nummer
- 210171
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 210171 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Tätigkeitsbericht Bio-Stadt Bonn ( 01.01. 2019 bis 31.12. 2020) Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 21.04.2021 Kenntnisnahme Mitteilung: Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 7.02.2019 (DS-Nr. 1910042) ist die Stadt Bonn dem Netzwerk der Biostädte beigetreten. Seit Beginn des Jahres 2019 kümmert sich eine Mitarbeiterin der Hochschule Bonn Rhein-Sieg mit einer halben befristeten Stelle im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Bonn um die Entwicklung von Aktivitäten und Projekten für die Bio-Stadt Bonn. Der nachfolgende Bericht fasst die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn für die Jahre 2019 und 2020 zusammen. Ausgangslage und Veranlassung Bonn ist 2019 als erste Stadt in NRW und 19. Stadt bundesweit dem Netzwerk Bio -Städte, -Gemeinden und – Landkreise (Netzwerk der Biostädte) beigetreten. Inzwischen sind in NRW auch Köln und Much Bio-Städte. Damit umfasst das gesamte Netzwerk 21 Städte. Ziele des Netzwerkes der Biostädte sind eine Bündelung und bessere Sichtbarkeit der kommunalen Aktivitäten, Erfahrungsaustausch, Projektkooperationen, Öffentlichkeitsarbeit und politische Lobbyarbeit für einen vermehrten Einsatz von Bio-Produkten. Folgende Aspekte waren nach der politischen Diskussion für den Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk der Biostädte ausschlaggebend: - Profitieren von den langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich engagierter Kommunen - Nutzung vorhandenen Know-Hows und von Materialien wie dem Leitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ für Projekte in Bonn - Beteiligung an gemeinsamen Kampagnen zum vermehrten Einsatz ökologisch produzierter Lebensmittel durch öffentlichkeitswirksame Aktionen Die Erwartungen, die sich mit dem Beitritt zum Netzwerk der Biostädte verbanden, wurden in der Beschlussvorlage in Bezug auf Bio in Gemeinschaftsverpflegung von städtischen Einrichtungen formuliert (Beschlussvorlage „Biostadt Bonn“, DS-Nr. 1910042):Seite 1 von 9 Seite 2 1. nach Beitritt bei entsprechenden Vergaben auf die bereits existierenden Erfahrungen des Netzwerkes zurückgreifen (z.B. den Leitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ nutzen) 2. bei anstehenden Ausschreibungen für Kita- und Schulverpflegung analog zu DS 1710400NV4 weitere Bioprodukte und Fisch mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufnehmen 3. bei geeigneten städtischen Veranstaltungen neben Fairtrade-Produkten auch Bio-Produkte aus der Region anbieten 4. prüfen, unter welchen Voraussetzungen die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Eigentum der Stadt vorrangig ökologisch bewirtschaftet und genutzt werden können 5. prüfen, wie Schulen in Zusammenarbeit mit interessierten Eltern Teilflächen der städtischen landwirtschaftlichen Fläche (z.B. Messdorfer Feld) und Teilflächen von Schulen oder anderen geeigneten städtischen Flächen als ökologischen Schulgarten nutzen können. Zur Umsetzung des politischen Auftrages, einen Beitritt zum Netzwerk der Bio- Städte zu verfolgen, hat die Stadt Bonn einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg abgeschlossen. Dieser Vertrag sieht die Zuweisung einer Mitarbeitenden im Umfang von 0,5 VZÄ für die Dauer von drei Jahren – beginnend mit dem Jahr 2019 - der Hochschule an die Stadt Bonn vor. Durch ein Förderprogramm reduziert sich die Finanzierung für die Stadt Bonn um die Hälfte. Seit dem 02.01.2019 arbeitet die Kollegin im Agenda-Büro der Stadt Bonn im Amt für Umwelt und Stadtgrün (Amt 67). Der Kooperationsvertrag läuft zum 31.12.2021 aus. Auf Anfrage hatte die Geschäftsstelle des Bio-Städtenetzwerkes in Nürnberg mitgeteilt, dass nach der Erfahrung des Netzwerkes mindestens eine halbe Stelle für die Aufgabenwahrnehmung einer kontinuierlichen Begleitung und Entwicklung einer Bio-Stadt erforderlich ist. Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn kann auf zwei erfolgreiche Jahre der Mitgliedschaft im Netzwerk der Bio-Städte mit einem intensiven Erfahrungsaustausch und Kooperation z.B. im Bereich Gemeinschaftsverpflegung oder landwirtschaftlicher Pachtverträge zurückschauen. In den Netzwerktreffen, die halbjährlich stattfinden, wurden sowohl einzelne Aktivitäten der verschiedenen Biostädte vorgestellt als auch gemeinsame Projekt-Akquisen geplant. Die Stadt Bonn ist ein wichtiger Bestandteil des Netzwerks geworden und ist ein geschätztes Mitglied und Vorreiter in einigen Aktivitäten des Netzwerks, wie z.B. bei der Beantragung der Fördermittel des BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft) und der Konzeption und Durchführung innovativer öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungsformate (Digitale Veranstaltungsreihe „Bonn-Rundum Nachhaltig 2020“). Die Weiterführung der Mitgliedschaft im Bio-Städtenetzwerk ist für das Amt für Umwelt und Stadtgrün in Verbindung mit den Handlungsfeldern Biodiversität und Regionalität von großem Wert. Beispiele hierfür werden unten aufgeführt. Konzeption und HandlungsfelderSeite 2 von 9 Seite 3 Die Tätigkeit der Bio-Stadt Bonn konzentriert sich auf folgende in verschiedenen Beschlüssen festgelegte Handlungsfelder: 1. Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen1 2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn2 sowie 3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner3. Die Koordination der Bio-Stadt Bonn unterstützt bezüglich der beiden ersten Handlungsfelder (Mittagsverpflegung in Bonner Kindereinrichtungen sowie mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen) beratend das Schulamt, das Jugendamt und das Amt für Wirtschaftsförderung. Nur das dritte Handlungsfeld ist ausschließlich im Lokale Agenda-Büro (Amt 67-4) angesiedelt und wird durch die Kooperation mit den verschiedenen Bonner Initiativen im Bio- und Ernährungsbereich und Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft bearbeitet. Konkret durchgeführte Projekte und Veranstaltungen zur Umsetzung der Konzeption Mehr Bio in Bonner Kitas und Schulen Schon seit dem Schuljahr 2018/2019 werden einige städtische Schulen und seit dem Kalenderjahr 2019 Kitas bei der Mittagsverpflegung mit 10% Bio-Anteil beliefert. Zum Jahr 2022/2023 werden dann alle städtischen Schulen und Kitas4 eine Mittagsverpflegung mit 10% Bio-Anteil erhalten. In der Beschlussvorlage („Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten“, DS-Nr. 1710400NV4) wird ein Anteil von 10% gesiegelter Bioprodukte und Fisch mit dem MSC Siegel oder vergleichbarer Standards als Mindestanforderung aufgenommen. Zur Erhöhung der Bio-Quote wird eine Verhandlungsoption in den Vergabeunterlagen während der Vertragslaufzeit aufgenommen, die es ermöglichen soll, mit dem Vertragspartner eine weitere Standarderhöhung ab dem zweiten Vertragsjahr auf 20 % zu verhandeln. Am 29.01.2020 hat die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt gemeinsam mit den zuständigen Ämtern (Amt für Kinder, Jugend und Familie und dem Schulamt) einen Catererdialog zur möglichen Ausweitung des Bio-Anteils auf 20% organisiert. Als Rückmeldungen von den Caterern wurden folgende Punkte in Diskussion gebracht: 1. Veränderung der Gewichtung der Zuschlagskriterien in der Ausschreibung: der Qualität müsste gegenüber dem Preis ein deutlich höheres Gewicht in der Ausschreibung eingeräumt werden. Etwa im Verhältnis 30:70 (Preis /Qualität). 1 „Qualitätsmerkmale für die Mittagsverpflegung für Schulen und Kindergärten“, DS-Nr. 1710400, „Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten“, DS-Nr. 1712866 und „Ergebnis der Ausschreibungen zur Mittagsverpflegung von Schulen und Kitas unter Berücksichtigung von Bio- Produkten und Öffentlichkeitsarbeit zur Einführung“, DS-Nr. 1812927 für „Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen“, „Seniorenzentren: Beschaffung von nachhaltigen und ökologischen Nahrungsmitteln“, DS-Nr. 1810127 für „Mehr Bio in Seniorenzentren“ 2„Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388 für „Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn“ und „Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk Bio-Städte“, DS-Nr. 1910042 3 „Beitritt der Stadt Bonn zum Netzwerk Bio-Städte“, DS-Nr. 1910042 4 Bei den Schulen nur die, die sich im Ganztagsbetrieb befinden.Seite 3 von 9 Seite 4 2. Die Verbindung von Bio mit Regional: dies ist derzeit leider nicht möglich, da beispielsweise keine regionalen Anbieter vorhanden sind, die genug Bio- Angebot haben und auch die Vorverarbeitungsstrukturen (z.B. Kartoffel schälen) fehlen bzw. erst aufgebaut werden müssten 3. Festlegung Obergrenze beim Preis: zur Erhöhung der Bio-Quote müsste eine stärkere Bezuschussung durch die Stadt Bonn zur Entlastung der Eltern erfolgen. Der Catererdialog, der bereits einige Hemmnisse in Bezug auf die Umsetzung einer 20%igen Bio-Quote aufgedeckt hat, fand Anfang 2020 statt. Unmittelbar danach hat das Pandemie-Geschehen in Deutschland massive negative Wirkungen u.a. auf Außer-Haus-Verpflegung hinterlassen und noch weitere Hemmnisse, wie z.B. eine erschwerte europaweite Ausschreibung, Schulschließungen etc. für die Umsetzung des Ratsbeschlusses zu Mittagsverpflegung (DS-Nr. 1710400, 1710400EB3, 1710400NV4, 1712866 und 1812927) mit sich gebracht. Pandemiebedingt haben deshalb bisher keine Verhandlungen mit Caterern über die Erhöhung von Bio-Quoten stattfinden können. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn Ausgehend von ca. 230 ha Landwirtschaftsfläche im Eigentum der Stadt, die aktuell an 26 Betriebe verpachtet ist, sollten diese Flächen schrittweise zukunftsorientiert ökologisch bewirtschaftet werden (DS-Nr. 1813388 für „Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn“). Als erste Maßnahme zur Umsetzung des Ratsbeschlusses hat das Lokale Agenda-Büro bereits im Jahr 2019 gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn einen neuen Muster-Pachtvertrag formuliert. Dieser Musterpachtvertrag hat sich allerdings in der praktischen Umsetzung als förderungshindernd (keine Beanspruchung der Prämie für die Umstellung eines Betriebs auf Bio) für die Betriebe in der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft gezeigt. Nach zahlreichen Abstimmungen mit den Experten für die Umstellung auf Bio-Betriebe in der Landwirtschaftskammer und den Zuständigen im Ministerium (LANUV) sowie weiterer Dokumentenrecherche zur aktuellen Gesetzgebung wurde entschieden, zunächst (im aktuellen Fall einer Hofübergabe auf dem Meßdorfer Feld) auf den alten Mustervertrag zurückzugreifen. Mittelfristig ist es notwendig, eine optimale Lösung der Musterpachtverträge für Neuverpachtungen zu erarbeiten. Eine weitere Maßnahme bezog sich auf eine Analyse der Pachtflächen und der Pächter, um zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Eigentum der Stadt vorrangig ökologisch bewirtschaftet und genutzt werden können. Bei den verpachteten landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn handelt es sich um Flächen unterschiedlicher Größe (von 0,45 ha bis hin zu 55 ha), die in vielen Fällen nicht zusammenhängen und unter den Betriebsleitern zur Bewirtschaftung getauscht werden können (Pflugtausch). Um eine Arbeitsgrundlage für die Umsetzung des Ratsbeschlusses („Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388) zu schaffen, begann die Bio-Stadt-Koordinierungsstelle mit einer Bestandsaufnahme, die sowohl dieSeite 4 von 9 Seite 5 Nutzungsarten der Flächen als auch die Art der Bewirtschaftung und noch weitere Faktoren beinhaltet. Der Grundstein der Bestandsaufnahme wurde durch die vom Amt für Wirtschaftsförderung zur Verfügung gestellten Daten über die Pächter Anfang 2020 gelegt. Als Teil der Bestandsaufnahme wurde vom Amt für Bodenmanagement und Geoinformation eine Karte „Verpachtete Flächen Bio-Stadt“ im Geo- Informations-System der Bundesstadt Bonn angelegt. Die Unterscheidung nach Nutzungsarten ist Ende des Jahres 2020 aus der Realkartennutzung vom Amt für Bodenmanagement und Geoinformation ergänzt worden. Die Karte (statische Darstellung, Stand 2020) bildet eine Arbeitsgrundlage sowohl im Geo-Informations-System als auch als PDF-Dokument für die weitere Entwicklung der Strategie, auf welchen Flächen und wie die Umsetzung des Ratsbeschlusses („Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388) kurzfristig – mittelfristig – langfristig erfolgen kann. Die Erfassung der Bewirtschaftungsart (biologisch, konventionell, Vertragsnaturschutz) wird nachgetragen, sobald die Analyse für die Bestandsaufnahme fertiggestellt ist. Für eine effektive Umsetzung des Ratsbeschlusses („Landwirtschaftliche Pachtverträge“, DS-Nr. 1813388) sollten alle Pächter von landwirtschaftlichen städtischen Flächen der Stadt Bonn darüber informiert werden, dass die städtischen landwirtschaftlichen Flächen vorrangig ökologisch bewirtschaftet werden sollen. Um das Vorgehen dazu mit wichtigen Akteuren abzustimmen, wurde ein virtuelles Arbeitstreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft (Kreisbauernschaft, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Ökoteam der Landwirtschaftskammer (LWK)) auf Einladung des Amtes für Wirtschaftsförderung durch die Koordinationsstelle für die Bio-Stadt Bonn organisiert. Im Arbeitstreffen wurde die Ausgangs- und Beschlusslage dargestellt und über eine Steuerung eines Dialoges mit den Landwirten diskutiert. Als Ergebnis wurde die weitere Vorgehensweise definiert. Im Januar 2021 wurden mit dem Ökoteam der LWK und dem Geschäftsführer der Kreisstelle der LWK gemeinsam weitere Maßnahmen definiert; eine Präsenzveranstaltung mit allen Pächtern ist im Juni 2021 geplant, um sowohl die Ziele der Bio-Stadt als auch den kostenlosen Betriebs-Check des Öko- Teams vorzustellen. Zusätzlich berichten erfolgreich umgestellte Betriebe (Ökolandwirte) über ihre Erfahrungen und zeigen Perspektiven in Bezug auf den Absatz auf. Die Verwaltung wird im Anschluss über die Ergebnisse, Perspektiven und mögliche Erfordernisse für eine Anpassung der Beschlusslage informieren. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner Eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Aktionen wurde von der Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn ins Leben gerufen und gemeinsam sowohl mit Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung als auch mit organisierter Zivilgesellschaft und Akteurinnen und Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft vorbereitet und durchgeführt. Agrikultur-Festival 2019/Bonn-Rundum Nachhaltig 2020 Das Agrikultur-Festival gab es 2019 auf dem Münsterplatz zum ersten Mal und es stieß auf sehr gute Resonanz beim Bonner Publikum. Veranstaltet wurdeSeite 5 von 9 Seite 6 das Agrikultur-Festival vom Bonner Verein Stadt.Land.Markt. e. V. in Kooperation mit der Bio-Stadt Bonn, der Regionalwert AG Rheinland und dem Wissenschaftsladen Bonn. Teilnehmende Akteure waren neben dem Lokale Agenda-Büro unter anderem Slow Food Bonn, die örtliche foodsharing-Gruppe, Zero Waste Bonn, Gemeinschaftsgärten, Imker, Bäcker und viele weitere Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bonn und Umgebung sowie bonnorange. Im Vordergrund des Agrikulturfestivals stand die Informationsvermittlung mit vielen Mitmach-Aktionen, daneben Lebensmittelverkostungen, ein regionales Speisenangebot sowie Kultur in Form eines unterhaltsamen Bühnenprogramms und von Musikpräsentation. Das Festival hatte einen Schwerpunkt auf nachhaltige Lebensstile und Lebensmittelversorgung in Bonn und wollte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern den Gedanken der Nachhaltigkeit nahebringen. In 2020 wurden zwei bereits bestehende Bonner Formate zusammengeführt: Die bewährte Rundum Fair, mitorganisiert durch die Fair Trade Town Bonn, und das 2019 unter Mitwirkung der Bio-Stadt Bonn erstmalig veranstaltete Agrikultur-Festival. Mit der „Bonn – Rundum Nachhaltig“ konnten Aktive und Engagierte sowohl aus dem Bereich Fair Trade als auch aus den regionalen Bio- Wertschöpfungsketten zusammengebracht werden und erhielten die Möglichkeit, sich bzw. ihre Arbeit gemeinsam zu präsentieren. Im Jahr 2020 passte diese Veranstaltung sogar perfekt zum Motto der Fairen Woche "Was brauchen wir für ein gutes Leben? Produktion und Konsum neu denken", in deren Kontext sie stattgefunden hat. Kernstück der „Bonn – Rundum Nachhaltig 2020“ als Digitalveranstaltung war eine dreiteilige Webkonferenz- Reihe (11., 14. und 16. September) zu den drei Themenblöcken „Rundum regional & nachhaltig“, „Rundum fair & bewusst“ sowie „Rundum Stadt & Natur“ (www.bonn-rundum- nachhaltig.dehttps://youtube.com/channel/UCMENpj36hWbJYzY2ZFbPIIg) VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“ Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt entwickelte gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn die VHS-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“. Diese findet seit Jahr 2019 sowohl im Sommer- als auch im Wintersemester statt. Die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn hat Referentinnen und Referenten zu folgenden Bio-Themen gewinnen können: Bio Imkerei: Die wesensgemäße Bienenhaltung Wissen, wo es herkommt: Ich erzeuge mein Essen selbst Kompost: Eine Welt für sich Gärtnern auf dem Hochbeet Besser essen: regionales Superfood Mobile Mosterei “Most&Trester” Fermentieren für Einsteiger Aquaponik Kräuter am WegesrandSeite 6 von 9 Seite 7 Coronabedingt mussten einige Veranstaltungen verschoben werden. Bis auf die Exkursionen fanden alle Veranstaltungen kostenfrei in den VHS- Räumlichkeiten in Bad Godesberg statt. Im Frühjahr 2021 wird die Reihe fortgesetzt. https://www.vhs-bonn.de/programm/politik-wissenschaft-und- internationales/biologische-vielfalt-in-der-stadt.html BÖLN-Förderung für das Projekt „„Wir feiern gutes Essen vom Acker über den Teller bis zum Kompost“ Die auf drei Jahre angelegte Veranstaltungsreihe „Wir feiern gutes Essen vom Acker über den Teller bis zum Kompost“ ging 2020 in ihr zweites Umsetzungsjahr. Die Veranstaltungsreihe ist ein vom BÖLN (Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft) gefördertes Projekt ((Förderrichtlinie RIGE (Richtlinie über die Förderung von Projekten zur Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern über regionale Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Bioprodukten sowie zur Umsetzung von begleitenden pädagogischen Angeboten)). Dafür wurden Fördermittel beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beantragt und in Höhe von 12.080 Euro für den Zeitraum 2019-2021 bewilligt. Coronabedingt konnten 2020 lediglich zwei von 11 geplanten Vernetzungscafés als Präsenzveranstaltungen stattfinden: „Graue Herbstrenette und rheinischer Bohnapfel“ (Kooperationspartner: Biolandhof Hochgürtel) im MIGRApolis-Haus der Vielfalt sowie „Konsum ohne schlechtes Gewissen – Regionales Bio und/oder Fair-Trade-Produkte?“ in Kooperation mit dem Weltladen Bonn im Quartiersmanagment Lannesdorf/Obermehlem. Weitere zwei Vernetzungscafés wurden mit Unterstützung der Regionalwert AG Rheinland als Online-Mittagspause durchgeführt: „Gesund essen in der Corona-Zeit: Alternative Vermarktungsmodelle“ und „Regionale Bio- Schlachtereien, Fleischverarbeitung und -vermarktung – ein Beispiel aus unserer Region für die Region“. Dabei sind besonders die Online-Formate auf große positive Resonanz gestoßen. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben an der ersten und circa 20 Teilnehmende an der zweiten Online- Veranstaltung teilgenommen; es wurden einige spannende Fragen gestellt, die von den Vortragenden beantwortet werden konnten. Die Mitschnitte beider Veranstaltungen sind unter folgenden Links abrufbar: https://youtu.be/- WSO3N1N4tY und https://youtu.be/cXFbs3r6BGk Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wurden die bestehenden Kooperationen mit der Regionalwert AG Rheinland, Unverpackt-Läden in Bonn, dem Weltladen Bonn und dem Bio-Fleischerhandwerk in der Region vertieft. Medial ist das Projekt im Netz gut vertreten: Im März 2020 wurde die Projektwebseite konzipiert und freigeschaltet: www.bioregiobonn.de Zusätzlich zu allen Aktivitäten der Bio-Stadt wird die Webseite www.bonn.de/bio-stadt stets aktualisiert. Die Veranstaltungsreihe hat sich gemeinsam mit neun anderen vom BMEL geförderten Vorhaben beim 4. Forum des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Rahmen einer digitalen Sonderausstellung präsentiert und ist als PageFlow hier abrufbar: https://ble-digital.pageflow.io/mehr-bio-fuer-bonn#263203 Weitere gemeinsame Aktionen mit Akteurinnen und Akteuren der Agrar- und ErnährungswirtschaftSeite 7 von 9 Seite 8 Die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn hat eine Sondervorführung mit anschließender Diskussionsrunde des neu herausgekommenen Dokumentarfilms „Unser Boden – unser Erbe“ organisiert. Im Kino „Neue Filmbühne“ wurde der Film am 7.10.2020 vor ausverkauftem Haus gezeigt. Für die anschließende Diskussionsrunde zwischen den Kinogästen und den Podiumsrednerinnen und -rednern, die sich spannend und anregend entwickelte, konnte die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt-Bonn im Vorfeld zwei Experten/Expertinnen gewinnen, die sich beruflich mit dem Thema Boden beschäftigen: • Arne Mehrens, einer der vier Geschäftsführer des Demeterhofes „Haus Bollheim“, ein 220 Hektar großer Betrieb, der einen lebendigen organischen Kreislauf mit zahlreichen Maßnahmen zur Bodenfruchtbarkeit etabliert hat (https://www.bollheim.de/) • Dorle Gothe, Vorstand der Regionalwert AG Rheinland, einer Bürgeraktiengesellschaft, die Biobetriebe fördert und mit dem Verkauf von Aktien indirekt Boden- und Artenschutz betreibt (www.regionalwert- rheinland.de) Weitere (Sonder-)Filmvorführungen, auch im digitalen Format, sind im Jahr 2021 geplant. Perspektiven/Ausblick Im Rahmen der Bio-Stadt-Aktivitäten sind weitere Vorhaben in der nächsten Zeit geplant. Sie betreffen u.a. die Unterstützung bei der Ausweitung der Bio- Quote auf 20% oder nach Möglichkeit darüber hinaus. Zusätzlich plant die Koordinierungsstelle der Bio-Stadt Bonn das Thema regionale Bio-Produkte und ihr Vorhandensein in Bonn-Rhein-Sieg zu vertiefen und dies genau zu analysieren. Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche ist in der Bonner Umgebung noch sehr gering. Eine Umstellung von größeren Flächen wird nur dann erfolgen, wenn es für die Landwirte Planungssicherheit in der Vermarktung gibt, für die Caterer muss ein kontinuierliches und verlässliches Angebot an vorverarbeiteter Bio-Ware mit einer schlagkräftigen Logistik sichergestellt werden. Dies muss in der Region zügig aufgebaut werden, damit die Effekte der Beschlüsse für die Wertschöpfungs- und Umstellungseffekte der Region zu Gute kommen. Um genaue Zahlen zu liefern und die beteiligten Akteure, wie landwirtschaftliche Betriebe (Bonn und Rhein-Sieg-Kreis), Vor- und Weiterverarbeitung, Logistikunternehmen, Händler und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen in Bonn und Umland (KiTas, Schulen, Seniorenzentren, Krankenhaus- und Bürokantinen) miteinander zu verbinden, plant die Koordinierungsstelle gemeinsam mit der Regionalwert AG Rheinland eine Erhebung der vorhandenen regionalen Bio- Wertschöpfungsketten in Bonn und Umgebung und der Vermarktungs- und Logistikströme an Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen. Ein Förderantrag dazu unter dem Titel „Klimafreundlich BioAusserHaus in Bonn“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie RIWert (Richtlinie zur Förderung von Biowertschöpfungsketten im Rahmen des Bundesprogramms ÖkologischerSeite 8 von 9 Seite 9 Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)) noch im Frühjahr 2021 gestellt. Abschließend wird noch einmal darauf hingewiesen, dass eine gelebte Mitgliedschaft im Netzwerk der Bio-Städte, eine Weiterentwicklung der Konzeption der Bio-Stadt und die Umsetzung konkreter Projekte mit anderen Partnerinnen und Partnern nur dann möglich ist, wenn auch eine personelle Kontinuität über das Ende des Jahres 2021 gewährleistet ist. Anlage/n KeineSeite 9 von 9
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de