210143 · Beschlussvorlage
Bewerbung der Bundesstadt Bonn für die 3. Staffel des BMI-Wettbewerbs "Smart Cities Made in Germany"
Kerndaten
- Nummer
- 210143
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 04.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO NRW Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 210143 Die Oberbürgermeisterin Federführung: I-1 Referat Städteförderung Dezernat: Dez. I Bewerbung der Bundesstadt Bonn für die 3. Staffel des BMI-Wettbewerbs "Smart Cities Made in Germany" Beratungsfolge Rat 18.03.2021 Entscheidung Beschlussvorschlag Die Bundesstadt Bonn beteiligt sich an dem vom BMI ausgelobten Wettbewerb „Smart Cities – Made in Germany“ unter dem Titel „Modellprojekte Smart Cities: Stadtentwicklung und Digitalisierung“. Ziel ist es dabei, im Rahmen der Förderung in der Entwicklungsphase (1. Jahr nach Förderzusage) eine integrierte Smart City-Strategie in einem offenen und partizipativen Verfahren zu entwickeln und im Rahmen der Umsetzungsphase (2. bis 5. Jahr nach Förderzusage) diese Strategie mit konkreten Maßnahmen zu realisieren. Der Rat bekräftigt hierfür den Willen, den Transformationsprozess zu einer Smart City aktiv voran zu treiben. Hierbei sollen unter Nutzung digitaler Methoden integrierte und vernetzte Lösungen für die drei wesentlichen stadtentwicklungspolitischen Herausforderungen - Klimaneutrales Bonn (inkl. Klimafolgenanpassung) - Mobilitätswende Bonn - Sozial Gerechtes Bonn (Zugang zu Bildung, bezahlbarem Wohnraum, existenziellen Gütern und Kultur) erarbeitet, erprobt und dauerhaft implementiert werden. Bei einem möglichen Bonner Projektvolumen im Rahmen des Wettbewerbs „Smart Cities made in Germany“ von bis zu 19,44 Mio. Euro in den kommenden 5 Jahren hat die Stadt einen Eigenanteil von 10 % (= 1,94 Mio. Euro bzw. ca. 389.000 Euro pro Jahr) zu tragen. Die Höchstfördersumme beträgt 17,5 Mio. Euro, davon 2,5 Mio. in der Strategie- und 15 Mio. Euro in der Umsetzungsphase. Der notwendige, anteilige Eigenanteil wird für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 überplanmäßig aus dem gesamtstädtischen Haushalt bereitgestellt. FürSeite 1 von 6 Seite 2 die Jahre 2023 ff. werden die Mittel im Rahmen der zukünftigen Haushaltsplanung etatisiert. Die Mittelbereitstellung erfolgt nur bei einer Förderzusage. Ausgangslage Auf Beschluss des Rates hatte die Bundesstadt Bonn sich bereits in den Jahren 2019 und 2020 um den Wettbewerb „Smart Cities – Made in Germany“ beworben. Mit beiden Bewerbungen wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt, die nun im Rahmen einer dritten Bewerbung einfließen können. Insbesondere soll mit der aktuellen Bewerbung der Schwerpunkt weniger auf der Digitalisierung der Verwaltung gesetzt, sondern dem Förderziel folgend, konkrete Raumbezüge hergestellt und stadtgesellschaftliche Beteiligungsformate etabliert werden. Im Rahmen einer breit aufgestellten Projektgruppe unter Einbeziehung aller Dezernate und fast aller Fachämter sowie der Konzernstrategie der Stadtwerke Bonn, wurde innerhalb von 7,5 Wochen die inhaltliche Schärfung und Formulierung des Antrages vorgenommen. Dieser wird fristgerecht bis zum 14.03.2021 23:59 Uhr in das Antragsportal hochgeladen. Die Bewerbung als Modellkommune Smart Cities ist durch Beschluss des Rates oder – im Falle der Delegation der Entscheidungsbefugnisse während einer epidemischen Lage mit landesweiter Tragweite, § 60 Abs. 2 GO NRW – durch den Hauptausschuss zu bestätigen, der bis zum 14.04.2021 nachgereicht werden muss. In einem in Vollzeit wirkenden, interdisziplinären Kernteam unter der Leitung des Referats für Stadtförderung und strategische Projekte waren insbesondere das Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte, das Stadtplanungsamt, das Amt für Wirtschaftsförderung, das IT-verantwortliche Personal- und Organisationsamt, das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation, das Amt für Umwelt und Stadtgrün, das Tiefbauamt, das Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit sowie das Dezernat für Sport und Kultur und das Dezernat für Planung, Umwelt und Verkehr und die SWB aktiv vertreten und haben die unterschiedlichen fachlichen und strategischen Perspektiven konstruktiv eingebracht. Die strategischen Leitlinien des Projektantrages wurden in einem aus den Amtsleitungen der von den Maßnahmen betroffenen Fachämtern und der Konzernstrategie der SWB bestehenden Lenkungsausschuss unter der Leitung des städtischen Chief Digital Officer (CDO) diskutiert und entschieden. ZielsetzungSeite 2 von 6 Seite 3 Die Bewerbung basiert auf den in den vergangenen Jahren vom Rat verabschiedeten und stetig weiter entwickelten Konzepten sowie dem in gleicher Sitzung eingebrachten Konzeptpapieren „Digitale Stadt“ und „Digitale Verwaltung“. Das Konzeptpapier „Digitale Stadt“ beinhaltet hier in Übereinstimmung mit der “Smart City Charta” des Bundes insbesondere Instrumente, um die digitale Transformation in Bonn in einem nachhaltigen und integrierten Ansatz an den stadt(entwicklungs)politischen Zielen auszurichten und sämtliche Konzepte partizipativ mit der Stadtgesellschaft und gesellschaftlichen Akteur*innen zu erarbeiten und kontinuierlich weiter zu entwickeln. Konkret soll die zu entwickelnde Smart City-Strategie in einem breit angelegten, partizipativen Prozess unter Einbindung der Stadtgesellschaft erarbeitet, gefestigt, anschließend vom Rat verbindlich beschlossen und dann umgesetzt werden. Mit den Zielsetzungen der Bewerbung der Bundesstadt Bonn werden zudem auch die strategischen Ziele der vom Rat im Februar 2019 verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie (DS-Nr. 1812770EB8) und die darin fokussierten sechs Themenfelder als Leitbild für die Entwicklung der Stadt unterstützt. Wesentliche Herausforderung ist eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Gestaltung des Wachstums. Die Smart City-Strategie soll das Gebiet der gesamten Stadt Bonn erfassen. Um gewonnene Erfahrungen und Evaluationsergebnisse in eine Fortentwicklung einbeziehen zu können, sollen erste Umsetzungsmaßnahmen im Rahmen des Förderprogrammes in Modellquartieren erprobt, evaluiert und anschließend auf andere Stadtbezirke, die Gesamtstadt und ggf. andere Städte skaliert und transferiert werden. Für Bonn wird die Entwicklung und Umsetzung einer Smart City- Strategie angestrebt, in der Stadtentwicklung und Digitalisierung gemeinsam unter enger Einbindung der Stadtgesellschaft und Stakeholder in einem transparenten und partizipativen Verfahren diskutiert und gestaltet werden sollen. Die in der „Smart City Charta“ des Bundes und in der “Neuen Leipzig-Charta" definierten Ziele und Leitlinien werden ausdrücklich unterstützt und dem Verfahren zugrunde gelegt. "Smart City" wird dabei als übergreifendes Projekt verstanden, das die Digitalisierung mit allen ihren Wirkungen integrativ betrachtet. Angestrebt wird zudem ein enger Austausch mit anderen Smart Cities, dem Fördergeber und weiteren Externen, um in dem Modellvorhaben entsprechend voneinander und miteinander zu lernen. Der Transformationsprozess hin zu einer Smart City ist für die Bundesstadt Bonn ein Selbstanspruch, den der Verwaltungsvorstand mit der Vision, dass Bonn bis 2025 eine der führenden Smart Cities in NRW werden soll, formuliert hat. Zu diesem Zweck werden gesamtstädtische und vernetzt arbeitende Steuerungsgremien eingerichtet. Die Umsetzung wird durch das neu einzurichtende Büro für Digitale Transformation imSeite 3 von 6 Seite 4 Geschäftsbereich strategische Programmsteuerung im Dezernat der Oberbürgermeisterin koordiniert und gesteuert. Finanzierung Kommunen erhalten für die förderfähigen Kosten Zuschüsse in Höhe von 65% oder bis zu 90% im Falle kommunaler Haushaltsnotlage. Als Kommune in der Haushaltssicherung kann die Bundesstadt Bonn insofern von einer 90%igen Förderung bei erfolgreicher Teilnahme ausgehen. Eine entsprechende Bescheinigung der Bezirksregierung liegt bereits vor. Inhaltliche Ausrichtung Da sich zum Zeitpunkt der Erstellung der Beschlussvorlage die Antragserstellung im laufenden Prozess befindet, werden im Folgenden die wesentlichen „Eckpfeiler“ der Bewerbung erläutert. Um das Wiedererstarken der Stadtgesellschaft und der Wirtschaft nach der Krise zu unterstützen, bedarf es einer modernen Smart City. Die Bundesstadt Bonn verfolgt das Ziel, auf Basis der vom Verwaltungsvorstand im Februar 2021 beschlossenen Konzeptpapiere „Digitale Stadt“ und „Digitale Verwaltung“ eine integrierte Smart City- Strategie zu entwickeln. Diese soll die Menschen in den Fokus nehmen und bestehende stadtentwicklungspolitische Konzepte integrieren. Allen voran die Zielsetzung, Bonn bis 2035 klimaneutral werden zu lassen, indem beispielsweise eine emissions- und autofreie Innenstadt (er)schaffen wird, die Unterstützung der Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die Unterstützung der verstärkten Nutzung des Umweltverbundes anstelle des motorisierten Individualverkehrs. Die Bundesstadt Bonn bewirbt sich für die Förderphasen A (Strategieentwicklung, Dauer max. 1 Jahr) und B (Projektumsetzung, Dauer max. 4 Jahre) des Förderaufrufs. Eine Bewerbung nur für die Phase A ist nicht möglich, da die Strategien auch zwingend umgesetzt werden sollen. Eine Bewerbung nur für Phase B wäre grundsätzlich möglich, jedoch reicht hierfür der Reifegrad der bestehenden Konzeptionen aus Sicht der Projektgruppe nicht aus und es ist wichtig und sinnvoll, zunächst eine integrierte Smart City-Strategie, insbesondere unter aktiver Partizipation der Stadtgesellschaft, zu erarbeiten. In der Phase A soll die fachübergreifende Smart City-Strategie erarbeitet werden. Diese soll die bestehenden bzw. gerade in Erarbeitung befindlichen strategischen Ansätze vervollständigen bzw. abrunden. Dazu gehört auch, in den verschiedenen Handlungsfeldern Digitalisierungsprojekte zu identifizieren und erste Umsetzungsschritte bereits zu beginnen. Bestandteil des Förderantrags in der Phase A ist dementsprechend insbesondere die Beantragung von finanziellen Mitteln für diesen Prozess. Bereits begleitend zur Strategieentwicklung sollen als erste Umsetzungsprojekte „Cyber Security für die Stadtgesellschaft“,Seite 4 von 6 Seite 5 „Sustainability Hub“, „Konzept Digitale Infrastruktur (5G, LoRaWAN)“, „Urban Data Platform“ und „Digitaler Zwilling“ verfolgt werden. Für Förderphase B sollen die in Phase A begonnenen Projekte fortgesetzt und weitere, zu entwickelnde Projekte umgesetzt werden. Derzeit denkbar ist, dass in der Phase B folgende Projekte schwerpunktmäßig verfolgt werden: „BonnMobil“, „Multifunktionale Nutzung des Stadtraums“, „Kommunales Raummonitoring“, „Ressourcen effizienter nutzen“, „Integriertes Verkehrsmodell“. Über die Themen kann in der Sitzung im Detail ausgeführt werden. Unter dem Motto „Wir gestalten Lebensräume – smart, nachhaltig und gerecht“ sollen die drei o.g. wesentlichen stadtentwicklungspolitischen Ziele, in den Fokus des Antrages gerückt werden. Aufbauend auf die im Konzeptpapier „Digitale Stadt“ dargestellten Partizipationsformate, bei denen die Stadtgesellschaft frühzeitig und fortlaufend eingebunden wird, soll auch die Vermittlung von Verständnis und Akzeptanz für Digitalisierungsmaßnahmen in sämtlichen Smart City Aktivitäten der Stadt mitgedacht werden – von der Entwicklung der Smart City-Strategie bis hin zur erfolgreichen Implementierung. Insbesondere die Strategiephase, die ersten 12 Monate des Antrags, bietet allen Akteur*innen der Stadtgesellschaft die Möglichkeit, ihre Stärken in die Projekte und Maßnahmen zu integrieren. Die im Projekttitel postulierte Gestaltung des „Lebensraums“ verfolgt grundsätzlich das Ziel, perspektivisch die gesamte Stadt zu einer Smart City, deren Bevölkerung und Wirtschaftssubjekte von intelligenter Vernetzung profitieren, zu transformieren. Da ein solcher Change- Prozess aber zunehmende Erfahrung und wachsendes Vertrauen erfordert, sollen die wesentlichen Komponenten zunächst in zwei Modellquartieren erprobt und erlebbar gemacht werden, immer mit dem Ziel, Wirkungen zu evaluieren und die Maßnahmen sowohl skalier- als auch übertragbar zu gestalten. Das Bundesviertel wird mit dem im Mai 2020 beschlossenen „Rahmenplan Bundesviertel“ in den nächsten Jahren einen der größten Transformationsprozesse eines „lebenden“ Quartiers mitmachen. Der Anteil an Wohnraum, insbesondere im öffentlich geförderten Segment, soll in den nächsten Jahren stark ausgebaut und die Einwohnerzahl von knapp 2.000 auf etwa10.000 Menschen erhöht werden. Dies stellt in einem von Büroflächen geprägten Areal eine große Herausforderung dar, sodass diese Maßnahmen und weitere Herausforderungen durch Smart City- Anwendungen und einen vor Ort angesiedelten Show-Room unterstützt werden sollen. Im Bereich LiKüRa (Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf) soll unmittelbar auf der gegenüberliegenden Rheinseite ein zweites Modellquartier den Nutzen von Smart City für ein Monitoring des Wohnungsmarktgeschehens und weiterer Indikatoren in den FokusSeite 5 von 6 Seite 6 nehmen und gleichermaßen die Wirkungen relevanter Maßnahmen evaluieren. Ausblick Auch wenn der BMI-Wettbewerb als Katalysator der Bonner Smart City Strategie-Entwicklung und deren Projekte wirkt, so dient die geleistete Projektarbeit der Fokussierung und Weiterentwicklung der bisherigen Ansätze. Die wesentlichen Inhalte des Wettbewerbsbeitrages sollen insofern auch für den Fall, dass Bonn nicht gefördert wird, sukzessive im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten angegangen werden. Die Verwaltung beabsichtigt, den Transformationsprozess zu einer Smart City auch losgelöst vom Wettbewerb zu verfolgen. Anlage/n KeineSeite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de