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210135-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Wasserstoffstrategie für Bonn

Nummer
210135-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
18.03.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Rates 24.06.2021 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 26.08.2021 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 20.04.2021 Kenntnisnahme
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  1. 210135 Wasserstoffstrategie für Bonn

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
210135-01
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
20 Stadtkämmerei
Dezernat:
Dez. II
Wasserstoffstrategie für Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
21.04.2021 Kenntnisnahme
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 20.04.2021 Kenntnisnahme
Rat 18.03.2021 Kenntnisnahme
Zur Großen Anfrage 210135 antworten die Stadt sowie die Stadtwerke Bonn
wie folgt:
1. Haben die Stadt Bonn und die Stadtwerke Bonn eine Strategie
und Konzepte, Wasserstoff als alternativen Energieträger zu fördern
und für eigene Zwecke zu nutzen?
zu 1.
Antwort der Stadtwerke:
Die Energiewende wird bei den Stadtwerken Bonn als die aktuell größte
Herausforderung gesehen. Die Klimaneutralität spielt für uns auf mehreren
Ebenen und in allen Spartengesellschaften eine große Rolle. Zum einen
betrifft das unsere eigene Leistungserstellung, zum anderen unterstützen
die Stadtwerke die Stadtverwaltung innerhalb des Konzerns Stadt Bonn
bei der Erreichung der CO2-Neutralität. Zusätzlich geht es um eine gute
Klimabilanz bei unseren Produkten und Dienstleistungen, die es unserem
Kundenkreis ermöglichen, ihren individuellen Beitrag zu leisten.
Wasserstoff wird in diesem Rahmen bei den Stadtwerken Bonn als ein
wichtiger Baustein bei der Energiewende gesehen. Dementsprechend
widmet sich eine konzernweite Arbeitsgruppe dieser Thematik. Aufgabe
der Arbeitsgruppe ist es zunächst, entlang der Wertschöpfungskette
mögliche zukünftige Bedarfe zu ermitteln. Hier findet eine vielschichtige
Betrachtung statt, wie die Schaffung von Möglichkeiten zur
spartenübergreifenden Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff,
Alternativen im Rahmen der H2 Infrastruktur und der H2 Verteilung sowie
die Betrachtung der Rolle des Wasserstoffs im Rahmen der Mobilität.
Im Zuge der Modernisierung der Gas- und Dampfturbinenanlage am HKW
Nord, wird die Gasturbine für den Einsatz von grünem Wasserstoff
vorgerüstet, mit dem Ziel der Zukunftsfähigkeit, Effizienzsteigerung und
der Reduktion des CO2 Ausstoßes.Seite 1 von 5

Seite 2
In unmittelbarer Nachbarschaft des HKWs – am Standort der MVA Bonn –
wird schon heute der Einsatz von Wasserstoff in einer Laboranlage
getestet. Als eine der ersten Müllverwertungsanlagen Europas testet die
MVA ein Verfahren zur Reduktion von CO2-Emissionen, bei welchem CO2
aus dem Anlagenabgas mit Hilfe von Wasserstoff zu Methanol veredelt
wird, das dann wiederum in der Anlage eingesetzt werden kann. Ein
zukunftsweisendes Forschungsprojekt, welches SWB-
spartenübergreifende Überlegungen erfordert, um den größtmöglichen
ökologischen Mehrwert zu schaffen.
Unter Berücksichtigung dieser Überlegungen und Rahmenparameter wird
sich perspektivisch eine konzernweite Wasserstoffstrategie entwickeln, die
von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Rolle der Stadtwerke im
Rahmen der Energiewende für Bonn sein wird.
2. Planen die Stadt und die Stadtwerke Bonn Fahrzeuge mit
Wasserstoffantrieb zum Einsatz zu bringen?
zu 2.
Die bonnorange AöR teilt Folgendes mit:
Die bonnorange AöR prüft den Einsatz von Abfallsammelfahrzeugen mit
Elektro- oder Wasserstoffantrieb. In den nächsten Wochen werden
Messungen durchgeführt, um die benötigten Leistungswerte der
verschiedenen Sammeltouren zu erfassen. Dazu wird ein
Abfallsammelfahrzeug mit Datenloger und Sensoren ausgestattet. Das
Ergebnis dieser Messungen ist notwendig, um eine basierte Entscheidung
zur Art und Weise des Antriebes (Batterie oder Brennstoffzelle) zu treffen.
Nach Auskunft der Firma H2Mobility könnten die Fahrzeuge der
bonnorange AöR im Bedarfsfall die Wasserstofftankstelle in Bonn-
Endenich nutzen, sollte der Energieträger nicht durch den Stadtkonzern
angeboten werden können.
Antwort der Stadtwerke:
Am Betriebshof Friesdorf wird durch die Schwestergesellschaft Bonn-Netz
ermöglicht, eine ausreichenden Leistung an Strom zur Verfügung zu
stellen, um das Laden der gesamten Flotte über Nacht aus der unmittelbar
neben dem Betriebshof gelegenen Umspannanlage zu gewährleisten.
Unter anderem aufgrund diesen Vorteils wird von SWB Bus und Bahn
weiterhin die Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektrobusse favorisiert.
Im Rahmen einer kontinuierlichen Marktanalyse befasst sich SWB Bus
und Bahn selbstverständlich mit den unterschiedlichen alternativen
Antriebstechniken und bewertet regelmäßig den technologischen
Fortschritt. SWB Bus und Bahn prüft derzeit die Teilnahmen am Projekt
„H2City – Vorstudie zum Aufbau von mobilen Reallaboren für
Wasserstoffanwendungen in der Metropolregion Rheinland“ durchgeführt
durch den „Metropolregion Rheinland e.V. (MRR e.V.)“.Seite 2 von 5

Seite 3
Des Weiteren sammelt die Stadtwerketochter RVK seit vielen Jahren
wichtige Erfahrungen beim praktischen Einsatz von Brennstoffzellen-
Hybridbussen. SWB Bus und Bahn pflegt einen intensiven
Erfahrungsaustausch mit den Kollegen der RVK. Perspektivisch bietet sich
im Bonner Liniennetz der Einsatz von Wasserstoffbussen vor allem auf der
Flughafenlinie an.
3. Planen die Stadt Bonn und die Stadtwerke Bonn Wasserstoff in
ihren Anlagen zu gewinnen und welche Rolle soll dabei Gründer
Wasserstoff aus organischen Rohstoffen, wie Klärschlamm, spielen?
zu 3.
Antwort des Tiefbauamtes:
Derzeit wird in Bonn im Rahmen der Abwasserbehandlung kein
Wasserstoff gewonnen. Es ist bekannt, dass weltweit mehrere
Pilotanlagen errichtet wurden, so zum Beispiel in Berlin, Melbourne
(Australien) oder in Guiyang (China). Die Wasserstoffgewinnung erfolgt
hier mit unterschiedlichen Methoden, am Markt durchgesetzt hat sich
bislang keine der Technologien. Im Rahmen der zukünftigen strategischen
Ausrichtung der Verwertung des Bonner Klärschlamms könnte das Thema
aufgegriffen werden, sofern eine Verwertung am Standort Salierweg
erfolgt.
Antwort der Stadtwerke:
Wie unter Pkt. 1. beschrieben, wird aktuell seitens der MVA eine
Laboranlage betrieben, mit dem Ziel, eine effektive Reduktion der CO2-
Emissionen zu erreichen und CO2 mit Hilfe von grünem Wasserstoff zu
Methanol umzuwandeln, einem Brennstoff, welcher von extern bezogenes
Heizöl substituieren soll. Positive Erkenntnisse aus dem Einsatz der
Laboranlage vorausgesetzt, wird im nächsten Schritt eine größere
Pilotanlage installiert und das Verfahren bis zur Großanlage
weiterentwickelt.
Das seitens MVA zur Diskussion gestellte Konzept der
Klärschlammverwertung am Standort der MVA umfasste damals keine
Gewinnung von grünem Wasserstoff aus Klärschlamm. Der Ansatz zur
Nutzung von Klärschlamm zur Herstellung von grünem Wasserstoff kann
auf politischen Wunsch jedoch nachträglich betrachtet werden.
4. Beteiligen sich die Stadt Bonn und die Stadtwerke Bonn an der
Initiative H2-Rheinland?
zu 4.Seite 3 von 5

Seite 4
Antwort des Amtes für Wirtschaftsförderung:
Grundsätzlich ist das Thema vor dem Hintergrund Energie-/
Verkehrswende interessant. Eine Teilnahme der Stadt Bonn an dem
bestehenden Netzwerk sowie eine mögliche Teilnahme an einer GmbH
kommen in Frage. Dazu müssen aber noch intensiv Fragen geklärt
werden und weitere Akteure wie SWB einbezogen werden, um auch den
Mehrwert für Bonn herauszuarbeiten. Derzeit prüft die Verwaltung die
Teilnahme an einer Machbarkeitsstudie H2-City zum Aufbau von mobilen
Reallaboren für Wasserstoffanwendungen in der Metropolregion
Rheinland. Sobald Näheres bekannt ist, wird die Verwaltung hierüber
berichten.
Antwort der Stadtwerke:
Die Stadtwerke sind Mitglied bei „HyCologne – Wasserstoff Region
Rheinland e.V.“. Der Verein vernetzt regionale Akteure im Bereich der
Wasserstofftechnologie wie Städte und Kommunen, Stadtwerke aber auch
Forschungseinrichtungen, Hersteller und Politik. Darüber hinaus wird
Unterstützung bei Projektentwicklung und Projektmanagement angeboten.
Derzeit beschäftigt sich der Verein mit den Projekten „H2 R Wasserstoff
Region Rheinland“, das Pipelineprojekt „HyPipCo“ und „H2Pro3“ die der
digitalen Vernetzung für Wasserstofftechnologe dienen sollen. Die
Stadtwerke sind einer von über 40 Partnern, die diese Themen aktiv
mitgestalten werden.
5. Welche Zusammenarbeit planen die Stadt Bonn und die
Stadtwerke Bonn mit den Kommunen und Versorgungsträgern im
Regierungsbezirk Köln beim Aufbau eines regionalen
Energieversorgungssystems mit Wasserstoff?
zu 5.
Antwort der Stadtwerke:
Wie im Rahmen der Beantwortung der Frage 4 dargestellt, sind die
Stadtwerke Bonn Mitglied bei „HyCologne - Wasserstoff Region
Rheinland e.V.“. Als weitere kommunale Mitglieder sind die Stadt Köln,
Stadt Brühl, Stadt Hürth oder der Kreis Düren zu nennen. Der Ausbau
der Wasserstoffwirtschaft im Rheinland soll stark beschleunigt werden,
daher ist die Leitungsinfrastruktur entsprechend zu entwickeln.
„HyCologne“ hat mit Mitgliedern und Partnern im Jahr 2020 die
Entwicklung des Pipeline-Projektes „HyPipCo“ gestartet. Es geht darum,
den aktuellen Bestand im Rheinland zu nutzen und für die Zukunft
auszubauen, wobei gleichzeitig an überregionale Projektentwicklungen
angeknüpft wird. Perspektivisch wird die regionale Betrachtung von
Leverkusen über Köln, Wesseling, Bonn Richtung Mainz gesehen.Seite 4 von 5

Seite 5
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 04:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de