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210106 · Mitteilungsvorlage

1. Bonner City-Konferenz

Nummer
210106
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
24.02.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 16.03.2021 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 13.04.2021 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
210106
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
1. Bonner City-Konferenz
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
16.03.2021 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 13.04.2021 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung hat am 27.10.2020 die erste Bonner City-Konferenz durchgeführt.
Ursprünglich war die Konferenz als Präsenzveranstaltung im Haus der
Evangelischen Kirche mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
vorgesehen. Mitte Oktober entschied sich die Verwaltung aus Vorsichtsgründen
im Rahmen der Corona-Pandemie, für die Veranstaltung nur noch die
Diskutantinnen und Diskutanten zuzulassen und die Veranstaltung in das
Internet zu übertragen mit der Möglichkeit, dass die Teilnehmenden sich über
die „Chat“-Funktion beteiligen.
Unter diesen Rahmenbedingungen hatten sich rund 160 Personen angemeldet,
von denen dann im virtuellen Raum zwischen 120 bis 140 Personen über den
Gesamtzeitraum von drei Stunden zugeschaltet waren, rund 25 Personen
beteiligten sich aktiv am Chat.
Behandelt wurden folgende Themenblöcke:
 Erreichbarkeit: Wie sollen die Menschen in die City kommen?
 Nutzungsmischung: Was folgt, wenn der Handel geht?
 Sicherheit: Nur wer sich sicher fühlt, kauft auch gerne ein!
 Sauberkeit: Verpackungen, Kippen, Kaugummies: Das muss nicht sein!
 Stadtklima: Wie kann auf die Erwärmung der Innenstadt reagiert
werden?
Die von der Wirtschaftsförderung erstellte Dokumentation der City-Konferenz ist
als Anlage beigefügt Darin wurden die Präsentationen, die Diskussionen und
die Beiträge aus dem Chat zusammengefasst. Die City-Konferenz hat wichtige
Impulse für den weiteren Dialog gegeben und soll in Zukunft jährlich
veranstaltet werden.
Im Vortrag von Frau Appelbe ist auf Seite 17 der Dokumentation der Verlauf
der Passantenzahlen in der Bonner Innenstadt bis Mitte Oktober 2020
dokumentiert. Die aktualisierte Graphik für das gesamte Jahr 2020 ist als
weiteres Dokument ebenfalls beigefügt.Seite 1 von 38

Seite 2
Anlage/n
1 City-Konferenz Dokumentation (öffentlich)
2 Passantenfrequenzen in 3 Bonner Straßen 2019 bis Ende 2020 (öffentlich)Seite 2 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 1 Dokumentation
Dokumentation der Bonner City-Konferenz
am 27.10.2020
im Haus der Evangelischen Kirche, Bonn
und als Online-Veranstaltung
Handel ist Wandel – oder:
Wohin entwickelt sich die Bonner Innen
Bonner City-Konferenz
27. Oktober 2020Seite 3 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 2 Dokumentation
Ausgangslage
Die Bonner Innenstadt ist mit rund 135.000 qm Verkaufsfläche das Oberzentrum der Region
Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Seit jeher ist das ihre hohe Bedeutung prägende Element der Ein-
zelhandel.
Der Einzelhandel ist bundesweit einem permanenten Strukturwandel unterworfen, er muss
sich ständig neu erfinden! Bekannte Beispiele sind die Einführung neuer Handelsformate wie
den Warenhäusern am Ende des neunzehnten Jahrhunderts (und ihrem Niedergang in den
vergangenen 30 Jahren), das Aufkommen der Discounter in den Fachmarktzentren auf der
„Grünen Wiese“ in den 1970er Jahren und das Erscheinen des internetgestützten Online-Han-
dels seit rund 15 Jahren.
Immer wieder haben auch die Einzelhändler in der Bonner Innenstadt auf diese Herausforde-
rungen reagiert: Handel ist Wandel.
Insgesamt hat die Bonner Innenstadt eine starke Position, was sich beispielsweise in der sehr
niedrigen Leerstandsquote von nur rund 3 bis 5 Prozent niederschlägt, vergleichsweise hohe
Mieten sind ein weiteres Indiz für die Stärke der Bonner City. Nach einer aktuellen Untersu-
chung spielt sie in einer Liga mit Städten, die mehr als doppelt so groß sind wie Bonn.
Einige bereits seit Jahren laufende Entwicklungen wurden durch die Corona-Pandemie aller-
dings deutlich beschleunigt. Die Schließung des Warenhauses Karstadt auch in der Bonner In-
nenstadt ist ein nach außen sichtbares Zeichen dafür.
Diese dynamischen Entwicklungen führten im Amt für Wirtschaftsförderung zu der Überle-
gung, den derzeitigen Zustand und die möglichen Zukunftsperspektiven der Innenstadt in ei-
ner City-Konferenz zu diskutieren. Dabei ist die City-Konferenz als Meilenstein und Auftakt zu
verstehen in einer ganzen Reihe von Aktivitäten, die die Stadtverwaltung bereits durchführt
(z.B. Analyse der Passantenfrequenzen, Passantenbefragungen, Masterplan Innere Stadt) o-
der noch durchführen wird (z.B. die Einrichtung eines ständigen Arbeitskreises Innenstadt, die
Fortschreibung des Bonner Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes).Seite 4 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 3 Dokumentation
Die Konferenz
Ursprünglich war die Bonner City-Konferenz als Präsenzveranstaltung mit mehr als 200 Teil-
nehmerinnen und Teilnehmern vorgesehen. Im Laufe der Vorbereitungen wurde deren Zahl
bereits auf 80 Anwesende reduziert, um die Corona-bedingten AHA-Regeln einhalten zu kön-
nen. Auf Grund der Mitte Oktober bereits absehbar deutlich zunehmenden Corona-Infekti-
onszahlen erschien es allerdings nicht opportun, mit so vielen Menschen in einem Raum zu
diskutieren. Daher hatte sich das Amt für Wirtschaftsförderung entschlossen, für die Veran-
staltung nur noch die Diskutantinnen und Diskutanten zuzulassen und die Veranstaltung in
das Internet zu übertragen.
Unter diesen Rahmenbedingungen hatten sich rund 160 Personen angemeldet, von denen
dann im virtuellen Raum zwischen 120 bis 140 Personen über den Gesamtzeitraum von drei
Stunden zugeschaltet waren, rund 25 Personen beteiligten sich aktiv am Chat.
Unter dem Motto „Kooperation: Gemeinsam den Wandel bewältigen!“ wurde die City- Kon-
ferenz durch die Herren Rainer Schmidt-Illguth und Jörg Lehnerdt von der BBE-Handelsbera-
tung in Köln moderiert. Behandelt wurden folgende Themenblöcke:
 Erreichbarkeit: Wie sollen die Menschen in die City kommen?
 Nutzungsmischung: Was folgt, wenn der Handel geht?
 Sicherheit: Nur wer sich sicher fühlt, kauft auch gerne ein!
 Sauberkeit: Verpackungen, Kippen, Kaugummies: Das muss nicht sein!
 Stadtklima: Wie kann auf die Erwärmung der Innenstadt reagiert werden?Seite 5 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 4 Dokumentation
Begrüßung
Oberbürgermeister Ashok Sridharan
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, Sie heute bei der Bonner City-
Konferenz zu begrüßen, ob Sie an Ihren End-
geräten zuschauen oder als Podiumsteilneh-
mende hier im Saal sind.
Die Bonner Innenstadt spielt als das Ober-
zentrum unserer Stadt und der Region Bonn
/ Rhein-Sieg / Ahrweiler eine überaus wich-
tige Rolle: Rund 460 Einzelhandelsgeschäfte
und etwa 60 gastronomische Unternehmen
sind hier ansässig.
Dabei beschäftigen sie in der Innenstadt Tau-
sende von Menschen. Die Innenstadt ist also
auch ein wichtiger Arbeitgeber!
Die Menschen aus Bonn und aus der Region,
aber auch sehr viele Tourist*innen aus dem
In- und Ausland kommen immer wieder
gerne in unsere Innenstadt mit ihren vielfäl-
tigen Angeboten.
Mit der Bonner City-Konferenz möchten wir
dazu beitragen, dass wir eine gemeinsame
Positionsbestimmung der Innenstadt vor-
nehmen und einen Dialog über ihre Entwick-
lung führen.
Die Corona-Pandemie hat die Unternehmen
im Einzelhandel und in der Gastronomie vor
riesige Probleme gestellt. Die Schließung der
Karstadt-Filiale hat den Wandel besonders
verdeutlicht.
Wir als Stadt versuchen zu helfen, wo wir
können. Das Amt für Wirtschaftsförderung
steht in permanentem Kontakt mit den Insti-
tutionen des Einzelhandels. Auch für die
Gastronomie haben wir beispielsweise un-
bürokratisch die Flächen für die Außengast-
ronomie deutlich vergrößert.
Wir wollen heute nicht nur über die Stärken
der Innenstadt sprechen, sondern auch über
die Herausforderungen, darunter der Klima-
wandel, die kontroverse Frage der Erreich-
barkeit, wie auch Sauberkeit und Sicherheit.
Das übergreifende Motto der Konferenz lau-
tet jedoch „Kooperation“, denn nur im Mit-
einander aller Akteure können wir erfolg-
reich sein. Als eine konkrete Maßnahme ne-
ben der heutigen City-Konferenz wird daher
unter anderem ein ständiger Arbeitskreis
City gegründet, in dem alle in der Innenstadt
ansässigen Institutionen gemeinsam mit der
Verwaltung Lösungen erarbeiten sollen.
Viele Herausforderungen betreffen nicht nur
Bonn, daher freue ich mich, dass Prof. Dr.
Thomas Krüger von der HafenCityUniversität
Hamburg den Keynote-Vortrag halten wird.
Dem City-Management im Amt für Wirt-
schaftsförderung danke ich für die Vorberei-
tung und Durchführung der Konferenz.Seite 6 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 5 Dokumentation
Innenstädte im Umbruch – Herausforderungen und Perspektiven
Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger, HafenCityUniversität Hamburg
Professor Krüger ist ein führender Wissen-
schaftler mit großer praktischer Erfahrung im
Spannungsfeld zwischen Einzelhandel und
Stadtentwicklung. Er studierte an der TU Dort-
mund Raumplanung und an der TU Hamburg-
Harburg (TUHH) Städtebau/Stadtplanung.
Nach seinem Abschluss als Dipl.-Ing. absol-
vierte er das Referendariat Städtebau bei der
Bezirksregierung Köln. Anschließend promo-
vierte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Arbeitsgebiet Stadt- und Regionalökonomie an
der TUHH. Nach einem erneuten Sprung in die
Praxis als Leiter des Fachbereichs Konzeptent-
wicklung bei der LEG Landesentwicklungsge-
sellschaft Schleswig-Holstein mbH in Kiel
wurde er auf die Professur „Projektmanage-
ment“ an der TUHH berufen und später auf die Professur „Projektentwicklung“ an der Hafen-
CityUniversität Hamburg.
Herr Professor Krüger beleuchtete in seinem Keynote-Vortrag die Themen
 Einzelhandel
 Büroarbeit
 Gastronomie und
 Kulturelles Leben
Nach einem Zwischenresumee beantwortete er folgende Fragen:
 Wer sind die Akteure?
 Ein „Leitbild“?
 Was ist zu tun?
Die Folien seines Vortrages sind auf den folgenden Seiten wiedergegeben.1
1 Einige Abbildungen wurden aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.Seite 7 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 6 DokumentationSeite 8 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 7 DokumentationSeite 9 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 8 DokumentationSeite 10 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 9 DokumentationSeite 11 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 10 DokumentationSeite 12 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 11 DokumentationSeite 13 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 12 Dokumentation
Handel ist Wandel – oder:
Wohin entwickelt sich die Bonner Innenstadt?
Victoria Appelbe, Wirtschaftsförderin der Stadt Bonn
Victoria Appelbe praktiziert seit über 20
Jahren Wirtschaftsförderung, zunächst in
der Region Aachen bei der Wirtschaftsför-
derungsagentur AGIT und seit 2008 als
Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförde-
rung der Stadt Bonn.
An der RWTH Aachen hat sie 1994-1999
europäische Kooperationsprojekte mit
Hochschulen in Osteuropa koordiniert,
unter anderem im Bereich des Hochschul-
managements, der Gründungsförderung
und des Tourismus.
Ihre wissenschaftliche Ausbildung hat sie
in Großbritannien absolviert, mit einem
MA-Abschluss der Englischen Literatur an der Universität Cambridge sowie einem MA-Ab-
schluss der Universität Kent in Vergleichenden Literaturwissenschaften.
Frau Appelbe stellte in ihrem Vortrag die Bonner Innenstadt vor:
 Eine der ältesten und größten Fußgängerzonen Deutschlands
 A-Zentrum der Stadt Bonn
 Öffentliche und kulturelle Einrichtungen
 Erreichbarkeit (Haltestellen des ÖPNV, Parkplätze für die MIV)
 Handel ist Wandel: Verschwundene und gekommene Unternehmen
 Corona-Krise
 Thesen zur und Herausforderungen/Notwendigkeiten für die Zukunft
Die Folien ihres Vortrages sind auf den folgenden Seiten wiedergegeben.Seite 14 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 13 DokumentationSeite 15 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 14 DokumentationSeite 16 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 15 DokumentationSeite 17 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 16 Dokumentation
div. Antiquariate (Rathausgasse, Martinsplatz, Am Hof)
Blömer am Markt (Textilien)
Universitätsbuchhandlung Bouvier (Bücher, Schallplat-
ten)
Carthaus (Schreibwaren, Büroartikel)
Dahm (Eisenwaren)
Deckers (Reitzubehör)
Elpis (Schallplatten, CDs)
Europa-Möbel (Möbel, Einrichtung)
Gentrup (Bekleidung)
Haack (Haushaltswaren, weiße Ware, Werkzeuge)
Hartmann (Klaviere, Flügel)
Karstadt (Warenhaus)
Kempa (Spielwaren)
König & Wolf (Bücher, Kunst)
Lila Laden (Kunstgewerbe)
Münsterladen (Religion)
Musicland (Schallplatten, CDs)
Puppenkönig (Spielwaren)
Radio Uni (Unterhaltungselektronik, Schallplatten)
Riesenkönig (Schreibwaren)
Röhrscheid (Bücher)
Stroemer & Emons (techn., künstl. Zeichenbedarf)
Strohmann (Fahrräder)
Wehmeyer (Bekleidung)
Aldi (Nahversorgung)
AppelrathCüpper (Mode, Umzug innerhalb der Innen-
stadt)
Café Extrablatt (Gastronomie)
Calzedonia (Mode)
Design Offices (Coworking-Space)
Digital Hub Region Bonn (Coworking-Space)
Five Guys (Gastronomie)
Hema (Haushaltswaren)
Intimissimi (Mode)
Kentucky Fried Chicken (Gastronomie)
La Strada (Mode)
Lidl (Nahversorgung)
Lindt (Schokolade)
Mangal (Gastronomie)
Primark (Mode)
Rituals (Körperpflege)
Scotch & Soda (Mode)
Swapfiets (Fahrradverleih)
The 9th (Coworking-Space)
Xtrafit-Studio (Fitness)Seite 18 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 17 DokumentationSeite 19 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 18 DokumentationSeite 20 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 19 DokumentationSeite 21 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 20 DokumentationSeite 22 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 21 Dokumentation
Der Chatverlauf
Für die im Internet zugeschalteten Gäste der
City-Konferenz bestand die Möglichkeit, ihre
Fragen und Anregungen im Chat nieder zu
schreiben. Im Folgenden wird der Chat-Ver-
lauf dokumentiert. Die Texte wurden ledig-
lich aus Datenschutzgründen anonymisiert,
offensichtliche Tippfehler wurden korrigiert.
Ansonsten wurden die Texte nicht verän-
dert.
Gemeinsam mit Frau NN und Herrn NN ha-
ben wir ein Modell entwickelt, wie das Kar-
stadt Gebäude gestaltet werden kann. Nach
unserer Vorstellung sollte im Dachbereich
eine offene Gastronomie entstehen. Außer-
dem schlagen wir vor, das Stadtmuseum in
das Gebäude zu verlagern. Das könnte man
mit einem Museumsshop und einem Muse-
umscafé verbinden. Auf einer Ebene könnte
ein Food Court entstehen. Dort könnte man
auch die Touristik-Info ansiedeln. Im unteren
Bereich könnten Aldi und DM angesiedelt
bleiben. Auf diese Weise hätte man eine Mi-
schung aus Kultur, Gastronomie und mög-
licherweise auch Präsentationen von Firmen.
Wir müssen weg kommen von der reinen
Orientierung am Handel. Die Zukunft der In-
nenstädte liegt gerade in der Mischung. Ich
verweise in diesem Zusammenhang auf das
Positionspapier des Deutschen Städte- und
Gemeindebundes "Rettet unsere Innen-
städte", das auf der Homepage
www.dstgb.de zur Verfügung steht. Gerne
sind wir bereit, die grafische Darstellung un-
seres Projektes für die Karstadt Filiale zur
Verfügung zu stellen. NN Bürger aus Bonn.
***
Bonner Nachbarschaften entwickeln sich ge-
genwärtig unterschiedlich schnell.
Hervorzuheben ist hier das ehemalige Bun-
desviertel, der Wachstumsmotor der Region.
Wir alle sind heute Zeugen der Geburt einer
zweiten, neuen Bonner Innenstadt.
Offensichtlich fehlt hier jedoch die Einzel-
handelskomponente. Ist damit zu rechnen,
dass das Zentrenkonzept auf diese Entwick-
lung reagieren wird, vielleicht sogar reagie-
ren muss?
***
Aber: wenn in der Bürofläche mehr Kommu-
nikationszonen und Meetingflächen benö-
tigt werden, sinkt die Flächennachfrage
nicht, sondern steigt
***
Für die Bonner Innenstadt steht mit dem
Leerstand des Karstadt-Gebäudes die ersteSeite 23 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 22 Dokumentation
große Herausforderung für einen Umbau /
eine Umnutzung an. Wann und wie wird die
Stadtverwaltung an diese Herausforderung
herangehen?
***
Wie sind die Pläne für das Stadtmuseum?
wird es einen Neubau an der Pestaloz-
zischule geben? Ich halte das Museum für
Identitätsbildend für unsere Stadtbevölke-
rung gerade auch für eine wachsende Stadt.
Dass man auf die Dauer auch neue Muse-
umskonzepte einarbeiten sollte, schmälert
nicht die Bedeutung. Eine bessere Anbin-
dung in der Innenstadt würde die Attraktivi-
tät des Museums für Touristen natürlich er-
höhen und damit die Attraktivität der Innen-
stadt fördern wie die Musen in Köln es ja of-
fensichtlich tun.
***
Mit dem Leerstand des ehem. Karstadt- Ge-
bäudes hat uns die Realität schon erreicht.
Der Hinweis auf das Centre Pompidou von
Herrn Prof. Krüger ist da ein gutes Stichwort.
Ich unterstütze den Vorschlag von Frau NN
und Herrn NN, das Karstadt-Gebäude multi-
funktional zu nutzen und das Stadtmuseum,
das wohlmöglich abgewickelt werden soll,
als Anker dort anzusiedeln. In Verbindung
mit Gastronomie und kleinteiligem Handel
liegt hier eine große Chance die Innenstadt
mit einem neuen lebendigen Identifikations-
punkt zu stärken!
***
Herr Prof. Krüger hat leider ausgerechnet die
Kultur in der Innenstadt ausgelassen. Kann er
das bitte noch nachholen?
***
Die Stadterwärmung wird sich in den Som-
mermonaten massiv auf die Passantenfre-
quenz massiv negativ auswirken, wenn wir
nicht schnell entgegenwirken - da hat Frau
Appelbe völlig recht.
***
Gibt es Beispiele dafür, wie Online-Shopping
in innerstädtische Geschäfte integriert wer-
den kann?
***
Als Hamburgerin, die seit 10 Jahren in Bonn
lebt, macht insbesondere die Autofreiheit
die besondere Attraktivität der Bonner In-
nenstadt aus. Bonn begreift sich als Nachhal-
tigkeitsstadt und hat den Klimanotstand aus-
gerufen. Dazu passt es nicht, weiterhin unbe-
dingt den MIV zu fördern, sondern es müs-
sen alternative attraktive Möglichkeiten für
die Erreichbarkeit entwickelt werden (z.B.
wesentlich billigerer ÖPNV, Bringservices für
Einkäufe etc.). Für genau diese Ansätze ha-
ben die Grünen im Stadtrat sowie die grüne
OB die Kommunalwahl gewonnen. Die Bür-
ger wollen also eine Neuausrichtung. Welche
konstruktiven Vorstellungen haben dies-
bezg. die Teilnehmer?
***
Welche Vorstellungen gibt es, unattraktive
Verkehrsflächen in der Innenstadt (Busbahn-
hof, Rathausgasse, Belderberg, Bertha von
Suttner Platz) zu gestalten, um Aufenthalts-
qualitäten zu erhöhen?
***
Welche Vorstellungen hat der neue Eigentü-
mer im Viktoriakarree?
***
Handel, Dienstleistungen, Gastro... im Endef-
fekt ziehen Erlebnisse im 21. Jahrhundert
Menschen in die Innenstadt, weniger die
Waren (Online-Konkurrenz), daher bietet
sich bspw. eine kommerzielle Therme im Be-
reich der Fußgängerzone an. Nur dauerhafte
Erlebnis-Magnete wie die VHS setzen sich
von der Online-Welt ab
***Seite 24 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 23 Dokumentation
Zur Wegebeziehung Innenstadt – Rhein, da
bin ich pro Oper abreißen, denn diese blo-
ckiert den einzigen Zugang der Fußgänger-
zone zum Rhein. Neu ginge es von der Brü-
dergasse über eine neue B9-Fußgängerbrü-
cke, anstelle der Unterführung, zu einer
freien Sicht auf den Rhein. Die Oper könnte
auf dem gleichen Grundstück bündig zur
Kennedybrücke wiedererrichtet werden.
Auf dem Karstadt-Gebäude sollte man noch-
mal zusätzlich 2-3 Etagen aufsetzen und dort
dann eine Strandbar, Nachtclubs und v.a. et-
was mit Aussicht über die Innenstadt reali-
sieren - das gibt es in Bonn noch gar nicht
***
Wo steht bei den strategischen, wie takti-
schen Überlegungen zur Cityentwicklung die
Integration des Bonner Wochenmarktes in
diese Planungen?
***
Nutzungsmischung und ein klares Innen-
stadtkonzept sind wichtig. Aber welche kon-
kreten Beiträge wollen die Immobilieneigen-
tümer leisten? Besteht etwa die Bereit-
schaft, z.B. frequenzabhängige Mietenstaffe-
lungen vorzusehen? Auch "kleinere" Nutzer
benötigen Chancen.
PS: Spannende Hinweise im aktuellen DStGB-
Positionspapier "Rettet unsere Innenstädte".
***
Guten Tag, in Zusammenarbeit mit der IHK
Bonn / Rhein Sieg hat meine Agentur ein
Konzept entwickelt, dass bereits der Wirt-
schaftsförderung und dem OB vorliegt. Die-
ses Konzept würden wir gerne direkt mit
Herrn Dr. Wenzel besprechen, da es seine
Herausforderung der Nutzung der oberen
Stockwerke der Karststadt Immobilie be-
rücksichtigt.
***
Ein Thema, das im Zusammenhang mit dem
Funktionswandel von Innenstädten auch oft
angesprochen wird, ist die Verbesserung der
Aufenthaltsqualität bzw. die Schaffung von
Angeboten im öffentlichen Raum ohne Kon-
sumzwang. Können die Experten hierzu auch
etwas beitragen?
***
Wir könnten uns unsere Tanzschule in einer
zentraleren Lage in der Innenstadt vorstel-
len. Unsere Gäste und die Eltern der Kinder,
die sich während der Kinderkurse in der
Stadt aufhalten könnten, sind kaufkräftige
Kunden für den Einzelhandel und die Gastro-
nomie.
***
Studentenleben und kulturelles Leben wäre
wunderbar zu erweitern, wenn es nicht die
Lärmschutz-Problematik gäbe (siehe Klang-
welle). Wäre beispielsweise eine Nutzung ei-
ner der oberen Karstadt Etagen denkbar,
wenn dort insbesondere am Wochenende
(sonntags) Publikumsverkehr stattfindet.
Wie würde man die Anwohner mit ins Boot
holen, um allgemein den Ausbau des kultu-
rellen Angebots nicht mit einer Lärmschutz
Debatte zu beginnen.Seite 25 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 24 Dokumentation
Bonn hat diesbezüglich leider mittlerweile
einen schwierigen Ruf
***
Wie wichtig ist im Angesicht des Struktur-
wandels künftig die Erreichbarkeit der Innen-
städte mit dem Auto?
***
Wie kann man Besucher auch bei schlechtem
Wetter in die Bonner Innenstadt locken?
Gibt es nicht zu wenig durchgängig über-
dachte Einkaufsfläche (Einkaufszentren,
"Malls"), die für sich eine Attraktion darstel-
len können?
***
Ist es nicht so, dass schon beim Einzelhandel
unterschiedliches Engagement vorliegt. Filia-
listen und inhabergeführte Geschäfte?
Sorry Frau Appelbe, wir haben viel Kultur in
der Innenstadt! Erinnere noch mal daran.
Tourismus als Element, Menschen in die In-
nenstadt zu bekommen.
Ich habe die Abfallbehälter im Fußgängerzo-
nenbereich mehrfach zwischen 14:30 und
16:30 beobachtet. Soweit ich weiß, gibt es
zwei Entleerungszyklen. Der zweite müsste
verändert werden, da dann die Abfallbehäl-
ter überquellen.
***
Welche Lösungen gibt es im Umgang mit
Plätzen, die in hoher Zahl von Obdachlosen,
Drogen- und Alkoholabhängigen aufgesucht
werden?
***
Ich hoffe die Stadt hat Mut und lässt auf dem
Windeckbunker in vielen Stockwerken
Wohnnutzung zu. Das könnte ein Wahrzei-
chen für Bonn werden mit einem Museum
im Bunker. Was ist mit einer Markthalle?
***
Es geht doch auch um Gestaltung. Da macht
jedes Amt was es will z.B. Videoscreens von
Stroer, private Möblierung nach eigenem
Geschmack. Grelle Mülleimer von Bonn-
Orange
***
Sauberkeit, schauen Sie sich mal die Maximi-
lianstraße an! Bestes Negativbeispiel
***
Grünfläche rechts vom Alten Rathaus an so
prominenter Stelle ständig ungepflegt ...
***
Stadtmuseum und Touristinfo im OG des
Karstadtgebäudes - vielleicht auch eine Bibli-
othek nur mit Bonn-Themen und Souvenirs-
artikeln? Bonn-Themen würden die Leute
vielleicht auch dahin ziehen.
***
Thema Verkehr: Dann muss ÖPNV günstiger
werden, sodass mehr Bürger diesen nutzen.
***
Wir stimmen Herrn Wiesner vollkommen zu:
Die Erreichbarkeit der Parkhäuser war stets
gegeben. Allerdings war es eine "ungüns-
tige" Planung, dass am Bahnhof auf einmal
alle Parkplätze verschwunden waren, ohne
dass es ein vernünftiges Parkleitsystem gab.
Das ständige hin und her beim Cityring hat
viel mehr Kunden von außerhalb gekostet,
als die Sperrung an sich. Bei einer vernünfti-
gen Verkehrsleitung (die ja jetzt kommen
soll) ist eine Durchfahrt durch den Cityring
vollkommen überflüssig. Der Mehrwert
durch eine höhere Aufenthaltsqualität ist
viel zukunftsweisender für die Innenstadt
und auch für den Handel!
Frage: Wird die Stiftsgarage in das neue Park-
leitsystem einbezogen!?
***Seite 26 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 25 Dokumentation
Vor dem Hintergrund des Klimawandels
sollte der MIV allerdings eher reduziert, statt
gefördert werden. Die Erreichbarkeit sollte
anders erzielt werden. Welche Konzepte
existieren? Darüber sollte viel stärker disku-
tiert werden.
***
Bisher stehen die A Lagen in Bonn im Focus
der Diskussion. Welche Lösungsansätze wer-
den für B und C Lagen gesehen? Handel ist
hier bereits heute schon reduziert bedeu-
tend. Werden hier Leerstände steigen. Führt
dies insgesamt zur Konzentration des Han-
dels auf die A Lagen und unter investiven Ge-
sichtspunkten zu einer Erhöhung der Boden-
werte, so dass Kooperative Stadtentwick-
lungsansätze auch in der A Lage durch wei-
terhin steigende Käuferpreise verhindert
werden könnten. Hohe Kaufpreise schließen
Kulturnutzungen aus. Schade, dass der Chat
nicht für die Teilnehmer einsehbar ist.
***
Wie beschreibt die Stadt Bonn mit wenigen
Worten Ihre USP- Europastadt? Bun-
desstadt? Beethovenstadt?
***
Wieso ist Bonn unsicher? Herr NN soll nicht
sein Empfinden, sondern Fakten liefern.
***
Bonn gehört allen Menschen. Auch den
„Problemgruppen“.
Man kann auch Situationen bewusst schlecht
reden - und sich damit am Ende am meisten
selbst schaden.
„Innenstadt soll heller und videoüberwach-
ter werden“ - Wo ist sie denn dunkel? Weg
mit den historisierten Laternen und überall
Fluter/Scheinwerfer?
Wenn die Innenstadt noch aufgewertet wer-
den soll, dann müsste
a) zunächst der Autoverkehr minimiert
b) die wichtigen Gebäude - Kurfürstliches
Schloss/Uni-Hauptgebäude, Bahnhof - in die
Fußgängerzone integriert werden
Hatte NIE das Problem, die Innenstadt nicht
erreichen zu können.
Auch eine bewusste Schlechtrederei von
EHV und IHK.
Und immer wieder die Mär vom autofahren-
den Kunden, der seine in der Innenstadt ge-
kaufte Waschmaschine sonst nicht nach
Hause transportieren kann.
„Bonn in einer Dauerkrise, was die Erreich-
barkeit mit dem PKW-Verkehr betrifft“?!?!?!
Kritik(er) auf dem Stand der 1960er Jahre.
„Straßen müssen ausgebaut werden“ (IHK-
Wimmers) > Wer Straßen ausbaut, produ-
ziert zusätzlichen Autoverkehr
„Die freie Wahl des Verkehrsmittels ist für
mich ein Grundrecht der Freiheit“ (Name) -
So was von einer Person zu hören, die ernst
genommen werden will...
***
Hinweis zum Individualverkehr - gerade in
diesen Zeiten hat sich gezeigt, dass insbeson-
dere die älteren Menschen ein Bedürfnis ha-
ben, den PKW zu nutzen, sofern Sie aktuell
überhaupt in die Innenstadt fahren. Deswe-
gen bleibt alleine die Erreichbarkeit und die
Parkmöglichkeiten in der Innenstadt für den
Handel absolut notwendig.
***
Werden die Präsentationen jeweils per E-
Mail noch zugesendet? Gerne an
***
Vielen Dank für die spannenden Diskussio-
nen und Perspektiven. Zwei Fragen: Welche
Rolle könnten temporäre Nutzungen spie-
len? Und wäre es denkbar, Flächen gezielt
für Bildungsaktivitäten zu nutzen?
***
Guten Tag, ich freue mich, dass die Entwick-
lung der Innenstadt als Ganzes nun endlichSeite 27 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 26 Dokumentation
zum Thema in Bonn wird. Hier liegt aus mei-
ner Sicht ein erhebliches ungeborenes Po-
tenzial.
***
Das Bild vom "Gesamtkonzert" gibt sehr gut
wieder, dass die Attraktivität der Innenstadt
an der bunten, lebendigen Mischung hängt.
Der Handel als Leitbranche verliert an Be-
deutung, deshalb müssen Kultur und Dienst-
leistung deutlicher in den Vordergrund rü-
cken. Dazu gehören Museen, Galerien, Kom-
binationen wie Musik-Cafés und auch Frei-
zeit- und Bildungseinrichtungen (z.B. Tanz-
schule, Kreativräume, Musikschule, offene
Proberäume, offene Atelierräume etc). Des-
halb sollte die Stadt überlegen, wie sie An-
siedlungen fördern kann (z.B. Stellplatzan-
forderungen).
Der Masterplan innere Stadt ist reine "Bau-
planung", hier muss dringend und schnell er-
gänz werden um eine Zukunftsplanung für
die Nutzungen, die Funktionen in einer In-
nenstadt, die attraktiv sein will.
In einen City-marketing-Verein gehören
nicht nur Händler! Es sollten auch Gastrono-
men sowie kulturelle und öffentliche Einrich-
tungen Mitglied werden. Z.B. die VHS, das
Beethovenhaus oder auch die Universität. In
anderen deutschen Städten gibt es solche
Partnerschaften für die City.
Ich bin überzeugt, dass auch obere Ge-
schosse gerne von Kunden frequentiert wer-
den, wenn es "oben" eine Attraktion gibt.
Bsp. Kaufhaus Rinascente in Mailand mit ei-
nem Café mit großer Terrasse im obersten
Geschoss. Gleiche Situation im KaDeWe in
Berlin. Oder Fondaco dei Tedeschi in Vene-
dig, wie Menschen Schlange-stehen, um auf
die Dachterrasse zu kommen.
Wie wäre es mit einer Restaurant-Cafè-
Dachterrasse auf dem Karstadt-Gebäude?
Von da hätte man einen spektakulären Blick
über die Stadt, insb. Münsterplatz,
Beethoven-Denkmal.
Frage an Herrn Wenzel: Können Sie sich vor-
stellen, in den oberen Etagen das Stadtmu-
seum zu beherbergen?
Wir haben dazu als Bonner Bürger*innen
schon mal eine Idee entwickelt.
Frage an Herrn Wiesner: Müssen Bebau-
ungspläne geändert werden, damit wir Woh-
nen in den Obergeschossen der City bekom-
men können? Z.B. In der Sternstraße stehen
etliche OGs leer.
Die bcsd hat schon 2016 in einem Fachbei-
trag dargelegt, dass für ein gelungenes Stadt-
marketing die Geschichte der Stadt und ihre
Darstellung in Museen wichtig ist.
Attraktivität hat auch mit der Identität einer
Stadt viel zu tun. Ein Stadtmuseum ist genau
die Chance, diese Identität in die Öffentlich-
keit zu bringen für Bürger*innen, aber auch
für Tourist*innen.
Frage an Herrn Wiesner: Könnten Sie sich
vorstellen, die zu beantragenden Städtebau-
fördermittel für den Neubau des Stadtmuse-
ums in die Renovierung eines bestehenden
Gebäudes zu investieren? Z.B. in das Kar-
stadt-Gebäude?
Frage an Wiesner: Was kann die Stadt tun,
um in der Innenstadt mehr Wohnen z.B.
auch Senioren-Wohneinrichtungen zu för-
dern? Bebauungsplan ändern?
Stellplatzanforderungen senken?
Sicherheit ist zuvorderst die "gefühlte" Si-
cherheit. Und dieses Gefühl hat in der City,
insbesondere abends viel mit Belebung und
Beleuchtung zu tun.
Geschlossene Geschäfte nach 20 Uhr und
Schaufensterbeleuchtungen, die nach 22
Uhr ausgehen, vermitteln das Gefühl
"Schluss, geh nach Hause, jetzt wird es gru-
selig".
Ich denke, wir sollten einmal im Jahr eine
City-konferenz abhalten, das fördert die
Kommunikation und hat heute ein wahres
Ideenfeuerwerk gebracht.
***
Dachterrassen - Nutzung für Cafés & Restau-
rants sind in Bangkok & Singapur die touris-
tischen Hotspots...
Es wäre dem neuen Arbeitskreis zum Thema
"Innenstadtentwicklung" zu empfehlen, eine
"best practice" Studie zu erstellen, um welt-
weit nach Vorbild - Regionen zu forschen!
Die IHK könnte ihr Netz von weltweit vertre-
tenden IHK Vertretungen hierzu einbezie-
hen!Seite 28 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 27 Dokumentation
Der Mangel an öffentlichen Toiletten ist ein
brennendes Thema für Bonn - Besucher!
Sehr interessante Veranstaltung! Bravo!
***
Nicht Online sondern Lidl und Aldi ist das
neue Kaufhaus :-)
***
Verkehrssicherheit kein Thema, wenn Müt-
ter mit Kindern mit dem Rad in die Innen-
stadt wollen?
20.000 Einwohner hat die Bonner Innenstadt
seit 1970 verloren!
Zu viele Autos sind das Problem! Stau! Durch
Autos! Mehr Radförderung = mehr Platz für
Autos?!?!
103.000 sind Binnenpendler nur Bonner,
keine von außen!!
Wo parken Fahrräder? Welches Parkhaus
hat Radparkplätze???
Umsätze rückläufig wegen Dauer-Sale!??
Wieviele Gewerbesteuern bezahlt denn Pri-
mark, wo das T-Shirt nur wenige EUR kostet?
Woher soll die Steuer kommen?
Nie Thema leider: Erreichbarkeit für Fußgän-
ger auf zugeparkten Gehwegen in die Innen-
stadt! Auch Autofahrer sind Fußgänger :-)
Zahlen lokale Händler nicht mehr Steuern,
als Konzerne wie Zara?
Aldi und Lidl ist der Tod von Kaufhäusern!
Drogeriemärkte und Baumärkte auch, die al-
les bieten für den Haushalt!
Vielen Schulen fehlen Turnhallen! Karstadt
könnte Schulen was bieten!
KARSTADT WIRD STADTMUSEUM!!!!!!
2 Stockwerke!
INKL STADTARCHIV!
Auf vielen Parkplätzen der Supermärkte in
den Stadtvierteln ist Platz für Wohnraum!
Uni Bonn braucht Karstadt-Flächen für ihre
Bibliothek!!
City-Ikea in B-Lagen, wenn gut erreichbar!
Netz von Orten verknüpft mit Netz von Rad-
wegen, wäre das was für die IHK???
Oxfordstraße ist B-Lage wegen Lärm und Ab-
gase
Kunden wollen sicher in die Stadt, was sorgt
für Sicherheit???? Was sorgt für Stau???
Sauberkeit und Sicherheit eher eine Frage
von Fahrverbote/Diesel und Unfälle/Que-
rungsmöglichkeit.
Problem sind Autofahrer: Statt in ein leeres
Parkhaus zu fahren, stehen sie im Stau vor
dem Friedensplatz! Und Handel klagt: Nicht
erreichbar :-) Wiesner hat recht!
Es wollen viele Autofahrer auf eine sichere
Radstrecke, daher ist es gut für Wirtschaft,
wenn IHK das erkennt und Wirtschaftsver-
kehr fahren kann, wenn weniger Autostau!!
Auch ohne Unigarage und Rabinparkhaus
gab es keine Probleme!!!
Herr Wimmers, durch weniger Autos sind
Ihre Gebiete besser erreichbar!! Sie sind ge-
gen Radverkehrsnetze, die Ihre Probleme lö-
sen könnten!
Freie Wahl, wenn 2 Spuren Pkw und schlech-
tem Radweg?? Tolle Wahl!!
Wegen dem Klimawandel kaufen Kunden
auch keine "Übergangskleidung" mehr! Es ist
also nicht immer Onlinehandel schuld! (On-
line ist eh nur 10% das Handels!!)
Mit schönen Fassaden laufen die Käufer
langsamer, dann sehen sie mehr Schaufens-
ter!
Beim Arbeitskreis ist es wichtig, dass nicht zu
viele am Ende nichts bewirken :-( weil letzt-
lich keiner verantwortlich ist!??!
DANKE an ALLE!! Hat super geklappt!!!
Auch Ihnen einen guten Nachhauseweg!Seite 29 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 28 Dokumentation
Im Anschluss an die beiden Vorträge diskutierten2: unter der Moderation von Rainer Schmidt-
Illguth und Jörg Lehnerdt:
 Victoria Appelbe, Wirtschaftsförderin der Stadt Bonn
 Philipp Blömer, Geschäftsführer Blömer am Markt
 Prof. Dr. Thomas Krüger, HafenCityUniversität Hamburg
 Jannis Vassiliou, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Bonn Rhein-Sieg Euskirchen
 Dr. Frank Wenzel, Geschäftsführer Aachener Grundvermögen
 Helmut Wiesner, Stadtbaurat der Stadt Bonn
 Prof Dr. Stephan Wimmers, Geschäftsführer Handel der Industrie- und Handelskammer
Bonn/Rhein-Sieg
2 Die eingeladene Vertreterin des city-marketing bonn e.V. hatte leider kurzfristig absagen müssen.Seite 30 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 29 Dokumentation
Rahmenbedingungen
Auf Grund des Einkommensniveaus der Bon-
ner Bevölkerung und des Einzugsgebietes im
Rhein-Sieg-Kreis ist das Oberzentrum „Bon-
ner Innenstadt“ in einer vergleichsweise
starken Position. Ein weiterer Erfolgsfaktor
ist das Einzelhandels- und Zentrenkonzept,
das Konkurrenz in der Nähe verhindert hat.
Dies zeigt sich auch in den A-Lagen, wie der
Poststraße, die überwiegend mit Einzelhan-
del belegt ist, die Leerstandsquote ist insge-
samt sehr niedrig. Der Funktionsverlust der
Warenhäuser ist – davon unabhängig – end-
gültig.
Nutzungsmischung
Die Trennung der Funktionen Wohnen / Ar-
beiten / Versorgen / Freizeit ist eine Erfin-
dung der Mitte des 20. Jahrhunderts. Jedoch
wird es künftig zu einer größeren Vermi-
schung dieser Funktionen auch in der Bonner
Innenstadt kommen.
Die Diskutanten waren sich einig, dass der
Einzelhandel weiterhin die Leitfunktion für
die Bonner Innenstadt wahrnehmen würde,
jedoch andere Nutzungen hinzukämen.
Diese vermehrte Mischung von Nutzungen
wird sich nicht nur zwischen den Straßen und
Gebäuden ergeben, sondern auch innerhalb
der Gebäude: Die oberen Etagen werden in
den Einzelhandelsunternehmen von den
Kund*innen nicht mehr angelaufen. Der Ein-
zelhandel wird sich vor allem auf die Erdge-
schosszone, aber auch das Basement und
das 1. Obergeschoss konzentrieren.
Die Flächen in den darüber liegenden Ge-
schossen werden künftig vornehmlich durch
Dienstleistungen, öffentliche Institutionen,
Büros, Fitnessstudios sowie – wo es möglich
ist – vermehr durch Wohnen genutzt wer-
den. Allerdings benötigen die Gebäude für
diese Nutzungsmischung eine andere in-
terne Erschließung. Dabei müssen die Funk-
tionen entkoppelt werden, gleichzeitig aber
auch nach außen hin erkennbar sein.
Auch die Nahversorgung, die es lange nicht
mehr in Bonn gegeben hat, hat bereits ihren
Weg in die City zurückgefunden.
Planungsrechtlich ist die Nutzungsmischung
möglich, Bauanträge auf Nutzungsänderung
können unter Berücksichtigung der rechtli-
chen Rahmenbedingungen rasch genehmigt
werden. Jedoch gibt es auch Rahmenbedin-
gungen, auf die die Stadt nur bedingt Einfluss
hat, wie die Stellplatzablöse.
Für Immobilien-Eigentümer wird die Situa-
tion komplexer. Der stationäre Einzelhandel
leidet unter der Digitalisierung und den Aus-
wirkungen der Corona-Pandemie bedingten
Lockdowns. Geschäfte und Restaurants
schließen und Arbeitsplätze gehen verloren,
die im Online-Sektor nicht immer in Deutsch-
land ersetzt werden. Das gleiche gilt für die
Steuereinnahmen. Auch helfen viele Vermie-
ter ihren Mietern mit Mietnachlässen und
flexibleren Mietvertragslaufzeiten, sofernSeite 31 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 30 Dokumentation
ihnen dies bei den bestehenden Finanzierun-
gen möglich ist. Hinzu kommen immer hö-
here Auflagen an Immobilien bzgl. der Ge-
bäude-Energie-Effizienz (Dämmung, GEG)
und des Brandschutzes..
Eventuell ergibt sich daraus aber auch eine
Chance für Veränderung: Bonn spielt im
Städtevergleich in einer Liga mit zum Teil
deutlich größeren Städten, wie Dortmund, o-
der mit Städten, die als Solitäre in einem
ländlichen Umfeld liegen, wie Münster. Den-
noch wäre es wichtige, zukunftsweisende
neue Handels- und Dienstleistungsformate
nach Bonn zu holen.
Durch andere Nutzungen können auch die
Passantenfrequenzen angeglichen werden:
Mehr Nutzungen an Wochenenden z.B.
durch Kultur.
Das studentische Leben ist derzeit in der City
nicht sichtbar, obwohl die Bonner Universi-
tät rund 38.000 Studierende zählt. Die Po-
tentiale der Universität und ihrer Studieren-
den sollten für die Innenstadt genutzt wer-
den.
Die Innenstadt ist ein Netz von Orten! Daher
gehört zur Nutzungsmischung auch, dass die
B-Lagen Raum für Experimente, kürzere
Mietverträge etc. bieten. Daher sollten die B-
Lagen immer mitgedacht werden: Durch dor-
tige neue Nutzungen kann die Innenstadt
insgesamt attraktiver werden (Beispiel Fried-
richstraße). Um die Entwicklung dort zu be-
gleiten, wird ein Zentrenmanagement vorge-
schlagen.
Exkurs: Karstadt-Gebäude
Dr. Wenzel berichtet, dass im Basement mit
Aldi und dm zwei feste Mieter bleiben wer-
den. Für das EG und das 1. OG (evtl. 2. OG für
Technik, Lager, Sozialräume) verhandelt die
Aachener Grundvermögen mit einem Han-
delsunternehmen.
Die beiden Geschosse darüber werden nicht
mehr mit Einzelhandel belegt werden kön-
nen. Vorschläge für deren Nutzung wurden
auch im Chat gestellt: Bunte Mischung, Kre-
ativ-Räume, Museen, Tanzschule, Tanz-Seite 32 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 31 Dokumentation
schule, Stadtmuseum, Top-Roof-Café mit ei-
nem „sensationellen Blick aus den oberen
Etagen“ (Dr. Wenzel) etc. Darüber sollte ein
Dialog mit der Stadt und möglichen Nutzern
geführt werden.
Exkurs Viktoriakarree
Der Standort Bonn ist mit seiner schönen
und attraktiven Innenstadt (Prof. Krüger:
„Bonn ist eine Perle“) beliebt für Nutzungen
wie Wohnen, Büros, Einkaufen.
Auf Grund der ständig wachsenden Bevölke-
rungszahl sind im Bereich Wohnen Verdich-
tungsprozesse notwendig. Es geht dabei um
die aktive Füllung von leeren Flächen/Grund-
stücken
Wohnen in Sternstraße schwierig, Windeck-
bunker interessant,
Für das Viktoriakarree wurde ein Struktur-
konzept verabschiedet, auf dessen Grund-
lage ein Bebauungsplan entwickelt werden
soll mit einer deutlichen Nutzungsmischung:
Belebte EG-zone, Wohnen oben.
Sicherheit
Nur Menschen, die sich sicher und wohl füh-
len, kommen auch gerne in die Stadt, um
hier einzukaufen oder die Gastronomie zu
besuchen.
Laut Polizei ist die Kriminalitätsrate in der
Bonner Innenstadt rückläufig, dennoch gibt
es bei vielen Menschen (ältere Menschen
und Kinder/Jugendliche, Tourist*innen) im-
mer wieder ein Gefühl der Unsicherheit.
Angsträume, in denen gerade im Winter zu
wenig Licht ist, sind ein erster Grund. Daher
haben Einzelhandel und Stadt verschiedene
Beleuchtungskonzepte umgesetzt. Ein wei-
terer Grund sind Ansammlungen von Men-
schen, die für einzelne bedrohlich wirken
(ohne dies tatsächlich sein zu müssen), wie
Betrunkene, Obdachlose, junge Männer.
Aber auch offenes Dealen ist an einigen Stel-
len der Innenstadt ein Problem. Hinzu kom-
men z.T. aggressive Bettler. Die Ordnungsbe-
hörde und die Polizei bestreifen daher von
der Wache GABI aus gemeinsam die Innen-
stadt. Bei deren personeller Ausstattung
und der der Straßensozialarbeit besteht al-
lerdings noch „Luft nach oben“.
Die Stadt hat, sofern sie Eigentümerin einer
Handelsfläche ist, den Verkauf von „Billig-
Bier“ untersagt. Jedoch hat der Betreiber des
Kiosks auf dem freien Markt eine neue Bleibe
gefunden. Hier sind also auch die privaten Ei-
gentümer gefragt. Ein Schritt in diese Rich-
tung könnte die Gründung von Immobilien-
und Standortgemeinschaften sein, die sich
um die öffentlichen und auch angrenzenden
privaten Räume kümmern. Der AK Innen-
stadt wäre ein gutes Gremium, um Dinge ab-
zusprechen (Eigentümer, Betreiber, Stadt).
Im Übrigen hilft Nutzungsmischung (s.o.
auch bei der Sicherheit.Seite 33 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 32 Dokumentation
Sauberkeit
Es werden mehr öffentliche Toiletten benö-
tigt, da deren Anzahl für eine Stadt auf unse-
rem Niveau nicht ausreichend ist: Sowohl
Bürger*innen als auch Tourist*innen sehen
dies häufig als Mangel. Die Verwaltung hat
auch bereits den Auftrag übernommen, sich
des Problems anzunehmen.
Der Reinigungszyklus von BonnOrange ist be-
reits erhöht worden. Dennoch hat gerade
durch die Corona-Pandemie die Menge an
Wegwerfprodukten (Fastfood, Masken)
deutlich zugenommen, was zu überquellen-
den Abfallbehältern führt.
Durch eine innovative Methode wurden
kürzlich Kaugummis auf der Sternstraße ent-
fernt. Auf Grund des guten Erfolgs soll dies in
Abständen wiederholt werden.
Aber: Man könne besser werden, nur müss-
ten die Konsument*innen auch mitmachen.
Erreichbarkeit
Die bundesdeutsche Gesellschaft insgesamt
steht vor einer Verkehrswende, es wird eine
Verschiebung innerhalb des Modal Split ge-
ben. Für Bonn gibt es den Klimanotstandsbe-
schluss, nach dem der PKW-Anteil im Modal
Split auf 25% gesenkt werden soll. Auch
wenn Menschen weiterhin auf PKW-Mobili-
tät angewiesen sind, wird es kein grundsätz-
liches Verbot des PKW geben.
Daher sind neue Lösungen sinnvoll, sie müs-
sen jedoch gut durchdacht sein und kommu-
niziert werden. Nichtentscheiden ist die
schlechteste Lösung.
Die Stadt Bonn hat 2012 den „Masterplan in-
nere Stadt“ als städtebauliches Konzept ver-
abschiedet. Darin wurde als verkehrsplaneri-
sche Idee bereits auch beschlossen, den City-
Ring aufzulösen und durch einen City-Bogen
zu ersetzen. Ziel ist die städtebauliche Anbin-
dung und Aufwertung des Uni-Hauptgebäu-
des. Auch bei der Lösung des City-Bogens
bleiben alle Parkhäuser und Hochgaragen
grundsätzlich erreichbar. Erfreulich ist, dass
die Uni-Tiefgarage nach mehreren Jahren
Bauphase wieder für die Besucher*innen aus
dem Süden geöffnet ist und mit dem Park-
haus Rabinstraße erstmals eine aus Norden
anfahrbare Parkmöglichkeit besteht, die
über die neue Viktoriabrücke gut angebun-
den sein wird.
In den vergangenen Jahren wurden durch
politische Entscheidungen Testphasen (Ver-
such erweiterter City-Ring, Kappung des
Ringverkehrs). Dies führte zu Verwirrung bei
allen Verkehrsteilnehmern.
Die Bonner Innenstadt ist grundsätzlich auch
mit dem PKW erreichbar, die innerstädti-
schen Parkplatzkapazitäten werden lediglich
an den Wochenenden vor Weihnachten
überschritten. Dies ist jedoch kein Bonner
Phänomen allein.
Vielmehr handelt es sich bei den Staus um
die Pendlerspitzen, welche die Innenstadt-
straßen verstopfen. Mit Hilfe des Lead-City-
Programms (ausgestattet mit 35 Mio. €) ver-
sucht die Stadt gemeinsam mit dem Rhein-Seite 34 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 33 Dokumentation
Sieg-Kreis das hohe Pendleraufkommen im
MIV zu senken.
Die Pendler benötigen jedoch Alternativen.
Eine wesentliche Maßnahme ist die Einfüh-
rung eines betrieblichen Mobilitätsmanage-
ments bei wichtigen großen Unternehmen.
Ziel ist es, die Arbeitnehmer*innen alternativ
an ihre Arbeitsplätze zu bringen (Beispiel
Projekt Jobwärts).
Die Corona-Pandemie hat wie ein „nicht be-
schlossener Verkehrsversuch“ (Wiesner) ge-
zeigt, dass auf Grund von zahlreichen Home-
Office-Arbeitsplätzen weniger Autoverkehr
in Stoßzeiten Staus vermeidet (Beispiel Reu-
terstraße -70%). Auf der B56 in Richtung
Westen zeigte sich, dass bereits eine Redu-
zierung des Autoverkehrs um zehn Prozent
Staus vermeidet.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Ausbau in
Abstimmung mit den Kommunen im Rhein-
Sieg-Kreis der Infrastruktur (P&R-Parkplätze,
Shuttlebusse) notwendig. Aber auch in Bonn
sollten mehr P&Bike-Parkplätze entstehen.
Mobilstationen müssen ertüchtigt werden,
der ÖPNV muss besser werden.
Beispiele für bereits umgesetzte oder in Pla-
nung befindliche Projekte sind:
 Taktverdichtungen im Netz (15min Takt
in Straßenbahnen auch Samstags, Kos-
ten: 8,5 Mio. € aus dem Lead-City-Pro-
gramm)
 Auf der Stadtbahnlinie 66 soll ab 2023
ebenfalls der Takt verdichtet werden, so
dass ein 5-Minuten-Takt entsteht zwi-
schen Bundesviertel und City
 Planung und Machbarkeitsstudie der
Westbahn
 Planung und Machbarkeitsstudie für eine
Verlängerung der 61 in Richtung Busch-
dorf
Aber auch kleine Maßnahmen können posi-
tive Effekte erbringen. So wird der Einzelhan-
delsverband ab Mitte November ein Lasten-
rad für die Handelsunternehmen der Innen-
stadt zur Auslieferung von Waren an die
Kund*innen in Betrieb nehmen.
Stadtklima
Städte, namentlich die Innenstädte, sind Hit-
zeinseln, deren Temperaturen vor allem im
Sommer um bis zu zehn Grad über den Tem-
peraturen der Stadtränder liegen. Dies führt
zu gesundheitlich belastenden Situationen
sowohl für die Bewohne*innen als auch die
Gäste der Innenstädte: Die Aufenthaltsquali-
tät sinkt! Frau Appelbe hatte in ihrem Vor-
trag auf den Rückgang der Passantenfre-
quenzen während der Hitzeperiode im Som-
mer 2019 hingewiesen.
Es müssen daher Konzepte erarbeitet und
umgesetzt werden, die die Temperaturen
vor allem in den Sommermonaten senken.
Mehr Pflanzen bieten Schatten und führen
zur Verdunstungskühle (Fassaden-/Dachbe-
grünung).
Beispiel Düsseldorfer Kö-Bogen II der Aache-
ner Grundvermögen: Auf Dach und der Stu-
fenfassade wurden 30.000 (!) Hain-BuchenSeite 35 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 34 Dokumentation
gepflanzt, die aneinander gereiht eine Länge
von acht Kilometer erreichten.
Das Zurückbringen von Grün in die Stadt
kann auch zur Auflösung der Funktionstren-
nung zwischen Arbeiten, Versorgen und
Wohnen beitragen. Dazu ist es notwendig,
Potentiale an Gebäuden zu heben (evtl. Sta-
tik-Probleme bei Bestandsgebäuden). Die Ei-
gentümer müssten sich im Rahmen der eige-
nen Möglichkeiten um Änderungen bemü-
hen. Die Stadt kann beratend zur Seite ste-
hen.
Fazit
Zum Schluss fasste Frau Appelbe die City-
Konferenz in einigen Stichworten zusam-
men:
 Bei der Nutzungsmischung müssen neue
Konzepte und Stadtentwicklung gleich-
zeitig gedacht werden.
 Die bestehende Substanz soll weiterent-
wickelt werden.
 Appell: Stadtverwaltung soll schneller
werden bei Änderungsmaßnahmen
 Die Sauberkeit ist objektiv und subjektiv
im Großen und Ganzen nicht sehr akut
 Bei der Sicherheit ist ein laufendes Moni-
toring notwendig. Eine Maßnahme ist
mehr Licht auf den Straßen und Plätzen.
 Die Anpassung der City an den Klimawan-
del bedarf einer vertieften Betrachtung.
 Bei der Erreichbarkeit gingen die Mei-
nungen gingen am meisten auseinander,
auch wenn es durchaus Übereinstim-
mungen gab. Es bedarf hier einer prag-
matischen, ideologiebefreiten Diskus-
sion.
 Die Stadt Bonn wird den City-AK und eine
verwaltungsinterne Task Force ins Leben
rufen.
 Die City-Konferenz sollte regelmäßig ein-
mal im Jahr stattfinden.Seite 36 von 38

Bonner City-Konferenz am 27.10.2020 35 Dokumentation
Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an
Dipl.-Geogr. Arnulf Marquardt-Kuron
City-Management im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn
Thomas-Mann-Straße 2-4
53103 Bonn
arnulf.marquardt-kuron@bonn.de
0228 / 77-2053
Impressum
Bundesstadt Bonn
Amt für Wirtschaftsförderung
Thomas-Mann-Straße 2-4
53103 Bonn
wirtschaftsfoerderung@bonn.de
© Fotos: Arnulf Marquardt-Kuron
© Folien I: Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger
© Folien II: Stadt Bonn, Amt für WirtschaftsförderungSeite 37 von 38

y = -1E-08x6 + 1E-05x5 - 0,005x4 + 0,9541x3 - 78,064x2 + 1629,1x + 2858,2
R² = 0,427
-250.000
-200.000
-150.000
-100.000
-50.000
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
Januar ------------------
2. KW
3. KW
4. KW
Februar ------------------
5. KW
6. KW
7. KW
8. KW
März ------------------9. KW
10. KW
11. KW ---------- Lockdown ------------------
12. KW
13. KW April -------
14. KW
15. KW
16. KW
17. KW ---------- Maskenpflicht -------------
Mai --------------------------------------
18. KW
19. KW - gesamter Einzelhandel öffnet ---
20. KW
21. KW
22. KW Juni ------------------------
23. KW
24. KW
25. KW
26. KW Juli ------------------
27. KW
28. KW
29. KW
30. KW
August ------------------
31. KW
32. KW
33. KW
34. KW
35. KW September ------------------
36. KW
37. KW
38. KW
39. KW
Oktober ------------------
40. KW
41. KW
42. KW
43. KW
November ------------------44. KW
45. KW
46. KW
47. KW
48. KW Dezember ------------------
49. KW
50. KW
51. KW
52. KW
Summe der Passanten in drei Straßen pro Tag
Wochentage vom ersten Montag im Januar bis Ende Dezember (Angabe der Kalenderwochen für das Jahr 2020)
Summe der täglichen Passantenfrequenzen in Post-, Remigius-, Sternstraße: Vergleich 2019/2020
Quelle: Daten von www.Hystreet.com, Berechnungen des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn (A. Marquardt-Kuron 4.1.2021)
Tagessumme 2019 Tagessumme 2020 Differenz 2019/2020 7 Periode gleit. Mittelw. (Tagessumme 2019) 7 Periode gleit. Mittelw. (Tagessumme 2020) 7 Periode gleit. Mittelw. (Differenz 2019/2020) Poly. (Differenz 2019/2020)Seite 38 von 38

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 02.11.2026, 21:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de