210071 · Antrag
Bonn - Modellprojekt Tempo 30
Kerndaten
- Nummer
- 210071
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 04.03.2021
- Letzte Änderung
- 19.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO NRW Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (3.693 Zeichen)
Antrag öffentlich 210071 Antragsteller/in: Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Rolf Beu SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Gabi Mayer DIE LINKE.-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Patrick Tollasz Volt-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Dr. Dominik Maxein 18.02.2021 Bonn - Modellprojekt Tempo 30 Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 11.03.2021 Empfehlung Rat 18.03.2021 Entscheidung Inhalt des Antrags Die Stadt Bonn soll Modellstadt für Tempo 30 in NRW werden. Dazu unterstützt sie die Initiative des Freiburger Oberbürgermeisters zur Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt und fordert den Bundesverkehrsminister schriftlich auf, eine entsprechende Sonderregelung für die Kommunen über die Straßenverkehrsordnung zu erlassen Begründung Bonn als Modellstadt Tempo 30 bedeutet, dass die Standardgeschwindigkeit so gesetzt ist, dass der Straßenverkehr für alle Teilnehmenden am Straßenverkehr sicher und attraktiv ist. Besonders Füßgänger*innen und Fahrradfahrer*innen erleben häufig gefährliche Vorfälle, die aus der Priorisierung des Autoverkehrs über allen anderen Verkehrsarten hervorgeht. Die Sicherheit wird durch eine signifikante Verkürzung (um mehr als 15 m) der Reaktionszeit und des Bremswegs erhöht. Außerdem ist die Schwere der Unfälle bei Tempo 30 deutlich geringer. Zudem ist die Wahrnehmung der Fahrenden bei Tempo 30 auch auf den Fahrbahnrand ausgeweitet. In der bayrischen Landeshauptstadt München gilt beispielsweise auf über 80 Prozent aller Straßen Tempo 30. Dort sank die Anzahl der Unfälle mit Verletzten um 62 Prozent, die Anzahl der Schwerverletzten gar um 72 Prozent. Eine sehr geringe zeitliche Beeinträchtigung des Autoverkehrs sollte für weniger Gefahrensituationen und mehr Rücksicht im Straßenverkehr in Kauf genommen werden.Seite 1 von 2 Seite 2 Die Senkung der Regelgeschwindigkeit auf 30km/h ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Lärmschutz, Luftreinhaltung und nachhaltiger Mobilität, der auch seit längerem vom Deutschen Städtetag und der Polizei gefordert wird. So fordert die GdP bsplsw. in ihrem Grundsatzpapier für den innerstädtischen Verkehr ein generelles Tempolimit von 30 km/h, da 50 Kilometer pro Stunde den Anforderungen an den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer nicht gerecht wird. Da in Bonn innerorts Tempo 30 an vielen Stellen ohnehin durch Beschilderung vorgeschrieben ist, würde die Regelgeschwindigkeit 30km/h zudem eine Vereinfachung und Harmonisierung des innerstädtischen Verkehrsflusses bedeuten. Die Fahrzeiten durch Tempo 30 gegenüber Tempo 50 verändern sich für Autofahrer nur unwesentlich, da der Stadtverkehr hauptsächlich von Wartezeiten an Ampeln und Stop-and-Go bestimmt wird. Autos verursachen bei beruhigtem Verkehr weniger Lärm, im Durchschnitt rund 2 - 3 dB(A). Eine Absenkung um 3 dB(A) wird dabei wie die Halbierung der Verkehrsmenge wahrgenommen. Auch im Hinblick auf Luftschadstoffe ist Tempo 30 ein Gewinn: Langjährige Messreihen an Berliner Hauptverkehrsstraßen ergaben eindeutige Minderungen der untersuchten Schadstoffe Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM10) und elementarer Kohlenstoff (EC). Da sich die Menschen in Tempo 30 Zonen sicherer und wohler fühlen, gehen sie häufiger zu Fuß und fahren öfter mit dem Rad, statt das Auto zu nehmen. Auch die Fahrgastzahlen von Bus und Bahn steigen. Die Senkung der Regelgeschwindigkeit ist deshalb auch ein Instrument zur Beschleunigung der Verkehrswende. Die aktuelle Initiative der Stadt Freiburg (siehe z.B. https://www.freiburg.de/pb/1635388.html) ist auch für die Stadt Bonn vorbildhaft. Zur Ausgestaltung der Mobilitätswende benötigen die Kommunen mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Verkehrsplanung „vor Ort“. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:16 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de