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210027 · Beschlussvorlage

Bezugspatenprojekt des Kinderschutzbundes - Ortsverband Bonn e.V. – Weitergewährung des Zuschusses in den Jahren 2021/2022

Nummer
210027
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
16.02.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 11.03.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
210027
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Bezugspatenprojekt des Kinderschutzbundes -
Ortsverband Bonn e.V. – Weitergewährung des
Zuschusses in den Jahren 2021/2022
Beratungsfolge
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 11.03.2021 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, das „Bezugspatenprojekt“ des
Kinderschutzbundes – Ortsverband Bonn e.V. auch in den Jahren 2021 und
2022 finanziell zu fördern.
Der Zuschuss beträgt bis zu 12.981,43 € pro Jahr.
Begründung
Seit 2008 hält "Der Kinderschutzbund - Ortsverband Bonn e. V." das so
genannte Bezugspatenprojekt zur Unterstützung und Begleitung von jungen
Familien durch ehrenamtliche Patinnen und Paten vor. Entstanden ist das
Projekt im Eltern-Kind-Treff Dransdorf, dessen Leiterin auch die Koordination
der Bezugspatenschaften im Rahmen eines zusätzlichen Zeitkontingents
übernimmt. Nach Darstellung des Trägers zählen diese inzwischen zu den
Kernangeboten des Eltern-Kind-Treffs.
Im Rahmen des Projektes werden Familien in belastenden Situationen durch
ehrenamtliche Patinnen und Paten in ihrem häuslichen Umfeld begleitet,
unterstützt und entlastet. Die Zielgruppe waren bislang Familien mit Kindern im
Alter von bis zu drei Jahren. Zukünftig sollen aber auch Familien mit
Vorschulkindern Zugang zu den Patenschaften haben. Die Patenschaften sind
ein präventives und niederschwelliges Angebot, durch das
Unterstützungsbedarfe frühzeitig aufgefangen werden können. Der
Einzugsbereich des anfänglich auf Dransdorf bezogenen Projektes umfasst
mittlerweile das ganze Bonner Stadtgebiet.
Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen gehören unter anderem die Begleitung zu
Behörden oder Ärzten, die Aktivierung von Ressourcen innerhalb der Familien
sowie deren alltagspraktische Unterstützung. Die Patinnen und Paten sind festeSeite 1 von 4

Seite 2
und verlässliche Ansprechpersonen für die betroffenen Familien. Zudem
fungieren sie als „Türöffner“ zu anderen sozialen Unterstützungssystemen und
können diesbezüglichen Vorbehalten und Ängsten bei den Familien
entgegenwirken. Die Patinnen und Paten tragen dazu bei, dass
Überforderungssituationen vermieden werden und leisten in den Familien ganz
praktische Hilfe zur Selbsthilfe.
Die ehrenamtlichen Patinnen und Paten werden vom Kinderschutzbund für
diese Tätigkeit qualifiziert und während ihres Einsatzes durch die
Projektkoordinatorin (sozialpädagogische Fachkraft) fortwährend fachlich
begleitet. Ein Austausch findet sowohl in Form von Teambesprechungen als
auch in Einzelgesprächen statt. Die Projektkoordinatorin kümmert sich auch um
die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher und die Einsatzplanung.
Das Bezugspatenprojekt steht im fachlichen Austausch mit den Fachdiensten
für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) und erhält regelmäßig Anfragen von
dort. Darüber hinaus ist "Der Kinderschutzbund Ortsverband Bonn e. V." seit
vielen Jahren Mitglied im Netzwerk Frühe Hilfen Bonn und beteiligt sich aktiv
am Bonner Qualitätszirkel „Ehrenamtliche Unterstützung in Familien“. Diese
enge Verzahnung des Projektes mit anderen Akteuren der Familienhilfe kommt
auch der Qualität der ehrenamtlichen Arbeit unmittelbar zugute.
Im Jahr 2019 standen nach Angaben des Kinderschutzbundes 16 Patinnen und
Paten zur Verfügung. Sie begleiteten 14 Familien, von denen acht einen
Migrationshintergrund hatten. Es kam zu 482 Kontakten der Ehrenamtlichen mit
bzw. in den Familien mit durchschnittlich 2,5 Stunden Dauer. Diese Zahlen
machen die Intensität der Begleitung deutlich und unterstreichen, wie essentiell
die Unterstützung der Bezugspatinnen und -paten für die beteiligten Familien
ist.
Arbeit der Bezugspatinnen und –paten unter Corona-Bedingungen
Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Einschränkungen haben die
Projektarbeit in vieler Hinsicht verändert. Es waren zusätzliche Anstrengungen
nötig, um die Tätigkeit der ehrenamtlichen Patinnen und Paten aufrecht zu
erhalten und sie so zu gestalten, dass sie dem Hygienekonzept des
Kinderschutzbundes und den Regeln der Corona-Schutzverordnung entsprach.
Trotzdem ist es in den meisten Fällen gelungen, bestehende
Bezugspatenschaften fortzusetzen. Auch die Vermittlung von Patinnen und
Paten in Familien hat in der Corona-Zeit weiter stattgefunden, sodass Familien
bislang und auch weiterhin auf dieses Angebot zurückgreifen können. Aktuell
(Januar 2021) werden im Rahmen des Bezugspatenprojektes 11 Familien
betreut.
Die Koordinatorin des Bezugspatenprojektes berichtet hierzu:
„Die Arbeit mit den Familien hat trotz der erschwerten Bedingungen ihre gute
Qualität behalten. Allen Beteiligten wurde und wird sehr viel Kreativität und
Flexibilität abverlangt. Die vereinbarten Kontakte werden kontinuierlich weiter
durchgeführt. Die Bezugspaten*innen treffen sich vorwiegend mit den Familien
oder auch nur mit den Kindern im Freien. Intensive Gespräche mit den Eltern
sind auch da bislang gut möglich gewesen. Nur in Ausnahmesituationen findenSeite 2 von 4

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Hausbesuche statt (gerade aktuell bleiben die Hausbesuche jedoch außen vor).
Darüber hinaus finden auch online Kontakte statt, um mit den Familien in den
schwierigen Zeiten im Gespräch zu bleiben.
Die Themen der Familien sind in dieser Zeit vielschichtiger geworden. Es geht
nicht nur um Entlastung und Alltagsstruktur, sondern auch um
Aufklärungsarbeit hinsichtlich der sich immer verändernden Regeln in Zeiten
von Corona. Im Vordergrund stehen Ängste und Unsicherheiten der Eltern in
diesem Zusammenhang (Armutsbedrohung), aber auch um Themen wie
psychische Gesundheit, Freizeitgestaltung für Kinder, Bedeutung von Ritualen
in der Familie, Distanzunterricht und natürlich
als Dauerbrenner Erziehungsfragen.
Die Paten*innen sind für ihre Familien sehr kreativ, so dass sie beispielsweise
Basteltüten aus Alltagsmaterialien zusammenstellen, kleine Vorlesegeschichten
aufnehmen und den Familien zur Verfügung stellen und auch aktiv werden,
wenn es darum geht, Familien mit gespendeter Kinderkleidung zu versorgen.“
Auch für die Kommunikation der Koordinatorin mit den Ehrenamtlichen und den
Austausch zwischen ihnen mussten teils andere Formen gefunden werden.
Monatliche Teamsitzungen finden nun nicht mehr in Präsenz, sondern online
statt. Hier werden v.a. organisatorische Fragen besprochen, während die
eigentliche Fallarbeit (Situation der Familie, konkrete Handlungsschritte) in
Einzelgesprächen mit den jeweiligen Bezugspatinnen und -paten erörtert wird.
Die durch Corona bedingte Zunahme der Einzeltermine bedeutet für die
Koordinierung einen hohen Mehraufwand.
Kosten und Finanzierung
In den Anfangsjahren erfolgte die Finanzierung des Projektes ausschließlich
durch Spendengelder und Eigenmittel des Trägers.
Ab 2017 war eine Weiterführung des Projektes jedoch ohne kommunale
Förderung nicht mehr möglich. Andere Finanzierungsquellen standen nicht
mehr zur Verfügung bzw. waren ausgeschöpft. In seiner Sitzung am
22.06.2017 hat der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie der Bundesstadt
Bonn daher beschlossen, das Projekt in den Jahren 2017 und 2018 finanziell
zu fördern. Mit einem neuerlichen Beschluss vom 29.11.2018 stimmte der
Ausschuss auch einer Weitergewährung des Zuschusses in den Jahren 2019
und 2020 zu. Dieser Zuschuss belief sich auf maximal 9.854,00 € pro Jahr.
Am 21.10.2020 hat "Der Kinderschutzbund" seinen Folgeantrag für die Jahre
2021 und 2022 eingereicht. Damit wird ein deutlich höherer Zuschuss für das
Bezugspatenprojekt beantragt. Begründet wird dies vor allem mit der
notwendigen Erweiterung des Zeitkontingents der Projektkoordinatorin. Die
bislang vorgesehenen fünf Wochenstunden sind für die Begleitung der
Ehrenamtlichen nicht mehr ausreichend. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr
gestiegen – von 16 auf derzeit 19 Personen (davon neun Neuzugänge). Daher
werden nun sechs Wochenstunden für die Projektkoordination veranschlagt.
Auch Tariferhöhungen tragen zur Steigerung der Personalkosten bei.
Die Fortführung des Angebotes auch in den Jahren 2021 und 2022 wird von
der Verwaltung ausdrücklich befürwortet. Nach wie vor stellt das
Bezugspatenprojekt einen wichtigen Baustein zur Unterstützung von FamilienSeite 3 von 4

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in belastenden Situationen dar. Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg
positiv.
Der neue Förderbetrag in Höhe von 12.981,43 € umfasst insbesondere die
Personalkosten für die Projektkoordination, Honorare für die Qualifizierung der
Ehrenamtlichen und andere Sachkosten.
Die Finanzierung soll aus den so genannten Präventionsmitteln erfolgen. Die
hierfür erforderlichen Haushaltsmittel sind im Haushaltsplanentwurf 2021/2022
enthalten.
Die Auszahlung des Zuschusses entspricht den Regelungen des § 82 GO
NRW. Während der vorläufigen Haushaltsführung wird der Zuschuss nur bis zu
maximal 80% des Jahreszuschusses ausgezahlt.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.06.05 Sonst. Leistungen zur
Förderung junger Menschen
und Familien
1.51.30.06.05.01 Allgemeine Förderung der
Erziehung in der Familie
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle
/ FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
12.981,43 EUR 151000605/
73.1000
2021/2022
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
12.981,43 EUR
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 21:28 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de