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202363 · Beschlussvorlage

„Neu im Leben – Offene Treffs und Hebammensprechstunden für Schwangere und Eltern mit Babys und kleinen Kindern im Stadtteil“ – Weitergewährung des Zuschusses in den Jahren 2021 und 2022

Nummer
202363
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
08.02.2021
Letzte Änderung
19.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 11.03.2021 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
202363
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
„Neu im Leben – Offene Treffs und
Hebammensprechstunden für Schwangere und
Eltern mit Babys und kleinen Kindern im Stadtteil“
– Weitergewährung des Zuschusses in den Jahren
2021 und 2022
Beratungsfolge
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, das Modellprojekt „Neu im Leben – Offene
Treffs und Hebammensprechstunden für Schwangere und Eltern mit Babys und
kleinen Kindern im Stadtteil“ weiterhin zu fördern. Hierfür erhält die
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn, vertreten durch den Familienkreis e.V.,
in den Jahren 2021 und 2022 einen Zuschuss in Höhe von jährlich bis zu
50.000,00 €.
Begründung
Das Projekt „Neu im Leben“ ist 2009 entstanden und wird seit 2015 vom Amt
für Kinder, Jugend und Familie bezuschusst. In dieser Zeit wurden das Konzept
und die Angebote stetig weiterentwickelt. Seit 2019 läuft das Projekt unter der
Bezeichnung „Neu im Leben – Offene Treffs und Hebammensprechstunden für
Schwangere und Eltern mit Babys und kleinen Kindern im Stadtteil“. Träger ist
die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen, hier der Familienkreis e.V., der das
Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn und weiteren
Kooperationspartnern umsetzt. Derzeit sind dies Der Kinderschutzbund -
Ortsverband Bonn, das Diakonische Werk Bonn und Region, die Katholische
Familienbildungs-stätte, Maria im Walde – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
sowie die pro familia Beratungsstelle Bonn.
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Projektes werden wöchentlich Gruppen für schwangere Frauen
und Eltern von Kleinkindern angeboten. Sie werden von erfahrenen
pädagogischen Fachkräften geleitet. Die Gesprächsthemen dieser offenen
Treffs sind breit gefächert. Dazu gehören u.a. Schwangerschaft und Geburt,
Pflege und Ernährung, Erziehung, Gesundheit, Sprachförderung und sonstigeSeite 1 von 6

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Fragen zur Entwicklung des Kindes bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs.
Die Gruppen finden in Familienzentren, Gemeindehäusern oder anderen
Stadtteileinrichtungen statt – derzeit in Auerberg, Bonn-Nord, Dransdorf,
Medinghoven, Mehlem, Pennenfeld und Tannenbusch. Für den Stadtbezirk
Beuel, in dem „Neu im Leben“ ebenfalls über viele Jahre vertreten war, wird
aktuell ein neuer Standort gesucht. Auch in Medinghoven ist eine Veränderung
des Standortes vorgesehen. Die Gruppen richten sich fast ausnahmslos an
Frauen, nur eine ist derzeit auch für Männer offen. Neben den offenen Treffs
werden an drei Standorten auch Hebammen-Sprechstunden von
Familienhebammen angeboten (Dransdorf, Mehlem und Tannenbusch, jeweils
14-tägig).
„Neu im Leben“ zielt vor allem auf Mütter, die herkömmliche Gruppen-,
Bildungs- oder Beratungsangebote nicht in Anspruch nehmen (möchten). Ihnen
bietet sich mit den offenen Treffs eine niederschwellige Alternative und ein
zwangloser Rahmen für den Austausch mit anderen Frauen. Die Teilnahme ist
kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Ein besonderer Pluspunkt ist für viele
Teilnehmerinnen die Wohnortnähe und die damit verbundene Möglichkeit,
soziale Kontakte im Quartier zu knüpfen.
Bei den Gruppentreffen lernen die Mütter auch ihre Babys und Kleinkinder
besser kennen. In Gesprächen und Übungen richtet sich die Aufmerksamkeit
immer wieder auf die Interaktion zwischen Eltern und Kindern. Spiele, Lieder
und erste Bastelarbeiten werden vorgestellt und gemeinsam mit den Kindern
ausprobiert.
Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen übernimmt die inhaltliche und fachliche
Begleitung der Kursleiterinnen und Familienhebammen, die Auswertung der
Evaluationen, die Abrechnung der Honorare und betreut die Standorte.
Für die Werbung wurde im letzten Jahr ein neuer Flyer in leichter Sprache
entwickelt und in drei zusätzliche Sprachen übersetzt. Er liegt an allen
Standorten aus, wird in den Geburtskliniken verteilt und ist online unter
www.fruehehilfen-bonn.de zu finden. Viele Teilnehmer*innen kommen aber
nach wie vor auch durch persönliche Empfehlungen zu „Neu im Leben“.
Aktueller Stand
Im Jahr 2019 haben an den „Neu im Leben“-Gruppen 189 Elternteile (ganz
überwiegend Mütter) aus 36 Ländern mit 202 Kindern teilgenommen. Die
Zahlen zeigen, dass mit dem niederschwelligen Angebot viele Familien mit
Zuwanderungs- und Fluchtgeschichte erreicht werden können, von denen die
meisten so erstmals mit Angeboten der Familienbildung in Berührung kommen.
Darüber hinaus nutzen viele Eltern die Gruppen auch zum Kennenlernen
anderer Mütter und Väter – rund die Hälfte der Teilnehmer*innen gibt „soziale
Isolation“ als Belastungsfaktor an. Ein Drittel (33 %) verfügt über keine oder nur
geringe Sprachkenntnisse in Deutsch, 31 % äußern deutlich ihre Unsicherheit
in Erziehungsfragen und 22 % sind alleinerziehend.
Die Hebammensprechstunden konnten im Jahr 2019 von einem auf drei
Standorte ausgeweitet werden: in Tannenbusch gab es sie schon vorher,Seite 2 von 6

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Dransdorf und Mehlem sind neu hinzugekommen. Es fanden insgesamt 43
Einzeltermine statt, die von 132 Müttern besucht wurden. Von diesen
Teilnehmerinnen hatten 70 % einen Migrationshintergrund, über die Hälfte hatte
Fragen zur Gesundheit eines Säuglings.
Im Jahr 2020 konnten diese Zahlen nicht erreicht werden. „Neu im Leben“ hat -
wie viele andere Angebote der Familienbildung - massiv mit den durch die
Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu kämpfen. Von Mitte März bis
Mai/Juni mussten sämtliche Gruppentreffen und Hebammensprechstunden
ausgesetzt werden. Auch danach konnten einige Präsenzangebote wegen der
Hygiene- und Abstandsregeln nur mit Abstrichen (Treffen im Freien, geringere
Frequenz der Treffen, kleinere Gruppengrößen) fortgeführt werden. Der zweite
Lockdown im Dezember hat zu einer neuerlichen Zwangspause geführt.
Dennoch konnte an den meisten Standorten der Kontakt zu Teilnehmer*innen
gehalten oder von den Gruppenleiterinnen nach einer gewissen Übergangszeit
wiederhergestellt werden. Die Kommunikation läuft inzwischen vermehrt digital
über Video-Calls. Teilweise wird versucht, die Gruppen online weiterzuführen
und auch die Hebammensprechstunde soll online angeboten werden. Dazu
wurde ein mehrsprachiger Handzettel erstellt, der auf der Website der Frühen
Hilfen zu finden ist und ebenfalls in den Geburtskliniken mit verteilt wird. Sobald
das Infektionsgeschehen im Jahr 2021 eine Wiederaufnahme der
Präsenzangebote zulässt, soll „Neu im Leben“ im bisherigen Umfang
weitergeführt werden.
Bewertung der Angebote
Die Teilnehmerzahlen von „Neu im Leben“ sind in den letzten Jahren relativ
konstant geblieben. Jahr für Jahr werden durch die Gruppen-angebote rund
200 Familien in acht Stadtteilen erreicht. Mit seinem niederschwelligen Ansatz
bietet „Neu im Leben“ den Teilnehmer*innen konkrete lebenspraktische
Unterstützung, Kontaktmöglichkeiten und bei Bedarf eine persönliche Beratung
in Form der Hebammen-Sprechstunden. Vielfach werden so auch Zugänge zu
anderen Angeboten der Frühen Hilfen eröffnet.
Es muss hervorgehoben werden, dass die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
und ihre Kooperationspartner mit „Neu im Leben“ eine Zielgruppe erreichen, die
wegen besonderer Belastungen, sprachlicher Barrieren und/oder aufgrund
persönlicher Vorbehalte kaum Gebrauch von anderen Angeboten der
Familienbildung und –beratung macht. Bei vielen Teilnehmer*innen kann von
multiplen Problemlagen gesprochen werden (z.B. schwierige
Wohnverhältnisse, soziale Isolation, Erziehungsprobleme, Abhängigkeit von
Sozialleistungen). Gerade diesen Eltern kann „Neu im Leben“ Orientierung
bieten, Mut machen und sie im Umgang mit all den Fragen unterstützen, die ihr
Familienalltag mit sich bringt.
Förderung in den Jahren 2021 und 2022
Der bisherige Zuschuss von bis zu 50.000,00 € pro Jahr reicht nach Angaben
der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen aus, um die Angebote im bisherigen
Umfang weiterführen zu können. Er soll auch für die beiden nächsten Jahre
beibehalten werden. Die Details der Durchführung und Abrechnung werden in
einer Leistungsvereinbarung geregelt, die für 2021/2022 bereits vorbereitet und
mit dem Träger abgestimmt worden ist.Seite 3 von 6

Seite 4
Die Finanzierung soll aus den im Haushaltsplanentwurf 2021/2022
vorgesehenen Präventionsmitteln erfolgen.
Das Projekt ist bisher nicht Gegenstand des Fördervertrags, der mit den
Trägern der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen Bonn (Caritasverband für die
Stadt Bonn e.V., Familienkreis e.V.) für die Jahre 2021 und 2022 bereits
geschlossen wurde. In den letzten Jahren wurde „Neu im Leben“ als
Modellprojekt separat bezuschusst, kann jedoch inzwischen als Regelangebot
betrachtet werden. Daher ist es sinnvoll, die Projektförderung mittelfristig (ab
dem Jahr 2023) mit der institutionellen Förderung der Koordinierungsstelle
Frühe Hilfen zusammenzuführen und „Neu im Leben“ dann als festes Angebot
in den Fördervertrag für das Netzwerk Frühe Hilfen Bonn aufzunehmen.
Die erforderlichen Mittel sind im Haushaltsplanentwurf 2021/2022 enthalten.
Die Auszahlung des Zuschusses entspricht den Regelungen des § 82 GO
NRW. Während der vorläufigen Haushaltsführung wird der Zuschuss nur bis zu
maximal 80% des Jahreszuschusses ausgezahlt.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeich
nung
Produkt Produktbezeichnung
1.06.05 Sonstige Leistungen zur
Förderung junger
Menschen und Familien
1.51.30.06.05.01 Allgemeine Förderung der
Erziehung in der Familie
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
50.000,00 EUR 151000605/
73.1000
2021/2022
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
50.000,00 EUR
Anlage/n
1 Flyer Neu im Leben (öffentlich)Seite 4 von 6

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Datenstand: 02.11.2026, 19:41 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de