202360-03 · Mitteilungsvorlage
Klimaresilienz-Maßnahmen auf dem Rathausvorplatz und Konrad-Adenauer-Platz und Förderantragstellung im Sonderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ des Landes NRW
Kerndaten
- Nummer
- 202360-03
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 16.03.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 202360-03 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Bezirksverwaltungsstelle Beuel Dezernat: Dez. I Klimaresilienz-Maßnahmen auf dem Rathausvorplatz und Konrad-Adenauer-Platz und Förderantragstellung im Sonderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ des Landes NRW Beratungsfolge Bezirksvertretung Beuel 27.04.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Aufgrund des Beschlusses der Bezirksvertretung vom 24.02.2021 wurde ein Arbeitskreis aus mehreren Ämtern gegründet. Nach Erörterung der vorgeschlagenen Maßnahmen kommt die Verwaltung zu folgenden Ergebnissen: Fassadenbegrünung (der zur Eisdiele hin gelegenen Kopfseite des Rathauses, z.B. als sog. „Grüne Wand“ mit verschiedenen krautigen Pflanzen = > Grundsätzlich für die verbleibenden, kleinen Teilbereiche denkbar, nicht effektiv umsetzbar Eine Anleiterung als Rettungsweg der Feuerwehr wäre auch trotz Begrünung grundsätzlich möglich, ein ausreichender Abstand zum Fensterband und zum Dachanschluss muss jedoch eingehalten werden. Die nicht verfugten keramischen Platten sind grundsätzlich ungeeignet für eine direkte Begrünung, da die Fassadenkonstruktion durch Einwachsen der Pflanzen beschädigt werden kann. Aufgrund des in der Fassade vorhandenen Fensterbandes wäre bei einer direkten Begrünung beidseitig ein Abstand der Begrünung vom Fensterband von jeweils ca. 1 m einzuhalten. Da auch an beiden Längsseiten des Gebäudes Fenster bis an die Außenecke der Kopfseite vorhanden sind, wäre hier ebenfalls ein Abstand von jeweils 1,00 m einzuhalten. Die verbleibende Fläche wäre sehr klein, so dass die Wirksamkeit fraglich ist. Für eine Begrünung mit Abstand zur Fassade, der auch mindestens 1,00 m betragen müsste, wären zur Montage der Rankhilfen Streifenfundamente sowie auf dem Dach eine auskragende Konstruktion, die die gesamte Last der Rankhilfen und Pflanzen zu tragen hätte, herzustellen. Dafür ist die Konstruktion nicht ausgelegt und überdies könnte aufgrund der vorhandenen PV-Anlage eine solche Konstruktion auf dem Dach nach derzeitiger ErkenntnisSeite 1 von 9 Seite 2 nicht montiert werden. Darüber hinaus müsste eine künstliche Bewässerung geschaffen werden, da auch solche Pflanzen aufgrund der extrem sonnigen Lage der Fassade sonst nicht überleben. Nutzung mobiler Bäume = > von BezVSt Beuel geplant und kurz vor Auftragserteilung Die Begrünung in Kübeln ist die schnellste und mobilste Möglichkeit für solche Klimaresilienz-Maßnahmen. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass diese nicht zu schwer und jederzeit mobil sind, um sie für Veranstaltungen auf dem Rathausvorplatz umzusetzen bzw. zu entfernen. Zudem dürfen sie den Aufbau und die Durchführung des Wochenmarktes nicht behindern. An der westlichen Seite des Platzes (an der Häuserreihe) wäre statt Bäumen in Kübeln eine üppige Strauchbepflanzung denkbar, weil dort bereits natürlicher Schatten durch die Häuserreihe vorhanden ist. Bei der Auswahl der Bäume spielt nicht nur eine gute Beschattungsmöglichkeit, sondern auch eine hitzeangepasste Bepflanzung eine große Rolle. Der größte finanzielle Aufwand ist die Unterhaltungspflege und Bewässerung der Kübel. Stadtintern kann dies nicht übernommen werden, sodass eine Fremdbeauftragung und die Bereitstellung von jährlich ca. 5.000,00 € notwendig wird. Es wurden diverse Angebote von Garten- und Landschaftsbauunternehmen zur Entwicklung eines Konzepts für den Rathausvorplatz angefordert. Dabei überzeugte die Fa. Noack Garten- und Landschaftsbau mit ihrem Vorschlag einer klima- und ortsangepassten Bepflanzung. Es ist geplant, die Kosten für die Begrünung der Kübel über den Aktionsfonds zur Wiederbelebung der Stadtteilzentren zu finanzieren. Dieser Beschluss ist unter der DS-Nummer 211615 am 06.10.2021 von der Bezirksvertretung Beuel bereits gefasst worden. Es ergeben sich aktuell Förderungsmöglichkeiten aus dem NRW- Sofortprogramms zur Stärkung der Innenstädte. Die Verwaltung prüft aktuell inwieweit die geplante Bepflanzung der Kübel auf dem Rathausvorplatz über dieses Programm gefördert werden kann. Besonders vorteilhaft ist, dass diese Förderung eine Unterhaltspflege für die kommenden drei Jahre beinhaltet. Bewerbungsfrist ist der 11.03.2022. Es werden jedoch lediglich Solitärbäume aus dem Förderprogramm finanziert, eine Randbepflanzung der Kübel – wie sie auf jeden Fall geplant ist – kann nur über einen zusätzlichen Auftrag erfolgen. Die Kosten hierfür müssten dann wieder aus dem Aktionsfonds getragen werden. Aus einer Liste von Baumarten, die im Rahmen des NRW-Förderprogramms zur Auswahl zur Verfügung stehen, scheinen Platanen im Hinblick auf die örtliche Situation (voll besonnter Platz), die Anforderungen (Schatten) und die später erforderliche Umpflanzung nach ca. fünf Jahren in eine städtische Grünfläche am geeignetsten. Diese bilden eine Krone, die als solche wirkenSeite 2 von 9 Seite 3 kann, halten die Strahlungshitze auf dem Platz aus und können nach fünf Jahren gut weiterverwendet werden. Schattenspendende Pflanz-Sitzkombinationen = > von BezVSt Beuel in Auftrag gegeben Die Begrünung in Kübeln ist die schnellste und mobilste Möglichkeit für solche Klimaresilienz-Maßnahmen. Auch bei solchen Pflanz-Sitzkombinationen muss darauf geachtet werden, dass diese nicht zu schwer und jederzeit mobil sind, um sie für Veranstaltungen auf dem Rathausvorplatz umzusetzen bzw. zu entfernen. Zudem dürfen sie den Aufbau und die Durchführung des Wochenmarktes nicht behindern. Auch muss Rücksicht auf die Außengastronomie des Eiscafés und des Restaurants genommen werden. Es wurden diverse Angebote von Garten- und Landschaftsbauunternehmen zur Entwicklung eines Konzepts für den Rathausvorplatz angefordert. Dabei überzeugte die Fa. Noack Garten- und Landschaftsbau. Bei dieser Firma wurde daher im Dezember 2021 sieben rechteckige Kübel aus Roststahl und elf Bänke aus Hartholz bestellt. Die rötlich schimmernden Kübel korrespondieren sehr gut mit der Fassade des Beueler Rathauses und sind wesentlich widerstandsfähiger gegen Stöße als die vorhandenen Terrastone- Großgefäße. Aus dieser Gesamtbestellung lassen sich drei verschiedene Sitzgruppen stellen. Der Einzelkübel kann eine bestehende Gruppe noch vergrößern oder einzeln platziert werden (s. Anlage). Die möglichen Standorte auf dem Platz wurden verwaltungsintern vorgesprochen und werden in einem gemeinsamen Termin aufgestellt (Standorte: Platzmitte, Westseite und zu Beginn der Rampe). Sollten sich dabei Schwierigkeiten für die Marktbeschicker*innen ergeben, können die Sitzkombinationen jederzeit wieder anders zusammen- und umgestellt werden. Für die Feuerwehr stellt die Platzmitte, die Westseite oder die Rampe keine befahrbare Fläche dar und die Standorte sind daher unkritisch. Sog. „Grüne Zimmer“ als Alternative für mobile Pflanzkombinationen wiegen 20 Tonnen und benötigen einen Platz von 10 qm, die Miete für 4 Wochen beträgt 10.000 €. Aktuell ist kein Förderprogramm bekannt, in welchem "Grüne Zimmer" förderfähig wären. Installation von mobilen oder festen Trinkbrunnen = > Vorschlag: abwarten, da die Verwaltung ein Trinkwasserkonzept für den Stadtteil Bonn erstellen soll; alternativ ist eine analoge Beschlussfassung denkbar Von der Bezirksvertretung Bonn wurde die Verwaltung unter der DS-Nr. 211354 beauftragt, in Kooperation mit der SWB, aufbauend auf dem bisherigen Sachstand, ein Trinkwasserspenderkonzept zu entwickeln, mit der Zielvorgabe möglichst in jedem (dortigen) Stadtteilzentrum einen Ort und ein Modell für die Spender zu finden, welches barrierefrei zu bedienen ist und in zeitlichen Stufen umgesetzt werden kann.Seite 3 von 9 Seite 4 Das sollte abgewartet werden, bevor man für das Stadtgebiet Beuel entsprechende Schritte veranlasst, alternativ wäre aber auch eine analoge Beschlussfassung denkbar. Errichtung von Wasserspielen, Nebelduschen und Wasserfontänen, Mobile Wasserspiele, Nebelduschen und Wasserfontänen, die saisonal installiert werden können, = > nicht umsetzbar Maßnahmen, die einen Eingriff in die Struktur des Rathausvorplatzes (wie bspw. Bodenhülsen) oder Wasserleitungen bedeuten, lehnt der Eigentümer der darunterliegenden Tiefgarage aufgrund möglicher negativer Folgen für die Bausubstanz und unklarer Zuständigkeiten im Schadensfall (wegen bspw. auftretender Feuchtigkeit) grundsätzlich ab. Entsiegelung befestigter Flächen zugunsten Grünflächen (bspw. auf der Spitze der angesprochenen Fläche des Konrad-Adenauer-Platzes, unter der sich keine Tiefgarage befindet) Ein Stadtbaum (auf besagter Fläche des Konrad-Adenauer-Platzes, unter der sich keine Tiefgarage befindet) Errichtung von Pergolen/freistehenden Rankelementen (auf besagter Fläche des Konrad-Adenauer-Platzes, unter der sich keine Tiefgarage befindet) = > nicht umsetzbar Bei der Spitze des Konrad-Adenauer-Platzes handelt es sich um Privateigentum. Eine Entsiegelung der Fläche scheidet aus, weil dort ein Netz von unterirdischen Leitungen verlegt ist. Bezüglich oberirdischer Möglichkeiten wurde Kontakt mit dem Investor aufgenommen. Dieser wird keine weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität an der Spitze des Konrad- Adenauer-Platzes akzeptieren, weil er bereits jetzt erhebliche Probleme mit Randgruppen und Vandalismus in diesem Bereich habe. Errichtung von Staudenbeeten = > nicht umsetzbar Eingelassene Beete in das Pflaster werden wegen des Eingriffs in die Struktur des Rathausplatzes und negativer Folgen für die Bausubstanz und möglicher Gewährleistungsansprüche vom Investor abgelehnt. Hochbeete scheiden wegen des immensen Gewichts und Größe aus. Sie sind nicht flexibel genug, um sie für Veranstaltungen zu bewegen. Bau von Verschattungsanlagen (z.B. außenliegendem Sonnenschutz) = > nicht umsetzbar Der Investor der Fläche lehnt Eingriffe in die Struktur des Rathausplatzes wegen möglicher negativer Folgen für die Bausubstanz und möglichen Gewährleistungsansprüchen ab. Bodenhülsen für Sonnenschirme könnenSeite 4 von 9 Seite 5 daher nicht eingebaut werden. Alternativ kann evtl. ein Schirmständer in einem Kübel fixiert werden. Problematisch ist jedoch, wer für die Öffnung und Schließung an sonnigen Tagen sorgen soll. Ebenso muss Missbrauch vorgebeugt werden. Bäume mit einem Spalier, an dem sich das Geäst und Laub Schatten spendend ausbreiten kann, sind nur sehr beschränkt mobil und bringen nur im geringen Maße Schatten. Vor den Fenstern des Bürgeramtes sind bereits Markisen, die auch ausgefahren werden können und somit an der Hausseite zumindest etwas Schatten spenden. Für Sonnensegel über dem Platz benötigt es stabile Befestigungsmöglichkeiten. Hier ist auch die jederzeit zugängliche Feuerwehrzufahrt zu beachten. Auffrischung oder Instandsetzung der Dachbegrünung des Rathauses und damit einhergehend Schaffung einer dortigen Aufenthaltsmöglichkeit als öffentliche begrünte Dachterrasse = > Ertüchtigung der Dachbegrünung ist erfolgt, alles andere nicht umsetzbar Die Ertüchtigung der Dachbegrünung wurde bereits im Frühjahr 2021 durchgeführt. Ein stärkerer Substrataufbau für eine neue Bepflanzung war wegen der zu geringen Aufbauhöhe und Traglast des Daches nicht möglich Diese maximale Traglast des Ratsaaldaches lässt auch keine intensivere Begehung und Aufenthalt der Öffentlichkeit auf dem Dach zu. Weitere Maßnahmen der Regenwasserspeicherung und -nutzung zur Bewässerung von Grünflächen = > nicht umsetzbar Der Bedarf in der näheren Umgebung zur Bewässerung ist eher gering, da kaum Vegetationsflächen vorhanden sind. Eine zentrale Zisterne mit Pumpenanlage ist daher nicht verhältnismäßig. Zudem sind auch hierfür die haftungsrechtlichen Bedenken des Investors zu beachten. Einsatz von smarten City Trees = > ohne klimatische Wirkung Die Kosten eines City Trees liegen je nach Ausstattung, zwischen 14.000 € und 25.000 €. Hinzu kommen Wartungs- und Pflegekosten. Nach Herstellerangaben ist der „City Tree“ der „weltweit erste Bio-Tech-Filter zur nachweisbaren Verbesserung der Luftqualität“. Der Hersteller wirbt damit, dass ein „City Tree“ die Umweltleistung von bis zu 275 urbanen Bäumen erbringt. Im Einzelnen werden u a eine Reduktion von NOx um 15 %, eine Reduktion von Feinstaub um 25%, eine Aufnahme von 240 tC02 -Äquivalenten pro Jahr und ein Kühleffekt von 17 °C in > 5 m Radius genannt.Seite 5 von 9 Seite 6 Bislang können diese Angaben jedoch nicht durch Studien bestätigt werden. Vom Hersteller wird als Beleg für den Kühleffekt eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden angegeben (Schröder 2011). In dieser wurden Temperaturmessungen an Pflanzsystemen unter Außenbedingungen durchgeführt. Der kühlende Effekt der Pflanzsysteme konnte bereits in einer Entfernung von 10 cm praktisch nicht mehr nachgewiesen werden. Lediglich die direkten Oberflächentemperaturen (besonnte Oberfläche einer dunkel verputzten Wand versus beschattete Oberfläche des begrünten Pflanzsystems) wurden deutlich verringert, in der genannten Studie um maximal 17 °C. Im Übertrag auf den „City Tree“ in der Straße hieße dies, dass sich ein Passant direkt an den „City Tree“ anlehnen musste, um von der kühlenden Wirkung zu profitieren. Anlage/n 1 Darstellungen (öffentlich)Seite 6 von 9 Seite 7 von 9 Seite 8 von 9 Seite 9 von 9
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