← Vorlagen

202242-01 · Mitteilungsvorlage

Jahresabschluss 2021 der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB)

Nummer
202242-01
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
27.07.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 01.09.2022 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 1,4 MB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (100.000 Zeichen)
Mitteilungsvorlage
öffentlich
202242-01
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und
Verwaltungssteuerung
Dezernat:
Dez. OB
Jahresabschluss 2021 der Stadtwerke Bonn GmbH
(SWB)
Beratungsfolge
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
01.09.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
SWB GmbH:
Der von der SWB aufgestellte Jahresabschluss 2021 ist von der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO geprüft worden. Die Prüfung hat zu
keinen Einwendungen geführt.
Die Prüfer haben dem Jahresabschluss 2021 und dem Lagebericht für das
Geschäftsjahr 2021 der SWB einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
erteilt.
Der Aufsichtsrat der SWB hat am 25.05.2022 den Prüfungsbericht beraten und
die Beschlüsse zur Feststellung des Jahresabschlusses 2021 in der
vorgelegten Form, zur Ergebnisverwendung und zur Entlastung der
Geschäftsführung gefasst.
Die Gesellschafterversammlung ist diesen Beschlüssen am 31.05.2022 gefolgt,
hat den Bericht des Aufsichtsrates zur Kenntnis genommen und dem
Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2021 Entlastung erteilt.
Im Einzelnen:
Das Jahresergebnis liegt mit 45 TEUR unter dem Ergebnis des Vorjahres
(2.916 TEUR). Der Jahresüberschuss soll auf neue Rechnung vorgetragen
werden.
Die Lage der Gesellschaft ist wesentlich durch die Entwicklung bei der SWBB
GmbH und den Tochtergesellschaften geprägt.
Die prognostizierten Erträge aus Beteiligungen, welche im Wesentlichen aus
der Gewinnausschüttung der SWBB sowie der Radio Bonn/Rhein-Sieg GmbH
& Co.KG, Bonn und der Returo Entsorgungs GmbH, Lever kusen, (Returo)
resultieren, betrugen laut Wirtschaftsplan 2021 rd. 17 Mio. EUR und wurden mit
rd. 34 Mio. EUR um rd. 17 Mio. EUR überschritten. Grund für die Abweichung
im Vergleich zur Prognose ist eine um rd. 17 Mio. EUR höhere AusschüttungSeite 1 von 117
Seite 2
der SWBB.
Das Jahresergebnis der SWB wurde mit rd. -16 Mio. EUR prognostiziert und
mit einem Jahresüberschuss von 45 TEUR um rd. 16 Mio. EUR überschritten.
Dies resultiert wiederum u. a. durch die Billigkeitsleistung zum Ausgleich von
Schäden im ÖPNV.
Im Jahr 2022 rechnet die SWB mit signifikanten Ertragseinbußen, da die
Corona-Pandemie noch nicht unter Kontrolle ist. Die Jahresergebnisse der
nächsten Jahre sind voraussichtlich geprägt durch weitere Belastungen durch
die Corona-Pandemie und eine deutliche Ausweitung des Verkehrsangebotes.
Aktuell sind die konkreten Auswirkungen auf die Ergebnisse allerdings nicht
quantifizierbar.
Die Jahresergebnisse der nächsten Jahre sind voraussichtlich geprägt durch
weitere Belastungen durch die Corona-Pandemie und eine deutliche
Ausweitung des Verkehrsangebotes.
Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, wurden nicht
identifiziert.
Konzern SWB:
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO hat einen uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk erteilt.
Das Geschäftsjahr 2021 schließt mit einem Konzernjahresüberschuss von
15.501 TEUR ab und liegt damit um 3.532 TEUR unter dem Ergebnis des
Vorjahres.
Dies wird im Wesentlichen coronabedingt auf ein um 5.312 TEUR schlechteres
Betriebsergebnis, bedingt durch höhere Materialaufwendungen (45.584 TEUR)
sowie höhere Personalaufwendungen (2.575 TEUR) zurückgeführt. Dem
gegenüber steht die Verbesserung des Finanzergebnisses um 1.217 TEUR,
das im Wesentlichen auf die um 949 TEUR niedrigeren Zinsen und ähnlichen
Aufwendungen sowie die um 550 TEUR niedrigeren Abschreibungen auf
Finanzanlagen zurückzuführen ist.
Aufgrund der gestiegenen Strom- und Erdgasabsatzmengen liegen die
Umsatzerlöse der EnW mit 324 Mio. EUR über der Prognose.
Bei der SWBV liegen die Umsatzerlöse aus dem Linienverkehr mit 81 Mio.
EUR unter der Prognose. Kompensiert wird das Ergebnis durch Zahlungen aus
dem Corona-Rettungsschirm.
Bei der MVA liegt die Gesamtleistung aufgrund des verändertenSeite 2 von 117
Seite 3
Konsumverhaltens der Bevölkerung sowie der Flutkatastrophe im Ahrtal über
der getätigten Prognose.
Insgesamt ist das Konzernjahresergebnis im Wesentlichen aufgrund der
Corona-Pandemie stark gesunken.
Als übergreifendes Risiko für den Konzern ist eine mögliche Änderung des
Körperschaftsteuergesetzes zu nennen, wenn damit ein Wegfall des
steuerlichen Querverbunds verbunden ist. Dieses Risiko ist in der SWBB
abgebildet. Weitere Risken des Konzerns ergeben sich aus den einzelnen
Risikoberichten der Konzerngesellschaften.
Die Auswirkungen des Ukrainekrieges konnten im Lagebericht nicht
abschließend beurteilt werden. Für das Geschäftsjahr 2022 wird auch wegen
der Corona-Pandemie ein sinkendes Konzernjahresergebnis erwartet.
Hinweis: Die Mitteilung über die Jahresabschlüsse der SWB GmbH sowie des
Konzerns erfolgen im öffentlichen Teil, da die enthaltenen Informationen auch -
wie gesetzlich vorgeschrieben - im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar
sind.
Anlage/n
1 Veröffentlichung SWB GmbH JA 2021 (öffentlich)
2 Veröffentlichung SWB Konzern 2021 (öffentlich)Seite 3 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 1
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2021
1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit
Geschäftsmodell der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB)
Auf der Grundlage ihrer strategischen Ausrichtung mit der Ausgliederung der Sparten Versorgung, Ver-
wertung und Verkehr in Tochtergesellschaften besteht die Aufgabe der Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn,
(SWB), neben ihrer strategischen Management-Funktion im Wesentlichen darin, kaufmännische Kernauf-
gaben in der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle Tochter-
unternehmen zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Damit wird gewährleistet, dass kaufmänni-
sche Kernaufgaben im Konzern nicht mehrfach angesiedelt sind und sich die Tochterunternehmen somit
vollkommen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Die Tochterunternehmen in den einzelnen
Sparten sind Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Bonn, (EnW), Bonn-Netz GmbH,
Bonn, (Bonn-Netz), SWB Regional Ver- und Entsorgung GmbH, Adenau, (SWB Regional) und die Gesell-
schaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH, Bonn, (EGM) für die Versorgung. In der Sparte
Verkehr befinden sich die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, Bonn, (SWBV), die Fahrbetrieb Bonn GmbH,
Bonn, (FBG), die Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises-SSB-GmbH, Bonn, (SSB),
die Regionalverkehr Köln GmbH, Köln, (RVK) und die Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP). In der
Sparte Verwertung befinden sich die MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, Bonn, (MVA), die refer
GmbH, Leverkusen, (refer) und die Returo Entsorgungs GmbH, Leverkusen, (Returo). Neben diesen Spar-
ten besteht seit 2017 die personallose Stadtwerke Bonn Bad GmbH, Bonn, (SWBBad) sowie die nach Ab-
spaltung des Geschäftsbetriebs in 2019 ebenso personallose Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH,
Bonn (SWBD).
Neben der kaufmännischen Geschäftsbesorgung für ihre Tochtergesellschaften, der Gewährung von Ge-
sellschafterdarlehen an Konzerntöchter sowie der Abwicklung des Cash-Managements im Rahmen des
zentralen Finanzmanagements bestehen weitere operative Aufgaben der SWB in der Verpachtung des
Bonner Hafenvermögens, der Verpachtung von Tiefgaragen, der Verpachtung von Teilen des Verkehrsver-
mögens an die Verkehrsgesellschaften SWBV.
Die SWB fungiert als Makler für das Entsorgungsgeschäft mit der Returo. Zu diesem Zweck hat sich die
SWB seit 2015 entsprechend der Entsorgungsfachbetriebsverordnung zertifizieren lassen und unterzieht
sich seitdem jährlich einem Audit.
Die SWB ist auch Dienstleister für die Bundesstadt Bonn im Bereich des Betriebs und der Unterhaltung der
Straßenbeleuchtung. Für andere städtische Ämter und Unternehmen ist die SWB in den Bereichen Re-
chenzentrum sowie im Finanz- und Rechnungswesen tätig.Seite 4 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 2
2 Wirtschaftsbericht
2.1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Entwicklungen in den Bereichen Energieversorgung,
öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung geprägt. Im letzten Jahr hat zudem die Corona-Pan-
demie die wirtschaftliche Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbestimmt.
Ein Thema, welches die gesamte Stadtwerkebranche immer stärker betrifft, ist die Digitalisierung. Dies be-
zieht sich auf die Verbesserung und Optimierung von Abläufen. Die digitale Transformation ist aus Stadt-
werkesicht eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre, an dem unter anderem in dem neu gegrün-
deten Innovationsmanagement mit Hochdruck gearbeitet wird.
2.1.1 Energieversorgung
Umwelt, Klimaschutz und Energiewende waren im Rahmen des Politikbarometers der Forschungsgruppe
Wahlen auch im Jahr 2021 das nach der Corona-Pandemie zweitwichtigste, temporär im zeitlichen Umfeld
der Bundestagswahl sogar das wichtigste Thema.
Das Börsenpreisniveau war prägend für das Jahr 2021. Die Strompreise am EPEX (European Power Exchange)
Spotmarkt stiegen von rund 52 € je Megawattstunde zu Jahresanfang ab dem zweiten Quartal mit zuneh-
mender Geschwindigkeit auf teilweise deutlich über 200 € im Dezember, bevor sie sich ab der Jahreswende
hochvolatil zwischen 100 und 200 € einpendelten. Die Preise für Terminlieferungen stiegen parallel auf 90
bis 120 € je Megawattstunde (Base 23/24/25) bzw. 120 bis 180 € je Megawattstunde (Peak 23/24/25). Die
Haushaltsstrompreise hingegen stiegen nur leicht: Während höhere Entgelte und Abgaben durch die ge-
deckelte EEG-Umlage weitgehend kompensiert wurden, hatten die gestiegenen Beschaffungskosten zu-
nächst nur geringfügigen Einfluss auf die Preise im laufenden Jahr.
Im Jahr 2021 stieg der Primärenergieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 84,2 Terawattstunden (2,6 %).
Dies ist zu großen Teilen auf den geringen Primärenergieverbrauch im Jahr 2020 zurückzuführen, als der
harte Lockdown im Frühjahr 2020 aufgrund der Corona-Maßnahmen zu einem starken Rückgang des Ener-
gieverbrauchs führte. Verglichen mit dem Vorjahr 2019 ist der Primärenergieverbrauch um 168 Terawatt-
stunden zurückgegangen (minus 4,7 %), vermutlich haben auch im Jahr 2021 die coronabedingten Ein-
schränkungen noch zu einem leichten Minderverbrauch geführt.
Der Stromverbrauch lag mit 560 Terawattstunden über dem Niveau von 2020 (548 Terawattstunden), aber
noch leicht unter dem von 2019. Erneuerbare Energien liegen mit 237 Terawattstunden witterungsbedingt
5,4 % unter dem Vorjahreswert. Der Einfluss der Corona-Maßnahmen wie auch die daraus resultierenden
wirtschaftlichen Risiken werden gegenüber dem Vorjahr insgesamt als reduziert eingestuft.
Im Geschäftsjahr 2021 lag der Fokus der Netzbetreiber als systemrelevanter Akteure in der öffentlichen
Versorgungswirtschaft auch weiterhin auf der Bewältigung der durch die Corona-Pandemie bedingten ar-
beitsorganisatorischen Fragestellungen und Herausforderungen, damit die grundlegende Versorgungssi-
cherheit in allen Bereichen gewährleistet werden konnte.Seite 5 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 3
2.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Zu Beginn des Geschäftsjahres fiel die branchenweite Fahrgastentwicklung bedingt durch die zweite Lock-
down-Phase, die die zweite Welle im Herbst 2020 brechen sollte, auf den Tiefststand von unter 50 % im
Vergleich zum Vorkrisenniveau. Im Verlauf des Sommers erholte sich die Nachfrage wieder auf knapp 80 %.
Das Einsetzen der vierten Welle im Spätsommer 2021 sorgte erneut für sinkende Nutzerzahlen.
Nach aktuellen Berechnungen des Branchenverbandes Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) lie-
gen damit die Einnahmeverluste bei rund 4 Mrd. € 2021. Ursprünglich wurden Verluste in Höhe von 3,6 Mrd.
€ kalkuliert. Durch die im Herbst stark gestiegenen Inzidenzen und wieder zunehmende Beschränkungen
des öffentlichen Lebens im Rahmen der Omikronwelle sind die Fahrgeldeinnahmen allerdings nochmal um
etwa 400 Mio. € mehr zurückgegangen als prognostiziert.
2.1.3 Müllverwertung
Nach Einschätzung der Geschäftsführung der MVA stellt die thermische Abfallentsorgung eine Übergangs-
technologie dar. Die Entwicklung der letzten 10 Jahre im Allgemeinen und während der Corona-Pandemie
im Besonderen untermauert aber den Eindruck, dass dieser Übergangszeitraum noch mehrere Jahrzehnte
andauern wird.
Bis jetzt ist noch nicht genau abzuschätzen, ob das nachhaltige Wachstum der Branche durch die Corona-
Pandemie beeinflusst wurde. Auch im Jahr 2021 führte das Konsumverhalten der Bevölkerung zu steigenden
Mengen im Siedlungsabfallbereich.
2.2 Geschäftsverlauf
Im Jahr 2019 hat der Bonner Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen und sich durch einen Beschluss zum
Ziel gesetzt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Die SWB und ihre Konzern-Tochtergesellschaften un-
terstützen diese Zielsetzung und haben durch eigene Beschlüsse entschieden, dass sich der SWB-Konzern
bis 2035 zur CO2-Neutralität verpflichten wird. Die klimafreundliche Gestaltung der Geschäftstätigkeiten
und die Einsparung von CO2-Emissionen sind für die Stadtwerke seit jeher ein großes Anliegen. Im Jahr
2021 wurde daher für das Jahr 2020 bereits die zweite Treibhausgasbilanz erstellt, um eine transparente
Erfassung der Emissionen sicher zu stellen.
Perspektivisch sollen ein verbindlicher Maßnahmenkatalog und spartenspezifische Strategien die kontinu-
ierliche Senkung der Emissionen bis 2035 absichern. Diese Maßnahmen und Strategien sollen gemeinsam
mit den SWB Aufsichtsräten in einer Workshopreihe zur CO2-Neutralität entwickelt werden. Dazu werden
im Jahr 2022, nach einem Auftaktworkshop im November 2021, bis zu vier weitere Themenworkshops statt-
finden. Die Workshops verfolgen das Ziel, mit Beteiligung der Aufsichtsräte die einzelnen Themenfelder zu
bearbeiten und Lösungsszenarien zu entwickeln. Damit stellen diese Aufsichtsrats-Dialoge eine wesentliche
Grundlage für die Weiterentwicklung der Roadmap zur Klimaneutralität 2035 dar.
Die für die Gesellschaft bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind die Erträge aus Beteiligungen sowie das
Jahresergebnis.Seite 6 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 4
Die prognostizierten Erträge aus Beteiligungen, welche im Wesentlichen aus der Gewinnausschüttung der
SWBB sowie der Radio Bonn/Rhein-Sieg GmbH & Co.KG, Bonn und der Returo Entsorgungs GmbH, Lever-
kusen, (Returo) resultieren, betrugen laut Wirtschaftsplan 2021 rd. 17 Mio. € und wurden mit rd. 34 Mio. €
um rd. 17 Mio. € überschritten. Grund für die Abweichung im Vergleich zur Prognose ist eine um rd. 17
Mio. € höhere Ausschüttung der SWBB.
Das Jahresergebnis der SWB wurde mit rd. -16 Mio. € prognostiziert und mit einem Jahresüberschuss von
45 T€ um rd. 16 Mio. € überschritten. Dies resultiert wiederum u. a. durch die Billigkeitsleistung zum Aus-
gleich von Schäden im ÖPNV.
Der Geschäftsverlauf der SWB wird im Wesentlichen davon geprägt, die kaufmännischen Kernaufgaben in
der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle Tochterunterneh-
men zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Die Abrechnung dieser Tätigkeiten erfolgt im Rahmen
von Geschäftsbesorgungsverträgen, deren Umfang jährlich an die Gegebenheiten angepasst wird.
Sollten daneben weitere Aufgaben für Tochtergesellschaften übernommen werden, erfolgt deren Abrech-
nung rein nach dem Aufwandsprinzip. Darüber hinaus wurde seit 2016 das Maklergeschäft von der MVA
übernommen. Dementsprechend agiert die SWB erfolgreich als Makler für das Entsorgungsgeschäft mit der
Returo.
2.2.1 Energieversorgung
Der absatzhemmende Einfluss der Corona-Maßnahmen, der im Versorgungsgebiet der EnW aufgrund der
dienstleistungsgeprägten Gewerbestruktur ohnehin deutlich schwächer als im Bundesdurchschnitt ausge-
prägt war, hat sich im Jahr 2021 weiter abgeschwächt. Zusätzlich hatte der witterungsbedingte Wärmeab-
satz einen deutlich positiven Effekt auf den Energieabsatz.
Die Umsatzerlöse der EnW belaufen sich auf 349.932 T€ (Vorjahr 317.919 T€) und liegen damit um 32.013
T€ über dem Vorjahr und um 41.600 T€ über dem prognostizierten Umsatz für 2021. Verantwortlich dafür
sind vor allem gestiegene Strom- und Erdgasabsatzmengen.
Im Vergleich zum prognostizierten Jahresergebnis 2021 in Höhe von 51.284 T€ ist das Jahresergebnis mit
51.374 T€ um 90 T€ höher ausgefallen. Wesentlich für das im Vergleich zur Prognose höhere Jahresergebnis
sind die gegenüber dem Plan um 41.600 T€ gestiegenen Umsatzerlöse sowie die um 1.417 T€ geringeren
sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Gegenläufig sind die Materialaufwendungen um 42.532 T€ gestie-
gen.
Das Geschäftsjahr 2021 der Bonn-Netz war geprägt von den regulatorischen Rahmenbedingungen. Insbe-
sondere die Abgabe der Erhebungsbögen zur Kostenprüfung Gas sowie die Vorbereitungen auf die Kos-
tenprüfung Strom für die Festlegung der Erlösobergrenzen der vierten Regulierungsperiode sind als wich-
tige Ereignisse zu erwähnen.
Die Stromdurchleitungsmengen sind im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,5 % ge-
stiegen und gegenüber der Planung leicht um 0,2 % gesunken. Im Gegensatz zu den Durchleitungsmengen
im Strom ist der Leistungsabsatz gegenüber den Endkunden gesunken, was zu Erlösausfällen geführt hat.Seite 7 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 5
Diese Entwicklung ist zum großen Teil auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des damit verbun-
denen Lockdowns zurückzuführen, der für eine Vielzahl von Unternehmen und Gewerbebetriebe einen Pro-
duktionsrückgang zur Folge hatte.
Im Bereich der Gasverteilung liegen die Absatzmengen 2021 leicht um 0,7 % unter denen des Vorjahres
und gegenüber der Planung sind sie jedoch um 8,9 % gestiegen. Die Erhöhung der Gasdurchleitungsmen-
gen ist im Wesentlichen auf die kalte Witterung in den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2021
zurückzuführen.
2.2.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Die Auswirkungen der anhaltenden Corona-Pandemie auf die Fahrgastzahlen und Einnahmen machten sich
auch im Geschäftsjahr 2021 spürbar bemerkbar. Um die Fahrgäste und das Personal bestmöglich zu schüt-
zen und die Ansteckungsgefahr in den Fahrzeugen, Stationen und in dem Unternehmen zu minimieren,
sind die Sicherheitskonzepte und die damit einhergehenden erhöhten Reinigungs- und Belüftungsmaßnah-
men weitergeführt worden. Dazu kamen die Durchsetzung der Maskenpflicht im ÖPNV für Fahrgäste und
die Kontrolle der Einhaltung dieser Pflicht.
Durch die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Kontaktbeschränkungen ist mit der schnellen und
erfolgreichen Umstellung auf mobiles Arbeiten in weiten Teilen der Verwaltung die tägliche Zusammenar-
beit digitaler geworden. Für unsere Beschäftigten konnten auch 2021 Kurzarbeit oder andere staatliche
Arbeitssicherungsprogramme vermieden werden.
Der von Bund und Ländern beschlossene Rettungsschirm hat wie 2020 auch 2021 die Einnahmeausfälle der
Verkehrsunternehmen kompensiert und diese somit vor dauerhaften wirtschaftlichen Schäden bewahrt.
Der Verlust des Berichtsjahres beträgt -5.877 T€ nach einem Verlust von -8.791 T€ im Vorjahr, der auf-grund
des Ergebnisabführungsvertrages von der Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB) übernom-men
wird. Für 2021 hat die Gesellschaft einen Verlust in Höhe von -18.933 T€ im Lagebericht des Vorjahres
prognostiziert. Ursächlich für den gegenüber Plan geringeren Verlust in Höhe von 13.056 T€ sind im We-
sentlichen die um 18.573 T€ gegenüber Plan höheren sonstigen betrieblichen Erträge. Diese resultieren im
Wesentlichen aus Billigkeitsleistungen aus dem Corona Rettungsschirm zum Ausgleich für entstandene
Schäden im ÖPNV. Demgegenüber sind die Umsatzerlöse um 12.634 T€ geringer als prognostiziert. Des
Weiteren resultieren die Veränderungen gegenüber der Prognose aus um 2.514 T€ niedrigeren Material-
aufwendungen, um 1.002 T€ niedrigeren Personalaufwendungen sowie um 2.632 T€ niedrigeren sonstigen
betrieblichen Aufwendungen.
2.2.3 Müllverwertung
Um einen wirtschaftlichen Betrieb einer technisch anspruchsvollen Abfallverwertungsanlage gewährleisten
zu können, ist eine gute Auslastung bei gleichzeitiger hoher technischer Verfügbarkeit der vorhandenen
Kapazitäten unbedingte Voraussetzung. Die Zeitverfügbarkeit der MVA lag im Jahr 2021 bei 95,6 % und
damit über dem Vorjahreswert von 94,5 %, aber unter dem Planwert von 97 %. Der Grund für die niedrigere
Verfügbarkeit lag an den längeren Revisionszeiträumen und zusätzlichen nicht geplanten Kurzstillständen.Seite 8 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 6
Aus der Verbrennung der Abfälle konnte im Jahr 2021 eine Dampfmenge von 449.649 MWh an das be-
nachbarte Heizkraftwerk-Nord der EnW geliefert werden. Diese ebenfalls im SWB-Konzern angesiedelte
Schwestergesellschaft der MVA nutzt den Dampf überwiegend in Kraft-Wärme-Kopplung zur Erzeugung
von Strom und Fernwärme. Gegenüber der Vorjahreslieferung von rd. 459.104 MWh bedeutet dies eine
Reduzierung um 2,1 %.Seite 9 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 7
2.3 Lage
2.3.1 Ertragslage
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Ertragslage der SWB im Vergleich
zum Vorjahr:
2021
in T€
2020
in T€
Veränderung
in T€
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 55.338 55.020 318 0,6
Andere aktivierte Eigenleistungen 79 35 44 >100
Sonstige betriebliche Erträge 9.931 9.707 224 2,3
Gesamtleistung 65.348 64.762 586 0,9
Materialaufwand 12.155 11.453 702 6,1
Personalaufwand 28.170 29.333 -1.163 -4,0
Abschreibungen 3.801 3.849 -48 -1,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 49.477 39.287 10.190 25,9
Sonstige Steuern 167 180 -13 -7,2
Gesamtaufwand 93.770 84.102 9.668 11,5
Betriebsergebnis -28.422 -19.340 -9.082 47,0
Finanzergebnis 33.007 22.840 10.167 44,5
Ergebnis vor Steuern 4.585 3.500 1.085 31,0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.540 584 3.956 >100
Ergebnis nach Steuern 45 2.916 -2.871 -98,5
Jahresüberschuss 45 2.916 -2.871 -98,5
Kennzahlen
2021 2020
Materialaufwandsquote in % 21,9 20,8
Personalaufwandsquote in % 43,1 45,3
Anzahl Mitarbeiter im Ø incl. Auszubildende* 352 354
Personalaufwand pro Kopf (FTE) in T€* 89 88
*Die Vorjahreszahlen wurden angepasst.
Entgegen der handelsrechtlichen Regelung wurden die sonstigen Steuern vor dem Betriebsergebnis ge-
zeigt.
Die Gesamtleistung ist im Vergleich zum Vorjahr (64.762 T€) mit 65.348 T€ um 586 T€ gestiegen.
Die Umsatzerlöse sind von 55.020 T€ um 318 T€ auf 55.338 T€ gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesent-
lichen aus gestiegenen Erlösen aus der Geschäftsbesorgung und Pachteinnahmen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 9.931 T€ (Vorjahr 9.707 T€) beinhalten im Wesentlichen
Zuwendungen im Rahmen des ÖPNV-Projektes „Lead-City“ in Höhe von 8.614 T€ (Vorjahr 8.158 T€).Seite 10 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 8
Der Materialaufwand ist um 702 T€ auf 12.155 T€ (Vorjahr 11.453 T€) gestiegen. Die auf die Gesamtleistung
(abzgl. der sonstigen betrieblichen Erträge) bezogene Materialaufwandsquote beträgt 21,9 % (Vorjahr
20,8 %).
Der Personalaufwand hat sich aufgrund von niedrigeren Aufwendungen für Altersteilzeitfälle von 29.333 T€
um 1.163 T€ auf 28.170 T€ reduziert.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 39.287 T€ um 10.190 T€ auf 49.477 T€ gestiegen. Der
Anstieg ist im Wesentlichen auf die höheren MoD-Ausgleichszahlungen (+10.589 T€) zurückzuführen.
Der Anstieg des Finanzergebnisses im Vergleich zum Vorjahr (+10.167 T€) resultiert im Wesentlichen aus
einer höheren Ausschüttung der SWBB (+11.056 T€) innerhalb der Erträge aus Beteiligungen. Demgegen-
über stehen niedrigere Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögen (-759 T€).
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind von 584 T€ um 3.956 T€ auf 4.540 T€ gestiegen. Der Anstieg
ist im Wesentlichen auf eine Anpassung der Steuern für Vorjahre sowie eine Berücksichtigung steuerlicher
Risiken durch die laufende steuerliche Betriebsprüfung zurückzuführen.
Das Jahresergebnis ist mit 45 T€ um -2.871 T€ unter dem Ergebnis des Vorjahres (2.916 T€).
2.3.2 Finanzlage
Im Berichtsjahr ist der Finanzmittelfonds gegenüber dem Vorjahr (-55.348 T€) um 33.058 T€ gestiegen. Zum
31. Dezember 2021 besteht ein Saldo in Höhe von -22.290 T€.
Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus Zahlungsmittelzuflüssen aus dem Cashflow der lau-
fenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 16.313 T€ (Vorjahr Mittelabfluss -61.993 T€) und den Zahlungsmit-
telabflüssen aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -5.867 T€ (Vorjahr -5.901 T€). Demgegenüber ste-
hen Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 22.612 T€ (Vorjahr
29.313 T€).
Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:
2021
in T€
2020
in T€
Mittelzufluss (i. Vj. Mittelabfluss) aus der laufenden Geschäftstätigkeit 16.313 -61.993
Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 22.612 29.313
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -5.867 -5.901
Veränderung des Finanzmittelfonds 33.058 -38.581
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode -55.348 -16.767
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -22.290 -55.348Seite 11 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 9
2.3.2.1 Kapitalstruktur
Die SWB führt den konzernweiten Cash-Pool des Stadtwerke-Konzerns. Hierüber wird auch der eigene kurz-
fristige Kapitalbedarf oder Kapitalüberschuss ausgeglichen.
Die Gesellschaft weist eine Eigenkapitalquote von 52,6 % (Vorjahr 49,6 %) aus. Das Anlagevermögen ist zum
Bilanzstichtag zu 106,0 % (Vorjahr 105,8 %) durch Eigenkapital und mittel- bzw. langfristiges Fremdkapital
gedeckt und ist somit langfristig finanziert. Wesentliche Investitionsverpflichtungen bestehen zum Ab-
schlussstichtag nicht.
2.3.2.2 Investitionen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 2.592 T€ (Vorjahr 4.523 T€) in immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen investiert.
Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen Software und Li-
zenzen (434 T€). Die Investitionen in die Sachanlagen beinhalten im Wesentlichen mit 665 T€ ein Grundstück
das sich aufgrund der Kündigung des Überlassungsvertrags mit der SWBBad wieder im wirtschaftlichen
Eigentum der SWB befindet sowie mit 754 T€ die Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die Liquidität der SWB wird durch den Konzern-Cash-Pool jederzeit sichergestellt.
2.3.3 Vermögenslage
2021
in T€
2020
in T€
Veränderung
in T€
Veränderung
in %
Bilanzsumme 310.400 329.521 -19.121 -5,8
Anlagevermögen 207.151 211.118 -3.967 -1,9
Umlaufvermögen und RAP 103.249 118.403 -15.154 -12,8
Eigenkapital 163.369 163.324 45 0,0
Eigenkapitalquote in % 52,6 49,6
Rückstellungen 38.203 35.577 2.626 7,4
Verbindlichkeiten 108.828 130.620 -21.792 -16,7
Fremdkapitalquote in % 47,4 50,4
Anlagendeckungsgrad II in % 106,0 105,8
Die Bilanzsumme der SWB hat sich von 329.521 T€ im Vorjahr um 19.121 T€ auf 310.400 T€ reduziert. Dies
liegt im Wesentlichen an dem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (40.112 T€) sowie
dem Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (13.267 T€).
Die Bilanz der Gesellschaft wird aufgrund ihrer Holdingfunktion stark geprägt von den Finanzanlagen und
den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitu-
ten und verbundenen Unternehmen.
Insgesamt belaufen sich die Finanzanlagen auf 153.181 T€ (Vorjahr 155.936 T€) und die Forderungen gegen
verbundene Unternehmen auf 92.709 T€ (Vorjahr 105.978 T€). Die entsprechenden Verbindlichkeiten ge-
genüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 42.585 T€ (Vorjahr 24.154 T€) und die Verbindlich-
keiten gegenüber Kreditinstituten auf 63.464 T€ (Vorjahr 103.576 T€).Seite 12 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 10
2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage
Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufenen
Geschäftsjahr unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie zufrieden.
3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
3.1 Prognosebericht
3.1.1 Ereignisse nach Ablauf des Berichtsjahres
Der am 24. Februar 2022 ausgebrochene Ukraine-Krieg hat erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirt-
schaft und insbesondere den Energiesektor. Bereits jetzt zeigt sich das durch niedrigere Wachstumsprog-
nosen, eine deutlich gestiegene Inflation und hohe Energiepreise an den Handelsplätzen.
Die durch die unsichere Lieferung ausreichender Erdgasmengen hervorgerufenen hohen Preise für Erdgas
und dadurch auch Strom, führen zu einem erheblichen Kostendruck bei den Energieversorgern.
Die EnW wird die gestiegenen Kosten in der Sparte Gas in Form einer Preisanpassung zum 01. Juni 2022 an
die Kunden weitergeben. Die mit den Fernwärmekunden vereinbarte Preisanpassungsklausel führt zu einer
Weitergabe der gestiegenen Kosten zum 01. April 2022 und 01. Oktober 2022. Die deutlich gestiegenen
Strom-/Beschaffungskosten an den Handelsplätzen sowie die höheren Eigenerzeugungskosten machen
kurz- bis mittelfristig eine Strompreisanpassung wahrscheinlich.
Die durch die Inflation sinkende Kaufkraft bei höheren Energiekosten, kann zu höheren Forderungsausfäl-
len bei den Kunden der EnW führen. Hier geht EnW bereits aktiv auf Kunden zu und erhöht die monatli-
chen Abschläge um signifikante Nachzahlungen im nächsten Jahr zu vermeiden. Die zum 01. Juli 2022 ent-
fallende EEG-Umlage wird die erwarteten Kostensteigerungen nur leicht kompensieren können.
Auch ist mit weiteren Energieeinsparungen bei den Kunden zu rechnen, die den geplanten Absatz an Strom,
Gas und Fernwärme beeinflussen können.
Insgesamt ist die Kundenfluktuation durch die aktuellen Bedingungen schwer planbar. Durch die enorme
Volatilität an den Handelsplätzen sowie die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Versorgungsun-
ternehmen, sind auch die Wettbewerbspreise sehr volatil. Sind die Preise der EnW im Wettbewerb temporär
sehr attraktiv, kann das zu einem deutlichen Kundengewinn führen. Bei Preisen oberhalb des Wettbewerbs
kann der gegenteilige Effekt eintreten. Aus beiden Szenarien entwickeln sich Chancen und Risiken. Bei ei-
nem ungeplanten Kundengewinn (z.B. in der Grund- und Ersatzversorgung durch Insolvenzen weiterer Ener-
gieversorger) muss gegebenenfalls Energie zum dann aktuellen höheren oder niedrigeren Preis nachge-
kauft werden. Gleiches gilt für den Verkauf von Energie bei einem Kundenverlust.
Eine weitere Unsicherheit stellt die Verfügbarkeit von Gas an sich dar. Am 30. März 2022 wurde die Früh-
warnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung seitens der Bundesregierung ausgerufen. Die Frühwarnstufe
ist die erste von drei Stufen. Bei der dritten Stufe herrscht eine Gasmangellage. Diese kann zum Beispiel
durch einen Lieferstopp von russischer Seite oder durch ein Import-Embargo der EU ausgelöst werden. Bei
der Gasmangellage wird die Gasversorgung von nicht schützenswerten Kunden eingestellt oder stark zu-
rückgefahren. Als schützenswert gelten insbesondere Haushaltskunden und die Gesundheitsversorgung. EsSeite 13 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 11
ist daher davon auszugehen, dass bei einer Gasmangellage nicht alle Kunden der EnW mit Erdgas versorgt
werden können und geplante Absätze und Umsätze nicht erreicht werden. Des Weiteren könnte auch die
Stromproduktion im Kraftwerk der EnW beeinträchtigt sein.
Darüber hinaus kann, aufgrund gestörter Lieferketten, die schlechtere Verfügbarkeit von Materialien für die
Wartung und Instandhaltung der Betriebsanlagen den Heiz(kraft)werksbetrieb beeinflussen.
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind im Wirtschaftsplan der EnW und der Bonn-Netz nicht berück-
sichtigt.
In Bezug auf den öffentlichen Personennahverkehr ist jetzt schon deutlich erkennbar, dass sich die Energie-
kosten und die damit verbundenen Kostenstrukturen in der Branche nachhaltig verändern werden. Dies
betrifft auch Transportkosten für alle bezogenen Lieferungen und Leistungen sowie die gesamten Liefer-
ketten.
Darüber hinaus hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung in der aktuellen Situation am 23. März
2022 als Teil des Energiekosten-Entlastungspakets für Bürgerinnen und Bürger ein 9 Euro-Ticket pro Monat
zur Nutzung des ÖPNV beschlossen. Das Ticket soll ab Juni 2022 eingeführt werden und zeitlich für drei
Monate befristet erhältlich sein. Die Rahmenbedingungen und die Details der Umsetzung werden von der
Politik in Bund und Ländern gemeinsam mit den Verkehrsverbünden ausgearbeitet.
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Umsatzerlöse und die Aufwendungen, insbesondere auch
vor dem Hintergrund, dass der ÖPNV drei Monate lang zu deutlich niedrigeren Fahrgeldeinnahmen ÖPNV-
Nutzer befördern soll, sind im Wirtschaftsplan nicht berücksichtigt. Ebenso nicht berücksichtigt sind die auf
den Ukraine-Krieg zurückzuführenden erhöhten Preissteigerungen beim Dieselkraftstoff. Die Geschäftsfüh-
rung geht diesbezüglich von steigenden Aufwendungen für die Gesellschaft aus.
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sind im Wirtschaftsplan der EnW und der Bonn-Netz nicht berück-
sichtigt.
Insgesamt können die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SWB zum Zeitpunkt
der Berichtsaufstellung noch nicht abschließend beurteilt werden.
3.1.2 Branchenentwicklung
Da die Lage der Gesellschaft wesentlich durch die Entwicklung bei der SWBB und ihren Tochtergesellschaf-
ten geprägt wird, ist die SWB maßgeblich von den Geschäftsentwicklungen der Tochtergesellschaften ab-
hängig.
3.1.3 Unternehmensentwicklung
Die folgenden Informationen zur Unternehmensentwicklung berücksichtigen nicht die unter 3.1.1 beschrie-
benen Ereignisse nach Ablauf des Berichtsjahres.
Im Jahr 2022 rechnet die SWB mit signifikanten Ertragseinbußen, da die Corona-Pandemie noch nicht unter
Kontrolle ist. Aktuell sind die konkreten Auswirkungen auf die Ergebnisse allerdings nicht quantifizierbar.Seite 14 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 12
Entscheidend wird sein, wie sich die Dynamik der Corona-Pandemie weiterentwickelt und welche Maßnah-
men seitens der Politik getroffen werden, die den Alltag der Menschen und das unternehmerische Handeln
beeinflussen.
Die Folgen der Corona-Maßnahmen insbesondere für viele Mittelständler im Handels- und Gastgewerbe
sind weiterhin nicht klar abzusehen. Möglicherweise ist in diesem Zusammenhang mit weiteren Zahlungs-
ausfällen im Kundenportfolio der EnW zu rechnen. Der Vertrieb von Produkten in neuen Absatzmärkten
und die Positionierung der EnW als Energiedienstleister soll das Ergebnis in den nächsten Jahren zuneh-
mend stabilisieren und steigern. Weiterhin wird das Ziel verfolgt, die EnW als „den“ regionalen Versorger
zu positionieren, der aus der Region kommt und für die Region da ist.
Die Energiewende und insbesondere die am 24. September 2021 vom Deutschen Bundestag beschlossene
Änderung des Klimaschutzgesetztes mit der Verschärfung der Klimaschutzziele für das Jahr 2045 wird die
Versorgungslandschaft weiterhin nachhaltig und tiefgreifend verändern. Der steigende Anteil volatiler Netz-
einspeisung aus erneuerbaren Energien, die damit einhergehende Dezentralität und die direkt bevorste-
hende Integration von Smart Metering stellen eine große Herausforderung für die Netzbetreiber in den
nächsten Jahren dar. Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung entlang der energiewirtschaftli-
chen Wertschöpfungskette bietet für die Energiewirtschaft die Chance, die Netzinfrastruktur durch bei-
spielsweise eine bessere Steuerung des Lastflusses und bessere Integration dezentraler Erzeugungsanlagen
zu optimieren, um auch zukünftig die Energieversorgung effizient sicherzustellen.
Es ist auch mit Auswirkungen auf Bereiche und Prozesse zu rechnen, die im Zusammenhang mit regulato-
rischen Vorgaben stehen, da beispielsweise Dienstleister den Personaleinsatz reduzieren. Bereits laufende
Prozesse, wie die Marktraumumstellung Gas sowie der Rollout von modernen Messeinrichtungen und in-
telligenten Messsystemen, können dadurch verzögert werden.
Für das Geschäftsjahr 2022 steigen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie nachhaltig
verändertem Mobilitätsverhalten die Fahrgeldeinnahmen im Zeitverlauf lediglich schrittweise an. Sie blei-
ben aber nachhaltig unter dem fortgeschriebenen Niveau vor der Corona-Pandemie. Kündigungen von
Abonnenten und insgesamt geringere VRS-Zuscheidungen sind hier als Gründe zu nennen. Jedoch bleibt
auch das Jahr 2022 wirtschaftlich schwierig für die Branche, wenn auch wieder deutlich besser als 2021.
Nach aktueller Prognose des Branchenverbandes VDV fehlen 2022 voraussichtlich weitere 3,1 Mrd. € an
Fahrgeldeinnahmen. Ab dem Frühjahr rechnet die Branche wieder mit Fahrgast- und Einnahmezuwächsen.
Bis Ende 2022 sollten die Fahrgastzahlen, je nach Entwicklung der Corona-Pandemie, bei 85 % des Niveaus
von Ende 2019 liegen.
Die Betrauung der SWBV durch die Bundesstadt Bonn endet am 18. Juni 2023. Die Bundesstadt Bonn hat
im Zusammenhang mit der Vergabe der Verkehrsleistungen Mitte 2023 einen Grundsatzbeschluss getrof-
fen und die Verwaltung beauftragt, die erforderlichen Schritte zur Durchführung einer Vergabe der Ver-
kehrsleistungen an die SWBV und SSB im Wege einer Direktvergabe einzuleiten. Im Berichtsjahr erfolgte
die Vorabbekanntmachung der Direktvergabe des Öffentlichen Dienstleistungsvertrages seitens der Bun-
desstadt Bonn.
Für 2022 bleibt es vor dem Hintergrund der Fortführung der Betrauung Ziel der SWBV, die in der Betrauung
festgelegten Soll-Kosten zur Erlangung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im ÖPNV zu erreichen.Seite 15 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 13
Auch für 2022 werden – entsprechend dem Vorjahr – wieder Mittel aus dem ÖPNV-Rettungsschirm bean-
tragt.
Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft geht die Geschäftsführung neben den
erwarteten negativen Entwicklungen der Müllverwertungs-Branche mittelfristig von leicht rückläufigen Ge-
werbeabfallmengen und -preisen aus. Im Jahr 2022 wird jedoch noch nicht mit einer Unterauslastung der
MVA gerechnet. Ein Problem könnte die reduzierte Verfügbarkeit von notwendigen Betriebsstoffen (u. a.
zur Rauchgasreinigung) darstellen. Als Auswirkungen wären Kostensteigerungen und Einschränkungen der
Anlageneinsetzbarkeit zu erwarten.
Darüber hinaus führt die SWB den konzernweiten Cash-Pool des Stadtwerke-Konzerns. Um möglichen ne-
gativen Auswirkungen auf die Liquidität des Stadtwerke-Konzerns entgegenzuwirken, werden aktuell mög-
liche Handlungsoptionen durch die Cash-Pool Führerin geprüft.
Im Wirtschaftsplan 2022 sind – vorbehaltlich der Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg – Erträge aus Betei-
ligungen in Höhe von rd. 15.755 T€ geplant.
Als Jahresergebnis für 2022 ist ein Verlust von rd. 18.494 T€ geplant. Die Jahresergebnisse der nächsten
Jahre sind voraussichtlich geprägt durch weitere Belastungen durch die Corona-Pandemie und eine deutli-
che Ausweitung des Verkehrsangebotes.
3.2 Risikobericht
3.2.1 Risikomanagementsystem
Im SWB-Konzern bzw. den konsolidierten Gesellschaften ist ein umfassendes Risikomanagementsystem zur
Umsetzung der Anforderungen nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
(KonTraG) aufgebaut. Ziel ist das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen, die das Potenzial haben, den
Fortbestand einzelner Gesellschaften zu gefährden, sowie die Erarbeitung von notwendigen Steuerungs-
maßnahmen.
Es wurden mehrere Risikobeauftragte benannt, die mit Unterstützung des zentralen Risikomanagers des
Konzerns kontinuierlich mögliche Risiken erfassen, bewerten und Steuerungsmaßnahmen dokumentieren.
Identifizierte Risiken werden in den Dimensionen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert.
Die zur Steuerung ergriffenen Maßnahmen werden in Risikoerfassungsbögen dokumentiert. Über Risiken
mit einer Schadenshöhe, die größer als eine definierte Relevanzgrenze sind, wird quartalsweise Bericht er-
stattet. Adressaten sind Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter.
In regelmäßigen Abständen werden bereits identifizierte Risiken auf Veränderungen hin überprüft sowie
Bewertungen und Steuerungsmaßnahmen bei Bedarf angepasst. Mit allen vorhandenen internen und ex-
ternen Informationsquellen wird geprüft, ob neue Risiken hinzugekommen sind.
Die Ablauf- und Aufbauorganisation ist im konzernübergreifenden Risikomanagementhandbuch darge-
stellt. Dieses dient als Leitfaden für alle wesentlichen Aufgaben sowie zur Sicherstellung der dauerhaftenSeite 16 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 14
und personenunabhängigen Funktionsfähigkeit des Risikomanagementprozesses. Die Prüfung des Risiko-
managementprozesses obliegt der Konzernrevision. Der Prozess wird mit einer Datenbank unterstützt.
3.2.2 Risiken
Die SWB übernimmt im SWB-Konzern Holdingfunktionen. Die Hauptrisiken für den SWB-Konzern liegen
auf Grund ihrer verschiedenen Tätigkeitsfelder deshalb in den jeweiligen Tochtergesellschaften und sind
dort abgebildet. Sie werden jeweils unternehmensindividuell bewertet und durch geeignete Steuerungs-
maßnahmen begrenzt.
Die Hauptrisiken der SWB resultieren aus möglichen Steuernachforderungen aufgrund einer steuerlichen
Betriebsprüfung sowie in den potenziellen Bedrohungen im IT-Bereich. Diese können u. a. in der Zerstörung
des Rechenzentrums liegen oder auch im Verlust von Daten durch z. B. Schadsoftware oder auch unerlaub-
ten Fremdzugriffen auf interne Daten.
Zentrales Risiko für SWBB und SWB ist nach wie vor die Gefahr, dass durch eine Änderung im Körperschaft-
steuergesetz der steuerliche Querverbund wegfällt.
Aufgrund der Wirkung der DSGVO und des EuGH-Urteils "Schrems II" könnte es durch unbeabsichtigte
Datenschutzverstöße zu hohen Bußgeldern kommen. Durch vielfältige Maßnahmen organisatorischer wie
operativer Natur im gesamten Konzern wird dem entgegengewirkt. Weitere Einzelrisiken, die sich durch
größere Schadenshöhen oder hohe Erwartungswerte hervorheben, liegen unter anderem in einer drohen-
den Rückzahlung der Hafenförderung, sofern die Auflagen des Zuwendungsbescheids nicht erfüllt werden.
Weiterhin sind zu nennen mögliche zukünftige Beteiligungsverluste an der Trianel GmbH und der Trianel
Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG, die mögliche Inanspruchnahme des Trianel-Kreditrisikopools und
eine mögliche Bürgschaftsinanspruchnahme durch die Kommunale Zusatzversorgung Westfalen-Lippe
(KZVW).
Das Risiko mit der größten Schadenshöhe ergibt sich aus der gesamtschuldnerischen Haftung im Rahmen
des Konzern-Cash-Managements. Die maximale Schadenshöhe ist analog zur aktuellen Kreditlinie. Der Ri-
sikoeintritt wird aufgrund der Liquiditätssituation im Konzern sowie der ergriffenen Steuerungsmaßnahme
als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 11. März 2020 weltweit die Coronavirus-Pandemie ausge-
rufen. Der weitere Umgang der Bundes- und Landesregierungen mit diesem Thema lässt sich genauso we-
nig seriös prognostizieren wie die Auswirkungen der durch sie getroffenen Regelungen. Die Risikolage der
SWB hat sich aus Sicht des Risikomanagements nicht verändert.
Mit dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine am 24. Februar 2022 erlebt Europa eine Zeitenwende.
Dies wird deutliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft in Europa und insbesondere auch auf den Ener-
giesektor haben. Es ist jetzt schon deutlich erkennbar, dass die Energiekosten und die damit verbundenen
Kostenstrukturen aller Gesellschaften im SWB-Konzern sich dadurch nachhaltig verändern werden. Dies be-
trifft auch Transportkosten für alle bezogenen Lieferungen und Leistungen sowie die gesamten Lieferketten.
Schwer einzuschätzen ist insbesondere die mögliche Beschränkung oder auch der Totalausfall der russi-
schen Gaslieferung. Bereits im Vorfeld einer solchen Extremsituation können weitreichende Marktverwer-
fungen auftreten und zu Schwierigkeiten in der Gasbeschaffung und -versorgung führen. Zum ZeitpunktSeite 17 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 15
der Aufstellung des Lageberichtes können das Risiko und die finanziellen Auswirkungen aus dem Ukraine-
Krieg nicht abschließend beurteilt werden.
Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, wurden nicht identifiziert.
3.3 Chancenbericht
Zu Beginn der Corona-Pandemie musste ein Großteil der kaufmännischen Tätigkeiten ins Homeoffice ver-
lagert werden. Durch eine im Januar 2021 beschlossene Pflicht, Mitarbeitende, sofern möglich, aus dem
Homeoffice arbeiten zu lassen, wurde die IT-Infrastruktur für das mobile Arbeiten von einer ursprünglich
vorübergehenden hin zu einer beständigen, belastbaren und dauerhaften Lösung weiterentwickelt. Dies
wird auch nachhaltige Auswirkungen auf die Arbeit haben und wird als enorme Chance interpretiert, durch
die sowohl interne Geschäftsprozesse als auch die Zusammenarbeit und der Dialog mit Kunden optimiert
werden können.
Neben der digitalen Transformation bietet die Sektorenkopplung für den SWB-Konzern eine der zukunfts-
weisendsten Chancen. Die Sektorenkopplung verbindet dabei die Sektoren der Energieversorgung, der Mo-
bilität und der Abfallverwertung und bildet eine der Schlüsseltechnologien der Energiewende auf dem Weg
zur Klimaneutralität. Darüber hinaus bietet die Sektorenkopplung die Möglichkeit der Entwicklung vernetz-
ter Produkte und Dienstleistungen, wodurch neue Zielgruppen auf dem Markt erschlossen werden können.
Die Sektorenkopplung bietet somit die Möglichkeit der Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals gegen-
über anderen Wettbewerbern.
3.3.1 Energieversorgung
Die EnW verstärkt weiterhin die Aktivitäten hinsichtlich Kundenbindung und Kundenrückgewinnung. Ziel ist
hier, auch im klassischen Energiegeschäft mindestens den aktuellen Marktanteil zu halten oder zur Ertrags-
steigerung auszubauen. Maßgeblich hierfür ist eine effiziente Neukundengewinnung, Kundenbindung und
Kundenrückgewinnung. Im Jahr 2021 hat der Onlineverkauf, beginnend im August und vor allem im vierten
Quartal weiter an Bedeutung gewonnen und bietet der EnW neue Chancen zur Kundengewinnung auch
über das eigene heutige Vertriebsgebiet hinaus. Aus der fortlaufenden Optimierung des Internetportals und
der Online-Services verspricht sich die EnW zusätzliche Kundengewinne sowie eine höhere Kundenbindung.
Um die Kundenbindung weiter auszubauen, ist es erforderlich, weiterhin sehr guten Kundenservice sowie
wettbewerbsfähige Preise anzubieten und ein hohes Engagement vor Ort zu zeigen. Um diese gesteckten
Ziele zu erreichen, wird die Qualität sowohl der eigenen Mitarbeiter als auch der externen Dienstleister
kontinuierlich erhöht. Zudem überprüfte und zertifizierte der TÜV SÜD erneut die Service-Qualität des Kun-
den-Service der EnW.
Zur Unterstützung des klassischen Energiegeschäfts bieten sich wertschöpfungssteigernde Energiedienst-
leistungen an. Der Ausbau dieses Geschäftsfeldes kann mittelfristig zu Ergebnissteigerungen, insbesondere
aber zu einer höheren Kundenbindung führen. In diversen Projekten werden aktuell Produkte auf ihre Um-
setzungs- und Wettbewerbsfähigkeit geprüft. Ziel ist es hier, neue Produkte zu entwickeln, die mittel- bis
langfristig die zurückgehenden Erträge im klassischen Energievertrieb kompensieren bzw. neue Möglich-
keiten bieten, die Unternehmensergebnisse zu steigern.Seite 18 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 16
Für den Standort HKW-Nord läuft die detaillierte Planung zum Ausbau der Strom und Wärmeerzeugung
mittels einer neuen Gasturbine weiterhin in Kraftwärmekopplung. Die modernisierten, hocheffizienten und
umweltschonenden Anlagenkomponenten inklusive der notwendigen Umbauten sollen zu Beginn 2024 in
den kommerziellen Betrieb überführt werden und eine maximale erneute KWK-Förderung nach KWK-G er-
möglichen.
Die Wasserstoffstrategie stellt eine wichtige Säule für die CO2-Neutralität der SWB dar. Dafür wurde in ei-
ner Studie untersucht, welche Mengen an Wasserstoff nötig sind, um den Einsatz von Erdgas
im HKW- Nord schrittweise zu ersetzen. Weitere Anwendungen in der MVA und in Quartieren wurden
gleichfalls in die Betrachtung miteinbezogen. Neben der Frage der Herstellung und Beschaffung von Was-
serstoff werden auch Transportoptionen untersucht. Dafür könnte der Bonner Hafen als Infrastrukturkno-
tenpunkt für Wasserstoff eine Schlüsselrolle einnehmen. Im Jahr 2022 wird die Analyse zur Erzeugung,
Verteilung und Anwendung von Wasserstoff an diesen drei Standorten vertieft.
Des Weiteren wird der Bau einer Wasserstofftankstelle in Bonn und somit die Verknüpfung zur Mobilität
in der Machbarkeitsstudie Berücksichtigung finden. Für die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Was-
serstoff sind Kooperationen und Fördermittel als Grundlage eines Markthochlaufs elementar.
Die zunehmende Digitalisierung des Energiegeschäftes bietet der EnW die Chance, die Kundenbindung zu
erhöhen, Prozesskosten zu senken, bestehende Produkte mit Mehrwerten zu versehen und komplett neue
Produkte außerhalb des klassischen Energievertriebs anzubieten. Als Grundlage dient die digitale Strategie,
die zusammen mit allen Gesellschaften des SWB-Konzerns entwickelt wird.
Großes Potenzial sieht die EnW im Aufbau der Infrastruktur zur Elektromobilität. Ziel ist es, die Vorausset-
zungen zu schaffen, schnell auf die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen und das veränderte
Kaufverhalten der Kunden reagieren zu können. Die EnW passt hierzu ihre Ausbaustrategie der tatsächli-
chen Entwicklung laufend an.
3.3.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Mit der anhaltenden positiven Bevölkerungsentwicklung im Verkehrsgebiet von SWBV/SSB und der Er-
schließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie deren Anbindung an den ÖPNV bieten sich mittelfris-
tig Chancen, insbesondereaus den Themen Netzausbau, veränderte Mobilitätskultur und neue flexible Mo-
bilitätsangebote ,wie z. B. Fahrradvermietsystem, E-Scooter und E-Roller, Mobilstationen, Sharing-, On-De-
mand- oder Ride-Pooling-Systeme. Der Bau des Verknüpfungsbahnsteiges der S 13 in Bonn-Vilich sowie
die geplante Umsetzung des Seilbahnprojekts zum Uniklinikum schaffen auch künftig die Voraussetzung,
um durch geeignete attraktivitätssteigernde Maßnahmen in den Bereichen Marketing- und Kommunikation,
Fahrplanangebot und Service weitere Fahrgäste zu gewinnen, bestehende zu binden und die Einnahmesi-
tuation nachhaltig zu verbessern.
Veränderte Mobilitäts- und Wertvorstellungen der jüngeren Generation, unterstützt durch das allgemein
wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung, bieten für in Zukunft neue Chancen und Perspektiven
für einen grünen, wirtschaftlichen Aufschwung und eine nachhaltigere und saubere Mobilität im Sinne des
„Green Deals“ der EU (Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor um 90 % bis 2050 ge-
genüber 1990). Innovationen wie intelligente Verkehrssteuerung, datenbasierte Prozessoptimierung und
digitaler Kundenservice machen den ÖPNV noch umweltverträglicher und attraktiver.Seite 19 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 17
Weitere Priorität für die Folgejahre wird es sein, durch Ausbau und Modernisierung der Nahverkehrsinfra-
struktur sowie durch Vernetzung von digital übergreifenden ÖPNV-/Mobilitätsinformationen die verkehrli-
chen und ökologischen Vorteile des ÖPNV im Wettbewerb zum Individualverkehr für die SWBV zu nutzen.
Das beinhaltet auch einen Ausbau von Werkstätten und Betriebshöfen für die Instandhaltung eines wach-
senden Fahrzeugparks. Barrierefreie Mobilität zu gestalten und zu verbessern, bietet ebenfalls die Chance
für steigende Fahrgastzahlen im ÖPNV.
Neben den Fahrgeldeinnahmen werden die Öffentlichen Mittel zur Finanzierung des ÖPNV und seiner
Infrastruktur langfristig unverzichtbar sein. Auf Ebene des VRS wird aktuell das Verhältnis der ÖPNV-Finan-
zierung durch ihre Nutzer und die öffentliche Hand diskutiert. Angestoßen über den politischen Diskurs
wird perspektivisch eine Abschmelzung der Nutzerfinanzierung angestrebt. Es ist in der Überlegung, dass
dadurch künftig in den Verkehrsunternehmen entstehende Defizite durch die jeweilige Kommune finanziert
werden sollen.
Ein kundenorientierter, zukunftsfähiger und klimafreundlicher ÖPNV braucht eine dauerhaft auskömmliche
Finanzierung. Bund und Länder haben die Mittel für den Nahverkehr bereits deutlich erhöht. Für weitere
Angebots- und Infrastrukturverbesserungen, die vor allem mit Blick auf die Mobilitätswende nötig sind,
müssen neue Finanzierungsmodelle entwickelt werden, die eine Verkehrsverlagerung zu Gunsten des ÖPNV
unterstützen können.
Wie sich letztlich der ÖPNV-Anteil im Bedienungsgebiet weiterentwickelt, hängt neben den beschriebenen
demografischen Veränderungen wesentlich von den finanziellen Rahmenbedingungen ab, aber u. a. auch
davon, ob die steigenden Anforderungen der Fahrgäste an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Informations-
technik mitwachsender Vernetzung erfüllt werden können.
Zielstellung der SWBV/SSB ist es, Verkehrsdienstleister mit einem qualitativ hohen Angebot in der Region
auch über das Jahr 2023 hinaus zu bleiben und durch die EU-konforme Beauftragung ihrer gemeinwirt-
schaftlichen Leistungen durch die Bundesstadt Bonn im Rahmen der Daseinsvorsorge weiterhin auf einer
vertraglich gesicherten Grundlage zu stehen.
Erstmalig in Deutschland könnte in Bonn eine Seilbahn in den ÖPNV integriert werden. Seilbahnen bieten
den Fahrgästen viel Komfort und sind im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln zuverlässiger, lärm- und
emissionsärmer, zudem verbrauchen sie weniger Energie und sind verhältnismäßig preiswert im Bau.
Die Seilbahn soll nach derzeitigem Stand rechtsrheinisch über den Rhein bis zum linksrheinischen, auf dem
Venusberg gelegenen Universitätsklinikum, verlaufen. Davon würde neben dem Venusberg der gesamt
strukturstarke Raum südlich des Zentrums mit tausenden Arbeitsplätzen profitieren. Die Seilbahn würde
eine wichtige Querverbindung herstellen, links- und rechtsrheinisch verknüpft mit dem städtischen Bus-
und Schienennetz sowie die Anbindungen an das DB-Netz.
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat auf Basis einer positiven gutachterlichen Bewertung beschlossen, dass
das Projekt in den ÖPNV-Bedarfsplan und den ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan des Landes NRW auf-
genommen werden soll, damit dafür Fördermittel bewilligt werden können.Seite 20 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 18
Der NRW-Verkehrsausschuss hat am 09. März 2022 das Projekt „Seilbahn Bonn“ in seiner Sitzung in den
ÖPNV-Bedarfsplan und den ÖPNV-Infrastrukturplan des Landes aufgenommen.
3.3.3 Müllverwertung
Eine für die MVA zumindest temporär als Chance zu betrachtende positive Auswirkung der Corona-Pande-
mie ist in dem Anstieg der Restabfallmengen aus privaten Haushalten zu sehen. Diese Entwicklung verbes-
sert die aktuelle Auslastung über Siedlungsabfälle aus dem Einzugsgebiet des REK und hat natürlich auch
Auswirkungen auf die zu erzielenden Umsätze.
4 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB
In Anwendung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungsposi-
tionen (FüPoG II) wird für den Zeitraum vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2026 die Zielgröße des
Frauenanteils in der SWB für die Ebene Geschäftsführung auf 50 % (1 von 2), für die Ebene Bereichsleitung
auf 43 % (3 von 7) und bei der Ebene der Fachbereichsleitung auf 50 % (16 von 32) festgelegt.
Darüber hinaus wird, bezogen auf das Landesgleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen i. d. F. von De-
zember 2016, dem entsendenden Rat der Bundesstadt Bonn und den Arbeitnehmervertretern im SWB-
Konzern empfohlen, - jeweils getrennt für die jeweiligen Wahlverfahren - bei Wiederbesetzung der Auf-
sichtsräte im SWB-Konzern die Vorgaben des § 12 Abs. 3 Landesgleichstellungsgesetz mit einem Frauen-
anteil von mindestens 40 % zu beachten.Seite 21 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 19
5 Entsprechenserklärung gemäß Public Corporate Governance Kodex (PCGK) der Bundesstadt
Bonn
Die Entsprechenserklärung wurde von der Geschäftsführung am 28. Februar 2022 mit folgendem Wortlaut
unterschrieben: "Geschäftsführung und Aufsichtsrat der SWB erklären hiermit gemeinsam, dass dem Public
Corporate Governance Kodex der Bundesstadt Bonn vom 28. März 2019 im Geschäftsjahr 2021 mit den
folgend aufgeführten Abweichungen entsprochen wurde und wird."
1. Abweichend von Punkt 3.1.3 wurden Handlungsvollmachten gemäß § 54 HBG ohne zeitliche Befris-
tung erteilt. Die Handlungsbevollmächtigten unterstützen die Geschäftsführung bei der Sicherstel-
lung eines reibungslosen Betriebes. Die Handlungsvollmachten werden durch Zeichnungsbefug-
nisse eingeschränkt.
2. Eine konzernweite Compliancemanagement-Richtlinie gemäß Punkt 3.2.12 befindet sich derzeit im
Aufbau. Verbindliche Regelungen zur Vermeidung von Korruption (z. B. Beschaffung, Vier-Augen-
Prinzip) wurden konzernweit festgelegt.
3. Eine konzernweite Compliancemanagement-Richtlinie gemäß Punkt 3.4.2 befindet sich derzeit im
Aufbau. Verbindliche Regelungen im Umgang mit Zuwendungen und Vorteilen bestehen bereits in
dem Leitfaden "Geschäftsethik und Compliance".
4. In der D&O Versicherung für die Geschäftsführung wurde abweichend von Punkt 3.5.1 gemäß Ent-
scheidung des Aufsichtsrates der SWB GmbH kein der Vergütung angemessener Selbstbehalt ver-
einbart.
5. Ein konzernweiter CSR-Bericht gemäß Punkt 6.5.1 des PCGK wird derzeit erstellt.
Die Gesellschafterversammlung hat mit Umlaufbeschluss vom 30. März 2021 beschlossen, die Regelungen
des PCGK der Bundesstadt Bonn anzuwenden.
Der Bericht über die Anwendung des Public Corporate Governance Kodex mit Entsprechenserklärung wurde
von der Geschäftsführung und dem Aufsichtsratsvorsitzenden am 28. Februar 2022 unterschrieben.Seite 22 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage III
Seite 20
6 Öffentliche Zwecksetzung und -erreichung gem. § 108 Abs. 3 Nr. 2 der Gemeindeordnung
Nordrhein-Westfalen
6.1 Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung
Die SWB ist eine 100%ige Gesellschaft der Bundesstadt Bonn. Gemäß § 3 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages
ist Gegenstand des Unternehmens
(a) die sichere, wirtschaftliche sowie umwelt- und ressourcenschonende Versorgung der Bevölkerung mit
Energie (Strom, Gas, Fern- und Nahwärme) und Wasser als öffentliche Daseinsvorsorge sowie alle dazuge-
hörigen versorgungs- und energiewirtschaftlichen Aufgaben und Dienstleistungen;
(b) der öffentliche Personennahverkehr sowie alle dazugehörigen verkehrsbezogenen Aufgaben und
Dienstleistungen;
(c) der Betrieb des Rheinhafens sowie aller dazugehörigen hafenbezogenen Aufgaben und Dienstleistun-
gen;
(d) Betriebsführungen für kommunale Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften;
(e) die wirtschaftlich optimale Nutzung/Gestaltung von Abfallentsorgungskapazitäten der Gesellschaft, der
mit der Gesellschaft verbundenen Konzerngesellschaften und des Gesellschafters.
Neben der Geschäftsbesorgung für ihre Tochterunternehmen und den Handelsaktivitäten im Entsorgungs-
geschäft als operatives Eigengeschäft der SWB sind alle wesentlichen Aktivitäten auf die Organisation und
Koordination der Tochterunternehmen ausgerichtet. Daher leitet sich die öffentliche Zwecksetzung aus den
mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen an der SWBV, der EnW und der MVA ab. Diese wiederum dienen so-
wohl im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs als auch im Bereich der Energie- und Wasserversor-
gung sowie der Abfallentsorgung der Daseinsvorsorge in der Bundesstadt Bonn und der Region.
6.2 Einhaltung der öffentlichen Zweckerreichung
Die SWB trägt aufgrund ihrer Konzeption als Holding dazu bei, dass über den steuerlichen Querverbund
innerhalb des SWB-Konzerns insbesondere das Leistungsangebot im öffentlichen Personennahverkehr kos-
tengünstig für den Aufgabenträger, die Bundesstadt Bonn, erbracht werden kann.
Der öffentliche Zweck wurde damit in 2021 erfüllt.
Bonn, den 09. Mai 2022
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB)
Dipl.-Ing. Dipl.-Volkswirt
Peter Weckenbrock Marco Westphal
Geschäftsführer GeschäftsführerSeite 23 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Bilanz zum 31. Dezember 2021
A k t i v a
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 75.000.000,00 75.000.000,00
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte II. Kapitalrücklage 44.331.878,42 44.331.878,42
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 904.910,36 496.947,36
2. geleistete Anzahlungen 97.043,58 1.001.953,94 228.758,01 725.705,37 III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 38.104.020,84 38.104.020,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte IV. Bilanzgewinn 5.933.572,37 5.888.387,33
mit Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten 31.659.182,43 31.830.913,43 163.369.471,63 163.324.286,59
2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit
Bahnkörpern und Bauten des Schienenweges 789.220,09 808.107,09 B. Rückstellungen
3. Grundstücke und grundstücksgleiche 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19.170.498,00 17.838.254,00
Rechte mit Wohnbauten 124.604,13 129.840,13 2. Steuerrückstellungen 3.396.848,47 637.292,12
4. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte 3. sonstige Rückstellungen 15.635.540,34 17.100.957,02
ohne Bauten 1.290.667,29 1.310.629,29 38.202.886,81 35.576.503,14
5. Verteilungsanlagen 11.350.093,00 11.567.755,02
6. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und C. Verbindlichkeiten
Sicherungsanlagen 5.026,00 6.203,00 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.463.725,12 103.575.734,79
7. Fahrzeuge für Personenverkehr 3.872.736,00 4.389.596,00 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.949,62 50.867,95
8. Maschinen und maschinelle Anlagen 728.904,00 927.865,00 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 727.356,08 483.792,20
9. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.016.640,00 3.467.899,00 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 42.584.611,46 24.154.092,87
10. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 130.599,84 52.967.672,78 17.060,31 54.455.868,27 5. Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 5.950,00 3.761,23
6. sonstige Verbindlichkeiten 2.043.062,16 2.352.230,02
III. Finanzanlagen – davon aus Steuern EUR 1.690.725,77 (i. Vj. EUR 1.955.162,72) –
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 119.462.449,07 118.797.449,07 – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 23.116.478,06 31.083.322,91 EUR 62.999,44 (i. Vj. EUR 61.756,96) –
3. Beteiligungen 9.204.524,71 4.657.809,99 108.827.654,44 130.620.479,06
4. Ausleihungen an Beteiligungen 1.277.587,68 1.277.587,68
5. Genossenschaftsanteile 119.105,00 119.105,00
6. sonstige Ausleihungen 866,31 153.181.010,83 1.090,68 155.936.365,33
207.150.637,55 211.117.938,97
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Hilfs- und Betriebsstoffe 94.986,65 76.644,08
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 121.339,21 85.527,35
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 92.709.154,73 105.978.140,64
3. Forderungen gegen die Gesellschafterin 755.512,71 4.137.640,89
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 950.521,68 1.087.632,27
5. Sonstige Vermögensgegenstände 4.705.195,02 99.241.723,35 779.808,78 112.068.749,93
III. Kassenbestand und Guthaben bei
Kreditinstituten 3.409.594,19 5.661.088,87
102.746.304,19 117.806.482,88
C. Rechnungsabgrenzungsposten 503.071,14 596.846,94
310.400.012,88 329.521.268,79 310.400.012,88 329.521.268,79
31.12.2021 31.12.2020
P a s s i v aSeite 24 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 55.338.197,04 55.019.635,88
2. andere aktivierte Eigenleistungen 78.788,60 34.639,79
3. sonstige betriebliche Erträge 9.931.222,81 65.348.208,45 9.707.236,65 64.761.512,32
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe 287.639,19 223.779,84
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 11.867.559,30 12.155.198,49 11.228.739,60 11.452.519,44
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 21.006.405,47 21.970.125,60
b) soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung 7.163.613,78 28.170.019,25 7.363.450,94 29.333.576,54
– davon für Altersversorgung
EUR 3.149.821,25 (i. Vj. EUR 3.337.924,31) –
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.801.089,23 3.849.264,91
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 49.476.059,87 39.287.347,38
Betriebsergebnis -28.254.158,39 -19.161.195,95
8. Erträge aus Beteiligungen 34.259.876,19 23.096.855,39
– davon aus verbundenen Unternehmen
EUR 33.640.515,16 (i. Vj. EUR 22.584.599,64) –
9. Erträge aus Genossenschaftsanteilen 9.528,40 0,00
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 321.983,03 225.747,59
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 867.111,68 1.626.538,35
– davon aus verbundenen Unternehmen
EUR 804.045,91 (i. Vj. EUR 1.563.426,42) –
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 611.587,13 537.206,20
– davon aus verbundenen Unternehmen
EUR 583.958,50 (i. Vj. EUR 416.910,91) –
– davon aus der Abzinsung von Rückstellungen
EUR 27.628,63 (i. Vj. EUR 120.286,89 ) –
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.514.844,79 944.182,01
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.548.502,73 1.701.468,79
– davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen
EUR 496.035,31 (i. Vj. EUR 531.855,82) –
Finanzergebnis 33.006.738,91 22.840.696,73
Ergebnis vor Steuern 4.752.580,52 3.679.500,78
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.540.360,17 583.690,33
212.220,35 3.095.810,45
17. sonstige Steuern 167.035,31 180.125,77
18. Jahresüberschuss 45.185,04 2.915.684,68
19. Gewinnvortrag 5.888.387,33 2.972.702,65
20. Bilanzgewinn 5.933.572,37 5.888.387,33
2021 2020
16. Ergebnis nach SteuernSeite 25 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 3
Anhang
für das Geschäftsjahr 2021
A. Allgemeines
Der Jahresabschluss der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn, (SWB), Amtsgericht Bonn, HRB 8195, wurde
nach den handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie nach den Vorschriften des
GmbH-Gesetzes unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Gesetzes über die Elektrizitäts-
und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz-EnWG) aufgestellt.
Zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses erfolgte eine weitergehende Unterglie-
derung der gesetzlich vorgeschriebenen Bilanzposten (§ 265 Abs. 5 HGB). Darüber hinaus wurden Posten-
bezeichnungen der Bilanz entsprechend § 265 Abs. 6 HGB angepasst. Neue Posten wurden hinzugefügt,
wenn Ihr Inhalt von den beschriebenen Posten nicht abgedeckt ist. Es wurden die Posten Verteilungsanla-
gen, Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen, Fahrzeuge für Personenverkehr, Forderun-
gen gegen die Gesellschafterin und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin hinzugefügt.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß
§ 275 Abs. 2 HGB beibehalten.
Ergebnisabführungsverträge
Am 16. Dezember 2008 hat die EGM Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH, Bonn,
(EGM) mit der SWB einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen, der zum 16. Dezember 2008 in Kraft ge-
treten ist. Die EGM verpflichtet sich darin, ihren Gewinn an die SWB abzuführen. Im Gegenzug verpflichtet
sich die SWB, jeden während der Vertragslaufzeit entstehenden Jahresfehlbetrag auszugleichen. Der Ver-
trag hat eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und verlängert sich um jeweils zwei Jahre, sofern er nicht mit
einer Frist von sechs Monaten zum Ende des Geschäftsjahres gekündigt wird.
Am 11. November 1999 mit Ergänzung vom 3. November 2000 schloss die Stadtwerke Bonn Dienstleis-
tungs-GmbH (SWBD), Bonn, (SWBD) mit der SWB einen Gewinnabführungsvertrag (letzte Änderung vom
24. März 2014), der zum 1. Juli 1999 in Kraft getreten ist. Die SWBD verpflichtet sich, ihren Gewinn an die
SWB abzuführen. Im Gegenzug verpflichtet sich die SWB, jeden während der Vertragsdauer entstehenden
Jahresfehlbetrag der SWBD auszugleichen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und kann
nach Ablauf der Mindestlaufzeit mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des Geschäftsjahres gekündigt
werden.
Am 15. Dezember 2014 hat die Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP) mit der SWB einen Gewinnabfüh-
rungsvertrag mit Wirkung zum 1. Januar 2015 abgeschlossen. Die BCP verpflichtet sich darin, ihren ganzen
Gewinn – mit Ausnahme vorvertraglicher Gewinnvorträge - an die SWB abzuführen. Im Gegenzug verpflich-
tet sich die SWB, jeden während der Vertragslaufzeit entstehenden Jahresfehlbetrag auszugleichen. Dem
außenstehenden Gesellschafter wird ein angemessener Ausgleich garantiert. Der Vertrag hat eine Mindest-
laufzeit von fünf Jahren und verlängert sich um jeweils zwei Jahre, sofern er nicht mit einer Frist von sechs
Monaten zum Ende des Geschäftsjahres gekündigt wird.Seite 26 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 4
B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten und Sachanla-
gen sowie immaterielle Vermögensgegenstände zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, gekürzt um
Investitionszuschüsse und vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen er-
rechnen sich nach der linearen Methode unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.
Dabei erfolgt eine Orientierung an den amtlichen AfA-Tabellen.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 800,00 € werden im Jahr der Anschaffung in
voller Höhe abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten ab 800,01 € werden entsprechend der
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.
Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungs-
kosten. Für die Beurteilung, ob im Vergleich zu dem Buchwert ein niedrigerer Wertansatz in Betracht kommt,
werden die Grundsätze der Unternehmensbewertung, das vereinfachte Ertragswertverfahren, angewandt.
Die Ausleihungen des Finanzanlagevermögens werden, soweit es sich um niedrig verzinsliche Darlehen
handelt, zum Barwert, im Übrigen zum Nennwert bewertet.
Die Vorräte sind unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips mit fortgeschriebenen durchschnittli-
chen Anschaffungskosten bewertet.
Die aktivierten Eigenleistungen sind zu Herstellungskosten bewertet. Sie umfassen neben den Einzelkosten
auch anteilige angemessene Gemeinkosten.
Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt mit dem Nominalbetrag.
Zweifelhafte Forderungen werden mit ihrem wahrscheinlichen Wert angesetzt, uneinbringliche Forderun-
gen werden abgeschrieben. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Ausfallrisikos wurde eine Pauschalwert-
berichtigung von 1 % auf das Netto-Volumen der nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferun-
gen und Leistungen vorgenommen.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet.
Bei einem Steuersatz von rd. 33 % ergeben sich aktive latente Steuern im Wesentlichen aus Pensions- und
sonstigen Rückstellungen. In Ausübung des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB werden
diese nicht angesetzt.
Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfül-
lungsbetrages (unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der all-
gemeinen Inflationsrate) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden
mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sie-
ben Geschäftsjahre laufzeitadäquat abgezinst.
Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen erfolgte entsprechend § 253 Abs. 1 und 2 HGB unter Anwen-
dung der Projected Unit Credit Method nach den Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck pauschal mit einem
durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,87 % der vergangenen 10 Geschäftsjahre sowie einem Gehalts- und
Rententrend von unverändert 2,00 %. Die Pensionsrückstellungen werden in voller Höhe passiviert.Seite 27 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 5
Der Berechnung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen liegt ein Gehaltstrend von unverändert
2,00 % zugrunde. Es wurde der laufzeitadäquate Marktzinssatz nach Maßgabe des Einzelbewertungsgrund-
satzes für jede Rückstellung einzeln ermittelt.
Die zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeitguthaben bestehenden Rückdeckungsversicherungen, das Gut-
haben aus Langzeitarbeitszeitkonten sowie das Guthaben aus Sabbatjahr werden mit ihren Anschaffungs-
kosten angesetzt und mit ihren korrespondierenden Verpflichtungen saldiert. Die Saldierung erfolgte mit
dem Deckungskapital, welches den fortgeführten Anschaffungskosten und dem Zeitwert des Planvermö-
gens entspricht.
Soweit Unterdeckungen der Versorgungsansprüche bei der Rheinischen Zusatzversorgungskasse, Köln,
(RZVK) vorliegen, kann die subsidiäre Einstandspflicht der Gesellschaft als Arbeitgeber bestehen. Für diese
mittelbare Pensionsverpflichtung braucht eine Rückstellung in keinem Fall gebildet zu werden (Art. 28 Abs.
1 S. 2 EGHB). Hiervon hat die Gesellschaft Gebrauch gemacht.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.Seite 28 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 6
C. Erläuterungen und Begründungen zu den einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung
C.1 Anlagevermögen
* Gewinnabführungsvertrag mit SWB
** Es handelt sich um die Werte für 2020, der Abschluss 2021 lag zum Erstellungszeitpunkt noch nicht vor.
*** Mit Geschäftsanteilsübertragungsvertrag vom 07. Dezember 2021 wurden die Geschäftsanteile an der SWBBad von der SWBB an
die SWB veräußert. Die Übernahme des Jahresergebnisses 2021 erfolgt aufgrund vertraglicher Regelungen durch die SWBB.
Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus der beigefügten Anlage.
C.2 Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 99.242 T€ (Vorjahr 112.069 T€)
haben mit Ausnahme von Entgeltvorschüssen in Höhe 1 T€ (Vorjahr 0 T€) eine Restlaufzeit von bis zu einem
Jahr.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 92.709 T€ (Vorjahr 105.978 T€) beinhalten
im Wesentlichen Forderungen gegen die SWBB in Höhe von 36.608 T€ (Vorjahr 28.293 T€), Forderungen
gegen die Bonn-Netz in Höhe von 33.959 T€ (Vorjahr 21.667 T€) sowie Forderungen aus Cash-Pool gegen
SWBV in Höhe von 17.694 T€ (Vorjahr 51.781 T€).
Anteil
Eigen-
kapital
Jahres-
ergebnis
Name und Sitz der Gesellschaft in % in T€ in T€
Anteile an verbundenen Unternehmen
- SWB Beteiligungs-GmbH (SWBB), Bonn, (SWBB) 58,47 275.647 45.951
- Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH (SWBD), Bonn (SWBD)* 100,00 1.000 0
- EGM Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement
Bonn mbH, Bonn, (EGM)* 100,00 1.503 0
- Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP)* 50,10 936 0
- Stadtwerke Bonn Bad GmbH, Bonn, (SWBBad)*** 100,00 639 -26
Beteiligungen
- Returo Entsorgungs GmbH, Leverkusen, (Returo) 50,00 1.545 350
- refer GmbH, Leverkusen, (refer) 25,00 1.421 74
- Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH, Sankt Augustin, (FPH)** 49,60 975 -37
- Bonner Hafenbetriebe GmbH (BHB), Bonn** 49,00 437 43
- Beteiligungsgesellschaft Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Siegburg, (BRS)** 16,66 48.973 10.909
- Radio Bonn/Rhein-Sieg GmbH & Co. KG, Bonn, (Radio BRS)** 12,50 511 763
- Flughafen Köln/Bonn GmbH, Köln, (FKB)** 6,06 228.490 -31.100
- Gemeinnützige Wohngenossenschaft e.G., Bonn, (GWG)** 4,08 18.238 1.380
- Trianel GmbH, Aachen, (Trianel)** 5,81 94.150 4.719
- Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG, Aachen, (TGH) 1,87 7.787 42.434Seite 29 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 7
In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von 7.835 T€ (Vorjahr 7.045 T€), Forderungen aus der Spitzabrechnung der Marktorientierten Di-
rektvergabe (MoD) für die Jahre 2019-2020 gegenüber der SWBB (2.967 T€) sowie sonstige Forderungen
in Höhe von 81.908 T€ (Vorjahr 98.934 T€) enthalten.
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen mit 508 T€
(Vorjahr 621 T€) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit 443 T€ (Vorjahr 466 T€) sonstige
Forderungen.
C.3 Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 503 T€ (Vorjahr 597 T€) betrifft ausschließlich eine
Abgrenzung für Wartungen an Soft- und Hardware.
C.4 Eigenkapital
Gemäß Gesellschaftsvertrag beträgt das Stammkapital der Gesellschaft 75.000 T€. Das Stammkapital wurde
in voller Höhe eingezahlt.
Die Kapitalrücklage beläuft sich unverändert auf 44.332 T€.
C.5 Rückstellungen
Die Rückstellungen belaufen sich auf insgesamt 38.203 T€ (Vorjahr 33.577 T€) und beinhalten im Wesentli-
chen Rückstellungen aus Pensionsverpflichtungen (19.170 T€) sowie sonstige Rückstellungen (15.636 T€),
die sich wie folgt zusammensetzen:
2021
in T€
2020
in T€
Vertragliche Verpflichtungen 7.740 7.740
Altersteilzeitverpflichtungen (saldiert mit dem Deckungsvermögen) 3.602 3.903
Personalrückstellungen 2.520 2.317
Übrige 1.775 3.141
Gesamt 15.637 17.101
Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind durch die Rückdeckungsversicherungen bei der Allianz Lebens-
versicherungs-AG gesichert. Die Rückdeckungsversicherungen dienen ausschließlich der Erfüllung der Ver-
pflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen und sind dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen. Sie
wurden mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen saldiert.
Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen beläuft sich auf
7.071 T€. Die Verrechnung erfolgte mit dem Deckungsvermögen in Höhe von 3.469 T€, welches dem Zeit-
wert und den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht. Die Aufwendungen aus Aufzinsung in Höhe
von 27 T€ wurden mit den entsprechenden Erträgen aus Deckungsvermögen in Höhe von 42 T€ verrechnet.Seite 30 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 8
Der Rechnungszins für die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen beruht auf dem durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB würde sich bei der
Anwendung des 7-Jahreszeitraumes ein Unterschiedsbetrag von 1.489 T€ (Vorjahr 1.880 T€) ergeben. Dieser
Unterschiedsbetrag unterliegt der Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Der Effekt der
Zinsänderung ist im Zinsaufwand ausgewiesen.
C.6 Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 in Höhe von 108.828 T€
(Vorjahr 130.620 T€) ergeben sich im Einzelnen aus dem nachstehenden Verbindlichkeitenspiegel:
Gesamtbetrag bis mehr als mehr als
31.12.2021 1 Jahr 1 Jahr 5 Jahre
in € in € in € in €
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituen 63.463.725,12 31.352.459,22 32.111.265,90 11.668.005,42
Vorjahr 103.575.734,79 66.579.193,62 36.996.541,17 16.920.856,16
Erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen 2.949,62 2.949,62 0,00 0,00
Vorjahr 50.867,95 50.867,95 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 727.356,08 727.356,08 0,00 0,00
Vorjahr 483.792,20 483.792,20 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 42.584.611,46 41.584.611,46 1.000.000,00 0,00
Vorjahr 24.154.092,87 23.154.092,87 1.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber
Gesellschafterin 5.950,00 5.950,00 0,00 0,00
Vorjahr 3.761,23 3.761,23 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 2.043.062,16 1.774.040,79 269.021,37 215.232,99
Vorjahr 2.352.230,02 2.069.921,61 282.308,41 228.776,76
Gesamt 108.827.654,44 75.447.367,17 33.380.287,27 11.883.238,41
Vorjahr 130.620.479,06 92.341.629,48 38.278.849,58 17.149.632,92
Davon mit einer Restlaufzeit
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkei-
ten aus dem Cash-Pool in Höhe von 37.001 T€ (Vorjahr 20.479 T€), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen in Höhe von 2.189 T€ (Vorjahr 1.730 T€) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1.515 T€
(Vorjahr 1.944 T€). Des Weiteren sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Ver-
bindlichkeiten aus der vorläufigen MoD Spitzabrechnung 2021 in Höhe von 800 T€ enthalten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Liefe-
rungen und Leistungen.
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte.Seite 31 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 9
C.7 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 55.338 T€ (Vorjahr 55.020 T€) und setzen sich wie folgt zusammen:
2021
in T€
2020
in T€
Geschäftsbesorgung 29.280 28.609
Handelsaktivitäten im Entsorgungsgeschäft 8.150 8.965
Straßenbeleuchtung 5.668 5.587
Sonstige Erträge Konzerngesellschaften 4.964 4.545
Mieterträge 2.932 3.056
Tiefgaragen 3.077 2.931
Übrige Erträge 483 554
Betriebsführung 504 504
Weiterberechnung DV-Anlage 280 269
Gesamt 55.338 55.020
Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt.
C.8 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 9.931 T€ (Vorjahr 9.707 T€) beinhalten im Wesentlichen
von der Stadt Bonn an die Gesellschaft geleistete Zuwendungen für das Projekt „Lead-City“ in Höhe von
8.614 T€ (Vorjahr 8.158 T€).
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 159 T€ (Vorjahr 683 T€)
enthalten. Diese betreffen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 132 T€ und Gewinne
aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 26 T€.
C.9 Materialaufwendungen
Die Materialaufwendungen belaufen sich auf 12.155 T€ (im Vorjahr 11.453 T€) und beinhalten im Wesent-
lichen Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 11.868 T€ (Vorjahr 11.229 T€). Die größten
Posten sind hierbei die Aufwendungen für bezogene Leistungen von Konzernunternehmen (9.636 T€), da-
von Straßenbeleuchtung (4.253 T€) sowie die Aufwendungen für bezogene Leistungen von Dritten
(2.232 T€).
C.10 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 49.476 T€ (Vorjahr 39.287 T€) beinhalten im We-
sentlichen Aufwendungen aus der Marktorientierten Direktvergabe von Verkehrsleistungen (43.470 T€),
welche im Auftrag der Bundesstadt Bonn über die Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB), Bonn,
(SWBB) an die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV), Bonn, (SWBV) gezahlt wurden. Weitere wesentli-
che Posten sind die Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten (1.639 T€) sowie die Leasing- und Mietauf-
wendungen (1.238 T€).Seite 32 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 10
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremden Aufwendungen in Höhe von 6 T€
(Vorjahr 12 T€) enthalten.
C.11 Erträge aus Beteiligungen
Ausgewiesen ist im Wesentlichen die von der SWBB für das Jahr 2021 zu leistende Ausschüttung in Höhe
von 33.641 T€ (Vorjahr 22.585 T€).
C.12 Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 867 T€ (Vorjahr 1.627 T€) beinhalten
im Wesentlichen Zinsen für Darlehen aus der Ausgliederung von 1999.
C.13 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge belaufen sich auf 612 T€ (Vorjahr 537 T€) und beinhalten mit
28 T€ Zinsen aus der Abzinsung von Rückstellungen und mit 584 T€ Zinserträge mit verbundenen Unter-
nehmen.
C.14 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 1.549 T€ (Vorjahr 1.701 T€) beinhalten im Wesentli-
chen planmäßige Zinszahlungen für Darlehen bei Kreditinstituten (914 T€) und Aufwendungen für die Auf-
zinsung von Rückstellungen (496 T€).
C.15 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von 4.753 T€ (Vorjahr 3.680 T€) wird durch Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag belastet, welche in Höhe von 3.324 T€ auf Gewerbesteuer und in Höhe von 1.216 T€ auf Kör-
perschaftsteuer entfallen.
C.16 Ergebnisverwendung
Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 45 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.
D. Ergänzende Angaben
D.1 Sonstige finanzielle Verpflichtungen im Sinne von § 285 Nr. 3a HGB
Das Gesamtbestellobligo beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 2.562 T€, welches ausschließlich gegenüber
Dritten besteht.
Die SWB ist Mitglied im umlagefinanzierten Abrechnungsverband I der Rheinischen Zusatzversorgungs-
kasse (RZVK) mit Sitz in Köln. Die RZVK hat die Aufgabe, den Beschäftigten ihrer Mitglieder eine zusätzliche
Alters-, Erwerbminderungs- und Hinterbliebenenversorgung zu gewähren.
Die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung richten sich nach dem Tarifvertrag über die zusätzliche
Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ATV-K). Seit dem 1. Januar 2002 ist die HöheSeite 33 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 11
der Betriebsrente insbesondere abhängig von dem jeweiligen Jahresentgelt und dem Alter des Beschäftig-
ten (sog. Punktemodell). Anwartschaften aus dem bis zum 31. Dezember 2001 durchgeführten Gesamtver-
sorgungssystem werden zusätzlich in Form einer sog. Startgutschrift berücksichtigt.
Die Versorgungsverpflichtungen werden im Umlageverfahren in Form eines gleitenden Deckungsab-
schnittsverfahrens finanziert. Die Höhe der Umlage wird auf der Basis gleitender Deckungsabschnitte, die
jeweils einen Zeitraum von 100 Jahren umfassen, regelmäßig alle 5 Jahre überprüft und festgesetzt. Infolge
der Schließung des Gesamtversorgungssystems und des Wechsels zum Punktemodell erhebt die Kasse zur
Finanzierung der Ansprüche und Anwartschaften, die vor dem 1. Januar 2002 begründet worden sind, neben
den Umlagen ein pauschales Sanierungsgeld zur Deckung eines zusätzlichen Finanzbedarfs.
Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 hat die RZVK eine Verstetigung der Hebesätze vorgenommen, indem
sie sich am sog. ewigen Umlagesatz von ca. 7,75 % orientiert. Unter Berücksichtigung der derzeit bekannten
Annahmen geht die RZVK davon aus, dass die Aufwendungen für die Pflichtversicherung im umlagefinan-
zierten Abrechnungsverband zumindest mittelfristig nicht über den gegenwärtigen Gesamtfinanzierungs-
satz von 7,75 % steigen werden.
Im Jahr 2021 betrug der Umlagesatz 4,25 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgeltes. Der Prozentsatz
für das Sanierungsgeld betrug 3,5 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgeltes.
Die Summe der zusatzversorgungspflichtigen Entgelte für die Beschäftigten der SWB belief sich im Ge-
schäftsjahr 2021 auf 20.004 T€ für 343 anspruchsberechtigte Arbeitnehmer.
D.2 Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
D.2.1 Angaben nach § 6b EnWG
Die Gesellschaft erbringt energiespezifische Dienstleistungen für die Tätigkeitsbereiche Elektrizitäts- und
Gasverteilung im Sinne der Festlegungen der Bundesnetzagentur vom 25. November 2019 gemäß § 6b Abs.
6 EnWG i. V. m § 29 Abs. 1 EnWG. Daher wurden die Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Elektrizitäts- und
Gasverteilung nach § 6b Abs. 3 Sätze 5-7 EnWG aufgestellt. Hier verweisen wir auf die als Anlage II beige-
fügten Tätigkeitsabschlüsse.Seite 34 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 12
D.2.2 Angaben zu wesentlichen sonstigen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen
Der überwiegende Teil des Lieferungs- und Leistungsvolumen zwischen der SWB und nahestehenden Un-
ternehmen entfällt auf verbundene Unternehmen und ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Verbundene
Unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Stadt Bonn
sowie ihr
nahestehende
Unternehmen
Art des Geschäfts in T€ in T€ in T€
Erträge aus dem Betrieb der
Straßenbeleuchtung 5.668
Erträge aus der Geschäftsbesorgung 29.349 114 115
Sonstige Erträge aus
Leistungsabrechnungen 10.276 9.741
Zinsertrag Darlehen 804
Zinsertrag Cashpooling 584
Ausgleichszahlung MoD (Aufwendungen) 43.470
Aufwendungen aus der Lieferung von
Strom, Gas, Wasser und Fernwärme 503
Aufwendungen aus dem Betrieb der
Straßenbeleuchtung 4.253
Sonstige Aufwendungen aus
Leistungsabrechnungen 5.903 1.043
Zinsaufwand Darlehen 27
Zinsaufwand Cashpooling 76
Höchstbetragsbürgschaft als
Bürgschaftsgeber 6.701
Verbindlichkeiten aus Cash-Pool &
Tagesgeld 7.312
Auf die Angabe von Geschäften mit und zwischen mittel- oder unmittelbar in 100-prozentigem Anteilsbesitz
stehenden und in den Konzernabschluss der SWB einbezogenen Unternehmen wurde in Anwendung des
§ 285 Nr. 21, 2. Halbsatz HGB verzichtet.
Verbundene Unternehmen sind: Energie-und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH (EnW), Bonn,
(EnW), Bonn-Netz GmbH, Bonn, (Bonn-Netz), SWB Regional Ver- und Entsorgung GmbH, Altenahr, (SWB
Regional), SWBV, Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises-SSB-GmbH, Bonn, (SSB),
Fahrbetrieb Bonn GmbH (FBG), Bonn, (FBG), MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, Bonn, (MVA), SWBB,
SWBBad und BCP.
Assoziierte Unternehmen sind: Returo Entsorgungs GmbH, Leverkusen, (Returo), Bonner Hafenbetrieb
GmbH (BHB), Bonn, (BHB) und refer GmbH, Leverkusen, (refer).
Der Bundesstadt Bonn nahestehende Unternehmen sind: Sparkasse KölnBonn, Städtisches Gebäudema-
nagement (SGB), Theater der Stadt Bonn und Städtisches Seniorenzentrum der Bundesstadt Bonn.Seite 35 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 13
D.3 Haftungsverhältnisse aus Gewährleistungsverträgen
Bürgschaften
Bürgschaften bestanden bis zur Höhe von 6,0 Mio. € für Zahlungsverpflichtungen der Trianel GmbH,
Aachen, (Trianel) aus Energiehandelsgeschäften. Das Risiko der Inanspruchnahme wird aufgrund der stabi-
len Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsprechend der Berichtserstattung in der letzten Gesellschafter-
versammlung als gering eingeschätzt.
Zugunsten der BHB hat die Gesellschaft eine Höchstbetragsbürgschaft bis zur Höhe von rd. 12,2 Mio. €
gegenüber der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West, Münster, abgegeben. Bei der BHB wurde im Rahmen
der Richtlinie zur Förderung von Umschlaganlagen des kombinierten Verkehrs vom 10. März 2006 mit Be-
scheid vom 8. Oktober 2007 und den Änderungsbescheiden vom 1. Dezember 2008, 24. Februar 2011 so-
wie 23. Oktober 2012 Zuwendungen in Höhe von insgesamt 12,2 Mio. € bewilligt. Bis Ablauf der Zweckbin-
dungsfrist des Förderbescheides (20 Jahre) besteht die Rückzahlungsverpflichtung aus der Bürgschaft je-
weils vermindert um die abgelaufene Vorhalteverpflichtung. Diese beträgt zum 31. Dezember 2021
6,7 Mio. €. Das Risiko der Inanspruchnahme wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
als sehr gering eingeschätzt.
Gewährleistungsansprüche
Im Rahmen eines Gewährleistungsvertrages hat die Gesellschaft mit der Trianel einen Kreditrisikopoolver-
trag zur Absicherung des Forderungsausfallrisikos bei der Trianel GmbH und der Trianel Finanzdienste
GmbH, Aachen, (TFG) vereinbart. Dieser sichert diesen beiden Gesellschaften bei Ausfall eines ihrer Ge-
schäftspartner zu, dass die aus dem Ausfall entstehenden Schäden über 250 T€ zu 75 % durch die an der
Kreditrisikopoolvereinbarung beteiligten Gesellschafter der Trianel und zu 25 % durch die Trianel selbst
getragen werden müssen. Die haftungsbegrenzende Obergrenze der SWB liegt bei 4,1 Mio. €. Das Risiko
der Inanspruchnahme ist als sehr gering einzuschätzen, weil aus Erfahrungswerten der Vorjahre ein Ausfall
der Handelspartner und entsprechend der Berichterstattung in der letzten Gesellschafterversammlung nicht
eingetreten ist.
Das Tochterunternehmen SWBV hat in 2005 eine Beteiligung an der VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd
GmbH, Siegen, (VWS) erworben, die Mitglied in der Kommunalen Zusatzversorgungskasse Westfalen-Lippe
in Münster (KZVW) ist. Die SWB hat sich gegenüber der VWS unter bestimmten Voraussetzungen verpflich-
tet, für den Fall der Beendigung der Mitgliedschaft der VWS in der KZVW, den nach § 15 der Satzung der
KZVW vorgesehenen Ausgleichsbetrag sowie die Kosten der Ermittlung dieses Betrages zu zahlen. Diese
Verpflichtung erstreckt sich auch auf die laufenden Zahlungsverpflichtungen hinsichtlich der Pflichtversi-
cherung bei Zahlungsunfähigkeit der VWS. Die Verpflichtung besteht auch nach dem zum 1. Januar 2009
erfolgten Verkauf der VWS-Beteiligung fort. Das Risiko der Inanspruchnahme wird aufgrund der aktuellen
wirtschaftlichen Lage der VWS als wahrscheinlich eingeschätzt und durch den Ansatz einer sonstigen Rück-
stellung nach Verrechnung verbundener Sicherheiten in Höhe von 7,7 Mio. € berücksichtigt.
Die SWB ist als Cash-Pool führende Gesellschaft am Konzern-Cash-Pool beteiligt. Die am Cash-Pool betei-
ligten Gesellschaften haften entsprechend der Cash-Pool Vereinbarung gesamtschuldnerisch. Die Cash-Seite 36 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 14
Pool Inanspruchnahme wird im Rahmen des Cash-Managements zentral überwacht und gesteuert. Auf-
grund der Liquiditätssituation im Konzern wird eine Inanspruchnahme als sehr gering eingestuft.
D.4 Belegschaft
Der durchschnittliche Personalbestand – getrennt nach Mitarbeitergruppen – wird in der nachfolgenden
Tabelle dargestellt:
2021 2020
Vollzeitbeschäftigte 268 265
Teilzeitbeschäftigte 68 70
Aushilfen 8 11
Zwischensumme 344 346
Auszubildende 9 9
Gesamt 353 355
D.5 Konzernabschluss
Die Gesellschaft erstellt als Konzernobergesellschaft einen Konzernabschluss. Die Offenlegung des Kon-
zernabschlusses erfolgt im Bundesanzeiger.
D.6 Honorar Abschlussprüfer
Die Angaben über das Gesamthonorar des Abschlussprüfers unterbleiben, da diese in dem das Unterneh-
men einbeziehenden Konzernabschluss der SWB zum 31. Dezember 2021 gemacht werden.Seite 37 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 15
D.7 Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Vorsitzender Thomas Schmidt
Geschäftsführer Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen, Bonn (ab 24. Februar 2021
Vorsitzender, vorher Mitglied)
Dr. Klaus-Peter Gilles Geschäftsführer
GFI GmbH, Bonn
(bis 20. Januar 2021)
Stellvertretender Vorsitzender Dieter Pütz,
staatlich geprüfter Maschinenbautechniker,
Kall
(ab 19. Mai 2021 stellvertretender
Vorsitzender; auch Arbeitnehmervertreter)
Stefan Behr
Fachbereichsleiter Netzservice, Bonn (bis
24. Februar 2021 stellvertretender
Vorsitzender; auch Arbeitnehmervertreter)
Vertreter der Gesellschafterin Sophie Andernach
Dipl.- Forstwirtin, Bonn
(ab 21. Januar 2021)
Katja Dörner,
Oberbürgermeisterin, Bundesstadt Bonn,
Bonn
Dr. Stephan Eickschen
Stadtverordneter, Geophysiker, Bonn
(bis 20. Januar 2021)
Angelika Esch Dipl.-
Bauingenieurin, stellv. Vorsitzende AWO
Beuel, Bonn
Rainer Haid
Rechtsanwalt, Bonn
(ab 21. Januar 2021)
Werner Hümmrich
Betriebswirt, Direktor Sparkasse KölnBonn,
Bonn (bis 20. Januar 2021)Seite 38 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 16
Prof. Dr. Norbert Jacobs
Stadtverordneter, Steuerberater,
vereidigter Buchprüfer, Bonn
(bis 20. Januar 2021)
David Lutz
Förderschullehrer, Bonn
(ab 21. Januar 2021)
Holger Schmidt
Politkwissenschaftler, Bonn
(ab 21. Januar 2021)
Bernhard Wimmer
Stadtdirektor a. D., Bonn
Arbeitnehmervertreter Rolf Driller
Technischer Angestellter, Bornheim
Mirko Heid
Dipl.-Kaufmann, Bereichsleiter
Konzernstrategie SWB GmbH Bonn, Bonn
Kenan Millihuzin
Großhandelskaufmann, Wuppertal
Monika Pohl
KOM-Fahrerin, Euskirchen
Jakob Steinhauer
Kfz-Mechaniker, Swisttal
(bis 28. September 2021)
Werner Scheifgen
Industriemechaniker, Bonn
(ab 29. September 2021)
Andreas Wirths
Industriekaufmann, Windeck
(bis 30. Juni 2021)
Jörg Klapdohr
Industriefachwirt, Bonn (ab 01. Juli 2021)Seite 39 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 17
An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden folgende Sitzungsgelder gezahlt:
Andernach, Sophie 1.380,00
Behr, Stefan 1.380,00
Driller, Rolf 1.290,00
Dörner, Katja 1.380,00
Esch, Angelika 1.380,00
Haid, Rainer 1.380,00
Heid, Mirko 1.380,00
Klapdohr, Jörg 645,00
Lutz, David 1.290,00
Millihuzin, Kenan 1.380,00
Pohl, Monika 1.200,00
Pütz, Dieter 1.380,00
Scheifgen, Werner 367,50
Schmidt, Holger 1.380,00
Schmidt, Thomas 2.130,00
Steinhauer, Jakob 832,50
Wimmer, Bernhard 1.290,00
Wirths, Andreas 735,00
Gesamt 22.200,00
Geschäftsführung
Dipl.-Ing. Peter Weckenbrock, Köln
Dipl.-Volkswirt Marco Westphal, Bonn
Die Geschäftsführung erhielt erfolgsunabhängige Vergütungen in folgender Höhe und Zusammensetzung:
2021
in €
2020
in €
Peter Weckenbrock 302.459,04 309.232,16
Marco Westphal 245.549,92 244.699,92
Gesamt 548.008,96 553.932,08
Der Geschäftsführung wurden erfolgsabhängige Vergütungen in folgender Höhe und Zusammensetzung
gezahlt:
2021
in €
2020
in €
Peter Weckenbrock 71.014,45 61.730,82
Marco Westphal 54.994,45 51.674,51
Gesamt 126.008,90 113.405,33Seite 40 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 18
Im Übrigen wurden Rückstellungen für erfolgsabhängige Vergütungen in folgender Höhe und Zusammen-
setzung gebildet:
2021
in €
2020
in €
Peter Weckenbrock 185.425,00 170.200,00
Marco Westphal 185.425,00 170.200,00
Gesamt 370.850,00 340.400,00
Es bestehen zudem unveränderte Versorgungszusagen, die sich wie folgt zusammensetzen:
Barwert zum
31.12.2021
in €
Aufwand des
Geschäftsjahres
2021 in €
Barwert zum
31.12.2020
in €
Aufwand des
Geschäftsjahres
2020 in €
Peter Weckenbrock 5.132.831,00 732.548,00 4.400.283,00 909.120,00
Marco Westphal 1.730.703,00 308.619,00 1.422.084,00 326.927,00
Gesamt 6.863.534,00 1.041.167,00 5.822.367,00 1.236.047,00
Zugunsten ehemaliger Mitglieder der vormaligen Werkleitung bzw. der Geschäftsführung und deren Hin-
terbliebenen bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 6.667 T€. Die Bezüge dieser Personengruppe
beliefen sich im Jahr 2021 auf 375 T€.Seite 41 von 117
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn
Anlage I
Seite 19
D.8 Nachtragsbericht
Mit dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine am 24. Februar 2022 erlebt Europa eine Zeitenwende.
Dies wird deutliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft in Europa und insbesondere auch auf den Ener-
giesektor haben.
Es ist jetzt schon für die Sparte Versorgung absehbar, dass die Energiebeschaffungskosten stark steigen
werden. Die gestiegenen Kosten werden durch Preisanpassungen weitergegeben, was zu deutlichen Mehr-
aufwendungen bei den Kunden führt. Lieferengpässe bei der Energiebeschaffung sind bis jetzt noch nicht
zu erkennen, je nach Zuspitzung der politischen Lage in Europa jedoch mittelfristig nicht auszuschließen.
Im Hinblick auf die Sparte Verkehr ist absehbar, dass die Energiekosten der SWBV stark steigen und dadurch
die Kostenstruktur der SWBV nachhaltig verändern werden. Gleiches gilt aufgrund der Abhängigkeit von
den Transportkosten für alle bezogenen Leistungen. Da teilweise aufgrund der Kriegsereignisse auch Lie-
ferketten gestört wurden, sind Lieferengpässe bei einzelnen Produkten nicht auszuschließen.
Als Teil des Energiekosten-Entlastungspakets hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung die befris-
tete Einführung eines 9 Euro-Tickets zur Nutzung des ÖPNV beschlossen. Da Rahmenbedingen und Details
zur Umsetzung derzeit gemeinsam mit den Verkehrsverbünden ausgearbeitet werden, können die Auswir-
kungen auf die Umsatzerlöse nicht eingeschätzt werden.
In Bezug auf die Sparte Verwertung wird derzeit nicht davon ausgegangen, dass dieses Ereignis negative
Auswirkungen auf das Ergebnis haben wird.
Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft können zum Zeitpunkt der
Berichtsaufstellung noch nicht abschließend beurteilt werden.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres waren nicht zu verzeich-
nen.
Bonn, den 09. Mai 2022
Stadtwerke Bonn GmbH (SWB)
Dipl.-Ing. Dipl.-Volkswirt
Peter Weckenbrock Marco Westphal
Geschäftsführer GeschäftsführerSeite 42 von 117
Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen Zuschüsse Stand am Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am Stand am Stand am
01.01.2021 2021 2021 2021 2021 31.12.2021 01.01.2021 2021 2021 2021 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020
€ € € € € € € € € € € € €
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.499.894,70 433.792,33 411.670,44 228.758,01 0,00 7.750.774,60 7.002.947,34 254.587,34 411.670,44 0,00 6.845.864,24 904.910,36 496.947,36
2. Geleistete Anzahlungen 228.758,01 97.043,58 0,00 -228.758,01 0,00 97.043,58 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 97.043,58 228.758,01
7.728.652,71 530.835,91 411.670,44 0,00 0,00 7.847.818,18 7.002.947,34 254.587,34 411.670,44 0,00 6.845.864,24 1.001.953,94 725.705,37
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte
mit Geschäfts-,Betriebs-und anderen Bauten 67.900.554

Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 23:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de