202125 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag: Erhaltung der Grünflächen und Bäume zwischen Eltviller Straße und Rüdesheimer Straße zum Schutz von gefährdeten Vogelarten
Kerndaten
- Nummer
- 202125
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 30.11.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 202125 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Amt der Oberbürgermeisterin und für strategische Projekte Dezernat: Dez. OB 25.11.2020 Bürgerantrag: Erhaltung der Grünflächen und Bäume zwischen Eltviller Straße und Rüdesheimer Straße zum Schutz von gefährdeten Vogelarten Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 16.12.2020 Entscheidung Inhalt des Bürgerantrages Der Antrag hat folgenden Wortlaut: Die Bezirksvertretung Bonn Bad Godesberg möge beschließen: Zum Schutz von gefährdeten Vogelarten sollen die Grünflächen mit den alten Bäumen zwischen Eltviller und Rüdesheimer Straße erhalten werden. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 3 An den Bezirksbürgermeister Bad Godesberg Herrn Christoph Jansen Kurfürstenallee 1 A 53177 Bonn Bonn, den 25. November 2020 Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW Die Bezirksvertretung Bonn Bad Godesberg möge beschließen: Zum Schutz von gefährdeten Vogelarten sollen die Grünflächen mit den alten Bäumen zwischen Eltviller und Rüdesheimer Straße erhalten werden Begründung: Die Wohnbau GmbH, die Eigentümerin der Flächen ist, plant im Rahmen eines Ihnen bekannten Bauvorhabens mit positivem Bauvorbescheid vom 24.03.2020, Teile dieser Flächen zu bebauen und somit Innenhöfe zu schaffen. Dafür ist geplant, 34 zum Teil sehr hohe Bäume zu fällen, von denen 25 satzungsgeschützt sind. Durch die Fällung der Bäume und die Bebauung der Grünflächen geht mindestens zwei besonders geschützten Vogelarten wichtiger Lebensraum verloren. Der Girlitz fällt in der 6. Fassung der Roten Liste der Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens (Stand Juni 2016) in die Kategorie 2 – Stark gefährdet, der Star in die Kategorie 3 – Gefährdet. Beide Arten konnten dieses Jahr in dem beschriebenen Viertel nachgewiesen werden, der Star in einer größeren Anzahl (mindestens 50 Individuen). Der Bestand des Girlitzes ist regional in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen, was Brutvogel-Kartierungen in den vergangenen Jahren gezeigt haben. Einer der Hauptgründe für die deutliche Bestandsabnahme ist die kontinuierliche Verdichtung der Stadtviertel durch Neubauten. Während der Girlitz im Jahr 2010 noch in den meisten Stadtteilen von Bad Godesberg gebrütet hat, konnte er 2015 nur noch in Heiderhof und Friesdorf nachgewiesen werden. 2020 gelang neben einigen Nachweisen in Mehlem und Lannesdorf nur ein Nachweis in Friesdorf, und zwar in einem der Bäume an der Eltviller Straße. Die Fällung der 34 Bäume würde wahrscheinlich zum endgültigen Verschwinden des Girlitzes in Friesdorf führen. Dies könnte auch durch die geplante Neupflanzung von 40 Bäumen nicht verhindert werden, weil der Girlitz hohe Bäume als Singwarte und als Nistplatz benötigt. Girlitze sind keine Höhlenbrüter, deshalb kann dieser Art auch mit der geplanten Installation von Nistkästen kein Ausgleich geschaffen werden. Die in der Informationsbroschüre beschriebenen Ausgleichsmaßnahmen (Neupflanzung von Bäumen, Nistkästen) sind demnach unzureichend, um den Girlitz in dem beschriebenen Viertel zu erhalten.Seite 2 von 3 Der Star hat in den letzten Jahren regional sowie überregional deutliche Bestandsrückgänge zu verzeichnen, was in ländlichen Gebieten auf den Einsatz von Pestiziden in Offenlandflächen zurückzuführen ist, in städtischen Gebieten hingegen auf die kontinuierliche Verkleinerung der Parks und Grünflächen. Die Wohnbau GmbH geht nur von einem geringen Vorkommen an Staren in unserem Viertel aus, tatsächlich ist es ein Schwarm von mindestens 50 Individuen. Im Winter sind es teilweise noch viel mehr. Bestandserfassungen haben gezeigt, dass in unserem Viertel deutlich mehr Stare vorkommen, als in vergleichbaren Vierteln in Bad Godesberg, wo es mehr Innenhöfe und weniger hohe Bäume gibt. Stare benötigen große Wiesen zur Nahrungssuche sowie hohe Bäume als Schlafplatz oder Singwarte. Hohe Bäume bieten außerdem ein großes Angebot an Bruthöhlen, was bei neu gepflanzten Bäumen nicht gegeben ist. Durch den Neubau werden die Wiesen signifikant verkleinert, was das Nahrungsangebot verringert. Durch den Bau von weiteren Innenhöfen werden die Fluchtwege von nahrungssuchenden Schwärmen vor Luftangreifern erschwert. Die beschriebenen Ausgleichsmaßnahmen (Installation von Nistkästen) kann zwar die verlorenen Bruthöhlen kompensieren, nicht aber das deutlich kleinere Angebot an Nahrung. Hinzu kommt, dass Wiesen in Innenhöfen tendenziell häufiger von Menschen aufgesucht werden, was die Stare bei der Nahrungssuche stören kann. Das geht auch aus der Beschreibung der Innenhöfe als „neue gemeinschaftliche Treff- und Begegnungsorte für die Bewohner des Quartiers“ hervor. Die Vögel können von den geplanten Ausgleichsmaßnahmen (Neupflanzung von 40 Bäumen und Installation von Nistkästen) nur profitieren, wenn die bestehenden Bäume und Grünflächen erhalten bleiben. Mit freundlichen Grüßen im Auftrag der Initiative MargarineviertelSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:55 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de