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201982-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Neuanfang für das Stadtmuseum Bonn

Nummer
201982-02 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
04.12.2020
Letzte Änderung
18.09.2026
  1. Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO NRW 14.12.2020 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Kulturausschusses 15.04.2021 Empfehlung
  3. Sitzung des Hauptausschusses anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO NRW 06.05.2021 Entscheidung federführend
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  1. 201982 Neuanfang für das Stadtmuseum Bonn

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
201982-02 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Neuanfang für das Stadtmuseum Bonn
Beratungsfolge
Rat 10.12.2020 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Die Stellungnahme der Verwaltung (201982-01 ST) wird wie folgt ergänzt:
Neukonzeption des Stadtmuseums
Die Ausgangslage
Das Stadtmuseum Bonn ist ein Museum mit kulturhistorischem Schwerpunkt.
Die bedeutendsten Sammlungsbestände entstammen dem 18. und 19.
Jahrhundert. Die seit der Museumsgründung stetig erweiterte Sammlung
umfasst mittlerweile über 10.000 Exponate und vermittelt eindrucksvolle
Einblicke in die 2000jährige Stadtgeschichte. Für wichtige Epochen besitzt das
Museum einzigartige und zum Teil herausragende, unverwechselbare Objekte.
Seit Eröffnung des Museums am Standort Franziskanerstraße im Jahr 1998
leitet Dr. Ingrid Bodsch das Haus. Mit Sonderausstellungen, Veranstaltungen
und museumspädagogischen Programmen verschaffte sie – neben der
Dauerausstellung - dem Stadtmuseum Renommee und Relevanz – auch weit
über Bonn hinaus. Das Ausscheiden der Museumsleitung im kommenden April
und die Unklarheit über den Fortbestand der Ausstellungsräume im
Viktoriakarree sind für die Kulturverwaltung Anlass, sich intensiv mit der Zukunft
des Museums zu befassen und die Weichen für die Sicherung und
Weiterentwicklung dieser wichtigen Kultureinrichtung zu stellen.
Das Ziel: Das Stadtmuseum Bonn mit seiner kulturhistorischen Sammlung auch
in Zukunft als unverzichtbare Adresse für alle Fragen zu Kultur, Geschichte,
Gegenwart und Zukunft der Stadt Bonn zu erhalten: ein Ort des Wissens, der
Reflexion, der Neugierde, des Austausches und Mitmachens für Bonnerinnen
und Bonner und touristische Gäste der Stadt.
Der Prozess
Für das Stadtmuseum Bonn soll eine Neukonzeption erarbeitet werden, mit der
die Attraktivität des Museums erhöht wird und möglichst viele Zielgruppen für
lebendige Geschichtsarbeit begeistert werden, beispielsweise durch ein
erweitertes Themenspektrum oder interaktive Angebote. Dazu gehört auch die
Modernisierung der Dauerausstellung, die seit vielen Jahren von der
Museumsleitung gefordert wird.
Das Potenzial des Museums kann am aktuellen Standort aufgrund
mangelhafter Sichtbarkeit und sehr eingeschränkter Infrastruktur nicht voll
ausgeschöpft werden.Seite 1 von 4

Seite 2
Die Erarbeitung der Neukonzeption basiert auf drei Säulen, die miteinander
verschränkt ist.
1. Dialog und Partizipation (Bürgerbeteiligung)
2. Stadtforschung und museumsfachliche Impulse (Kooperation mit
der Universität Bonn)
3. Erzähl uns Bonn! Befragungen und Interviews
Zu 1: Dialog und Partizipation (Bürgerbeteiligung)
In einem ersten Schritt sollen die Bonnerinnen und Bonner eingeladen werden,
„ihr“ Stadtmuseum aktiv mitzugestalten. Neben dem Förderverein des
Stadtmuseums, den Bonner Heimat- und Geschichtsvereinen, der
Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine sowie
Museumsexpertinnen und -experten sollen insbesondere Bonnerinnen und
Bonner aus jeder Generation und möglichst vielen Nationen beteiligt werden.
Dieser partizipative Prozess firmiert unter dem Begriff „Stadtlabor“.
Zu 2: Stadtforschung und museumsfachliche Impulse
In einem gemeinsamen zweijährigen Forschungsprojekt mit der Abteilung
Kulturanthropologie der Universität Bonn wird das Alltagsleben von
Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Bonn untersucht und für die
Sammlung und Präsentation des Stadtmuseums aufbereitet. In einer
begleitenden Vortrags- und Workshopreihe sind nationale und internationale
Experten aus Museumspraxis und Museumswissenschaft eingeladen, Einblicke
in die zeitgenössische Museumsarbeit zu geben und so Impulse für die weitere
Entwicklung zu liefern. Die Veranstaltungsreihe startet zum Sommersemester
2021. Die Veranstaltungen sind öffentlich und werden mit dem
Beteiligungsprozess gekoppelt. Die Koordination der Forschungsaktivitäten und
Expertenworkshops übernimmt die Uni Bonn (Wissenschaftliche Hilfskraft).
Zu 3: Erzähl uns Bonn! Befragungen und Interviews
In einem weiteren Schritt sollen die Lebensgeschichten von Menschen erzählt
werden, die heute in Bonn beheimatet sind. Für die Durchführung und
Dokumentation dieser Zeitzeugeninterviews ist ein enger fachlicher Austausch
mit dem Haus der Geschichte angestrebt. Fortgesetzt wird auch das Sammeln
von Geschichten aus dem Alltag der Menschen. Ergebnis ist u.a. eine
literarische Collage aus Erinnerungsbildern, die allesamt Bonner Perspektiven
einfangen und sich zu einem Erinnerungsmosaik verdichten. Das vielschichtige
Kaleidoskop von Sichtachsen und Horizonten, von Stadtbildern und (eigenen)
Blickwinkeln auf Bonn soll später auch im Stadtmuseum präsentiert werden.Seite 2 von 4

Seite 3
Fördermittel und Finanzierung
Für den zweijährigen Prozess (2021/2022) und die drei benannten Säulen
wurden Fördermittel beim Landschaftsverband Rheinland beantragt und in
Höhe von 68.300,00 Euro bewilligt.
Für die Bürgerbeteiligung sind im Entwurf des Haushalts 2021 60.000 €
veranschlagt. Damit wäre der Neukonzeptionsprozess finanziert.Seite 3 von 4

Seite 4
Projektstruktur
Die Stelle der wissenschaftlichen Museumsleitung wird im Januar 2021
ausgeschrieben und möglichst zum 1.5.2021 besetzt; so ist gewährleistet, dass
der Beteiligungsprozess, die Erarbeitung der Neukonzeption und deren spätere
Realisierung unter museumsfachlicher Expertise erfolgen wird.
Nach Konstituierung der neuen politischen Gremien soll eine Planungsgruppe
Stadtmuseum mit Kooperationspartnern, Kommunalpolitik, Verwaltung und
Ständigen Gästen eingerichtet werden, die den Prozess bis zur Neueröffnung
begleitet.
Ferner wird ein wissenschaftlicher Beirat konstituiert, der den Prozess fachlich
begleitet.
Digitales Museum
Im Kontext der Neukonzeption wird eine digitale Strategie entwickelt, die neue
Technologien und digitale Medien für die Kernaufgaben des Museums und für
interaktive Besuchererlebnisse nutzt. Die seit 2012 online ins Netz gestellte
Sammlungs-Datenbank soll umfassend erweitert und zu einem
Kommunikationsportal ausgebaut werden. Damit wird das Stadtmuseum die
klassischen Aufgaben Sammeln, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln weiter
erfüllen, aber auch eine weitere sehr bedeutende: Das Museum als Forum. Ein
analoger Begegnungs- und Diskursort, aber auch eine digitale Plattform.
Standortfrage
Die Kulturverwaltung wird im Zuge der Konzeptentwicklung auch Kriterien für
zukunftsfähige Standorte für das Stadtmuseum erstellen, Optionen prüfen und
dem Stadtrat gemeinsam mit der Neukonzeption in die politischen Beratungen
einbringen.
Museumsbetrieb
Auch während des Neukonzeptionsprozesses läuft der Museumsbetrieb weiter.
So bleibt die Dauerausstellung in der Franziskanerstraße weiter zugänglich,
solange die Räumlichkeiten im Viktoriakarree zur Verfügung stehen. Auch
andere Veranstaltungen, wie die Familientage, werden weiterhin angeboten
werden. Dies sowie mögliche Sonderausstellungen – auch im Ernst-Moritz-
Arndt Haus – werden weiterhin geplant und realisiert.
---
Im ersten Kulturausschuss nach der Kommunalwahl wird die Verwaltung mit
einer Mitteilungsvorlage ausführlich über die geplanten Schritte und einen
zeitlichen Fahrplan für die Konzepterstellung informieren.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 21:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de