201849 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag: Umbennenung der Adolfstraße nach der deutschen Dichterin May Ayim
Kerndaten
- Nummer
- 201849
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 22.10.2020
- Letzte Änderung
- 18.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sondersitzung der Bezirksvertretung Bonn Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 201849 Der Oberbürgermeister Federführung: Bürgerbüro/Bürgerbeteiligung/Ombudsstelle Dezernat: Dez. OB 05.10.2020 Bürgerantrag: Umbennenung der Adolfstraße nach der deutschen Dichterin May Ayim Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 24.11.2020 Entscheidung Inhalt des Bürgerantrages Der Antrag beinhaltet den Wunsch die Adolfstraße nach der deutschen Dichterin May Ayim umzubenennen. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem Beigefügten Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 3 Von: Gesendet: Montag, 5. Oktober 2020 18:55 An: VL_OB‐1_buergerbuero_bonn; vl_61_stadtplanungsamt; vl_dez_i_dezernatsleitung; vl_dez_iii_dezernatsleitung; VL_OB‐1_ratsbuero Betreff: Straßenumbenennung Adolfstraße: Adolf wer? Kategorien: Rote Kategorie Guten Tag, ich wohne in der Adolfstraße in Bonn. Obwohl ich weiß, dass diese Straße nicht nach Adolf Hitler benannt ist, komme ich nicht umhin den Namen jedes einzelne Mal mit dieser historischen Person zu assoziieren. Das geht nicht nur mir so, sondern werde ich auch in unterschiedlichsten Kontexten, in denen mein Wohnort eine Rolle spielt danach gefragt „nach welchem Adolf“ die Straße denn benannt sei und kassiere den ein oder anderen schiefen Blick. Ich will dies aber nicht als mein individuelles Problem inszenieren und es geht mir auch nicht darum, dass eine Umbenennung der Straße mein persönliches Wohlbefinden verbessern würde. Vielmehr sehe ich die Problematik in der Assoziation und im Bild, dass diese Assoziation für Bonn bedeutet. Ein Bild, dass immer wieder unfreiwillig von Bewohner*innen der Adolfstraße reproduziert wird, wenn sie ihre Adresse an unterschiedlichsten Orten angeben müssen. Wir leben in einer Zeit, die von unterschiedlichsten Krisen, aber auch von großen Bewegungen geprägt wird. Diese Bewegungen setzen sich gegen strukturelle Diskriminierung jeglicher Art und für einen Umweltschutz bzw. eine Klimagerechtigkeit ein, die ihrerseits die Relevanz von Klima in Bezug auf Mehrfachdiskriminierung herausstellt. Es ist eine Zeit der Zeichen gegen Menschenfeindlichkeit, gegen Rassismus, gegen Kolonialismus und Neokolonialismus, gegen Sexismus, gegen Antisemitismus. Die großen Bewegungen zu denen z.B. die BLM Bewegung, die #metoo Bewegung und FFF gehören, weisen darauf hin, dass drastische Zeichen nötig sind, um zu verdeutlichen, wie ungerecht die Gesellschaft noch ist. D.h. viele Proteste weisen darauf hin, dass Veränderung nötig und unabdingbar ist. Aber auch, dass HANDLUNGEN nötig sind, um diese Veränderungen in Gang zu bringen. Lange Rede kurzer Sinn: Es ist erschreckend, dass in der Stadt Bonn noch eine Straße existiert, die Adolfstraße heißt. Wir müssen kollektiv immer weiter Zeichen setzen und handeln. Zeichen, die den Willen nach Veränderung zeigen. Dazu zählen so klein es auch scheint die Umbenennungen von Straßen, weil Sprache Realität schafft und Benennung kognitive Repräsentationen erzeugt. In diesem Fall die Repräsentation Adolf Hitlers egal, welcher andere Adolf hier geehrt werdenSeite 2 von 3 sollte/soll. Diese Umbenennung wäre somit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Eine Umbenennung hat außerdem das Potential ein großer Akt der Sichtbarmachung zu sein, weswegen in der logischen Konsequenz der neue Name der Straße in Erinnerung an eine Person ausgewählt werden könnte, der nicht die Sichtbarkeit zuteil geworden ist, die sie verdient hat. Ein Vorschlag wäre hier May Ayim: „Ein bemerkenswertes Beispiel im deutschsprachigen Raum ist das Vermächtnis unserer höchst angesehenen Schwarzen deutschen Dichterin May Ayim (1960–1996). Sie schrieb über kritisches Weißsein, über Intersektionalität und über Empowerment, lange bevor diese Begriffe geprägt wurden. Als Sprachtherapeutin, Pädagogin und Aktivistin gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der jüngsten Schwarzen deutschen Bewegung, aus der Mitte der 1980er Jahre die Organisationen „ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland“ und die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ hervorgingen. Und mit der Prägung des Begriffs „Afrodeutsch“ öffneten Ayim und ihre Kolleg*innen Generationen von Schwarzen Deutschen einen Weg zur politischen Selbstdefinition. Sie veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und war Mitherausgeberin des wegweisenden Sammelbandes „Farbe Bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“. Im Jahr 2011 wurde sogar eine Straße im Berliner Bezirk Kreuzberg nach ihr benannt. May Ayim hat viele Schwarze und People of Color inspiriert, sich selbst, ihre Gemeinschaften und ihre Perspektiven in die deutschsprachige Literatur einzuschreiben“ Dieses Zitat stammt von Sharon Dodua Otoo, die selbst eine begnadete Schriftstellerin ist. Wie schön es doch wäre eine neue Realität zu schaffen hin zu einer inspirierenden Schwarzen Schriftstellerin, Aktivistin, die als Bild in den Köpfen erzeugt wird, wenn der Straßenname gelesen wird. Ich bitte von ganzem Herzen darum, dass diese Mail bearbeitet wird bzw., dass Straßenumbenennungen (nicht nur in Bezug auf die Adolfstraße) in Bonn auf den Plan geholt werden. Es gibt so viele Zeichen, die wir gemeinsam gegen Diskriminierung setzen können. Wir müssen nur damit anfangen. Mit freundlichen Grüßen,Seite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de